DE19804652A1 - Verschluß für eine großkalibrige Rohrwaffe mit einer Abfeuervorrichtung - Google Patents
Verschluß für eine großkalibrige Rohrwaffe mit einer AbfeuervorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Verschluß für eine großkalibrige
Rohrwaffe mit einer Abfeuervorrichtung, die einen federbeauf
schlagten Schlagbolzen umfaßt.
Entsprechende Abfeuervorrichtungen für großkalibrige Waffen
sind beispielsweise aus: Rheinmetall "Waffentechnisches
Taschenbuch", 7. Auflage, Düsseldorf 1985; Seiten 315-318,
bekannt. Diese bekannten Vorrichtungen weisen allerdings den
Nachteil auf, daß sie relativ aufwendig aufgebaut und damit
entsprechend fehleranfällig sind oder lediglich über einen
starr eingebauten Schlagbolzen verfügen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Verschluß mit
einer einfachen, kompakt aufgebauten und funktionssicheren
Abfeuervorrichtung anzugeben, die überdies ein gegenüber be
kannten Abfeuervorrichtungen geringeres Gewicht aufweist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren
die Unteransprüche.
Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, zur
Steuerung des Bewegungsablaufes des Schlagbolzens sowohl beim
Spannen des Bolzens als auch beim Verschieben des Bolzens
nach Erreichen der Abfeuerstellung in seine Ruhestellung eine
Zwangssteuerung vorzusehen.
Hierzu greift der Schlagbolzen über einen Nocken in die Steu
erkurve einer durch einen Fremdantrieb betätigten Kurven
scheibe ein. Dabei ist die Steuerkurve der Kurvenscheibe der
art ausgebildet, daß nach Auslösen einer Abfeuertaste, die
die Kurvenscheibe in Rotation versetzt, der Nocken den
Schlagbolzen zunächst gegen den Druck der Schlagbolzenfeder
axial zum heckseitigen Ende des Verschlusses verschiebt und
dadurch spannt. Nach Erreichen einer maximalen heckseitigen
Verschiebestellung gleitet der Schlagbolzen in axialer Rich
tung durch den Druck der Schlagbolzenfeder schlagartig nach
vorne und zündet die entsprechende Patrone. Dabei dreht sich
die Kurvenscheibe weiter. Anschließend zieht die Kurvenschei
be den Schlagbolzen dann mittels des Nockens wieder in seine
Sicherheitsstellung zurück.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus dem folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungs
beispiel. Es zeigen:
Fig. 1 den Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Verschlusses
mit einer Abfeuervorrichtung, die über einen Nocken
mittels einer Kurvenscheibe zwangsgesteuert wird und
Fig. 2-7 verschiedene Stellungen der in Fig. 1 mit 8 bezeich
neten Kurvenscheibe nach Betätigung einer Abfeuertaste.
In Fig. 1 ist mit 1 eine Abfeuervorrichtung bezeichnet, die in
einem nur gestrichelt angedeuteten Verschluß 2 gelagert ist,
welcher heckseitig ein Waffenrohr 3, z. B. eines Mörsers,
verschließt.
Die Abfeuervorrichtung 1 umfaßt einen Schlagbolzen 4, der
durch den Verschluß axial geführt wird und sich über eine
Schlagbolzenfeder 5 an dem Verschluß 2 abstützt. An dem
Schlagbolzen 4 ist ein Nocken 6 befestigt. Dieser erstreckt
sich radial nach außen und greift in die vorzugsweise als
gehärtete Innenkurve ausgebildete Steuerkurve 7 einer Kur
venscheibe 8 ein. Die Kurvenscheibe 8 ist drehfest an einer
Welle 9 angeordnet, deren gegenüberliegendes Ende mit einem
ersten Kegelrad 10 versehen ist. Dieses greift in ein ent
sprechendes zweites Kegelrad 11 ein, welches über eine Betä
tigungsachse 12 mit einem Kurvenscheibenantrieb 13 - vorzugs
weise einem Elektromotor - verbunden ist. Dem Kurvenscheiben
antrieb 13 ist eine Antriebssteuerung 14 zugeordnet.
Der Schlagbolzen 4 weist für den Notbetrieb auf seiner dem
heckseitigen Ende des Verschlusses 2 zugewandten Seite eine
Aufnahme 15 zur Befestigung einer aus Übersichtlichkeits
gründen nicht dargestellten Reißleine auf.
Nachfolgend wird mit Hilfe der Fig. 2-7 auf die Funktion der
Erfindung eingegangen:
In der in Fig. 2 dargestellten Ruhestellung (Sicherheitsstel lung) der Kurvenscheibe 8 stützt sich der Nocken 6 in einem Bereich der Steuerkurve 7 ab, der derart gewählt ist, daß die Spitze 16 des Schlagbolzens 4 sich in der in Fig. 1 mit 17 bezeichneten Stellung befindet. In dieser Stellung kann die Spitze des Schlagbolzens den Patronenboden einer möglicher weise im Waffenrohr 3 befindlichen Munition nicht berühren.
In der in Fig. 2 dargestellten Ruhestellung (Sicherheitsstel lung) der Kurvenscheibe 8 stützt sich der Nocken 6 in einem Bereich der Steuerkurve 7 ab, der derart gewählt ist, daß die Spitze 16 des Schlagbolzens 4 sich in der in Fig. 1 mit 17 bezeichneten Stellung befindet. In dieser Stellung kann die Spitze des Schlagbolzens den Patronenboden einer möglicher weise im Waffenrohr 3 befindlichen Munition nicht berühren.
