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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
kann eine lebende Polymerisation in einem kontrollierbaren Temperaturbereich
ausgeführt
werden, ohne daß eine
selbstbeschleunigte Reaktion aufgrund der Wärmeerzeugung bei der Polymerisationsreaktion,
eine Übertragungsreaktion
und ein Abbruch hergerufen werden, und zwar ungeachtet der Reaktionsbedingungen
mit hoher Monomerkonzentration und hoher Temperatur im Vergleich
mit der herkömmlichen
anionischen Polymerisation.
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Stand der
Technik
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Styrolpolymere,
für die
Polystyrol ein typisches Beispiel ist, werden seit langer Zeit industriell
mittels radikalischer Polymerisation hergestellt. Bei der radikalischen
Polymerisation werden jedoch, wie bekannt ist, ein Reaktionsabbruch
aufgrund von Rekombinationen wachsender Radikale und dergl. sowie
Radikalübertragungsreaktionen
auf das Lösungsmittel
oder Monomer hervorgerufen, so daß es schwierig ist, eine Einstellung der
Polymerstruktur, wie eine Einstellung der Molekulargewichtsverteilung
oder der Strukturen der Polymerkettenenden, zu erzielen. Da die
radikalische Polymerisation keine lebende Polymerisation ist, ist
es außerdem nicht
möglich,
Blockpolymere oder radiale Polymere herzustellen.
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Die
lebende anionische Polymerisation von Monomeren, wie Styrol und
Butadien, ist als Lösung
für die
vorstehenden Probleme vorgeschlagen worden. Zum Beispiel kann bei
der anionischen Polymerisation von Styrol unter Verwendung von Butyllithium,
das ein Allzweckinitiator ist, ein Polymer mit einer sehr engen
Molekulargewichtsverteilung erhalten werden, da in diesem Fall eine
lebende Polymerisation ohne Übertragungsreaktionen
und Reaktionsabbruch ablaufen kann. Außerdem ist es, indem die Reaktivität der wachsenden Spezies
des lebenden Polymers genutzt wird, möglich, verschiedene gut definierte
Polymere zu erhalten, die durch die herkömmliche radikalische Polymerisation
nicht erhalten werden können,
wie Styrol/Butadien-Blockpolymere. Die lebende anionische Polymerisation
von Styrol wird jedoch, ungeachtet ihres Potentials hinsichtlich
der Herstellung sehr attraktiver Harzmaterialien, mit Ausnahme von
einigen speziellen Fällen
nicht industriell genutzt. Dies ist unter anderem der geringen Herstellungsausbeute,
da die lebende anionische Polymerisation eine Art der Lösungspolymerisation
ist, und den hohen Herstellungskosten im Vergleich mit der herkömmlichen
radikalischen Polymerisation, und zwar aufgrund der Notwendigkeit
von Lösungsmittelrückgewinnungsverfahren
im großen
Maßstab,
zuzuschreiben, was zu einer geringen industriellen Nutzung führt. Daher gibt
es keinen anderen Weg als auf die herkömmlichen Lösungspolymerisationstechniken
zur Herstellung von speziellen Polymeren, wie Styrol/Butadien-Blockpolymeren,
zurückzugreifen.
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Zur
Verringerung der Herstellungskosten bei der lebenden anionischen
Polymerisation ist es erforderlich, die Menge des für die Polymerisation
verwendeten Lösungsmittels
zu verringern, so daß die
Produktivität gesteigert
und die Belastung bei der Lösungsmittelrückgewinnung
minimiert werden kann. Die Verringerung der Menge des Lösungsmittels
führt jedoch
zu einem scharfen Anstieg der Viskosität der Polymerisationslösung, was
eine Erhöhung
der Polymerisationstemperatur auf einen deutlich höheren Wert
als er bei der herkömmlichen
Lösungspolymerisation
nötig ist,
erforderlich macht.
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Wenn
Styrol z.B. unter Verwendung von Butyllithium unter diesen Bedingungen
entsprechend dem Stand der Technik polymerisiert wird, dann treten
die folgenden Probleme auf, die eine derartige Polymerisation nicht
praktikabel machen.
- (1) Da die Polymerisationsinitiationsreaktion
und die Wachstumsreaktion sehr rasch ablaufen, wird schnell Reaktionswärme erzeugt,
was oftmals zu einer nicht zufriedenstel lenden Abführung der
Wärme aus
dem Polymerisationssystem führt,
so daß die
Temperatur des Systems stark ansteigt, wobei die Gefahr besteht, daß eine selbstbeschleunigte
Reaktion, das sogenannte Durchgehen der Reaktion (eine Situation,
in der eine Einstellung der Reaktionsgeschwindigkeit unmöglich ist),
eingeleitet wird.
- (2) Bei einer hohen Temperatur, wie 100°C oder mehr, werden Carbanionen
an den wachsenden Spezies des Polymers instabil, was das häufige Auftreten
von Übertragungsreaktionen
auf das Lösungsmittel
oder das Polymergerüst
oder einen Reaktionsabbruch durch ß-Eliminierung hervorruft,
so daß die
Aktivität
des lebenden Polymers merklich verringert wird.
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Bei
der herkömmlichen
Polymerisation unter Verwendung eines Organoalkalimetalls, wie Butyllithium, als
Initiator, kann das vorstehend genannte Problem (1) gelöst werden,
indem die Polymerisationsgeschwindigkeit durch Verringerung der
Menge des Initiators gesteuert wird; dies führt jedoch zu dem Problem,
das nur ein Polymer mit einem hohen Molekulargewicht erhalten wird.
Das Zahlenmittel des Molekulargewichts Mn eines Polymers, das durch
anionische Polymerisation unter Verwendung eines Organoalkalimetalls
erhalten wird, hängt
vom Verhältnis
des Monomers zu dem Alkalimetall gemäß folgender Gleichung ab:
Mn
= [Monomer]/[Organoalkalimetall] × (Molekulargewicht des Monomers)
([
]: molare Konzentration)
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Wenn
also die Menge des Initiators klein ist, weist das hergestellte
Polymer entsprechend ein hohes Molekulargewicht auf, was bedeutet,
daß eine
große
Menge an Initiator erforderlich ist, um ein Polymer mit geringem
Molekulargewicht zu erhalten. Es ist daher im Stand der Technik
schwierig, beliebig ein Polymer mit einem gewünschten Molekulargewicht zu
erhalten, und zwar aufgrund der Beschränkungen, die zur Verhinderung
des Durchgehens der Reaktion erforderlich sind.
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Es
ist außerdem
darauf hinzuweisen, daß bei
Verwendung eines herkömmlichen
Organoalkalimetalls die Initiationsreaktion sehr rasch im Vergleich
mit der Wachstumsreaktion abläuft,
so daß das
gebildete Polymer in vielen Fällen
eine sehr enge Molekulargewichtsverteilung aufweist. Eine enge Molekulargewichtsverteilung
ist jedoch manchmal ungünstig
im Hinblick auf die Ausgewogenheit von Formbarkeit und physikalischen Eigenschaften
des Harzmaterials. Um also eine breite Molekulargewichtsverteilung
zu erzielen, ist es wesentlich, einen Initiator allmählich zuzugeben
oder die Polymerisation in einem kontinuierlichen Reaktor mit einem speziellen
Verweilzeitprofil durchzuführen.
Es bestand daher der Bedarf, ein lebendes anionisches Polymerisationssystem
aufzufinden, das geeignet ist, ohne eine komplizierte Polymerisationsreaktion
beliebig die Molekulargewichtsverteilung einzustellen.
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US 3,716,495 ;
US 3,847,883 ;
DE 03784748 T2 ; H. Ito
et al., Macromolecules 1989, 22, 45–51, als Chemical Abstract
1989, Vol.110, No. 58131; M. Liu et al., J. Macromol. Sci. Chem.
1986, A23, 1387–1396; H.L.
Hsieh et al., Macromolecules 1986, 19, 299–304 und L.N. Moskalenko et
al., Dikl. Akad. Nauk SSSR 1970, 195, 1370–1372, als Chemical Abstract
1971, Vol. 74, No. 65200 offenbaren verschiedene Polymerisationsinitiatoren.
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RU 2061704 C1 offenbart
eine Lösungspolymerisation
zur Herstellung von Polydienen durch anionische Polymerisation,
die bei niedriger Monomerkonzentration durchgeführt wird.
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Darstellung der Erfindung
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein neues Verfahren
zur Herstellung von Vinylpolymeren mit einer eingestellten Molekulargewichtsverteilung
bereitzustellen, gemäß dem die
anionische Polymerisation von Vinylmonomeren unter den Bedingungen
hoher Monomerkonzentration und hoher Temperatur durchgeführt wird,
wobei man die Polymerisationsreaktion mit einer einstellbaren Geschwindigkeit
ablaufen läßt, ohne
ein Durchgehen der Reaktion aufgrund selbstinduzierter Reaktionswärme hervorzurufen,
wobei es möglich
wird, eine lebende Polymerisation ohne Übertragungsreaktionen und Reaktionsabbruch
durchzuführen,
selbst wenn bei hoher Temperatur gearbeitet wird, was im Stand der
Technik nicht erzielt werden konnte.
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Im
Verlauf von Untersuchungen, die auf diese Aufgaben abzielten, hat
der Erfinder der vorliegenden Anmeldung festgestellt, daß bei Durchführung einer
anionischen Polymerisation eines Vinylmonomers, wie Styrol oder
Butadien, unter Verwendung eines Initiators, der eine Organomagnesiumverbindung
und eine spezielle Alkylmetallverbindung umfaßt, recht überraschend die lebende Polymerisation
mit einer Reaktionsgeschwindigkeit abläuft, die eine Steuerung der
Wärmeabgabe
ermöglicht,
ohne daß es
zu einem Durchgehen der Reaktion oder einer extrem niedrigen Polymerisationsgeschwindigkeit
kommt, und zwar selbst unter den Bedingungen einer hohen Monomerkonzentration
und einer hohen Temperatur. Als Ergebnis wird die Einstellung der
Molekulargewichtsverteilung möglich.
