DE19808562A1 - Gedrucktes Tonprofil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Tonprofil für die Speicherung
und Wiedergabe kurzer Tonbotschaften. Es eignet sich
insbesondere zur manuellen Wiedergabe und für die
Integration in Printprodukte.
Ein solches Tonprofil ist aus US-695,159 ("Apparatus for
Reproducing Sound") bekannt. Ein flaches Band ("sound-curve
strip") ist auf einer Seite mit senkrecht zur Längsrichtung
verlaufenden Erhöhungen und Vertiefungen versehen. Es läßt
sich mit einem als Tonabnehmer dienenden Schieber abtasten,
wobei akustisch wahrnehmbare mechanische Schwingungen
erzeugt werden. Die Kontur ist durch Gravur oder
Einschneiden mit Hilfe eines mit einer Membran verbundenen
Stiftes hergestellt. Als Alternative wird Prägen mit Hilfe
einer vorher gravierten Prägerolle genannt.
Aus US-2,164,663 ist eine ähnliche Vorrichtung bekannt,
jedoch dient statt eines speziellen Schiebers der
Fingernagel als Abtaster.
Das Patent US-2,997,306 ("Book with Talking Pages")
offenbart ein Buch, dessen Seiten ein längliches
Tonprofil aufweisen. Durch Überstreichen des Profils mit
einem Abtastgegenstand wird die Seite in hörbare
Schwingungen versetzt. Die auf dem Profil gespeicherte
akustische Information steht dabei in inhaltlichem
Zusammenhang mit der auf der Seite abgebildeten optischen
Information. Als Herstellungsverfahren wird Prägen
angegeben. Dabei wird das Profil entweder direkt in die
Buchseite geprägt, oder es wird ein profilierter Streifen,
bevorzugt aus Kunststoff, auf die Seite aufgebracht.
Weiter ist aus US-4,121,835 ("Sound Producing Straw") ein
mit einem Tonprofil versehener Trinkhalm bekannt, welcher
akustische Schwingungen erzeugt, wenn er durch die Öffnung
des Deckels eines Getränkebechers geschoben wird. Als
Herstellungsverfahren dient ein Prägen der Kontur in den
Trinkhalm, wenn dieser die Extrusionsmaschine verläßt,
wobei zwei mit dem Negativ des Profils versehene Prägeräder
zum Einsatz kommen.
Es ist in vielen Fällen wünschenswert, Toninformation in
Massen-Printprodukte wie Zeitschriften, Verpackungen,
Bücher, aber auch Wertpapiere, Banknoten, Ausweise und
dergleichen zu integrieren. Dadurch kann die optische durch
akustische Information ergänzt werden. Die preiswerte
Massenherstellung mit den bekannten Sound-curve-strips
bereitet jedoch Schwierigkeiten, weil sie zusätzliche,
aufwendige Arbeitsgänge erfordern, wie das Prägen und die
Herstellung der Prägeform, sowie das Aufkleben der Sound-
curve-strips auf das Printprodukt.
Aus dem Stand der Technik sind außerdem verschiedene
Druckverfahren bekannt, die es ermöglichen, ein
Oberflächenrelief zu erzeugen. Stichtiefdruck und
Siebdruck sind die beiden bekanntesten Verfahren.
Beim Stichtiefdruck sind die druckenden Teile der Druckform
gegenüber den nicht druckenden Teilen vertieft. Die
Vertiefungen werden durch Gravur oder Ätzen erzeugt. Nach
dem Einfärben der Druckform wird die nicht druckende
Oberfläche von Farbe befreit. Beim Druckvorgang wird die in
den Vertiefungen zurückgebliebene Farbe auf den Druckträger
übertragen und bleibt als Erhebung stehen. Der
Stichtiefdruck wird zum Beispiel zur Herstellung von
Banknoten aber auch bei Visitenkarten und Briefpapier
eingesetzt.
Beim Siebdruck sind die nicht Farbe tragenden Teile eines
feinen Netzes durch eine Schablone abgedeckt. Beim Druck
wird Farbe durch die offenen Teile des Siebes auf den
Druckträger gequetscht. Die Farbe bleibt ebenfalls als
Erhebung stehen. Siebdruck findet insbesondere in der
Werbegrafik und beim Bedrucken von Verpackungen Einsatz.
Ausgehend von diesem Stand der Technik, liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Tonprofil zu schaffen, das mit
Hilfe weit verbreiteter Standardverfahren herzustellen ist.
