DE19800765A1 - Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen sowie System hierfür - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen sowie System hierfürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Bild
darstellungen der Oberfläche der Innenwand von Hohlkörpern im
Rahmen einer endoskopischen Untersuchung, insbesondere von
Hohlraumorganen und Gefäßen, wobei die mittels des Endoskops
gelieferten Bilddaten in Form von Videobildsignalen ausge
geben werden.
Die Endoskopie mit Fiber-Endoskopen ist heutzutage eine medi
zinische Standardanwendung und ermöglicht das Betrachten der
Innenwände von Hohlraumorganen wie beispielsweise dem Magen,
Darm, der Blase oder dergleichen, wie auch von Gefäßen. Das
Endoskopobjektiv wird während der Untersuchung des
Organs/Gefäßes in dieses eingeschoben, dort verschoben, ge
dreht und/oder abgewinkelt, um die Innenwand aus unterschied
lichen Richtungen und Positionen betrachten zu können. Das
Auge des Arztes kann während der Untersuchung jeweils nur
eingeschränkt Teilbereiche der Innenwand des untersuchten
Hohlkörpers betrachten. Diese Einschränkung ist durch die
Grenzen des Endoskop-Objektivs gegeben. Denn das Objektiv
läßt nur einen sehr begrenzten Blickwinkel zu. Um auch nach
der Untersuchung die Möglichkeit zu geben, die untersuchten
Bereiche nochmals betrachten und beurteilen zu können, ist es
häufig üblich, eine Videoaufzeichnung der während der Endo
skopieprozedur aufgenommenen Bilder vorzunehmen. Zu diesem
Zweck werden die vom Endoskop "gelieferten Bilddaten" ent
sprechend in Form von Videobildsignalen, beispielsweise mit
tels von einer nachgeschalteten Kamera, erzeugt und in dieser
Form als analoge Signale dem Videorecorder zugeführt.
Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Verfahren
zur Erzeugung von Bilddarstellungen anzugeben, welches es dem
Arzt ermöglicht, nicht nur die von den optischen Eigenschaf
ten des Endoskops vorgegebenen kleinen Teilbereiche betrach
ten zu können, sondern einen entsprechenden größeren Bereich,
um auf diese Weise auf einen Blick mehr Informationen zu er
halten und eine bessere Diagnose stellen zu können.
Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Verfahren der ein
gangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, daß mehrere
Einzelbilder unterschiedlicher Bereiche der Innenwand des zu
untersuchenden Hohlkörpers aufgenommen werden, deren Video
bildsignale digitalisiert werden, und daß basierend auf den
digitalisierten Videobildsignal in einer Bildverarbeitungs
einrichtung durch Überlagerung und/oder Zusammensetzen ein
zelner Einzelbilder ein Gesamtbild erzeugt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren schafft mit besonderem Vorteil
ein Gesamtbild durch Überlagern/Zusammensetzen mehrerer Ein
zelbilder, welche vorher digitalisiert wurden. Zu diesen
Zweck kommt mit besonderem Vorteil eine Bildverarbeitungsein
richtung zum Einsatz, welche zu einer entsprechenden Über
lagerung und/oder Zusammensetzung ausgebildet ist. Dieses Ge
samtbild, welches an einer entsprechenden Anzeigeeinrichtung
beispielsweise in Form eines Monitors oder eines Fernsehers
wiedergegeben werden kann, zeigt vorteilhaft den gesamten,
sich aus den Einzelbildern ergebenden Innenwandbereich, so
daß dem Arzt nicht nur die jeweils lokale Information zur
Verfügung gestellt wird, sondern die Gesamtinformation, die
er durch das Betrachten verschiedener einzelner Teilbereiche
erhalten hat.
Das Überlagern und/oder Zusammensetzen der Einzelbilder bzw.
deren Videobildsignale erfolgt erfindungsgemäß durch Korrela
tion mittels Korrelationsalgorithmen und/oder aufgrund wäh
rend der Einzelbildaufnahme erfaßter räumlicher Positions- und/oder
Orientierungsdaten. Im Falle der Korrelation arbei
tet die Bildverarbeitungseinrichtung vorteilhaft derart, daß
nach übereinstimmenden oder ähnlichen Bildbereichen (bzw.