Es wurde ferner festgestellt, daß die auf diese Weise erhaltene Styrolharzzusammensetzung
eine kleinere Zersetzungsgeschwindigkeit beim Halten unter Wärme und
eine geringere Monomerbildung als die Harzzusammensetzungen aufweist,
die unter Verwendung der herkömmlichen
anionischen Polymerisationsinitiatoren erhalten werden. Auf der
Basis dieser Befunde wurde die vorliegende Erfindung gemacht.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren
durch anionische Polymerisation mindestens eines Vinylmonomers,
das unter Styrolmonomeren und konjugierten Dienmonomeren ausgewählt ist,
wobei die Polymerisation unter den Bedingungen durchgeführt wird,
daß die
Polymerisationstemperatur nicht niedriger als 45°C und nicht höher als
250°C ist
und die Konzentration des Vinylmonomers auf der Basis der Polymerisationslösung 45
bis 100 Gew.-% beträgt,
wobei bei der anionischen Polymerisation das Metall des Kations,
das das Gegenion für
das Carbanion der durch Polymerisation wachsenden Spezies bildet, im
wesentlichen aus Mg oder Mg und M1 besteht
(worin M1 mindestens ein Alkalimetall ist,
das aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Li, Na und K besteht und die molaren Konzentrationen
von Mg und M1 die Beziehung [Mg]/[M1] ≥ 4
erfüllen).
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem (R2)2Mg
(R2: Kohlenwasserstoffgruppe) allein als
Polymerisationsinitiator verwendet wird.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem organische Verbindungen, die durch (R2)2Mg und R1M1 und/oder R1OM1 (R1 und R2: eine Kohlenwasserstoffgruppe; O: ein Sauerstoffatom;
M1: mindestens ein Alkalimetall, das aus
der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Li, Na und K besteht) dargestellt werden, als Polymerisationsinitiator
verwendet werden und die molaren Konzentrationen von Mg und M1 die Beziehung [Mg]/[M1] ≥ 4 erfüllen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem die vorstehenden molaren Konzentrationen die Beziehung [Mg]/[M1] = 10 bis 100 erfüllen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem Verbindungen, die durch (R2)2Mg und R1M1 und R3OH und/oder
(R3)2NH (R1, R2 und R3: eine Kohlenwasserstoffgruppe; O: ein Sauerstoffatom;
N: ein Stickstoffatom; M1: mindestens ein
Alkalimetall, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Li, Na und
K besteht) dargestellt werden, verwendet werden, indem diese Bestandteile
gemischt werden, so daß die
Beziehungen [Mg] > [M1] und 2 × [Mg] + [M1] > [R3OH]
+ [(R3)2NH] erfüllt werden.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem die Polymerisationstemperatur nicht niedriger als 45°C und nicht
höher als
200°C im
Bereich des Umsatzes des Vinylmonomers von 0 bis 70% ist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem in den Organometallverbindungen, die durch (R2)2Mg und R1M1 dargestellt werden, mindestens eines der
mit den Metallen verknüpften
Kohlenstoffatome der Kohlenwasserstoffgruppen R1 und
R2 ein sekundäres Kohlenstoffatom und/oder
ein tertiäres
Kohlenstoffatom ist und die Gesamtmenge [R1,2]
von R1 und R2 mit
dem sekundären
Kohlenstoffatom und/oder dem tertiären Kohlenstoffatom die Beziehung
[R1,2] ≥ [Mg]
erfüllt.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem in den Organometallverbindungen, die durch (R2)2Mg und R1M1 dargestellt werden, mindestens eine der
Kohlenwasserstoffgruppen R1 und R2 ein Polymercarbanion ist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner das Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem Verbindungen, die durch (R2)2Mg und R3OH und/oder
(R3)2NH (R2 und R3: eine Kohlenwasserstoffgruppe;
O: ein Sauerstoff; N: ein Stickstoffatom) dargestellt werden, verwendet
werden, indem diese Bestandteile gemischt werden, so daß die Beziehung
2 × [Mg] > [R3OH]
+ [(R3)2NH] erfüllt wird.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch das Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem das Polymerisationslö sungsmittel
eine Kohlenwasserstoffverbindung ist; das Vinylpolymer-Herstellungsverfahren,
bei dem die Konzentration des Vinylmonomers auf der Basis der Polymerisationslösung im
wesentlichen 100 Gew.-% beträgt;
und das Vinylpolymer-Herstellungsverfahren, bei dem die Polymerisationsreaktion
in einem Extruder durchgeführt
wird.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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Die 1, 4 und 10 sind
Graphen, die die Beziehung zwischen dem Umsatz und dem Zahlenmittel des
Molekulargewichts (Mn) für
die Polymere, die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen erhalten
wurden, zeigen.
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Die 2, 3 und 9 sind
Graphen, die die Beziehung zwischen der Polymerisationszeit (Zeit)
und dem Umsatz für
die Polymere, die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen erhalten
wurden, zeigen.
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5 zeigt GPC-Kurven für die Polymere,
die in den Beispielen erhalten wurden.
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6 ist ein Graph, der die
Beziehung zwischen dem Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn) für die Polymere,
die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen erhalten wurden,
und dem Konzentrationsverhältnis von
Monomer und Bu2Mg ([SM]/[Mg]) zeigt, wobei
es sich um die Anfangsbedingungen der Polymerisation handelt.
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7 ist ein Graph, der die
Beziehung zwischen dem Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn) für die Polymere,
die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen erhalten wurden,
und dem Konzentrationsverhältnis von
Bu2Mg und BuLi ([Mg]/[Li]) zeigt, wobei
es sich um die Anfangsbedingungen der Polymerisation handelt.
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8 ist ein Graph, der die
Beziehung zwischen dem Verhältnis
(Mw/Mn) des Gewichtsmittel des Molekulargewichts (Mw) und des Zahlenmittels
des Molekulargewichts (Mn) für
die Polymere, die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen erhalten
wurden, und dem Konzentrationsverhältnis von Bu2Mg
und BuLi ([Mg]/[Li]) zeigt, wobei es sich um die Anfangsbedingungen
der Polymerisation handelt.
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Beste Art
der Ausführung
der Erfindung
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Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten "Vinylmonomere" umfassen Styrolmonomere und konjugierte
Dienmonomere.
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Die
Styrolmonomere umfassen Styrol, α-alkylsubstituiertes
Styrol, kernalkylsubstituiertes Styrol und dergl. Insbesondere umfassen
sie α-Methylstyrol, α-Methyl-p-methylstyrol,
p-Methylstyrol, m-Methylstyrol, o-Methylstyrol, p-Ethylstyrol, 2,4-Dimethylstyrol,
2,5-Dimethylstyrol, p-Isopropylstyrol, 2,4,6-Trimethylstyrol und
dergl.
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Die
konjugierten Dienmonomere umfassen 1,3-Butadien, Isopren, 2,3-Dimethylbutadien, 2-Ethyl-1,3-butadien,
1,3-Pentadien und dergl.
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Diese
Vinylmonomere können
allein oder in Kombinationen von zwei oder mehr, um ein Copolymer
zu erhalten, verwendet werden.
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Die
Polymerisationstemperatur ist nicht niedriger als 45°C und nicht
höher als
250°C, vorzugsweise nicht
niedriger als 50°C
und nicht höher
als 240°C
und insbesondere nicht niedriger als 60°C und nicht höher als
230°C. Die
Untergrenze für
die Polymerisationstemperatur sollte eine Temperatur sein, die zumindest
geeignet ist, eine Polymerisationsgeschwindigkeit, bei der die Polymerisation
innerhalb der festgelegten Zeitspanne abgeschlossen werden kann,
aufrechtzuerhalten. Die Polymerisation kann bei einer niedrigen
Temperatur unter 45°C
ablaufen; in der erfindungsgemäßen Polymerisationslösung ist
die Polymerisationsgeschwindigkeit bei einer derart niedrigen Temperatur
jedoch sehr gering, so daß die
Anwendung einer Temperatur unter 45°C im Hinblick auf die industrielle
Herstellung von Polymeren von Nachteil ist. Wenn die Polymerisationstemperatur
250°C oder
mehr beträgt,
dann treten Nebenreaktionen, wie Übertragungsreaktionen und Reaktionsabbruch,
häufig
auf, was es schwierig macht, ein Polymer mit einem hohen Molekulargewicht
zu erhalten, wobei eine Verfärbung
des gebildeten Polymers hervorgerufen wird.
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In
der vorliegenden Erfindung muß die
Polymerisationstemperatur während
der Reaktion nicht konstant gehalten werden; sie kann mit einer
beliebigen Geschwindigkeit entsprechend dem Fortschritt der Polymerisationsreaktion
erhöht
werden. Im Hinblick auf die Tatsache, daß im Anfangsstadium der Polymerisationsreaktion,
wenn die Monomerkonzentration hoch ist, die Reaktionsgeschwindigkeit
hoch ist und die erzeugte Wärmemenge
groß ist,
wird es empfohlen, die Polymerisationsreaktion bei einer niedrigen
Temperatur zu initiieren und die Temperatur allmählich zu erhöhen, wenn
sich die Monomerkonzentration im Verlauf der Reaktion verringert.
Die Polymerisation wird vorzugsweise im Temperaturbereich von 45
bis 200°C
durchgeführt, wenn
der Umsatz des Vinylmonomers im Bereich von 0 bis 70% liegt, und
eine Polymerisationstemperatur im Bereich von nicht niedriger als
200°C und
nicht höher
als 250°C
ist bevorzugt, wenn der Umsatz im Bereich von 70% oder mehr liegt.
Für den
Fall, daß die
Viskosität
der Polymerisationsreaktionslösung
gering ist und keine Notwendigkeit besteht, die Polymerisationstemperatur
stärker
als nötig
zu erhöhen,
kann die Polymerisation bei einer Temperatur von 200°C oder niedriger
im Bereich eines Umsatzes von 70 bis 100% durchgeführt werden.
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Die
Konzentration des Vinylmonomers auf der Basis der Polymerisationslösung ist
nicht niedriger als 45 Gew.-% und nicht höher als 100 Gew.-% und vorzugsweise
nicht niedriger als 50 Gew.-% und nicht höher als 100 Gew.-%. Je höher die
Monomerkonzentration, um so günstiger
ist dies für
die Rückgewinnung
des Lösungsmittels;
es gibt jedoch Fälle,
abhängig
von der Art des hergestellten Polymers, in denen ein Lösungsmittel
in einem gewissen Maß im
Hinblick auf die Beziehung zwischen der Temperatur und der Viskosität der Polymerisationslösung erforderlich
ist. Da jedoch eine extrem niedrige Monomerkonzentration nicht nur
für eine geringe
Polymerisationsgeschwindigkeit, sondern auch für das Auftreten von Über tragungsreaktionen
unter der Bedingung einer hohen Temperatur verantwortlich ist, ist
es wesentlich, daß die
Monomerkonzentration mindestens 45 Gew.-% beträgt, und zwar im Hinblick auf
den Wirkungsgrad der lebenden Polymerisation.
