DE19754791A1 - Aufspreizender Metalldübel mit pyrotechnischem Antrieb - Google Patents
Aufspreizender Metalldübel mit pyrotechnischem AntriebInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen aufspreizenden Metalldübel nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Seit langem gibt es spezielle Metalldübel bzw. Anker für den Schwerlastbereich. Ein
bekannter gattungsgemäßer Metalldübel besteht aus einem hülsenförmigen Gehäuse
mit einem vorderen geschlitzten Ende, welches aufspreizbar ist. Diese Dübel werden
manuell mit einem Hammer eingeschlagen. Ein Bolzen im Inneren des Dübels spreizt
das geschlitzte Ende im Bohrloch auf. Nachteilig hieran ist, daß manuelle Energie be
nötigt wird, die besonders bei der Überkopf-Montage schwierig aufzubringen ist. Man
muß mehrmals einschlagen, um die maximale Festigkeit zu erzielen. Es gibt keinen
Kontrollprozeß, der eine sichere Aussage macht, ob der Anker richtig sitzt. Es werden
unter Umständen zu hohe Spannungen in den Beton eingeleitet, was besonders in der
Randzone zum Ausbrechen des Bohrlochs führen kann.
Aus der DE 36 13 624 A1 ist ein pyrotechnischer Dübel bekannt, bei dem die Mantel
fläche des Dübels durch pyrotechnische Mittel ausgebaucht wird. Hierbei ergeben
sich jedoch Risse im Gestein, die bei Belastung zu einer Lockerung des Dübels füh
ren können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Metalldübel nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 in der Handhabung zu verbessern und dabei sicherzustellen, daß
eine definierte Energieabgabe erfolgt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß im Gehäuse ein pyrotech
nisch angetriebener hülsenförmiger Kolben und ein Anzündelement angeordnet sind
und der Kolben nach Zündung der pyrotechnischen Ladung von den Treibgasen an
getrieben von einer Ruhestellung in eine Spannstellung bewegbar ist, wobei der Kol
ben in der Spannstellung das geschlitzte Ende aufspreizt. Unter Metalldübel sind hier
auch Ankerbolzen oder Schwerlastanker verstanden.
Die Verwendung eines pyrotechnisch angetriebenen Kolbens bewirkt eine definierte
Kraft mit der das geschlitzte Ende des Metalldübels aufgespreizt wird. Es ist ferner
eine geringere Energie zur Auslösung des Spreizvorgangs erforderlich, wodurch eine
einfachere Handhabung und eine schnellere Montage des Dübels erreicht ist. Dies
bedingt eine Kostenersparnis bei den Personalkosten. Durch die verbesserte Ener
gieeinleitung sind optimierte Spannungszustände im Bohrloch bzw. im Gestein erzielt.
Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, daß sich die pyrotech
nische Ladung innerhalb des hülsenförmigen Kolbens befindet und das Anzündele
ment außerhalb des Kolbens angeordnet ist. Der Kolben nimmt demnach bei seiner
Bewegung die noch nicht umgesetzte pyrotechnische Ladung mit, wodurch ein Auf
weiten des hülsenförmigen Gehäuses vermieden ist. Lediglich der Kolben muß eine
derartige Wandstärke aufweisen, daß keine oder nur eine sehr geringe Aufweitung
während des Anzündvorgangs erfolgt.
Vorteilhafterweise ist der Kolben in der Ruhestellung in einem Halteelement gelagert,
in dem auch die Anzündladung angeordnet ist.
In zweckmäßiger Ausgestaltung ist das Halteelement eine Doppelhülse, in deren er
stem hülsenförmigen Ende der Kolben und in deren zweitem hülsenförmigen Ende
das Anzündelement eingesetzt ist und beide hülsenförmigen Enden über einen An
zündkanal miteinander verbunden sind.
Zur Halterung weist vorteilhafterweise die Doppelhülse einen Kragen auf, der an ei
nem Vorsprung des Gehäuses anliegt, wobei die Doppelhülse von einer Spannmutter
gegen den Vorsprung gedrückt wird.
Bevorzugt ist das erste hülsenförmige Ende der Doppelhülse an seinem Ende nach
innen gebogen und ragt in eine entsprechende Einkerbung des Kolbens. Hierdurch
löst sich der Kolben erst ab einem gewissen Mindestdruck.
