DE19801561A1 - Bördelvorrichtung - Google Patents
BördelvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bördelvorrichtung mit einem Maschinengestell, einem
darin mit einem Bördelhub und/oder einem Versetzhub heb- und senkbar
angeordneten Bördelbett, einer Mehrzahl von in den Arbeitsbereich des
Bördelbettes bewegbaren Bördelbacken und Antrieben für das Bördelbett und
die Bördelbacken.
Bei einer bekannten Bördelvorrichtung (US 5,150,508) bestehen alle Antriebe
aus Hydraulikzylindern. Da nicht nur für den Bördelhub sondern auch für den
Versetzhub eine Mehrzahl von Hydraulikzylindern vorgesehen sind, die jeweils
hinsichtlich ihres Hubes und ihrer Kraftwirkung gleichzeitig und gleichmäßig
angesteuert werden müssen, ist die Steuerung dieser Antriebe nicht
unproblematisch. Um die Anzahl der jeweiligen Gruppen von Hydraulikzylindern
gering zu halten und gleichzeitig eine zuverlässige Abstützung dieser
Hydraulikzylinder zu gewährleisten, müssen die daran beteiligten, insbesondere
bewegten Bauteile, verhältnismäßig große Massen aufweisen.
Aufgabe der Erfindung ist es, durch Einsatz anderer Antriebe die Steuerung zu
vereinfachen und die Massen der bewegten Bauteile zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Bördelbett einen
elektromechanischen Antrieb für den Bördelhub aufweist, der über
angetriebene Exzenter oder Kurbeln am Bördelbett angreift. Über den
elektromechanischen Antrieb kann die erforderliche Winkelstellung der
Exzenter oder Kurbeln mit einfachen Mitteln gesteuert werden. Die Exzenter
oder Kurbeln können raumsparend untergebracht werden, ihre Abstützung
erfordert weniger Aufwand, so daß auch die Massen der bewegten Bauteile
reduziert werden können. Das gilt auch für eine bevorzugte Ausführung der
Erfindung, bei der die Exzenter oder Kurbeln des Bördelhub-Antriebes an einer
Zwischenplatte angreifen, wobei für den Versetzhub ein weiterer
elektromechanischer Antrieb mit angetriebenen Exzentern oder Kurbeln
vorgesehen ist, die zwischen der Zwischenplatte und dem Bördelbrett
angeordnet sind. Zweckmäßig ist die Zwischenplatte am Maschinengestell
geführt.
Vorzugsweise weisen die Antriebe jeweils ein Getriebe mit zwei Ausgängen für
gegenläufige Wellen auf, die die Exzenter oder Kurbeln tragen. Bei der
gegenläufigen Bewegung der Wellen werden Querkräfte, die während der
Drehung der Wellen bzw. der daran angeordneten Exzenter oder Kurbeln
auftreten, auf kurzem Wege von den Lagerungen der Welle aufgenommen. Da
von den Exzentern oder Kurbeln erhebliche Kräfte übertragen werden,
empfiehlt sich eine Ausführung, bei der die Wellen beidseits ihrer Exzenter oder
Kurbeln am Maschinengestell bzw. an der Zwischenplatte gelagert sind.
Zusätzlich können die Exzenter oder Kurbeln an zugeordneten Pleuelstangen
gelagert sein, deren andere Enden über Lager am Bördelbett oder an der
Zwischenplatte angeordnet sind. Diese Ausführung ermöglicht es, auch
größere Abstände zwischen den bewegten Bauteilen einzurichten.
Von besonderer Bedeutung ist eine Ausführung, bei der die Exzenter oder die
Kurbeln einerseits für den Bördelhub und andererseits für den Versetzhub
vertikal übereinander angeordnet sind. Dann werden nämlich die Kräfte in der
Zwischenplatte vermieden.
Der Antrieb eines im Maschinengestell auf- und abbewegbaren Niederhalters
kann einen Getriebebremsmotor mit einer Abtriebswelle aufweisen, auf der
Ritzel angeordnet sind, die an gestellfesten Zahnstangen angreifen. Damit
kann auch die Bewegung des Niederhalters einfach gesteuert werden.