Signalbereichen) gesucht wird, wobei der Korrelationsalgo
rithmus entsprechend den im Rahmen der Endoskopie mensch
licher Organe gegebenen Erfordernissen und Bedingungen ausge
staltet ist. Wird aufgrund des Korrelieren ein ähnlicher oder
nahezu identischer, überlappende Bildbereich festgestellt, so
können die beide verglichenen Bilder/Signale überlagert bzw.
zusammengesetzt werden. Auf diese Weise erfolgt ein stetiger
Aufbau des Gesamtbildes, welches durch jedes hinzukommende
Einzelbild vergrößert bzw. ausgebaut wird. Alternativ oder
zusätzlich können erfindungsgemäß auch räumliche Posi
tions- und/oder Orientierungsdaten zu den Einzelbildern,
zweckmäßigerweise zu jedem Einzelbild aufgenommen werden,
wobei diese Daten den jeweiligen Bildern zugeordnet und im
Rahmen der Bildverknüpfung berücksichtigt werden. Anhand die
ser Daten ist die lokale Position des Innenwandbereichs, wel
cher in einem Einzelbild dargestellt ist, bestimmbar, so daß
mit einer entsprechend ausgebildeten Bildverarbeitungsein
richtung allein anhand dieser Daten die Bildverknüpfung er
folgen kann. Zweckmäßigerweise sollten aber beide Verknüp
fungsmechanismen in Verbindung miteinander zum Einsatz kom
men.
Ein weiteres Problem im Stand der Technik bei Verwendung nor
maler zweidimensionaler Endoskope liegt ferner darin, daß der
Arzt die Oberfläche der Innenwand des Hohlkörpers nicht drei
dimensional betrachten kann, er also auch nicht etwaige Wand
strukturen oder dgl., die sich bevorzugt in einer dreidimen
sionalen Darstellung ergeben, betrachten und in seiner
Diagnose berücksichtigen kann. Um hier Abhilfe zu schaffen
kann erfindungsgemäß ferner vorgesehen sein, daß basierend
auf den erfaßten Positions- und/oder Orientierungsdaten durch
Überlagern und/oder Zusammensetzen ein dreidimensionales Bild
erzeugt wird, welches dann an der entsprechenden Anzeigeein
richtung ausgegeben wird. Aufgrund dieser erfindungsgemäßen
Verfahrensausgestaltung erhält der Arzt also ein basierend
auf den aufgenommenen Einzelbildern erzeugtes dreidimensiona
les Bild des gesamten, von ihm mit dem Endoskop betrachteten
Hohlkörperbereich. Dem Arzt sind so sämtliche sich aus dieser
speziellen dreidimensionalen Darstellung ergebende Informa
tionen erkennbar, die er in seine Diagnose einfließen lassen
kann. Ein weiterer Vorteil insbesondere dieser dreidimen
sionalen Darstellung ist die Möglichkeit, Strukturen wie z. B.
Geschwüre oder Tumore, die im Gesamtbild erkennbar sind, ver
messen zu können. Auch eine gezielte Führung des Endoskops
zur Betrachtung bestimmter, sich im Rahmen der Endoskopie als
relevant darstellender Innenwandbereiche kann auf diese Weise
unterstützt werden.