Der erfindungsgemäße Metalldübel besteht in der beschriebenen Ausführungsform
demnach aus einem Gehäuse, einem Halteelement bzw. einer Doppelhülse mit einge
setztem Kolben mit der pyrotechnischen Ladung und dem Anzündelement und einer
Spannmutter.
In einer alternativen Ausführungsform ist im Kolben eine Randfeuerpatrone einge
setzt, die von einer Spannmutter gehalten ist. In dieser Ausführungsform besteht der
Metalldübel demnach nur aus dem Gehäuse, dem Kolben mit eingesetzter Randfeu
erpatrone und der Spannmutter.
Vorteilhafterweise ist die Spannmutter in das Gehäuse eingeschraubt und weist zu
mindest eine durchgehende Anzündbohrung auf.
Die Auslösung des Anzündelements erfolgt über die Anzündbohrung entweder ther
misch (z. B. mit einer heißen Sonde), mechanisch (z. B. mit einem Schlagstift und
Hammer oder einem federkraftbetriebenen Schlagbolzengerät) oder durch Laserener
gie (z. B. Handlasergerät).
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Figuren, die nachfolgend be
schrieben sind. Es zeigt
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Metalldübel im Längsschnitt mit einem Kolben in
Ruhestellung,
Fig. 2 einen erfindungsgemäßen Metalldübel im Längsschnitt mit einem Kolben in
Spannstellung und
Fig. 3 einen alternativen erfindungsgemäßen Metalldübel im Längsschnitt mit einer
Randfeuerpatrone im Kolben.
Fig. 1 zeigt im Längsschnitt einen Metalldübel mit einem hülsenförmigen Gehäuse 6
dessen vorderes Ende geschlitzt ist, so daß aufspreizbare Arme 7 gebildet sind. Im
Inneren des Gehäuses 6 ist ein hülsenförmiger Kolben 1 angeordnet, der in seiner
Ruhestellung in einer Doppelhülse 3 eingesetzt ist. Die Doppelhülse 3 besteht aus
einem ersten hülsenförmigen Ende 3a in dem der eben genannte Kolben 1 eingesetzt
ist und einem zweiten hülsenförmigen Ende 3b in dem ein Anzündelement 4 angeord
net ist. Beide hülsenförmigen Enden 3a, 3b sind über einen Anzündkanal 8 miteinan
der verbunden. Gehalten ist der Kolben 1 im ersten hülsenförmigen Ende 3a der Dop
pelhülse 3 dadurch, daß das erste hülsenförmige Ende 3a an seinem Ende nach in
nen gebogen ist und in eine entsprechende Einkerbung 11 des Kolbens 1 ragt.
Die Doppelhülse 3 weist im Bereich des zweiten hülsenförmigen Endes 3b einen Kra
gen 9 auf, der an einem Vorsprung 10 des Gehäuses 6 anliegt. Eine Spannmutter 5
drückt die Doppelhülse 3 gegen diesen Vorsprung 10. Die Spannmutter 5 ist in das
Gehäuse 6 eingeschraubt. Daher ist das Gehäuse 6 an der unteren, den aufspreizba
ren Armen 7 abgewandten Seite mit einem Innengewinde 13 versehen. Über eine
Einkerbung 15 läßt sich die Spannmutter 5 mit einem Schraubendreher eindrehen.
Zur Anzündung des Anzündelements 4 weist die Spannmutter 5 eine mittig angeord
nete Anzündbohrung 14 auf.
Im hülsenförmigen Kolben 1 ist eine pyrotechnische Ladung 2 angeordnet, die das
Innere des Kolbens 1 vollständig ausfüllt.
Die Auslösung des Anzündelements 4 erfolgt auf die verschiedensten Arten, z. B.
thermisch, z. B. mit einer heißen Sonde, mechanisch, z. B. mit einem Schlagstift und
Hammer oder federkraftbetriebenen Schlagbolzengerät, oder durch Laserenergie.
Hierbei erfolgt die Anzündung immer durch die Anzündbohrung 14 direkt in das An
zündelement 4, welches an die Anzündbohrung 14 angrenzend angeordnet ist. Vom
Anzündelement 14 strömen die Anzündschwaden über den Anzündkanal 8 zur pyro
technischen Ladung 2 und zünden diese an. Dadurch entwickelt sich ein Treibgas,
welches den Kolben aus seiner Ruhestellung in Richtung der aufspreizbaren Arme 7
kraftbeaufschlagt. Wenn der Druck des Treibgases einen kritischen Wert übersteigt,
löst sich der Kolben 1 aus der Einkerbung 11 und spreizt die Arme 7.
