DE19750822A1 - Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in Raumschießanlagen - Google Patents
Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in RaumschießanlagenInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verkleidungssystem für Wände und Decken in Raumschieß
anlagen.
Nach dem Stand der Technik werden z. Zt. hauptsächlich Holzverkleidungen in Form von Lat
tungen oder Schalungen benutzt, die in der Regel mittels einer Konterlattung auf den Mauern
oder Betonflächen des Rohbaus montiert sind. Zur Rauminnenseite hin werden diese Aufbauten
mit Akustik-Absorptionsmaterialien aus Kunststoff, Mineral- oder Glasfaser oder aus Gips- und
Mineralplatten verkleidet. Derartige Wand- und Deckenverkleidungssysteme bieten beim Be
schuß mit Munition bis ca. 9×19 mm hinreichende Sicherheit vor abgelenkten Geschossen und
rückprallenden Splittern, sofern der Übungsbetrieb in den Schießräumen so durchgeführt wird,
daß nur in Ausnahmefällen Schüsse in den Wand- und Deckenbereich abgegeben werden.
Die beschriebenen, nach dem Stand der Technik standardmäßigen Verkleidungen zeigen je
doch erhebliche Nachteile, wenn der Übungsbetrieb so durchgeführt wird, daß auch die Wand- und
Deckenbereiche zum Beispiel infolge einer freien Anordnung der Zieleinrichtung im Raum
häufig und regelmäßig beschossen werden. Bei den Wand- und Deckenverkleidungen gemäß
dem Stand der Technik ergibt sich dann in den belasteten Beschußbereichen ein erheblicher
Materialverschleiß, durch den die Rückhaltewirkung der Konstruktionen nachhaltig beeinträchtigt
wird. In diesen Fällen kann eine sichere Geschoßrückhaltung und ein zuverlässiger Schutz vor
Rückprallern nicht mehr geleistet werden, insbesondere wenn durch stärkeren Beschuß ganze
Wand- oder Deckensegmente zerstört worden sind. Insbesondere ist dann die Geschoßrück
haltung bei flachen Beschußwinkeln unter 10° nicht mehr gesichert. Schützen und Ausbilder
werden erheblich gefährdet. Die Sicherheitssituation und Funktionalität der Wand- und Decken
verkleidungen gestaltet sich noch problematischer, wenn Langwaffen aus dem jagdlichen oder
militärischen Bereich mit energiereicher Munition wie z. B. Kaliber 5.56×45 eingesetzt werden.
Werden die Anlagen für die Ausbildung von polizeilichen oder militärischen Sondereinheiten
benutzt, bei denen die Schützen im Übungsverlauf schnelle Drehungen ausführen oder am Bo
den abrollen, so ist eine starke Schußbelastung von Decken und Wänden unvermeidbar.
Der
Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein modulares Wand- und Deckenverkleidungssy
stem zu schaffen, das auch bei hoher Schußbelastung mit energiereicher Munition für Schützen
und Ausbilder die notwendige Sicherheit vor abgelenkten Geschossen und rückprallenden Ge
schoßsplittern bietet.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe durch einen Wand- und Deckenaufbau erfüllt, wie er in
Fig. 1 an einem Beispiel dargestellt ist. Wesentlicher Bestandteil des Aufbaus ist eine Metall- oder
Hartkunststoffschicht 1, die auch als Verbund- oder Kombinationsmaterial ausgeführt sein
kann in Verbindung mit einer elastischen Kunststofflage 2. Die Abmessungen von Schicht 1
liegen vorzugsweise aber nicht zwingend in einem Bereich zwischen 3-6 mm. Schicht 2 hat
vorzugsweise eine Dicke von 8-15 mm und kann vorteilhafterweise aus einem elastischen
Thermoplastmaterial wie z. b. PVC oder Polyethylen bestehen. Je nach verwendeter Waffe und
Munition können die Schichten 1 und 2 in ihren Dimensionen und der Materialausstattung in
geeigneter Weise angepaßt werden. Auch die Anzahl der Schichten kann in Anpassung an den
zu erwartenden Beschuß entsprechend erhöht und variiert werden.
Zur Wand- und Deckenseite hin wird der Wandaufbau in der Regel, jedoch nicht zwingend
durch eine ca. 6-15 mm starke Metallplatte 3 vorzugsweise aus Stahl abgeschlossen. Auf der
Rauminnenseite ist in der Regel eine Schallabsorptionsschicht 4 aus Kunststoffschaum, Mine
ral- oder Glaswolle oder aus mineralischen Verbundstoffen mit geeignet strukturierter Oberflä
che angebracht. Die hier eingesetzten Materialien entsprechen dem bekannten Stand der Tech
nik.
