Die Erfindung betrifft eine Stell- und/oder Regeleinrichtung für handgehaltene Elektrowerk
zeuge, mit einem Eingabeelement zur analogen Sollwerteingabe für eine Stell-
und/oder Regelelektronik.
Die Eingabeelemente bekannter Stell- und/oder Regeleinrichtungen sind
beispielsweise in Form sog. Stellräder bekannt, von denen ein Umfangsabschnitt
in einem Fenster sichtbar und zugänglich ist. Mit Hilfe einer am Stellrad ange
brachten, im Fenster sichtbaren Markierung kann das Stellrad in eine
gewünschte Winkelstellung verstellt werden, in der es die Stell- und/oder
Regelelektronik veranlaßt, einen gewünschten Betriebszustand, beispielsweise
eine bestimmte Drehzahl, des Werkzeugs aufrechtzuerhalten.
Bei bekannten Stell- und/oder Regeleinrichtungen ist hierfür das Stellrad einem
Potentiometer zugeordnet, wobei meist eine Kunststoff-Leiterbahn und ein dieser
zugeordneter Schleifer als Spannungs- oder Stromteiler angewandt wird. Insbe
sondere dem rauhen Betrieb auf Baustellen sind solche Stell- und/oder Regel
einrichtungen meist nur kurze Zeit gewachsen, wobei die Potentiometer z. B.
durch Verschmutzung, Lichtbögen usw. korrodieren bzw. verbacken und schon
nach relativ kurzer Zeit unbrauchbar sind. Viele Hersteller verzichten deshalb
ganz auf solche Einrichtungen oder beschränken sich auf einfache Umschalter.
Aus der DE 33 11 743 C2 ist eine Schaltungsanordnung bekannt, bei der ein im
Kunststoff eingegossenes Steuermodul unter anderem einen Hall-Sensor
aufweist. Gegenüber dem Hall-Sensor ist mit Abstand ein Dauermagnet in einem
Halter zum Aktivieren des Hall-Sensors befestigt. An dem Halter ist ein Hebel
vorgesehen, der derart schwenkbar gelagert ist, daß der Dauermagnet in und
außer Reichweite des Hall-Sensors geschwenkt werden kann. Je nach Lage des
Dauermagneten gegenüber dem Hall-Sensor wird von diesem eine Spannung
abgegeben. Die beschriebene Anordnung eignet sich zum Beispiel für die Betäti
gung von schweren hydraulischen Geräten wie Landmaschinen. Für handgehal
tene Elektrowerkzeuge ist sie jedoch zu robust und sperrig, was die Handhab
barkeit der Elektrowerkzeuge erschweren würde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stell- und/oder Regeleinrichtung
anzugeben, die sich für rauhen Baustellenbetrieb eignet, ohne das Gewicht des
handgehaltenen Elektrowerkzeugs spürbar zu erhöhen, wobei überdies das
mechanischem Verschleiß ausgesetzte Eingabeelement leicht auswechselbar sein
sollte.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß in einer Stell- und/oder
Regeleinrichtung für handgehaltene Elektrowerkzeuge, mit einem in der
Wandung eines Werkzeuggehäuses beweglich und von außen entnehmbar gela
gerten Eingabeelement zur analogen Sollwerteingabe für eine Stell- und/oder
Regelelektronik, wobei im Inneren des Werkzeuggehäuses ein analoger Hall-
Effekt-Sensor vorgesehen ist, dem ein Magnetelement und das Eingabeelement
derart zugeordnet sind, daß die am Sensor wirkende Magnetfeldstärke des
Magnetelements von der Relativstellung des Eingabeelements zu dem Sensor
abhängig ist, und daß der Hall-Effekt-Sensor geeignet ist, ein von der Magnet
feldstärke abhängiges Signal an die Stell- und/oder Regelelektronik abzugeben.
