DE19801393C1 - Lenksystem - Google Patents
LenksystemInfo
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- B62—LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
- B62D—MOTOR VEHICLES; TRAILERS
- B62D5/00—Power-assisted or power-driven steering
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- B62D5/003—Backup systems, e.g. for manual steering
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- Combustion & Propulsion (AREA)
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- Steering Control In Accordance With Driving Conditions (AREA)
- Platform Screen Doors And Railroad Systems (AREA)
- Steering-Linkage Mechanisms And Four-Wheel Steering (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem eines nicht spurgebun
denen Kraftfahrzeuges, dessen gelenkte Fahrzeugräder
- - bei Normalbetrieb mit einer Lenkhandhabe, z. B. Lenkhandrad, über eine sich ständig auf korrekte Funktion überprüfende elektronische Regelanordnung wirkungsmäßig verbunden sind, welche einerseits einen mit den gelenkten Fahrzeugrädern zu deren Lenkverstellung verbundenen Lenkstellantrieb regelt und dazu mit einem von der Lenkhandhabe betätigten Lenkwin kel-Sollwertgeber sowie einem mit den gelenkten Fahrzeugrä dern betätigten Lenkwinkel-Istwertgeber verbunden ist und andererseits einen mit der Lenkhandhabe zur Simulation ei nes Lenkwiderstandes verbundenen Handkraftsteller regelt und dazu mit einem übertragene Kräfte zwischen Lenkstellan trieb und gelenkten Fahrzeugrädern erfassenden Handkraft- Sollwertgeber sowie einem übertragene Kräfte zwischen Hand kraftsteller und Lenkhandhabe erfassenden Handkraft- Istwertgeber verbunden ist,
- - bei anormalem Betrieb bzw. Notfallbetrieb zur Lenkverstel lung mit der Lenkhandhabe, insbesondere mechanisch oder hy draulisch, zwangsgekoppelt werden.
Für zukünftige Kraftfahrzeuge werden Lenksysteme entwickelt,
die nach dem Konzept "Steer by wire" arbeiten, zumindest bei
Normalbetrieb. Derartige Systeme, die beispielsweise in der
DE 42 32 256 A1, der DE 195 40 956 C1 sowie der
DE 195 46 942 C1 beschrieben werden, bieten den grundsätzli
chen Vorteil, daß sie zumindest hinsichtlich der Regelanord
nung sowie der zugehörigen Sensorik ohne konstruktive Abände
rungen für unterschiedlichste Fahrzeuge geeignet sind. Durch
entsprechende Programmierung kann einerseits praktisch jedes
Übersetzungsverhältnis zwischem dem Stellhub der Lenkhandhabe
und der Lenkwinkeländerung der gelenkten Fahrzeugräder ver
wirklicht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die
Regelanordnung mit zusätzlichen Sensoren zu verbinden, um
vorzugebende Parameter, z. B. Seitenwindeinflüsse, selbsttätig
zu berücksichtigen bzw. auszuregeln.
Um das erforderliche Maß an Sicherheit bei Systemfehlern ge
währleisten zu können, kann vorgesehen sein, daß beim Auftre
ten eines Fehlers in der Regelanordnung bzw. beim Ausfall von
Signalen, die von der Regelanordnung ausgewertet werden, au
tomatisch eine Betriebsweise für anormalen Betrieb bzw. Not
fallbetrieb eingeschaltet wird. Bei dieser Betriebsweise kann
dann eine Zwangskopplung zwischen Lenkhandhabe und gelenkten
Fahrzeugrädern vorgesehen sein, so daß das Lenksystem prinzi
piell nach Art einer herkömmlichen Lenkung arbeitet, wobei
allerdings die bei herkömmlichen Lenkungen übliche mechani
sche Lenksäule gegebenenfalls durch andere mechanische Syste
me oder auch durch hydraulisches insbesondere hydrostatische
Systeme ersetzt sein kann.
Nach der oben bereits angeführten DE 195 40 956 C1 ist für
den Notbetrieb eine mechanische Verbindung zwischen Lenkhand
habe und gelenkten Fahrzeugrädern vorgesehen, wobei im Not
fall eine diese mechanische Verbindung normalerweise aufge
trennt haltende Kupplung geschlossen wird, um die mechanische
Zwangskopplung zwischen Lenkhandhabe und gelenkten Fahrzeu
grädern zu bewirken. In der mechanischen Verbindung zwischen
Lenkhandrad und gelenkten Fahrzeugrädern ist ein bei Normal
betrieb unwirksames Servoventil angeordnet, über das der für
den Normalbetrieb vorgesehene hydraulische Lenkstellantrieb
als herkömmliches Servoventil betätigt werden kann.