Bei der Untersuchung von Organen oder Gefäßen kann mithin das
Problem auftauchen, daß das Organ/Gefäß sich selbst bewegt
oder aufgrund äußerer Einflüsse, beispielsweise durch eine
Bewegung eines anderen Organs, bewegt wird. Dies führt zu
Artefakten innerhalb der Einzelbilder während dieser Be
wegung. Um im Rahmen der Bilderzeugung insbesondere zur
Schaffung eines dreidimensionalen Bildes etwaige hieraus
resultierende Schwierigkeiten zu vermeiden kann erfindungsge
mäß ferner vorgesehen sein, daß zu jedem Einzelbild spezifi
sche Positions- und/oder Orientierungsdaten aufgenommen und
diesem zugeordnet werden. Mit Hilfe dieser Daten kann dann
quasi eine Normierung der Einzelbilder erfolgen und ein kor
rektes Überlagern/Zusammensetzen und damit eine Rekonstruk
tion des Hohlkörpers zu der tatsächlichen Form erfolgen. Er
folgt die Überlagerung/Zusammensetzung der Einzelbilder
(auch) unter Verwendung des Korrelationsverfahrens, so hat es
sich als vorteilhaft erwiesen, wenn im Rahmen der Korrelation
optische und/oder durch eine Bewegung des Hohlkörpers hervor
gerufene Bildartefakte wie Verzerrungen oder dgl. berücksich
tigt werden, d. h., die Korrelationsalgorithmen sind derart
ausgestaltet, daß etwaige Bildartefakte, wie sie zwischen
zwei Einzelbildern auftreten können, im Rahmen der Korrela
tion berücksichtigt werden. Dies ist vor allem dann möglich,
wenn die Bildaufnahmerate im Bereich mehrerer Einzelbilder
pro Sekunde liegt, da dann die insbesondere bewegungsbeding
ten Bildartefakte von Einzelbild zu Einzelbild nicht über
mäßig sind.
Wie bereits beschrieben können optische oder bewegungsbe
dingte Bildfehler auftreten. Um diese zu eliminieren und eine
Gesamtbilddarstellung zu erzeugen, die den tatsächlichen Zu
stand/Verlauf der Innenwand wiedergibt, kann erfindungsgemäß
vor dem Überlagern und/oder Zusammensetzen der Einzelbilder
bzw. der Bildsignale eine Bilddatenkorrektur vorgenommen wer
den, welche beispielsweise die aufgrund in der Endoskopoptik
hervorgerufenen Bildfehler eliminiert. Dabei können die be
wegungsbedingten Bildartefakte bevorzugt anhand der Posi
tions- und/oder Orientierungsarten korrigiert werden, da an
hand dieser eine konkrete Lagebeziehung des jeweiligen Ein
zelbildes bezüglich eines festen Koordinatensystems gegeben
ist und auf diese Weise die "Position" des jeweiligen Einzel
bildes im Gesamtbild bekannt ist, so daß entsprechend korri
giert werden kann.
Für den Arzt ist es insbesondere zweckmäßig, wenn erfindungs
gemäß die Bilderzeugung online während der Einzelbildaufnahme
möglich ist, da er dann sofort einen Überblick über den ge
samten bereits untersuchten Innenwandbereich erhält. Dabei
kann die Online-Bilderzeugung sowohl betreffend das zwei
dimensionale Gesamtbild als auch das dreidimensionale Gesamt
bild möglich sein. Auch eine Offline-Bilderzeugung nach Auf
nahme der Einzelbilder ist erfindungsgemäß möglich. Insbeson
dere zur diagnostischen Auswertung des Bildes hat es sich als
vorteilhaft erwiesen, wenn nach Erzeugung des Gesamtbildes,
gegebenenfalls des dreidimensionalen Bildes eine Bildnachver
arbeitung erfolgt, im Rahmen welcher beispielsweise eine be
sondere Farbgebung einzelner relevanter Bildbereiche möglich
ist, eine Mustererkennung, eine Segmentierung, eine Filterung
oder dergleichen. Der Bildnachverarbeitung sind insoweit
keine Grenzen gesetzt. Vielmehr können alle im Rahmen der
digitalen Bildverarbeitung bekannten Bildverarbeitungsproze
duren zum Einsatz kommen. Als besonders vorteilhaft ist es
hierbei, wenn die Bildnachverarbeitung erfindungsgemäß online
erfolgt, so daß das erzeugte Gesamtbild, gegebenenfalls das
dreidimensionale Bild bereits als nachverarbeitetes Bild
ausgegeben wird.
Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, wenn im Rahmen
der Bildnachverarbeitung und/oder der Bilddarstellung eine
Darstellung als Virtual-Reality-Bild erfolgt. Die erfindungs
gemäße Innenwand-Rekonstruktion in Form eines dreidimensiona
len Bildes ermöglicht mit besonderem Vorteil diese Virtual-
Reality-Darstellung, im Rahmen welcher der Hohlkörper an dem
Anzeigemittel wie beispielsweise dem Monitor so dargestellt
werden kann, als befände sich der Betrachter im Inneren des
Hohlkörpers. Ausgehend von seiner Position kann er sich dann,
wie bei Virtual-Reality-Darstellungen üblich, im Hohlkörper,
als beispielsweise dem Organ oder dem Gefäß mit Hilfe eines
entsprechenden Steuerungs- oder Bewegungsmittels
(beispielsweise Helm, Handschuh oder dgl.) in alle Raumrich
tungen bewegen und seine Blickrichtung verändern. Die Dar
stellungsbereiche und Größe der Innenwand des endoskopisch
untersuchten Hohlkörpers ändern sich dann mit Änderung der
Position und/oder Blickrichtung des Betrachters, so daß eine
Beurteilung sämtlicher Innenwandbereiche möglich ist.
Schließlich kann gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung des
Erfindungsgedankens vorgesehen sein, daß zu jedem Einzelbild
eine Information bezüglich des Aufnahmezeitpunktes ermittelt
wird, so daß im Rahmen einer Offline-Bilderzeugung oder einer
späteren Ausgabe, beispielsweise nachdem die Bilddaten in der
Bildverarbeitungseinrichtung abgespeichert wurden, welche
vorher online verarbeitet und ausgegeben wurden, eine Dar
stellung der zeitlichen Bewegung des Hohlkörpers möglich ist.
Dies ermöglicht beispielsweise die nachträgliche Betrachtung
der Magen- oder Darmtätigkeit über den Zeitraum der Endo
skopuntersuchung.
Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren betrifft die Erfindung
ferner ein System zur Durchführung des Verfahrens, umfassend
ein Endoskop und eine Einrichtung zur Ausgabe der mit dem
Endoskop aufgenommenen Bilder bzw. Bilddaten in Form von
Videosignalen. Das System zeichnet sich erfindungsgemäß da
durch aus, daß Mittel zum Digitalisieren der Videobildsignale
vorgesehen sind, und daß eine Bildverarbeitungseinrichtung
vorgesehen ist, mittels welcher durch Überlagerung und/oder
Zusammensetzen der digitalisierten Videobildsignale mehrerer
Einzelbilder unterschiedliche Bereiche der Innenwand des zu
untersuchenden Hohlkörpers ein Gesamtbild erzeugbar ist, wel
ches naturgemäß an einer entsprechenden Anzeigeeinrichtung
ausgebbar ist.
Neben weiterer erfindungsgemäßer Merkmale, wie sie in den
Unteransprüchen angegeben sind, umfaßt das System ferner ein
Positions- und/oder Orientierungserfassungssystem zur Ermitt
lung der Positions- und/oder Orientierungsdaten, umfassend
ein oder mehrere am, im oder im Bereich des Hohlkörpers an
bringbare Sensorelemente, das oder die mit einem oder mehre
ren externen Sensorelementen zusammenwirken. Bei diesen Sen
sorelementen kann es sich vorteilhaft um entsprechende Spulen
handeln, die Magnetfelder erzeugen, welche mittels des oder
der anderen Sensorelemente gemessen werden können. Die am, im
oder im Bereich des Hohlkörpers anbringbaren Sensorelemente
können erfindungsgemäß am Endoskop fest angeordnet sein, oder
separat von diesem plazierbar, beispielsweise im Magen selbst
ablegbar sein. Jedwede Anwendung ist hier denkbar, solange
sie zu einer korrekten, koordinatengebundenen Ermittlung der
relevanten Daten führt. So hat es sich als besonders zweck
mäßig erwiesen, wenn das Positions- und/oder Orientierungser
fassungssystem zu Erzeugung digitalisierter Posi
tions- und/oder Orientierungsdaten ausgebildet ist, wobei zweckmäßi
gerweise zu jedem Einzelbild entsprechende Daten erfaßt wer
den. Die Erzeugung in digitaler Form ist insbesondere im Hin
blick auf die Zuordnung der ohnehin in digitalisierter Form
gelieferten Videobildsignale von Vorteil.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung er
geben sich aus den im folgenden beschriebenen Ausführungs
beispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipskizze zur Darstellung des erfindungsge
mäßen Systems einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2 eine Prinzipskizze zur Darstellung der Gesamtbilder
zeugung durch korrelationsbedingte Überlagerung, und
Fig. 3 eine Prinzipskizze zur Darstellung des erfindungsge
mäßen Systems gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Fig. 1 zeigt eine Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Sy
stems, wobei hier als Hohlkörper 1 der Magen untersucht wird.
