DE19807914A1 - Fertigteilelemente für die Errichtung von Gebäuden - Google Patents
Fertigteilelemente für die Errichtung von GebäudenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Fertigteilelemente für die Errichtung
von Gebäuden, ein Verfahren zum Errichten von Gebäuden mit
solchen Fertigteilelementen und die so errichteten Gebäude.
Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
besonders bevorzugter erfindungsgemäßer Fertigteilelemente.
Durch die hohen Arbeitskosten bei der Errichtung von Bauwerken
und der Schwierigkeit, an Baustellen, die ja naturgegeben nur
für kurze Zeit eingerichtet sind, mit hoher Präzision zu
arbeiten, gibt es eine ganze Reihe von Vorschlägen für die
Errichtung von Bauwerken aus vorgefertigten Einzelteilen.
Sehr häufig werden armierte Betonplatten benutzt, in die die
Fenster- bzw. Türöffnungen bereits eingelassen sind und bei
denen die Armierungen aus dem Betonmantel ragen. Diese Platten
werden vorgefertigt zur Baustelle gebracht, dort mit Hilfe
eines Kranes an die passende Stelle gebracht, justiert und
fixiert. Die aus dem Beton ragenden Armierungen werden mit
entsprechenden Armierungen des Fundaments oder der benachbar
ten oder darunter liegenden bereits montierten Platten verbun
den und die verbleibenden Fugen werden schließlich ausgegos
sen. Nach dem Abbinden werden die Fixierungen entfernt.
Diese sogenannte "Plattenarchitektur" eignet sich wegen der
Kosten der Herstellung und des Transportes der Einzelteile und
der Notwendigkeit einer leistungsfähigen Baustellenmechanik
hauptsächlich für Großvorhaben und hat, insbesondere in den
Reformstaaten des ehemaligen Ostblocks, durch die Schwierig
keiten bei der Montage und die daraus resultierende schlechte
Qualität, einen denkbar schlechten Ruf erreicht.
Auf der anderen Seite der Bauwerks- und Baustellengröße gibt
es vielfach Holzgebäude, die nach alter Zimmermannstradition
errichtet werden: Es handelt sich um Ständerbauten, die meist
auf einer betonierten Kellerdecke oder einem Fundament passend
errichtet werden, wobei zuerst die Ständer montiert und dann
die dazwischenliegenden Felder ausgefacht werden, ähnlich wie
bei den früheren Fachwerkshäusern. Dabei bringt man
üblicherweise zuerst auf einer Seite des Bauwerks die
Beplankung an, befestigt ein Wärmedämmittel, beispielsweise
Glaswolle oder Steinwolle, und bringt schließlich auf der
anderen Seite die Beplankung an, wodurch die Wand geschlossen
und das Dämmaterial ebenso wie die Ständer innen und außen
verkleidet sind. Die einzelnen oder zumindest einige der
Fächer müssen dabei vor der Ausfachung zur Erzielung einer
größeren Stabilität durch schräg verlaufende Abstützungen oder
durch schräg verlaufende Zugseile oder Zuganker stabilisiert
werden.
Der große Vorteil dieser Bauweise ist die Möglichkeit, ohne
schweres Baustellengerät auszukommen und individuelle Vorgaben
berücksichtigen zu können. Nachteilig dabei ist die große
Anzahl an Arbeitsschritten, die auf der Baustelle vorgenommen
werden muß, dazu kommt noch, daß eine ganze Reihe von
komplizierten Arbeitsgängen in Nähe des Bodens oder der Decke
eines Geschoßes, somit in einer unangenehmen Lage vorgenommen
werden muß, was die Genauigkeit der Durchführung
beeinträchtigt.
Die Erfindung zielt darauf ab, die Nachteile dieses Verfahrens
zu vermeiden, und die Verwendung vorgefertigter Einzelteile zu
ermöglichen, die dennoch nicht die Nachteile der eingangs
erwähnten Betonplatten mit sich bringt.
Erfindungsgemäß wird dazu vorgeschlagen, die zwischen den tra
genden Ständern einzubringenden Ausfächerungen vorzufertigen,
wobei sowohl die innere als auch die äußere Deckschichte an
zumindest zwei Seiten über die dazwischenliegende, isolierende
Zwischenschichte vorstehen und den ihnen zugeordneten Ständer
im wesentlichen spielfrei zwischen sich aufnehmen.
