DE19805840C1 - Verfahren und Anlage zum Färben einer textilen Warenbahn nach dem Kalt-Klotz-Verweilverfahren - Google Patents
Verfahren und Anlage zum Färben einer textilen Warenbahn nach dem Kalt-Klotz-VerweilverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Anlage nach dem Ober
begriff des Anspruchs 3.
Ein gattungsgemäßes Verfahren und eine solche Anlage
gehen aus der DE 44 08 416 A1 hervor, die in ihrem Aus
führungsbeispiel eine Naßbehandlungsanlage mit nachge
schaltetem Spülbecken erkennen läßt, aus dem die Warenbahn
auf eine Kaule auf gewickelt wird. Wenn es sich bei der
Naßbehandlung um einen Färbevorgang nach dem Kalt-Klotz-
Verweilverfahren (KKV-Verfahren) handelt, muß die geklotz
te Ware auf der Kaule in Kunststoffolie eingewickelt wer
den, damit sie bei ca. 10-stündigem Verweilen nicht an
trocknet (DE-Z: Chemiefasern/Textilindustrie Mai 1983,
Seite 322).
Das Einwickeln der Kaule in Kunststoffolie geschieht
bis heute von Hand. Wegen der Größe der Kaule, die bis zu
2 m Durchmesser und 3 m Länge aufweisen kann, ist dies ein
umständlicher und zeitraubender Vorgang.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Vorgang
des Einwickelns der Kaule in die Kunststoffolie zu verbes
sern.
Diese Aufgabe wird in ihrem verfahrensmäßigen Aspekt
durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.
Der Grundgedanke hierbei ist, die Kunststoffolien
bahn, nachdem die Kaule fertiggewickelt ist, mit der glei
chen Wickeleinrichtung um die Kaule zu wickeln und nach
Bildung mindestens einer Windung aus der Kunststoffolien
bahn das voreilende Ende der Windung mit dem um die Kaule
gewickelten Teil der Folienbahn dicht zu verbinden. Die
Folienbahn wird dann abgetrennt. Damit ist der schwierige
Teil des Einwickelns, nämlich die Bildung der Windung,
unter Zuhilfenahme der vorhandenen Wickeleinrichtung erle
digt. Die Folienbahn ist etwas breiter als die textile
Warenbahn und wird an den Rändern der Stirnseiten einge
schlagen und mit einer Abdeckung der Stirnseiten der Kaule
mittels Klebestreifen dicht verbunden. Dieser Vorgang kann
noch von Hand ausgeführt werden, da er leichter zu bewerk
stelligen ist als das Bilden der Windung. Es können nur
eine Windung oder zwei oder mehr Windungen der Kunststof
folienbahn aufgewickelt werden, bevor die Verbindung
erfolgt, d. h. die Kunststoffolienbahn kann an der Verbin
dungsstelle ein- oder mehrlagig sein.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung
erfolgt das Verbinden des voreilenden Endes der Windung
mit der die Windung bildenden Folienbahn durch Verschwei
ßen.
Der apparative Aspekt der Erfindung ist Gegenstand
des Anspruchs 3.
Die Mittel zum Abtrennen der Folienbahn außerhalb der
Verbindungsstelle können an der Wickeleinrichtung vorgese
hen sein, obwohl auch das Abtrennen von Hand nicht ausge
schlossen sein soll.
In Anspruch 4 ist die konstruktive Ausbildung für die
Bereithaltung der Kunststoffolienbahn wiedergegeben.
Das Verschweißen der Kunststoffolienbahn kann mittels
eines Schweißbalkens nach Anspruch 6 geschehen, der gemäß
Anspruch 6 an Schwenkarmen angeordnet sein kann, um nach
Fertigstellung einer Kaule gegen die Oberfläche der durch
die Wickeleinrichtung gebildeten Windung der Kunststoffo
lienbahn anschwenkbar ist.
Gemäß Anspruch 7 kann an den Schwenkarmen des
Schweißbalkens auch die Schneidvorrichtung angeordnet
sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung schematisch wiedergegeben. Sie zeigt eine Sei
tenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die als Ganzes mit 100 bezeichnete Vorrichtung dient
zum KKV-Färben einer textilen Warenbahn 10, die von einer
auf einem Kaulenwagen 1 gelagerten Großkaule 2 abgewickelt
wird. Die Warenbahn 10 läuft von der Kaule 2 in den Trog
3 eines als Ganzes mit 4 bezeichneten Foulards und wird
nach dem Verlassen des Troges 3 in dem Quetschwerk 5 des
Foulards 4 auf eine vorgegebene Rest feuchte gleichmäßig
abgequetscht.
Mit dieser Rest feuchte wird die Warenbahn 10 in einer
als Ganzes mit 6 bezeichneten Wickelvorrichtung auf eine
Kaule 12 aufgewickelt, die am anderen Ende der Vorrichtung
100 auf einem Kaulenwagen 11 gelagert ist. Die Wickelvor
richtung 6 besitzt einen Maschinenständer 7, an dessen
oberem Ende seitlich außerhalb der Warenbahn 10 zwei auf-
und niederschwenkbare Wickelarme 8 um eine Achse 9
schwenkbar gelagert sind. Am freien Ende der Wickelarme 8
ist eine Andrückwalze 13 gelagert, die sich quer über die
Breite der Warenbahn 10 erstreckt und radial von außen
gegen die Kaule 12 angedrückt wird, um eine ordnungsgemäße
Ausbildung derselben beim Wickeln zu gewährleisten.
In der Nähe der Andrückwalze 13 ist an von den Wic
kelarmen 8 nach oben ragenden Lagerböcken 14 eine in der
Zeichnung nur angedeutete Vorratsrolle 15 drehbar gela
gert, auf der eine gestrichelt wiedergegebene luft- und
wasserdichte Kunststoffolienbahn 20 aufgewickelt ist, die
etwas breiter als die Warenbahn 10 ist.
