DE19744236A1 - Verfahren zur verlustarmen periodischen Ansteuerung einer kapazitiven Last, insbesondere eines piezoelektrischen Aktuators - Google Patents
Verfahren zur verlustarmen periodischen Ansteuerung einer kapazitiven Last, insbesondere eines piezoelektrischen AktuatorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur verlustarmen peri
odischen Ansteuerung einer kapazitiven Last CP, insbesondere
eines piezoelektrischen Aktuators.
Piezoelektrische Aktuatoren verhalten sich in der elektri
schen Ansteuerung wie Kondensatoren, die entweder über eine
Strom- oder eine Spannungsquelle aufgeladen werden. Üblicher
weise werden piezoelektrische Aktuatoren über eine sogenannte
RC-Steuerung angesteuert. Bei diesem Verfahren wird der pie
zoelektrische Aktuator aus einer Spannungsquelle, beispiels
weise einem großen Kondensator, über einen Schalter und einen
ohmschen Widerstand aufgeladen. Zum Entladen wird der Schal
ter geöffnet und ein zweiter Schalter geschlossen, der den
piezoelektrischen Aktuator dann über einen weiteren ohmschen
Widerstand kurzschließt. Durch die Wahl der Widerstände ist
der Ladeverlauf und damit auch der Dehnungsverlauf des piezo
elektrischen Aktuators frei wählbar. Der große Nachteil der
RC-Steuerung ist die große Leistungsaufnahme bei großen Ak
tuatoren, d. h. einer entsprechend großen Kapazität und bei
hohen Arbeitsfrequenzen. Hierbei wird pro Lade- und Entlade
zyklus die Energie W=CU in den Widerständen und im Aktuator
in Verlustwärme umgesetzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Ansteuerung
von piezoelektrischen Aktuatoren zu entwickeln, durch das
die elektrischen Verluste weitgehend vermindert werden.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
vor Beginn der Lastansteuerung über eine Spannungsquelle eine
Kondensatorbatterie auf die Betriebsspannung der kapazitiven
Last CP aufgeladen wird, daß aus der Kondensatorbatterie über
einen aus einer Drossel einer Freilaufdiode und der Last CP
gebildeten Reihenschwingkreis die Last CP geladen wird, daß
bei Entladung über einen Entladeschalter SE die Last CP mit
der Drossel verbunden wird, die über eine Freilaufdiode mit
der Kondensatorbatterie verbunden ist, so daß die Last CP bis
auf eine Restspannung entladen wird. Der Vorteil dieses Ver
fahrens besteht darin, daß beim Entladen zunächst die Restla
dung auf der Lastkapazität CP verbleibt und daß anschließend
diese Restladung mittels eines Restentladeschalters SR zu
rückgeführt werden kann, so daß die Restladung zum größten
Teil zurückgewonnen werden kann.
Zweckmäßig ist es gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsge
mäßen Verfahrens, daß zur Rückgewinnung der Restladung aus
der Lastkapazität CP die Drossel kurzfristig gegen Masse ge
schaltet wird, so daß die Restladung auf die Kondensatorbat
terie abfließen kann. Durch die kurzfristige Schaltung der
Drossel gegen Masse gelingt es, die gesamte Blindleistung,
die in der Last gespeichert wurde, zurückzuerhalten.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist es vorteilhaft und besonders zweckmäßig, wenn die Konden
satorbatterie sehr viel größer ist als die Lastkapazität CP.
Damit läßt sich ein maximales Spannungsübersetzungsverhältnis
etwa mit dem Faktor 2 zwischen der Quellenspannung und der
Lastspannung erzielen. Dies vor allem dann, wenn die Kapazi
tät der Kondensatorbatterie im Verhältnis zur Kapazität der
Last CP praktisch unendlich groß ist.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens be
steht vor allem darin, daß nach Aufladung der Kondensatorbat
terie auf die Betriebsspannung aus der Kondensatorbatterie
die volle Lastbetriebsspannung zur Verfügung steht. Mit einer
Regelung der Spannung an der Kondensatorbatterie auf einen
stabilen Ausgangszustand ist eine stabile, reproduzierbare
Aufladung der kapazitiven Last CP möglich. Als Eingangsgröße
für die Regelung kann sowohl die Spannung an der Kondensator
batterie als auch die Spannung an der Last CP herangezogen
werden.
Die Erfindung wird anhand von Schaltbildern und Strom- und
Spannungsdiagrammen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schaltungsanordnung nach dem Stand der
Technik,
Fig. 2 eine Schaltungsanordnung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 3 den zeitlichen Verlauf von Strom und Spannung
an der Kondensatorbatterie C1 und an der
Last CP.