Durch die erfindungsgemäße, Maßnahme erreicht mach es, daß die
Errichtung des Gebäudes, ausgehend von einem tragenden Stän
der, beispielsweise und bevorzugt von einem Eckständer, durch
Anschieben eines solchen Flächenelementes und Festschrauben
desselben am Ständer, anschließendes Einfügen des benachbarten
Ständers, zumeist ein Zwischenständer, der durch die
Flächenelemente an seinem Platz gehalten wird, Anschieben des
nächsten Flächenelementes usw., vor sich geht, wobei im Boden- bzw.
Deckenbereich nur einfache Schraubtätigkeiten durchzufüh
ren sind.
Zwischenständer können, wenn es gewünscht wird, am Boden, bei
spielsweise an einem dort vorgesehenen Balken, mittels ent
sprechender Winkel befestigt werden, bevor das nächste Flä
chenelement angeschoben wird, doch ist dies im allgemeinen
nicht notwendig, da die Befestigung der Flächenelemente an
diesem Balken und später, wie weiter unten erläutert, am Deck
balken, ausreichend ist.
Bevorzugt weisen die Flächenteile den Überstand der Beplankung
auf allen vier Seiten auf, da sie links und rechts jeweils mit
Ständern, oben und unten jeweils mit Boden- bzw. Deckbalken
zusammenwirken.
Die Erfindung wird in der beiliegenden Zeichnung näher erläu
tert, dabei zeigt:
Fig. 1 einen Teil eines Grundrisses eines erfindungsgemäß
aufgebauten Gebäudes,
Fig. 2 das Detail II der Fig. 1,
Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch ein erfindungsgemäß
aufgebautes Gebäude,
Fig. 4 das Detail IV in Fig. 3,
Fig. 5 das Detail V in Fig. 3,
Fig. 6 das Detail VI in Fig. 3,
Fig. 7 ein Detail der Deckenanbindung an die Wand, die zur
Wand der Fig. 5 im rechten Winkel steht,
Fig. 8 den Firstbereich eines erfindungsgemäßen Daches,
Fig. 9 ein erfindungsgemäßes Dachelement,
Fig. 10 eine Variante eines erfindungsgemäßen Dachele
mentes und
Fig. 11 eine Vorrichtung zur Herstellung erfindungsgemäß
bevorzugter Flächenelemente.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, besteht ein erfindungsgemäß
errichtetes Gebäude im wesentlichen aus tragenden Ständern 1
und dazwischenliegenden Ausfachungen, die aus den erfin
dungsgemäßen Flächenelementen 2 bestehen. Die tragenden Stän
der 1 bestehen bevorzugt aus sogenannten Leimbindern, da diese
praktisch verwerfungsfrei und ohne weiteres Schwinden verar
beitet werden können und so Risse oder Verwerfungen im Gebäude
vermieden werden können.
Die erfindungsgemäß verwendeten Flächenelemente 2 können bei
spielsweise aus Abstandhaltern zwischen den Deckschichten und
eingebrachtem Isoliermaterial, beispielsweise Steinwolle,
bestehen, doch wird bevorzugt, diese Flächenelemente 2 aus
Holzzementplatten aufzubauen, die als verlorene Schalung für
zwischen sie eingegossenen isolierenden Leichtbeton, bei
spielsweise Thermozell, dienen. Diese Flächenelemente 2 sind
äußerst stabil und thermisch und akustisch gut isolierend, sie
können an die tragenden Elemente des Gebäudes mit handelsübli
chen Schrauben, beispielsweise Spanplattenschrauben, verbunden
werden, die Flächenelemente sind kostengünstig herzustellen
und leicht zu handhaben.
Übliche Dimensionen liegen bei einer Dicke der Holzzement
platten von jeweils 14 mm bei einer dazwischenliegenden
Schichtdicke des Thermozells von 20 cm.
Wie aus Fig. 1 weiters ersichtlich, sind neben den tragenden
Ständern 1 und den Flächenelementen 2 noch Zwischenständer 3
vorgesehen, die ebenfalls tragend wirken können. Die Flächen
elemente 2 weisen eine derartige Stabilität besonders auch in
Richtungen innerhalb ihrer Fläche auf, daß auf die gemäß dem
Stand der Technik notwendigen Diagonalversteifungen verzichtet
werden kann.
