DE198064C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
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- D02G—CRIMPING OR CURLING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, OR YARNS; YARNS OR THREADS
- D02G3/00—Yarns or threads, e.g. fancy yarns; Processes or apparatus for the production thereof, not otherwise provided for
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Preliminary Treatment Of Fibers (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 198064 KLASSE
76 b. GRUPPE
WERDAUER TEXTILWERKE G. m. b. H. in. LANGENHESSEN b/WERDAU. '
oder Verbandwatte.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, Werg- und Hedeabfälle spinnfähig
oder aus denselben Verbandwatte zu machen, das sich dadurch kennzeichnet, daß die Abfälle
gewolft, geschlagen, zwecks Degummierung und Kräuselung der Fasern in Bädern
chemisch behandelt und gespült, darauf geschleudert, nochmals gewolft und getrocknet
werden, um sie nun nach Art des Streichgarnes zu verspinnen oder zu Verbandwatte
zu verarbeiten. Das nach diesem Verfahren aus den Werg- und Hedeabfällen hergestellte
Gespinst und die Verbandwatte erhalten alle Eigenschaften, die an solche gestellt werden
können.
Das wesentlich Neue des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens zur Verarbeitung
von Werg- und Hedeabfällen besteht darin, daß die bereits gereinigten und
aufgelockerter. Faserstoffe im unmittelbaren Anschluß hieran in chemischen Bädern behandelt,
gespült und plötzlich getrocknet werden, ehe sie ebenfalls im unmittelbaren Anschluß
hieran weiter in bekannter Weise zu Garn versponnen oder zu Verbandwatte verarbeitet
werden. Es wird durch das neue Verfahren erreicht, daß die Fasern in hohem Grade aufgelockert und aufgeteilt, gereinigt
und geschmeidig gemacht werden, um ein entsprechend gutes Endprodukt zu ergeben.
Auf den Zeichnungen ist eine Ausführungsform einer Einrichtung zur Ausführung des
vorliegenden Verfahrens dargestellt. Die Maschinen sind an sich sämtlich bekannt und
bilden nicht den Gegenstand der Erfindung.
Die auf einer Schüttelrinne von Stoffetzen, Stricken, Holzstücken usw. befreiten Werg-
und Hedeabfälle werden zuerst in einen Wolf (Fig. 1) gebracht, in dem die bei 1 eingeführten, von den Stahlstiften 2 des Tarn-
bours 3 erfaßten und gegen die an der Gehäusewand 4 des Wolfs angebrachten Stifte 5
geworfenen Abfälle bzw. die ungeöffneten, zusammengeballten Fasern derselben auseinandergerissen
und gelockert sowie zum Teil von den anhaftenden Strohteilchen usw. befreit
werden. Der Ventilator 6 saugt die hierbei entstehenden Unreinigkeiten ab und treibt diese durch das Rohr 7 weg. Sodann
wird das Fasergut mittels des endlosen Fördertisches 8 einer Reißkrempel (Walzenkarde,
Fig. 2) zugeführt. Die das Fasergut erfassenden Einführwalzen 9, IO geben dieses an die
mit Kratzen besetzte Trommel 11 ab, auf. der es durch die Arbeiter 12 bearbeitet wird.
Das von den Arbeitern 12 mitgenommene Fasergut wird durch die Wender 13 der
Trommel wieder zugeführt. Vor jedem Wender können zweckmäßig in bekannter Weise eine
sich drehende glatte oder zweckmäßig geriffelte Walze 14 und eine auf dieser liegende,
mit Filz oder ähnlichem Stoff überzogene und in Gabeln. 16 verschiebbar gelagerte
Walze 15 angeordnet sein, auf der sich die ausgeschleuderten Unreinigkeiten aufwickeln
und ansammeln. Die Walze 103 lockert das
Fasergut, das dann von der Walze 104 abgenommen wird, von der es der Hacker 105
entfernt.
