DE19753658A1 - Bauteil mit einer aus einem duktilen Material gebildeten Materiallage sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines derartigen Bauteils - Google Patents
Bauteil mit einer aus einem duktilen Material gebildeten Materiallage sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines derartigen BauteilsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bauteil mit einer aus einem duktilen Material gebildeten Ma
teriallage, ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils, das eine aus einem duktilen
Material gebildete, im Rahmen zumindest eines Umformschrittes umgeformte Mate
riallage aufweist sowie eine Vorrichtung zur Herstellung eines derartigen Bauteils.
Zur Herstellung dünnwandiger Körper mit komplexer Außengeometrie ist es bekannt,
entsprechende Ausgangs-Blechlagen durch ein ggf. mehrstufiges Tiefziehverfahren
umzuformen. Bei einer derartigen Tiefzieh-Umformung wird wenigstens ein Umform
stempel auf eine, auf ein Untergesenk aufgelegte und ggf. im Randbereich festge
spannte Materiallage abgesenkt. Alternativ zu einem derartigen Umformen mittels
Untergesenk und Umformstempel ist es insbesondere bei der Herstellung rohr-artiger
Bauteile bekannt, diese im Inneren eines entsprechenden Formraumes durch Druck
flüssigkeit umzuformen. Hierzu werden die vorzugsweise rohrförmigen, z. T. vorge
formten Halbzeuge in ein Formwerkzeug mit abzubildender Innenkontur eingelegt,
das rohrförmige Halbzeug wird verschlossen und über eine Druckquelle mit Druck
flüssigkeit gefüllt, wobei sich das rohrförmige Ausgangshalbzeug allmählich aufweitet
und an die Innenwandung des Formwerkzeuges anlegt. Gegebenenfalls kann wäh
rend dieses Umformvorganges kontinuierlich Material in das Formwerkzeug nachge
schoben werden, wodurch die während des Umformvorganges in dem Material auftre
tenden Spannungen teilweise gezielt beeinflußt werden können.
Derartige, durch Innenhochdruckumformen (IHU-Umformen) hergestellte Bauteile
werden beispielsweise als Abgasleitungen im Fahrzeugbau verwendet. Neben einem
derartigen Innenhochdruckumformen rohrartiger Ausgangshalbzeuge ist es auch
möglich, ein beispielsweise plattenförmiges Ausgangsmaterial auf ein Untergesenk
aufzulegen und anstelle des beim Tiefziehumformen üblicherweise verwendeten Um
formstempels das plattenförmige Ausgangsmaterial ebenfalls durch unter Druck ste
hende Flüssigkeit gegen eine Formwand zu drängen. Durch ein derartiges Umform
verfahren lassen sich vergleichsweise großflächige Bauteile wie beispielsweise Ka
rosserieelemente herstellen. Derartige Karosserieelemente weisen üblicherweise eine
vergleichsweise geringe Eigensteifigkeit auf und bilden erst in Verbindung mit mehre
ren entsprechend ausgebildeten Karosserieelementen eine tragfähige Struktur.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil, mit zumindest einer aus einem
duktilen Material gebildeten Materiallage zu schaffen, das sich durch eine hohe Ei
gensteifigkeit bei vergleichsweise geringem Eigengewicht auszeichnet und ggf. eine
komplexe Außengeometrie aufweisen kann. Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines derartigen Bau
teils zu schaffen.
Hinsichtlich eines Verfahrens zur Herstellung eines Bauteils der eingangs genannten
Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den im Patentan
spruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Dadurch wird es auf vorteilhafte Weise möglich, ein hochfestes Werkstück zu schaf
fen, das sich vorzugsweise durch eine glatte, dünnwandige Außenschale auszeichnet,
und das aufgrund des tragenden, dämpfenden, durch den Metallschaum gebildeten
Materialabschnitt besondere mechanische Eigenschaften aufweist. Da das zur Um
formung verwendete Druckmedium Teil des Werkstückes wird, entfällt ein nachträgli
ches Entfernen des flüssigen oder gasförmigen Druckmediums.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird die Materiallage
durch den unter Druck stehenden Metallschaum sowie auch durch das Treibmittel
selbst gegen eine Formwand gedrängt. Aufgrund des durch den Metallschaum aufge
brachten Umformdruck können dabei filigrane Umformgeometrien erreicht werden.