Die genauere Ausbildung einer bevorzugten Variante der tragen
den Ständer 1, der Flächenelemente 2 und die Art der Verbin
dung der beiden Elemente ist der Fig. 2 zu entnehmen: Am tra
genden Ständer 1 sind Halteleisten 4 an den Seiten befestigt,
an denen Flächenelemente 2 montiert werden sollen. Die Flä
chenelemente 2, bestehend aus isolierender Zwischenschicht 5
zwischen zwei äußeren Deckschichten 6, die am Rand gegenüber
der Zwischenschicht 5 vorspringen, werden mit diesen Vorsprün
gen auf die Halteleiste 4 aufgeschoben bzw. gesteckt und mit
Schrauben 7 durch die Deckschicht 6 mit der Halteleiste 4 ver
schraubt.
Dabei ist der Überstand der Deckschichten 6 über die Zwi
schenschichte 5 so gewählt, daß die Stöße im wesentlichen
spielfrei aneinander zu liegen kommen.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Eckständer 1 wird zur Ver
gleichmäßigung der äußeren Oberfläche eine in Material und
Stärke mit der Deckschichte 6 übereinstimmende Abdeckung 8
angebracht, im dargestellten Ausführungsbeispiel angeschraubt.
Bei Zwischenständern 3 (Fig. 1) wählt man deren Dicke in Rich
tung der zu errichtenden Wand bevorzugt so, daß sie der Summe
der beiden Überstände entlang dieser Kante der benachbarten
Flächenelemente 2 entspricht, so daß deren Deckschichten 6 im
wesentlichen spielfrei Stoß an Stoß zu liegen kommen, ohne daß
es im Inneren der so gebildeten Wand zur Ausbildung eines
Hohlraumes kommt.
Aus Fig. 3 ist der Aufbau eines erfindungsgemäßen Gebäudes in
vertikaler Richtung ersichtlich: Auf einer Kellerdecke 9 oder
einem Fundament werden im Verlauf der zu errichtenden Wände
Balken 10, bevorzugt ebenfalls Leimbinder, befestigt, bei
spielsweise durch Ankerschrauben 11, wie im Detail der Fig. 6
gezeigt. Vorteilhafterweise liegen diese Balken 10 auf einer
Isolierung, beispielsweise einer mit Bitumen getränkten Pappe
schicht 12.
Die Flächenelemente 2 weisen auch auf ihrer Unterseite Deck
schichten 6 auf, die über die Zwischenschichte 5 vorstehen, so
daß sie den Balken 10 umfassen und beispielsweise mittels
Schrauben 7 mit ihm verbunden werden können. In Fig. 6 ist auf
der Gebäudeinnenseite ein Trockenestrich 13 angedeutet, der
ebenfalls auf dem Fundament bzw. der Kellerdecke 9 ruht.
Wie aus Fig. 3 weiters zu entnehmen ist, erfolgt die Aus
bildung einer Decke beim erfindungsgemäßen Bauverfahren so,
wie in Fig. 5 und 7 detailliert dargestellt: Fig. 5 zeigt das
Detail V der Fig. 3 im Bereich der Flächenelemente 2, die
Fig. 7 zeigt die Anbindung der Deckenelemente entlang ihrer
Längsrichtung.
Die erfindungsgemäßen Flächenelemente 2 weisen auch an ihrer
Oberseite vorstehende Deckschichten 6 auf, in die nach Fertig
stellung einer Wand, oder aller Wände eines Geschosses, Deck
balken 14 eingelegt und mit den Deckschichten 6 verschraubt
werden. Im Bereich eines tragenden Ständers 1, aber auch
dazwischen, kommen auf die Deckbalken 14 Deckenbalken 15 der
Deckenelemente 16 zu liegen.
Die so errichtete Decke besteht aus Deckenelementen 16, die
analog zu den erfindungsgemäßen Dachelementen 20 aufgebaut
sein können. Diese unterscheiden sich von den für die Wände
verwendeten Flächenelementen 2 nur dadurch, daß aus statischen
Gründen mehrere Längsträger (siehe Fig. 9) innerhalb eines
Elementes vorgesehen sind. Dadurch sind die Abstände zwischen
den Deckenbalken 15 geringer als zwischen den tragenden Stän
dern 1, so daß Deckenbalken 15 auch im Bereich vertikal ange
ordneter Flächenelemente 2 auf den Deckbalken 14 zu liegen
kommen können.
