DE19750156A1 - Verfahren zur numerischen Steuerung einer Werkzeugmaschine mit variabler Strahlleistung zur Strahlbearbeitung und zugehörige Werkzeugmaschine - Google Patents
Verfahren zur numerischen Steuerung einer Werkzeugmaschine mit variabler Strahlleistung zur Strahlbearbeitung und zugehörige WerkzeugmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur numerischen
Steuerung einer mit variabler Strahlleistung arbeitenden
Werkzeugmaschine zur Strahlbearbeitung, insbesondere zum
Laserstrahlschweißen, von Werkstücken, und betrifft weiterhin
eine entsprechende numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine.
Bei derartigen Verfahren bzw. Werkzeugmaschinen gibt es
bislang beim Laserstrahlschweißen im wesentlichen zwei
Vorgehensweisen, nämlich Laserstrahlschweißen mit konstanter
Laserleistung (Laserausgangsleistung) und variabler
Vorschubgeschwindigkeit der Werkzeugmaschine, oder aber mit
variabler Laserstrahlleistung und variabler
Vorschubgeschwindigkeit, wobei im letztgenannten Fall die
Laserstrahlleistung zeitabhängig gesteuert wird, durch ein
von einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS)
ausgegebenes Signal.
Bei derartigen Vorgehensweisen ist eine Schweißnaht hoher
Güte nur mit sehr hohem Optimierungsaufwand erzielbar, da die
Laserstrahlleistung zeitabhängig gesteuert wird, der Vorschub
des Laserstrahls als Werkzeug jedoch bahnabhängig.
Wenn ein Werkstück mit an sich konstanter Laserleistung
geschweißt wird, so ist es bereits bekannt, mit einem
verringerten Wert der Laserleistung zu beginnen, und dann die
Laserleistung auf einen bestimmten Maximalwert zu steigern,
um den eigentlichen Schweißvorgang durch zuführen, wobei gegen
Ende des Schweißvorgangs, also wenn das Ende der
herzustellenden Schweißnaht erreicht wird, die Laserleistung
wieder reduziert wird. Die Reduzierung der Laserleistung kann
in Form einer Rampe erfolgen, und dient da zu, am Ende der
Schweißnaht einen sogenannten Endkrater zu vermeiden, der bei
einer abrupten (von 100 auf 0%) Absenkung der Laserleistung
auftreten kann. Eine andere Vorgehensweise zur Vermeidung
eines Endkraters besteht darin, gegen Ende des
Schweißvorgangs die Vorschubgeschwindigkeit zu erhöhen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine entsprechende Vorrichtung für numerisch gesteuerte
Strahlbearbeitung, z. B. Laserstrahlbearbeitung, zur Verfügung
zu stellen, bei welchen eine bessere Abstimmung der
Laserleistung und der Bahn erzielt wird.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß bislang
aufgrund der mit unterschiedlichen Zeitverzögerungen
erfolgenden Verarbeitung von Signalen aus einem NC-Programm
und entsprechender zeitabhängigen Steuerung der
Strahlleistung und der positions- oder bahnabhängigen
Steuerung des Werkzeugmaschinenvorschubs keine
zufriedenstellende Synchronisation zwischen der
Strahlleistung und dem Werkzeugmaschinenvorschub vorhanden
war.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1
bzw. eine Werkzeugmaschine gemäß Patentanspruch 11 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
abhängigen Patentansprüchen angegeben.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur numerischen Steuerung
einer mit variabler Strahlleistung arbeitenden
Werkzeugmaschine zur Strahlbearbeitung, insbesondere zum
Laserstrahlschweißen, von Werkstücken wird die Strahlleistung
in Abhängigkeit von der Position auf einer vorgegebenen Bahn
des Strahls gesteuert.
Entsprechend wird bei der erfindungsgemäßen, numerisch
gesteuerten Werkzeugmaschine zur Strahlbearbeitung von
Werkstücken, welche eine numerische Steuerung und eine
Strahlquelle mit variabler Leistung aufweist, eine derart
ausgebildete numerische Steuerung eingesetzt, welche die
Leistung des Strahls in Abhängigkeit von der Position des
Strahls auf einer vorgegebenen Bahn steuert.