Mit dieser Einrichtung kann ein Vorgabewert - beispielsweise für die Drehzahl
des Werkzeugs - kontaktlos an die Stell- und/oder Regelelektronik weitergegeben
werden. Bis auf das beweglich gelagerte Einstellelement weist die Einrichtung
keine Verschleißelemente auf. Es gibt keine freien elektrischen Kontakte, keine
Kabel, Stecker und dergleichen, so daß die Einrichtung gegen Einwirkungen von
Staub und Wasser unempfindlich ist. Die Elektronik ist im Gehäuse gekapselt,
wodurch ein Eindringen von Fremdkörpern vermieden wird.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Magnetelement mit
dem Eingabeelement derart gekoppelt, daß das Magnetelement zusammen mit
dem Eingabeelement relativ zu dem Hall-Effekt-Sensor beweglich ist. In diesem
Fall können Magnetelement und Eingabeelement eine Einheit bilden und zusam
men beweglich an dem Werkzeuggehäuse befestigt sein.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Eingabeelement mit dem Magnetelement
ein drehbar an dem Werkzeuggehäuse gelagertes Magnetrad bildet, wobei die am
Sensor wirksame Magnetfeldstärke von der Winkelstellung des Magnetrades
abhängig ist.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist das Magnetrad symmetrisch
magnetisiert und sein Stellbereich beträgt maximal 180°, weil bei symmetrischer
Magnetisierung eine 180° überschreitende oder gar vollständige Umdrehung des
Magnetrades keine eindeutige Zuordnung mehr zwischen der Winkelstellung des
Magnetrades und der Feldstärke zuließe.
Eine andere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß das Magnet
element gegenüber von dem Hall-Effekt-Sensor fest angeordnet ist, und daß das
Eingabeelement zwischen dem Magnetelement und dem Sensor beweglich ist. In
diesem Fall ist der Hall-Effekt-Sensor in dem von dem Magnetelement erzeugten
Magnetfeld stationär angeordnet. Durch das Bewegen des Eingabeelements
zwischen dem Magnetelement und dem Sensor wird das Magnetfeld abgelenkt,
wodurch der Sensor eine Magnetfeldänderung registriert und in ein entspre
chendes Signal wandelt.
Je nach Anwendungsfall kann es vorteilhaft sein, daß das Eingabeelement an
dem Werkzeuggehäuse linear oder drehbar gelagert ist. Im Falle der linearen Be
weglichkeit ist das Eingabeelement ein Schieber, an dem das Magnetelement be
festigt sein kann. An dem drehbar gelagerten Eingabeelement hingegen kann das
Magnetelement derart befestigt werden, daß das oben beschriebene Magnetrad
entsteht.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung besteht darin, daß das Eingabeelement
bzw. Magnetrad von außen unabhängig von der Elektronik leicht entnehmbar im
Gehäuse gelagert ist, so daß es als einziges Verschleißteil problemlos ausge
tauscht werden kann, ohne hierfür eine längere Betriebsunterbrechung zu bean
spruchen.
Das Eingabeelement kann in einem am Werkzeuggehäuse vorgesehenen Hand
griff gelagert sein, um eine besonders einfache Bedienung zu ermöglichen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung in Ver
bindung mit den Unteransprüchen.
Anhand der nun folgenden Beschreibung der in den Figuren dargestellten Aus
führungsbeispiele der Erfindung wird diese näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Handgriffs eines Elektro
werkzeugs mit einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungs
form der Anordnung eines Magnetrades und eines diesem zuge
ordneten Sensors im Inneren des Handgriffs,
Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf das in Fig. 1 gezeigte
Magnetrad,
Fig. 3 eine Darstellung der am Hall-Effekt-Sensor wirksamen Feldstär
ke bzw. induzierten Spannung in Abhängigkeit vom Drehwinkel
des Magnetrades,
Fig. 4 eine Außenansicht des Handgriffs bei der Magnetradanordnung
nach Fig. 1,
Fig. 5a-5g einige schematisch dargestellte Varianten der Anordnung des
Magnetrades und des Sensors im Handgriff,
Fig. 6 eine Außenansicht des Handgriffs bei einer Anordnung entspre
chend Fig. 5e,
Fig. 7 eine Außenansicht des Handgriffs mit einer anderen Ausfüh
rungsform der Erfindung, bei der anstelle des Magnetrades ein
Schieber angeordnet ist,
Fig. 8a-8e einige schematisch dargestellte Varianten der Anordnung des
Magnetschiebers und des Sensors im Handgriff,
Fig. 9 eine Außenansicht des Handgriffs bei einer Anordnung gemäß
Fig. 7, und
Fig. 10a u. 10b schematisch dargestellte Varianten einer weiteren Ausführungs
form der Erfindung mit feststehendem Magnetelement.
