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DE19807496B9 - Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung des Verzuges an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung des Verzuges an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial Download PDF

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DE19807496B9 DE19807496A DE19807496A DE19807496B9 DE 19807496 B9 DE19807496 B9 DE 19807496B9 DE 19807496 A DE19807496 A DE 19807496A DE 19807496 A DE19807496 A DE 19807496A DE 19807496 B9 DE19807496 B9 DE 19807496B9
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Abstract

Verfahren zur Steuerung des Verzugs an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial, wobei ein das bewegte Fasermaterial (FM) messendes Messorgan (MS) vor dem Einlauf des Streckwerks (S) Messwerte an einen Speicher (SP) einer Verzugsregulierung (VR) liefert,
die Messwerte im Speicher (SP) der Verzugsregulierung (VR) bis zum Ablauf einer Verzögerungszeit gespeichert werden,
zu einer gemessenen Abweichung des Fasermaterials (FM) von einem Sollwert (SW) ein Korrekturwert ermittelt und im Speicher (SP) abgelegt wird,
und mit dem Korrekturwert die Verzugsregulierung (VR) beeinflusst wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die dem Speicher (SP) zugeführten Messwerte zusätzlich parallel einer Simulationseinrichtung (SE) zugeführt werden
und dort aus den zwischengespeicherten Messwerten (M1 ... Mn), deren Beträge Abweichungen vom Sollwert (SW) aufweisen, und den dazugehörigen Verzögerungszeiten ein Verlauf des Verzuges (K2) simuliert wird und der dazugehörige Regulierfehler (K3) ermittelt wird
und dann aus dem Regulierfehler (K3) zusätzliche Korrekturwerte (KW) ermittelt werden
und mit...

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung des Verzuges an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial, wobei ein das bewegte Fasermaterial messendes Messorgan vor dem Einlauf des Streckwerks Messwerte an einen Speicher einer Verzugsregulierung liefert, die Messwerte im Speicher der Verzugsregulierung bis zum Ablauf einer Verzögerungszeit gespeichert werden, zu einer gemessenen Abweichung des Fasermaterials von einem Sollwert ein Korrekturwert ermittelt und im Speicher abgelegt wird, und mit dem Korrekturwert die Verzugsregulierung beeinflusst wird.
  • Eine entsprechende Vorrichtung dient der Durchführung des Verfahrens.
  • Die DE 42 19 777 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Signalanalyse einer Regulierstrecke. Hierfür wird die Dicke des Faserbandes und die Geschwindigkeit des Faserbandes vor und nach dem Streckwerk mittels Messglieder ermittelt. Von jedem erfassten Messsignal werden hierbei zeitbezogene Signalanalysen zur Faserbanddicke und zur Faserbandgeschwindigkeit gemacht. Diese Messsignale werden dabei parallel zur Regulierung jeweils unterschiedlichen, parallel zueinander arbeitenden Signalanalysen zugeführt. Darüber hinaus werden auch andere maschineninterne Signale erfasst und zusätzlichen, zeitbezogenen Signalanalysen zugeführt. Die Signalanalysen werden hierbei kontinuierlich gemacht, aber nur dann abgefragt, wenn eine Recherche ausgelöst wird. Das Ergebnis (Signalkenngröße) jeder zusätzlichen zeitbezogenen Signalanalyse wird einem Speicherplatz zugewiesen und mit der vorangegangenen Signalkenngröße verglichen. Werden Abweichungen zwischen den einzelnen Signalkenngrößen festgestellt, kann schließlich im Zusammenhang mit einem Wissensspeicher eines Rechners erkannt werden, ob die Abweichung aufgrund einer Störung in der Maschine erfolgte, oder ob sich die Abweichung in Größe und Vorzeichen erklären lässt, d.h. eine logische Konsequenz der Recherche ist. Die Signalanalysen sollen dabei die Erkennung korrekturfähiger Abweichungen innerhalb der analysierten Signale sowie die Bildung von geeigneten Korrekturwerten ermöglichen.
