DE19802636C1 - Verbrennungsmotor - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Verbrennungsmotor mit den Merk
malen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
In einem derartigen, auch als Kolbenmotor zu bezeichnenden
Verbrennungsmotor ist in einem Zylinder eine Brennkammer aus
gebildet, in der sich ein Kolben unter Veränderung des Brenn
kammervolumens bewegt. Ein Teil der bei der Verbrennung von
Kraftstoff im Brennraum entstehenden Wärme wird auf die
brennraumseitigen Oberflächen, insbesondere an den Kolben, an
den Zylinder und an die Ventile übertragen. Ein solcher Wär
meübergang hat zum einen eine hohe thermische Belastung die
ser brennraumseitigen Oberflächen zur Folge. Zum anderen geht
mit einer dadurch stattfindenden Temperaturabnahme in den
Verbrennungsgasen eine Druckabnahme in denselben einher, was
zu einer verminderten Motorleistung, insbesondere zu einem
reduzierten Motorwirkungsgrad führt.
Aus diesen Gründen gibt es Bestrebungen, den thermischen Wir
kungsgrad eines Verbrennungsmotors zu verbessern, indem die
Wärmeverluste der Verbrennungsgase an diese Oberflächen wäh
rend der Kompressions- und Leistungsabgabezyklen vermindert
werden.
Es sind Verbrennungsmotoren bekannt, bei denen zur Reduzie
rung der Wärmeverluste die Oberflächen des Brennraumes mit
einem thermisch isolierenden Überzug, beispielsweise aus Ke
ramik, versehen werden.
Aus der DE 31 33 223 A1 ist eine Oberflächenbeschichtung des
Brennraumes mit einem thermisch stabilen geschlossenzelligen
Harzschaum bekannt.
Die DE-OS 20 12 500 zeigt einen Leichtmetallkolben für ther
misch hoch beanspruchte Brennkraftmaschinen, der bei geringem
Gewicht eine hohe Steifigkeit und eine gute Wärmeaufnahme
aufweist. Diese Eigenschaften werden dadurch erreicht, daß
zumindest die den Brennraum begrenzende Oberseite des Kolben
bodens mit waffelartigen Vertiefungen versehen ist, die von
geradlinig verlaufenden und sich kreuzenden Stegen von etwa
dachförmiger Grundform gebildet werden. Diese Maßnahmen be
wirken, daß der Kolben eine große Formsteifigkeit auch bei
dünner Bodenwandung besitzt und somit für schnell laufende
Brennkraftmaschinen geeignet ist. Durch die waffelartige
Oberseite vergrößert sich die Oberfläche des Kolbenbodens, so
daß eine gute Wärmeaufnahme erzielt wird, wodurch die Kolben
temperatur wesentlich niedriger gehalten werden kann. Durch
den etwa dachförmigen Querschnitt der Stege wird die Wärme
über die Stege dem Kolbenboden zugeführt, wodurch eine gute
und gleichmäßige Wärmeverteilung über den gesamten Kolbenbo
den erzielt werden kann, so daß hitzebeständige Kolbenwerk
stoffe weitgehend entbehrlich sind. Ein derartig aufgebauter
Verbrennungsmotor weist somit für diesen Anwendungsfall beab
sichtigte relativ hohe Wärmeverluste über die Oberflächen des
Brennraumes, insbesondere des Kolbens auf, so daß insoweit
eine Temperatur- und Druckabnahme in den Verbrennungsgasen
stattfindet, wodurch sich der Motorwirkungsgrad reduziert.
Die EP 0 147 149 B1 zeigt einen Kolben für einen Verbren
nungsmotor, der in einem Zylinder beweglich geführt ist und
darin einen Brennraum einseitig begrenzt. Eine dem Brennraum
zugewandte Oberfläche dieses Kolbens ist zumindest bereichs
weise mit einer dreidimensionalen Strukturierung ausgestat
tet. Diese am Kolbenboden angeordneten Hindernisse dienen zur
Ausbildung einer turbulenten Strömung im Brennraum, um auf
diese Weise eine starke Durchmischung der noch unverbrannten
Brenngase zu erzielen. Diese Maßnahmen unterstützen eine mög
lichst vollständige Verbrennung des Kraftstoffes sowie einen
schnell ablaufenden Verbrennungsvorgang, wodurch sich die
Emissionswerte des Motors verbessern lassen.
Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit der Aufgabe
für einen Verbrennungsmotor der eingangs genannten Art eine
andere Möglichkeit zur Verringerung der thermischen Verluste
im Brennraum anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Verbrennungs
motor mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, mit Hilfe
der im Brennraum herrschenden Strömungsverhältnisse die Wär
meübertragung von den Gasen im Brennraum auf die Oberfläche
des Brennraumes zu reduzieren. Zu diesem Zweck wird vorge
schlagen, die Strömung dieser Gase im Bereich ihrer Grenz
schicht mit Hilfe einer geeigneten, vorbestimmten, dreidimen
sionalen Strukturierung zumindest von Bereichen der dem
Brennraum zugewandten Oberfläche in Richtung einer vergrößer
ten Dicke oder Mächtigkeit der Strömungsgrenzschicht zu be
einflussen. Durch diese Maßnahme wird die Wärmeübertragung
der Gase durch diese Grenzschicht an die Oberfläche des
Brennraumes reduziert.
Beim erfindungsgemäßen Verbrennungsmotor wird durch die ge
wählte Oberflächenstrukturierung die Grenzschicht zur Redu
zierung der Wärmeübertragung dahingehend beeinflußt, daß ihre
Dicke zunimmt. Je dicker die Strömungsgrenzschicht an der
Oberfläche, desto dicker ist auch die Temperaturgrenzschicht
an dieser Oberfläche, wodurch sich die Wärmeübertragung an
die Oberfläche durch diese Grenzschicht reduziert.
Während bei den bekannten Verbrennungsmotoren die Oberfläche
des Brennraumes selbst hitzebeständig und/oder isolierend
ausgebildet werden, um die Wärmeverluste im Brennraum zu ver
ringern, wird beim erfindungsgemäßen Verbrennungsmotor durch
eine spezielle Strukturierung der Brennraumoberfläche eine
strömungstechnische Eigenschaft der Gasströmung, insbesondere
der Grenzschichtströmung, im Brennraum für diese Zwecke aus
genutzt. Dabei wird jedoch nicht ausgeschlossen, daß die
Brennraumoberflächen zusätzlich in bekannter Weise isolierend
und/oder hitzebeständig ausgebildet werden.
Mit Hilfe einer in diesem Sinne wirkenden Grenzschichtbeein
flussung kann ein wesentlicher Anteil des Wärmeüberganges
stark behindert werden. Auf diese Weise verbleibt mehr Wärme
energie und somit mehr Enthalpie im Brenngas, was zu einer
Erhöhung des Wirkungsgrades des Verbrennungsmotors führt.
Die erfindungsgemäß vorgeschlagene, vorbestimmte dreidimen
sionale Strukturierung der brennraumseitigen Oberfläche un
terscheidet sich von zufälligen Ausgestaltungsformen der
Oberfläche, die sich aufgrund der Herstellung dieser Oberflä
chen zwangsläufig ausbilden, z. B. Rauigkeit, Drehrillen, und
zwar insbesondere hinsichtlich der Plazierung an der Oberflä
che und/oder der dreidimensionalen Dimensionen.
Beispielsweise kann die brennraumseitige Oberfläche in den
betreffenden Bereichen gezielt mit regelmäßigen oder unregel
mäßigen Unebenheiten versehen sein, wodurch sich die vorteil
hafte Aufdickung der Grenzschicht ausbildet. Die genannten
Unebenheiten der Oberflächenstrukturierung sind dabei so ge
wählt und dimensioniert, daß sich die gewünschte Grenz
schichtverdickung einstellt. Jedoch sind diese Unebenheiten
auch so gewählt und dimensioniert, daß die für die Wärmeüber
tragung zur Verfügung stehende Oberfläche nicht oder nur ge
ringfügig vergrößert wird.