Über die Speiseröhre 2 ist der Glasfiberschlauch des Endo
skops 3 in den Magen eingeführt. Das Endoskop ist nur prinzi
piell dargestellt, sein Aufbau ist bekannt. Dem Endoskop 3
ist eine Kamera 4 zugeordnet, welche die Bilder, die mittels
des Endoskops betrachtbar sind, in Form von Videobildsignalen
in digitalisierter Form aufbereitet und an eine Bildverarbei
tungseinrichtung 5 liefert. Das System umfaßt ferner ein
Positions- und/oder Orientierungssystem 6. Dieses weist ein
Sensorelement 7 auf, welches an der Spitze des Endoskops an
geordnet ist und über eine Leitung 8 mit dem System 6 kommu
niziert. Das Sensorelement 7, welches auch als kombiniertes,
mehrere Elemente umfassendes Sensorelement ausgebildet sein
kann, ist mitsamt dem Endoskop 3 beweglich. Das System 6 um
faßt ferner ein oder mehrere externe, freistehende Sensorele
mente 9, welche als Bezugsbasis für die Positionsdatenermitt
lung und mit dem System 6 über eine Leitung 10 in Verbindung
stehen. Bei den Sensorelementen 7, 9 kann es sich um Sende- und
Empfangsspulen handeln, d. h., es erfolgt eine Datenerfas
sung basierend auf den jeweils erzeugten Magnetfeldern. Die
Positions- und/oder Orientierungsdaten werden zu jedem Ein
zelbild, welches mittels der Kamera 4 aufnehmbar ist, erfaßt
und an die Bildverarbeitungseinrichtung 5 gegeben, wobei
diese Daten bevorzugt bereits in digitalisierter Form erzeugt
und weitergegeben werden. In der Bildverarbeitungseinrichtung
5 werden die erfaßten Positions- und/oder Orientierungsdaten
den einzelnen Bildern zugeordnet. An der Kamera 4 ist, ge
strichelt dargestellt, ein Ausgang 13 an einen Videorecorder
vorgesehen.
Die eigentliche Gesamtbilderzeugung erfolgt mittels der Bild
verarbeitungseinrichtung 5. Durch Bewegen des Endoskops 3
werden eine Vielzahl von Einzelbildern von unterschiedlichen
Bereichen des Hohlkörpers 1 aufgenommen und in digitalisier
ter Form der Bildverarbeitungseinrichtung 5 zugeführt. In der
Bildverarbeitungseinrichtung 5, die eine entsprechende Rech
nereinrichtung aufweist, sind zum einen Korrelationsalgorith
men niedergelegt, mittels welcher die gelieferten Einzelbil
der miteinander korreliert werden, um sehr ähnliche oder an
nähernd identische Bereiche zwischen den Einzelbildern zu er
mitteln, so daß diese entsprechend überlagert oder zusammen
gesetzt werden können. Den grob schematischen Ablauf zeigt
Fig. 2. Links sind zwei Einzelbilder B1 und B2 gezeigt, wobei
das Bild B1 ein zeitlich früher aufgenommenes Bild ist, das
einen lokal etwas anders gelegenen Bereich der Hohlkörper
innenwand zeigt als das Bild B2. Gezeigt sind ferner zwei
schematisierte Korrelationsbereiche K1 und K2 innerhalb der
jeweiligen Bilder. Die Bilder B1 und B2 sind bedingt durch
den kreisförmigen Querschnitt des Endoskops kreisrund. In der
Bildverarbeitungseinrichtung 5 können nun diese beiden Korre
lationsbereiche K1 und K2 durch Korrelation ihrer Informa
tionsinhalte, also der Signalinformation als einander sehr
ähnlich beurteilt werden. Dieses Korrelationsergebnis ermög
licht es, die beiden Bilder B1 und B2 zum in Fig. 2 rechts
gezeigten Gesamtbild Bges zusammenzusetzen, wobei der in Fig.