Die Fig. 1 zeigt einen einen Handgriff 10 bildenden Teilbereich des Gehäuses ei
nes Elektrowerkzeugs, wie z. B. eines Bohrhammers. Ein Taster 12 dient zum
Ein- und Ausschalten des nicht dargestellten Antriebsmotors. Die Motordrehzahl
kann mittels eines drehbar im Gehäuse gelagerten, herausnehmbar angeordne
ten Eingabeelements in Form eines Magnetrades 14 gewählt werden, das mit ei
nem Abschnitt seines Umfangs in einem das Gehäuse durchbrechenden Fenster
16 (Fig. 4 und 6) zugänglich ist, so daß es manuell verstellbar ist. Das
Magnetrad 14 dient in diesem Fall gleichzeitig als Eingabeelement und als
Magnetelement. Es kann zum Beispiel aus einem Kunststoffrundteil mit eingeleg
tem Magnet bestehen, wobei das Kunststoffteil als Eingabeelement und der
Magnet als Magnetelement dient. Der Umfang des Magnetrades 14 ist über einen
im Fenster 16 einstellbaren Sektor von maximal 180° mit Symbolen 18, z. B. in
Form von Zahlen, versehen, um die gewünschte Drehzahl anwählen zu können.
Wie die Fig. 2 in der Draufsicht zeigt, ist das Magnetrad 14 symmetrisch diame
tral magnetisiert, so daß zwei beiderseits eines Durchmessers befindliche Sekto
ren von jeweils 180° dem Nordpol N bzw. dem Südpol S zugeordnet sind.
Dem Magnetrad 14 ist im Inneren des Gehäuses ein Hall-Effekt-Sensor 20 derart
zugeordnet, daß das am Sensor 20 wirksame Magnetfeld sich mit der Drehung
des Magnetrades 14 zwischen einer minimalen und einer maximalen Feldstärke
verändern läßt.
Die Fig. 3 zeigt die aufgrund der Veränderung der am Hall-Effekt-Sensor 20
wirksamen, signalerzeugenden Feldstärke während einer Drehung des Magnetra
des 14 im Stellsektor von 180° auftretende Signalspannung. Wenn der Pol N voll
ständig über dem Sensor 20 steht, wird die Sättigungsspannung Nsat erzeugt,
während nach einer Drehung von 180° der Pol S vollständig über dem Sensor 20
steht und die Sättigungsspannung Ssat hervorruft. Jeder Zwischenstellung des
Magnetrades 14 läßt sich, wie die Kurve zeigt, ein eindeutiger Spannungswert
zuordnen. Der Hall-Effekt-Sensor 20 ist somit in der Lage, ein von der Stellung
des Magnetrades und damit von der Feldstärke abhängiges Signal an eine nicht
gezeigte, im Inneren des Gehäuses angeordnete Stell- oder Regelelektronik zur
Einstellung der Motordrehzahl abzugeben.
Es sind verschiedene räumliche Zuordnungen des Hall-Effekt-Sensors 20 zum
Magnetrad 14 möglich, die beispielsweise in den Fig. 5a-5g dargestellt sind, wo
bei die Fig. 5a-5d einer Anordnung des Magnetrades entsprechend den Fig. 1
und 3 zugeordnet sind, während die prinzipiell mit Fig. 5b übereinstimmende
Anordnung nach Fig. 5e der Fensteranordnung nach Fig. 6 zugeordnet ist. In
den Fig. 5a, 5b, 5c und 5e ist das Magnetrad 14' scheibenförmig gestaltet, wäh
rend das in Fig. 5d gezeigte Magnetrad 14" als Ring ausgebildet ist. In den Fig.
5a und 5c ist der Hall-Effekt-Sensor 20 der kreisförmigen Scheibenoberfläche 22
des Magnetrades 14' gegenüberliegend angeordnet, bei der Anordnung nach den
Fig. 5b und 5e liegt der Hall-Effekt-Sensor 20 dem Umfang 24 des scheibenför
migen Magnetrades 14' gegenüber und bei der in Fig. 5d gezeigten Variante liegt
der Hall-Effekt-Sensor 20 der inneren Ringfläche 26 gegenüber.
