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DE198064C - - Google Patents

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Publication number
DE198064C
DE198064C DENDAT198064D DE198064DA DE198064C DE 198064 C DE198064 C DE 198064C DE NDAT198064 D DENDAT198064 D DE NDAT198064D DE 198064D A DE198064D A DE 198064DA DE 198064 C DE198064 C DE 198064C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fiber material
drum
fibers
roller
waste
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT198064D
Other languages
English (en)
Publication of DE198064C publication Critical patent/DE198064C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D02YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
    • D02GCRIMPING OR CURLING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, OR YARNS; YARNS OR THREADS
    • D02G3/00Yarns or threads, e.g. fancy yarns; Processes or apparatus for the production thereof, not otherwise provided for

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Preliminary Treatment Of Fibers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 198064 KLASSE 76 b. GRUPPE
WERDAUER TEXTILWERKE G. m. b. H. in. LANGENHESSEN b/WERDAU. '
oder Verbandwatte.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 20. November 1906 ab.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, Werg- und Hedeabfälle spinnfähig oder aus denselben Verbandwatte zu machen, das sich dadurch kennzeichnet, daß die Abfälle gewolft, geschlagen, zwecks Degummierung und Kräuselung der Fasern in Bädern chemisch behandelt und gespült, darauf geschleudert, nochmals gewolft und getrocknet werden, um sie nun nach Art des Streichgarnes zu verspinnen oder zu Verbandwatte zu verarbeiten. Das nach diesem Verfahren aus den Werg- und Hedeabfällen hergestellte Gespinst und die Verbandwatte erhalten alle Eigenschaften, die an solche gestellt werden können.
Das wesentlich Neue des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens zur Verarbeitung von Werg- und Hedeabfällen besteht darin, daß die bereits gereinigten und aufgelockerter. Faserstoffe im unmittelbaren Anschluß hieran in chemischen Bädern behandelt, gespült und plötzlich getrocknet werden, ehe sie ebenfalls im unmittelbaren Anschluß hieran weiter in bekannter Weise zu Garn versponnen oder zu Verbandwatte verarbeitet werden. Es wird durch das neue Verfahren erreicht, daß die Fasern in hohem Grade aufgelockert und aufgeteilt, gereinigt und geschmeidig gemacht werden, um ein entsprechend gutes Endprodukt zu ergeben. Auf den Zeichnungen ist eine Ausführungsform einer Einrichtung zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens dargestellt. Die Maschinen sind an sich sämtlich bekannt und bilden nicht den Gegenstand der Erfindung.
Die auf einer Schüttelrinne von Stoffetzen, Stricken, Holzstücken usw. befreiten Werg- und Hedeabfälle werden zuerst in einen Wolf (Fig. 1) gebracht, in dem die bei 1 eingeführten, von den Stahlstiften 2 des Tarn- bours 3 erfaßten und gegen die an der Gehäusewand 4 des Wolfs angebrachten Stifte 5 geworfenen Abfälle bzw. die ungeöffneten, zusammengeballten Fasern derselben auseinandergerissen und gelockert sowie zum Teil von den anhaftenden Strohteilchen usw. befreit werden. Der Ventilator 6 saugt die hierbei entstehenden Unreinigkeiten ab und treibt diese durch das Rohr 7 weg. Sodann wird das Fasergut mittels des endlosen Fördertisches 8 einer Reißkrempel (Walzenkarde, Fig. 2) zugeführt. Die das Fasergut erfassenden Einführwalzen 9, IO geben dieses an die mit Kratzen besetzte Trommel 11 ab, auf. der es durch die Arbeiter 12 bearbeitet wird. Das von den Arbeitern 12 mitgenommene Fasergut wird durch die Wender 13 der Trommel wieder zugeführt. Vor jedem Wender können zweckmäßig in bekannter Weise eine sich drehende glatte oder zweckmäßig geriffelte Walze 14 und eine auf dieser liegende, mit Filz oder ähnlichem Stoff überzogene und in Gabeln. 16 verschiebbar gelagerte Walze 15 angeordnet sein, auf der sich die ausgeschleuderten Unreinigkeiten aufwickeln und ansammeln. Die Walze 103 lockert das
Fasergut, das dann von der Walze 104 abgenommen wird, von der es der Hacker 105 entfernt.