2 gezeigte Korrelationsbereich Kges den beiden überlagerten
Korrelationsbereichen K1 und K2 entspricht. Je mehr solcher
Bilder miteinander korreliert und aneinander gehängt werden,
desto weitläufiger kann das untersuchte Organ oder Gefäß dar
gestellt werden. Sämtliche Korrelations-, Überlagerungs- und
Zusammensetzungsschritte werden von der Bildverarbeitungsein
richtung durchgeführt.
Die Überlagerung/Zusammensetzung wird im Verhältnis zur aus
schließlichen Korrelation einfacher, wenn die Posi
tions- und/oder Orientierungsdaten des jeweiligen Einzelbildes be
kannt sind. In Fig. 2 sind diese lokalen Daten mit P1 und P2
gekennzeichnet. Diese Daten können mittels des Systems 6 er
mittelt werden. Hierauf basierend kann eine Normierung der
Einzelbilder vorgenommen werden, d. h. ihre absolute Lage be
züglich einander kann bestimmt werden, so daß im Rahmen der
Rekonstruktion jedes Bild an den richtigen Ort eingesetzt
werden kann.
Neben der reinen Bilderzeugung ist die Bildverarbeitungsein
richtung 5 auch zur Korrektur etwaiger Bildartefakte ausge
bildet. Diese können optischer Natur sein, bedingt durch die
konkrete Ausbildung der Endoskopoptik. Diese optischen Arte
fakte können in dem sogenannten "Froschaugen-Effekt", et
waigen Verzerrungen, Vergrößerungen oder Verkleinerungen oder
dgl. liegen und können vor dem Überlagern/Zusammensetzen der
Einzelbilder für jedes Einzelbild korrigiert werden. Daneben
ist die Bildverarbeitungseinrichtung 5 auch zur Korrektur et
waiger aus einer Bewegung des Hohlkörpers, beispielsweise des
Magens, resultierender Bildartefakte basierend auf den erfaß
ten Positions- und/oder Orientierungsdaten ausgebildet. Diese
Positions- und/oder Orientierungsdaten ermöglichen wie be
schrieben die Ermittlung der konkreten Lagebeziehung des auf
genommenen Bildes in einem Koordinatensystem, welches von den
Sensorelementen aufgespannt wird.
Die Bildverarbeitungseinrichtung 5 kann im einfachsten Fall
zur Erzeugung eines Gesamtbildes ausgebildet sein, welche in
soweit zweidimensional ist, jedoch den gesamten, mittels des
Endoskops beobachteten Bereich darstellt. Die Bilderzeugung
kann online oder offline erfolgen. Alternativ hierzu kann die
Bildverarbeitungseinrichtung 5 auch zur Erzeugung eines drei
dimensionalen Bildes ausgebildet sein, welches ebenfalls auf
der Anzeigeeinrichtung 11 wie beispielsweise einem Fernseher
oder einem Monitor angezeigt werden kann. Daneben kann die
Bildverarbeitungseinrichtung 5 auch zur Ausgabe des drei
dimensionalen Bildes als Virtual-Reality-Bild ausgebildet
sein, welches mittels einer nichtgezeigten Steue
rungs- und/oder Bewegungseinrichtung entsprechend bewegbar ist.
Schließlich ist sie für eine etwaige Bildnachverarbeitungs
prozedur ausgebildet. Zur Darstellung etwaiger Bewegungen des
Hohlkörpers kann die Bildverarbeitungseinrichtung zur Zu
ordnung des Aufnahmezeitpunktes zu jedem Einzelbild und einer
entsprechenden zeitbezogenen Darstellung ausgebildet sein.
Fig. 3 zeigt ein weiteres erfindungsgemäßes System, welches
insoweit dem in Fig. 1 gezeigten System entspricht. Jedoch
sind hier Sensorelemente 12 verwendet, die im Inneren des
Hohlkörpers, hier im Magen, ablegbar sind und mit dem in Fig.