Die durch den Metallschaum gegen die Formwand gedrängte Materiallage legt sich
dabei zumindest abschnittsweise unter bleibender plastischer Verformung an die
Formwand an. Dabei kann es auch zu einer Haftverbindung zwischen dem Metall
schaum und der Materiallage entlang einer Innenwandung derselben kommen.
Erst nach Abschluß des durch den unter Druck stehenden Metallschaum bewirkten
Umformvorgang der Materiallage härtet der Metallschaum aus. Der Aushärtevorgang
des Metallschaums kann insbesondere durch ein gesteuertes Abkühlen der Form
wand beeinflußt werden.
Der in dem Metallschaum herrschende Druck wird vorzugsweise erst dann abgesenkt,
wenn der Umformvorgang weitgehend abgeschlossen ist. Die Druckabsenkung wird
durch das Abkühlen des Metallschaumes erreicht. Durch Senkung der Temperatur
des Metallschaumes wird die Freisetzung des Treibmittels eingeschränkt. Zudem ist
es möglich, den von dem Metallschaum erfüllten Raum beispielsweise durch Zurück
ziehen eines Kolbenelementes zu vergrößern, oder auch umgekehrt durch Druckbe
aufschlagung eines solchen Kolbenelementes zu verringern.
Eine zur Ausbildung der Materiallage aus einem blech- oder rohrförmigen Ausgangs
material vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch gegeben, daß zum
Umformen der Materiallage diese in einen Formraum eingebracht wird, derart, daß die
Materiallage in dem Formraum eine erste Formraumpartition zwischen einer Form
wand und der Materiallage sowie eine von der ersten Formraumpartition durch die
Materiallage getrennte zweite Formraumpartition definiert, wobei im Rahmen des
Umformschrittes in die zweite Formraumpartition der Metallschaum als Um
form-Druckmedium eingebracht wird und dabei die Materiallage gegen die Formwand
drängt. Der Umformvorgang wird dabei infolge der Erwärmung der Materiallage durch
den Metallschaum unterstützt. Der Formraum bleibt in vorteilhafter Weise geschlos
sen, bis der Metallschaum vollständig ausgehärtet ist. Erst nach Aushärten des Me
tallschaumes wird der Formraum geöffnet und nach dem Öffnen des Formraums die
durch das Metallschaum-Druckmedium umgeformte Materiallage mit dem darin ange
formten Metallschaumabschnitt entnommen.
Durch entsprechende Werkstoffkombinationen ist es möglich, zwischen dem Metall
schaum-Druckmedium und der durch diese umgeformten Materiallage eine innige
Verbindung, insbesondere ein Verschweißen zu erreichen. Es ist auch möglich, ins
besondere durch eine entsprechende Beschichtung der zur Umformung vorgesehe
nen Materiallage eine an sich feste Verbindung mit dem Metallschaum zu erreichen,
ohne daß dabei jedoch die Gefügestruktur der umgeformten Materiallage verändert
wird.
Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch gegeben, daß das
Metallschaumdruckmedium durch eine Metall-Legierung gebildet wird, die durch ein
Treibmittel aufgeschäumt wird. Dieses Treibmittel wird in vorteilhafter Weise durch vor
Aufschäumen der Metall-Legierung in der Metall-Legierungs-Matrix enthaltene chemi
sche Substanzen gebildet. Das derartig in der Metall-Legierungsmatrix vorbereitete
Treibmittel wird in herkömmlicher Weise durch Erhitzen der Metall-Matrix auf eine
Temperatur oberhalb eines Schmelzpunktes der Metall-Legierung freigesetzt. Das zur
Bildung des Metallschaumes vorgesehene Ausgangsmaterial kann dabei vorzugswei
se durch einen Metallpulver-Preßling gebildet werden, der als solcher in den Form
raum eingebracht wird und darin beispielsweise durch einen Lichtbogen aufgeheizt
wird.
