DE19751875A1 - Herzkatheter mit Messung der Anpreßkraft - Google Patents
Herzkatheter mit Messung der AnpreßkraftInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Herzkatheter mit einer Sonde am di
stalen Ende zum Koagulieren von Gewebe mittels Hochfrequenz so
wie einer Temperaturfühler zum Messen der Erwärmung des Koagula
tionsbereichs bei diesem Vorgang. Der hochfrequenztechnische
Teil ist in bekannter Weise bis zu den Kontaktflächen an der
Sonde für die Koagulation eingerichtet. Der Temperaturfühler be
rührt mit seinem Meßwertgeber die elektrisch leitende Spitzen
fläche der Sonde von innen. Zu- und Rückleitung verlaufen wie
die Hochfrequenzleitung im Innern des Katheters.
Wichtig beim Koagulationsvorgang ist eine kontrollierte Abgabe
von HF-Energie an das anliegende Muskel- bzw. Bindegewebe. Mit
der Temperaturmessung ist indirekt und etwas zeitverzögert eine
Aussage über die Qualität des Vorgangs gegeben. Unmittelbare In
formation, gewissermaßen in Echtzeit, über den Koagulationsvor
gang ist aber ein bisher nicht erfülltes Bedürfnis. Die Gefahr
des problematischen Beschädigens des Gewebes bzw. des Durch
stoßens des Gewebe am Ort der Koagulations besteht nach wie vor.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Herzkatheter be
reitzustellen, mit dem mit bekannter Technik am Herzen koagu
liert werden kann, mit dem aber gleichzeitig auch der augen
blickliche Anpressdruck des die Spitze berührenden Muskel- oder
Bindgewebes erfaßt werden kann, damit die Verletzung auf das un
vermeidbar Notwendige beschränkt werden kann.
Ein Herzkatheter gemäß Anspruch 1 löst die Aufgabe. Die zum An
preßdrucksensor erweiterte Sonde ist so aufgebaut, daß sie auf
optischem Wege den auf sie wirkenden axialen Anpressdruck mißt.
Über ein Lichtleiter wird Licht durch einen zylindrischen lich
ten Raum hindurch auf einen Spiegel gelenkt und dort und nur
dort reflektiert. Der reflektierte Strahl koppelt wieder in den
Lichtleiter ein, der vom Katheterhandhabungsbereich zu einer Op
tokopplereinrichtung führt. In dieser Einrichtung werden ein op
tisches Meß- und Referenzsignal gebildet und einer elektroni
schen Signalverarbeitung zugeführt, die je nach axialer Kraft
einwirkung auf die Sonde bzw. den Sensor die Länge des Hohlraums
zwischen Lichtleiterstirnfläche und Spiegel verringert. Hierzu
ist bei Temperaturunterschieden des Spiegels zur Umgebung hin
wesentlich, daß sich seine Reflektionseigenschaft nicht verän
dert, er hat also, um diese Eigenschaft aufrecht zu erhalten,
eine entsprechend präparierte Reflektionsfläche.
Die federnde Eigenschaft der Sonde bzw. des Sensors wird einmal
erreicht, daß der lichte Hohlraum aus einer gummielastischen
Substanz wie Silikonkautschuk besteht (Anspruch 2) und zum an
dern lediglich aus der Bohrung im Kunststoffträger, wobei dann
der Kunststoffträger über eine Schraubenfeder mit dem Katheter
ende gekoppelt ist (Anspruch 5).
In der zuerst gekennzeichneten Ausführung wird der in den Kunst
stoffträger eingelegte Silikonschlauch bei Druckbelastung ge
staucht. Das kann so weit und noch weiter gehen, bis die lichte
Weite des Schlauches unter der axialen Krafteinwirkung auf die
Spitze verschwindet. Die gemessene Strahlleistung verringert
sich also mit zunehmender Kraft auf die Sondenspitze (Anspruch
2). Zur sicheren Führung der Sonde verläuft diese mit ihrem
proximalen Endbereich in einem Führungsrohr, das mit dem Kathe
rende fest verbunden ist (Anspruch 4).
In der in Anspruch 5 gekennzeichneten Ausführung wird der lichte
Hohlraum bei axialer Krafteinwirkung verkürzt, da sich aber
keine Querschnittsverringerung wie in Anspruch 2 dabei ergibt,
wird je nach Krafteinwirkung mehr oder weniger Licht in den
Lichtleiter wieder eingekoppelt, d. h. wird eine höhere Strah
lungsleistung gemessen, ist das auf größere Krafteinwirkung zu
rückzuführen. Wie in Anspruch 4 kann auch diese Ausführung zur
Sicherheit noch zusätzlich durch ein Außenrohr geführt werden.