Nach Drücken der in Fig. 1 mit 18 bezeichneten Abfeuertaste
wird der Antrieb 13 aktiviert und dreht über die Kegelräder
10, 11 die Kurvenscheibe 8 entgegen dem Uhrzeigersinn. Die
Steuerkurve 7 ist in diesem an den Sicherheitsbereich an
schließenden Bereich derart gewählt, daß der Nocken 6 nach
links verschoben und damit der Schlagbolzen 4 gespannt wird
(Fig. 3 und 4).
Nach Erreichen einer maximalen heckseitigen Verschiebestel
lung des Schlagbolzens 4, bei der die Schlagbolzenspitze 16
die in Fig. 1 mit 19 bezeichnete hintere Lage erreicht hat,
wird der Nocken 6 aufgrund der Formgebung der Steuerkurve 7
frei (Fig. 5) und der Schlagbolzen 4 wird durch den Druck der
Schlagbolzenfeder 5 schlagartig nach vorne verschoben, so daß
die Spitze 16 des Schlagbolzens die in Fig. 1 mit 20 bezeich
nete vordere Lage einnimmt und auf das Anzündelement einer
gegebenenfalls im Waffenrohr 3 befindlichen Patrone trifft.
Konstruktiv ist die Kurvenscheibe derart ausgelegt, daß der
Nocken 6 beim Vorschnellen des Schlagbolzens 4 nicht mit der
Steuerkurve 7 im Bereich des Abfeuersektors in Berührung
kommt, wenn die Schlagbolzenspitze 16 in die Zündpille einer
Patrone eindringt.
Die Kurvenscheibe 8 dreht sich bei diesem Vorgang mit kon
stanter Geschwindigkeit weiter und zieht den Nocken 6 und
somit auch den Schlagbolzen 4 anschließend aus der Zündstel
lung über die entsprechend ausgebildete Steuerkurve (Fig. 6
und 7) zurück in die Ruhestellung (Fig. 1), nach deren Er
reichen der Antrieb 13 automatisch durch die Antriebssteue
rung 14 abgeschaltet wird.
Um einen sicheren Funktionsablauf des erfindungsgemäßen Ver
schlusses zu gewährleisten, ist es wichtig, daß der Abfeue
rungsvorgang nur ausgeführt werden kann, wenn die ansonsten
gesicherte Abfeuertaste 18 betätigt wird. Außerdem sollte die
Schlagbolzenfeder 5 erst kurz vor dem Auslösen des Zündvor
ganges gespannt werden und ansonsten ungespannt sein.
Schließlich sollte die Abfeuervorrichtung konstruktiv derart
ausgelegt sein, daß die Schlagbolzenspitze 16 in ihrer Ruhe
stellung nicht in das Waffenrohr 3 ragt.
1
Abfeuervorrichtung
2
Verschluß
3
Waffenrohr
4
Schlagbolzen
5
Schlagbolzenfeder
6
Nocken
7
Steuerkurve
8
Kurvenscheibe
9
Welle
10
erstes Kegelrad
11
zweites Kegelrad
12
Betätigungsachse
13
Kurvenscheibenantrieb, Fremdantrieb,
Antrieb
14
Antriebssteuerung
15
Aufnahme
16
Schlagbolzenspitze, Spitze
17
Lage der Schlagbolzenspitze
18
Abfeuertaste
19
Lage der Schlagbolzenspitze
20
Lage der Schlagbolzenspitze
Claims (5)
1. Verschluß für eine großkalibrige Rohrwaffe mit einer
Abfeuervorrichtung, die einen federbeaufschlagten
Schlagbolzen (4) umfaßt, mit den Merkmalen:
- a) der Schlagbolzen (4) ist mit einem Nocken (6) versehen, der sich radial nach außen erstreckt;
- b) der Nocken (6) greift in eine Steuerkurve (7) einer mit einem Fremdantrieb (13) verbundenen Kurven scheibe (8) ein;
- c) der Antrieb (13) ist mit einer Antriebssteuerung (14) verbunden, die derart ausgelegt ist, daß der Antrieb die Kurvenscheibe (8) bei Betätigung einer Abfeuertaste (18) von einer Ruhestellung aus um 360° dreht;
- d) die Steuerkurve (7) der Kurvenscheibe (8) ist der
art ausgebildet,
daß nach Auslösen einer Abfeuertaste (18) der Nocken (6) den Schlagbolzen (4) zunächst gegen den Druck der Schlagbolzenfeder (5) axial zum heck seitigen Ende des Verschlusses (2) verschiebt und dadurch spannt,
daß nach Erreichen einer maximalen heckseitigen Verschiebestellung der Schlagbolzen (4) in axialer Richtung durch den Druck der Schlagbolzenfeder (5) schlagartig nach vorne gleitet und
daß anschließend die Kurvenscheibe (8) den Schlag bolzen (4) wieder in seine Ruhestellung zurück zieht.
2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich bei dem Antrieb (13) um einen Elektromotor
handelt.
3. Verschluß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuerkurve (7) der Kurvenscheibe (8) als
Innenkurve ausgebildet ist.
4. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Schlagbolzen (4) auf seiner dem
heckseitigen Ende des Verschlusses (2) zugewandten Seite
eine Aufnahme (15) zur Befestigung einer Reißleine auf
weist.
5. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Antriebssteuerung (14) derart
ausgebildet ist, daß sich die Kurvenscheibe (8) nach
Auslösen der Abfeuertaste (18) mit konstanter Ge
schwindigkeit um 360° dreht.
Priority Applications (4)
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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Family
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Family Applications (1)
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- 1999-02-04 IL IL12838499A patent/IL128384A/en not_active IP Right Cessation
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