DE19746871A1 - Verfahren zum galvanischen Fügen von Funktionsteilen - Google Patents
Verfahren zum galvanischen Fügen von FunktionsteilenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum galvanischen
Fügen dreidimensionaler Funktionsteile.
Bekannt sind vielfältige Möglichkeiten des Fügens von
Funktionsteilen, beispielsweise das Verschweißen oder
Verlöten von Bauteilen. Bekannt und hinreichend be
schrieben sind auch Fügetechniken wie Kleben oder
Kitten, aber auch das Herstellen von Form- und Kraft
schlußverbindungen, beispielsweise durch Verpressen
der Bauteile.
Gravierende Nachteile sind, insbesondere für sehr
kleine oder miniaturisierte Bauteile, bei allen ge
nannten Verfahren vorhanden. Beim Schweißen oder
Löten entsteht zwangsläufig ein Wärmeverzug, was die
Paßgenauigkeit beeinträchtigen kann. Die Paßgenauig
keit ist auch beim Kleben schwer einzuhalten. Zudem
entsteht hier ein zusätzlicher Materialauftrag.
Grundsätzlich problematisch ist die paßgenaue und
exakte Herstellung von Verbindungen bei miniaturi
sierten Bauteilen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, hoch
präzise dreidimensionale Fügeverbindungen bei Minia
turbauteilen herzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfah
ren entsprechend dem kennzeichnenden Teil des Patent
anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhaft beim galvanischen Fügen von dreidimensio
nalen Funktionsteilen ist insbesondere, daß eine sehr
hohe Paßgenauigkeit sichergestellt werden kann. Bei
diesem Verfahren wird eine Kunststoff-Negativform mit
Hilfe der Galvanik abgeformt und somit ein metalli
sches Bauteil, das heißt eine Positivform, herge
stellt.
Dabei können leicht zusätzliche Funktionsteile sehr
präzise an das Galvanikbauteil angeformt werden.
Diese Funktionsteile werden in eine genaue Urform,
nämlich die Kunststoff-Negativform, durch Passung
oder Klebung eingebettet und anschließend sowohl zur
abschließenden Formgebung des Bauteiles als auch zur
Fügung der einzelnen Funktionsteile eingalvanisiert.
Durch Anbringung von Hinterschneidungen an wenigstens
einer der Funktionsteile im Bereich der Fügestelle
kann die Fügung weiter verstärkt werden, da das Gal
vanikmetall in die Hinterschneidungen abgeschieden
wird und eine Verklammerung bildet. Somit können auch
verdreh- und abziehsichere Verbindungen hergestellt
werden.
Vorteilhaft ist weiterhin, daß der galvanische Füge
prozeß kräftefrei erfolgt, da sowohl das Funktions
teil als auch die Urform sehr genau abgebildet wer
den. Zudem erfolgt kein Wärmeverzug, da die Tempera
tur beim Fügen nur ungefähr bei 60°C liegt. Das
Funktionsteil wird damit sehr schonend behandelt.
Nach dem Formen kann die Urform, das heißt die Kunst
stoff-Negativform, mittels chemischem Prozeß leicht
herausgelöst werden.
Von besonderem Vorteil ist weiterhin, daß das Verfah
ren materialunabhängig ist. Die einzige Voraussetzung
ist, daß ein Fügepartner elektrisch leitfähig ist.
Dies kann bei Nichtleitern beispielsweise durch
metallisches Aufdampfen, Sputtern oder ähnliche Ver
fahren erreicht werden.
Weiterhin ist vorteilhaft, daß eine Kombination von
Funktionsteilen unterschiedlicher Herstellungsarten
und Materialeigenschaften leicht möglich ist, was
eine Herstellung von geometrisch sehr komplexen Bau
teilen ermöglicht. Die einzelnen Funktionsteile kön
nen unterschiedliche Materialeigenschaften besitzen
und somit auf die Erfordernisse, sowohl mechanisch
als auch elektrisch, des einzelnen Bauteilbereichs
optimiert sein.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen
genannten, Merkmalen.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungs
beispiel anhand der zugehörigen Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schnittdarstellung einer Anordnung zum
galvanischen Fügen von Funktionsteilen; und
Fig. 2 eine Schnittdarstellung eines fertig abge
formten Bauteiles mit eingalvanisiertem
Funktionsteil gemäß Fig. 1.
Die Fig. 1 zeigt in einer Schnittdarstellung einen
Aufbau nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. Bei
spielhaft wird das präzise galvanische Fügen einer
Motorwelle 2 mit einem Rotor 4 dargestellt. Diese
beiden Funktionsteile sind für einen hier nicht dar
gestellten Mikro-Schrittmotor bestimmt, bei dem der
Rotordurchmesser in einer Größenordnung von ca. 7 mm
liegt. Der Rotor 4 soll beispielsweise folgende
Eigenschaften aufweisen. Der Mantelbereich, das Gal
vanikmetall, muß weichmagnetisch sein. Die Rotorwelle
2 soll für das vorgesehene, hier nicht dargestellte,
Gleitlager präzise und hart sein. Die maximale
radiale Abweichung des Rotorinnendurchmessers
(Durchmesser = 7 mm) soll 10 Mikrometer nicht über
schreiten. Dazu ist unter anderem der exakte senk
rechte Einbau der Welle 2 erforderlich. Der Rotor 4
ist ein Außenläufer und hat die Form einer Glocke.
