DE19756957A1 - Verfahren zur Drehzahlregelung eines Bürsten-Gleichstrommotors - Google Patents
Verfahren zur Drehzahlregelung eines Bürsten-GleichstrommotorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Drehzahlregelung eines Gleichstrommotors,
insbesondere eines Bürsten-Gleichstrommotors, wie etwa eines Brennluftgebläse-Motors
für ein Fahrzeugzusatzheizgerät, unter Erfassung und Auswertung eines von der
elektromotorischen Kraft des laufenden Gleichstrommotors hervorgerufenen Signals, und
unter Nachregelung der Ist-Drehzahl durch Vergleich mit einer Soll-Drehzahl.
Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus der DE 39 28 114 C2 bekannt, demnach die
Drehzahl eines Brennluftgebläse-Motors für ein Fahrzeugheizgerät stabilisiert werden soll,
um weitgehend konstante Verbrennungswerte zu erhalten. Zu diesem Zweck wird die
elektromotorische Kraft im ansteuerfreien Zustand des Brennluftgebläse-Motors als Ist-
Größe ermittelt und auf einen vorgegebenen Sollwert geregelt.
Darüber hinaus ist es bekannt, zur Drehzahlregelung eines Gleichstrommotors einen Hall-
Sensor bzw. optische Sensoren zu verwenden. Außerdem kann eine Drehzahlsteuerung für
einen Elektromotor von der anliegenden Versorgungsspannung abgeleitet werden.
Die Ermittlung der Drehzahl eines Gleichstrommotors direkt aus der elektromotorischen
Kraft hat den Nachteil, daß diese einen Temperaturgang aufweist, wobei bei schwankender
Temperatur auch die geregelte Drehzahl schwankt. Außerdem werden dabei
Veränderungen im Magnetkreis nicht kompensiert.
Die Verwendung eines Hall-Sensors zur Drehzahlermittlung hat den Nachteil hoher Kosten
für Meßwertgeber und -aufnehmer. Dasselbe trifft für die Verwendung optischer Sensoren
zur Drehzahlermittlung zu. Die Drehzahlsteuerung basierend auf der Versorgungsspannung
hat den Nachteil, daß sie ungenau ist, und das Langzeitverhalten, wie beispielsweise
Lagertoleranzen und Temperaturgang nicht berücksichtigt werden können.
Angesichtes dieses Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zur Drehzahlregelung eines Gleichstrommotors zu schaffen, die
temperaturunabhängig und unabhängig von der Alterung des Motors ist und kostengünstig
realisiert werden kann.
Gelöst wird diese Aufgabe für ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Demnach basiert das erfindungsgemäße Verfahren zur Drehzahlregelung auf einer
Erfassung der Drehzahl des Gleichstrommotors durch Ermitteln der Grundwelle des auf der
elektromotorischen Kraft basierenden analogen Generatorsignals mittel Fast-Fourier-
Transformation dieses Signals, wobei die Drehzahl durch Dividieren der Frequenz der
Grundwelle durch einen der Pol- und Nutzahl des Gleichstrommotors entsprechenden
Faktor gewonnen wird. Diese Art der Drehzahlermittlung erlaubt eine Drehzahlregelung
durch Vergleich mit einem Sollwert, die temperaturunabhängig und unabhängig von der
Alterung des Gleichstrommotors ist.
Um das erfindungsgemäße Verfahren zu realisieren, muß lediglich auf vorhandene
Komponenten der Anlage zurückgegriffen werden, in welche der Gleichstrommotor
integriert ist, und die heutzutage mehr oder weniger komplexe Rechnermittel umfaßt, um
die Anlage zu steuern. Zusätzliche Sensoren zur Drehzahlermittlung bzw. zur
Drehzahlregelung sind damit nicht notwendig, weshalb des erfindungsgemäße Verfahren
extrem kostengünstig ist. Außerdem ist die Genauigkeit der Drehzahlermittlung bzw.
Drehzahlregelung ausschließlich von der Rechenleistung des Prozessors des jeweiligen
Rechnermittels abhängig.
Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nunmehr beispielhaft näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 der zeitliche Verlauf der Generatorspannung eines Bürsten-Gleichstrommotors, und
Fig. 2 eine Darstellung der Fourier-Transformierten der Kurve von Fig. 1, wobei auf der X-
Achse die Frequenz und auf der Y-Achse die Intensität aufgetragen ist.
Die Erfindung bezieht sich auf die Drehzahlregelung eines Gleichstrommotors, der
beispielsweise als Bürsten-Gleichstrommotor ausgelegt sein kann und sich durch eine
vorbestimmte Pol- und Nutzahl auszeichnet.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der laufende Gleichstrommotor zyklisch
abgeschaltet. Die Dauer der Abschaltung wird so kurz gewählt, daß die Drehzahl sich nicht
merklich ändert. In dieser Pausendauer wird das vom Motor zurückkommende Signal der
elektromotorischen Kraft einer Fast-Fourier-Transformation unterzogen. Bevorzugt erfolgt
die Auswertung über einen A/D- bzw. Analog/Digital-Wandler. Die Abtastrate muß
doppelt so hoch sein wie die maximal zu erfassende Frequenz, um dem Abtasttheorem zu
entsprechen.