Bei der Umformung vergleichsweise dicker Materiallagen wird gemäß einer besonders
bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens die zur Umformung vorgesehene Ma
teriallage vorab erhitzt. Dadurch wird der Umformvorgang unterstützt und ein zu ra
sches Abkühlen des mit der Materiallage in Berührungskontakt tretenden Metall
schaum-Druckmediums vermieden.
Während des Umformvorganges wird vorzugsweise wenigstens die von dem Metall
schaum-Druckmedium auszufüllende Formraumpartition gasdicht abgeschlossen. Um
eine möglichst innige Anlage der umzuformenden Materiallage an die entsprechende
Formraumwand zu ermöglichen, kann aus der, dem Metallschaumdruckmedium ab
gewandten Formraumpartition vorzugsweise gesteuert Gas entnommen werden.
In vorteilhafter Weise wird wenigstens die von dem Metallschaum-Druckmedium aus
zufüllende Formraumpartition im Rahmen eines vorbereitenden Verfahrensschrittes
mit einem inerten Gas gespült. Dadurch wird es möglich, das zur Bildung des Metall
schaum-Druckmediums vorgesehene Ausgangsmaterial erheblich über dessen ei
gentlichen Schmelzpunkt zu erhitzen, ohne daß dabei Teile des Ausgangsmateriales
mit ggf. in dem Formraum eingeschlossenem Luft-Sauerstoff reagieren.
Das Aufschäumen des Metallschaum-Druckmediums wird in vorteilhafter Weise derart
zeitlich gesteuert, daß solange Metallschaum erzeugt wird, bis die durch den Metall
schaum gegen die Formwand gedrängte Materiallage ein weiteres Anwachsen des
Metallschaumvolumens behindert, so daß der Umformdruck zusätzlich weiter erhöht
wird. Durch einen zeitlich kontrollierten Verlauf der Metallschaumbildung wird es dabei
in vorteilhafter Weise möglich, den Druckaufbau in dem Metallschaum-Druckmedium
zu steuern.
Insbesondere bei der Herstellung kleinerer Werkstücke ist es auch möglich, den Auf
schäumvorgang und insbesondere den im Rahmen des Umformvorganges auftreten
den Maximal-Druck durch die Menge des in den Formraum eingebrachten schaumbil
denden Materiales zu steuern. Es ist auch möglich, das Mischungsverhältnis zwi
schen Metall-Legierung und der zur Bildung des Treibmittels vorgesehenen chemi
schen Substanz abzustimmen mit dem Ziel, den Grad des Ausformens der duktilen
Materiallage sowie den gesamten Umformprozeß bedarfsgerecht zu steuern.
Zur Steuerung, insbesondere Steigerung des Umformdruckes ist es auch möglich,
den über den Metallschaum auf die Materiallage aufgebrachten Umformdruck bei
spielsweise durch Einpressen eines Hilfs-Druckstempels zum Ändern des Volumens
des von dem Metallschaum erfaßten Raumes, zu erhöhen.
Die zur Umformung vorgesehene Materiallage besteht in vorteilhafter Weise aus ei
nem Metallblech, insbesondere einem relativ dünnen Aluminiumblech oder aus einem
AL-beschichteten Metall oder Nichtmetall. Das Metallschaum-Druckmedium wird
ebenfalls in vorteilhafter Weise durch eine Aluminiumlegierung gebildet.
Hinsichtlich einer Vorrichtung zur Herstellung eines Bauteiles mit einer Druck
umgeformten Materiallage wird die eingangs angegebene Aufgabe durch eine Vor
richtung mit den in Patentanspruch 25 angegebenen Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen dieser Vorrichtung sind Gegenstand der zugehörigen
Unteransprüche.
Hinsichtlich eines Bauteiles wird die eingangs angegebene, der Erfindung zugrunde
liegende Aufgabe durch ein Bauteil mit den in Patentanspruch 31 angegebenen
Merkmalen gelöst.