Des weiteren soll das Tonprofil auf einfache Weise in
Massenprodukte, insbesondere Printprodukte, integrierbar
sein. Es soll sich weiterhin für die manuelle Abtastung
eignen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst. Die Toninformation wird in einem
Höhenprofil codiert, das so beschaffen ist, daß es sich
leicht durch Druckverfahren herstellen läßt. Dadurch ist
die Tonwiedergabevorrichtung einfach und preiswert
herzustellen. Außerdem kann er durch das Druckverfahren auf
eine Vielzahl von Gegenständen aufgebracht werden, bei
denen die Integration von Toninformation sinnvoll und
wünschenswert ist, wo dies aber aus praktischen und/oder
Kostengründen bisher nicht oder nur eingeschränkt geschehen
ist.
Bei der codierten Toninformation handelt es sich um kurze
intelligent angeordnete Tonfolgen - z. B. ein Melodiestück - bis
hin zu gesprochenen Botschaften. Die Dauer beträgt
Bruchteile von Sekunden bis ca. eine Sekunde.
Das erfindungsgemäße Tonprofil kann insbesondere als
Echtheitsmerkmal, etwa auf Wertpapieren, Scheckformularen,
Ausweisen, Eintrittskarten und Banknoten, eingesetzt
werden. Auch Software und andere häufig gefälschte Produkte
sowie deren Verpackungen sind ein denkbarer Einsatzbereich.
Dabei macht man sich den Umstand zunutze, das mit
herkömmlichen Mitteln reliefartige Merkmale schwer zu
fälschen sind. Durch die manuelle Abtastung kann das
Merkmal ohne besondere Hilfsmittel auch vom Laien einfach
überprüft werden. Es ist vor allem ergänzend in Kombination
mit anderen Echtheitsmerkmalen sinnvoll, insbesondere dann,
wenn diese nur auf optischer Wahrnehmung basieren, wie
Hologramme, Wasserzeichen, Durchsichtregister, Melierfasern
und Sicherheitsfäden etc.
Die Wiedergabe erfolgt dadurch, daß der Anwender das Profil
senkrecht zu den Stegen mit der Ecke oder der konvex
verlaufenden Kante eines scharfkantigen Abtastgegenstandes
überstreicht. Eine Vielzahl von gewöhnlichen
Alltagsgegenständen eignen sich als Abtastgegenstand, z. B.
Scheck- und Ausweiskarten, Visitenkarten, Postkarten und
Münzen. Insbesondere kann das Relief auch mit dem
Fingernagel abgetastet werden.
Druckverfahren werden im allgemeinen dafür eingesetzt, eine
Oberfläche grafisch zu gestalten. Die vorliegende Erfindung
nutzt die Tatsache aus, daß manche Druckverfahren die Farbe
so übertragen, daß diese reliefartig auf dem Druckträger
zurückbleibt. Dadurch wird das beschriebene Höhenprofil auf
dem Druckträger erzeugt. Des weiteren wird von den hohen
Auflösungen, die mit einigen dieser Verfahren erzielbar
sind Gebrauch gemacht. Beispielsweise eignen sich
hochauflösender Stichtiefdruck. Das Strichmuster auf der
Druckform entsteht entweder durch direkte Gravur oder
durch Ätzen. Aber auch moderne, hochauflösende
Siebdruckverfahren lassen sich einsetzen.
Auch eignen sich neue Druckverfahren, wie sie gegenwärtig
im Bereich der Fotokopier- und Computerdruck-Technik
eingesetzt werden. Beim Thermo-Wachstransferdruck wird
farbiges Wachs durch Heizelemente zum Schmelzen gebracht
und auf den Druckträger übertragen, wo es wieder erstarrt.
Beim Wachsstrahldruck wird geschmolzenes Wachs durch eine
Düse auf den Druckträger gespritzt.
Als Druckträger kommen alle bedruckbaren Materialien,
insbesondere aber Papier, Karton sowie Folien aus
Kunststoff und Metall in Frage.
Anhand der folgenden Zeichnungen wird die Erfindung näher
erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Banknote als Träger (1), die mit dem
erfindungsgemäßen Tonprofil (2) als Echtheitsmerkmal
versehen ist. Neben dem Tonprofil sind noch eine Graphik
(3), ein Hologramm (4) und eine Numerierung (5) als
Echtheitsmerkmale dargestellt. Das Profil (2) besteht aus
senkrecht zur Längsrichtung ( = Abtastrichtung) verlaufenden
parallelen Stegen (6);
Fig. 2 die Umsetzung des Amplitudenverlaufs (7) eines
akustischen Signals in ein gedrucktes Höhenprofil (8, 9).