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Daß die Konzentration
des Vinylmonomers auf der Basis der Polymerisationslösung im
wesentlichen 100 Gew.-% beträgt,
bedeutet, daß kein
zu verwendendes Lösungsmittel
außer
dem Lösungsmittel,
das aus der Initiatorlösung
stammt, vorhanden ist. Die Polymerisation mit einer Monomerkonzentration
von 100%, wobei kein Polymerisationslösungsmittel verwendet wird,
ist eine besonders ideale Form der Polymerisation für die industrielle
Durchführung,
da weder Übertragungsreaktionen
vom Monomer das auf Lösungsmittel
noch irgendwelche Reaktionsabbrüche
stattfinden. Dies stellt einen hohen Wirkungsgrad der Nutzung des
Initiators sowie eine hohe Produktivität sicher. Außerdem ist
ein Verfahren zur Lösungsmittelrückgewinnung
nach der Beendigung der Polymerisation unnötig.
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Das "Polymerisationslösungsmittel", auf das in der
vorliegenden Erfindung Bezug genommen wird, bedeutet ein Lösungsmittel,
das an der Polymerisationsreaktion nicht teilnimmt und mit den Polymeren
verträglich
ist. Es kann eine beliebige Art von Lösungsmitteln, die allgemein
für lebende
anionische Polymerisationen eingesetzt werden, verwendet werden;
die aromatischen oder alicyclischen Kohlenwasserstoffverbindungen, die Übertragungsreaktionen
und Reaktionsabbrüche
unterdrücken,
werden jedoch bevorzugt als Polymerisationslösungsmittel verwendet. Typische
Beispiele für
derartige Lösungsmittel
umfassen Ethylbenzol, Toluol, Isopropylbenzol, Benzol, Cyclohexan
und dergl. Gegebenenfalls können
kleine Mengen weiterer Substanzen, z.B. eine Etherverbindung, wie
Tetrahydrofuran, Dioxan, Trioxan und dergl., ein tertiäres Amin,
wie Tetramethylethylendiamin, eine Stickstoffverbindung, wie Pyridin,
eine aliphatische gesättigte
Kohlenwasserstoffverbindung, wie Pentan, n-Hexan, Heptan, Octan,
Nonan, Decan und dergl., sowie eine schwache Lewis-Säure, wie
Triethylaluminium, Diethylzink und dergl., in dem Lösungsmittel
innerhalb von Grenzen, die die Wirkung der vorliegenden Erfindung
nicht beeinträchtigen,
enthalten sein.
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Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten "Organomagnesiumverbindungen, die durch
(R2)2Mg dargestellt
werden", sind Verbindungen,
bei denen eine Kohlenwasserstoffgruppe mit Mg verknüpft ist.
Die Kohlenwasserstoffgruppe ist vorzugsweise eine (lineare oder
verzweigte) Alkylgruppe, die durch CH3(CH2)n- dargestellt
wird, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, tert.-Butyl,
sek.-Butyl, Amyl und Hexyl. Bevorzugte Beispiele für die Magnesiumverbindungen
umfassen Di-n-butylmagnesium, Di-tert.-butylmagnesium, Di-sek.-butylmagnesium,
n-Butyl-sek.-butylmagnesium, n-Butylethylmagnesium und n-Amylmagnesium.
Diese Verbindungen können
einzeln oder in Kombination verwendet werden.
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Es
ist bekannt, daß keine
Polymerisation eines Vinylmonomers initiiert wird, wenn R2Mg (R: Alkyl) allein verwendet wird, und
daß keine
Polymerisation initiiert wird, wenn nicht eine polare Verbindung,
wie Hexamethylphosphorsäuretriamid
(HMPT), zugesetzt wird. Die Erfinder der vorliegenden Anmeldung
haben jedoch festgestellt, daß selbst
wenn eine R2Mg-Verbindung allein verwendet wird, ohne
daß eine
polare Verbindung zugesetzt wird, und selbst wenn ein unpolares
Kohlenwasserstofflösungsmittel
verwendet wird, die Polymerisation eines Vinylmonomers unter speziellen
Temperaturbedingungen initiiert wird und daß die Art der Polymerisation
eine lebende Polymerisation ist.
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Die
Untergrenze für
die Polymerisationstemperatur, wenn R2Mg
allein als Initiator verwendet wird, ist 100°C oder höher, vorzugsweise 110°C oder höher und
insbesondere 120°C
oder höher.
Bei 100°C
oder niedriger läuft
die Polymerisation sehr langsam ab oder wird nicht initiiert.
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Um
die Polymerisationsinitiationsreaktion oder Wachstumsreaktion wirksamer
als bei der Verwendung von R2Mg allein als
Initiator durchzuführen,
wird es empfohlen, der R2Mg-Verbindung eine
Organometallverbindung/Organometallverbindungen, die durch R1M1 und/oder R1OM1 (R1,
R2: eine Kohlenwasserstoffgruppe; O: ein
Sauerstoffatom; M1: mindestens ein Alkalimetall,
das aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Li, Na und K besteht) dargestellt werden, zuzusetzen.
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Einige
Initiatoren, die eine Kombination aus R2Mg
und R1M1 und/oder
R1OM1 umfassen,
sind bekannt; sie waren jedoch aufgrund von Problemen, wie sie nachstehend
angegeben werden, nicht praktikabel.
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Macromolecules,
Bd. 19, S. 299 (1985) und
US-A-3
716 495 zeigen Beispiele für eine Styrolpolymerisation,
eine Butadienpolymerisation und eine Styrol- und Butadiencopolymerisation
bei 50°C
oder 70°C
unter Verwendung eines Polymerisationsinitiators, der wie in der
vorliegenden Erfindung aus Dibutylmagnesium und Butyllithium oder
Diamylmagnesium und Butyllithium besteht. In diesen Fällen der
Polymerisation hat die Konzentration des Monomers auf der Basis
des Polymerisationslösungsmittels
Cyclohexan jedoch den recht geringen Wert von etwa 11%, und ferner
liegt das Metallkonzentrationsverhältnis im Bereich [Mg] < [Li]. Nach dem Wissen
des Erfinders der vorliegenden Anmeldung ist das Metall an der durch
Polymerisation wachsenden Spezies im Bereich [Mg] < [Li] nicht Mg,
und es ist unmöglich,
die Polymerisationsgeschwindigkeit, das Molekulargewicht des Polymers
und die Molekulargewichtsverteilung unabhängig voneinander einzustellen.
Wenn die Initiatoren, die in den vorstehenden Druckschriften genannt
sind, verwendet werden, dann ist es zwar möglich, die lebende Polymerisation
mit einer niedrigen Monomerkonzentration, wie 11%, bei 50°C oder 70°C durchzuführen, ohne
daß ein
Durchgehen der Reaktion auftritt; ein Durchgehen der Reaktion tritt
jedoch bei den Monomerkonzentrationen und Temperaturbereichen, die
in der vorliegenden Erfindung angegeben sind, auf, was es unmöglich macht,
die Polymerisationsgeschwindigkeit einzustellen.
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US-A-4 225 690 offenbart
einen Polymerisationsinitiator, der Dibutylmagnesium und Amylkalium
oder Amyloxykalium umfaßt.
Bei diesem Polymerisationsinitiator liegen die Metallkonzentrationen
jedoch ebenfalls im Bereich [Mg] < [K],
hat die Monomerkonzentration den recht geringen Wert von etwa 10
bis 25%, weist die durch Polymerisation wachsende Spezies nicht
Mg auf und ist es unmöglich,
unabhängig
die Polymerisationsgeschwindigkeit, des Molekulargewicht des hergestellten
Polymers und dessen Molekulargewichtsverteilung einzustellen.
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Außerdem tritt
ein Durchgehen der Reaktion bei den Konzentrations- und Temperaturbereichen,
die in der vorliegenden Erfindung angegeben sind, auf, was es unmöglich macht,
die Polymerisationsgeschwindigkeit einzustellen.
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EP 234 512 A2 offenbart
ein Verfahren zur Herstellung von Styrol/Butadien-Blockcopolymeren.
Beispiel 34 beschreibt ein Verfahren, bei dem Styrol bei 65°C unter Verwendung
eines Polymerisationsinitiators, der aus Dibutylmagnesium und Butyllithium
in einem Konzentrationsverhältnis
([Mg]/[Li]) von 2,5 besteht, polymerisiert wird und dann ein Polybutadienblock
an den Polystyrolblock polymerisiert wird. In diesem Fall weist die
Monomerkonzentration auf der Basis des Polymerisationslösungsmittels
(Cyclohexan) jedoch den recht geringen Wert von 20% auf, und obwohl
kein Durchgehen der Reaktion auftritt, verringert sich die Aktivität des lebenden
Polymers, so daß nicht
umgesetztes Polystyrol in der darauffolgenden Stufe der Blockpolymerisation von
Butadien zurückbleibt.
Außerdem
hat das Molekulargewicht Mn des erhaltenen Copolymers den recht
geringen Wert von 8900.
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Der
Erfinder der vorliegenden Anmeldung hat festgestellt, daß die lebende
Polymerisation abläuft, wenn
der Polymerisationsinitiator, der aus R2Mg
und R1M1 und/oder
R1OM1 besteht, die
spezielle Beziehung [Mg]/[M1] ≥ 4 ([ ]: molare
Konzentration) für
das molare Konzentrationsverhältnis
der Metalle erfüllt,
ohne daß ein
Durchgehen der Reaktion selbst unter den Bedingungen einer hohen
Temperatur und einer hohen Monomerkonzentration hervorgerufen wird.
Auf diese Weise ist es möglich,
das Molekulargewicht, die Polymerisationsgeschwindigkeit und die
Molekulargewichtsverteilung unabhängig voneinander einzustellen.