Erfindungsgemäß sollten die Bördelbacken schwenkbar am Maschinengestell
gelagert sein und mit Pneumatikzylindern verschwenkbar sein. Das ermöglicht
es, Schwenklager der Bördelbacken günstig im Hinblick auf die zu erwartenden
Bördelkräfte so anzuordnen, daß sich die Bördelbacken beim Bördeln selbst
stabilisieren.
Insgesamt kann damit bei der erfindungsgemäßen Bördelvorrichtung auf den
Einsatz von Hydraulikflüssigkeit verzichtet werden.
Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der
Erfindung erläutert; es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Seitenansicht einer Bördelvorrichtung,
Fig. 2 in vergrößertem Maßstab ein Detail des Gegenstandes nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt A-A durch den Gegenstand nach Fig. 2,
Fig. 4 schematisch eine Draufsicht auf einen Bördelhub-Antrieb,
Fig. 5 schematisch eine Draufsicht auf einen Versetzhub-Antrieb.
Zu der dargestellten Bördelvorrichtung gehören ein Maschinengestell 1, ein
darin mit einem Bördelhub und einem Versetzhub heb- und senkbar
angeordneten Bördelbett 2, einer Mehrzahl von in den Arbeitsbereich des
Bördelbettes 2 bewegbaren Bördelbacken, einem im Maschinengestell 1 auf- und
abbewegbaren Niederhalter 4, zwei- oder dreistufigen
elektromechanischen Antrieben für das Bördelbett 2 sowie Antrieben für die
Bördelbacken 3 und den Niederhalter 4.
Das Bördelbett 2 ist auf einem Stößel 5 befestigt, der in Führungen 6 des
Maschinengestells 1 geführt ist. Der Stößel 5 ist ein unten offenes
Kastenbauteil, in dem ein Antrieb 7 für den Bördelhub und ein Antrieb 8 für den
Versetzhub untergebracht sind.
Zum Antrieb 7 für den Bördelhub gehört ein Getriebekasten 9 mit zwei
Ausgängen für gegenläufig angetriebene Wellen 10, 11, die bei der
dargestellten Ausführung jeweils zwei mit gegenseitigem Abstand angeordnete
Exzenter 12 tragen. Beidseits der Exzenter 12 ist jede Welle 10 bzw. 11 in
Lagern 13 gelagert, die auf einer Grundplatte 14 des Maschinengestells 1
angeordnet sind. Die Exzenter 12 sind in Pleuelstangen 15 gelagert, deren
andere Enden bei 16 an der Unterseite einer Zwischenplatte 17 gelagert sind.
Die Zwischenplatte 17 ist in Führungen 18 an der Innenseite des Stößels 5
vertikal geführt.
Der Antrieb 8 für den Versetzhub weist ebenfalls einen Getriebekasten 19 mit
zwei Ausgängen für gegenläufig angetriebene Wellen 20, 21 auf, die mit
gegenseitigem Abstand angeordnete Kurbeln 22 tragen, von denen
Pleuelstangen 23 ausgehen, die an der Unterseite des Stößels 5 bei 24
gelagert sind. Die Wellen 20, 21 sind jeweils beidseits ihrer Kurbeln 22 in
Lagern 25 auf der Zwischenplatte 17 gelagert.
Die Bördelbacken 3 sind in Schwenklagern 26 am Maschinengestell 1 gelagert,
so daß sie mit Hilfe von als Antrieb dienenden Pneumatikzylindern 27 in den
Arbeitsbereich des Bördelbettes 2 oder aus diesem heraus verschwenkt
werden. Jede Bördelbacke 3 weist ein Vorbördelwerkzeug 28 und ein im
Abstand dazu angeordnetes Fertigbördelwerkzeug 29 auf.