Die Profile sind im Querschnitt in Abtastrichtung
dargestellt. Das binäre Profil (8) entsteht, indem überall
dort eine stegförmige Erhöhung (6) auf den Träger (10)
gedruckt wird, wo die Amplitude einen gewissen Schwellwert,
angedeutet durch die Gerade (11), überschreitet. Ein
dreistufiges Profil (9) erlaubt ein genaueres Nachempfinden
des Profilverlaufs. Es entsteht, indem zwei Schichten
(13, 14) aufeinander gedruckt werden;
Fig. 3 in einer nicht maßstäblichen Seitenansicht, wie das
erfindungsgemäße Profil (2) durch Überstreichen mit dem
Fingernagel als Abtastgegenstand (15) in Abtastrichtung
(16) abgetastet wird.
In einer bevorzugten Ausführung besteht das Höhenprofil aus
einem Streifen (2) paralleler, erhobener Stege (6), wie er
in Fig. 1 dargestellt ist. Die Stege (6) verlaufen
senkrecht zur Längsrichtung über die gesamte Breite des
Streifens und weisen unterschiedliche Abstände voneinander
und im allgemeinen auch verschiedene Breiten auf. Alle
Stege (6) haben die gleiche Höhe, so daß das Profil einfach
und in einem Druckdurchgang hergestellt werden kann. Der
Streifen ist mehrere Zentimeter bis wenige Dezimeter lang
und an allen Stellen mindestens 8 mm breit, so daß der
Anwender das Profil bequem abtasten kann. Als
Abtastgegenstand (15) dient bevorzugt der Fingernagel.
Der Druckträger (1) wird beim Abtastvorgang in Schwingungen
versetzt und dient als Membran, welche die Schwingungen
verstärkt. Entsprechend kommt als Druckträger (1) zum
Beispiel eine Buch- oder Zeitschriftenseite, Banknoten, aber
auch eine Schachtel oder ein anderer Hohlkörper aus Karton
oder Kunststoff in Frage. Im letzteren Fall dient die
Schachtel zusätzlich noch als Resonanzkörper, was die
Wiedergabequalität verbessert.
Handelt es sich bei dem Abtastgegenstand (15) um einen
flachen Körper mit ausreichender Fläche (z. B. eine
Scheckkarte), wirkt auch dieser als Membran. In diesem Fall
eignen sich als Druckträger (1) auch Gegenstände, die nicht
die Funktion einer Membran übernehmen können.
Es ist wünschenswert, möglichst große Freiheit bei der
graphischen Gestaltung der erfindungsgemäßen
Tonwiedergabevorrichtung zu gewährleisten. In einer
denkbaren Ausgestaltung der Erfindung sind die Stege (6)
daher mit einer transparent weißen Farbe gedruckt. Es kann
so auf einen mit üblichen Verfahren (z. B. im Offsetdruck)
farbig flach bedruckten Träger aufgebracht werden, wobei
die farbige Bedruckung des Trägers durch das Profil
hindurch erkennbar ist.
Jedoch ist es auch denkbar, die Stege (6) sichtbar und
bewußt in die graphischen Gestaltung einzubeziehen. So
können sie eine selbständige Abbildung darstellen oder in
eine solche eingearbeitet sein.
Um störendes Rauschen zu unterdrücken, wird für die
Herstellung in der bevorzugten Ausführung eine Farbe
gewählt, die eine möglichst glatte Oberfläche erzeugt. Des
weiteren kommt bevorzugt eine Farbe mit hoher
Abriebfestigkeit zum Einsatz, damit die
Tonwiedergabevorrichtung auch nach mehrmaligem Gebrauch
noch zufriedenstellend funktioniert. Geeignete Farben sind
dem Fachmann insbesondere aus dem Wertpapier- und
Banknotendruck bekannt.
Handelt es sich bei der zu codierenden Information um
einfache Tonfolgen, genügt es, wenn das Profil (2) aus
Stegen (6) gleicher Breite, aber variierenden Abstandes
handelt. Der Abstand der einen Ton der Tonfolge
repräsentierenden Stege (6) ist dabei proportional zur
Wellenlänge des jeweiligen Tons.