Für ein beständig gleiches Reflektionsvermögen ist der Spiegel
mit einer hochglanzpolierten Reflektionsfläche aus Platin verse
hen (Anspruch 7). Wenn auch teurer, so war mit Platinvergütung
doch eine Reflektionsgüte zu erhalten und im Einsatz aufrechtzu
erhalten, die mit andern üblichen Maßnahmen wie Schutzbeschich
ten nicht mit dieser Zuverlässigkeit zu gewährleisten war.
Der Herzkatheter vereinigt drei Funktionen in sich, nämlich die
Einrichtung zur Koagulation und das Messen der Erwärmung des Ge
webes im Koagulationsbereich in bekannter Weise und als neue
Einrichtung die Ausgestaltung der Sonde als Sensor zum Erfassen
der axialen Krafteinwirkung auf die Sondenspitze. Dadurch kann
eine Gewebeschädigung kontrolliert und der gefürchtete "worst
case" des Durchstoßes, der mit einer Notöffnung des Brustkorbs
und weiterer problematische Notmaßnahmen einhergeht, vermieden
werden. Das derartig ausgerüstete Herzkatheter ermöglicht eine
sehr feinfühlige und damit schonende Behandlung zu.
In der Zeichnung sind die zwei in den Ansprüchen 2 und 5 gekenn
zeichneten Bauarten dargestellt, die im folgenden noch näher er
läutert werden.
Es zeigen:
Fig. 1 HF-Koagulationssonde mit integriertem Sensor unter Aus
nützung der Stoffelastizität,
Fig. 2 HF-Koagulationssonde mit integriertem, federelastischem
Sensor,
Fig. 3 Blockschaltbild der optoelektronischen Auswertung.
In Fig. 1 ist der in der Sonde integrierte Sensor im axialen
Schnitt in seinem Prinzip dargestellt. Am Herzkatheterende steht
axial der Lichtleiter 2 hervor und ragt in Verlängerung in die
Bohrung für den lichten Raum 4 im Kunststoffträger 3 aus Sili
conkautschuk hinein. An den Lichtleiter stößt unmittelbar das
kompressible Kautschukrohr 5, das eine lichte Weite hat, die der
eigentlichen Lichtleitung entspricht. Das andere Ende des Kaut
schukrohrs 5 stößt auf den Spiegel 6 mit der ebenen, platinbe
schichteten und hochpolierten Reflektionsfläche.
Zwischen dem Katheterende 1 und dem Kunststoffträger 3 klafft
die Lücke 7, die ein axiales Bewegen der Sonde zuläßt, und zwar
ist die Breite der Lücke 7 mindestens so groß, daß das Kaut
schukrohr 5 so weit gestaucht werden kann, bis sein lichter
Querschnitt verschwindet. Ab dieser Grenzstellung kann kein
Licht mehr vom Lichtleiterausgang auf den Spiegel gerichtet und
damit dort reflektiert werden. Die Reflektion an der Innenwand
des Kautschukrohrs ist minimal, da sie nichtreflektierend ist.
Weiterer Druck auf die Sondenspitze ist möglich, geht aber
nicht mehr mit einer weiteren Intensitätsabschwächung des Lichts
einher.
Damit die Sonde stabil und zuverlässig geführt wird, ist über
den Endbereich des Herzkatheters und dem Anfangsbereich der
Sonde ein Führungsrohr 8 geschoben, das nur die axiale Beweg
lichkeit gegenüber dem Katheter 1 zuläßt. Das federnde und damit
zurücktreibende Element der Sonde ist das Kautschukrohr 5, in
dem die größte Strahlungsleistung herrscht, wenn keine axial ge
richtete Kraft auf die Sondenspitze wirkt.
Fig. 2 verwendet als federndes Element eine Schraubenfeder an
stelle des Kautschukrohrs in Fig. 1. Hierzu ist der Kunststoff
träger aus PEEK oder POM an seinem proximalen Ende mit einem an
setzenden Zylinderstück 10 kleineren Querschnitts und selben Ma
terials versehen, über das die Schraubenfeder 9 geschoben ist,
die mit ihrem andern Ende an der Stirn des Herzkatheters an
liegt. Der Lichtleiter 2 ragt wie oben in die Bohrung 4 hinein.