Ein derartiges Bauteil zeichnet sich neben einer vergleichsweise hohen Oberflächen
güte und einen dämpfenden Kern auch durch ein hohes Widerstandsmoment, ein ho
hes Energieabsorptionsvermögen sowie eine hohe spezifische Steifigkeit aus.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Bauteils besteht die druckumge
formte Materiallage aus einem Aluminium-Werkstoff. Insbesondere bei Verwendung
eines Aluminium-Werkstoffes zur Bildung der Materiallage ist auch der Metallschaum
aus einem Aluminium-Werkstoff gebildet. Eine besonders tragfähige Ausführungsform
des Bauteiles wird dadurch erreicht, daß die Materiallage und der aus dem Metall
schaum gebildete Materialabschnitt haftend miteinander verbunden sind. Eine derarti
ge Verbindung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß auf der dem Metall
schaum zugewandten Seite der Materiallage eine Haftschicht ausgebildet ist, die wäh
rend des Umformvorganges durch den Metallschaum lokal aufgeschmolzen wird und
dadurch eine metallische Verbindung zwischen der Materiallage und dem Metall
schaumabschnitt schafft.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Bauteiles ist die Mate
riallage aus einem zunächst rohrförmigen Ausgangsmaterial bzw. Halbzeug gebildet.
Dadurch wird es möglich, jeglichen Kontakt des Metallschaum-Druckmediums mit der
Formraumwand eines entsprechenden Formwerkzeuges zu verhindern.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschrei
bung einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in
Verbindung mit der Zeichnung. Die einzige Figur zeigt:
eine vereinfachte Längsschnittansicht durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer darin aufgenommenen, durch ein Metallschaum-Druckmedium umgeformten Materiallage.
eine vereinfachte Längsschnittansicht durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer darin aufgenommenen, durch ein Metallschaum-Druckmedium umgeformten Materiallage.
Das gezeigte Formwerkzeug umfaßt zumindest ein Formoberteil 1 und zumindest ein
Formunterteil 2 zur Bildung eines entlang einer Werkzeug-Teilungsebene teilbaren
Formraumes 3. Sowohl das Formoberteil 1 als auch das Formunterteil 2 sind mit einer
Heizeinrichtung 4 versehen zum Aufheizen der den Formraum 3 begrenzenden Form
raumwandungen. Bei komplexen Werkstückgeometrien ist es möglich, den Formraum
3 durch ein mehrfach geteiltes Formwerkzeug zu bilden.
In dem Formraumoberteil 1 ist wenigstens ein Entgasungskanal 5 ausgebildet, über
welchen eine gesteuerte Entgasung des Formraumes 3 erfolgen kann. Auch in dem
Formunterteil 2 ist ein Entgasungskanal 6 ausgebildet, ebenfalls zur gesteuerten Ent
gasung des Formraumes 3. An den Entgasungskanal kann in vorteilhafter Weise eine
Vakuum-Pumpeneinrichtung angeschlossen sein.
Im Bereich der Werkzeugteilungsebene bzw. Werkzeugschließflächen ist bei der hier
dargestellten Ausführungsform eine Nachschiebeeinrichtung 7 vorgesehen, über wel
che ein Endabschnitt eines in den Formraum 3 eingelegten Ausgangshalbzeuges 8
gesteuert zum Zentrum des Formraumes 3 hin nachgeschoben werden kann. Die
Nachschiebeeinrichtung 7 umfaßt ein Kolbenelement 9, das unter weitgehender Ab
dichtung des Formraumes 3 im Bereich der Werkzeugteilungsebene des Formwerk
zeuges verschiebbar ist. Es ist auch möglich, einen zusätzlichen Druckaufbau in der
Form durch den Einsatz flüssiger oder gasförmiger Fluide zu erreichen.
Die Nachschiebeeinrichtung 7 bzw. das Kolbenelement 9 sind ebenfalls mit einem
Entgasungskanal 10 versehen, durch welchen eine im Rahmen des Metallschaum-Bil
dungsvorganges von dem Metallschaum ausgefüllte Formraumpartition gesteuert
entgast werden kann.
Bei der hier schematisch dargestellten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird das zur Umformung des Ausgangshalbzeuges 8 vorgesehene Me
tallschaumdruckmedium durch ein vorgeformtes, kompaktiertes Ausgangsmaterial 11
gebildet, das zunächst über das Kolbenelement 9, vorzugsweise etwa mittig zentriert,
in den Formraum 3 einbringbar ist.