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Mit
den herkömmlichen
anionischen Polymerisationstechniken war es nicht möglich, das
Molekulargewicht, die Polymerisationsgeschwindigkeit und die Molekulargewichtsverteilung
unabhängig
voneinander bei einer Einstufenpolymerisation einzustellen, so daß dieser
Befund recht überraschend
ist und die vorliegende Erfindung aus dem Stand der Technik nicht
zu erwarten war.
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Es
wird vermutet, daß diese
Wirkung der vorliegenden Erfindung dem folgenden Mechanismus zugeschrieben
werden kann.
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Es
wird angenommen, daß in
der vorliegenden Erfindung Carbanionen, die bei hohen Temperaturen während der
Polymerisation mit einem herkömmlichen
Allzweckinitiator, wie Butyllithium, instabil werden, mit einem
Metall als Schutzgruppe versehen werden, das eine stabile Bindung
bildet, wie es in der nachstehenden Formel (1) gezeigt ist, und
daß ferner
eine Verbindung, die strukturell mit der Verbindung der Formel (1)
in Wechselwirkung treten kann, die Bindungskraft der Carbanionen
und ihrer Gegenionen schwächt,
so daß die Carbanionen
aktiviert werden (vgl. Formel (2)). Ferner wird bei der Polymerisationstemperatur
die Struktur der Formel (1) in einen Ruhezustand gebracht, während die
Struktur der Formel (2) aktiv wird, was zu einem Gleichgewichtszustand
zwischen der Struktur der Formel (1) und der der Formel (2) führt.
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Es
wird vermutet, daß es
bei einem Polymerisationssystem mit einem derartigen Reaktionsmechanismus
leichter wird, ein lebendes Polymerisationssystem einzurichten,
wenn das Gleichgewicht zur linken Seite (Verstärkung des Ruhezustands) bei
einem Anstieg der Temperatur verschoben wird, so daß entsprechend
der stabile Zustand verstärkt
wird. Es wird auch vermutet, daß das
Molekulargewicht des Polymers durch die Menge an Mg bestimmt wird,
da Mg stets an den durch Polymerisation wachsenden Spezies vorliegt,
daß die
Polymerisationsgeschwindigkeit durch das Verhältnis [Mg]/[M1]
bestimmt wird, da M1 aktiviert ist, so daß es ein Fortschreiten
der Polymerisation ermöglicht,
und daß die
Molekulargewichtsverteilung ebenfalls durch das Verhältnis [Mg]/[M1] bestimmt wird, und zwar auf grund einer
Verschiebung des Gleichgewichts und der Austauschgeschwindigkeit
hin zu den anderen ruhenden Enden von RM1.
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Als
Aktivator des Polymerisationsinitiators in der vorliegenden Erfindung
(wenn der Ausdruck "Polymerisationsinitiator" in der Beschreibung
verwendet wird, dann kann er den Aktivator umfassen) werden die Organometallverbindungen,
die durch R1M1 und/oder
R1OM1 (R1, und R2: eine Kohlenwasserstoffgruppe;
O: ein Sauerstoffatom; M1: mindestens ein
Alkalimetall, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Li, Na und
K besteht) dargestellt werden, vorzugsweise verwendet. Insbesondere
stellt R1 in der Formel R1M1 eine Kohlenwasserstoffgruppe, vorzugsweise
eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe, die durch CH3(CH2)n- dargestellt wird,
wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, tert.-Butyl, sek.-Butyl,
Amyl oder Hexyl, dar. Typische Beispiele für R1M1 umfassen Methyllithium, n-Butyllithium,
sek.-Butyllithium, tert.-Butyllithium,
Isopropyllithium, n-Propyllithium, Isopropyllithium, Benzyllithium,
Phenyllithium, Hexyllithium, Butylnatrium, Butylkalium und Cumylkalium.
Diese Verbindungen können
allein oder in Kombination verwendet werden.
-
R1 in der Formel R1OM1 stellt eine Kohlenwasserstoffgruppe, vorzugsweise
eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe, die durch CH3(CH2)n- dargestellt
wird, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, tert.-Butyl, sek.-Butyl,
Amyl oder Hexyl, eine Phenylgruppe oder eine alkylsubstituierte
Phenylgruppe dar. Beispiele für R1OM1 umfassen Methoxylithium,
Methoxynatrium, Methoxykalium, Ethoxylithium, Ethoxynatrium, Ethoxykalium,
Propoxylithium, Propoxynatrium, Propoxykalium, Isopropoxylithium,
Isopropoxynatrium, Isopropoxykalium, n-Butoxylithium, n-Butoxynatrium,
n-Butoxykalium, sek.-Butoxylithium, sek.-Butoxynatrium, sek.-Butoxykalium,
tert.-Butoxylithium, tert.-Butoxynatrium, tert.-Butoxykalium, Amyloxylithium,
Amyloxynatrium, Amyloxykalium, tert.-Amyloxylithium, tert.-Amyloxynatrium,
tert.-Amyloxykalium, Hexyloxylithium, Hexyloxynatrium, Hexyloxykalium,
Phenoxylithium, Phenoxynatrium, Phenoxykalium, 2,4-Di-tert.-butylphenoxylithium, 2,4-Di-tert.-butylphenoxynatrium,
2,4-Di-tert.- butylphenoxykalium,
2,6-Di-tert.-butylphenoxylithium, 2,6-Di-tert.-butylphenoxynatrium, 2,6-Di-tert.-butylphenoxykalium,
3,5-Di-tert.-butylphenoxylithium, 3,5-Di-tert.-butylphenoxynatrium,
3,5-Di-tert.-butylphenoxykalium, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenoxylithium, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenoxynatrium
und 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenoxykalium. Diese Verbindungen können allein
oder in Kombination von zwei oder mehr verwendet werden.
-
R1M1 und R1OM1 können allein
oder in Kombination verwendet werden.
-
R1M1 und/oder R1OM1 werden verwendet,
so daß das
molare Konzentrationsverhältnis
von Mg zu M1 die Beziehung [Mg]/[M1] ≥ 4
([ ]: molare Konzentration), vorzugsweise [Mg]/[M1] ≥ 4,5 und insbesondere [Mg]/[M1] ≥ 5
erfüllt.
Wenn [Mg]/[M1] kleiner als 1 ist, dann besteht
ein Teil der Metallkationen, die ein Gegenion für das Carbanion der durch Polymerisation
wachsenden Spezies des lebenden Polymers, das während der Polymerisation gebildet
wird, bilden, allein aus M1, und es ist
nicht möglich,
die Reaktivität
aufgrund des Vorhandenseins von Mg einzustellen. Dementsprechend
kann ein Durchgehen der Reaktion bei den Polymerisationstemperatur-
und Monomerkonzentrationsbereichen, die in der vorliegenden Erfindung
festgelegt werden, stattfinden, und es kann kein stabiles lebendes
Polymerisationssystem gebildet werden. Im Bereich 1 ≤ [Mg]/[M1] < 4
läuft die
lebende Polymerisation, ohne daß ein
Durchgehen der Reaktion hervorgerufen wird, unter Bedingungen nahe
den Untergrenzen für
die Polymerisationskonzentrations- und Temperaturbereiche der vorliegenden
Erfindung ab. Für
den Fall, daß die
Polymerisation unter den Bedingungen einer sehr hohen Konzentration,
so daß fast
kein Polymerisationslösungsmittel
verwendet wird, und einer hohen Temperatur von 100°C oder mehr
durchgeführt
wird, wird ein Durchgehen der Reaktion induziert, und die Aktivität des lebenden Polymers
wird verringert. Ferner können
in diesem Fall nur Polymere erhalten werden, deren Molekulargewichtsverteilung
recht eng ist. Bei einem Harzformmaterial ist es für bestimmte
Anwendungen des Produkts günstig,
ein Polymer zu verwenden, bei dem eine hochmolekulare Komponente
und eine niedermolekulare Kompo nente miteinander in einem bestimmten
Verhältnis
gemischt sind, d.h. ein Polymer, dessen Molekulargewichtsverteilung
breit und nicht eng ist, und zwar im Hinblick darauf, daß dies eine
gute Ausgewogenheit von Fließfähigkeit
und mechanischen Eigenschaften zum Zeitpunkt der Formgebung bietet.
-
Der
Erfinder der vorliegenden Anmeldung hat überraschend festgestellt, daß bei Polymerisation
eines Vinylmonomers unter Variation des Verhältnisses [Mg]/[M1]
unter Bedingungen für
einen Abschuß der
Polymerisation in einer festgelegten Zeitspanne sich die Molekulargewichtsverteilung
im Bereich [Mg]/[M1] ≥ 4 stark verbreitert. Dies hat
seinen Grund wahrscheinlich darin, daß die Viskosität des Reaktionssystems
mit dem Fortschritt der Polymerisation im Bereich einer hohen Monomerkonzentration
ansteigt, was zu einem scheinbaren Abfall der Austauschreaktionsgeschwindigkeit
des Aktivators für
den Polymerisationsinitiators führt.
-
Zur
Verringerung der Viskosität
der Lösung
hoher Konzen- tration im Reaktionssystem wird es empfohlen, die
Polymerisation bei einer hohen Temperatur von 100°C oder mehr
durchzuführen
und das molare Konzentrationsverhältnis von Mg und M1 auf
einen Wert [Mg]/[M1] ≥ 10 einzustellen, um einen Fortschritt
der lebenden Polymerisation zu erlauben, ohne in einer derartigen
Situation ein Durchgehen der Reaktion hervorzurufen. Der Erfinder
der vorliegenden Anmeldung hat auch festgestellt, daß die Molekulargewichtsverteilung sich
in konsistenter Weise verbreitert, wenn das [Mg]/[M1]
-Verhältnis
zunimmt. Ein zu starker Anstieg des [Mg]/[M1]
-Verhältnisses
ist jedoch ungünstig,
da dies eine zu starke Verbreiterung der Molekulargewichtsverteilung
hervorruft und auch die Menge an niedermolekularen Komponenten,
z.B. Oligomereinheiten unter Einschluß von Dimeren und Trimeren,
erhöht.
Der am stärksten
bevorzugte Bereich molarer Konzentrationsverhältnisse ist 10 ≤ [Mg]/[M1] ≤ 100.