Gemäß der Erfindung wird daher von der bislang eingesetzten,
von sich ändernden Zeiten abhängigen Steuerung der
Strahlleistung abgewichen und die Strahlleistung
ortsabhängig, mit anderen Worten positions- oder bahnabhängig
gesteuert. Hierdurch läßt sich eine erheblich bessere
Synchronisation mit dem ohnehin ortsabhängig arbeitenden
Vorschub der Werkzeugmaschine erreichen und daher eine
erheblich bessere Qualität der Strahlbearbeitung.
Die vorliegende Erfindung ist bei einer Vielzahl
verschiedener Laserstrahlbearbeitungen einsetzbar,
insbesondere beim Laserstrahlschweißen, aber auch beim
Härten, Umschmelzen, Legieren von Werkstücken mittels
Laserstrahlung.
Darüber hinaus läßt sich die Erfindung ebenso gut einsetzen,
wenn statt einer Bearbeitung mit einem Laserstrahl eine
Bearbeitung mit einem Elektronenstrahl vorgenommen wird.
Die Erfindung wird nachstehend anhand zeichnerisch
dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert, aus denen
weitere Vorteile und Merkmale hervorgehen. Es zeigt
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild einer
CNC-Werkzeugmaschine mit Laserstrahlquelle gemäß
der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 ein schematisches Blockschaltbild einer
CNC-Werkzeugmaschine mit Laserstrahlquelle nach
dem Stand der Technik; und
Fig. 3 eine Gegenüberstellung eines
Geschwindigkeits/Zeitdiagramms zur
Vorschubsteuerung einer Werkzeugmaschine und
eines Leistungs/Zeitdiagramms zur
Leistungssteuerung eines Laserstrahls gemäß
der Erfindung.
Nachstehend wird die vorliegende Erfindung aufgrund des
Laserstrahlschweißens von Werkstücken erläutert, worauf die
Erfindung - wie voranstehend bereits ausgeführt - allerdings
nicht beschränkt ist, sondern insbesondere auch statt eines
Laserstrahls ein Elektronenstrahl zur Bearbeitung von
Werkstücken eingesetzt werden kann, und sowohl mit
Laserstrahl als auch mit Elektronenstrahl nicht nur
geschweißt werden kann, sondern beispielsweise Werkstücke
gehärtet, umgeschmolzen, legiert, usw. werden können.
Allgemein wird bei numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen,
die heutzutage häufig eine speicherprogrammierbare Steuerung
(SPS; im englischsprachigen Sprachraum einen PLC
(Programmable Logic Controller)) aufweisen, üblicherweise aus
Steuerdaten bei der numerischen Steuerung eine Verarbeitung
zu Lagesollwerten für die einzelnen Achsen durchgeführt;
diese Umwandlung der Steuerdaten in Lagesollwerte wird
üblicherweise als Interpolation bezeichnet, bei welcher die
Lagesollwerte in Form einer fein abgestuften Weg-Zeit-Funktion
erzeugt werden.
Die Lagesollwerte jeder Achse werden mit dem jeweiligen
Lageistwert verglichen, woraus sich gegebenenfalls eine
Lageregelabweichung ergibt, aus welcher durch Multiplikation
mit einem Faktor (der sogenannten
Geschwindigkeitsverstärkung) eine Sollgeschwindigkeit
gebildet wird.
Unterschiedliche Lagesollwerte der einzelnen Achsen führen zu
Lageregelabweichungen, auch als Schleppabstand bezeichnet,
und damit zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die zum
Fahren verschiedener Kurswinkel erforderlich sind.
Hierbei entsteht eine Bahn durch Überlagerung einzelner
Achsen.
Die voranstehenden Ausführungen betreffen die normale
Lageeinstellung der Achsen einer konventionellen
Werkzeugmaschine, wobei üblicherweise zumindest eine X-, Y-, und
Z-Achse (kartesisches Koordinatensystem) und häufig eine
C-Achse (Drehachse) vorgesehen sind und weitere, etwa weitere
Drehachsen vorgesehen sein können. Wie eingangs erwähnt wurde
bisher bei einer Werkzeugmaschine eine Steuerung der Achsen
für den Vorschub der Werkzeugmaschine vorgenommen (für die
Werkzeug- oder Werkstückbewegung), und erfolgte getrennt eine
von verschiedenen Zeiten abhängige, zeitliche Steuerung der
Leistung einer zur Bearbeitung eines Werkzeugs eingesetzten
Strahlquelle, beispielsweise eines Laserstrahls oder eines
Elektronenstrahls.