Wie aus Fig. 7 ersichtlich, ist entlang der Längsseite der am
Rand liegenden Deckenelemente 16 im Bereich der Wand ein Hohl
raum 18 ausgebildet, der gegebenenfalls mit Isoliermaterial
verfüllt werden kann, und der durch Abstandsböcke 17 über
brückt wird. In der Höhe der Oberkante der Deckenelemente 16
ist wiederum ein Balken 10 angeordnet, der die Flächenelemente
2 des nächsten Stockwerkes so aufnimmt und trägt, wie der Bal
ken 10, der auf der Kellerdecke 9 oder dem Fundament ruht, die
im Erdgeschoß befindlichen Flächenelemente trägt.
Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität sind in vorgegebenen
Abständen Verbindungsschrauben 19 vorgesehen, die die Balken
10 mit den Deckbalken 14 verbinden und so zur mechanischen Fe
stigkeit der Deckeneinbindung beitragen.
Ähnlich wie die Decke 15 ist auch das Dach 20 bevorzugt aus
erfindungsgemäß aufgebauten Flächenelementen aufgebaut.
Als besondere und erfindungsgemäß bevorzugte Idee ist vor
gesehen, zwei über den First reichende, aber ansonsten
fluchtende Dachelemente 21 im Bereich des Firstes 22 mit einem
Scharnier 23 miteinander auf- und zuklappbar zu verbinden und
so für eine ad hoc-Montage vorzubereiten. Nach dem Transport
auf das Dach muß ein solches Dachelement 21 nurmehr aufge
klappt und aufgerichtet werden, es wird sodann (Fig. 3) ein
Flächenelement 24 als Kehlbalken befestigt und das gesamte
Element am Kniestock (Detail Fig. 4) montiert. Damit ist der
Raum unter dem kehlbalkenartigen Flächenelement 24 dicht abge
schlossen.
Eine außergewöhnliche mechanische Festigkeit des Daches wird
dadurch erreicht, daß von der Oberseite des Dachelementes 21
im Bereich des Kniestockes 25 ein Zuganker 26 im wesentlichen
vertikal durch das aufgehende Mauerwerk, bestehend aus erfin
dungsgemäßen Flächenelementen 2, und der zunächst darunterlie
genden Decke 15 bis in den Bereich zum ersten anschließenden
Deckbalken 14 (siehe Fig. 7) reicht und mit diesem Deckbalken
14 verbunden ist. Es ist somit das Dach 20 mit jedem oder
zumindest mit einer Vielzahl seiner Deckelemente 21 in verti
kaler Richtung, zumindest ein Geschoß hoch, mit dem Bauwerk
verbunden und verankert. Bevorzugt wird, daß diese Verankerung
aus einer Gewindestange und entsprechenden Muttern und
Mutternsicherungen besteht und können auch andere Verbindungs
elemente verwendet werden.
Aus Fig. 4 ist im oberen Bereich des Daches 20 unterhalb des
Zugankers 26, die anschließend an die Montage des Daches befe
stigte Dachlattung angedeutet.
Wie aus Fig. 9 und 10 ersichtlich, ist es bei der Ausbildung
des erfindungsgemäßen Daches möglich, statt einfacher Zwi
schenleisten 27 und über die Zwischenschichte 5 vorstehende
Deckschichten 6, die bei jeder dieser Zwischenleisten Stoß an
Stoß zu liegen kommen, eine Verdoppelung der Zwischenleisten
vorzunehmen und den sich dadurch ausbildenden Abstand zwischen
den Deckschichten 6 mit einer Abdeckleiste 28 abzudecken, die
ähnlich wie die Abdeckung 8 an tragenden Eckständern 1 aus dem
gleichen Material, wie die Deckschichte 67 in gleicher Dicke
aufgebaut ist. Der Grund für dieses Vorgehen ist, daß das
genaue Justieren der einzelnen Elemente 21 über das Dach 20
hinweg schwierig ist und daß die dabei auftretenden Probleme
durch die Verwendung einer solchen Abdeckleiste vermieden wer
den können.