Bei der hier dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung zur Umformung eines ur
sprünglich rohrförmigen Ausgangshalbzeuges ist auf beiden Seiten des Formwerk
zeuges eine entsprechende Nachschiebeeinrichtung 7 vorgesehen, wobei jede dieser
Nachschiebeeinrichtungen 7 einen vorgeformten, aus einem Metallpulver und einem
Treibmittel gebildeten Preßling trägt.
Die Herstellung eines Metallschaum-Verbundwerkstückes mit der vorangehend be
schriebenen Vorrichtung gestaltet sich wie folgt:
Zunächst wird das Formoberteil 1 von dem Formunterteil 2 abgenommen und das zur
Bildung eines Metallschaum-Druckmediums vorgesehene, vorgeformte, kompaktierte
Ausgangsmaterial 11 in Form eines (in der Figur unterbrochen dargestellten) zylindri
schen Stabes (oder auch in Form mehrerer, z. B. zweier zylindrischer Stäbe) in ent
sprechende, in den beiden Kolbenelementen 9 zentral ausgebildete Ausnehmungen
eingesetzt. Die Kolbenelemente 9 sind dabei derart weit zurückgezogen, daß diese
das nunmehr folgende Einlegen eines beispielsweise aus einem Aluminium-Strang
preßprofil gebildeten Ausgangshalbzeuges 8 in das Formunterteil 2 nicht be
hindern.
Nunmehr werden die Kolbenelemente 9 axial derart verschoben, bis diese das Aus
gangshalbzeug 8 in dem Formunterteil 2 in seiner Ausgangsposition positionieren.
Anschließend wird das Formoberteil 1 auf das Formunterteil 2 unter Aufbringung einer
vorgegebenen Schließkraft Fs abgesenkt. Der zur Formgebung des zu bildenden
Bauteils vorgesehen Formraum 3 ist nunmehr geschlossen.
Das in dem Formraum 3 angeordnete Ausgangshalbzeug bildet nunmehr eine bei der
hier dargestellten Ausführungsform ringraumförmige, von dem Ausgangsmaterial 11
durch das Ausgangshalbzeug 8 getrennte Formraumpartition und eine, zur Ausfüllung
durch das Metallschaum-Druckmedium vorgesehene zweite Formraumpartition.
Durch entsprechendes Aufheizen des Ausgangsmateriales 11, beispielsweise durch
Erhitzen des Formwerkzeuges mittels der Heizeinrichtung 4 wird der Metallschaumbil
dungsprozeß in Gang gesetzt. Hierbei wird das in dem Ausgangsmaterial 11 enthal
tene Metall geschmolzen und das in der metallischen Matrix enthaltene Treibmittel
freigesetzt. Der nunmehr kontinuierlich entstehende Metallschaum füllt zunächst den
gesamten, in dem Ausgangshalbzeug 8 gebildeten Innenraum aus. Das Aufschäu
men des Metallschaumes schreitet so weit fort, bis das Ausgangshalbzeug 8 eine
weitere Metallschaum-Volumenvergrößerung zunächst behindert. Da sich im folgen
den weiterhin Treibmittel zersetzt, entsteht ein allseitiger Schäumdruck auf die Wan
dung des Ausgangshalbzeuges 8, das sich unter diesem Schäumdruck verformt und
an die, den Formraum 3 bildenden Formraumwandungen anlegt. Dieser Vorgang wird
durch die beim Schäumprozeß auftretende Wärmeeinwirkung das entstehende Gas,
insbesondere Treibgas, sowie ggf. auch durch Entlüften oder Anlegen von Unterdruck
durch Absaugen noch begünstigt.
Der in dem Metallschaum-Druckmedium aufgebaute Druck und der durch diesen be
wirkte Umformvorgang kann über die Menge des zur Schaumbildung vorgesehenen
Ausgangsmateriales 11, den Treibmittelanteil, die Höhe der Temperatur, die Tempera
turführung und die Abkühlbedingungen gesteuert werden. Während des Aufblähens
bzw. Umformens des Ausgangshalbzeuges 8 erfolgt über die Entgasungskanäle 5
und 6 eine gesteuerte Entgasung, ggf. durch Erzeugung eines Unterdruckes, in der
nicht von dem Metallschaumdruckmedium erfaßten und sich in ihrem Volumen konti
nuierlich verringernden Formraumpartition.