Dieser Stand der Technik ist schematisch als Blockschaltbild
in Fig. 2 dargestellt. Eine numerische Steuerung (CNC oder
NC) gibt (für eine Achse; zur Vereinfachung ist in Fig. 2 nur
eine von grundsätzlich mehreren Achsen dargestellt) einen
Weg-Sollwert an einen Verstärker aus, dessen Ausgangssignal
auf den Antrieb, beispielsweise einen Schrittmotor, der
Werkzeugmaschine für eine Achse gegeben wird, und mit einem
Meßsystem wird die Bewegung in der entsprechenden Achse
verfolgt und ein entsprechender Weg-Istwert zur CNC
zurückgekoppelt. Zur Betätigung eines Lasers gibt die CNC
eine entsprechende Information (sogenannte M-Funktion;
Maschinenfunktion) an eine speicherprogrammierbare Steuerung
SPS aus, und diese einen entsprechenden Befehl (Information)
an die Steuerung eines Lasers.
Es wird daher beispielsweise ein Startsignal für den Laser in
dem in der CNC ablaufenden NC-Programm gesetzt, und dieses
Startsignal wird an die SPS weitergeleitet, und von dort zur
Lasersteuerung. Die Verarbeitung in der SPS erfolgt mit
Mikroprozessoren, oder auch mit Relais, etwa wenn
Sicherheitssignale geschaltet werden. Bei Mikroprozessoren
und Relais treten Schaltzeiten auf, die beispielsweise 10 bis
100 ms betragen können. Die Mikroprozessoren haben
Zykluszeiten, die ebenfalls zu einer Zeitverzögerung führen,
und unterschiedliche, von der CNC vorgegebene Befehle können
zur Verarbeitung in der SPS eine unterschiedliche Anzahl an
Zyklen erfordern. Dadurch wird die Synchronisation des Lasers
als Werkzeug mit der durch Überlagerung von Achsenbewegungen
erzeugten Bahn der Werkzeugmaschine gestört. Nimmt man etwa
eine Bearbeitungsgeschwindigkeit einer Werkzeugmaschine von
30 m pro Minute an, so entspricht dies 0,5 mm pro
Millisekunde; dieses Beispiel verdeutlicht, welche hohe
Genauigkeit für die Laserbearbeitung wünschenswert wäre. Wie
voranstehend ausgeführt ist wegen der zeitversetzten
Steuerung der Laserleitung bei dem in Fig. 2 dargestellten
Stand der Technik eine derartige Genauigkeit nicht erzielbar.
Die vorliegende Erfindung beruht nun darauf, daß die Leistung
des Strahls (Laserstrahl oder Elektronenstrahl) nicht mehr
zeitabhängig, sondern in Abhängigkeit von der Position auf
einer vorgegebenen Bahn gesteuert wird.
Damit wird eine synchron zur Bahn, also zum Vorschub der
Werkzeugmaschine erfolgende Interpolation der Strahlleistung
ermöglicht, wodurch erreicht werden kann, daß ein definierter
Strahlleistungsverlauf während der verschiedenen Phasen des
Bearbeitungsvorgangs des Werkstücks erzielt wird.
Ebenso lassen sich weitere Funktionen durch Einführung
zusätzlicher Achsen und positionsabhängige Steuerung der
jeweiligen Funktion bereitstellen, etwa ein synchronisierter
Drahtvorschub eines Zusatzdrahts beim Schweißen mit
Zusatzdraht in Abhängigkeit von der Position auf der
vorgegebenen Bahn des Strahls, oder die synchronisierte
Zufuhr von Schweißpulver in entsprechender Art und Weise.
Wird mit einem Laserstrahl gearbeitet, so kann die
Ausgangsleistung des Lasers, also die Ausgangsleistung des
Laserstrahls, entweder dadurch gesteuert werden, daß die
Eingangsleistung des Lasers gesteuert wird, oder aber die
Ausgangsleistung des Lasers, wobei die effektiv auf das
Werkstück einwirkende Laserausgangsleistung und/oder die
Bearbeitungsfläche durch Steuern der Drehzahl eines
Drehspiegels, der zwischen Laser und Werkstück angeordnet
ist, oder durch Steuern der Frequenz oder Amplitude eines
zwischen Laser und Werkstück angeordneten Schwingspiegels
gesteuert wird.