Die erfindungsgemäß verwendeten Flächenelemente 2 werden
bevorzugt nach folgendem, an Hand der Fig. 11 näher erläu
terten Verfahren und aus den im Folgenden angegebenen Materia
lien hergestellt:
Als Außenplatten verwendbare Bauplatten, beispielsweise BETONYP-Platten werden in entsprechenden Vorrichtungen 36 so eingespannt, daß sie als verlorene Schalung für Leichtbeton, beispielsweise THERMOZELL dienen, der damit zur Zwischen schichte 5 wird.
Als Außenplatten verwendbare Bauplatten, beispielsweise BETONYP-Platten werden in entsprechenden Vorrichtungen 36 so eingespannt, daß sie als verlorene Schalung für Leichtbeton, beispielsweise THERMOZELL dienen, der damit zur Zwischen schichte 5 wird.
Damit werden die Bauplatten zu den Deckschichten 6, deren all
seitige oder zumindest mehrseitige Vorsprünge gegenüber der
Zwischenschichte 5 durch Einlegen entsprechender Kerne 30, 31,
32, die, beispielsweise im Bodenbereich, Bestandteil der Vor
richtung und somit der Form, sein können, sichergestellt.
Der Leichtbeton verbindet sich flächig und mit hohen Haft
werten mit den Deckschichten, gegebenenfalls kann ein üblicher
Kleber für den Leichtbeton aufgetragen werden. Die Kerne 30,
31, 32 bzw. die Teile der Vorrichtung, die mit dem Leichtbeton
in Berührung kommen, aber nicht anbinden sollen, werden mit
einem üblichen Anti-Haftmittel oder Erstarrungsverzögerer
behandelt, bevorzugt bestrichen oder besprüht.
Das Einbringen des Leichtbetons mit einer Naßrohdichte von 360
bis 790 kg/m3, je nach Typ des verwendeten Leichtbetons, übli
cherweise aber näher der unteren Grenze liegend, führt zu kei
ner besonderen Belastung oder Beanspruchung der Deckschichten,
deren Dichte im Bereich von 1100 bis 1300 Kg/m3 liegt. Bei
einer Biegefestigkeit von mindestens 9 N/mm2 und einer Quer
zugfestigkeit normal zur Plattenebene von 0,4 N/mm2 können die
Platten die beim Einfüllen hydrostatische Belastung durch das
Gewicht des Leichtbetons problemlos ertragen.
Das Aushärten bis zur Zwischenlagerung dauert je nach ver
wendetem Betontyp und gegebenenfalls zugegebenem Abbinde
beschleuniger etwa ein bis zwei Tage, nach weiteren zwei bis
drei Tagen sind die Flächenelemente einbaufertig.
Wie aus der Schilderung des Herstellungsverfahrens leicht
ersichtlich ist, können kleinere Durchbrüche durch die Wände
durch vorheriges Ausschneiden in den Deckschichten und Einle
gen von Kernen vor dem Verfüllen geschaffen werden. Da die
Deckschichten leicht bearbeitbar sind und die Kerne beispiels
weise aus Hartpolystyrol bestehen könne, das ebenfalls leicht
bearbeitbar ist, können derartige Durchbrüche problemlos schon
bei der Fertigung geschaffen werden.
Es ist auch möglich, Leitungen oder Kabelführungen an der spä
teren Wandinnenseite der innenseitigen Deckplatte vor dem Ein
füllen des Leichtbetons anzubringen und mit einzugießen.
Die Vorrichtung gemäß Fig. 11 zeigt eine von vielen möglichen
Varianten teils in Frontansicht auf die Außenseite, teils in
Frontansicht auf die Schalungsseite und in einem Schnitt quer
zur Elementebene: Eine feste Klemmvorrichtung 34 ermöglicht
es, eine vertikal in gleicher Orientierung wie beim späteren
Einbau angeordnete Deckplatte aufzunehmen. Es ist in vielen
Anwendungsfällen vorteilhaft, die Flächenelemente um 90° ver
dreht herzustellen, da ihre Höhe der Geschoßhöhe, somit über
250 cm entspricht, ihre Breite aber bevorzugt nur 150 cm
beträgt. Dies erleichtert das Einfüllen der Zwischenschichte,
da deren Material nicht so hoch gehoben werden muß. Bei dieser
Variante müssen nur die Kerne jeweils an der passenden Stelle
der Vorrichtung, somit ebenfalls um 90° verdreht, eingelegt
werden.