Solange die Warenbahn 10 auf die Kaule 12 aufgewic
kelt wird, verbleibt die Kunststoffolienbahn 20 auf der
Vorratsrolle 15. Wenn die Kaule 12 fertiggewickelt ist,
wird die Kunststoffolienbahn 20 von der Vorratsrolle 15
abgezogen und in den Wickelspalt 16 zwischen der Andrück
walze 13 und der Kaule 12 eingeführt. Dann wird die Kaule
12 wieder in Drehung versetzt und es wird auf dem Umfang
der Kaule mindestens eine Windung 21 aus der Kunststoffo
lienbahn 20 gebildet, so daß die Kaule 12 in Umfangsrich
tung ganz von der Kunststoffolienbahn 20 umgeben ist und
sich das voreilende Ende der Kunststoffolienbahn 20 und
der nachfolgende Bereich derselben überlappen. Dieser
Zustand ist in der Zeichnung wiedergegeben. Die Kaule 12
wird dann angehalten, und es wird ein sich quer über die
Kunststoffolienbahn 20 erstreckender Schweißbalken 17
gegen den Umfang der Kaule 12 angeschwenkt. Der Schweiß
balken 17 ist an den Enden zweier Schwenkarme 18 angeord
net, die mit ihren anderen Enden in der Nähe der Andrück
walze 13 an den Wickelarmen 8 um eine Schwenkachse 19
schwenkbar gelagert sind. Der Schweißbalken 17 bewegt sich
also in einen Bogen 22 gegen den Außenumfang der Windung
21 und verschweißt die aufeinanderliegenden Bereiche der
Windung 21 der Kunststoffolienbahn 20 luft- und wasser
dicht.
In den Schweißbalken 17 ist eine nicht dargestellte
Schneidvorrichtung integriert, mit der das nachfolgende
Ende der Kunststoffolienbahn 20 abtrennbar ist.
Nach dem Abtrennen wird das freie Ende der Kunststof
folienbahn 20 auf die Vorratsrolle 15 zurückgewickelt und
beginnt das Aufwickeln der nächsten Kaule 12.
Die über die Stirnseite der Kaule 12 überstehenden
Enden der Kunststoffolienbahn 20 werden vor die Stirnsei
ten der Kaule 12 umgelegt und dort mittels Klebeband mit
einer Deckscheibe für die Stirnseiten verklebt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Färben einer textilen Warenbahn (10)
nach dem Kalt-Klotz-Verweilverfahren, bei welchem die
Warenbahn (10) mit einem definierten Auftrag an Behand
lungsflotte versehen und in feuchtem Zustand auf eine
Kaule (12) aufgewickelt und in luftdicht in eine Kunst
stoffolie eingewickeltem Zustand verweilengelassen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Aufwickeln der letzten Lage der Waren
bahn (10) auf die Kaule (12) mittels der gleichen Wickel
einrichtung (6) mindestens eine Windung (21) einer Kunst
stoffolienbahn (20) auf die Kaule (12) gewickelt und das
voreilende Ende dieser Windung (21) mit der Kunststoffo
lienbahn (20) dicht verbunden und von der nachfolgenden
Kunststoffolienbahn (20) abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das voreilende Ende der Windung (21) mit der Folien
bahn (20) verschweißt wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 oder 2, mit einer Einrichtung (4) zum definier
ten Auftrag einer Färbeflotte auf die Warenbahn (10) und
einer Wickeleinrichtung (6) zum Aufwickeln der mit der
Färbeflotte versehenen Warenbahn (10) auf eine Kaule,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorratsrolle (15) einer Kunststoffolienbahn
(20) an der Wickeleinrichtung (6) gelagert und mittels der
Wickeleinrichtung (6) eine Windung (21) der Kunststoffo
lienbahn (20) um die fertiggewickelte Kaule (12) wickelbar
ist und daß Mittel zum dichten Verbinden der in Umfangs
richtung gelegenen Enden der Windung (21) und der Folien
bahn (20) und zum Abtrennen der Kunststoffolienbahn (20)
außerhalb der Verbindungsstelle vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der die Wickel
einrichtung (6) seitlich außerhalb der Warenbahn (10)
angeordnete Wickelarme (8, 8) umfaßt, die einenends um eine
horizontale Achse schwenkbar sind und zwischen denen ande
renends eine an der Kaule (12) unter Bildung eines Wickel
spalts (16) anliegende Andrückwalze (13) gelagert ist,
über die die Warenbahn (10) auf die Kaule (12) leitbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Andrück
walze (13) an den Wickelarmen (8, 8) eine Vorratsrolle (15)
für die Kunststoffolienbahn (20) gelagert ist, von der die
Kunststoffolienbahn (20) bei fertiggewickelter Kaule (12)
durch den Wickelspalt (16) in einer Windung (21) um die
Kaule (12) herumleitbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Einrichtung zum Verbinden des vor
eilenden Endes der Windung (21) der Kunststoffolienbahn
(20) mit der Kunststoffolienbahn (20) einen quer über die
Kunststoffolienbahn (20) reichenden Schweißbalken (17)
umfaßt, der an der Windung (21) zum Angriff bringbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß der Schweißbalken (17) an den Enden von Schwenk
armen (18, 18) angeordnet ist, die mit ihren anderen Enden
an den Wickelarmen (8, 8) schwenkbar gelagert sind.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Schwenkarmen (18, 18) eine Schneidvorrichtung
angeordnet ist, mittels derer die Kunststoffolienbahn (20)
nach dem Verbinden außerhalb der Verbindungsstelle ab
trennbar ist.
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