Vorzugsweise kann die Strukturierung der brennraumseitigen
Oberfläche in Form eines sägezahnförmigen oder schuppenarti
gen Profils ausgestaltet sein. Eine derartige Strukturierung
kann aufgrund der regelmäßig beabstandeten scharfkantigen
Konturen Mikroturbulenzen in der Grenzschichtströmung erzeu
gen, wodurch sich die Grenzschichtverdickung verstärkt.
Entsprechend einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann
die Strukturierung der brennraumseitigen Oberfläche, insbe
sondere des Zylinders und/oder des Kolbens, in Form von Stör
konturen ausgebildet sein. Derartige Störkonturen können vor
zugsweise durch von der Oberfläche abstehende Erhebungen ge
bildet sein. Auch hier ist darauf zu achten, daß die Erhebun
gen zwar insbesondere eine Verdickung der Grenzschicht verur
sachen, jedoch keine oder nur eine vernachlässigbare Vergrö
ßerung der einer Wärmeübertragung ausgesetzten Brennraumober
fläche bewirken. Die Erhebungen sind dabei vorzugsweise mit
einer Höhe von weniger als 1 mm, insbesondere weniger als 0,2
mm, ausgebildet.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform ergibt sich, wenn
die vorgenannten Erhebungen gleichmäßig voneinander beabstan
det sind. Durch diese Maßnahme kann wirkungsvoll die Dicke
der Grenzschicht beeinflußt werden. Bei parallel zueinander
verlaufenden Erhebungen wird ein Abstand von weniger als 1 mm
bevorzugt.
Entsprechend einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ver
brennungsmotors können die vorgenannten Erhebungen stegartig
und geradlinig ausgebildet sein. Dabei sind die so gebildeten
Stege vorzugsweise quer zu der in diesem Oberflächenbereich
herrschenden Strömungsrichtung der Grenzschicht angeordnet.
Die Stege können außerdem relativ scharfe Kanten aufweisen,
die beispielsweise Mikroturbulenzen erzeugen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform können die stegartigen
Erhebungen mit einer gleichmäßigen Struktur, insbesondere wa
benförmig oder sternförmig, an der Oberfläche angeordnet
sein. Diese gleichmäßige Strukturierung ermöglicht eine An
passung an die jeweils in diesem Oberflächenbereich herr
schenden Strömungsbedingungen, um auf diese Weise die sich
dort ausbildende Strömungsgrenzschicht im Sinne einer redu
zierten Wärmeübertragung zu beeinflussen. Dabei kann es vor
teilhaft sein, die Oberflächenstrukturierung zur Beeinflus
sung der Grenzschicht in verschiedenen Bereichen der brenn
raumseitigen Oberfläche unterschiedlich auszugestalten.
Die zur Verdickung der Strömungs- und Temperaturgrenzschicht
beispielhaft vorgeschlagenen Maßnahmen, wie z. B. an der Ober
fläche quer zur Grenzschichtströmung verlaufende, stegartige,
insbesondere gradlinige Erhebungen sind dabei derart auf die
jeweils herrschenden Strömungsbedingungen abgestimmt, insbe
sondere bemessen bzw. dimensioniert, daß sich eine möglichst
große Grenzschichtdicke einstellt, ohne daß sich dabei die
für die Wärmeübertragung zur Verfügung stehende Oberfläche
des Brennraumes wesentlich vergrößert.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird auch mit Hil
fe eine Kolbens mit den Merkmalen des Anspruches 10 gelöst.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile des erfindungsgemäßen
Verbrennungsmotors ergeben sich aus den Unteransprüchen, den
Zeichnungen und aus der nachfolgenden Beschreibung eines Aus
führungsbeispieles anhand der Zeichnungen. Es zeigen, jeweils
schematisch,
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine mit stegartigen Erhebun
gen versehene Oberfläche,
Fig. 2 einen Querschnitt durch eine mit einem sägezahnartigen
Profil versehene Oberfläche,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine mit relativ unregelmäßi
gen Erhebungen und Vertiefungen versehene Oberfläche,
Fig. 4 einen Querschnitt durch einen Kolben mit einer brenn
raumseitigen Oberfläche, die mit Mitteln zur Grenz
schichtbeeinflussung ausgestattet ist,
Fig. 5 eine Draufsicht auf den Kolben aus Fig. 4 entsprechend
dem Pfeil V in Fig. 4,
Fig. 6 eine Detailansicht auf einen mit A gekennzeichneten
Bereich der Oberfläche des Kolbens in den Fig. 4 und 5
und
Fig. 7 eine Detailansicht auf einen mit B gekennzeichneten
Bereich der Oberfläche des Kolbens der Fig. 4 und 5.