Die besondere Wirkung des erfindungsgemäßen Wand- und Deckenaufbaus wird durch die
beschriebene Kombination der Schichten 1 und 2 erzielt. Schicht 1 dient dazu, die Geschosse
ohne große Zerstörungswirkung an der Schicht selbst durchzulassen und dabei die Bewe
gungsenergie des Geschosses zu reduzieren. Gegenüber den bisher gebräuchlichen Materiali
en soll dabei insbesondere ein über den Geschoßdurchmesser hinausgehendes Ausbrechen
der Wand- oder Deckenverkleidung vermieden werden, um eine erhebliche Verminderung der
Schutzwirkung der Verkleidungen gegen Rückpraller und Splitter zu vermeiden. Die bei den
erfindungsgemäßen Aufbauten eingesetzten Metall- oder Hartkunststoffmaterialien in Einzelschicht
oder Verbundaufbau sind so ausgelegt, daß bei einem Geschoßdurchgang lediglich ein Loch mit
einem Durchmesser entsprechend der Geschoßgröße entsteht. Eine Aufpilzung des Materials in
Schußrichtung kann dabei in Kauf genommen werden. Die relativ feste, unelastische Schicht 1
ist kombiniert mit einer weichen hochelastischen Schicht 2, welche in Schußrichtung vor oder
hinter Schicht 1 angeordnet sein kann. Im Gegensatz zur Auslegung von Schicht 1 ist die Mate
rialbeschaffenheit von Schicht 2 in der Regel so gewählt, daß sich das Schußloch in dem
hochelastischen Kunststoffmaterial nach Durchgang des Projektils weitgehend wieder schließt.
Auch bei diesem Durchgang wir in Abhängigkeit von der gewählten Schichtdicke die kinetische
Energie des Geschosses weiter reduziert, so daß dieses beim Auftreffen auf die Abschluß-
Stahlschicht 3 oder auf das Mauerwerk bzw. Betonfläche in seiner Geschwindigkeit bereits
merklich abgebremst ist. Eine Geschoßzerlegung kann dadurch vermieden oder zumindest
deutlich reduziert werden.
Der erfindungsgemäße Grundgedanke besteht darin, durch die beschriebene Kombination der
Schichten 1 und 2 und durch die gewählten Materialien für die durchgehenden Geschosse eine
Ventilwirkung zu erzielen. Das noch undeformierte Geschoß 5 durchschlägt die Schichtenkom
bination und hinterläßt dabei in der harten Schicht 1 ohne sonstige Materialzerstörung ein Loch
vom Durchmesser des Geschosses. Nach dem Auftreffen auf die Abschlußschicht 3 oder auf
die Raumbegrenzung wird das Geschoß dagegen zerlegt oder deformiert, wodurch eine weit
gefächerte Streuung bzw. eine Querschnittserhöhung des Geschoßkörpers stattfindet. Die nur
minimal perforierte Schicht 1 in Verbindung mit der sich nach Geschoßdurchgang weitgehend
wieder schließenden Schicht 2 verhindern nun, daß Geschoßsplitter oder die deformierten Ge
schosse selbst, die zu diesem Zeitpunkt und insbesondere nach dem Aufprall auf Schicht 3 und
die Raumbegrenzung erheblich an Energie verloren haben, wieder die Schichtenkombination 1
und 2 durchdringen und in das Rauminnere zurückkehren. Die Ventileigenschaften des erfin
dungsgemäßen Wandaufbaus mit den Wirkungsschichten 1 und 2 gewährleisten somit die not
wendige Sicherheit von Schützen und Ausbildern im Schießraum gegen abgelenkte Geschosse,
Rückpraller und Geschoß- oder Wandmaterialsplitter.
Der erfindungsgemäße Aufbau von Wand- und Deckenverkleidungen kann hinsichtlich der spe
ziellen Materialauswahl für die Schichten 1 und 2 im Rahmen der geschilderten und wirkungs
relevanten Eigenschaften hinsichtlich ihrer Dicke, Anzahl und Anordnung zueinander in man
nigfacher Weise variiert werden.
Fig. 2 zeigt z. B. einen Aufbau, bei dem die hochelastische Schicht 2 in Schußrichtung gese
hen vor der stabilen Schicht 1 angeordnet ist. In Fig. 3 ist ein Aufbau dargestellt, bei dem zur
Erhöhung der Schutzwirkung zwei elastische Lagen 2 hinter der stabilen Aufbauschicht 1 ange
ordnet sind. Ebenso kann der Wandaufbau aus mehreren stabilen Schichten 1 in Kombination
mit einer oder mehreren weichen Schichten 2 ausgeführt werden.
