DE19747492A1 - Dachrinne - Google Patents
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Classifications
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- E04D13/00—Special arrangements or devices in connection with roof coverings; Protection against birds; Roof drainage ; Sky-lights
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Description
Die Erfindung betrifft einerseits eine Dachrinne gemäß den Merkmalen im Oberbegriff
des Anspruchs 1 und andererseits ein Verfahren zur Herstellung solcher Dachrinnen.
Dachrinnen werden schußweise sich endseitig überlappend an der Unterkante (Traufe)
eines Daches angebracht, um das von der Dachfläche abfließende Regenwasser auf
zufangen und in ein Fallrohr abzuleiten. Dachrinne und Fallrohr werden unter anderem
aus Kupfer, Zinkblech, verzinktem Stahlblech, Edelstahl oder Aluminium hergestellt.
Dachrinnen aus Kupfer sind besonders hochwertig.
Häufig wird eine Hängedachrinne mit halbkreisförmigem Querschnitt verwendet. Diese
weist eine halbrunde Auffangschale (Rinnensohle) auf mit einem Wasserfalz an der
einen Längsseite und einem eingedrehten Wulst an der anderen Längsseite. Maße und
Werkstoffe von Hängedachrinnen sind in der deutschen Norm DIN 18 461 bzw. der
europäischen Norm EN 612 festgelegt.
Die einzelnen Dachrinnen sind üblicherweise 3 m lang und werden beim Verlegen
schußweise aneinander gesetzt. Sie überlappen sich dann endseitig und werden im
Überlappungsbereich untereinander wasserdicht verlötet. An der Dachunterkante wird
die Dachrinne durch Rinnenhalter befestigt.
Bei der Montage gestaltet sich das Ineinanderfügen der Enden der einzelnen Dachrin
nen umständlich. Insbesondere die vorderen Wulste müssen vom Dachdecker unter
Kraftaufwand regelrecht "ineinandergewürgt" werden. Hierbei besteht nicht nur die
Gefahr, daß sich die Dachrinnen verbiegen und dann nicht mehr einwandfrei überlap
pend ineinanderliegen, sondern auch, daß sich der Monteur verletzt. In der Praxis
behilft man sich dadurch, daß man die Wulste im Überlappungsbereich abschneidet
und die Stöße stumpf aneinanderlötet. Dies ist jedoch mit zusätzlichem Aufwand ver
bunden und kann sowohl die Dichtheit als auch das äußere Erscheinungsbild der Naht
nachteilig beeinflussen. Bei einer anderen Behelfsmaßnahme schneidet man mit einer
Blechschere einen Zwickel aus dem Wulst. Damit verbindet sich jedoch der Nachteil
daß sich eine Wulst öffnen kann, so daß es zu einem Verwurf zwischen den aneinander
gefügten Dachrinnen kommt.
Der Erfindung liegt daher ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde,
eine Dachrinne zu schaffen, die eine einfachere Montage erlaubt. Weiterhin ist es Auf
gabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Dachrinne aufzuzei
gen.
Die Lösung des gegenständlichen Teils der Aufgabe besteht nach der Erfindung in den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1.
Kernpunkt der Erfindung bildet die Maßnahme, den nach innen gerichteten Längs
schenkel des vorderen Wulstes einer Dachrinne von einer Stirnseite des Wulstes aus
gehend gegenüber der Länge des Wulstes in Form einer Aussparung verkürzt aus
zubilden. Die Länge der Aussparung entspricht in etwa dem Überlappungsmaß zwi
schen zwei Dachrinnen.
Die Aussparung ermöglicht es, daß zwei Dachrinnen ohne großen Aufwand endseitig
sich überlappend aneinander gesetzt werden können. Hierzu wird die anzusetzende
Dachrinne mit ihrem Wulst auf die bereits montierte Dachrinne geschoben. Die Dach
rinne ist dabei um ihre Längsachse nach vorne gedreht, so daß die Öffnung der Dach
rinne nach vorne zum Monteur hin weist. Anschließend wird die angesetzte Dachrinne
in die montierte Dachrinne gedreht. Dies ist möglich, da im Überlappungsbereich der
Dachrinnen mindestens an einer Dachrinne der innen liegende Längsschenkel fehlt.
Die Dachrinnen können so um die Längsachse des Wulstes ineinandergedreht werden,
ohne daß die Drehbewegung durch die Längsschenkel behindert wird.
Danach wird der Wasserfalz am dachseitigen Längsrand aufgezogen und die Dachrin
nen ineinander gefügt.
Die beiden Dachrinnen liegen dann im Überlappungsbereich sauber und spannungsfrei
aufeinander, so daß sie ohne Probleme verlötet werden können.