In der DE 195 46 942 C1 wird für den Notfall ein hydrauli
sches Gestänge zwischen Lenkhandhabe und gelenkten Fahr
zeugrädern wirksam, derart, daß ein von der Lenkhandhabe be
tätigtes doppeltwirkendes Verdrängerorgan hydraulisch mit ei
nem mit den gelenkten Fahrzeugrädern gekoppelten weiteren
Verdrängerorgan hydraulisch zwangsverbunden wird.
Aus der DE 44 22 386 C1 ist eine im Prinzip herkömmliche Ser
volenkung bekannt, bei der das Lenkhandrad ständig mechanisch
mit den gelenkten Fahrzeugrädern zu deren Lenkverstellung
zwangsverbunden ist. In Abhängigkeit von den zwischen Lenk
handrad und gelenkten Fahrzeugrädern übertragenen Lenkkräften
wird eine Servoventilanordnung verstellt, durch die ein hy
draulischer Servomotor gesteuert wird, derart, daß die am
Lenkhandrad für das jeweilige Lenkmanöver aufzubringenden
Handkräfte mehr oder weniger stark vermindert werden. Zusätz
lich kann am Lenkhandrad ein selbsthemmungsfreier Elektromo
tor wirksam werden, welcher in Abhängigkeit von den Signalen
eines dem Lenkhandrad zugeordneten Handkraftsensors und/oder
in Abhängigkeit von den an den gelenkten Fahrzeugrädern wirk
samen Lenkkräften gesteuert wird. Auf diese Weis läßt sich
gewährleisten, daß am Lenkhandrad fühlbare Rückwirkungskräfte
in Analogie zu den an den gelenkten Fahrzeugrädern wirksamen
Lenkkräften auftreten. Darüber hinaus kann der Elektromotor
bei Ausfall des hydraulischen Servosystems gegebenenfalls als
Notfall-Servomotor arbeiten.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, bei einem Lenksystem der
eingangs angegebenen Art eine erhöhte Sicherheit zu gewähr
leisten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Handkraft-Istwertgeber bei Zwangskopplung von Lenkhandhabe
und gelenkten Fahrzeugrädern zwischen der Lenkhandhabe und
den gelenkten Fahrzeugrädern übertragene Lenkkräfte erfaßt
und die Regelanordnung - bei hinreichender Funktionsfähig
keit - den Handkraftsteller und/oder den Lenkstellantrieb
nach Art eines Servomotors zur Verminderung der bei Lenkmanö
vern notwendigen Handkräfte steuert, wobei für anormalen Be
trieb bzw. Notfallbetrieb eine hydraulische Zwangskopplung
zwischen Lenkhandhabe und gelenkten Fahrzeugrädern vorgesehen
ist und an einem die hydraulische Zwangskopplung bewirkenden
Hydrauliksystem zur Erfassung von Leckagen dienende Drucksen
soren angeordnet sind, derart, daß aus den Signalen dieser
Sensoren bei hydraulischer Zwangskopplung von Lenkhandhabe
und gelenkten Fahrzeugrädern Signale ableitbar sind, die mit
zwischen der Lenkhandhabe und den gelenkten Fahrzeugrädern
übertragenen Kräften korreliert sind.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, einen der
Lenkhandhabe zugeordneten Sensor, dessen Signale mit den auf
die Lenkhandhabe ausgeübten Handkräften korreliert sind, bei
Normalbetrieb zur Ermittlung der zwischen Handkraftsteller
und Lenkhandhabe übertragenen Kräften und bei anormalem Be
trieb bzw. Notfallbetrieb zur Ermittlung der zwischen der
Lenkhandhabe und den gelenkten Fahrzeugrädern übertragenen
Kräfte heranzuziehen, so daß im ersteren Falle die Handkräfte
in Analogie zu einem zu simulierenden Lenkwiderstand geregelt
und im zweiten Falle die zur Lenkbetätigung der gelenkten
Fahrzeugräder notwendigen Handkräfte wie bei einer herkömmli
chen Servolenkung vermindert werden können. Hierbei wird er
findungsgemäß eine besonders hohe Sicherheit gewährleistet,
weil Sensoren, die bei Normalbetrieb die Dichtigkeit des hy
draulischen Notfallsystems überwachen und damit ständig
selbst auf Funktionsfähigkeit überwacht werden, beim Notbe
trieb für weitere Aufgaben zur Verfügung stehen, nämlich die
Erfassung der an den gelenkten Fahrzeugrädern wirksamen Lenk
kräfte. Damit wird mit höchster Sicherheit gewährleistet, daß
das Notfallsystem nach Art einer Servolenkung arbeiten kann.