1 bekannten Sensorelement 9 zusammenwirken. Auch mit diesem
System ist eine hinreichende Positionserfassung möglich, da
zwar die Sensorelemente 12 bei einer Bewegung des Magens
ebenfalls bewegt werden, jedoch im Zusammenwirken mit dem
Sensorelement 9 die Magenbewegung selbst ermittelbar ist und
bezogen auf die feststehende Spitze des Endoskops, die bei
einer Bewegung des Magens nicht bewegt wird, eine Ermittlung
der entsprechenden Positions- und/oder Orientierungsdaten
möglich ist.
Claims (26)
1. Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen der Ober
fläche der Innenwand von Hohlkörpern im Rahmen einer endosko
pischen Untersuchung, insbesondere von Hohlraumorganen und
Gefäßen, wobei die mittels des Endoskops gelieferten Bildda
ten in Form von Videobildsignalen ausgegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Ein
zelbilder unterschiedlicher Bereiche der Innenwand des zu un
tersuchenden Hohlkörpers aufgenommen werden, deren Videobild
signale digitalisiert werden, und daß basierend auf den digi
talisierten Videobildsignalen in einer Bildverarbeitungsein
richtung durch Überlagerung und/oder Zusammensetzen einzelner
Einzelbilder ein Gesamtbild erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einzelbilder bzw. die
Bildsignale durch Korrelation mittels Korrelationsalgorithmen
und/oder aufgrund während der Einzelbildaufnahme erfaßter
räumlicher Positions- und/oder Orientierungsdaten miteinander
verknüpft werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß basierend auf den erfaßten
Positions- und/oder Orientierungsdaten durch Überlagern
und/oder Zusammensetzen ein dreidimensionales Bild erzeugt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zu jedem
Einzelbild spezifische Positions- und/oder Orientierungsdaten
aufgenommen und diesem zugeordnet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß im Rahmen der
Korrelation optische und/oder durch eine Bewegung des Hohl
körpers hervorgerufene Bildartefakte wie Verzerrungen oder
dergleichen berücksichtigt werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß vor dem
Überlagern und/oder Zusammensetzen der Einzelbilder bzw. der
Bildsignale Bilddatenkorrekturen vorgenommen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß von einer Bewegung des Hohl
körpers während der Einzelbildaufnahme hervorgerufene Einzel
bildartefakte anhand der Positions- und/oder Orientierungsda
ten korrigiert werden.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bil
derzeugung online während der Einzelbildaufnahme oder offline
nach der Aufnahme der Einzelbilder erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß nach Er
zeugung des Gesamtbildes, gegebenenfalls des dreidimensiona
len Bildes eine Bildnachverarbeitung erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bildnachverarbeitung on
line erfolgt, so daß das erzeugte Gesamtbild, gegebenenfalls
das dreidimensionale Bild bereits als nachverarbeitetes Bild
ausgegeben wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch
gekennzeichnet, daß im Rahmen der Bildnach
verarbeitung und/oder Bilddarstellung eine Darstellung als
Virtual-Reality-Bild erfolgt.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zu jedem
Einzelbild eine Information bezüglich des Aufnahmezeitpunktes
ermittelt wird, so daß im Rahmen einer Offline-Bilderzeugung
oder einer späteren Bildausgabe eine Darstellung der zeitli
chen Bewegung des Hohlkörpers möglich ist.
13. System zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
vorangehenden Ansprüche, umfassend ein Endoskop und eine Ein
richtung zur Ausgabe der mit dem Endoskop aufgenommenen Bil
der bzw. Bilddaten in Form von Videobildsignalen,
dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (4)
zum Digitalisieren der Videobildsignale vorgesehen sind, und
daß eine Bildverarbeitungseinrichtung (5) vorgesehen ist,
mittels welcher durch Überlagerung und/oder Zusammensetzen
der digitalisierten Videobildsignale mehrerer Einzelbilder
(B1, B2) unterschiedlicher Bereiche der Innenwand des zu un
tersuchenden Hohlkörpers (1) ein Gesamtbild (Bges) erzeugbar
ist.
14. System nach Anspruch 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bildverarbeitungseinrich
tung (5) zum Verknüpfen der Einzelbilder bzw. der Bildsignale
miteinander durch Korrelation mittels Korrelationsalgorithmen
und/oder aufgrund während der Einzelbildaufnahme erfaßter
räumlicher Positions- und/oder Orientierungsdaten ausgebildet
ist.