Die erfindungsgemäße Dachrinne ermöglicht mithin eine einfachere Montage. Dies er
leichtert das Arbeiten wesentlich, da die Verlegung häufig über Kopf von einer Leiter
oder einem Gerüst aus ausgeführt werden muß. Zusätzliche Schneidarbeiten an den
Enden der Dachrinnen bei der Montage werden vermieden.
Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, den Längsschenkel einer erfindungsgemäßen
Dachrinne an beiden Endseiten verkürzt auszubilden, wird es für die Praxis als zweck
mäßig angesehen, eine Aussparung nur an einer Seite vorzusehen.
Die Lösung des verfahrensmäßigen Teils der Aufgabe besteht in den Merkmalen des
Anspruchs 2.
Danach wird der Ausschnitt für die Verkürzung des Längsschenkels vor der Wulsther
stellung eingebracht. Hierzu werden an einem Längsrand eines in Bandform
bereitgestellten Ausgangsmaterials zunächst in einem der Länge einer Dachrinne ent
sprechenden Abstand seitliche Ausnehmungen erstellt und das Ausgangsmaterial im
Bereich der Ausnehmungen rechtwinklig zu seiner Längserstreckung in Blechstreifen
geteilt. Das Herstellen der Ausnehmungen und das Teilen in Blechstreifen kann gleich
zeitig oder in nacheinander folgenden Arbeitsschritten erfolgen. Anschließend werden
die Blechstreifen in bekannter Weise zu Dachrinnen endgeformt.
Eine zweckmäßige Vorgehensweise bei der Endformung besteht darin, zunächst den
Wasserfalz zu knicken und den Wulst einzudrehen. Anschließend wird der Blechstrei
fen in einem Rollenformsatz biegewalztechnisch zur halbrunden Dachrinne geformt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine rationelle und einfache Herstellung
von Dachrinnen mit einem an einer Endseite verkürzten Längsschenkel.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausfüh
rungsbeispielen näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine halbrunde Dachrinne im vertikalen Querschnitt;
Fig. 2 in perspektivischer Darstellungsweise zwei Dachrinnen vor dem endsei
tigen Ineinanderfügen;
Fig. 3 die beiden Dachrinnen gemäß Fig. 2 ineinandergefügt;
Fig. 4 ein bandförmiges Ausgangsmaterial für die Herstellung von Blechstreifen
zur Fertigung von Dachrinnen;
Fig. 5 einen Blechstreifen in der Draufsicht;
Fig. 6 in der Seitenansicht einen Blechstreifen mit Wasserfalz und Wulst und
Fig. 7 und 8 in technisch vereinfachter Darstellungsweise den Biegewalzvorgang an
einem Blechstreifen.
Die Fig. 1 zeigt eine halbrunde Dachrinne 1 gemäß DIN 18 461. Die Dachrinne 1 weist
eine Auffangschale 2 auf mit einem angeformten Wasserfalz 3 am dachseitigen Längs
rand 4 und einem eingedrehten Wulst 5 am äußeren Längsrand 6.
Der Wulst 5 ist in seiner Konfiguration annähernd hohlzylindrisch. Mit einem gegenüber
dem Radius R1 des Wulstes 5 kleineren Radius R2 schließt sich ein etwa zur Längs
achse LA des Wulstes 5 gerichteter, im wesentlichen ebener Längsschenkel 7 an. Zwi
schen dem Übergang 8 von dem Wulst 5 auf den Längsschenkel 7 und der benachbar
ten Außenseite 9 der Auffangschale 2 ist ein Spalt 10 ausgebildet.
Wie anhand der Fig. 2 und 3 deutlich wird, ist der Längsschenkel 7 einer Dachrinne
1', 1'' durch eine Aussparung 11 gegenüber der Länge LW des Wulstes 5 von einer
Stirnseite 12 ausgehend verkürzt ausgebildet.
Die Länge L11 der Aussparung 11 entspricht in etwa dem Überlappungsmaß Ü zwi
schen den Dachrinnen 1', 1''. Der Wulst 5 erstreckt sich über die gesamte Länge LD
einer Dachrinne 1', 1''. Durch die Aussparung 11 kann die Dachrinne 1'' bei der Mon
tage endseitig mit ihrem Wulst 5 auf die Dachrinne 1' gesteckt werden. Danach werden
die Dachrinnen 1', 1'' spannungsfrei ineinander gedreht, ohne daß sich die Längs
schenkel 7 von Dachrinne 1' und 1'' hierbei behindern können.
Anschließend werden die Dachrinnen 1', 1'' durch Aufziehen des Wasserfalzes 3 am
Längsrand 4 ineinander gefügt und im Überlappungsbereich 13 verlötet.