-
Der
Erfinder der vorliegenden Anmeldung hat festgestellt, daß bei Zusatz
einer Verbindung oder von Verbindungen, die durch R3OH
und/oder (R3)2NH
(R3: eine Kohlenwasserstoffgruppe; O: ein
Sauerstoffatom; N: ein Stickstoffatom) dargestellt werden und die
normalerweise als Abbruchmittel für eine anionische Polymerisation
dienen, zu einem Initiator, der aus (R2)2Mg und R1M1 ([Mg] > [M1]) besteht, in einem speziellen Verhältnis recht überraschend
die Polymerisation von Vinylmonomeren initiiert wird und ferner
die lebende Polymerisation unter den Bedingungen hoher Temperatur
und hoher Konzentration abläuft.
-
In
R3OH und (R3)2NH, die in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden, sind die R3 Kohlenwasserstoffgruppen,
die vorzugsweise lineare oder verzweigte Alkylgruppen sind, die
durch CH3(CH2)n- dargestellt werden, wie Methyl, Ethyl,
Propyl, Isopropyl, n-Butyl, tert.-Butyl, sek.-Butyl, Amyl und Hexyl,
Phenylgruppen, alkylsubstituierte Phenylgruppen, auf Kohlenwasserstoffen
basierende Etherverbindungsgruppen, die durch CH3(OCH2CH2)n-
dargestellt werden, und die Gruppen, die durch (CH3)2N(CH2CH2)n- dargestellt werden. Typische Beispiele
für R3OH sind Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol,
n-Butylalkohol,
sek.-Butylalkohol, tert.-Butylalkohol, Amylalkohol, Hexylalkohol,
Phenol, 2,4-Di-tert.-butylphenol, 2,4-Di-tert.-butylphenol, 3,5-Di-tert.-butylphenol,
2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol,
2-Methoxyethanol und 2-(2-Di-tert.-methoxyethoxy)ethanol. Beispiele
für (R3)2NH sind N,N-Dimethylethanolamin,
Dimethylamin, N-Ethylmethylamin, Diethylamin, Dipropylamin, Dibutylamin,
Dihexylamin, Dioctylamin, Didecylamin, N,N,N'-Trimethylethylendiamin, N,N,N',N'-Tetramethyldiethylentriamin
und dergl. Diese Verbindungen können
allein oder in Kombinationen von zwei oder mehr verwendet werden.
-
R3OH und (R3)2NH, die zugesetzt werden, müssen in
einer solchen Menge vorhanden sein, daß die Beziehung 2 × [Mg] +
[M1] > [R3OH] + [(R3)2NH] erfüllt
ist. Wenn andernfalls 2 × [Mg]
+ [M1] < [R3OH] + [(R3)2NH] gilt, dann wird die Polymerisation nicht
initiiert.
-
Als
ein Ergebnis weiterer Untersuchungen über die Organometallverbindungen,
die aus (R2)2Mg
und R1M1 bestehen,
hat der Erfinder der vorliegenden Anmeldung festgestellt, daß mindestens
eines der Kohlenstoffatome der Kohlenwasserstoffgruppe von R1 und R2, das mit
dem Metall verknüpft
ist, ein sekundäres
Kohlenstoffatom und/oder tertiäres
Kohlenstoffatom sein sollte und daß bei Verwendung einer Organometallverbin dung,
die die Beziehung [R1,2] ≥ [Mg] ([R1,2]: Gesamtmenge von R1 und
R2 mit sekundärem Kohlenstoffatom und/oder
tertiärem
Kohlenstoffatom) erfüllt,
für die
Polymerisation eines Vinylmonomers der Wirkungsgrad des Polymerisationsinitiators
(R2)2Mg verbessert
wird (die Reaktionsinitiationsstellen werden erhöht), wenn auch die Polymerisationsgeschwindigkeit
verringert wird. Dies hat seinen Grund wahrscheinlich darin, daß Mg als ein
bifunktioneller Initiator in einer Menge, die [R1,2]-[Mg]
entspricht, dient, was zu einem entsprechenden Anstieg des Initiatorwirkungsgrades
führt,
da es einfacher ist, die Polymerisation mit R1 und
R3 zu initiieren, die ein sekundäres Kohlenstoffatom
und/oder tertiäres
Kohlenstoffatom aufweisen, als mit R1 und
R2, die ein primäres Kohlenstoffatom aufweisen.
Wenn also R1 und R2 mit
einem primären
Kohlenstoffatom und einem sekundären
und/oder tertiären
Kohlenstoffatom in einem gemischten Zustand vorhanden sind, dann
werden notwendigerweise R1 und R2 mit einem sekundären Kohlenstoffatom und/oder
einem tertiären
Kohlenstoffatom allein mit dem Initiationsende des Polymers verknüpft, und
das Molekulargewicht wird durch das Verhältnis der Menge des Monomers
zu R1 und R2 mit
sekundärem
Kohlenstoffatom und/oder tertiärem
Kohlenstoffatom bestimmt. An den durch Polymerisation wachsenden
Spezies liegen im Gemisch zwei verschiedene Strukturen vor: (A)
~ Polymer ~ -Mg-R2 und (B) ~ Polymer ~ Mg-
~ Polymer ~, und es wird angenommen, daß (B) eine geringere Polymerisationsreaktivität, d.h.
eine geringere Polymerisationsgeschwindigkeit, aufweist. Daher ist es
möglich,
die Polymerisationsgeschwindigkeit durch Einstellung des Verhältnisses
(A)/(B) zu steuern.
-
In
der vorliegenden Erfindung kann bei den Organometallverbindungen,
die aus (R2)2Mg
und R1M1 bestehen,
mindestens eine der Kohlenwasserstoffverbindungen von R1 und
R2 ein Polymercarbanion sein. Ein "Polymercarbanion" ist ein Anion eines
lebenden Polymers, das durch lebende Polymerisation eines Vinylmonomers
erhalten wird, wobei dessen Polymerisationsgrad nicht kleiner als
1 ist.
-
In
der vorliegenden Erfindung wird bei Verwendung einer (R2)2Mg-Verbindung die Polymerisation eines Vinylmonomers selbst
unter den Bedingungen hoher Temperatur und hoher Monomerkonzentration
initiiert, und die lebende Polymerisation läuft ab. Es wurde ferner festgestellt,
daß die
lebende Polymerisation auch unter den Bedingungen hoher Temperatur
und hoher Konzentration ablaufen kann, ohne daß ein Durchgehen der Reaktion
hervorgerufen wird, wenn eine Verbindung, die durch R3OH
und/oder (R3)2NH
(R2 und R3: ein Kohlenwasserstoffgruppe,
O: ein Sauerstoffatom; N: ein Stickstoffatom) dargestellt wird,
anstelle des Zusatzes von R1M1 und
R1OM1 zugemischt
wird. Die Wirkung der Zugabe von R3OH und/oder
(R3)2NH besteht
darin, die Polymerisationsgeschwindigkeit stärker als durch die Zugabe von
(R2)2Mg allein zu
erhöhen.
Die Polymerisationsgeschwindigkeit wird erhöht, wenn die Menge der Verbindung(en)
erhöht
wird. Die Menge der Verbindung(en), die zugesetzt werden soll, ist
jedoch auf einen solchen Bereich beschränkt, daß die Beziehung 2 × [Mg] > [R3OH]
+ [(R3)2NH] erfüllt ist.
Wenn 2 × [Mg]
+ [M1] ≤ [R3OH] + [(R3)2NH] gilt, dann läuft die Polymerisation nicht
ab.
-
Da
die Polymerisation des Vinylmonomers unter Verwendung des erfindungsgemäßen Initiators
im Bereich hoher Monomerkonzentrationen abläuft, ist zu erwarten, daß die Viskosität der Polymerisationslösung recht
hoch wird, so daß es
günstig
ist, einen Extruder als Polymerisationsreaktor zu verwenden, und
zwar im Hinblick auf die Gleichmäßigkeit
der Polymerisationsreaktion. "Extruder" bedeutet hier einen
Einschnecken- oder Doppelschneckenextruder, der eine Schnecke und/oder
Knetscheibe aufweist.
-
Die
Polymerisation im Extruder unter Verwendung des erfindungsgemäßen Initiators
kann den Lösungsmittelrückgewinnungsschritt
nach Abschluß der
Polymerisation überflüssig machen,
da die lebende Polymerisation selbst mit einer sehr kleinen Menge
an Lösungsmittel
auftritt, so daß ein
sehr wirtschaftliches Verfahren verwirklicht werden kann, bei dem
das Lösungsmittel
allein durch Entgasungsbehandlung im Extruder entfernt werden kann.
-
Das
Verfahren zum Abbruch der Polymerisation ist in der vorliegenden
Erfindung nicht kritisch; allgemein bekannte Abbruchverfahren für die anionische
Polymerisation können
ver wendet werden. Zum Beispiel kann die Polymerisation abgebrochen
werden, indem Wasser, ein Alkohol, eine Protonensäure, wie
eine Carbonsäure,
Kohlendioxid oder dergl. zu der Polymerisationslösung gegeben werden.
-
Es
ist bekannt, daß eine
kleine Menge Monomer(e) in den durch radikalische Polymerisation
erhaltenen Styrolpolymeren vorliegt und daß das/die Monomer(e) aus dem
geformten Produkt ausbluten kann/können, wenn das geformte Produkt
aus dem Styrolpolymer in die Atmosphäre einer oleophilen Verbindung
gebracht wird, was zu Problemen führt.
-
Es
wird angenommen, daß es
hauptsächlich
zwei Mechanismen gibt, nach denen Monomere im Polymer enthalten
sind: Die Monomere, die während
der Polymerisation nicht umgesetzt worden sind, bleiben im Polymer
zurück;
und die Monomere, die durch Zersetzung von Polymeren oder Oligomeren
während
der Formung gebildet worden sind, sind im geformten Produkt vorhanden.
Monomere, die während
der Polymerisation nicht umgesetzt verbleiben, können durch eine Entgasungsbehandlung
unter Hochvakuum erheblich verringert werden; das Polymer und das
Oligomer werden jedoch weiter zersetzt, wenn sie thermischen oder
Scherbeanspruchungen während
der Formung ausgesetzt werden, so daß Monomere gebildet werden.
Monomere werden in großen
Mengen durch thermische Zersetzung der Oligomere, wie Dimere und
Trimere, gebildet, und es ist schwierig, diese Oligomere aus dem
Polymer durch eine Entgasungsbehandlung zu entfernen.