Die Welle 2 aus Silberstahl, welche bereits vorher
feinmechanisch hergestellt wurde, wird in eine dafür
vorgesehene Bohrung 7 einer Kunststoff-Negativform 6
eingesetzt. Als Kunststoff kommt hier beispielsweise
ein Thermoplast wie Polymethymethacrylat (im folgen
den abgekürzt als PMMA) in Frage, in den die Welle 2
durch Preßpassung eingefügt wird. Zur selektiven
Abscheidung an der Kopfseite der Negativform wird
diese in eine Lochblende 8 eingesetzt und rückseitig,
zusammen mit einem Dichtring 10, verschraubt. Ein
Federkontaktstift 14 stellt die elektrische Verbin
dung zur Welle 2 her. Diese zusammengefügten Teile
können dann in ein Galvanikbad getaucht werden. Die
Kunststoff-Negativform 6 wird anschließend an der
Vorderseite der Blende 8 mit einem galvanischen Über
zug versehen. Der Galvanikprozeß formt den glocken
förmigen Rotor 4 und verbindet diesen gleichzeitig
mit dem oberen Ende der Welle 2. Die Kunst
stoff-Negativform 6 aus PMMA kann dann anschließend mittels
eines chemischen Prozesses herausgelöst werden, womit
der fertige Rotor 4 mit galvanisch gefügter Welle 2
vorliegt. Die Trennung der gefügten Funktionsteile 2,
4 von der Kunststoff-Negativform 6 kann auch durch
Erwärmung über die Schmelztemperatur des hier bei
spielhaft für die Negativform verwendeten thermo
plastischen Kunststoffes PMMA erfolgen. Dabei besteht
allerdings das Risiko, daß durch Wärmeverzug die
Maßhaltigkeit von Rotor 4 oder Welle 2 nicht mehr
gegeben ist.
Die Fig. 2 zeigt den fertig abgeformten glocken
förmigen Rotor 4 mit präzise galvanisch gefügter
Welle 2.
Claims (8)
1. Verfahren zum Fügen wenigstens zweier dreidimen
sionaler Funktionsteile, dadurch gekennzeichnet, daß
das Fügen der Funktionsteile durch zumindest teil
weise Einbettung der Funktionsteile in eine Negativ
form (6) erfolgt, wobei die Negativform (6) anschlie
ßend galvanisch abgeformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß durch das galvanische Abformen der Negativform
(6) gleichzeitig wenigstens eines der Funktionsteile
(4) galvanisch erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eines der Funktionsteile zur Verstär
kung der Verbindung im Bereich der Fügestellen Hin
terschneidungen aufweisen.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Negativform (6) eine
Kunststoff-Negativform ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoff-Negativ
form (6) nach dem Galvanisierungsvorgang mittels
eines chemischen Prozesses herausgelöst wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fügen der Funktions
teile (2, 4) bei einer Temperatur von ca. 60°C er
folgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß nichtleitende Funktions
teile vor dem galvanischen Fügen leitend gemacht wer
den.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß nicht leitende Funktionsteile vor dem galvanischen
Fügen durch metallisches Aufdampfen, Sputtern oder
ähnliche Verfahren leitend gemacht werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997146871 DE19746871C2 (de) | 1997-10-23 | 1997-10-23 | Verwendung eines Fügeverfahrens zum Verbinden eines Rotors und einer Rotorwelle eines Mikroschrittmotors |
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| DE19746871A1 true DE19746871A1 (de) | 1999-04-29 |
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ID=7846422
Family Applications (1)
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| DE1997146871 Expired - Fee Related DE19746871C2 (de) | 1997-10-23 | 1997-10-23 | Verwendung eines Fügeverfahrens zum Verbinden eines Rotors und einer Rotorwelle eines Mikroschrittmotors |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19746871C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2210637C2 (ru) * | 2001-10-22 | 2003-08-20 | Караник Юрий Апполинарьевич | Способ неразъемного соединения деталей |
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|---|---|---|---|---|
| DE102009016189B4 (de) * | 2009-04-03 | 2013-08-29 | Karlsruher Institut für Technologie | Herstellverfahren für Verbundbauteile mit mindestens zwei Komponenten |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3918920A1 (de) * | 1989-06-09 | 1990-12-13 | Eberle Josef Gmbh & Co Kg | Galvanoplastisches verfahren zum herstellen von hohlen schmuck- und juwelierwaren |
| DE4201612A1 (de) * | 1992-01-22 | 1993-07-29 | Alf Harnisch | Verfahren zur galvanischen metall- und legierungseinbringung in glas- oder glaskeramikkoerper und zum fuegen von metall mit glas bzw. glaskeramik |
| DE19526897A1 (de) * | 1995-07-22 | 1997-01-23 | Bosch Gmbh Robert | Mikroventil mit verbundenen Schichten und Verfahren zur Herstellung eines Mikroventils |
-
1997
- 1997-10-23 DE DE1997146871 patent/DE19746871C2/de not_active Expired - Fee Related
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