Am in an sich bekannter Weise am Maschinengestell 1 geführten Niederhalter
4 befindet sich ein Getriebebremsmotor 30, dessen Abtriebswelle 31 endseitige
Ritzel 32 aufweist, die in am Maschinengestell 1 befestigte Zahnstangen 33
eingreifen. Durch Betätigen des Getriebebremsmotors 30 kann der Niederhalter
4 gesteuert auf- und abbewegt werden. In Fig. 1 ist mit durchgezogenen Linien
die untere Position des Niederhalters 4 und mit strichpunktierten Linien die
obere Position des Niederhalters 4 wiedergegeben.
Die dargestellte Bördelvorrichtung arbeitet wie folgt:
Bei angehobenem Niederhalter 4 und abgesenktem Bördelbett 2 wird auf das Bördelbett 2 ein zu bearbeitendes Werkstück aufgelegt. Dann wird der Niederhalter 4 auf das Werkstück abgesenkt, wobei eine pneumatische Federung 34 des Niederhalters 4 zum Anpressen der Bauteile und zum Ausgleich des Versetzhubes genutzt wird. Dann wird der Antrieb 8 für den Versetzhub betätigt, wodurch das Bördelbett etwa 200 mm vertikal nach oben bewegt wird. Dann werden die Bördelbacken 3 in den Arbeitsbereich des Bördelbettes verschwenkt, so daß sich die Vorbördelwerkzeuge 28 oberhalb der zu bördelnden Ränder des Werkstückes befinden. Durch Betätigen des Antriebs 7 für den Bördelhub wird nunmehr das Bördelbett mit dem Werkzeug gegen die Vorbördelwerkzeuge 28 bewegt und das Vorbördeln findet statt. Danach werden die Bördelbacken wieder aus dem Arbeitsbereich des Bördelbettes weggeschwenkt. Die Antriebe 7 und 8 werden betätigt, so daß das Bördelbett 2 mit dem darauf durch den Niederhalter 4 festgehaltenen Werkzeug nach unten bewegt wird. Dann werden die Bördelbacken 3 wieder in den Arbeitsbereich verschwenkt, so daß die Fertigbördelwerkzeuge 29 sich wieder im Arbeitsbereich des Bördelbettes 2 befinden. Durch Betätigen des Antriebes 7 für den Bördelhub wird das Bördelbett 2 etwa 20 mm vertikal nach oben bewegt, so daß das Werkstück unter der Wirkung der Fertigbördelwerkzeuge 29 fertiggebördelt wird. Anschließend wird der Niederhalter 4 nach oben bewegte so daß das Werkstück vom Bördelbett abgenommen werden kann.
Bei angehobenem Niederhalter 4 und abgesenktem Bördelbett 2 wird auf das Bördelbett 2 ein zu bearbeitendes Werkstück aufgelegt. Dann wird der Niederhalter 4 auf das Werkstück abgesenkt, wobei eine pneumatische Federung 34 des Niederhalters 4 zum Anpressen der Bauteile und zum Ausgleich des Versetzhubes genutzt wird. Dann wird der Antrieb 8 für den Versetzhub betätigt, wodurch das Bördelbett etwa 200 mm vertikal nach oben bewegt wird. Dann werden die Bördelbacken 3 in den Arbeitsbereich des Bördelbettes verschwenkt, so daß sich die Vorbördelwerkzeuge 28 oberhalb der zu bördelnden Ränder des Werkstückes befinden. Durch Betätigen des Antriebs 7 für den Bördelhub wird nunmehr das Bördelbett mit dem Werkzeug gegen die Vorbördelwerkzeuge 28 bewegt und das Vorbördeln findet statt. Danach werden die Bördelbacken wieder aus dem Arbeitsbereich des Bördelbettes weggeschwenkt. Die Antriebe 7 und 8 werden betätigt, so daß das Bördelbett 2 mit dem darauf durch den Niederhalter 4 festgehaltenen Werkzeug nach unten bewegt wird. Dann werden die Bördelbacken 3 wieder in den Arbeitsbereich verschwenkt, so daß die Fertigbördelwerkzeuge 29 sich wieder im Arbeitsbereich des Bördelbettes 2 befinden. Durch Betätigen des Antriebes 7 für den Bördelhub wird das Bördelbett 2 etwa 20 mm vertikal nach oben bewegt, so daß das Werkstück unter der Wirkung der Fertigbördelwerkzeuge 29 fertiggebördelt wird. Anschließend wird der Niederhalter 4 nach oben bewegte so daß das Werkstück vom Bördelbett abgenommen werden kann.