Fig. 2 zeigt den Metalldübel gemäß Fig. 1, jedoch befindet sich der Kolben 1 in der
Spannstellung, d. h. die pyrotechnische Ladung 2 (siehe Fig. 1) ist umgesetzt und hat
den Kolben 1 von der in Fig. 1 gezeigten Ruhestellung in die Spannstellung be
schleunigt.
Fig. 3 zeigt einen alternativen erfindungsgemäßen Metalldübel, der der Ausführungs
form gemäß den Fig. 1, 2 ähnelt, jedoch ist hier in den Kolben 1 eine Randfeuer
patrone 12 eingesetzt. Diese beinhaltet die pyrotechnische Ladung und das Anzünd
element. Die kragenförmige Ausstülpung 16 der Randfeuerpatrone 12 liegt auf dem
stirnseitigen Ende des Kolbens 1 auf. Die Spannmutter 5 drückt die Randfeuerpatrone
12 direkt in den Kolben 1. Es ist hier kein Halteelement bzw. keine Doppelhülse wie in
der Ausführungsform gemäß Fig. 1 erforderlich. Die Anzündbohrungen 14 sind hier
natürlich im Randbereich der Spannmutter 5 angeordnet und führen direkt zur Aus
stülpung 16 der Randfeuerpatrone 12. Fig. 3 zeigt den Kolben 1 in Ruhestellung.
Nach Zündung der Randfeuerpatrone 12 bewegt sich der Kolben 1 in Richtung der
aufspreizbaren Arme 7 und spreizt diese. Gleiche Teile der Ausführungsform gemäß
der Fig. 1, 2 sind mit den selben Bezugszeichen gekennzeichnet.
Claims (9)
1. Metalldübel mit einem hülsenförmigen Gehäuse (6) und einem vorderen ge
schlitzten Ende, welches aufspreizbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß im
Gehäuse (6) ein pyrotechnisch angetriebener hülsenförmiger Kolben (1) und ein
Anzündelement (4) angeordnet sind und der Kolben (1), nach Zündung der pyro
technischen Ladung (2) von den Treibgasen angetrieben, von einer Ruhestel
lung in eine Spannstellung bewegbar ist, wobei der Kolben (1) in der Spannstel
lung das geschlitzte Ende aufspreizt.
2. Metalldübel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die pyro
technische Ladung (2) innerhalb des hülsenförmigen Kolbens (1) befindet und
das Anzündelement (4) außerhalb des Kolbens (1) angeordnet ist.
3. Metalldübel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kolben (1) in der Ruhestellung in einem Halteelement gelagert ist und im
Halteelement auch die Anzündladung (4) angeordnet ist.
4. Metalldübel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement
eine Doppelhülse (3) ist, in deren erstem hülsenförmigen Ende (3a) der Kolben
(1) und in deren zweitem hülsenförmigen Ende (3b) das Anzündelement (4) ein
gesetzt ist und beide hülsenförmigen Enden (3a, 3b) über einen Anzündkanal (8)
miteinander verbunden sind.
5. Metalldübel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelhülse
(3) einen Kragen (9) aufweist, der an einem Vorsprung (10) des Gehäuses (6)
anliegt und die Doppelhülse (3) von einer Spannmutter (5) gegen den Vorsprung
(10) gedrückt wird.
6. Metalldübel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
hülsenförmige Ende (3a) der Doppelhülse (3) nach innen gebogen ist und in eine
entsprechende Einkerbung (11) des Kolbens (1) ragt.
7. Metalldübel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Kolben (1) eine
Randfeuerpatrone (12) eingesetzt ist und diese von einer Spannmutter (5) gehal
ten ist.
8. Metalldübel nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Spannmutter (5) in das Gehäuse (6) eingeschraubt ist und zumindest eine
durchgehende Anzündbohrung (14) aufweist.
9. Metalldübel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Auslösung des Anzündelements (4) entweder thermisch (z. B. mit einer hei
ßen Sonde), mechanisch (z. B. mit einem Schlagstift und Hammer oder feder
kraftbetriebenen Schlagbolzengerät) oder durch Laserenergie (z. B. Handlaser
gerät) erfolgt.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE1997154791 DE19754791A1 (de) | 1997-12-10 | 1997-12-10 | Aufspreizender Metalldübel mit pyrotechnischem Antrieb |
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Applications Claiming Priority (1)
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Family
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Family Applications (1)
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| Country | Link |
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