Die weitere Reinigung erfolgt auf einem Schläger- und Scheibenöffner (Crighton-Öffner) doppelter Anordnung (Fig. 3). Das durch den Speisetrichter 17 in den konischen Siebmantel 18 gelangte Fasergut wird von den an einer sich schnell drehenden Achse befindlichen Stäben oder Scheibenschlägern 19 erfaßt und gegen den Siebzylinder 18 geworfen, wobei grober Staub und Unrat durch die öffnungen des Zylinders nach außen in die Kammer 20 geschleudert wird. Bei 21
verläßt das Fasergut den ersten Öffner und gelangt auf einer abschüssigen Bahn 22 in den Speisetrichter 23 des zweiten Öffners. Das aus diesem austretende Fasergut wird gegen eine Siebtrommel 24 geschleudert, deren
ao Inneres mit einem Ventilator 25 in Verbindung steht, der die Unreinigkeiten absaugt und durch die Leitung 26 wegtreibt. Von der Trommel wird das bereits in hohem Grade aufgelockerte und vliesartig geordnete Fasergut durch das Lattentuch 27 nach einer in doppelter Anordnung vorgesehenen Schlagmaschine (Fig. 4) befördert. Das Fasergut fällt auf das Lattentuch 28, von dem es durch Einführwalzen 29, 30 den mit Zähnen oder Stäbchen besetzten Schlägern 31 zugeführt wird, die etwa 1000 Umdrehungen pro Minute machen, so daß das Fasergut eine sehr kräftige Behandlung erfährt und eine .sehr vollkommene Reinigung sowie auch Zerfaserung desselben erzielt wird. Die Schläger 31 schleudern das Fasergut an den Rosten 32, 23 vorbei gegen die Siebtrommeln 34, 35, deren Inneres ebenfalls mit einem Ventilator in Verbindung steht, der den Staub aus dem gegen die Trommel geschleuderten Fasergut absaugt. Die Trommeln 34, 35 schieben das Gut zwischen die Walzen 36, 37, von wo es auf die schräg ansteigende Bahn 38 und von hier in die zweite Schlagmaschine gelangt.
In den beiden Schlagmaschinen werden nicht nur die noch in dem Gut enthaltenen Unreinigkeiten entfernt, sondern es werden auch die gröberen Fasern in feinere Fasern zerlegt, was für die spätere Verspinnung von großer Bedeutung ist.
Die weitere Behandlung erfolgt durch Bäder, welche neben der Reinigung ebenfalls eine Zerteilung der Fasern bewirken. Die Fig. 5 zeigt eine Waschvorrichtung. Der ringförmige Behälter ist mit einem Zuführungsrohr 40 für den Dampf und mit Heizkörpern 39 versehen, über welchen sich ein Rost 41 zum Tragen des Fasergutes befindet. Durch ein Schaufelrad 42 kann ein Kreislauf der Flüssigkeit und so eine Bewegung des Fasergutes bewirkt werden. An auf einer Welle 43 angebrachten Armen 44 sind hakenartige Körper 45 angelenkt, die bei der Drehung der Welle in den Behälter eintauchen und das Fasergut beim Anlaufen ihrer Verlängerungen 47 an eine feste Rolle 48 auf ein Fördertuch 46 ablegen. Das Rohr 49 dient zur Zuführung und das Rohr 50 zum Ablassen der Flüssigkeit.
Zweckmäßig kommen folgende Bäder zur Anwendung: Das erste Bad, das besonders zur Degummierung der Fasern dienen soll, besteht aus einer kochenden, etwa 3 prozentigen Ammoniaksodalösung. Dann folgt ein kaltes Spülbad; das dritte Bad enthält eine etwa 10 prozentige Lösung von kaustischer Lauge, in welcher die Faser zur Kräuselung gebracht wird. Sodann folgt wieder ein Spülbad. Das folgende Bad dient besonders dazu, die Fasern geschmeidig zu machen und besteht aus einer Lösung von Seife und Salmiak in einer Stärke, die der Art der Faser entspricht. Als letztes Bad folgt dann wieder ein Spülbad. Aus einem Bade ins andere wird das Fasergut zweckmäßig zwischen Quetschwalzen hindurchgeführt. Aus dem letzten Bade wird aber das Fasergut, um es nicht durch den Walzendruck zu verfilzen, unmittelbar in. eine Zentrifuge (Fig. 6) gebracht, in der das Wasser ausgeschleudert wird. Die Zentrifuge besteht aus .dem Außenmantel 53 und dem Innenmantel 51, der vermittels der Riemenscheibe 52 in Drehung versetzt wird. Das Fasergut in Bädern chemischer Zusammensetzung zu behandeln, wird an sich nicht als neu beansprucht. Die Fasern werden jetzt in einem Reißwolf (Fig. 7) wieder geöffnet; das Fasergut wird durch das Fördertuch 56 Riffelwalzen 55 zugeführt, von welchen es durch die Trommel 54 abgeschlagen wird, die dasselbe auf das mit Stacheln besetzte Fördertuch 57 wirft. Von diesem wird das an einem Hacker 58, der zuviel mitgenommenes Fasergut abstreift, vorbeigeführte Fasergut durch einen Hacker 106 unmittelbar in eine Trockenvorrichtung (Fig. 8) befördert. In einem unten mit Heizkörpern, oben mit Ventilatoren 