  • Des weiteren ist aus der EP 01 76 661 A2 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Optimierung des Streckprozesses bei Regulierstrecken bekannt. Die Regelung des Verzuges basiert hier auf jeweils einem Messorgan zur Messung der Faserbanddicke vor (offener Regelkreis) und nach der Verzugszone des Streckwerkes (geschlossener Regelkreis). Erfindungsgemäß wird ein weiterer Regelkreis eingeführt, der die Signale dem der Verstreckungszone nachgeschalteten Messorgan entnimmt, diese in einer weiteren Elektronik umformt, und die Parameter Verstärkung und Laufzeit in der Regelelektronik des offenen Regelkreises steuert. Dieser weitere geschlossene Regelkreis wirkt also nicht direkt auf die Regulierstrecke, sondern auf die Regulierparameter des offenen Regelkreises, wodurch eine bessere Vergleichmäßigung der Faserbanddicke erreicht werden soll.
  • Die DE 36 19 248 A1 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung des Verzuges eines Faserbandes bei einer Textilmaschine.
  • Vor dem Einlauf des Faserbandes in das Verzugsstreckwerk befindet sich ein Messorgan zur Ermittlung der Faserbandmasse. Das Messorgan ist mit einem Steuergerät verbunden, das eine elektronische Speichervorrichtung, kurz Speicher genannt, besitzt. Der gemessene Wert einer Masseschwankung wird vom Speicher zwischengespeichert. Nach Ablauf einer Verzögerungszeit, die der Laufzeit des Faserbandes vom Messort bis zum Verzugsort im Streckwerk entspricht, verändert das Steuergerät zum Ausgleich der Masseschwankung den Verzug des Streckwerkes entsprechend dem zwischengespeicherten Wert. Diese Arbeitsweise entspricht einem "offenen Regelkreis", d.h. diese Struktur und die beschriebene Arbeitsweise sind als Steuerung des Verzuges (auch Verzugsregulierung genannt) bekannt.
  • Die DE 36 19 248 A1 hat erkannt, dass sprunghafte Änderungen der Masse des Faserbandes bisher fehlerhaft ausgeglichen werden.
  • Die Lösung nach DE 36 19 248 A1 geht davon aus, durch Verkürzung der Verzögerungszeit für einen einzelnen Messwert eine Veränderung des Verzuges schon zu beginnen, bevor die Masseschwankung des Faserbandes den Verzugsort im Streckwerk erreicht.
  • Der erforderliche, einzelne Korrekturwert kann in Abhängigkeit von der Steilheit oder der relativen Größe der Masseschwankung bestimmt werden.
  • Die Reaktion des Motors für die Verzugsregulierung erfolgt aufgrund einer veränderten Verzögerungszeit eines gespeicherten, einzelnen Wertes.
  • Ein Rechengerät tastet das gespeicherte Signal im Vorlauf ab (zu einem festgelegten Zeitpunkt) und veranlasst in Abhängigkeit von der dabei ermittelten Flankensteilheit und/oder Amplitude des Signals eine Verkürzung der Laufzeit (entspricht einer Verkürzung der Verzögerungszeit) um einen Korrekturwert ( DE 36 19 248 A1 Spalte 5, 31. bis 36. Zeile). Dann erst wird offensichtlich das nachfolgend gespeicherte Signal abgetastet.
  • Mit der Lösung nach DE 36 19 248 A1 war erreichbar, dass die Verzugswalzenpaare als Arbeitsorgane einer Masseschwankung besser folgen können, wenn die Masseschwankung den Charakter einer Sprungfunktion hat (auch als Einheitssprung in der Regelungstechnik bekannt). Das trifft für den Fall zu, wenn eine Masseschwankung kontinuierlich in einer Richtung liegt. Dieser Lösung im Stand der Technik lagen Streckwerke von Strecken zugrunde, die eine Liefergeschwindigkeit des Faserbandes von etwa 600 m/min bis 800 m/min hatten.