Wie in Fig. 1 gezeigt, ist das der elektromotorischen Kraft entsprechende, mit der
Bezugsziffer 1 bezeichnete Signal, das vorliegend auch als Generatorsignal bezeichnet ist,
prinzipiell eine pulsierende Gleichspannung bzw. ein pulsierender Gleichstrom. Die den
Gleichstromanteil überlagernden Schwingungen stammen von den
Umkomodierungsvorgängen des Gleichstrommotors im generatorischen bzw.
angetriebenen Betrieb. Diese Impulse treten stets als ganzzahliges Vielfaches der
Motordrehzahl auf. Der entsprechende Multiplikator ergibt sich aus der Pol- und Nutzahl
des Gleichstrommotors, die bauartbedingt konstant sind. Mit anderen Worten besteht eine
direkte Proportionalität zwischen der Drehzahl des Gleichstrommotors und der Frequenz
der Grundwelle im vorliegenden analogen Generatorsignal.
Das mit der Bezugsziffer 2 bezeichnete Signal betrifft das Signal des gleichen Motors bei
geringerer Drehzahl. Aufgrund der geringeren Drehzahl ist der Gleichspannungsanteil
sowie auch die Frequenz der überlagerten Schwingung geringer.
Das im A/D-Wandler digitalisierte Signal wird in einem Mikroprozessor einer Fast-
Fourier-Transformation unterzogen. Als Ergebnis dieser mathematischen Umformung wird
das Frequenzspektrum des Signals erhalten, wie in Fig. 2 gezeigt. Die darin vorhandene
Grundwelle kann über eine einfache Division durch vorstehend genannten Multiplikator in
die aktuelle bzw. Ist-Drehzahl des Gleichstrommotors überführt werden. Der
Gleichstromanteil des analogen Generatorsignals ist ein Maß für die elektromotorische
Kraft und wird für das erfindungsgemäße Verfahren, wie nachfolgend ausgeführt, genutzt.
Mit der Grundwelle des analogen Generatorsignals als Ist-Größe kann ein Regelkreis zur
Konstanthaltung der Drehzahl des Gleichstrommotors aufgebaut werden.
Mit der erfindungsgemäß gewonnenen Information lassen sich auch andere Stellgrößen in
dem Gesamtsystem bzw. der Anlage führen, in welche der Gleichstrommotor integriert ist,
wie etwa ein Fahrzeugzusatzheizgerät. Im zuletzt genannten Fall kann beispielsweise die
Brennstoffmenge nachgefüllt werden, um die Verbrennungswerte konstant zu halten.
Zur Verbesserung der Meßgenauigkeit bzw. Erfassungsgenauigkeit und zur Erhöhung des
Störgeräuschabstands kann ein hardwareseitiges bzw. softwareseitiges Herausfiltern des
Gleichspannungsanteils des analogen Generatorsignals vorgesehen sein.
Alternativ kann der ermittelte Gleichspannungsanteil im analogen Generatorsignal für die
nachfolgende Auswertung verwendet werden. Der Gleichspannungsanteil, der auch als
Ergebnis der Fast-Fourier-Transformation vorliegt, wird z. B. über einen D/A-Port des zur
Auswertung verwendeten Prozessors ausgegeben und über einen einfachen Analogrechner
vom analogen Gesamtsignal subtrahiert. Das übriggebliebene Signal wird noch soweit
verstärkt, daß die volle Auflösung des A/D-Wandlers genutzt werden kann.
Die erfindungsgemäß eingesetzte Fast-Fourier-Transformation benötigt eine relativ große
Rechenleistung. Um die Anforderungen an die benötigte Rechnerkapazität der Anlage, in
welcher der Gleichstrommotor integriert ist, nicht über Gebühr zu erhöhen, ist
vorteilhafterweise ein zyklischer Abgleich der ermittelten Drehzahl über die Fast-Fourier-
Transformation mit der Drehzahl vorgesehen, die über die elektromotorische Kraft in
herkömmlicher Weise ermittelt wird. Damit ist die rechenintensive Fast-Fourier-
Transformation nur in einem relativ groben Zeitrastermuster mit nahezu gleichbleibendem
Vorteil wie bei einer durchgehenden Fast-Fourier-Transformation erforderlich.