In der Fig. 4 ist ein Ausschnitt aus einem bandförmigen Ausgangsmaterial 14 darge
stellt, von dem Blechstreifen 15 abgeteilt werden, die zur Herstellung von Dachrinnen
dienen, deren Längsschenkel an beiden Endseiten durch Aussparungen verkürzt sind.
Hierzu werden an einem Längsrand 16 in einem der Länge LD einer Dachrinne ent
sprechenden Abstand seitliche Ausnehmungen 17 erstellt. In dem hier erläuterten Fer
tigungsbeispiel ist die Ausnehmung 17 doppelt so lang wie eine spätere Aussparung im
Längsschenkel einer Dachrinne. Durch Teilen des Ausgangsmaterials 14 rechtwinklig
zu seiner Längserstreckung in der Mitte der Ausnehmungen 17 erhält man Blechstrei
fen 15 mit seitlichen Ausnehmungen 17', 17'' an beiden Enden.
Die Herstellung der Ausnehmungen 17 und das Teilen in Blechstreifen 15 kann gleich
zeitig oder in nacheinander folgenden Arbeitsschritten erfolgen.
Einen Blechstreifen 18, der nur an einem Ende 19 eine Ausnehmung 20 besitzt, zeigt
Fig. 5. Die Ausnehmung 20 ist am Längsrand 21 gleichzeitig mit dem Abteilen des
Blechstreifens 18 von einem in Bandform bereitgestellten Ausgangsmaterial erstellt
worden. Die Tiefe der Ausnehmung H20 entspricht der Höhe eines an dem Wulst einer
Dachrinne ausgebildeten Längsschenkels.
Bei der Endformung (siehe Fig. 6 bis 8) eines Blechstreifens 22 wird zunächst der
Wasserfalz 23 geknickt und der Wulst 24 eingedreht. Der Längsschenkel 25 des Wul
stes 24 ist entsprechend den vorstehenden Erläuterungen endseitig verkürzt ausgebil
det. Anschließend wird der so vorbereitete Blechstreifen 22 in einem Rollenformsatz 26
durch Biegewalzen zur halbrunden Dachrinne 27 geformt.
1
Dachrinne
1
' Dachrinne
1
'' Dachrinne
2
Auffangschale
3
Wasserfalz
4
Längsrand
5
Wulst
6
Längsrand
7
Längsschenkel
8
Übergang
9
Außenseite
10
Spalt
11
Aussparung
12
Stirnseite
13
Überlappungsbereich
14
Ausgangsmaterial
15
Blechstreifen
16
Längsrand
17
Ausnehmung
17
' Ausnehmung
17
'' Ausnehmung
18
Blechstreifen
19
Ende v.
18
20
Ausnehmung
21
Längsrand
22
Blechstreifen
23
Wasserfalz
24
Wulst
25
Längsschenkel
26
Rollenformsatz
27
Dachrinne
H20
H20
Tiefe v.
20
LA Längsachse v.
5
LW
Länge v.
5
L11
Länge v.
11
LD
Länge v.
1
,
1
',
1
''
R1
R1
Radius v.
5
R2
Radius v.
5
Ü Überlappungsmaß
Claims (2)
1. Dachrinne, die eine halbrunde Auffangschale (2), einen an einen Längsrand (4) der
Auffangschale (2) angeformten Wasserfalz (3) und einen am anderen Längsrand (6)
eingedrehten Wulst (5) aufweist, an den sich ein etwa zur Längsachse (LA) des
Wulstes (5) gerichteter, im wesentlichen ebener Längsschenkel (7) anschließt, wo
bei der Übergang (8) von dem Wulst (5) auf den Längsschenkel (7) mit der benach
barten Außenseite (9) der Auffangschale (2) einen Spalt (10) begrenzt, dadurch
gekennzeichnet, daß der Längsschenkel (7) von einer Stirnseite (12) des Wulstes
(5) ausgehend gegenüber der Länge (LW) des Wulstes (5) in Form einer Ausspa
rung (11) verkürzt ausgebildet ist.
2. Verfahren zur Herstellung von Dachrinnen nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß an einem Längsrand (16, 21) eines in Bandform bereitgestellten Aus
gangsmaterials zunächst in einem der Länge einer Dachrinne (1, 1', 1'', 27) entspre
chenden Abstand (LD) seitliche Ausnehmungen (17, 20) erstellt werden und das
Ausgangsmaterial im Bereich der Ausnehmungen (17, 20) rechtwinklig zu seiner
Längserstreckung in Blechstreifen (5, 18, 22) geteilt wird, worauf diese Blechstreifen
(5, 18, 22) zu Dachrinnen (1, 1', 1'', 27) endgeformt werden.
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