DE19744880A1 - Elastische Lagerung für Maschinen und Anlagen - Google Patents
Elastische Lagerung für Maschinen und AnlagenInfo
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- E01D19/04—Bearings; Hinges
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Description
Die Erfindung betrifft eine elastische Lagerung von
Maschinen und Anlagen, insb. zur Verwendung im Brücken- und
Hochbau und bei tief abgestimmten Maschinenanlagen mit
niedrigen Eigenfrequenzen, mit mindestens einem Federele
ment und einem parallel dazu angeordneten Dämpfungselement.
Bei elastischen Lagerungen dieser Art kommen üblicherweise
Dämpfer zum Einsatz, die mit Flüssigkeit oder mit
geschlossenen Hydraulik- oder Gassystemen arbeiten. Bei
derartigen Dämpfern würde ein Verlust des Mediums, d. h.
der Flüssigkeit bzw. des Gases, die Funktion stark
beeinträchtigen, oder den Dämpfer sogar wirkungslos werden
lassen. Es müssen daher höchste Anforderungen an die
Dichtigkeit des Dämpfers und der angeschlossenen Teile
gestellt werden. Geschlossene Hydraulik- und Gassysteme
benötigen zudem Leitungen, Auffangbehälter das verdrängte
Dämpferfluid und dgl. Die Dämpfer sind daher einem
erheblichen Bauaufwand verbunden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Bauaufwand
für die eingangs genannten elastischen Lagerungen zu
verringern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Dämpfungselement ein Luftfederelement ist, dessen Hohlraum
über eine oder mehrere Drosselstellen mit der Atmosphäre in
Verbindung steht. Demgemäß ist das Dämpfungselement also nach
Art einer Luftfeder ausgebaut, die allerdings ein Dämpfer ist.
Für die Dämpfung ist somit ein offenes System vorgesehen,
das nur mit atmosphärischem Druck arbeitet. Hochwertige
Dichtungen sowie aufwendige Systeme zur Führung des
Dämpfermediums sind bei einem derartigen Dämpfungselement
nicht erforderlich. Der Bauaufwand für die elastische
Lagerung ist somit erheblich reduziert. Zudem ist die
Lagerung wartungsfrei.
Die erfindungsgemäße elastische Lagerung kann bei
Maschinen und Anlagen jeder Art zum Einsatz kommen.
Anwendungsbeispiele sind Schwingungstilger im Brücken- und
Hochbau und Maschinenanlagen mit Eigenfrequenzen ≧1,2 Hz.
Vorzugsweise weist das Luftfederelement einen Balg auf,
der aus Gummi oder gummiähnlichen Werkstoffen mit faden- oder
gewebeartigen Verstärkungseinlagen besteht, und
zwischen zwei festen Platten angeordnet ist. Mittels der
Platten ist das Luftfederelement an der zu lagernden
Baugruppe und am Fundament befestigt. Der Balg weist
vorzugsweise eine oder mehrere Auswölbungen auf, wodurch
er eine in etwa torusförmige Gestalt erhält. Der Balg kann
auch ein Rollbalg sein.
Das Luftfederelement kann jedoch auch eine andere Form
haben. Nach einer anderen vorteilhaften Bauform weist das
Luftfederelement einen festen Topf auf, der an einer Seite
offen ist, wobei diese Seite von einer elastischen Membran
überspannt ist. Die schwingungstechnisch gegeneinander zu
isolierenden Teile sind mit dem festen Topf einerseits und
einem Stößel andererseits verbunden, wobei der Stößel an
der Membran befestigt und in den Topf hineinbewegbar ist.
Die Drosselstelle verbindet den von Topf und Membran
eingeschlossenen Hohlraum mit der Umgebung; sie ist dabei
vorzugsweise in der Wandung des Topf es angebracht.
Das Luftfederelement kann auch aus einer einfachen Kolben-Zylin
der-Einheit bestehen, wobei Kolben und Zylinder z. B.
aus Stahl bestehen können. Eine derartige Kolben-Zylinder-Ein
heit kann relativ einfach aufgebaut sein. Da ein
Luftaustausch zwischen dem im Dämpfer eingeschlossenen
Hohlraum und der Umgebung bei der erfindungsgemäßen
Lagerung stets vorhanden sein soll, ist insb. eine auf
wendige Dichtung zwischen Kolben und Zylinder nicht nötig.