  • Schwankungen in Faserbändern sind ein seit langem bekanntes Problem. Dabei kann der Begriff "Schwankung" sowohl eine Veränderung der Masse des Faserbandes, als auch eine Veränderung der Dicke des Faserbandes umfassen. Zur Vereinfachung wird nachfolgend in Kurzform von Dickenschwankung im Fasermaterial gesprochen.
  • Dickenschwankungen können in der Form von plötzlichen Massenzunahmen (Dickstellen) mit unmittelbar folgenden Massenabnahmen (Dünnstellen) vorkommen, ohne dass es dabei zu einem Bruch des Bandes kommt. Derartige Vorgänge hoher Amplitude und Flankenwechsels im engen Zeitbereich erfordern vom Streckwerk, insbesondere den Verzugs-Walzenpaaren, eine äußerst schnelle Reaktion, um einen vollständigen Ausgleich der Dickenschwankung zu bewirken. Die damit verbundene plötzliche Umkehr zwischen Bremsung und Beschleunigung des Motors für die Verzugsregulierung führt erneut infolge der Trägheit der Arbeitsorgane (insbesondere der Streckwerkswalzenpaare) zu einem neuerlichen Fehler beim Ausgleich der Dickenschwankung, der durch den Stand der Technik nicht beseitigt werden konnte. Bei den zwischenzeitlich erreichten hohen Liefergeschwindigkeiten von 1200 m/min wird infolge des oben genannten Nachteils eine nicht unwesentliche Menge Fasermaterial fehlerhaft verzogen.
  • Es ist Aufgabe der Erfindung bei einem Streckwerk mit Verzugsregulierung, den möglichen Regulierfehler beim Ausgleich von Schwankungen der Dicke des Fasermaterials weitgehend zu eliminieren.
  • Die Aufgabe nach der Erfindung wird gelöst nach den kennzeichnenden Merkmalen des Verfahrensanspruch 1. Die kennzeichnenden Merkmale des Vorrichtungsanspruchs 5 dienen einer Durchführung des Verfahrens.
  • Textiles Fasermaterial wird in einem Streckwerk verzogen. Der Verzug wird gesteuert durch eine Verzugsregulierung. Vor dem Streckwerk ist ein Messorgan angeordnet, welches Messwerte zur Dicke des Faserbandes an die Verzugsregulierung liefert. Die Verzugsregulierung beinhaltet mindestens einen Speicher und ein Steuergerät, welches einen Regulierantrieb steuert. Der Regulierantrieb umfasst den Motor und einen Verstärker, das kann beispielsweise ein Servoantrieb sein.
  • Die vom Messorgan an den Speicher übergebenen Messwerte werden zusätzlich parallel einer Simulationseinrichtung zugeführt. In der Simulationseinrichtung werden aus den zwischengespeicherten Messwerten, die Abweichungen von einem Sollwert darstellen, und den dazugehörigen Verzögerungszeiten der Verlauf des Verzuges simuliert und der dazugehörige Regulierfehler ermittelt. Aus dem ermittelten Regulierfehler werden zusätzliche Korrekturwerte ermittelt.
  • Die Korrekturwerte werden auch unter Berücksichtigung der dynamischen Eigenschaften des Regulierantriebes, der Größe der Dickenabweichung und der Steilheit der Dickenabweichung ermittelt.