Im übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfin
dung auf die Ansprüche sowie die nachfolgende Erläuterung der
Zeichnung verwiesen, anhand der besonders bevorzugte Ausfüh
rungsformen beschrieben werden.
Dabei zeigt
Fig. 1 eine schaltplanartige Darstellung einer ersten Aus
führungsform und
Fig. 2 eine entsprechende Darstellung einer zweiten Ausfüh
rungsform der Erfindung.
Im Beispiel der Fig. 1 besitzt ein nicht näher dargestelltes
Kraftfahrzeug lenkbare Vorderräder 1, die über Spurstangen 2
sowie eine Stange 3 miteinander lenkverstellbar gekoppelt
sind.
Die Stange 3 bildet die Kolbenstange von zwei parallel zuein
ander angeordneten Kolben-Zylinder-Aggregaten 4 und 5, die
jeweils als doppeltwirkende Aggregate ausgebildet sind.
Das Kolben-Zylinder-Aggregat 4 ist über zwei Hydraulikleitun
gen 6 und 7 mit den beiden Kolbenarbeitsräumen eines doppelt
wirkenden Kolben-Zylinder-Aggregates 8 gekoppelt, dessen Kol
ben mechanisch mit einem Lenkhandrad 9 zwangsgekoppelt sind,
so daß sich die Kolben des Kolben-Zylinder-Aggregates 8 nach
rechts bzw. links verschieben, wenn das Lenkhandrad 9 im Uh
zeigersinne bzw. entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht wird, und
eine Verschiebung der Kolben des Kolben-Zylinder-Aggregates 8
eine entsprechende Drehung des Lenkhandrades 9 zur Folge hat.
Im übrigen ist das Lenkhandrad 9 mit einem selbsthemmungs
freien Elektromotor 10 antriebsmäßig verbunden, welcher bei
festgehaltener Motorwelle als reiner Krafterzeuger zu arbei
ten vermag und dessen Zweck weiter unten erläutert wird.
Zwischen den Hydraulikleitungen 6 und 7 ist ein normal ge
schlossenes Absperrventil 11 angeordnet, welches sich durch
Bestromung seines Stellmagnetes gegen die Kraft einer Rück
stellfederung aus der dargestellten Schließlage in seine Of
fenstellung umschalten läßt und bei Abschaltung des den
Stellmagnet beaufschlagenden elektrischen Stromes automatisch
von der Rückstellfederung in die dargestellte Schließlage ge
bracht bzw. in dieser Stellung gehalten wird.
Das Kolben-Zylinder-Aggregat 5 ist über Hydraulikleitungen 12
und 13 mit zwei Anschlüssen eines Steuerventiles 14 verbun
den, welches über zwei weitere Anschlüsse mit einem relativ
drucklosen Hydraulikreservoir 15 und einem hydraulischen
Druckspeicher 16 verbunden ist. Der Druckspeicher 16 kann
mittels Pumpen 17 und 18 nachgeladen werden, welche jeweils
durch ein Rückschlagventil 19 gegen Rückschlag von der Druck-
zur Saugseite gesichert und saugseitig an das Reservoir 15
angeschlossen sind. Die Pumpe 17 wird von einem Elektromotor
20 angetrieben, während die Pumpe 18 über eine schaltbare
Kupplung 21 mit dem Motor 22 des Kraftfahrzeuges verbindbar
ist.
Zwischen den Hydraulikleitungen 12 und 13 ist ein normal of
fenes Absperrventil 23 angeordnet, welches durch elektrische
Bestromung seines Stellmagnetes gegen die Kraft einer Rück
stellfederung aus der dargestellten Offenlage in seine
Schließlage gebracht werden kann.