Das Grundprinzip der vorliegenden Erfindung ist in dem
schematisch vereinfachten Blockschaltbild der Fig. 1
dargestellt.
Wie bei dem in Fig. 2 dargestellten Stand der Technik erzeugt
eine CNC für eine Achse einen Weg-Sollwert, der über einen
Verstärker auf einen Antrieb der Werkzeugmaschine gegeben
wird, und ein Meßsystem für den Weg erzeugt einen
entsprechenden Weg-Istwert, der wieder auf die CNC
rückgekoppelt wird.
Anders als beim Stand der Technik gemäß Fig. 2 wird bei der
in Fig. 1 dargestellten, erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine
aus einem Weg-Sollwert (für eine Achse) oder aus mehreren
Weg-Sollwerten (für mehrere Achsen) ein Bahn-Sollwert
berechnet und einer schematisch durch "Laserleistung"
bezeichneten Einheit zugeführt, welche eine fiktive
Interpolationsachse für die Leistung, nämlich die
Laserleistung darstellt.
Während daher die CNC für jede der Achsen Weg-Sollwerte
jeweils als Weg-Zeit-Funktion durch einen Interpolator
erzeugt, werden gemäß der vorliegenden Erfindung Leistungs-Soll
werte für den Laser als Leistungs-Bahnsollwert-Funktion
durch einen entsprechenden Interpolator erzeugt. Die
Interpolationsachse wird deswegen als fiktive
Interpolationsachse bezeichnet, da der CNC nicht ein
Leistungs-Istwert zugeführt wird, sondern wie in Fig. 1
angegeben der Leistungs-Sollwert. Anderenfalls würde nämlich
die CNC, wenn die Leistungsregelung nicht nachkommt, dies
durch Regelung der Bahn-Sollwerte zu kompensieren versuchen,
was natürlich nicht erwünscht ist.
Wie in Fig. 1 gezeigt wird von der Laserleistungssteuerung
ein Leistungs-Sollwert an den Laser abgegeben, der daher
bahnabhängig in seiner Leistung gesteuert wird. Die
Überwachung des Lasers erfolgt dadurch, daß die Laserleistung
gemessen wird,- und ein entsprechender Leistungs-Istwert der
SPS zugeführt wird, die ebenfalls die Leistungs-Sollwerte von
der Laserleistungssteuerung erhält und vergleicht, ob Soll- und
Istwert genügend gut übereinstimmen, und im Fehlerfall
gegebenenfalls ein entsprechendes Abschaltsignal für den
Laser an die CNC schickt.
Ein typischer Bearbeitungsvorgang, nämlich
Laserstrahlschweißen unter optimierten Bedingungen, ist in
Fig. 3 dargestellt.
In der oberen Hälfte der Fig. 3 ist schematisch der
Werkzeugmaschinenvorschub dargestellt, dagegen in der unteren
Hälfte der Figur die Ausgangsleistung eines Lasers.
Hierbei ist die Geschwindigkeit v in Prozent eines
willkürlichen Nominalwertes von 100% angegeben, und
entsprechend die Laserausgangsleistung P in Prozent eines
willkürlichen Nominalwertes von 100%. Weiterhin ist in der
Figur der zeitliche Ablauf anhand einer Achse verdeutlicht,
auf welcher die Zeit t aufgetragen ist; dies dient jedoch nur
zur Erleichterung der Beschreibung, da wie voranstehend
ausgeführt und in den Patentansprüchen angegeben der Vorschub
der Werkzeugmaschine ohnehin positionsabhängig erfolgt, und
gemäß der vorliegenden Erfindung die Ausgangsleistung des
Lasers ebenfalls abhängig von der vom Laserstrahl
abgefahrenen Bahn, also positionsabhängig erfolgt, und zwar
in Echtzeit mit der Bahn synchronisiert, d. h. ohne
Zeitverzögerung.
Weiterhin sind in der Figur verschiedene Phasen (1) bis (7)
des Bearbeitungsvorgangs angegeben, wobei senkrechte
gepunktete Linien verdeutlichen, wie die Vorschubsteuerung
oben in der Figur mit der unten in der Figur dargestellten
Laserleistungssteuerung zusammenhängt und mit dieser
synchronisiert ist.