Der lichte Raum zwischen Lichtleiterende und dem Spiegel 6, der
ebenfalls die hochglanzpolierte, platinveredelte Reflektionsflä
che hat, hat im kräftefreien Zustand die lichte Weite des äuße
ren Lichtleiterduchmessers und die größte funktionale Entfernung
zum Lichtleiterende. Das Meßsignal am proximalen Ende des Licht
leiters zeigt in dieser Stellung die geringste Strahlungslei
stung.
Wirkt eine axiale Kraft in Richtung Herzkatheter auf die Son
denspitze, wird der Abstand des Spiegels 6 zum Lichtleiterende
verkürzt und damit mehr Strahlungsleistung reflektiert, die wie
der in den Lichtleiter eingekoppelt wird.
Die Führung übernimmt wesentlich die Lichtleiterumhüllung, sie
kann durch ein zusätzliches Führungsrohr wie in Fig. 1 unter
stützt werden.
In Fig. 1 wird die Strahlungsleistung bei axialer Sondenbela
stung verringert, in Fig. 2 hingegen verstärkt. Zur Bildung des
optischen Meß- und Referenzsignals dient der handelsüblicher Op
tokoppler, wie er in Fig. 3 schematisch skizziert ist. Für die
Auswertung und Verarbeitung der optischen Signale wird ebenfalls
gängige Auswerteelektronik eingesetzt, die mit dem Optokoppler
verbunden ist. Der Eichaufwand der optoelektronischen Einrich
tung ist für den Fall der Strahlungsleistungsverringerung (Fig.
1) als auch für den der Verstärkung (Fig. 2) prinzipiell
gleich.
Der Lichtleiter 2 vom Koppler 11 zum Herzkatheterende ist ein
flexibler Glasstab oder ein Faserbündel. Beide Ausführungen sind
mit einem lichtundurchlässigen, in Grenzen steifen Mantel umge
ben. Das Meßsignal (US) besteht aus zugeführter und am Spiegel
reflektierter Strahlungsleistung, wovon nur der reflektierte An
teil veränderlich ist. Verglichen wird das Meßsignal mit dem Re
ferenzsignal (UR), das nur die zugeführte, stets konstante Strah
lungsleistung wiedergibt.
Sämtliche Materialien der Sonde mit dem integrierten Sensor be
stehen bei medizinischem Einsatz aus dafür geeigneten Materia
lien, d. h. sie sind gewebefreundlich und können den notwendigen
Reinigungs- und Sterilisationsprozeduren ausgesetzt werden. We
gen der für den medizinischen Einsatz geforderten Sicherheits
gründen ist der Katheter bis zum für die Koagulation notwendigen
Kontaktbereich von einen hermetisch abdichtenden Schlauch umman
telt.
1
Katheter, Herzkatheter
2
Lichtleiter
3
Kunststoffträger
4
Bohrung, lichter Raum
5
Kautschukrohr
6
Spiegel
7
Lücke
8
Führungsrohr
9
Feder, Schraubenfeder
10
Zylinderstück
11
Koppler
12
Lichtquelle
13
Sensor, Hochfrequenzsonde
Claims (8)
1. Sonde am distalen Ende eines Herzkatheters zum Koagulieren vom
Muskel- und/oder Bindegewebe mittels Hochfrequenz und eingebau
tem Temperaturfühler zum Messen der Erwärmung des im Koagulati
onsbereich der Sonde anliegenden Gewebes, die bis auf diesen
hermetisch abschließenden Bereich zusammen mit dem Katheter von
einem hermetisch dichten Schlauch umhüllt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Sonde gleichzeitig ein Sensor zum Messen des axialen Drucks bzw. der axialen Krafteinwirkung auf die Sondenspitze ist und folgendermaßen aufgebaut ist:
der Sensor besteht aus einem harten, gewebeverträglichen Kunst stoffträger, in dem ein Lichtleiter in einer axialen Bohrung endet, der koaxial am distalen Ende des Katheters austritt, am Boden der Bohrung bzw. am Ende des Kunststoffträgers ist ein Spiegel eingelegt, dessen Spiegelfläche von der Katheterachse senkrecht durchdrungen wird und zur Stirnfläche des Lichtlei terendes gerichtet ist, so daß der an der Lichtleiterstirnflä che austretende, am Spiegel auftreffende und reflektierte Lichtstrahl mit dem auf diese Stirnfläche wiederauftreffende Strahlanteil an den Lichtleitereingang am proximalen Ende des Herzkatheters zurückgeführt wird,
die Spiegelfläche verändert ihr Reflektionsvermögen bei Tempe raturunterschieden gegenüber der Umgebung oder bei Berührung nicht,
zwischen der Stirnfläche des Lichtleiterendes und der Spiegel fläche besteht ein lichter Raum mit nicht reflektierenden Wän den, der durch axiale Krafteinwirkung auf die Sondenspitze in Richtung des Katheterendes in Abhängigkeit zu dieser verkürzt wird und damit eine Änderung der im Lichtleiter zurückgeführten Strahleistung bewirkt.