Bei auftretenden Amplituden der elastisch gelagerten
Maschine, des Schwingfundamentes oder der Tilgermasse wird
die Dämpfung durch die Veränderung des Luftvolumens im
Dämpfer und der Aus- und Einströmgeschwindigkeit der Luft
bestimmt. In vorteilhafter Weise sind die Drosselstellen
daher ventilartig ausgeführt und durch Ventilverstellung
veränderbar. Die Strömungsgeschwindigkeit der Luft kann so
durch ein Drosselventil eingestellt werden und der Dämpfer
somit auf die vorhandene Systemeigenfrequenz abgestimmt
bzw. dieser angepaßt werden. Die Drosselstellen sind
vorzugsweise an den starren Teilen der Luftfederelemente
angebracht.
Der Dämpfer ist bezüglich seines Volumens und seines
Durchmessers an die zu lagernde Masse und die geforderte
Dämpfung anzupassen bzw. entsprechend auszuwählen. Ein
großer Durchmesser und eine geringe Bauhöhe ergibt schon
bei kleinen Amplituden eine prozentual hohe Volumenände
rung und somit hohe Dämpfung. Bei der erfindungsgemäßen
Lagerung kann eine Dämpfung eingestellt werden, deren
Lehrsches Dämpfungsmaß D im Bereich D=0,12-0,2 liegt.
Das Dämpfungselement kann weiterhin mit Anschlüssen für
Rohrleitungen und dgl. versehen sein bzw. die Drosselstel
len können so gestaltet sein, daß sie derartige Anschlüsse
ermöglichen. Über angeschlossene, gegebenenfalls gewundene
Rohrleitungen kann die Dämpfung ebenfalls beeinflußt
werden.
Die erfindungsgemäße Lagerung eröffnet weiterhin die Mög
lichkeit, das Dämpfungselement bei geschlossenen Drossel
stellen an ein geschlossenes Gassystem anzuschließen bzw.
die Drosselstellen für einen derartigen Anschluß zu nutzen.
Das System kann somit derart umfunktioniert werden, daß es
als Luftfeder wirkt. Die erfindungsgemäße Lagerung
ermöglicht es somit, auf auch erhebliche Änderungen in den
Betriebsbedingungen und der Belastung der Lagerung schnell
und in einfacher Weise zu reagieren.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der
Zeichnung erläutert, in der ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung dargestellt ist.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße elastische Lagerung für eine
Maschine, Anlage od. dgl.,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für ein Dämpfungselement
für eine erfindungsgemäße Lagerung,
Fig. 3 ein anderes Ausführungsbeispiel für ein
Dämpfungselement für eine erfindungsgemäße Lagerung
und
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein
Dämpfungselement für eine erfindungsgemäße Lagerung.
In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße elastische Lagerung
dargestellt, die bei einer beliebigen Anlage, Maschine od. dgl.
Anwendung finden kann. Mit 1 ist das Fundament
bezeichnet, auf dem die Anlage aufgebaut ist. Der Träger 2
trägt die zu lagernde Maschine oder Anlage, die hier nicht
dargestellt ist. Der Träger 4 stützt sich über Federn 3
auf dem Fundament 1 ab. Somit entsteht ein schwingungs
fähiges System.
Parallel zu den Federn 3 sind jeweils Dämpfungselemente 4
angeordnet. Die Dämpfungselemente 4 übernehmen keine
statischen Tragkräfte; sie sind nach Art von Luftfedern
aufgebaut. Wie weiter unten anhand von Fig. 2 näher
erläutert, weist ein derartiges Dämpfungselement 4 einen
Elastomerbalg 5 auf, der zwischen zwei festen Platten 6
und 7 angeordnet ist, mit denen er am Fundament 1 bzw. am
Träger 1 befestigt ist.
Zur Lagerung z. B. einer Maschine können insgesamt vier
derartige Feder-Dämpfer-Einheiten verwendet werden, die
jeweils an den Ecken der Maschine angeordnet sind.
Ein einzelnes Dämpfungselement 4 ist in Fig. 2 darge
stellt. Das in der Art einer Luftfeder aufgebaute
Dämpfungselement 4 ist in einer größtenteils zusammen
gedrückten Stellung dargestellt. Der Balg 5 ist weit nach
außen ausgewölbt und weist eine in etwa torusförmige
Gestalt auf; in gleicher Weise wie die von Luftfedern
bekannte Bälge besteht er aus Gummi oder einem
gummiähnlichen Kunststoff mit Verstärkungseinlagen aus
Gewebe oder dgl. Er ist an seinen Rändern mit Wülsten 8
versehen, die mit Stahlseilen verstärkt sein können und
hinter die abgebogenen Ränder 9, 10 der Platten 6 und 7
greifen, wodurch eine luftdichte Verbindung zwischen dem
Balg 5 und den Platten 6 und 7 hergestellt wird. Die
Platten 6 und 7 bestehen aus Stahl.