Ein Kern 30, dessen Größe dem später an seine Stelle tretenden
Balken 10 entspricht, wird horizontal im Bodenbereich in die
Vorrichtung 34 eingelegt und vertikale Kerne 31, deren Abmes
sungen je nach Bedarf den Abmessungen der Zwischenständer 3,
der Halteleisten 4 oder der Zwischenleisten 27 entsprechen,
werden im Randbereich der Deckplatte angeordnet.
Sodann wird eine zur Klemmvorrichtung 34 im wesentlichen sym
metrische, verfahrbare Klemmvorrichtung 35, in die ebenfalls
eine Deckplatte eingesetzt ist, in Richtung des Doppelpfeiles
F an die feste Klemmvorrichtung 34 herangeschoben, bis der
Kern 30 zwischen den Deckplatten eingeklemmt ist. Statt der
verfahrbaren Klemmvorrichtung kann in vielen Fällen vorteil
haft eine verschwenkbare Klemmvorrichtung verwendet werden,
die um eine horizontale Achse im Bereich des Kernes 30 ver
schwenkbar ist. Dadurch ist eine direkte und stabile Verbin
dung zwischen den beiden Klemmvorrichtungen gegeben.
Es wird sodann der obere Kern 32, der in seinen Abmessungen
denen der Deckpfosten 14 entspricht, in die Vorrichtung einge
legt. Dieser Kern weist Einfüllöffnungen 33 zum Einbringen des
Thermozells oder sonstigen verwendeten, gußfähigen Materials,
aus dem die Zwischenschichte 5 aufgebaut ist, auf.
Wie oben dargelegt, können weitere Einbauten, z. B. Leitungen
od.dergl. vor dem Schließen der Vorrichtung an der Wandseite
der passenden Deckplatte befestigt und mit eingegossen werden.
Im Falle der Herstellung von Deckenelementen oder Dachelemen
ten sind dies beispielsweise die Zwischenträger 29.
Die Vorrichtung weist Abstützungen auf, die den hydrosta
tischen Druck der flüssig eingefüllten Zwischenschichte über
nehmen und ableiten, so daß die Deckplatten nicht beschädigt
oder deformiert werden. Diese Abstützungen sind rein schema
tisch dargestellt und können in der Praxis eine andere Form
oder Ausbildung haben. Insbesondere können sie zerlegbar aus
gebildet sein, um die Herstellung der Flächenelemente direkt
an der Baustelle zu erleichtern.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Vorrichtung besteht darin,
daß sie so ausgebildet ist, daß mehrere Flächenelemente
gleichzeitig in einer Reihe hergestellt werden können. Dabei
haben die in vertikaler Richtung zwischen benachbarten Flä
chenelementen angeordneten Kerne solche Dimensionen, daß sie
in beiden Flächenelementen die gewünschten Überstände der
Deckschichten ausbilden.
Es kann auch der obere, horizontale Kern 32 weggelassen wer
den, was das Einbringen der Zwischenschichte erleichtert, es
muß sodann die obere Oberfläche auf andere Weise maßgenau
hergestellt werden, beispielsweise durch Abziehen mit einem
Brett.
Die Erfindung kann vielfach abgewandelt werden. So ist es
möglich, die Wände erfindungsgemäß herzustellen, die Decken
und/oder das Dach aber herkömmlich aufzubauen. Umgekehrt ist
es möglich, auf ein konventionell errichtetes Haus ein
erfindungsgemäßes Dach zu setzen, wobei gegebenenfalls die
Zuganker 26 im aufgehenden Mauerwerk verankert werden.
Claims (8)
1. Fertigteile zur Herstellung von Gebäuden, die im wesentli
chen aus tragenden Ständern (1), gegebenenfalls tragenden Zwi
schenständern (3) und aus im wesentlichen rechteckigen Flä
chenelementen (2) aufgebaut sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Flächenelemente (2) aus inneren und äußeren Deck
schichten (6) und zumindest einer dazwischenliegenden, ther
misch isolierenden Zwischenschichte (5) bestehen und daß die
Deckschichten (6) an zumindest zwei, bevorzugt an allen vier
Rändern gegenüber der Zwischenschichte (5) überstehen und
daß zumindest die Eckständer und die Ständer, an denen zumin
dest zwei Wände aneinanderstoßen (1), Halteleisten (4) aufwei
sen, die im wesentlichen den Dimensionen des Überstandes der
Deckschichten (6) entsprechen.
2. Flächenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Deckschichten (6) aus Holzzementplatten und die Zwischen
schichte (5) aus Leichtbeton bestehen.
3. Verfahren zur Herstellung eines Flächenelementes nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Holzzementplatten in einer Haltevorrichtung im ge wünschten Abstand und in gewünschter Lage zueinander gehalten werden,
daß an den Rändern, an denen die Deckschichten (6) gegenüber der Zwischenschichte (5) überstehen sollen, passende Kerne (30, 31) in der Haltevorrichtung fixiert werden, wodurch eine im wesentlichen geschlossene Form entsteht,
daß Leichtbeton in flüssigem Zustand in diese Form gefüllt wird, darin aushärtet und sich dabei mit den Deckschichten verbindet, und
daß danach die Haltevorrichtung geöffnet, beispielsweise auf geklappt, und das fertige Flächenelement (2) daraus entnommen wird.
daß die Holzzementplatten in einer Haltevorrichtung im ge wünschten Abstand und in gewünschter Lage zueinander gehalten werden,
daß an den Rändern, an denen die Deckschichten (6) gegenüber der Zwischenschichte (5) überstehen sollen, passende Kerne (30, 31) in der Haltevorrichtung fixiert werden, wodurch eine im wesentlichen geschlossene Form entsteht,
daß Leichtbeton in flüssigem Zustand in diese Form gefüllt wird, darin aushärtet und sich dabei mit den Deckschichten verbindet, und
daß danach die Haltevorrichtung geöffnet, beispielsweise auf geklappt, und das fertige Flächenelement (2) daraus entnommen wird.
4. Zwischenständer (3) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß seine Abmessungen im wesentlichen der Summe der Ab
messungen der Überstände der Deckschichten (6) der ihm zuge
ordneten Flächenelemente (2) entspricht.
5. Gebäude, dadurch gekennzeichnet, daß seine Wände im wesent
lichen aus Ständern (1, 3) und Flächenelementen (2) gemäß
einem der Ansprüche 1 oder 2 und den Ansprüchen 3 und/oder 4
bestehen.
6. Verfahren zum Errichten eines Geschosses eines Gebäudes un
ter Verwendung der Fertigteile nach einem der Ansprüche 1 oder
2 und den Ansprüchen 3 und/oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß auf einem Fundament, einer Kellerdecke (9) oder einem be reits fertiggestellten Geschoß Balken (10) im Bereich der zu errichtenden Wände befestigt werden,
daß zumindest ein tragender Ständer (1), bevorzugt in Ecklage, aufgestellt wird,
daß ein Flächenelement (2) so an ihn angeschoben wird, daß der Überstand der Deckschichten (6) sowohl die Halteleisten (4) des Ständers (1) als auch den Balken (10) überdeckt,
daß das Flächenelement sowohl mit der Halteleiste (4) des Ständers (1) als auch mit dem Balken (10) verbunden, bevorzugt mittels Schrauben (7) verschraubt, wird,
daß ein Ständer (1, 3) in den freien Überstand der Deckschich ten (6) eingeschoben und mit dem Flächenelement verbunden wird,
daß diese Schritte bis zur Fertigstellung der Wände eines Ge schosses wiederholt werden,
daß spätestens nach Fertigstellung des Geschosses Deckbalken (14) in die oberen Überstände der Deckschichten eingelegt und mit ihnen verbunden werden.
daß auf einem Fundament, einer Kellerdecke (9) oder einem be reits fertiggestellten Geschoß Balken (10) im Bereich der zu errichtenden Wände befestigt werden,
daß zumindest ein tragender Ständer (1), bevorzugt in Ecklage, aufgestellt wird,
daß ein Flächenelement (2) so an ihn angeschoben wird, daß der Überstand der Deckschichten (6) sowohl die Halteleisten (4) des Ständers (1) als auch den Balken (10) überdeckt,
daß das Flächenelement sowohl mit der Halteleiste (4) des Ständers (1) als auch mit dem Balken (10) verbunden, bevorzugt mittels Schrauben (7) verschraubt, wird,
daß ein Ständer (1, 3) in den freien Überstand der Deckschich ten (6) eingeschoben und mit dem Flächenelement verbunden wird,
daß diese Schritte bis zur Fertigstellung der Wände eines Ge schosses wiederholt werden,
daß spätestens nach Fertigstellung des Geschosses Deckbalken (14) in die oberen Überstände der Deckschichten eingelegt und mit ihnen verbunden werden.