In Fig. 1 ist ein Bereich einer brennraumseitigen Oberfläche
1 wiedergegeben, die mit in Richtung eines Brennraumes 3 ab
stehenden Erhebungen 2 versehen ist. Diese Erhebungen 2 sind
dabei gleichmäßig voneinander beabstandet und bilden dadurch
eine dreidimensionale Strukturierung mit sich periodisch wie
derholender Störkontur an der Oberfläche 1 aus. Der darge
stellte Oberflächenbereich kann dabei an einer Zylinderwand,
einem Kolben, einem Ventil, einem Abgaskrümmer etc. ausgebil
det sein. Dabei kann die ganze brennraumseitige Oberfläche
oder nur bevorzugte Bereiche derselben mit der vorgeschlage
nen Strukturierung versehen sein.
Die mit 4 bezeichnete Teilung dieser periodischen Störung als
Strukturierung der Oberfläche 1 soll vorzugsweise weniger als
1 mm betragen. Die mit 5 bezeichnete Höhe oder Erhabenheit
der Erhebungen 2 bezüglich der Oberfläche 1 soll vorzugsweise
weniger als 1 mm und insbesondere weniger als 0,2 mm betra
gen.
Die Erhebungen 2 können stegartig und gradlinig ausgebildet
sein und insbesondere parallel zueinander verlaufen. In der
Darstellung entsprechend Fig. 1 ist die Oberfläche 1 quer zur
Längsrichtung der gradlinigen, stegartigen Erhebungen 2 ge
schnitten, so daß die Erhebungen 2 nur in ihrem Profil er
kennbar sind. Die Erhebungen 2 weisen im dargestellten Aus
führungsbeispiel zwei dem Brennraum 3 zugewandte, relativ
scharf ausgebildete Kanten 6 auf, mit denen sich Mikroturbu
lenzen in einer an die Oberfläche 1 angrenzenden, die Erhe
bungen 2 im wesentlichen quer überstreichenden Strömung er
zeugen lassen.
In Fig. 1 ist in einer Grafik die Abhängigkeit der mit 7 ge
kennzeichneten Strömungsgeschwindigkeit vom Wandabstand im
Bereich nach einer Erhebung 2 wiedergegeben. Mit Hilfe eines
mit 8 gekennzeichneten Pfeiles wird die Dicke der sich an der
Oberfläche 1 ausbildenden Grenzschicht veranschaulicht. Die
Dicke 8 der Grenzschicht ist dabei ein Maß, das mit der Redu
zierung des Wärmeaustausches zwischen dem im Brennraum 3 ent
haltenen Gas und der Oberfläche 1 korreliert.