Die weitere Reinigung erfolgt auf einem Schläger- und Scheibenöffner (Crighton-Öffner)
doppelter Anordnung (Fig. 3). Das durch den Speisetrichter 17 in den konischen
Siebmantel 18 gelangte Fasergut wird von den an einer sich schnell drehenden Achse
befindlichen Stäben oder Scheibenschlägern 19 erfaßt und gegen den Siebzylinder 18 geworfen,
wobei grober Staub und Unrat durch die öffnungen des Zylinders nach außen in
die Kammer 20 geschleudert wird. Bei 21
verläßt das Fasergut den ersten Öffner und gelangt auf einer abschüssigen Bahn 22 in
den Speisetrichter 23 des zweiten Öffners. Das aus diesem austretende Fasergut wird
gegen eine Siebtrommel 24 geschleudert, deren
ao Inneres mit einem Ventilator 25 in Verbindung steht, der die Unreinigkeiten absaugt
und durch die Leitung 26 wegtreibt. Von der Trommel wird das bereits in hohem Grade aufgelockerte und vliesartig geordnete
Fasergut durch das Lattentuch 27 nach einer in doppelter Anordnung vorgesehenen Schlagmaschine
(Fig. 4) befördert. Das Fasergut fällt auf das Lattentuch 28, von dem es durch Einführwalzen 29, 30 den mit Zähnen
oder Stäbchen besetzten Schlägern 31 zugeführt wird, die etwa 1000 Umdrehungen pro
Minute machen, so daß das Fasergut eine sehr kräftige Behandlung erfährt und eine
.sehr vollkommene Reinigung sowie auch Zerfaserung desselben erzielt wird. Die Schläger
31 schleudern das Fasergut an den Rosten 32, 23 vorbei gegen die Siebtrommeln 34, 35,
deren Inneres ebenfalls mit einem Ventilator in Verbindung steht, der den Staub aus dem
gegen die Trommel geschleuderten Fasergut absaugt. Die Trommeln 34, 35 schieben das
Gut zwischen die Walzen 36, 37, von wo es auf die schräg ansteigende Bahn 38 und von
hier in die zweite Schlagmaschine gelangt.
In den beiden Schlagmaschinen werden nicht nur die noch in dem Gut enthaltenen Unreinigkeiten
entfernt, sondern es werden auch die gröberen Fasern in feinere Fasern zerlegt, was für die spätere Verspinnung von
großer Bedeutung ist.
Die weitere Behandlung erfolgt durch Bäder, welche neben der Reinigung ebenfalls eine
Zerteilung der Fasern bewirken. Die Fig. 5 zeigt eine Waschvorrichtung. Der ringförmige
Behälter ist mit einem Zuführungsrohr 40 für den Dampf und mit Heizkörpern 39 versehen,
über welchen sich ein Rost 41 zum Tragen des Fasergutes befindet. Durch ein
Schaufelrad 42 kann ein Kreislauf der Flüssigkeit und so eine Bewegung des Fasergutes bewirkt werden. An auf einer Welle 43
angebrachten Armen 44 sind hakenartige Körper 45 angelenkt, die bei der Drehung
der Welle in den Behälter eintauchen und das Fasergut beim Anlaufen ihrer Verlängerungen
47 an eine feste Rolle 48 auf ein Fördertuch 46 ablegen. Das Rohr 49 dient zur Zuführung
und das Rohr 50 zum Ablassen der Flüssigkeit.
Zweckmäßig kommen folgende Bäder zur Anwendung: Das erste Bad, das besonders
zur Degummierung der Fasern dienen soll, besteht aus einer kochenden, etwa 3 prozentigen
Ammoniaksodalösung. Dann folgt ein kaltes Spülbad; das dritte Bad enthält eine etwa
10 prozentige Lösung von kaustischer Lauge, in welcher die Faser zur Kräuselung gebracht
wird. Sodann folgt wieder ein Spülbad. Das folgende Bad dient besonders dazu, die Fasern
geschmeidig zu machen und besteht aus einer Lösung von Seife und Salmiak in einer Stärke,
die der Art der Faser entspricht. Als letztes Bad folgt dann wieder ein Spülbad. Aus einem
Bade ins andere wird das Fasergut zweckmäßig zwischen Quetschwalzen hindurchgeführt. Aus
dem letzten Bade wird aber das Fasergut, um es nicht durch den Walzendruck zu verfilzen,
unmittelbar in. eine Zentrifuge (Fig. 6) gebracht, in der das Wasser ausgeschleudert
wird. Die Zentrifuge besteht aus .dem Außenmantel 53 und dem Innenmantel 51, der vermittels
der Riemenscheibe 52 in Drehung versetzt wird. Das Fasergut in Bädern chemischer
Zusammensetzung zu behandeln, wird an sich nicht als neu beansprucht. Die Fasern
werden jetzt in einem Reißwolf (Fig. 7) wieder geöffnet; das Fasergut wird durch das Fördertuch
56 Riffelwalzen 55 zugeführt, von welchen es durch die Trommel 54 abgeschlagen wird, die dasselbe auf das mit Stacheln besetzte
Fördertuch 57 wirft. Von diesem wird das an einem Hacker 58, der zuviel mitgenommenes
Fasergut abstreift, vorbeigeführte Fasergut durch einen Hacker 106 unmittelbar
in eine Trockenvorrichtung (Fig. 8) befördert. In einem unten mit Heizkörpern, oben mit Ventilatoren 62, die die durch erstere
erwärmte Luft nach oben saugen, versehenen Gehäuse 60 sind eine Anzahl aus Draht o. dgl.