62, die die durch erstere erwärmte Luft nach oben saugen, versehenen Gehäuse 60 sind eine Anzahl aus Draht o. dgl. hergestellte endlose Förderbänder derart versetzt zueinander angeordnet, daß das durch diese in Längsrichtung durch das Gehäuse bewegte Fasergut von dem obersten Förderband auf das darunter befindliche usf. bis auf das unterste gelangt, das es an ein dasselbe nach außen förderndes Tuch 64 abgibt. Das Fasergut wird jetzt, um es vollständig aufzulockern, in einen Krempelwolf (Fig. 9) gebracht. Das Fasergut wird durch einen Fördertisch 68 einem wieder mit Stacheldraht besetzten Fördertuch 67 zugeführt, das es an einem zuviel gefördertes Gut abstreifenden
Hacker 69 vorbeiführt, von dem dasselbe von den Schlägern 70 einer Walze 71 auf den Zuführtisch 66 geworfen wird. Von letzterem gelangt das Fasergut zwischen WaI-zen 72 hindurch gegen die mit Kratzen besetzte Trommel 73, wo es in ähnlicher Weise, wie bei der in Fig, 2 gezeigten Maschine, bearbeitet wird. Es sind Arbeiter 74 und Wender 75 sowie Riffelwalzen 14 und mit Filz ο. dgl. überzogene und in einer Gabel 16 verschiebbar gelagerte Walzen 15 vorgesehen. Die sich drehenden, mit Zähnen oder Stacheln besetzten Schläger 63 schlagen dann das Fasergut von der Trommel ab und werfen
ig es gegen eine Siebtrommel 76, die dasselbe dem Lattentuch Jj zuführt. Die Trommel 76 steht ebenfalls mit einem Ventilator 78 in Verbindung.
Die weitere Bearbeitung des Fasergutes erfolgt auf einem besonderen Dreikrempelsortiment (Fig. 10, 11 und 12). Auf der ersten, mit einer selbsttätigen Auflegevorrichtung 79 versehenen Krempel (Fig. 10) werden die Fasern parallel gelegt und zu einem Vlies verarbeitet. Das Fasergut wird von dem Fördertuch der Speisevorrichtung 79 durch ein Kratzenband 107 in eine Wage 86 befördert, die es, selbsttätig abgewogen, an den Speisetisch 80 abgibt, von welchem dasselbe auf die mit Sägezähnen besetzte Vortrommel 81 mit Wendern 82 und Arbeitern 83 und dann auf die Haupttrommel 85 mit Wendern 87 und Arbeitern 88 gelangt. Von der Haupttrommel wird das Fasergut durch Trommeln 89, 90, von welchen es durch Hacker 91 gelöst wird, unter Vermittlung des Fördertuches 92 und der Walze 93 bzw. der Walze 94 der Pelztrommel 95 zugeführt, von der es zwischen Walzen 96 hindurch nach einem Aufnahmebehälter 97 oder unmittelbar nach der Pelzkrempel (Fig. 11) gelangt. An dieser ist ein Fangpelzapparat 98 vorgesehen. Das Fasergut kann jetzt als Verbandwatte verwendet werden oder aber versponnen werden. Im letzteren Falle wird es auf der Vorspinnkrempel (Fig. 12) zur Vorgarnlunte weiterverarbeitet. Die ebenfalls im wesentlichen wie die Reißkrempel gebaute Vorspinnkrempel ist zu diesem Zwecke mit einer Florteilvorrichtung 99 verbunden, g0 der das Fasergut von den Trommeln 89, 90 vermittels der Förderbänder 100, 101 zugeführt wird.
Das Ausspinnen der Vorgarnlunte zum Feing:irn erfolgt nun zweckmäßig auf Ringspinnmaschinen (Metier fixe, Fig. 13), die mit einer Röhrchenanordnung 102 versehen ist, durch die dem Gespinste in dem Augenblicke, wo das Strecken eintreten soll, eine. »falsche Drehung« gegeben wird, die die Fasern zusammenhalten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Verarbeiten von Werg- und Hedeäbfällen für die Herstellung von Garnen oder Verbandwatte, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfälle, nachdem sie in bekannter Weise gewolft und geschlagen sind, zwecks Degummierung und Kräuselung der Fasern in Bädern chemisch behandelt, gespült und geschleudert werden, worauf sie nochmals gewolft und getrocknet werden, um weiter nach Art des Streichgarns in üblicher Weise versponnen oder zu Verbandwatte verarbeitet zu werden.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DENDAT198064D Active DE198064C (de)

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DE (1) DE198064C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE896470C (de) * 1942-09-26 1953-11-12 Hermann Dipl-Ing Kluftinger Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Kardenvlieses

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE896470C (de) * 1942-09-26 1953-11-12 Hermann Dipl-Ing Kluftinger Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Kardenvlieses

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