Mit Hilfe der als vorzugsweise quer zur Strömungsrichtung der
Grenzschichtströmung verlaufende Störungen bzw. Erhebungen 2
ausgebildeten Strukturierung wird die Strömungsgrenzschicht
und somit die Temperaturgrenzschicht in der Nähe der Oberflä
che 1 gestört, wodurch diese gestörte Strömung erst bei einem
größeren Wandabstand dieselbe Strömungsgeschwindigkeit 7 er
reichen kann, als eine ungestörte Strömung. Das bedeutet, daß
die Grenzschichtdicke 8 der gestörten Strömung größer als bei
einer entsprechenden ungestörten Strömung ist. Die vergrößer
te Grenzschichtdicke 8 hat zur Folge, daß der Wärmeübergang
stärker behindert ist als bei einer ungestörten Strömung mit
entsprechend geringerer Grenzschichtdicke 8.
Fig. 2 zeigt eine andere Strukturierung der Oberfläche 1, mit
deren Hilfe die Grenzschichtströmung hinsichtlich einer bes
seren Isolationswirkung beeinflußt werden kann. Die Struktu
rierung der Oberfläche 1 ist entsprechend Fig. 2 dazu als sä
gezahnartiges oder schuppenförmiges Profil 9 ausgestaltet.
Ein derartiges Profil 9 kann eine von der Oberfläche 1 wegge
richtete Geschwindigkeitskomponente erzeugen. Außerdem er
zeugt die angeströmte, am Profil 9 ausgebildete scharfe Kante
10 Mikroturbulenzen. Sowohl diese Mikroturbulenzen als auch
die von der Oberfläche 1 weggerichtete Strömungskomponente
bewirken eine Verdickung der Grenzschicht in der Gasströmung
an der Oberfläche 1. Auch das Sägezahnprofil 9 wiederholt
sich in periodischen Abständen 4, wobei auch hier dieser Ab
stand oder diese Teilung 4 vorzugsweise weniger als 1 mm be
trägt.
Entsprechend Fig. 3 können die Störkonturen an der Oberfläche
1 bzw. kann die Strukturierung der Oberfläche 1 auch unregel
mäßig ausgebildet sein. Dabei können sich von der Oberfläche
1 abstehende Erhebungen 11 und sich in die Oberfläche 1 ein
schneidende Vertiefungen 12 abwechseln. Auch derartige Stö
rungen vermögen die Dicke oder Mächtigkeit der Grenzschicht
zu erhöhen, jedoch ist insbesondere bei unregelmäßig angeord
neten Störkonturen darauf zu achten, daß diese derart bemes
sen sind, daß möglichst keine Zunahme der Oberfläche erfolgt,
an der ein Wärmeübergang stattfinden kann.
Um eine solche unregelmäßig ausgebildete Oberfläche herzu
stellen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von
denen die folgenden beispielhaft aufgeführt sind: Furchen,
Quetschen, Ätzen, Prägen, Bearbeiten mit Laser, Einbringen
der Störung in eine Gießform, Plasmaspritzen, Hämmern.
Fig. 4 stellt den prinzipiellen Aufbau eines Kolbens 14 ins
besondere eines Dieselmotors im Querschnitt dar. Eine dem
Brennraum 3 zugewandte Stirnseite 13 des Kolbens 14 bildet
dabei die brennraumseitige Oberfläche 1. Die Stirnseite 13
des Kolbens 14 weist dabei einen mit A gekennzeichneten,
ringscheibenförmigen ersten Oberflächenbereich auf. In der
Stirnseite 13 ist außerdem mittig eine Vertiefung 15 ausge
bildet, in der sich ein mit B gekennzeichneter zweiter Ober
flächenbereich befindet. Die Stirnseite 13 mit den Oberflä
chenbereichen A und B ist in Fig. 5 zur Verdeutlichung in der
Draufsicht dargestellt.
Im Oberflächenbereich A findet während des Kolbenhubes in der
Grenzschicht der Brenngasströmung eine Änderung der Strö
mungsrichtung statt. Die in diesem Bereich A gewählte Struk
turierung der Oberfläche 1 ist an diese Strömungsbedingungen
angepaßt, indem beispielsweise die gemäß Fig. 1 stegartig
ausgebildeter Erhebungen 2 entsprechend Fig. 6 in einem wa
benförmigen Muster angeordnet sind. Somit ergibt sich für je
de beliebige Strömungsrichtung entlang der Oberfläche 1 eine
im wesentlichen gleichartige Störung der Grenzschicht mit der
oben beschriebenen isolierenden Wirkung.