Alternativ bzw. ergänzend hierzu erfolgt zur Reduktion der Rechnerbelastung eine
mathematische Nachbehandlung der Fast-Fourier-Transformationsergebnisse, indem diese
nur an vorbestimmten Stützstellen ausgeführt wird. Diese Stützstellen müssen nicht
unbedingt mit der exakten Grundfrequenz übereinstimmen; vielmehr reicht es aus, daß sie
in unmittelbarer Nähe derselben angeordnet sind. Um das exakte Maximum bzw.
Minimum zu ermitteln stehen drei an sich bekannte Verfahren zur Verfügung. Zum einen
kann die Abtastzeit über mehrere Auswertungen hinweg leicht variiert werden. Zum
zweiten kann die Abtastdauer bei gleicher Abtastrate variiert werden, und zum dritten ist
eine mathematische Interpolation von zwei benachbarten Maxima bzw. Minima im
Frequenzspektrum möglich.
Claims (7)
1. Verfahren zur Drehzahlregelung eines Gleichstrommotors, insbesondere eines
Bürsten-Gleichstrommotors, wie etwa eines Brennluftgebläse-Motors für ein
Fahrzeugzusatzheizgerät, unter Erfassung und Auswertung eines von der
elektromotorischen Kraft (EMK) des laufenden Gleichstrommotors
hervorgerufenen Signals, und unter Nachregelung der Ist-Drehzahl durch
Vergleich mit einer Soll-Drehzahl, gekennzeichnet durch die Schritte:
- a) Zyklisches Abschalten der Betriebsspannung des laufenden Motors mit einer für die aktuelle Motordrehzahl zumindest im wesentlichen unschädlichen Pausendauer und Abgreifen eines der EMK entsprechenden analogen Generatorsignals in den Abschaltpausen,
- b) Ermitteln der Grundwelle des analogen Generatorsignals mittels Fast- Fourier-Transformation dieses Signals, und
- c) Gewinnen der Drehzahl durch Dividieren der Frequenz der Grundwelle des analogen Generatorsignals durch einen der Pol- und Nutzahl des Gleichstrommotors entsprechenden Faktor.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Grundwellenermittlung im Schnitt b) der Schritt vorgeschaltet ist,
- d) das von der elektromotorischen Kraft des laufenden Gleichstrommotors in den Abschaltpausen hervorgerufene analoge Generatorsignal in ein digitales Signal zu wandeln, das daraufhin der Fast-Fourier-Transformation unterworfen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gleichstromanteil vom analogen Generatorsignal vor der Fast-Fourier-
Transformation abgetrennt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtrennung des
Gleichstromanteils durch hardwareseitiges bzw. softwareseitiges Filtern erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gleichstromanteil in einer Analogrechnerstufe vom pulsierenden Signalanteil des
analogen Generatorsignals subtrahiert und das resultierende Signal zur Nutzung
der Auflösung eines Wandlers zur A/D-Wandlung dieses Signals verstärkt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fast-Fourier-Transformation lediglich an vorbestimmten Stützpunkten des
analogen Generatorsignals durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fast-Fourier-Transformation in einem Zeitraster durchgeführt wird, das mit der
vorhandenen Rechnerkapazität einer Anlage verträglich ist, in welche der
Gleichstrommotor mit seiner Drehzahlauswertungseinrichtung integriert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997156957 DE19756957A1 (de) | 1997-12-20 | 1997-12-20 | Verfahren zur Drehzahlregelung eines Bürsten-Gleichstrommotors |
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|---|---|
| DE19756957A1 true DE19756957A1 (de) | 1999-07-01 |
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| DE1997156957 Ceased DE19756957A1 (de) | 1997-12-20 | 1997-12-20 | Verfahren zur Drehzahlregelung eines Bürsten-Gleichstrommotors |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19756957A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10126166A1 (de) * | 2001-05-30 | 2002-12-05 | Kostal Leopold Gmbh & Co Kg | Verfahren zum Bestimmen der Drehstellung der Antriebswelle eines kommutierten Gleichstrommotors |
| FR2864722A1 (fr) * | 2003-12-22 | 2005-07-01 | Bosch Gmbh Robert | Procede d'exploitation d'informations de vitesse de rotation et de position de rotation d'un moteur a courant continu |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1960362A1 (de) * | 1969-02-10 | 1970-11-26 | Schraubenkombinat Veb | Loesbare Einschraubverschraubung |
| DE3928114C2 (de) * | 1989-08-25 | 1994-02-10 | Webasto Ag Fahrzeugtechnik | Verfahren zur Steuerung eines über einen Motor angetriebenen Brennluftgebläses für ein Heizgerät |
-
1997
- 1997-12-20 DE DE1997156957 patent/DE19756957A1/de not_active Ceased
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| FR2864722A1 (fr) * | 2003-12-22 | 2005-07-01 | Bosch Gmbh Robert | Procede d'exploitation d'informations de vitesse de rotation et de position de rotation d'un moteur a courant continu |
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