15. System nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bildverarbeitungseinrich
tung (5) zur Erzeugung eines dreidimensionalen Bildes durch
Überlagern und/oder Zusammensetzen der Einzelbilder bzw. der
Bildsignale basierend auf den erfaßten Positions- und/oder
Orientierungsdaten ausgebildet ist.
16. System nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildver
arbeitungseinrichtung (5) zur Berücksichtigung optischer
und/oder aufgrund einer Bewegung des Hohlkörpers (1) beding
ter Bildartefakte wie Verzerrungen oder dergleichen im Rah
men der Korrelation ausgebildet ist.
17. System nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Positi
ons- und/oder Orientierungserfassungssystem (6) zur Ermitt
lung er Positions- und/oder Orientierungsdaten vorgesehen
ist, umfassend ein oder mehrere am, im oder im Bereich des
Hohlkörpers (1) anbringbare Sensorelemente (7, 12), das oder
die mit einem oder mehreren externen Sensorelementen (9) zu
sammenwirken.
18. System nach Anspruch 17, dadurch
gekennzeichnet, daß das oder die Sensorelemente
(12) am Endoskop (3) angeordnet sind, oder separat von diesem
plazierbar sind.
19. System nach Anspruch 17 oder 18, dadurch
gekennzeichnet, daß das Positions- und/oder Ori
entierungserfassungssystem (6) zur Erzeugung digitalisierter
Positions- und/oder Orientierungsdaten ausgebildet ist.
20. System nach einem der Ansprüche 17 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß das Positi
ons- und/oder Orientierungserfassungssystem (6) zur Erfassung
der Positions- und/oder Orientierungsdaten zu jedem Einzel
bild ausgebildet ist.
21. System nach einem der Ansprüche 14 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildver
arbeitungseinrichtung (5) zur Korrektur von aus einer Bewe
gung des Hohlkörpers (1) während der Einzelbildaufnahme re
sultierender Einzelbildartefakte anhand der Posi
tions- und/oder Orientierungsdaten ausgebildet ist.
22. System nach einem der Ansprüche 13 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zur
Erzeugung und Zuordnung einer Information bezüglich des Auf
nahmezeitpunktes eines Einzelbildes vorgesehen sind, und daß
die Bildverarbeitungseinrichtung (5) im Rahmen einer Offline-
Bilderzeugung oder einer späteren Bildausgabe zur Erzeugung
einer die zeitliche Bewegung des Hohlkörpers (1) darstellen
den Bildwiedergabe basierend auf der Zeitinformation ausge
bildet ist.
23. System nach einem der Ansprüche 13 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildver
arbeitungseinrichtung (5) zur Erzeugung des Gesamtbildes, ge
gebenenfalls des dreidimensionalen Bildes im Online-Betrieb
während der Einzelbildaufnahme und/oder im Offline-Betrieb
nach Aufnahme der Einzelbilder ausgebildet ist.
24. System nach einem der Ansprüche 13 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildver
arbeitungseinrichtung (5) zur Bildnachverarbeitung des er
zeugten Gesamtbildes, gegebenenfalls des dreidimensionalen
Bildes ausgebildet ist.
25. System nach Anspruch 24, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bildverarbeitungseinrich
tung (5) zur Online-Bildnachverarbeitung ausgebildet ist.
26. System nach einem der Ansprüche 15 bis 25,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildver
arbeitungseinrichtung (5) zur Darstellung des erzeugten drei
dimensionalen Bildes als Virtual-Reality-Bild ausgebildet
ist, und daß das System eine Steuerungs- oder Bewegungsein
richtung für das dreidimensionale Bild umfaßt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19800765A DE19800765A1 (de) | 1998-01-12 | 1998-01-12 | Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen sowie System hierfür |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19800765A DE19800765A1 (de) | 1998-01-12 | 1998-01-12 | Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen sowie System hierfür |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19800765A1 true DE19800765A1 (de) | 1999-04-08 |
Family
ID=7854349
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19800765A Ceased DE19800765A1 (de) | 1998-01-12 | 1998-01-12 | Verfahren zur Erzeugung von Bilddarstellungen sowie System hierfür |
Country Status (1)
| Country | Link |
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