Die in Fig. 1 zur Durchführung des Verfahrens nach dem Stand
der Technik dargestellte Schaltung weist einen piezoelektri
schen Aktuator CP auf, der über eine Kondensatorbatterie C1
aufgeladen werden kann. Die Kondensatorbatterie C1 steht mit
einer entsprechenden Gleichstromversorgung UB in Verbindung,
über die die Kondensatorbatterie C1 nachgeladen wird. Die
Aufladung des Aktuators CP erfolgt durch Schließen eines
Schalters S1 über einen ohmschen Widerstand R1. Zum Entladen
wird der Schalter S1 geöffnet und ein zweiter Schalter S2 ge
schlossen, der den Aktuator CP dann über einen zweiten ohm
schen Widerstand R2 kurzschließt. Durch die Wahl der Wider
stände R1 und R2 ist der Lade- und damit auch der Deh
nungsverlauf des Aktuators CP frei wählbar. Die erstmalige
Aufladung des Aktuators CP erfolgt also direkt aus der Kon
densatorbatterie C1. Wird der Aktuator CP entladen, wird die
gesamte Energie in Widerstand R2 in Wärme umgewandelt und ist
somit verloren.
Die in Fig. 2 dargestellte Schaltung zur Durchführung des er
findungsgemäßen Verfahrens besteht im wesentlichen aus einer
Gleichspannungsquelle UB, die über eine Dioden Dv mit der
Kondensatorbatterie C1 in Verbindung steht, die in ihrer Ka
pazität viel größer ist als die Lastkapazität des Aktuators
CP. Der Aktuator CP kann durch Schließen eines Ladeschalters
SL und eine Induktivität L1 über die Diode DE aufgeladen wer
den.
Nach dem Ladevorgang wird der Ladeschalter SL geöffnet, wie
dargestellt, und ein Entladeschalter SE geschlossen, so daß
die Entladung über die Induktivität L1 und eine auf die Kon
densatorbatterie C1 aufgeschaltete Diode DL erfolgen kann.
Dadurch kann die Ladung des Aktuators CP für die Kondensator
batterie C1 zu einem großen Teil zurückgewonnen werden.
Die durch den Innenwiderstand des Aktuators CP nach der Ent
ladung noch verbleibende Restladung wird durch kurzfristiges
Schließen eines Restentladeschalters SR in der Induktivi
tät L1 gespeichert und nach dem Öffnen des Restentladeschal
ters SR von dort in die Kondensatorbatterie C1 zurückgespei
chert. Das hat den Vorteil, daß aus der Spannungsquelle UB
nur noch die geringen Verlustenergien auf die Kondensatorbat
terie C1 nachgeladen werden müssen. Die Gleichspannungsquel
le UB und die Kondensatorbatterie C1 sind zweckmäßigerweise
zu einer geregelten Spannungsquelle zusammengefaßt, wobei
diese Spannungsquelle hinsichtlich der Regelungsbildung so
ausgelegt ist, daß die jeweils gewünschte Spannung am Aktua
tor CP auf einen jeweils wünschbaren Wert geregelt werden
kann.
Der vorbeschriebene Lade- und Entladevorgang wird nachstehend
in seiner Zeitabhängigkeit anhand der Diagramme von Fig. 3
näher erläutert.
Hierbei zeigt das Diagramm a) schematisch die Abfolge und die
Länge der Steuerimpulse. Das Diagramm b) zeigt schematisch
den zeitlichen Verlauf der Spannung UC an der Kondensatorbat
terie C1 und das Diagramm c) schematisch den Verlauf der
Lastspannung UP. Das Diagramm e) zeigt den Verlauf des Last
stromes.
Anhand dieser Diagramme wird ein Lade- und Entladevorgang er
läutert. Vor Beginn der Lastansteuerung, d. h. vor dem Zeit
punkt T0 wird die Kondensatorbatterie C1 über die Diode DV auf
die Spannung UB aufgeladen. Zum Zeitpunkt T0 wird der Lade
schalter SL geschlossen. Die Drossel L1 bildet über die Frei
laufdiode DE mit der Lastkapazität CP des Aktuators einen
Reihenschwingkreis. Die Ladung wird auf die Lastkapazität CP
aufgebracht. Die Spannung an der Kondensatorbatterie C1 fällt
ab und die Spannung an der Last CP steigt entsprechend an.
Der Stromverlauf ist sinusförmig. Nach der Zeit t1 ist der
Ladevorgang abgeschlossen. Bleibt der Ladeschalter über diese
Zeit hinaus bis zum Zeitpunkt T2 geschlossen, so hat dies
keine Auswirkung auf die Spannung an der Last, da die Diode
DE eine Umkehr der Stromrichtung verhindert.