-
Es
ist bekannt, daß bei
Oligomeren, die durch Halten des Polymers in der Wärme gebildet
werden, Trimere im allgemeinen in einer größeren Menge vorliegen als Dimere
(J. Polymer Sci.: Symposium Nr. 57, 81–88 (1976)). In der Tat ist
die Menge an Trimer in einem Styrolpolymer, das durch radikalische
Polymerisation hergestellt wird, ungefähr 10 mal so groß wie die
Menge an Dimer. Daher ist es ein wichtiger Gesichtspunkt, die Bildung
des Trimers im Polymer zu steuern und ein Styrolharz bereitzustellen,
bei dem die Menge des während
der Formung gebildeten Monomers minimiert ist.
-
Der
Erfinder der vorliegenden Anmeldung hat Forschungen über diesen
Gegenstand durchgeführt
und festgestellt, daß die Menge
an Trimer, die während
der Polymerisation gebildet wird, erheblich verringert werden kann,
indem eine spezielle anionische Polymerisationstechnik angewandt
wird, und daß bei
dem Polymer, das nach diesem Verfahren erhalten wird, die Menge
des beim Halten unter Wärme
gebildeten Monomers minimiert ist. Dieser Befund bildet eine Basis
für die
vorliegende Erfindung. Bei den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Styrolpolymeren ist also die Menge der Monomere, die
beim Halten unter Wärme gebildet
werden, minimiert.
-
Außerdem können die
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Styrolpolymere so wirken, daß sie die Bildung von Monomeren
bei Halten unter Wärme
hemmen, selbst wenn Metallreste, die aus dem Polymerisationsinitiator
stammen, in kleinen Mengen im Polymer vorliegen. Bei der herkömmlichen
anionischen Polymerisation verbleiben Metallreste, die aus dem Polymerisationsinitiator
stammen, unweigerlich im gebildeten Polymer, und es wird angenommen,
daß diese
Metallreste die thermische Zersetzung des Polymers beim Formen beschleunigen.
Es ist allgemeine Praxis, diese Metallreste durch Extraktion mit
Wasser zu entfernen; dieses Verfahren ist jedoch nicht geeignet,
die Metallreste vollständig
zu entfernen, und es verbleiben daher kleine Mengen der Metallreste
im hergestellten Polymer. Im Fall der erfindungsgemäßen Styrolpolymere kommt
es, selbst wenn kleine Mengen der Metalle Mg und M1 im
Polymer zurückbleiben,
nur zu einer unerheblichen Bildung des Trimers. Erfindungsgemäß kann daher
ein industriell sehr wirtschaftliches Verfahren, das keine Stufe
der Extraktionsentfernung von Metallresten erfordert, zur Herstellung
von Polymeren, die mit einer kleinen Menge an Initiator erhalten
werden können,
oder zur Polymerisation unter Verwendung eines Kettenübertragungsmittels
angewandt werden.
-
Das
Molekulargewicht des Styrolharzes, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erhalten wird, liegt im Bereich von 103 bis
107, und die Menge an Mg, das bei diesem
Verfahren verwendet wird, beträgt
etwa 3 bis 2400 ppm; eine besonders günstige Wirkung wird jedoch
in dem Molekulargewichtsbereich erzielt, in dem der Mg-Gehalt nicht
größer als
100 ppm ist.
-
"Mg" und "M2", die in den erfindungsgemäßen Styrolpolymeren
zurückbleiben
können,
bedeuten Mg- und M1-Verbindungen, die nach
der Deaktivierung der Verbindungen, die als Polymerisationsinitiatoren
verwendet werden, zurückbleiben.
Das molare Verhältnis
von Mg zu M1 ([Mg]/[M1])
beträgt
vorzugsweise 4 bis 10, insbesondere 5 bis 90 und ganz besonders
bevorzugt 6 bis 80.
-
Die
vorliegende Erfindung wird weiter durch die folgenden Beispiele
und Vergleichsbeispiele erläutert; dies
darf jedoch nicht so verstanden werden, daß sie durch diese Beispiele
beschränkt
wird.
-
Die
Monomere und Lösungsmittel,
die in der vorliegenden Erfindung verwendet wurden, wurden auf folgende
Weise vor der Verwendung gereinigt. Die Organometallverbindungen,
Alkohole, sekundäre
Amine und anderen Reagenzien, die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen
verwendet wurden, werden nachstehend erläutert.
- (1)
Styrol (SM)
Ein handelsübliches
Produkt, das von Asahi Chemical Industry Co., Ltd. hergestellt wird.
Es wurde unter verringertem Druck einmal über CaH2 destilliert,
einer Entgasungsbehandlung unterzogen und dann unter einer trockenen
Stickstoffatmosphäre
dicht verschlossen.
- (2) Ethylbenzol (EB) und Cyclohexan
Handelsübliche Produkte,
die von Wako Pure Chemical Industries Co., Ltd. hergestellt werden.
Produkte spezieller Qualität
wurden unter verringertem Druck einmal über CaH2 destilliert,
einer Entgasungsbehandlung unterzogen, mit Molekularsieben gemischt
und dann unter trockenem Stickstoff dicht verschlossen.
- (3) n-Butyllithium (nBuLi)
Produkt, das von Kanto Chemical
Co., Ltd. hergestellt wird. Verwendet als eine 1,6 M n-Hexanlösung.
- (4) sek.-Butyllithium (sBuLi)
Produkt, das von Kanto Chemical
Co., Ltd. hergestellt wird. Verwendet als eine 1,0 M Cyclohexanlösung.
- (5) tert.-Butyllithium (tBuLi)
Produkt, das von Kanto Chemical
Co., Ltd. hergestellt wird. Verwendet als eine 1,6 M n-Heptanlösung.
- (6) Dibutylmagnesium (Bu2Mg)
Produkt,
das von Aldrich Inc. als eine 1,0 M Heptanlösung eines 1:1-Gemisches von
n-Dibutylmagnesium und sek.-Dibutylmagnesium hergestellt wird.
- (7) n-Butylalkohol (nBuOH), sek.-Butylalkohol (sBuOH), tert.-Butylalkohol
(tBuOH) und Di-n-butylamin (Bu2NH)
Produkte
spezieller Qualität,
die von Kanto Chemical Co., Ltd. hergestellt werden, wurden über CaH2 destilliert, einer Entgasungsbehandlung
unterzogen, mit Molekularsieben gemischt und unter trockenem Stickstoff
dicht verschlossen.
- (8) tert.-Butoxynatrium (tBuONa) und tert.-Butoxykalium (tBuOK)
Produkte,
die von Aldrich Inc. hergestellt werden.
- (9) Polymerisationsabbruchmittel
Es wurde ein Gemisch im
Verhältnis
90/10 (bezogen auf das Volumen) aus Tetrahydrofuran (THF) und Methanol
(MeOH) verwendet.
Die Polymerisationsgeschwindigkeit, die Molekulargewichte
und die Molekulargewichtsverteilungen der erhaltenen Polymere wurden
wie folgt bestimmt.
- (10) Polymerisationsgeschwindigkeit
Nicht umgesetztes SM
wurde durch Gaschromatographie (GC) unter den Bedingungen 1 gemessen,
und die Polymerisationsgeschwindigkeit (der Umsatz) wurde aus folgender
Gleichung bestimmt:
Polymerisationsgeschwindigkeit (%) = ([Konzentration
an zugeführtem
SM] – [Konzentration
an nicht umgesetztem SM])/[Konzentration an zugeführtem SM] × 100
- (11) Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn), Gewichtsmittel
des Molekulargewichts (Mw) und Mw/Mn.
Bestimmt durch Gelpermeationschromatographie
(GPC).
- (12) Messung des Trimers
Durchgeführt unter den Bedingungen 2.
Bedingungen
der GC-Bestimmungen Bedingungen
1 | Meßvorrichtung: | GC
14B, hergestellt von Shimadzu Corp. |
| Säule: | PEG
20 M (Ø 3
mm × 3
m) |
| Trägergas: | Stickstoff,
Strömungsgeschwindigkeit
= 50 ml/min |
| Detektor: | FID |
| Säulentemperatur: | Für 10 Minuten
bei 125°C
gehalten und dann weiter mit einer Geschwindigkeit von 35°C/min aufgeheizt, bis
230°C erreicht
wurde. Injektions- und Detektortemperatur = 230°C. |
| Inneres
Standardreagenz: | EB |
Bedingungen
2 | Meßvorrichtung: | GC
14B, hergestellt von Shimadzu Corp. |
| Säule: | TC-1
(Innendurchmesser: 0,25 mm; |
| Dicke: | 0,25 μm; Länge: 30
m; hergestellt von GL Science Inc.) |
| Trägergas: | Stickstoff,
Strömungsgeschwindigkeit
= 50 ml/min |
| Detektor: | FID |
| Säulentemperatur: | Für 5 Minuten
bei 50°C
gehalten und dann weiter mit einer Geschwindigkeit von 20°C/min aufgeheizt,
bis 320°C
erreicht wurde. |
| Injektionstemperatur: | 260°C |
| Detektortemperatur: | 330°C |
| Inneres
Standardreagenz: | Anthracen |
GPC-Meßbedingungen | Meßvorrichtung: | TOSO
HLC-8020 (mit eingebautem Differentialbrechungsindexdetektor) |
| Säule: | TOSO
TSKgel-GMHXL × 2 |
| Temperatur: | 38°C |
| Lösungsmittel: | Tetrahydrofuran
(THF) |
| Probenkonzentration: | 0,1%
(Gew./Vol.) |
| Probennahmeabstand: | 1
mal pro 0,4 Sekunden |
-
Bestimmung des Molekulargewichts:
-
Eine
Eichkurve wurde durch Auftragung der Beziehung zwischen dem Molekulargewicht
von TOSO TSK-Standard-Polystyrolen und der Elutionszeit als Regressionskurve
dritter Ordnung gezeichnet, und das Molekulargewicht wurde aus dieser
Kurve bestimmt.
-
In
den folgenden Beispielen und Vergleichsbeispielen wurden alle Polymerisationen
nach dem folgenden Verfahren durchgeführt, sofern nichts anderes
angegeben ist.