Eine elektronische Regel- und Steueranordnung 24 ist ein
gangsseitig mit einem Geber 25 für den Istwert des Lenkwin
kels der Vorderräder 1 verbunden. Dieser Geber 25 kann bei
spielsweise mit der Stange 3 zusammenwirken, die bei Lenkver
stellung der Räder 1 einen zum Lenkwinkel analogen Stellhub
ausführt.
Außerdem ist die Eingangsseite der Regel- und Steueranordnung
24 mit einem von dem Lenkhandrad 9 betätigten Geber 26 für
den Sollwert des Lenkwinkels verbunden.
Darüber hinaus ist die Eingangsseite der Regel- und Steueran
ordnung mit einem Drehmoment-Sensor 27 verbunden, welcher die
zwischen Lenkhandrad 9 sowie Kolben-Zylinder-Aggregat 8
und/oder Elektromotor 10 übetragenen Kräfte bzw. Momente er
faßt.
Schließlich ist an die Eingangsseite der Regel- und Steueran
ordnung 24 eine Vielzahl von Drucksensoren 28, 29 und 30 ange
schlossen, deren Signale die hydraulischen Drücke in den Hy
draulikleitungen 6 und 7 sowie 12 und 13 und den Druck des
Druckspeichers 16 bzw. am Druckeingang des Steuerventiles 14
wiedergeben.
Ausgangsseitig ist die Regel- und Steueranordnung 24 mit den
Stellmagneten der Absperrventile 11 und 23 sowie des Steuer
ventiles 14 verbunden. Darüber hinaus werden vom Ausgang der
Regel- und Steueranordnung 24 die Elektromotoren 10 und 20
sowie die Kupplung 21 gesteuert.
Das Lenksystem der Fig. 1 funktioniert wie folgt:
Bei normalem Betrieb werden die Umschaltventile 11 und 23 von
der Regel- und Steueranordnung 24 durch Bestromung der Stell
magnete in die nicht dargestellten Lagen gebracht und in die
sen Lagen gehalten.
Dementsprechend ist das Kolben-Zylinder-Aggregat 5 vom Kol
ben-Zylinder-Aggregat 8 sowie vom Lenkhandrad 9 hydraulisch
entkoppelt.
Andererseits kann die Druckdifferenz zwischen den beiden Kol
benarbeitsräumen des Kolben-Zylinder-Aggregates 5 durch Betä
tigung der Steuerventiles 14 gesteuert werden, wie nachfol
gend dargestellt wird.
Die Regel- und Steueranordnung 24 erfaßt über den Geber 25
den Istwert des Lenkwinkels der Vorderräder 1. Über den vom
Lenkhandrad 9 betätigten Geber 26 erhält die Regel- und Steu
eranordnung 24 den Sollwert des Lenkwinkels. Entsprechend ei
nem von der Regel- und Steueranordnung 24 ausgeführten Soll-
Istwert-Vergleich werden dann die Steilmagnete des Steuerven
tiles 14 gesteuert.
Wenn keine Soll-Istwert-Abweichung vorhanden ist, bleibt das
Steuerventil 14 in der dargestellten Mittellage, in der das
Kolben-Zylinder-Aggregat 5 hydraulisch auf Freilauf geschal
tet und mit dem Reservoir 15 verbunden ist, während der
Druckspeicher 16, welcher in Abhängigkeit vom Signal des
Drucksensors 30 über die Pumpe 17 bzw. 18, soweit erforder
lich, ständig nachgeladen wird, gegenüber dem Kolben-
Zylinder-Aggregat 5 abgesperrt ist.
Falls eine Soll-Istwert-Abweichung auftritt, wird das Steuer
ventil 14 aus der dargestellten Mittellage je nach Richtungs
sinn der Soll-Istwert-Abweichung nach rechts oder links ver
schoben, so daß jeweils ein Kolbenarbeitsraum des Kolben-
Zylinder-Aggregates 5 mit dem Druckspeicher 16 bzw. der hier
durch die Pumpen 17 und 18 gebildeten Druckversorgung und der
andere Kolbenarbeitsraum des Aggregates 5 mit dem Reservoir
15 steuerbar verbunden wird, d. h. am Kolben-Zylinder-Aggregat
5 wird eine steuerbare Druckdifferenz wirksam, mit der Folge,
daß das Kolben-Zylinder-Aggregat 5 eine Stellkraft in einer
der Richtung der Soll-Istwert-Abweichung des Lenkwinkels ent
sprechenden Richtung erzeugt. Auf diese Weise wird eine Soll-
Istwert-Abweichung des Lenkwinkels kurzfristig ausgeregelt,
und die Vorderräder 1 folgen der Lenkverstellung des Lenk
handrades 9.