Im Unterschied dazu verläuft im Oberflächenbereich B der Ver
tiefung 15 in der Stirnseite 13 des Kolbens 14 die Gasströ
mung im wesentlichen in der gleichen Richtung, nämlich rota
torisch hinsichtlich der Längsmittelachse des Kolbens 14 bzw.
des vorzugsweise zylindrischen Brennraumes 3. Um für diese
besonderen Strömungsverhältnisse geeignete Oberflächenstruk
turierung zur Beeinflussung der Grenzschichtströmung zu er
zielen, wird z. B. vorgeschlagen, die gemäß Fig. 1 stegartig
ausgebildeten Erhebungen 2 entsprechend Fig. 7 strahlenförmig
bzw. radial bezüglich der Mittellängsachse des Kolbens 14
bzw. des Brennraumes 3 verlaufend anzuordnen. Wie aus Fig. 7
zu entnehmen ist, können die strahlenförmig angeordneten Ste
ge bzw. Erhebungen 2 dabei unterschiedliche Längen aufweisen.
Auf diese Weise wird verhindert, daß z. B. im radial innenlie
genden Bereich die Abstände benachbarter Erhebungen 2 nicht
zu klein werden, was für die beabsichtigte Grenzschichtbeein
flussung nachteilig sein könnte.
Claims (10)
1. Verbrennungsmotor mit wenigstens einem Kolben, der in ei
nem Zylinder beweglich geführt ist und darin einen Brennraum
einseitig begrenzt, wobei eine brennraumseitige Oberfläche zu
mindest bereichsweise mit einer dreidimensionalen Strukturie
rung versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung (2, 9, 11, 12) derart geformt ist, daß
sich die Dicke (8) einer sich an dieser Oberfläche (1) ausbil
denden Strömungsgrenzschicht vergrößert.
2. Verbrennungsmotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung der brennraumseitigen Oberfläche (1) als
schuppenförmiges oder sägezahnartiges Profil (9) ausgestaltet
ist.
3. Verbrennungsmotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung der brennraumseitigen Oberfläche (1) in
Form von Störkonturen (2) ausgebildet ist, die im wesentlichen
quer zu einer im jeweiligen Oberflächenbereich vorherrschenden
Strömungsrichtung der Grenzschichtströmung verlaufend angeord
net sind.
4. Verbrennungsmotor nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung bzw. die Störkonturen durch von der
Oberfläche (1) abstehende Erhebungen (2) gebildet sind.
5. Verbrennungsmotor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhebungen (2) gleichmäßig voneinander beabstandet
sind.
6. Verbrennungsmotor nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhebungen (2) stegartig, gradlinig ausgebildet sind.
7. Verbrennungsmotor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die stegartigen Erhebungen (2) mit einem gleichmäßigen Mu
ster, vorzugsweise wabenförmig oder sternförmig, an der Ober
fläche (1) angeordnet sind.
8. Verbrennungsmotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zylinderkopf im Bereich der dem Kolben (14) gegenüber
liegenden Oberfläche (1) mit der Strukturierung (2, 9, 11, 12)
versehen ist.
9. Verbrennungsmotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung (2, 9, 11, 12) der Oberfläche (1) in
verschiedenen Bereichen (A, B) der brennraumseitigen Oberfläche
(1) unterschiedlich ausgestaltet ist.
10. Kolben für einen Verbrennungsmotor nach einem der vorher
gehenden Ansprüche, wobei eine einem Brennraum zugewandte Ober
fläche zumindest bereichsweise mit einer dreidimensionalen
Strukturierung versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strukturierung (2, 9, 11, 12) derart geformt ist, daß
sich die Dicke (8) einer sich an dieser Oberfläche (1) ausbil
denden Strömungsgrenzschicht vergrößert.
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