-
Polymerisationsverfahren
-
Ein
Glasbehälter
und eine Spritze, die auf 140°C
erhitzt und getrocknet worden waren, ein Monomer, ein Lösungsmittel
und ein Reagenz wurden in eine Stickstoffglocke (Modell VDB-SA-Q, hergestellt
von Eiko Shokai KK) gegeben. Die Innenatmosphäre der Stickstoffglocke wurde
gründlich
durch Stickstoff ersetzt, der entwässert und mit Molekularsieben
getrocknet worden war. Festgelegte Mengen an Monomer und Lösungsmittel
wurden in eine 50 ml-Druckglasflasche gegeben. Anschließend wurde
ferner eine festgelegte Menge an Polymerisationsinitiator zugegeben.
Falls die Konzentration an Polymerisationsinitiator hoch war, wurde
er mit Ethylbenzol verdünnt
und dann zu der Monomerlösung
gegeben. Die Polymerisationslösung
macht in allen Fällen
10 ml aus. Nachdem die Zufuhr abgeschlossen war, wurde die Druckflasche
mit einem Stopfen aus Nitrilkautschuk versehen, dann aus der Stickstoffglocke
entnommen und mit einem Metalldeckel versehen. Die Druckflasche
wurde in ein Ölbad
bei einer festgelegten Temperatur gebracht. Der Zeitpunkt, zu dem
die Flasche in das Ölbad
gegeben wurde, wird als Zeitpunkt Null angegeben. Die Druckflasche
wurde gut geschüttelt, um
die Reaktionslösung
zu rühren.
Nach Ablauf der festgelegten Zeitspanne wurde die Druckflasche aus
dem Ölbad
entnommen und unmittelbar anschließend in Wasser zum Abkühlen auf
Raumtemperatur gebracht. Nach Abkühlen wurden 5 ml Abbruchmittel
in die Druckflasche gegeben, wobei das Eindringen von Luft verhindert
wurde. Außerdem
wurde die Druckflasche rasch geschüttelt, um eine gleichmäßige Verteilung
des Abbruchmittels zu bewirken. Die resultierende Polymerisationslösung wurde
mit THF verdünnt,
und diese verdünnte
Lösung
wurde für
die GC- und GPC-Analysen verwendet.
-
Beispiele 1 bis 3
-
In
der Stickstoffglocke wurden 9 ml EB und 1 ml Bu2Mg
in ein 30 ml-Becherglas gegeben, um Bu2Mg zu
verdünnen.
Eine Mischlösung
aus SM und EB wurde in die Druckflasche in einer Konzentration,
wie sie in Tabelle 1 angegeben ist, eingeführt, und anschließend wurde
die verdünnte
Initiatorlösung
bis zu einer festgelegten Konzentration zugegeben. Die resultierende
Polymerisationslösung
wurde durch Schütteln
gut ge mischt. Es wurden drei Flaschen mit völlig identischen Polymerisationslösungen hergestellt.
Beim Erreichen der festgelegten Polymerisationszeit, die in Tabelle
1 angegeben ist, wurde das Abbruchmittel zu der Lösung gegeben,
um die Polymerisation zu stoppen. Die analytischen Ergebnisse der
erhaltenen Polymere sind in Tabelle 1 angegeben.
-
Im
allgemeinen nimmt bei lebenden Polymerisationssystemen das Molekulargewicht
Mn des Polymers linear proportional zum Umsatz zu. Ein Graph, der
die Beziehung zwischen dem Umsatz und Mn in den Beispielen 1 bis
3 zeigt, die Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Polymerisationssystems
sind, ist in 1 gezeigt.
In den Polymerisationslösungen,
die in diesen Beispielen angegeben sind, nahm Mn linear proportional
zum Umsatz zu, was zeigt, daß diese
Polymerisationslösungen
Lösungen
mit lebender Polymerisation sind. Außerdem lief in den Beispielen
1 bis 3 die Polymerisation mit einer mäßigen Geschwindigkeit ab, ohne
daß es
zu einem Durchgehen der Reaktion kam, wie es in Tabelle 2 angegeben
ist.
-
Vergleichsbeispiel 1
-
Man
folgte dem Verfahren von Beispiel 1, mit der Ausnahme, daß eine nBuLi-Lösung anstelle
von Bu2Mg in einer Konzentration von 2,56
mM verwendet wurde und daß die
Druckflasche, die den Polymerisationsinitiator enthielt, in flüssigen Stickstoff
gegeben wurde, um das Starten der Polymerisation zu verhindern. Nach
Entnahme aus der Stickstoffglocke wurde sie in ein Ölbad bei
120°C gebracht.
Nach wenigen Minuten kam es zu einem plötzlichen Sieden, und die Polymerisation
war beendet (durchgegangen).
-
Vergleichsbeispiel 2
-
Man
folgte dem Verfahren von Beispiel 1, mit der Ausnahme, daß die Polymerisation
bei der in Tabelle 2 angegebenen Konzentration durchgeführt wurde.
Die Polymerisation verlief, ohne daß die Reaktion durchging; wie
jedoch aus 1 ersichtlich
ist, nahm Mn abweichend vom linearen Verlauf mit dem Umsatz zu,
und die Aktivität
der lebenden Polymerisation nahm mit zunehmendem Umsatz ab.
-
Vergleichsbeispiel 3
-
Man
folgte dem Verfahren von Beispiel 1, mit der Ausnahme, daß die Polymerisation
bei 150°C
ohne Zugabe der Bu2Mg-Initiatorlösung durchgeführt wurde.
-
Wie
aus der Auftragung von Mn und Umsatz in 1 ersichtlich ist, war diese Polymerisationslösung (herkömmliche
Lösung
mit radikalischer Polymerisation durch Wärme) hinsichtlich des Molekulargewichts
unabhängig
vom Fortschritt der Polymerisation konstant. Außerdem wiesen die erhaltenen
Polymere eine breite Molekulargewichtsverteilung auf (Mw/Mn = 2,2).
-
Die
Polymerisationsbedingungen der Beispiele 1 bis 3 waren 120 bis 150°C und 6 Stunden,
wobei es sich um Bedingungen handelt, von denen normalerweise angenommen
wird, daß sie
eine radikalische Polymerisation durch Wärme bewirken. Es wurde jedoch
kein Peak des Molekulargewichts, wie er in Vergleichsbeispiel 3
angegeben ist, bei der GPC-Analyse beobachtet. Dies zeigt, daß in den
Beispielen 1 bis 3 keine radikalische Polymerisation durch Wärme, sondern
nur die anionische Polymerisation auftrat.
-
Beispiele 4 bis 8
-
In
der Stickstoffglocke wurden jeweils verdünnte Lösungen von Bu2Mg
und nBuLi mit den in Tabelle 3 angegebenen Mischungsverhältnissen
vorher hergestellt. Die verdünnte
Initiatorlösung
wurde zu einer Mischlösung
aus SM und EB in den in Tabelle 3 angegebenen Konzentrationen gegeben,
und es wurde gut gemischt. Die resultierende Lösung wurde auf Druckflaschen
in einer Menge von 10 ml pro Flasche verteilt und bei den Temperaturen
und für
die Zeiten, die in Tabelle 3 angegeben sind, polymerisiert.
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Wie
aus 3 ersichtlich ist,
lief die Polymerisation ohne Durchgehen der Reaktion ab, und zwar
ungeachtet der Bedingungen hoher Temperatur und hoher Monomerkonzentration.
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Aus 4, die die Beziehung zwischen
Mn und dem Umsatz zeigt, ist ersichtlich, daß das Molekulargewicht mit
dem Fortschritt der Polymerisation zunahm und daß eine lebende Polymerisation
ablief. Es ist darauf hinzuweisen, daß sich die Molekulargewichtsverteilung
mit zunehmendem Umsatz ver breiterte. Es wird angenommen, daß dies seinen
Grund nicht in einer Abnahme der lebenden Eigenschaften der Polymerisationslösung hat,
sondern Faktoren, wie einem Anstieg der Viskosität der Polymerisationslösung und
einer Zunahme des Verhältnisses
von Wachstumsgeschwindigkeit zu Austauschreaktionsgeschwindigkeit
zwischen der aktiven Polymerisationsstelle (Mg) und dem Polymerisationsaktivator
(Li), zuzuschreiben ist. Die Muster der Molekulargewichtsverteilungen
der Beispiele 8–1
und 8–2
sind in 5 gezeigt, aus
der ersichtlich ist, daß die Molekulargewichtsverteilung
allgemein mit dem Fortschritt der Polymerisation verschoben wird
und daß kein deaktiviertes
Polymer vorliegt.
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Vergleichsbeispiel 4
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Die
Polymerisation wurde in einem Bereich mit einer geringen Konzentration
an SM relativ zu EB bei Bu2Mg/nBuLi = 4
durchgeführt.
Die Polymerisation lief zwar ab, ohne daß es zu einem Durchgehen der
Reaktion kam; die Molekulargewichtsverteilung verbreiterte sich
jedoch mit dem Fortschritt der Polymerisation. Die GPC-Analyse zeigte
eine ausgeprägte
Schwanzbildung der Molekulargewichtsverteilung auf der niedermolekularen
Seite mit dem Fortschritt der Polymerisation, was anzeigt, daß die aktiven
Stellen allmählich
im Verlauf der Polymerisation deaktiviert wurden (Abnahme der Aktivität der lebenden
Polymerisation).
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Vergleichsbeispiel 5
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Die
Polymerisation wurde unter den in Tabelle 7 angegebenen Bedingungen
durchgeführt.
Der Fortschritt der Polymerisation war sehr langsam.
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Beispiele 9 bis 12
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Die
Polymerisation wurde unter den in Tabelle 4 angegebenen Bedingungen
unter Verwendung von Cyclohexan als Lösungsmittel und Bu2Mg
und nBuLi als Initiatoren durchgeführt. Die Polymerisation wurde
bei 80°C
für 4 Stunden
im Umsatzbereich von 70% oder weniger durchgeführt. Dann wurde die Temperatur
auf 120°C
erhöht,
und 30 Minuten später
wurde die Polymerisation beendet. Die Polymerisation war bereits
abgeschlossen. In Beispiel 12 war die Polymerisation in einer Polymerisationszeit
von 4 Stunden abgeschlossen. Die Beziehung zwischen dem Mn-Wert
des erhaltenen Polymers und dem Verhältnis [SM]/[Mg] ist in 6 gezeigt.