  • Die Simulationseinrichtung arbeitet dabei nach einem Rechenprogramm. Das Rechenprogramm verkörpert ein mathematisches Modell der Verzugsregulierung. Die von der Simulationseinrichtung ermittelten zusätzlichen Korrekturwerte werden dazu benutzt, Speicherwerte im Speicher der Verzugsregulierung zu korrigieren. Der Speicher speichert die Messwerte zur Dicke des Faserbandes und die dazugehörige Verzögerungszeit. Beides sind Speicherwerte. Nach dem Rechenprogramm der Simulationseinrichtung können die Korrekturwerte so erstellt werden, dass Messwerte zur Dicke und/oder betreffende Werte der Verzögerungszeit korrigiert werden können. Der Speicher arbeitet nach dem Organisationsprinzip des FIFO, so dass die Speicherwerte nach Ablauf ihrer Verzögerungszeit an das Steuergerät der Verzugsregulierung weitergegeben werden, so dass der zu erwartende tatsächliche Regulierfehler aus der Verzugssteuerung ein Minimum einnehmen wird. Vorrichtungsgemäß ist zu der Verzugsregulierung eine Simulationseinrichtung angeordnet. Der Eingang der Simulationseinrichtung ist mit dem Leitungspfad verbunden, der Messwerte von dem Messorgan liefert. Der Ausgang der Simulationseinrichtung ist mit dem Speicher der Verzugsregulierung verbunden.
  • Durch die Simulationseinrichtung ist es möglich, noch vor Freigabe der Messwerte an das Steuergerät, vorausschauend die Reaktion des Regulierantriebes zu beurteilen. Vorteilhafterweise können Regulierfehler erkannt werden und vorzeitig korrigiert werden, bevor das Steuergerät eine Reaktion am Regulierantrieb auslöst. Damit wird erreicht, dass der zu erwartende, tatsächliche Regulierfehler minimiert werden kann. Insbesondere wird es möglich, Dickenschwankungen in Form von plötzlichen Änderungen mit unmittelbar entgegengesetzter Änderungsrichtung mit minimalem Regulierfehler auszugleichen.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden näher beschrieben.
  • Es zeigen:
  • 1 Steuerung des Verzuges nach dem Stand der Technik
  • 2 Funktionaler Zusammenhang zwischen Abweichung der Banddicke und Reaktionsverhalten des Regulierantriebes nach dem Stand der Technik
  • 3 Schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Steuerung des Verzuges an einem Streckwerk
  • 4 Minimierung des Regulierfehlers mittels der Erfindung
  • 1 zeigt eine bekannte Steuerung des Verzugs von textilem Fasermaterial an einem Streckwerk. Die Steuerung des Verzugs an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial (d.h. Faservlies oder Faserband) ist auch bekannt unter dem Begriff "Verzugsregulierung", wobei die Steuerung auch umgangssprachlich als "offener Regelkreis" bezeichnet wird. Nachfolgend wird der Begriff "Verzugsregulierung" verwendet. Die Verzugsregulierung besitzt ein Messorgan MS vor dem Einlauf des Fasermaterials FM in das Streckwerk S. Das Messorgan MS ermittelt die Masse bzw. die Dicke des ins Streckwerk S einlaufenden Fasermaterials FM. Aus Gründen der Vereinfachung wird nachfolgend nur von der Dicke bzw. Banddicke gesprochen, obwohl auch die Masse ermittelbar ist. Die Erfindung ist dadurch nicht beschränkt. Zu zweckmäßig erscheinenden Zeiten werden Messungen der Banddicke gemacht. Zweckmäßig erscheinende Zeiten können sein, das Vielfache einer Grundtaktzeit oder eine Zeit zu der gegenüber der vorherigen Messung eine konstante Wegstrecke an Fasermaterial zurückgelegt wurde. Die Transportrichtung des Fasermaterials FM ist in 1 mit einem Pfeil gekennzeichnet. Der Hauptmotor HM sichert eine konstante Liefergeschwindigkeit des Fasermaterials. Das Fasermaterial FM wird im Streckwerk S verzogen, wobei der Verzug zum Ausgleich von Dickenschwankungen veränderbar ist. Dies erfolgt durch Drehzahländerung des Walzenpaares (oder mehrerer) im Einlauf des Streckwerks.