die Sonde gleichzeitig ein Sensor zum Messen des axialen Drucks bzw. der axialen Krafteinwirkung auf die Sondenspitze ist und folgendermaßen aufgebaut ist:
der Sensor besteht aus einem harten, gewebeverträglichen Kunst stoffträger, in dem ein Lichtleiter in einer axialen Bohrung endet, der koaxial am distalen Ende des Katheters austritt, am Boden der Bohrung bzw. am Ende des Kunststoffträgers ist ein Spiegel eingelegt, dessen Spiegelfläche von der Katheterachse senkrecht durchdrungen wird und zur Stirnfläche des Lichtlei terendes gerichtet ist, so daß der an der Lichtleiterstirnflä che austretende, am Spiegel auftreffende und reflektierte Lichtstrahl mit dem auf diese Stirnfläche wiederauftreffende Strahlanteil an den Lichtleitereingang am proximalen Ende des Herzkatheters zurückgeführt wird,
die Spiegelfläche verändert ihr Reflektionsvermögen bei Tempe raturunterschieden gegenüber der Umgebung oder bei Berührung nicht,
zwischen der Stirnfläche des Lichtleiterendes und der Spiegel fläche besteht ein lichter Raum mit nicht reflektierenden Wän den, der durch axiale Krafteinwirkung auf die Sondenspitze in Richtung des Katheterendes in Abhängigkeit zu dieser verkürzt wird und damit eine Änderung der im Lichtleiter zurückgeführten Strahleistung bewirkt.
2. Sonde nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der lichte Raum aus dem Lumen eines koaxial in den Kunststoff
träger eingebrachten, gummielastischen Rohrs mit der lichten
Weite des lichtdurchflutbaren Lichtleiterquerschnitts besteht,
und zwischen dem distalen Ende des Katheters und dem proximalen
Ende des Kunststoffträgers ein Abstand dieser Länge besteht,
das gummielastische Rohr mindestens soweit durch axialen Druck-
bzw. Krafteinwirkung gestaucht werden kann, bis die lichte
Weite in ihm gerade verschwindet, womit eine entsprechende Ab
schwächung der im Lichtleiter zurückgeführten Strahlleistung
verbunden ist.
3. Sonde nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das gummielastische Rohr aus Silikonkautschuk ist.
4. Sonde nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein in Verlängerung des Katheterschlauchs stufenlos ansetzendes
Führungsrohr, das bis über den proximalen Anfangsbereich der
Einheit aus Sonde und Sensor ragt, dieselbe führt.
5. Sonde nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kunststoffträger am proximalen Ende einen koaxialen hohlzy
lindrischen Fortsatz kleineren Durchmessers hat, über den der
Endbereich einer Schraubenfeder gestülpt und geführt ist, die
andrerseits an der distalen Stirnfläche des Katheterendes
stößt, so daß bei axialer Druck- bzw. Krafteinwirkung auf die
Sondenspitze und Führung des Kunststoffträgers auf dem Licht
leitermantel eine entsprechende Verkürzung des Freiraums zwi
schen Spiegel und Lichtleiterstirnfläche ohne Veränderung sei
ner lichten Weite auftritt, womit eine entsprechende Verstär
kung der im Lichtleiter zurückgeführten Strahlleistung verbun
den ist.
6. Sonde nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein stufenlos vom Katheterende, über die Sonde ragendes Füh
rungsrohr die Sonde zusätzlich führt.
7. Sonde nach Anspruch 4 und 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Reflektionsfläche des Spiegels aus einer hochglanzpolierten
Platinschicht besteht.
8. Sonde nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kunststoffträger aus PEEK oder POM ist.
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| DE19751875A DE19751875C2 (de) | 1997-11-22 | 1997-11-22 | Herzkatheter mit Messung der Anpreßkraft |
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|---|---|---|---|
| DE19751875A Expired - Fee Related DE19751875C2 (de) | 1997-11-22 | 1997-11-22 | Herzkatheter mit Messung der Anpreßkraft |
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