1
Maschinengestell
2
Bördelbett
3
Bördelbacken
4
Niederhalter
5
Stößel
6
Führungen
7
Antrieb für Bördelhub
8
Antrieb für Verstellhub
9
Getriebekasten
10
Welle
11
Welle
12
Exzenter
13
Lager
14
Grundplatte
15
Pleuelstange
16
Lager
17
Zwischenplatte
18
Führung
19
Getriebekasten
20
Welle
21
Welle
22
Kurbel
23
Pleuelstange
24
Lager
25
Lager
26
Schwenklager
27
Pneumatikzylinder
28
Vorbördelwerkzeug
29
Fertigbördelwerkzeug
30
Getriebebremsmotor
31
Abtriebswelle
32
Ritzel
33
Zahnstange
34
pneumatische Federung
Claims (9)
1. Bördelvorrichtung mit einem Maschinengestell, einem darin mit einem
Bördelhub und/oder einem Versetzhub heb- und senkbar angeordneten
Bördelbett, einer Mehrzahl von in den Arbeitsbereich des Bördelbettes
bewegbaren Bördelbacken und Antrieben für das Bördelbett und die
Bördelbacken, dadurch gekennzeichnet, daß das Bördelbett (2) einen
elektromechanischen Antrieb (7) für den Bördelhub aufweist, der über
angetriebene Exzenter (12) oder Kurbeln am Bördelbett (2) angreift.
2. Bördelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Exzenter (12) oder Kurbeln des Bördelhub-Antriebes (7) an einer
Zwischenplatte (17) angreifen und daß für den Versetzhub ein weiterer
elektromechanischer Antrieb (8) mit angetriebenen Exzentern oder Kurbeln
(22) vorgesehen ist, die zwischen der Zwischenplatte (17) und dem
Bördelbett (2) angeordnet sind.
3. Bördelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenplatte (17) am Maschinengestell (1) geführt ist.
4. Bördelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Antriebe (7 bzw. 8) jeweils ein Getriebe (9 bzw.
19) mit zwei Ausgängen für gegenläufige Wellen (10, 11 bzw. 20, 21)
aufweisen, die die Exzenter (12) oder Kurbeln (22) tragen.
5. Bördelvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wellen (10, 11; 20, 21) beidseits ihrer Exzenter (12) oder Kurbeln (22) am
Maschinengestell (1) bzw. an der Zwischenplatte (17) gelagert sind.
6. Bördelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Exzenter (12) oder Kurbeln (22) an
zugeordneten Pleuelstangen (15 bzw. 23) gelagert sind, deren andere
Enden über Lager (16 bzw. 24) an der Zwischenplatte (17) oder am
Bördelbett (2) angreifen.
7. Bördelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Exzenter (12) oder Kurbeln (22) einerseits für
den Bördelhub und andererseits für den Versetzhub vertikal übereinander
angeordnet sind.
8. Bördelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß im Maschinengestell ein Niederhalter (4) auf- und
abbewegbar ist, der als Antrieb einen Getriebebremsmotor (30) mit einer
Abtriebswelle (31) aufweist, auf der Ritzel (32) angeordnet sind, die an
gestellfesten Zahnstangen (33) angreifen.
9. Bördelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bördelbacken (3) schwenkbar am
Maschinengestell (1) gelagert und mit Pneumatikzylindern (27)
verschwenkbar sind.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE19801561A DE19801561C2 (de) | 1998-01-16 | 1998-01-16 | Bördelvorrichtung |
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| DE19801561A DE19801561C2 (de) | 1998-01-16 | 1998-01-16 | Bördelvorrichtung |
Publications (2)
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Family Applications (1)
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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Owner name: THYSSEN KRUPP INDUSTRIES AG, 45128 ESSEN, DE |
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Owner name: THYSSENKRUPP TECHNOLOGIES AG, 45128 ESSEN, DE |
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