  • Zwischen Messort MO des Fasermaterials und Verzugsort VO existiert eine Verzögerungszeit tvz. Die Verzögerungszeit tvz berücksichtigt jene Zeit, die das gemessene Fasermaterial vom Messort MO bis zum Verzugsort VO im Streckwerk S benötigt. Diese Verzögerung eines Messwertes erfolgt in einem Speicher SP der Verzugsregulierung VR. Der Speicher SP beinhaltet als Speicherwerte jeweils Messwerte zur Banddicke und Werte einer Verzögerungszeit. Dabei hat jeder Messwert eine zutreffende Verzögerungszeit. Der Speicher SP arbeitet nach dem bekannten Organisationsprinzip FIFO (first in, first out). Dieses FIFO-Prinzip der Speicherorganisation ist bereits von auf dem Markt befindlichen Streckwerken mit Verzugsregulierung bekannt. Der ermittelte Messwert wird in der Speichervorrichtung SP so lange zeitlich verzögert, bis der gemessene Punkt des Fasermaterials den Abstand a vom Messort MO bis zum Verzugsort VO durchlaufen hat. Nach Ablauf der Verzögerungszeit tvz wird der Messwert an das Steuergerät ST freigegeben und verursacht, sofern eine Dickenschwankung vorliegt, über eine entsprechende Drehzahländerung des Regulierantriebs RM mit Planetengetriebe PG eine Änderung des Verzugs und mittelbar eine Korrektur der Dickenschwankung. Mit dem Begriff Regulierantrieb RM sind der Motor und sein Verstärker umfasst, z.B. ein Servomotor.
  • Für die einwandfreie Funktion der Verzugsregulierung ist es wichtig, dass sich zum Zeitpunkt der Freigabe eines Messwertes der gemessene Punkt des Fasermaterials genau im Verzugsort VO befindet. Das entspricht einem exakten Reguliereinsatzpunkt.
  • 2 zeigt funktionale Zusammenhänge einer bekannten Verzugsregulierung nach 1 im Stand der Technik. Die dortige Kurve K1 zeigt den Verlauf einer am Messorgan MS gemessenen Banddicke. Die Banddicke ist über die Zeit t dargestellt. Der Sollwert SW der Banddicke liegt in der Zeit-Achse (Abszisse). Die Darstellung stellt einen Ausschnitt dar. Zum Zeitpunkt t0 steigt die Banddicke steil an. Mit t1, t2, t3 bis tn werden Zeitpunkte gezeigt, in denen Messwerte zur Banddicke ermittelt werden. Das entspricht einer digitalen Abtastung des Fasermaterials. Die so gewonnenen Messwerte (M1 bis Mn) widerspiegeln sich in der Kurve K1 zu den Abtastzeitpunkten. Zum Zeitpunkt t00 hat die Banddicke wieder den Sollwert SW erreicht. Die Kurve K1 zeigt den zeitlichen Verlauf einer Schwankung der Dicke des Fasermaterials. Um im weiteren das Wesentliche deutlich zu machen, wurde die Schwankung idealisiert dargestellt. Es wurde idealisiert der rasche Anstieg der Banddicke und deren rascher Abfall dargestellt, um das wesentliche zu erläutern.
  • Im Idealfall der Verzugsregulierung muss der Reguliermotor RM eines Servoantriebs dieser Kurve K1 deckungsgleich folgen. Die Kurve K1 entspricht somit einer Sollwert-Kurve für den Reguliermotor RM.
  • Die tatsächliche Reaktion des Reguliermotors mittels einer Verzugsregulierung VR nach 1 wird mit Kurve K2 dargestellt. Der Verlauf der Kurve K2 dokumentiert das tatsächliche Drehzahlverhalten des dortigen Reguliermotors. Dieses Drehzahlverhalten ist repräsentativ für den Verlauf des Verzuges und ist damit repräsentativ für die erreichte Korrektur der Schwankung der Banddicke.
  • Zum Zeitpunkt t1 wird der Messwert M1 dem Steuergerät ST übergeben und das Steuergerät ST erkennt, dass die Banddicke eine schnelle Veränderung gegenüber dem Sollwert SW erhält. Zum gleichen Zeitpunkt t1 wird der Reguliermotor RM seine Drehzahl erhöhen, um den Verzug zu erhöhen. Mit dem erhöhten Verzug wird der Dickenzunahme im Fasermaterial entgegengewirkt.