Der Ladeschalter SL kann nach Abschluß des Ladevorgangs je
doch vor dem Öffnen des Entladeschalters SE jederzeit geöff
net werden, der Öffnungszeitpunkt T2 ist hierbei unkritisch.
Soll die Last zum Zeitpunkt T3 entladen werden, wird der Ent
ladeschalter SE geschlossen. Die Ladung fließt über die Dros
sel L1 und die Freilaufdiode DL in die Kondensatorbatterie C1
zurück. Der Stromverlauf ist in diesem Reihenschwingkreis
wiederum sinusförmig. In der Zeit t4 ist die Spannung an der
Last CP auf die Restspannung UR abgesunken. Eine darüber hin
ausgehende Ansteuerung des Entladeschalters SE bringt keine
Spannungsverringerung an der Lastkapazität. Die Energierück
speisung ist am Spannungsanstieg an der Kondensatorbatterie
C1 zu erkennen.
Zum Zeitpunkt T5 wird zusätzlich zum Entladeschalter SE der
Restentladeschalter SR geschlossen. Die Drossel L1 bildet nun
mit der Lastkapazität CP einen neuen Reihenschwingkreis. Die
in der Last CP gespeicherte Restenergie wird so in die Dros
sel L1 eingespeichert. Die Spannung an der Last CP ist zum
Zeitpunkt T6 auf 0 abgeklungen. Der Entladevorgang der Last
CP ist damit abgeschlossen. Der Strom in der Drossel L1 ist
damit maximal. In diesem Augenblick muß der Restentladeschal
ter SR geöffnet werden. Bleibt der Restentladeschalter SR
weiter geschlossen, wird die Freilaufdiode DP leitend. Die
Lastspannung wird auf die Durchlaßspannung der Freilaufdi
ode DP geklemmt. Damit kommt es zu Verlusten am Bahnwider
stand der Diode DP und an den ohmschen Widerständen des
Schwingkreises. Der Entladeschalter SE muß also möglichst
sofort nach Entladung der Lastkapazität CP geöffnet werden.
Der Stromfluß durch die Drossel L1 wird nach Öffnen des
Restentladeschalters SR zum Zeitpunkt T6 über die Freilaufdi
oden DL und DP und dem Entladeschalter SE auf die Kondensator
batterie C1 aufrechterhalten. Die zuvor in der Last CP ge
speicherte Restenergie wird so an die Kondensatorbatterie C1
abgegeben. Die Spannung an der Kondensatorbatterie C1 steigt
erneut. Während der Zeit t7 ist die Drossel L1 energielos.
Der Rückspeisevorgang und damit der gesamte Schaltzyklus ist
abgeschlossen. Der Öffnungszeitpunkt T8 des Entladeschalters
SE ist unkritisch. Die Kondensatorbatterie C1 wird aus der
Quelle auf die Spannung UB nachgeladen.
Die Dioden DL und DE können dann entfallen, wenn die Ansteue
rung der Schalter SL und SE so ausgelegt ist, daß diese zum
richtigen Zeitpunkt betätigt werden. Die hier vorgeschlagene
Lösung mit den Dioden DL und DE hat den großen Vorteil, daß
diese praktisch selbständig den "richtigen" Schaltzeitpunkt
"wählen" und somit eine zeitgenaue Ansteuerung des Entlade
schalters SE beim Laden und des Ladeschalters SL beim Entla
den entfallen kann.
Claims (3)
1. Verfahren zur verlustarmen periodischen Ansteuerung einer
kapazitiven Last CP, insbesondere eines piezoelektrischen Ak
tuators, dadurch gekennzeichnet, daß vor Beginn der Lastan
steuerung über eine Spannungsquelle UB eine Kondensatorbatte
rie C1 auf die Betriebsspannung der Last CP aufgeladen wird,
daß aus der Kondensatorbatterie C1 über einen aus einer Dros
sel L1 einer Freilaufdiode DE und der Last CP gebildeten Rei
henschwingkreis die Last CP geladen wird, daß bei Lastanfor
derung über einen Lastschalter SE die Last CP mit der Dros
sel L1 verbunden wird, die über eine Freilaufdiode DL mit der
Kondensatorbatterie C1 verbunden ist, so daß die Last CP bis
auf eine Restspannung UR entladen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rückgewinnung der Restladung aus der Last CP die Drossel L1
kurzfristig gegen Masse geschaltet wird, so daß die Restla
dung auf die Last CP abfließen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kapazität der Kondensatorbatterie C1 sehr viel größer
ausgelegt wird als die Kapazität der Last CP.
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