Bei der in Fig. 5f gezeigten Variante ist das Magnetrad 14' in zwei übereinander
liegende Scheiben aufgeteilt, die durch eine nur schematisch angedeutete Mit
telachse miteinander verbunden sind. Zwischen den beiden Magnetscheiben ist
der Hall-Effekt-Sensor 20 angeordnet. Der Vorteil dieser Ausführungsform liegt
darin, daß am Sensor 20 stets ein homogenes Magnetfeld anliegt, unabhängig
von Abstandsänderungen zwischen dem Sensor 20 und einer der Magnetschei
ben. Derartige Abstandsänderungen können z. B. im Betrieb des Werkzeugs
durch Vibration hervorgerufen werden. Der Abstand zwischen dem Sensor 20
und den Magnetscheiben ist ohne Einfluß auf das Meßergebnis.
Eine weitere Variante wird in Fig. 5g gezeigt, bei der das Magnetrad 14' in Form
einer Taumelscheibe an einer durch eine Strichpunktlinie gekennzeichneten
Hochachse drehbar ist.
Fig. 7 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung, bei der statt dem dreh
baren Magnetrad 14 ein relativ zu dem Werkzeuggehäuse 10 linear beweglicher
Magnetschieber 28 eingesetzt wird. Auch der Magnetschieber 28 stellt gleichzei
tig ein Eingabelement und ein Magnetelement dar und kann z. B. durch ein
Kunststoffteil gebildet werden, in das ein Magnet eingelassen ist. Fig. 9 zeigt eine
Außenansicht von Fig. 7.
Der Magnetschieber 28 ist über dem Hall-Effekt-Sensor 20 in die beiden Pfeil
richtungen linear beweglich, wodurch sich das vom Sensor 20 erfaßte Magnetfeld
ändert. Die Fig. 8a-8e zeigen verschiedene Möglichkeiten der Anordnung des
Magnetschiebers 28 gegenüber dem Sensor 20. Gemäß Fig. 8a ist der Magnet
schieber 28 mit seiner Stirnseite auf den Sensor 20 zu bzw. von diesem weg be
weglich. Eine prinzipiell ähnliche Anordnung zeigt Fig. 5b. Bei Fig. 8c ist der
Magnetschieber 28 verschwenkbar, während er bei Fig. 8d schräg zum Sensor 20
beweglich ist. Fig. 8e zeigt eine Vorder- und eine Seitenansicht einer bestimmten
Anordnung des Magnetschiebers 28, bei der der Magnetschieber 28 seitlich ver
schwenkbar ist. Grundsätzlich sind weitere Anordnungsvarianten denkbar. Es
kommt lediglich darauf an, daß durch Bewegen des Eingabeelements die am Sen
sor 20 wirkende Magnetfeldstärke veränderbar ist.
Die Fig. 10a und 10b zeigen eine andere Ausführungsform der Erfindung, die je
doch das gleiche, der Erfindung zugrundeliegende Prinzip nutzt. Gemäß Fig. 10a
ist ein von einem Eingabeelement 30 getrennter und relativ zu dem Sensor 20
feststehender Magnet 32 vorgesehen. Das vom Magnet 32 erzeugte und vom Sen
sor 20 erfaßte Magnetfeld wird durch Zwischenbewegen des Eingabeelements 30
gestört bzw. abgelenkt, so daß mit Bewegung des Eingabeelements 30 eine
Magnetfeldänderung am Sensor 20 erzielt wird. Zur Vergleichmäßigung des
Magnetfelds ist am Sensor 20 eine als Flußkonzentrator dienende Schicht 34 aus
magnetisch leitendem Material, z. B. Eisen, über der Meßfläche des Sensors 20
ausgebildet. Auch das Eingabelement 30 besteht vorzugsweise aus einem magne
tisch leitenden Material bzw. trägt ein derartiges Material.
Eine ähnliche Variante zeigt Fig. 10b, bei der das Eingabeelement 30 U-förmig
ausgebildet ist und den vom Magneten 32 erzeugten Magnetfluß kurzschließt.