Während sich das Ausgangshalbzeug 8 in dem Formraum 3 infolge des über den
Metallschaum aufgebrachten Umformdruckes aufweitet, kann ggf. über paarweise
vorgesehene Kolbenelemente das Ausgangshalbzeug 8 hinsichtlich seiner axialen
Länge gestaucht bzw. nachgeschoben werden, wodurch die Aufweitung des Aus
gangshalbzeuges 8 bzw. die plastische Verformung des Ausgangshalbzeuges 8 ins
gesamt unterstützt wird. Spätestens bei Erreichen eines durch den Metallschaum auf
gebauten maximalen Umformdruckes liegt die durch das Ausgangshalbzeug 8 ur
sprünglich gebildete Materiallage im wesentlichen ganzflächig an der Innenwandung
des Formraumes 3 an. Nunmehr wird das Formwerkzeug bzw. das Formoberteil und
das Formunterteil gekühlt, wobei der Metallschaum erhärtet. Nach Aushärten des
Metallschaumes kann vor Öffnen des Formwerkzeuges über beispielsweise durch die
Kolbenelemente 9 hindurchgeführte Entgasungskanäle das erhärtete Metallschaum
druckmedium entgast und sofern dies nicht bereits durch die Abkühlung des Metall
schaumes erfolgt ist, auf Umgebungsdruck entspannt werden.
Nach Beendigung einer entsprechenden Metallschaum-Entgasungsphase wird das
Formwerkzeug geöffnet, indem das Formoberteil 1 wieder von dem Formunterteil 2
abgenommen wird. Das entsprechend der Innenkontur des Formraumes 3 geformte,
und innenseitig durch den Metallschaum versteifte Werkstück kann nunmehr dem
Formraum 3 entnommen werden. Anschließend wird das Formwerkzeug erneut mit
einem zur Metailschaumbildung vorgesehenen kompaktierten Ausgangsmaterial 11
sowie mit dem zur Bildung der eine Werkstückaußenfläche bildenden Materiallage
vorgesehenen Ausgangshalbzeug 8 bestückt und ein weiterer Druckumformvorgang
kann beginnen.
Das wie vorangehend beschrieben hergestellte Werkstück kann sofern erforderlich,
nachbearbeitet werden.
Obgleich die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles beschrie
ben wurde, bei welchem ein rohrförmiges Ausgangshalbzeug durch ein Metall
schaum-Druckmedium umgeformt wurde, ist es auch möglich, beispielsweise platten
förmige oder ggf. bereits durch ein Tiefziehverfahren bzw. Biegen grob vorgeformte
Ausgangsmateriallagen durch das Metallschaum-Druckmedium gegen eine entspre
chende Formwandung zu pressen und entsprechend umzuformen. Das Metall
schaum-Druckmedium kann auch zwischen wenigstens zwei aufeinandergeschichtete
Materiallagen eingebracht werden zur Erzeugung eines Sandwich-Bauteiles mit durch
Umformung entstehenden Formkonturen.
Alternativ zu dem vorangehend beschriebenen diskontinuierlichen Umformverfahren
ist es auch möglich, das Metallschaum-Druckmedium zur kontinuierlichen Umformung
insbesondere rohrförmiger Ausgangshalbzeuge zu verwenden. Es ist auch möglich,
das zur Bildung des Metallschaum-Druckmediums vorgesehene Ausgangsmaterial
unmittelbar an dem zur Umformung vorgesehenen Ausgangshalbzeug in Form einer
entsprechenden Beschichtung mit ggf. mehreren Lagen vorzusehen, so daß unmittel
bar durch das entsprechend vorbereitete Ausgangshalbzeug auch das zur Bildung
des Metallschaumdruckmediums vorgesehene Ausgangsmaterial in ein entsprechen
des Formwerkzeug eingebracht ist.
Das gebildete Bauteil ist dann beispielsweise ein Rohr-Körper mit hoher Steifigkeit.