  • Wie aus 2 weiter zu erkennen ist, folgt der Reguliermotor RM (Kurve K2) verspätet (um die Zeit t1 – t0 verspätet) der Banddicke nach Kurve K1. Ursache sind Trägheitsmomente in der Kraftübertragung des Antriebssystems. Es entsteht damit ein Regulierfehler. Die Kurve K3 dokumentiert den Verlauf des Regulierfehlers. Der Regulierfehler ist bereits im Zeitpunkt t1 vorhanden, da in diesem Zeitpunkt t1 erst der Reguliermotor RM eine Drehzahlerhöhung startet. Zum Zeitpunkt t2 ist der Regulierfehler weiter angestiegen, da die Korrektur der Banddicke noch zu gering ist.
  • Der Verlauf des Regulierfehlers K3 entspricht dem bisher erreichbaren Resultat des Verzuges vom Fasermaterial. Der Regulierfehler K3 ist relativ groß und schwankt vom positiven Bereich (zu dickes Faserband) über einen fehlerlosen Bereich in einen negativen Bereich (zu dünnes Faserband).
  • 3 zeigt die erfindungsgemäße Verzugsregulierung, wobei von einem Messorgan MS Messwerte an einen Speicher SP geliefert werden. Der Speicher SP speichert Messwerte ebenfalls nach dem bekannten Organisationsprinzip FIFO (first in, first out). Die in den Speicher SP gelieferten Messwerte werden parallel in eine Simulationseinrichtung SE geliefert.
  • Die Simulationseinrichtung SE realisiert mittels eines Rechenprogramms folgende Arbeitsschritte:
    • A) Aus allen in die Simulationseinrichtung SE übergebenen Messwerten wird der zeitliche Verlauf der Banddicke (Kurve K1) für den Abstand a zwischen Messort MO und Verzugsort VO ermittelt. Dieser Kurvenverlauf K1 ist indirekt eine Abbildung des momentanen Inhalts an Messwerten im Speicher SP.
    • B) Ausgehend von einem Sollwert SW der Banddicke werden Abweichungen (M1 bis Mn) ermittelt.
    • C) Im folgenden Schritt erfolgt eine simulierte Verzugsregulierung. Unter Simulation der Verzugsregulierung ist zu verstehen, dass anstelle der tatsächlichen Verzugsregulierung ein mathematisches Modell der Verzugsregulierung verwendet wird, welches in seinem äußeren Verhalten die tatsächliche Verzugsregulierung simuliert. Das mathematische Modell wird in der rechnergestützten Simulation durch ein Rechner-Programm dargestellt. Der simulierten Verzugsregulierung liegen die Messwerte (M1 bis Mn) und die dazugehörige Verzögerungszeit zugrunde.
    • D) Es wird das Ergebnis der simulierten Verzugsregulierung ausgewertet, d.h. es erfolgt eine Ermittlung des Regulierfehlers K3.
    • E) Anhand des Regulierfehlers K3 erfolgt eine Ermittlung von Korrekturwerten KW. Die Korrekturwerte KW werden dabei unter Berücksichtigung der dynamischen Eigenschaft des Reguliermotors, der Größe der Dickenabweichung (Amplitude) und der Steilheit der Dickenabweichungen (Gradient) ermittelt. Die Korrekturwerte KW werden von der Simulationseinrichtung SE dazu benutzt, die Speicherwerte, d.h. die einzelnen Messwerte und/oder die zutreffende Verzögerungszeit im Speicher SP zu korrigieren.
  • Durch die Simulationseinrichtung SE ist es möglich, noch vor Freigabe der Messwerte an das Steuergerät ST vorausschauend die Reaktion des Reguliermotors RM zu beurteilen. Mögliche Regulierfehler können erkannt werden und vorzeitig korrigiert werden, bevor das Steuergerät ST der Verzugsregulierung VR eine Reaktion am Reguliermotor RM auslöst.