7. Decke eines Gebäudes, dadurch gekennzeichnet, daß sie im
wesentlichen aus Flächenelementen (2) besteht deren Längser
streckung dem Abstand von tragender Wand zu tragender Wand
entspricht, wobei die Flächenelemente (2) in Längsrichtung
Zwischenträger (29) aufweisen.
8. Dach eines Gebäudes, dadurch gekennzeichnet, daß es aus
Dachelementen (21) besteht, die Flächenelemente (2) mit Zwi
schenträgern (29) sind, wobei jeweils zwei Dachelemente (21)
stirnseitig über ein Scharnier (23) verbunden sind, das im
montierten Zustand den Dachfirst (22) bildet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT32497A AT404950B (de) | 1997-02-26 | 1997-02-26 | Fertigteilelemente für die errichtung von gebäuden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19807914A1 true DE19807914A1 (de) | 1998-08-27 |
Family
ID=3487565
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998107914 Withdrawn DE19807914A1 (de) | 1997-02-26 | 1998-02-25 | Fertigteilelemente für die Errichtung von Gebäuden |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT404950B (de) |
| DE (1) | DE19807914A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001007725A1 (fr) | 1999-07-27 | 2001-02-01 | Jean Louis Morel | Construction prefabriquee demontable, notamment maison d'habitation, et un procede pour sa fabrication |
| DE20011517U1 (de) | 2000-06-30 | 2001-02-01 | Schniedergers, Karl-Heinz, Dipl.-Ing., 48480 Schapen | Drempelausführung als Stahlbetonfertigteil |
| EP2395171A1 (de) | 2010-06-14 | 2011-12-14 | Xella Baustoffe GmbH | Bauplatte sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung der Bauplatte |
| AT13820U1 (de) * | 2013-09-12 | 2014-09-15 | J M Offner Fertighaus Ges M B H | Wandelement |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN113738029A (zh) * | 2021-08-31 | 2021-12-03 | 江苏山水环境建设集团股份有限公司 | 仿古建筑混凝土檐口屋面构件安装施工方法 |
Family Cites Families (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2716261A (en) * | 1953-03-09 | 1955-08-30 | Chester A Huffman | Building construction |
| AT278302B (de) * | 1967-07-26 | 1970-01-26 | Holzwerke Schleussner Kommandi | Horizontalaussteifung für insbesondere in Leichtbauweise hergestellte Gebäude |
| WO1993018242A1 (en) * | 1992-03-10 | 1993-09-16 | Freek Leusink | Wood skeleton construction |
| DE4329413A1 (de) * | 1993-09-01 | 1995-03-02 | Zorbedo Sa | Holz-Montage-Bausystem aus ganztragenden und raumschließenden Raster-Holz-Bauelementen |
-
1997
- 1997-02-26 AT AT32497A patent/AT404950B/de not_active IP Right Cessation
-
1998
- 1998-02-25 DE DE1998107914 patent/DE19807914A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2001007725A1 (fr) | 1999-07-27 | 2001-02-01 | Jean Louis Morel | Construction prefabriquee demontable, notamment maison d'habitation, et un procede pour sa fabrication |
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| EP2395171A1 (de) | 2010-06-14 | 2011-12-14 | Xella Baustoffe GmbH | Bauplatte sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung der Bauplatte |
| DE102010023726A1 (de) | 2010-06-14 | 2011-12-15 | Xella Baustoffe Gmbh | Bauplatte sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung der Bauplatte |
| AT13820U1 (de) * | 2013-09-12 | 2014-09-15 | J M Offner Fertighaus Ges M B H | Wandelement |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT404950B (de) | 1999-03-25 |
| ATA32497A (de) | 1998-08-15 |
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