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Vergleichsbeispiele 6
bis 8
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Die
Polymerisation wurde unter den in Tabelle 7 angegebenen Bedingungen
unter Verwendung von Cyclohexan als Lösungsmittel und Bu2Mg
und nBuLi als Initiatoren durchgeführt. Die Polymerisation wurde
bei 50°C
im Umsatzbereich von 70% oder weniger durchgeführt. Dann wurde die Temperatur
auf 80°C
erhöht,
um die Polymerisation abzuschließen. In Vergleichsbeispiel
8 wurde die Innentemperatur in der frühen Phase der Polymerisation
geringfügig
höher als
die Ölbadtemperatur.
Die Beziehung zwischen dem Mn-Wert des erhaltenen Polymers und dem
Verhältnis
[SM]/[Mg] ist in 6 gezeigt.
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Aus
den Ergebnissen in 6 ist
ersichtlich, daß der
Mn-Wert des Polymers im Bereich [Mg] ≥ [Li] durch das Verhältnis [SM]/[Mg]
bestimmt wird.
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Die
Beziehung zwischen dem Mn-Wert und dem Verhältnis [Mg]/[Li] ist in 7 gezeigt. Im Bereich [Mg] ≥ [Li] ist
der Wert von Mn des Polymers unabhängig vom Verhältnis [Mg]/[Li]
konstant; im Bereich [Mg] < [Li]
ist das Molekulargewicht jedoch verringert.
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1H und 13C-NMR-Analysen
des im Bereich [Mg] ≥ [Li]
erhaltenen Polymers bestätigten,
daß die
Butylgruppen, die mit dem Ende der Molekülkette des Polymers verknüpft waren,
sek.-Butylgruppen
waren, daß deren
Anzahl gleich der Anzahl der Benzylprotonen an den Polymerisationsabbruchenden
war und daß der
Wert von Mn, der aus der Anzahl der sek, -Butylgruppen berechnet
wurde, im wesentlichen mit dem Wert von Mn, der durch GPC bestimmt
wurde, übereinstimmte.
Durch diese Tatsachen wird bestätigt,
daß das
Metallkation, das das Gegenion des Carbanions an der aktiven Polymerisationsstelle
bildete, Mg war.
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Beispiele 13 und 14 und
Vergleichsbeispiele 9 und 10
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Die
Polymerisation wurde unter den in den Tabellen 4 und 7 angegebenen
Bedingungen unter Verwendung von EB als Polymerisationslösungsmittel
und Bu2Mg und nBuLi als Initiatoren durchgeführt. In
jedem Fall wurde die Polymerisation unter Bedingungen durchgeführt, die
so ausgelegt waren, daß die
Polymerisation in 240 Minuten abgeschlossen war.
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Die
Beziehung zwischen der Molekulargewichtsverteilung des aus der Polymerisation
für 240
Minuten erhaltenen Polymers (ein Polymer mit einem Umsatz von 95%
oder mehr) und dem Verhältnis
[Mg]/[Li] ist in 8 gezeigt.
Die Molekulargewichtsverteilung war bei [Mg]/[Li] ≤ 2 eng, verbreiterte
sich jedoch, wenn das Verhältnis
[Mg]/[Li] gleich 4 oder größer gewählt wurde.
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Beispiele 15 und 17
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Bu2Mg und nBuOH oder sBuOH wurden in einem
molaren Verhältnis
von 1:1 in EB gemischt, und nBuLi wurde zu der resultierenden Lösung in
dem in Tabelle 5 angegebenen Verhältnis [Mg]/[Li] gegeben.
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Die
Polymerisation wurde unter Verwendung dieser Zubereitung als Polymerisationsinitiator
durchgeführt.
EB wurde als Polymerisationslösungsmittel
verwendet.
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Beispiele 16, 18 und 19
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nBuLi
und nBuOH oder sBuOH oder tBuOH wurden in einem molaren Verhältnis von
1:1 in EB gemischt, und nBuLi wurde zu der resultierenden Lösung mit
dem in Tabelle 5 angegebenen Verhältnis [Mg]/[Li] gegeben. Die
Polymerisation wurde unter Verwendung dieser Zubereitung als Polymerisationsinitiator
und von EB als Lösungsmittel
durchgeführt.
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Beispiel 20
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nBuLi
und nBuOH wurden in einem molaren Verhältnis von 1:1 in EB gemischt.
In einem getrennten Behälter
wurden Bu2Mg und nBuOH in einem molaren
Verhältnis
von 1:1 in EB gemischt. Beide Lösungen
wurden in dem in Tabelle 6 angegebenen Verhältnis [Mg]/[Li] gemischt, und
die Polymerisation wurde unter Verwendung dieser Mischlösung als
Polymerisationsinitiator und von EB als Lösungsmittel durchgeführt.
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Beispiel 21
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Bu2Mg und Bu2NH wurden
in einem molaren Verhältnis
von 1:1 in EB gemischt, und anschließend wurde nBuLi in dem in
Tabelle 6 angegebenen Verhältnis
[Mg]/[Li] zugegeben. Die Polymerisation wurde unter Verwendung dieser
Zubereitung als Polymerisationsinitiator und von EB als Lösungsmittel
durchgeführt.
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Beispiele 22 und 23
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tBuONa-
oder tBuOK-Pulver wurden zu EB gegeben, und anschließend wurde
Bu2Mg damit in dem in Tabelle 6 angegebenen
Verhältnis
[Mg]/[M1] gemischt. Die Polymerisation wurde
unter Verwendung dieser Zubereitung als Polymerisationsinitiator
und von EB als Lösungsmittel
durchgeführt.
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Die
Polymerisationsergebnisse für
die Beispiele 15 bis 23 sind in Tabelle 6 angegeben. In jedem Fall lief
die lebende Polymerisation ab, ohne daß es zu einem Durchgehen der
Reaktion die im Fall des Bu2Mg/BuLi-Initiators
kam.
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R3OH und (R3)2NH wurden mit jedem Initiator gemischt,
so daß das
Verhältnis
{[R3OH] + [(R3)2NH]}/{2 × [Mg] + [M1]}
verfünffacht
wurde. Jedes Gemisch wurde als Initiator verwendet, die Polymerisation
wurde jedoch mit keinem dieser Initiatoren initiiert.
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Beispiele 24 und 25
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Verdünnte Lösungen von
Bu2Mg und sBuLi oder tBuLi wurden in den
in Tabelle 8 angegebenen Mischungsverhältnissen in einer Stickstoffglocke
hergestellt. EB wurde als Polymerisationslösungsmittel verwendet. Die
Polymerisation wurde unter den in Tabelle 8 angegebenen Bedingungen
durchgeführt.
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Die
Polymerisation wurde unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel
4 durchgeführt,
wobei die Polymerisationsgeschwindigkeit jedoch geringer war und
das Molekulargewicht des erhaltenen Polymers ebenfalls etwas kleiner
war. sBuLi und tBuLi zeigten völlig
gleiches Polymerisationsverhalten. Die Ergebnisse der Polymerisation
sind in den 9 und 10 gezeigt.
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Beispiel 26
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nBuLi
wurde zu EB gegeben. Daran schloß sich die Zugabe von SM mit
einem [SM]/[Li]-Verhältnis
von 2 an. Die Lösung änderte ihre
Farbe nach einer Weile. Dann wurde Bu2Mg
in einem [Mg]/[Li]-Verhältnis
von 4 zugegeben, um eine Initiatorlösung herzustellen. Die Polymerisation
wurde unter den in Tabelle 8 angegebenen Bedingungen durchgeführt. Die
Ergeb nisse waren vollständig
die gleichen wie bei dem Verfahren, das mit Bu2Mg/nBuLi
initiiert wurde.
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Beispiel 27
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Bu2Mg und sBuOH wurden in einem molaren Verhältnis von
1:1 in EB gemischt. Unter Verwendung dieser Zubereitung als Initiator
wurde die Polymerisation unter den in Tabelle 8 angegebenen Bedingungen durchgeführt. Die
lebende Polymerisation lief ab, ohne daß es zu einem Durchgehen der
Reaktion kam.
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Beispiel 28
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Bu2Mg und (Bu)2NH wurden
in einem molaren Verhältnis
von 1:1 in EB gemischt, und unter Verwendung dieser Zubereitung
als Initiator wurde die Polymerisation unter den in Tabelle 8 angegebenen
Bedingungen durchgeführt.
Die lebende Polymerisation lief ab, ohne daß es zu einem Durchgehen der
Reaktion kam.
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In
den Initiatorlösungen
der Beispiele 27 und 28 wurden sBuOH und Bu2Mg
sowie Bu2NH und Bu2Mg gemischt,
so daß die
Bedingungen [sBuOH]/[Bu2Mg] = 10 und [Bu2NH]/[Bu2Mg] = 10
erfüllt
waren. Die Polymerisation wurde unter Verwendung dieser Mischinitiatoren
versucht; die Polymerisation konnte jedoch in keinem Fall initiiert
werden.
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Obwohl
die Polymerisationsreaktionen in den Beispielen 1 bis 28 bei
hoher Temperatur durchgeführt wurden,
wurde kein Peak des Molekulargewichts, der einer radikalischen Polymerisation
zuzuschreiben wäre, beobachtet.
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Beispiel 30 und Vergleichsbeispiele
11 und 12
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Polymere
wurden unter den in Tabelle 9 angegebenen Bedingungen hergestellt.
Die einzelnen Polymere wurden in EB in einer Konzentration von etwa
20% gelöst,
und ein Teil der Metallrückstände wurde
mit destilliertem Wasser extrahiert. Die Metallgehalte der Polymere
sind in Tabelle 9 angegeben. Methanol wurde zu jeder Polymerlösung nach
dem Waschen gegeben, um das Polymer auszufällen, und dann wurde das Material
im Vakuum bei 80°C
getrocknet. 0,2 g jedes der erhaltenen Polymere wurden in ein Glasröhrchen gegeben.
Die Glasröhrchen
wurden im Vakuum dicht verschlossen. Die Glasröhrchen wurden in ein Ölbad bei 280°C für 10 Minuten,
20 Minuten und 40 Minuten gebracht und dann entnommen. Die entnommenen
Glasröhrchen
wurden zum Kühlen
in Wasser gegeben. Die Glasröhrchen
wurden zerstört,
und der Inhalt wurde in THF gegeben und darin gelöst. Die
Monomerbildungsgeschwindigkeit wurde durch Gaschromatographie unter Verwendung
von Anthracen als innerem Standard bestimmt.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
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