In einer ersten Phase (1) wird ein Verschluß des Lasers
geöffnet, der dazu dient, im Stillstand der Werkzeugmaschine
zu verhindern, daß der Laser einen Strahl aus sendet und etwa
das Bedienungspersonal gefährdet, wenn beispielsweise gerade
ein Werkstück eingespannt wird. Der Laser ist nunmehr bereit,
einen Laserstrahl auszusenden. In der Phase (1) ist jedoch
die Laserleistung noch auf dem Wert 0% (keine Strahlabgabe
des Lasers), und die Vorschubgeschwindigkeit wird im Zeitraum
vom Zeitpunkt t=10 (willkürliche Zeiteinheiten) bis zum
Zeitpunkt t=15 von 0 auf den Maximalwert 100% gefahren. Zum
Zeitpunkt t=15 hat die Vorschubgeschwindigkeit den
Nominalwert 100% erreicht, und wird durch lineare
Interpolation die Laserleistung rampenförmig auf einen ersten
Wert gefahren (etwa 37% in der Figur), der zum Zeitpunkt t=20
erreicht ist. Damit ist die Phase (2) beendet und beginnt die
Phase (3), in welcher die Vorschubgeschwindigkeit konstant
bleibt, und die Laserleistung auf dem Wert von etwa 37%
konstant bleibt. Hierbei erfolgt ein Zusammenheften der
beiden zu verschweißenden Werkstücke.
Zum Zeitpunkt t=45 ist die Phase (3) abgeschlossen, und
beginnt die Phase (4), die bis zum Zeitpunkt t=50 andauert.
In der Phase (4) wird die Vorschubgeschwindigkeit
rampenförmig von 100% auf ca. 60% heruntergefahren, und
gleichzeitig die Laserausgangsleistung von den bisherigen ca.
37% auf ca. 70% erhöht. Dies stellt eine Übergangsphase beim
Übergang vom Heften zur Erzeugung der eigentlichen
Schweißnaht dar.
In der darauffolgenden Phase (5), die von dem Zeitpunkt t=50
bis zum Zeitpunkt t=70 dauert, bleibt die
Vorschubgeschwindigkeit konstant auf dem Wert von 60%, jedoch
wird die Laserausgangsleistung linear von ca. 70% auf ca. 63%
abgesenkt, was ebenfalls über die Bahninterpolation erfolgt
und dazu dient, eine Schweißnaht konstanter Güte und
Schweißtiefe unter Berücksichtigung der durch das
Laserschweißen auftretenden Erwärmung der beiden zu
verschweißenden Werkstücke zu erzielen, z. B. bei Rundnähten
an Rotationswerkstücken.
Daran schließt sich, beginnend zum Zeitpunkt t=70 und endend
bei t=80, eine Phase (6) an, in welcher die
Vorschubgeschwindigkeit auf dem bisherigen, konstanten Wert
gehalten wird, jedoch die Laserausgangsleistung P
rampenförmig von dem Endwert von ca. 63% der Phase (5) auf 0%
abgesenkt wird, die zum Zeitpunkt t=80 erreicht werden.
Hiermit wird das Auftreten eines sogenannten Endkraters am
Ende der Schweißnaht vermieden.
In der letzten Phase (7), die von t=80 bis t=85 reicht,
bleibt die Laserausgangsleistung auf dem Wert von 0%, wogegen
die Geschwindigkeit v rampenförmig von dem Wert von 60% der
vorangehenden Phasen (5) und (6) linear auf 0% abgesenkt
wird. Damit ist der Schweißvorgang beendet, der Verschluß
wird geschlossen.
Die erfindungsgemäße Vorgehensweise, bei welcher eine
hervorragende Synchronisation zwischen Vorschub und
Laserleistung erzielt wird, ist besonders vorteilhaft bei
stückweise erfolgenden Bearbeitungsvorgängen, beispielsweise
bei Steppnähten oder unterbrochenen Nahtschweißungen (die
beispielsweise Öltaschen enthalten sollen), da hier nach dem
Stand der Technik bei jedem Teilstück Fehler auftreten
könnten, nämlich jeweils am Anfang und Ende eines
Bearbeitungsstückes.