Liegt die zu codierende Toninformation in Form eines
Amplitudenverlaufs (7) vor, kann dieser direkt in ein
Höhenprofil (8, 9) umgesetzt werden. Im einfachsten Falle
wählt man eine binäre Repräsentation des zu codierenden
Amplitudenverlaufs (7), d. h. es sind überall dort
stegförmige Erhöhungen (6) vorhanden, wo die Amplitude
einen bestimmten Schwellwert (11) überschreitet. Bevorzugt
liegt dieser Schwellwert nicht auf der Nullinie des
Amplitudenverlaufs (7), sondern ca. 2% bis 5% ober- oder
unterhalb dieser. Dadurch wird das Grundrauschen in Pausen
unterdrückt. Den Amplitudenverlauf erhält der Fachmann
durch die allgemein bekannten Verfahren, etwa durch
Digitalisierung der Toninformation mit Hilfe eines
handelsüblichen Multimedia-PC.
Ist die zu codierende Toninformation komplizierter, wie
z. B. gesprochene Botschaften, ist eine naturgetreuere
Repräsentation des Amplitudenverlaufs (7) notwendig. Die
folgenden Ausführungen tragen dem Rechnung:
Bei einer speziellen Ausführung wird die Qualität der
Repräsentation dadurch weiter gesteigert, daß das Tonprofil
durch mehrere übereinander gedruckte Schichten (13, 14) im
Querschnitt mehrstufig ausgeführt wird. Das Stufenprofil
(9) wird so gewählt, daß es sich möglichst gut dem
Amplitudenverlauf (7) der wiederzugebenden Toninformation
anpaßt.
In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung werden vor
der Bestimmung des Höhenprofils (8, 9) durch entsprechendes
Filtern zum Entschlüsseln der Toninformation wichtige d. h.
charakteristische Frequenzanteile verstärkt und unwichtige
unterdrückt. Welches die charakteristischen Frequenzanteile
der jeweiligen Laute sind, erfährt der Fachmann.
In einer anderen Ausführung wird dem Amplitudenverlauf,
ebenfalls vor der Bestimmung des Höhenprofils (8, 12), ein
Rauschen beigemischt, dessen Amplitude dem ca. 0,2- bis
0,7fachen einer Stufenhöhe - bevorzugt dem 0,5fachen -
entspricht. Im bevorzugten Fall handelt es sich dabei um
ein weißes Rauschen, das durch Bandpassfiltern auf den zum
Verständnis der Toninformation wichtigen Frequenzbereich
begrenzt ist. Für Vokale z. B. liegen diese Frequenzbereiche
je nach Vokal zwischen 500 Hz und 4000 Hz, bei manchen
Konsonanten existieren auch noch wichtige Freqzenzen
zwischen 4000 Hz und 8000 Hz.
Weiterhin kann die Tonqualität und die subjektiv
wahrgenommene Lautstärke durch das aus der Hifi-Technik
bekannte Verfahren der Kompression erhöht werden. Dabei
werden leisere Anteile des darzustellenden Sprachsignals
gegenüber den lauteren verstärkt.
Einige Druckverfahren erlauben es, Stege (6) mit
variierender Höhe zu erzeugen. Bei einer gravierten
Stahlstich-Druckplatte geschieht dies einfach durch
unterschiedliche Gravurtiefen. Beim Wachsstrahldruck ist es
möglich, durch Dosierung der auf einen gegebenen Punkt
aufgespritzten Wachsmenge Einfluß auf die Profilhöhe an
diesem Punkt zu nehmen. Dadurch läßt sich ein sehr
feinstufiges, fast kontinuierliches Höhenprofil (2)
erzeugen.
Natürlich können die genannten Verfahren zur
Qualitätsverbesserung miteinander und mit weiteren
Verfahren kombiniert werden.
Claims (8)
1. Reliefartiges Tonprofil, dadurch gekennzeichnet, daß es
durch ein Druckverfahren auf einen Träger aufgebracht
worden ist.
2. Tonprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Relief durch Überstreichen mit einer Kante oder
Spitze eines Abtastgegenstandes charakteristische
mechanische Schwingungen erzeugt.
3. Tonprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß akustische Schwingungen vom
Abtastgegenstand und/oder von dem Träger abgegeben
werden.
4. Tonprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß es aus parallelen, erhobenen
Linien besteht.
5. Tonprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem
Druckverfahren um Stichtiefdruck handelt.
6. Tonprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der gespeicherten
Information um eine ein- oder mehrstimmige Tonfolge
handelt.
7. Tonprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß es in eine Abbildung
eingearbeitet ist, oder eine solche darstellt.
8. Tonprofil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß es als sich bei dem Träger um einen
zu sichernden Gegenstand handelt, auf den das Relief als
Echtheitsmerkmal aufgebracht ist.
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