  • 4 veranschaulicht funktionale Zusammenhänge zwischen Banddicke und Reaktion des Reguliermotors bzw. zu erwartenden Regulierfehler nach der Erfindung. 4 zeigt mit dem Verlauf K10 zur Dicke des Fasermaterials einen gleichartigen Verlauf wie der Verlauf K1 nach 2.
  • Mittels der Simulationseinrichtung SE wurde gegenüber der Verzugsregulierung VR veranlasst, dass beispielsweise der Reguliermotor RM nunmehr wesentlich früher (Zeitpunkt tx bei Kurve K10) mit seiner Drehzahländerung starten muss (bei gleicher Steilheit der Drehzahländerung des RM) und die Kurve K20 wesentlich enger der Kurve K10 folgt als dies im Stand der Technik für Dickenänderungen hoher Amplitude und Flankenwechsel im engen Zeitbereich bisher möglich war. K20 widerspiegelt das Drehzahlverhalten des Reguliermotors RM als Reaktion auf die Dickenabweichung K10, um einen Ausgleich der Dickenabweichung zu erreichen. Der sich dazu ergebende Regulierfehler mit Kurve K30 nimmt ein Minimum ein.

Claims (5)

  1. Verfahren zur Steuerung des Verzugs an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial, wobei ein das bewegte Fasermaterial (FM) messendes Messorgan (MS) vor dem Einlauf des Streckwerks (S) Messwerte an einen Speicher (SP) einer Verzugsregulierung (VR) liefert, die Messwerte im Speicher (SP) der Verzugsregulierung (VR) bis zum Ablauf einer Verzögerungszeit gespeichert werden, zu einer gemessenen Abweichung des Fasermaterials (FM) von einem Sollwert (SW) ein Korrekturwert ermittelt und im Speicher (SP) abgelegt wird, und mit dem Korrekturwert die Verzugsregulierung (VR) beeinflusst wird, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Speicher (SP) zugeführten Messwerte zusätzlich parallel einer Simulationseinrichtung (SE) zugeführt werden und dort aus den zwischengespeicherten Messwerten (M1 ... Mn), deren Beträge Abweichungen vom Sollwert (SW) aufweisen, und den dazugehörigen Verzögerungszeiten ein Verlauf des Verzuges (K2) simuliert wird und der dazugehörige Regulierfehler (K3) ermittelt wird und dann aus dem Regulierfehler (K3) zusätzliche Korrekturwerte (KW) ermittelt werden und mit den zusätzlichen Korrekturwerten (KW) betreffende Speicherwerte im Speicher (SP) korrigiert werden, so dass der zu erwartende, tatsächliche Regulierfehler (K30) aus der Verzugssteuerung ein Minimum einnehmen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Simulationseinrichtung (SE) nach einem Rechenprogramm arbeitet, welches ein mathematisches Modell der Verzugsregulierung bildet.
  3. Verfahren nach einem oder beiden der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturwerte (KW) unter Berücksichtigung der dynamischen Eigenschaften des Regulierantriebes (RM), der Größe der Dickenabweichung und der Steilheit der Dickenabweichung ermittelt werden.
  4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein zu korrigierender Speicherwert des Speichers (SP) entweder von einem Messwert und/oder einer Verzögerungszeit gebildet wird.
  5. Vorrichtung zur Steuerung des Verzuges an einem Streckwerk für textiles Fasermaterial, wobei ein das bewegte Fasermaterial (FM) messende Messorgan vor dem Einlauf des Streckwerks (S) angeordnet ist und das Messorgan mit einer Verzugsregulierung (VR) verbunden ist, die eine Wirkverbindung zu einem Regulierantrieb (RM) besitzt und die Verzugsregulierung mindestens einen Speicher (SP) und ein Steuergerät (ST) besitzt und zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4 dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Verzugsregulierung (VR) eine Simulationseinrichtung (SE) zugeordnet ist, die mit dem Messorgan (MS) und dem Speicher (SP) verbunden ist.
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