Aus den Signalen der Drucksensoren 29 kann die Regler- und
Steueranordnung 24 die am Kolben-Zylinder-Aggregat 5 wirksame
Druckdifferenz ermitteln, deren Maß mit den an den Vorderrä
dern 1 wirksamen Lenkkräften korreliert ist. Die diese Lenk
kräfte wiedergebende Differenz zwischen den Signalen der
Drucksensoren 29 wird als Sollwert für eine am Lenkhandrad
fühlbare Handkraft ausgewertet, welche die Regel- und Steuer
anordnung 24 durch entsprechende Ansteuerung des Elektromo
tors 10 einstellt, wobei der Drehmomemt-Sensor 27 die zwi
schen Elektromotor 10 bzw. dem Kolben-Zylinder-Aggregat 8 und
Lenkhandrad 9 wirksamen Momente und damit den Istwert der
Handkraft erfaßt. Im Ergebnis wird also der Motor 10 in Ab
hängigkeit von einem Soll-Istwert-Vergleich für die Handkräf
te geregelt. Auf diese Weise erhält der Fahrer am Lenkhandrad
eine haptische Rückkopplung der tatsächlich an den Fahrzeu
glenkrädern 1 wirksamen Lenk- und Störkräfte.
Die Regel- und Steueranordnung 24 überwacht sich ständig auf
korrekte Funktion. Darüber hinaus werden die Signale der mit
der Eingangsseite der Regel- und Steueranordnung 24 verbunde
nen Geber und Sensoren 25 bis 30 ständig auf Plausibilität
überprüft.
Sollte ein Systemfehler festgestellt werden, wird zumindest
der Stellmagnet des Absperrventiles 11 stromlos geschaltet,
mit der Folge, daß das Absperrventil 11 die in Fig. 1 darge
stellte, Schließlage einnimmt und die Kolben-Zylinder-
Aggregate 4 und 8 und damit die lenkbaren Vorderräder 1 und
das Lenkhandrad 9 miteinander hydraulisch zwangsgekoppelt
sind.
Soweit im hydraulischen System des Kolben-Zylinder-Aggregates
5 ein Fehler aufgetreten sein oder als möglich erscheinen
sollte, wird auch der Stellmagnet des Absperrventiles 23
stromlos geschaltet, so daß dieses Ventil 23 die in Fig. 1
dargestellte Offenlage einnimmt und das Kolben-Zylinder-
Aggregat 5 unter allen Umständen auf Freilauf geschaltet ist.
Nachfolgend sei nun angenommen, daß nur begrenzter Systemfeh
ler aufgetreten sei, beispielsweise mögen die Signale der
Drucksensoren 29 fehlerhaft oder ganz oder teilweise ausge
fallen sein. Damit steht der normalerweise aus den Signalen
dieser Drucksensoren 29 ermittelte Istwert der Lenkkräfte an
den Vorderrädern 1 nicht mehr zur Verfügung, so daß die am
Lenkhandrad 9 fühlbare Handkraft nicht mehr istwertsabhängig
regelbar ist. Wenn nun, wie vorangehend dargestellt wurde,
durch Abschalten des Stromes am Stellmagnet des Absperrventi
les 11 eine hydraulische Zwangskopplung zwischen Lenkhandrad
9 und gelenkten Vorderrädern 1 eingeschaltet wird, kann zu
sätzlich in der nachfolgend dargestellten Weise eine Servoun
terstützung für die vom Fahrer eingeleiteten Lenkmanöver ge
währleistet werden.