Claims (16)
1. Verfahren zur numerischen Steuerung einer mit variabler
Strahlleistung arbeitenden Werkzeugmaschine zur
Strahlbearbeitung, insbesondere zum Laserstrahlschweißen
von Werkstücken, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strahlleistung (P) als fiktive Interpolationsachse in
Abhängigkeit von der Position auf einer vorgegebenen
Bahn des Strahls gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Interpolationsachse eine Bahnachse vorgegeben wird
und auf dieser eine lineare Interpolation erfolgt, bei
welcher aus Steuerdaten für die Strahlleistung Sollwerte
für die Strahlleistung entlang der Bahnachse berechnet
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
während eines Schweißvorgangs die Strahlleistung unter
Berücksichtigung der Erwärmung des Werkstücks beim
Strahlschweißen abgesenkt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zu Beginn eines Schweißvorgangs die Strahlleistung
rampenförmig erhöht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
gegen Ende eines Schweißvorgangs die Strahlleistung
rampenförmig abgesenkt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
zu Beginn eines Schweißvorgangs die Strahlleistung von
einem Startwert ≦ 1 aus erhöht wird, bis zu einem
Maximalwert, der zu Beginn der Bahn der Beschleunigung
angepaßt ist.
7. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Strahlleistung im Verlauf der Bearbeitung stetig
verringert wird, um eine definierte Schweißtiefe
beizubehalten.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine weitere fiktive Interpolationsachse vorgegeben
wird, durch welche der Drahtvorschub eines Zusatzdrahts
beim Schweißen mit Zusatzdraht in Abhängigkeit von der
Position auf der vorgegebenen Bahn des Strahls gesteuert
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine weitere fiktive Interpolationsachse vorgegeben
wird, durch welche die Zufuhr von Schweißpulver in
Abhängigkeit von der Position auf der vorgegebenen Bahn
des Strahls gesteuert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine weitere fiktive Interpolationsachse vorgegeben
wird, durch welche die Drehzahl eines Drehspiegels oder
die Frequenz oder Amplitude eines Schwingspiegels in
Abhängigkeit von der Position auf der vorgegebenen Bahn
des Strahls gesteuert wird.
11. Numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine zur
Strahlbearbeitung von Werkstücken, welche aufweist:
- a) eine numerische Steuerung; und
- b) eine Strahlquelle mit variabler Leistung;
- c) wobei die numerische Steuerung die Leistung der Strahlquelle in Abhängigkeit von der Position des Strahls auf einer vorgegebenen Bahn steuert.
12. Werkzeugmaschine nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
der numerischen Steuerung ein Sollwert für die
Strahlleistung zugeführt wird.
13. Werkzeugmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die numerische Steuerung eine speicherprogrammierbare
Steuerung aufweist, welche Sollwert und Istwert der
Strahlleistung vergleicht.
14. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Dreh- oder Schwingspiegeloptik vorgesehen ist,
deren Drehzahl bzw. Schwingamplitude oder -frequenz in
Abhängigkeit von der Position des Strahls auf der
vorgegebenen Bahn gesteuert wird.
15. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Einrichtung zur dynamischen, bahnabhängigen
Anpassung der optischen Abbildung des Strahls auf das
Werkstück, beispielsweise des Brennflecks oder
Fokussierungspunktes, vorgesehen ist.
16. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Strahlquelle ein Laser oder eine
Elektronenstrahlquelle ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19750156A DE19750156A1 (de) | 1997-11-12 | 1997-11-12 | Verfahren zur numerischen Steuerung einer Werkzeugmaschine mit variabler Strahlleistung zur Strahlbearbeitung und zugehörige Werkzeugmaschine |
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| DE19750156A DE19750156A1 (de) | 1997-11-12 | 1997-11-12 | Verfahren zur numerischen Steuerung einer Werkzeugmaschine mit variabler Strahlleistung zur Strahlbearbeitung und zugehörige Werkzeugmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19750156A1 true DE19750156A1 (de) | 1999-05-20 |
Family
ID=7848518
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|---|---|---|---|
| DE19750156A Withdrawn DE19750156A1 (de) | 1997-11-12 | 1997-11-12 | Verfahren zur numerischen Steuerung einer Werkzeugmaschine mit variabler Strahlleistung zur Strahlbearbeitung und zugehörige Werkzeugmaschine |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE19750156A1 (de) |
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