Durch Ausbildung von Zonen unterschiedlicher Schaum-Dichte ist es möglich, ein
Bauteil mit Knochenstruktur zu schaffen. Die Schaum-Dichte ist vorzugsweise im
Randbereich des Bauteils höher als in den weiter innen liegenden Bereichen. Die
Schaumdichte ändert sich vorzugsweise stetig. Die Dichteverteilung des Schaumes
kann insbesondere durch den Abkühlvorgang gesteuert werden.
Für den Fall, daß das schaumbildende Material in Form einer Beschichtung auf der
zur Umformung vorgesehenen Materiallage vorbereitet ist, ist es möglich, diese Be
schichtung ggf. aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen Schäumeigenschaften
zu bilden. Dadurch wird es möglich, insbesondere im Randbereich eine extrem trag
fähige Zone hoher Schaumdichte auszubilden.
In Verbindung mit einem beispielsweise extern zugeführten vorzugsweise gasförmi
gen Umform-Druckmedium können auch schalenartige Bauteile oder Hohlkörper ge
bildet werden, die eine druck-umgeformte Materiallage und eine daran angrenzende
Zone aus Metallschaum aufweisen.
Die im Rahmen des Metallschaum-Druckumformvorganges umgeformte Materiallage
muß nicht notwendigerweise die Außenschicht eines entsprechenden Werkstücks bil
den.
Die Haftung des Metallschaumabschnittes an der durch den Metallschaum umgeform
ten Materiallage kann durch entsprechende Beschichtungen der dem Metallschaum
zugewandten Seitenfläche der Materiallage beeinflußt werden. Das Metall
schaum-Druckmedium muß nicht unbedingt in dem Formraum gebildet werden.
Claims (35)
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils das eine aus einem duktilen Material
gebildete, im Rahmen zumindest eines Umformschrittes umgeformte Materiallage und
einen aus einem Metallschaum gebildeten Abschnitt aufweist, wobei im Rahmen des
Umformschrittes die Materiallage durch einen über den Metallschaum als Um
form-Druckmedium aufgebrachten Umformdruck umgeformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Materiallage
durch den im und durch den Metallschaum entstehenden Umformdruck gegen eine
Formwand gedrängt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Materiallage sich
zumindest abschnittsweise unter bleibender plastischer Verformung an die Formwand
anlegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Metallschaum im Anschluß an den Umformvorgang der Materiallage aushärtet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Metallschaum und die Materiallage im Rahmen des Umformvorganges oder des
nachfolgenden Aushärtevorganges eine Verbindung eingehen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
in dem Metallschaum herrschende Druck im Anschluß an den Umformvorgang abge
senkt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Umformen der Materiallage diese in einen Formraum eingebracht wird, derart, daß die
Materiallage in dem Formraum eine erste Formraumpartition zwischen einer Form
wand und der Materiallage sowie eine zweite, von der ersten Formraumpartition ge
trennte Formraumpartition definiert, wobei im Rahmen des Umformschrittes in die
zweite Formraumpartition der Metallschaum als Umform-Druckmedium eingebracht
wird und dieses die Materiallage gegen die Formwand drängt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallschaum in
dem Formraum aushärtet.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Formraum nach
Aushärten des Metallschaumes geöffnet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Öffnen
des Formraums die durch das Metallschaum-Druckmedium umgeformte Materiallage
mit einem daran angeformten Metallschaumabschnitt entnommen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
das Metallschaumdruckmedium durch eine Metall-Legierung gebildet wird, die durch
ein Treibmittel aufgeschäumt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Treibmittel aus Mitteln gebildet wird, die vor Aufschäumen der Metall-Legierung in
der Metall-Legierungsmatrix enthalten sind.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
durch in der Metall-Legierungsmatrix vorbereitete Mittel durch Erhitzen der Metall-Ma
trix auf eine Temperatur oberhalb eines Schmelzpunktes der Metall-Legierung das
Treibmittel entsteht bzw. wirksam wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die zur Umformung vorgesehene Materiallage vorab erhitzt wird.
15. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß wenigstens eine der Formraumpartitionen gasdicht abgeschlossen
wird.
16. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekenn
zeichnet, daß wenigstens eine der Formraumpartitionen im Rahmen eines vorberei
tenden Verfahrensschrittes mit einem inerten Gas gespült wird.
17. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Aufschäumen des Metallschaumdruckmediums solange erfolgt, bis
die Materiallage ein weiteres Anwachsen des Metallschaumvolumens behindert.
18. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Druckaufbau in dem Metallschaum-Druckmedium über den zeitli
chen Verlauf der Metallschaumbildung gesteuert wird.
19. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufschäumvorgang über die Menge des schaumbildenden Materi-
als gesteuert wird.
20. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufschäumvorgang über eine zur Schaumbildung vorgesehene
Treibmittelmenge bzw. über den Treibmittelanteil gesteuert wird.
21. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufschäumvorgang durch die Temperaturführung, insbesondere
durch die Abkühlbedingungen, gesteuert wird.
22. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Druck in dem Metallschaummedium durch ein zusätzliches Druck
medium erhöht wird.
23. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Materiallage aus einem vorzugsweise dünnen Metallblech gebildet
wird, wobei das schaumbildende Material in Form einer Beschichtung der Materiallage
vorbereitet ist.
24. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Metallschaum-Druckmedium durch eine Aluminiumlegierung gebil
det wird.
25. Vorrichtung zur Herstellung eines Bauteils, das Metallschaum und eine durch den
Metallschaum Druck-umgeformte Materiallage (12) umfaßt mit:
einem Formwerkzeug zur Bildung eines Formraumes (3), wobei das Formwerkzeug in eine Beschickungsstellung bringbar ist, zum Einbringen eines zur Bildung der Mate riallage vorgesehenen Ausgangsmateriales (8), und einer Metallschaum-Freiset zungseinrichtung zum Erzeugen oder Freisetzen eines Metallschaum-Druckmediums zum Umformen des Ausgangsmateriales (8) in dem Formraum (3).
einem Formwerkzeug zur Bildung eines Formraumes (3), wobei das Formwerkzeug in eine Beschickungsstellung bringbar ist, zum Einbringen eines zur Bildung der Mate riallage vorgesehenen Ausgangsmateriales (8), und einer Metallschaum-Freiset zungseinrichtung zum Erzeugen oder Freisetzen eines Metallschaum-Druckmediums zum Umformen des Ausgangsmateriales (8) in dem Formraum (3).
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß das Formwerk
zeug zumindest ein erstes Formteil und ein zumindest zweites Formteil aufweist, wo
bei zwischen diesen beiden Formteilen ein Werkzeug-Teilungsfläche definiert ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Formteil
ein Formoberteil (1) bildet, und daß das zweite Formteil ein Formunterteil (2) bildet,
und daß beide Formteile (1, 2) mit einer Heizeinrichtung (4) versehen sind, zum Auf
heizen der Formteile (1, 2).
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 25 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Nachschiebe- oder Komprimierungseinrichtung (7) vorgesehen ist zum Kompri
mieren bzw. Nachfördern des Metallschaum-Druckmediums und/oder der Ausgangs
materiallage (8).
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachschiebe- oder
Komprimierungseinrichtung (7) im Bereich der Werkzeugteilungsfläche vorgese
hen ist.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 25 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Entgasungseinrichtung (10) vorgesehen ist zur Entgasung der mit dem Metall
schaum-Druckmedium erfüllten Formraumpartition.
31. Bauteil, bestehend aus einer aus einem duktilen Material gebildeten Materiallage
und einem aus Metallschaum gebildeten Materialabschnitt, wobei die Materiallage
durch einen über den Metallschaum als Umform-Druckmedium aufgebrachten Um
formdruck aus einer Ausgangsmateriallage druckgeformt ist.
32. Bauteil nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, daß die Materiallage aus
einem Aluminium-Werkstoff besteht.
33. Bauteil nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, daß der Metall
schaum aus einer Aluminiumlegierung besteht.
34. Bauteil nach wenigstens einem der Ansprüche 31 bis 33, dadurch gekennzeich
net, daß die Materiallage und der aus dem Metallschaum gebildete Materialabschnitt
haftend miteinander verbunden sind.
35. Bauteil nach wenigstens einem der Ansprüche 31 bis 34, dadurch gekennzeich
net, daß die Materiallage aus einem rohrförmigen oder plattenförmigen
Halbzeug- bzw. Ausgangsmaterial gebildet ist.
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