Der Drehmoment-Sensor 27 erfaßt nunmehr zwischen dem Lenk
handrad 9 und den gelenkten Rädern 1 übertragene Kräfte und
Momente. In Abhängigkeit von diesen Kräften bzw. Momenten
kann nun die Regel- und Steueranordnung 24 entweder den Elek
tromotor 10 und/oder das Steuerventil 14 betätigen, derart,
daß der Elektromotor 10 und/oder das Kolben-Zylinder-Aggregat
5 eine Stell- bzw. Servokraft erzeugen, durch die die für das
jeweilige Lenkmanöver notwendige, am Lenkhandrad 9 aufzubrin
gende Handkraft vermindert wird.
Sollte auch der Drehmomentsensor 27 nicht mehr zur Verfügung
stehen, können die zwischen Lenkhandrad 9 und gelenkten Rä
dern 1 übertragenen Kräfte und Momente auch aus den Signalen
der Drucksensoren 28 abgeleitet werden, welche normalerweise
nur zur Überprüfung der Dichtigkeit der Leitungen 6 und 7 so
wie der daran angeschlossenen Kolben-Zylinder-Aggregate 4 und
8 dienen. Bei Ausfall des Sensors 27 wird der selbsthemmungs
freie Elektromotor 10 stromlos geschaltet und das Steuerven
til 14 in Abhängigkeit von den Signalen der Drucksensoren 28
betätigt, derart, daß das Kolben-Zylinder-Aggregat 5 eine die
Druckdifferenz an den Drucksensoren 28 vermindernde Stell-
bzw. Servokraft erzeugt.
Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich
von der Anordnung nach Fig. 1 im wesentlichen dadurch, daß
das Kolben-Zylinder-Aggregat 8 durch eine hydrostatische, re
versierbare Pumpe 31 ersetzt ist, mit der Hydraulikmedium
zwischen den Hydraulikleitungen 6 und 7 ausgetauscht werden
kann. Diese Pumpe 31 ist einerseits mit dem Elektromotor 10
und andererseits mit dem Lenkhandrad 9 antriebsmäßig zwangs
gekoppelt.
Außerdem kann eine weitere reversierbare und vorzugsweise
ebenfalls hydrostatische Pumpe 32 die Hydraulikleitungen 12
und 13 verbinden. Zum Antrieb dieser Pumpe 32 dient ein Elek
tromotor 33, welcher von der Regel- und Steueranordnung 24
betätigt wird.
Die Funktionsweise der Ausführungsform der Fig. 2 stimmt wei
testgehend mit der Funktionsweise der Ausführungsform nach
Fig. 1 überein.
Wenn das Umschaltventil 11 seine Schließlage einnimmt, sind
die hydrostatische Pumpe 31 und das Kolben-Zylinder-Aggregat
4 und damit die lenkbaren Fahrzeugräder 1 und das Lenkhandrad
9 miteinander zwangsgekoppelt.
Wenn der Elektromotor 33 in der einen oder anderen Richtung
läuft bzw. eine Kraft in der einen oder anderen Richtung er
zeugt, wird durch die vom Motor angetriebene Pumpe 32 bei ge
schlossenem Absperrventil 23 am Kolben-Zylinder-Aggregat 5
eine mehr oder weniger große Stellkraft in der einen oder an
deren Richtung erzeugt. Damit kann beim Normalbetrieb eine
Lenkverstellung der gelenkten Fahrzeugräder entsprechend der
Vorgabe durch den Lenkwinkel-Sollwertgeber 26 erfolgen. Bei
einer Notfall-Betriebsweise kann in Abhängigkeit von den Si
gnalen des Drehmoment-Sensors 27 bzw. der Drucksensoren 28
eine Servokraft erzeugt werden.
Ein Vorteil der Ausführungsform nach Fig. 2 liegt darin, daß
der dem Elektromotor 33 zugeführte elektrische Strom (in Ver
bindung mit der am Elektromotor 33 anliegenden elektrischen
Spannung) analog zur Belastung des Elektromotors 33 und damit
auch analog zu der vom Kolben-Zylinder-Aggregat 5 erzeugten
Stellkraft ist. Dies hat zur Folge, daß die mit den Drucksen
soren 29 erfaßbare, zur Stellkraft des Kolben-Zylinder-
Aggregates 5 analoge Druckdifferenz zwischen den Leitungen 12
und 13 auch durch Erfassung elektrischer Parameter - hier der
elektrischen Spannung bzw. Stromstärke an bzw. zwischen den
elektrischen Anschlüssen des Elektromotors 33 - ermittelt
werden kann. Die genannten elektrischen Parameter stellen al
so ein zu den Signalen der Drucksensoren 29 redundantes
Signal dar. In Fig. 2 ist durch einen Doppelpfeil in der
strichliert gezeichneten Verbindung zwischen Elektromotor 33
und Steuer- bzw. Regelanordnung 24 angedeutet, daß die Steu
er- bzw. Regelanordnung 24 die genannten Parameter einerseits
steuert und andererseits auch als Eingangssignal auswertet.