Zur Ermöglichung einer leichten Wartung und Reparatur der Wand- und Deckenaufbauten be
stehen diese aus Teilelementen in Formaten von ca. 80-125 cm Breite und 150-200 cm Hö
he. Sie werden modulmäßig montiert. Die Montagefugen werden durch Profile aus Holz, Kunst
stoff oder Weichmetall abgeschlossen.
Wand- und Deckenverkleidung nach der Erfindung gewährleisten hohe Sicherheit auch bei star
kem Beschuß und bieten durch Ihren modularen Aufbau mit der Möglichkeit zum leichten Mate
rialaustausch und Reparatur eine kostengünstige Installation und Wartung.
Claims (4)
1. Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in Raumschießanlagen dadurch
gekennzeichnet,
daß eine Weichmetall- oder Hartkunststoffschicht 1, die auch als Verbund- oder Kombinationsmaterial ausgeführt sein kann mit einer elastischen Kunststofflage 2 kombiniert wird, wobei die Abmessungen von Schicht 1 vorzugsweise aber nicht zwingend in einem Bereich zwischen 3-6 mm liegen und Schicht 2 vorzugsweise eine Dicke von 8-15 mm besitzt,
daß Schicht 2 vorteilhafterweise aus einem elastischen Thermoplastmaterial wie z. B. PVG oder Polyäthylen besteht,
daß zur Wand- und Deckenseite hin der Wandaufbau in der Regel, jedoch nicht zwingend durch eine ca. 6-15 mm starke Metallplatte 3 vorzugsweise aus Stahl abgeschlossen wird,
daß auf der Rauminnenseite eine Schallabsorptionsschicht 4 aus Kunststoffschaum, Mineral- oder Glaswolle oder aus mineralischen Verbundstoffen mit geeignet strukturierter Oberfläche angebracht ist.
daß eine Weichmetall- oder Hartkunststoffschicht 1, die auch als Verbund- oder Kombinationsmaterial ausgeführt sein kann mit einer elastischen Kunststofflage 2 kombiniert wird, wobei die Abmessungen von Schicht 1 vorzugsweise aber nicht zwingend in einem Bereich zwischen 3-6 mm liegen und Schicht 2 vorzugsweise eine Dicke von 8-15 mm besitzt,
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daß auf der Rauminnenseite eine Schallabsorptionsschicht 4 aus Kunststoffschaum, Mineral- oder Glaswolle oder aus mineralischen Verbundstoffen mit geeignet strukturierter Oberfläche angebracht ist.
2. Innenausbausystem nach Anspruch 1, jedoch dadurch besonders gekennzeichnet,
daß die hoch elastische Schicht 2 in Schußrichtung gesehen vor der stabilen Schicht 2
angeordnet ist.
3. Innenausbausystem nach Ansprüchen 1-2, jedoch dadurch besonders gekennzeichnet,
daß zwei elastische Lagen 2 hinter der stabilen Aufbauschicht 1 angeordnet sind.
4. Innenausbausystem nach Ansprüchen 1-3, jedoch dadurch besonders gekennzeichnet,
daß der Wandaufbau aus mehreren stabilen Schichten 1 in Kombination mit einer oder
mehreren weichen Schichten 2 ausgeführt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997150822 DE19750822A1 (de) | 1997-11-17 | 1997-11-17 | Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in Raumschießanlagen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1997150822 DE19750822A1 (de) | 1997-11-17 | 1997-11-17 | Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in Raumschießanlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19750822A1 true DE19750822A1 (de) | 1999-05-20 |
Family
ID=7848939
Family Applications (1)
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| DE1997150822 Withdrawn DE19750822A1 (de) | 1997-11-17 | 1997-11-17 | Modulares Innenausbausystem für Wände und Decken in Raumschießanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19750822A1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006048288A1 (de) * | 2004-11-04 | 2006-05-11 | Knauf Gips Ag | Beschusssichere trennwandkonstruktion |
| WO2006085982A3 (en) * | 2004-07-13 | 2006-10-05 | Ballistics Res Inc | Polymeric ballistic material and method of making |
| EA009931B1 (ru) * | 2004-11-04 | 2008-04-28 | Кнауф Гипс Кг | Конструкция пулестойкой перегородки |
| CN103388388A (zh) * | 2013-07-29 | 2013-11-13 | 中南大学 | 一种具有防弹防爆功能的墙面砖防护结构 |
| US12455145B1 (en) * | 2016-11-03 | 2025-10-28 | LJ Avalon LLC | Ballistic sound reducing panel |
-
1997
- 1997-11-17 DE DE1997150822 patent/DE19750822A1/de not_active Withdrawn
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| CN103388388B (zh) * | 2013-07-29 | 2015-05-13 | 中南大学 | 一种具有防弹防爆功能的墙面砖防护结构 |
| US12455145B1 (en) * | 2016-11-03 | 2025-10-28 | LJ Avalon LLC | Ballistic sound reducing panel |
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