hergestellte endlose Förderbänder derart versetzt zueinander angeordnet, daß das durch
diese in Längsrichtung durch das Gehäuse bewegte Fasergut von dem obersten Förderband
auf das darunter befindliche usf. bis auf das unterste gelangt, das es an ein dasselbe
nach außen förderndes Tuch 64 abgibt. Das Fasergut wird jetzt, um es vollständig
aufzulockern, in einen Krempelwolf (Fig. 9) gebracht. Das Fasergut wird durch einen
Fördertisch 68 einem wieder mit Stacheldraht besetzten Fördertuch 67 zugeführt, das es an
einem zuviel gefördertes Gut abstreifenden
Hacker 69 vorbeiführt, von dem dasselbe von den Schlägern 70 einer Walze 71 auf
den Zuführtisch 66 geworfen wird. Von letzterem gelangt das Fasergut zwischen WaI-zen
72 hindurch gegen die mit Kratzen besetzte Trommel 73, wo es in ähnlicher Weise,
wie bei der in Fig, 2 gezeigten Maschine, bearbeitet wird. Es sind Arbeiter 74 und
Wender 75 sowie Riffelwalzen 14 und mit
Filz ο. dgl. überzogene und in einer Gabel 16 verschiebbar gelagerte Walzen 15 vorgesehen.
Die sich drehenden, mit Zähnen oder Stacheln besetzten Schläger 63 schlagen dann das
Fasergut von der Trommel ab und werfen
ig es gegen eine Siebtrommel 76, die dasselbe
dem Lattentuch Jj zuführt. Die Trommel 76
steht ebenfalls mit einem Ventilator 78 in Verbindung.
Die weitere Bearbeitung des Fasergutes erfolgt auf einem besonderen Dreikrempelsortiment
(Fig. 10, 11 und 12). Auf der
ersten, mit einer selbsttätigen Auflegevorrichtung 79 versehenen Krempel (Fig. 10) werden
die Fasern parallel gelegt und zu einem Vlies verarbeitet. Das Fasergut wird von
dem Fördertuch der Speisevorrichtung 79 durch ein Kratzenband 107 in eine Wage 86
befördert, die es, selbsttätig abgewogen, an den Speisetisch 80 abgibt, von welchem dasselbe
auf die mit Sägezähnen besetzte Vortrommel 81 mit Wendern 82 und Arbeitern
83 und dann auf die Haupttrommel 85 mit Wendern 87 und Arbeitern 88 gelangt. Von
der Haupttrommel wird das Fasergut durch Trommeln 89, 90, von welchen es durch Hacker 91 gelöst wird, unter Vermittlung
des Fördertuches 92 und der Walze 93 bzw. der Walze 94 der Pelztrommel 95 zugeführt,
von der es zwischen Walzen 96 hindurch nach einem Aufnahmebehälter 97 oder unmittelbar
nach der Pelzkrempel (Fig. 11) gelangt. An dieser ist ein Fangpelzapparat 98
vorgesehen. Das Fasergut kann jetzt als Verbandwatte verwendet werden oder aber versponnen werden. Im letzteren Falle wird
es auf der Vorspinnkrempel (Fig. 12) zur Vorgarnlunte weiterverarbeitet. Die ebenfalls
im wesentlichen wie die Reißkrempel gebaute Vorspinnkrempel ist zu diesem Zwecke
mit einer Florteilvorrichtung 99 verbunden, g0
der das Fasergut von den Trommeln 89, 90 vermittels der Förderbänder 100, 101 zugeführt
wird.
Das Ausspinnen der Vorgarnlunte zum Feing:irn
erfolgt nun zweckmäßig auf Ringspinnmaschinen (Metier fixe, Fig. 13), die mit einer
Röhrchenanordnung 102 versehen ist, durch die dem Gespinste in dem Augenblicke, wo
das Strecken eintreten soll, eine. »falsche Drehung« gegeben wird, die die Fasern zusammenhalten.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zum Verarbeiten von Werg- und Hedeäbfällen für die Herstellung von Garnen oder Verbandwatte, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfälle, nachdem sie in bekannter Weise gewolft und geschlagen sind, zwecks Degummierung und Kräuselung der Fasern in Bädern chemisch behandelt, gespült und geschleudert werden, worauf sie nochmals gewolft und getrocknet werden, um weiter nach Art des Streichgarns in üblicher Weise versponnen oder zu Verbandwatte verarbeitet zu werden.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE198064C true DE198064C (de) |
Family
ID=460893
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT198064D Active DE198064C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE198064C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE896470C (de) * | 1942-09-26 | 1953-11-12 | Hermann Dipl-Ing Kluftinger | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Kardenvlieses |
-
0
- DE DENDAT198064D patent/DE198064C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE896470C (de) * | 1942-09-26 | 1953-11-12 | Hermann Dipl-Ing Kluftinger | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Kardenvlieses |
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