Sollten die Drucksensoren 29 ausfallen, können also deren
Signale bei Ermittlung der Druckdifferenz zwischen den Lei
tungen 12 und 13 durch die Auswertung der elektrischen Para
meter des Elektromotors 33 ersetzt werden. Vorhandene Signale
der Drucksensoren 29 können damit auf Plausibilität überprüft
werden.
Bei allen Ausführungsformen sind nicht näher dargestellte
Maßnahmen vorgesehen, um die Dichtigkeit des Hydrauliksystems
zu überwachen und gegebenenfalls Notfallmaßnahmen einzulei
ten.
Abweichend von der Darstellung in Fig. 1 kann das Steuerven
til 14 auch eine sogenannte offene Mitte aufweisen, derart,
daß in der Mittellage des Ventils 14 alle Anschlüsse des Ven
tils 14 miteinander kommunizieren, wobei der zum Reservoir 15
führende Anschluß mit allen anderen Ventilanschlüssen und da
mit auch mit der durch die Pumpen 17 und 18 gebildeten Druck
versorgung verbunden ist. Sobald dann das Ventil 14 die Mit
tellage einnimmt, fördern die Pumpen 17 bzw. 18 relativ
drucklos zum Ventil 14 und zurück zum Reservoir 15. Bei einer
solchen Anordnung kann der Druckspeicher 16 entfallen.
Claims (4)
1. Lenksystem eines nicht spurgebundenen Kraftfahrzeuges,
dessen gelenkte Fahrzeugräder
- 1. bei Normalbetrieb mit einer Lenkhandhabe, z. B. Lenkhandrad, über eine sich ständig auf korrekte Funktion überprüfende elektronische Regelanordnung wirkungsmäßig verbunden sind, welche einerseits einen mit den gelenkten Fahrzeugrädern zu deren Lenkverstellung verbundenen Lenkstellantrieb regelt und dazu mit einem von der Lenkhandhabe betätigten Lenkwin kel-Sollwertgeber sowie einem mit den gelenkten Fahrzeugrä dern betätigten Lenkwinkel-Istwertgeber verbunden ist und andererseits einen mit der Lenkhandhabe zur Simulation ei nes Lenkwiderstandes verbundenen Handkraftsteller regelt und dazu mit einem übertragene Kräfte zwischen Lenkstellan trieb und gelenkten Fahrzeugrädern erfassenden Handkraft- Sollwertgeber sowie einem übertragene Kräfte zwischen Hand kraftsteller und Lenkhandhabe erfassenden Handkraft- Istwertgeber verbunden ist,
- 2. bei anormalem Betrieb bzw. Notfallbetrieb zur Lenkverstel lung mit der Lenkhandhabe, insbesondere mechanisch oder hy draulisch, zwangsgekoppelt werden,
2. Lenksystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Zwangskopplung von Lenkhandhabe (9) und gelenkten
Fahrzeugrädern (1) eine als Subsystem der Regelanordnung (24)
ausgebildete elektronische Regelung bzw. Steuerung für die
Betätigung des Handkraftstellers (10) und/oder des Lenk
stellantriebes (5) als Servomotor wirksam wird.
3. Lenksystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Lenkstellantrieb (5) in Abhängigkeit von den Signalen
der Drucksensoren (28) als Servomotor betreibbar ist.
4. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein für den Lenkstellantrieb angeordneter Elektromotor
(33) auch als Handkraft-Sollwertgeber mit der Regelanordnung
(24) zusammenwirkt, indem die Regelanordnung (24) elektrische
Betriebsparameter des Elektromotors (33) erfaßt, welche ana
log zu den zwischen Lenkstellantrieb und gelenkten Fahr
zeugrädern (1) übertragenen Kräften sind.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Family
ID=7854757
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19801393A Expired - Fee Related DE19801393C1 (de) | 1998-01-16 | 1998-01-16 | Lenksystem |
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