Der Balg 5 schließt zusammen mit den Platten 6 und 7 einen
luftgefüllten Hohlraum 11 ein. Anders als bei Luftfedern
steht dieser Hohlraum 11 über eine Durchbrechung bzw.
Drosselstelle 12 in der oberen Platte 7 mit der Atmosphäre
in Verbindung. Es wird somit ein offenes System gebildet.
Durch die Drosselstelle 12 wird das Aus- und Einströmen
der Luft verzögert. Bewegungen, die die Platten 6 und 7
auseinander oder aufeinander zu führen, können daher nur
langsam erfolgen; Schwingungen werden somit gedämpft.
Die Drosselstelle 12 ist, wie bei 13 angedeutet, ventil
artig ausgeführt, wobei diene ventilartige Einrichtung so
verstellt werden kann, daß der Durchgangsquerschnitt auf
einen bestimmten Wert einsteilbar ist. Die Luftströmung
durch die Drosselstelle wird damit mehr oder weniger stark
behindert, wodurch die Dämpfungseigenschaft stärker oder
schwächer wird.
Eine alternative Bauform des Dämpfungselementes ist in
Fig. 3 dargestellt. Dieses Dämpfungselement besteht aus
einem topfförmigen Grundkörper 14 aus Stahl, der an seiner
oberen Seite offen ist. Über diese offene Seite ist eine
Membran 15 gespannt, die aus einem Elastomer mit
Verstärkungseinlagen besteht. Durch einen Ring 16, der mit
Grundkörper 14 durch Schrauben verbunden ist, wird die
Membran 15 fest und luftdicht am Grundkörper 14 gehalten.
Zudem kann mit dem Ring 16 eine Verbindung durch
Vulkanisation bestehen.
An der Membran 15 ist bei 17 ein Stößel 18 befestigt, der
unter elastischer Verformung der Membran 15 in den Topf 14
hineinbewegbar ist. Der Topf 14 wird auf der Unterlage
bzw. dem Fundament angeordnet, während der Stößel 18 mit
der zu lagernden Anlage oder dgl. verbunden ist.
Der Topf 14 und die Membran 15 umschließen einen
luftgefüllten Hohlraum 19, der wiederum durch eine
Drosselöffnung 20 im Grundkörper 14 mit der Atmosphäre
verbunden ist. Bewegungen des Stößels 18 und der damit
verbundenen Membran 15 führen zum Verdrängen oder zum
Ansaugen von Luft über die Drosselöffnung 20, wobei in
gleicher Weise wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel eine
Dämpfung bewirkt wird.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel eines
Dämpfungselementes kommen keine größeren Elastomerteile
wie Membranen oder Bälge zum Einsatz. Das Dämpfungselement
besteht dagegen im wesentlichen aus metallischen
Bauteilen. Bei diesem Dämpfungselement ist ein Kolben 21
in einem Zylinder 22 geführt. Der Zylinder 21 kann sich
auf dem Fundament abstützen, wobei dann der Kolben 22 über
eine Kolbenstange 23 mit der zu lagernden Anlage, Maschine
oder dgl. verbunden ist.
Im Kolben 22 sind eine oder mehrere Bohrungen 24
angebracht, die als Drosselöffnungen dienen. Anstelle von
Bohrungen können die Drosselöffnungen auch gebildet sein,
indem der Kolben 22 an seinem Umfang längs verlaufenden
Einkerbungen aufweist oder zumindest stellenweise in
seinem Durchmesser gegenüber dem Innendurchmesser des
Zylinders 21 reduziert ist.
Die Drosselöffnung 24 stellt eine Verbindung zwischen
einem unterhalb des Kolbens 22 befindlichen Hohlraum 25
und einem oberhalb des Kolbens 22 befindlichen Hohlraum 26
her. Die Verbindung nach außen erfolgt über eine zweite
Drosselstelle 27, die die Wandung des Zylinders durchsetzt
und den Hohlraum 26 mit der Atmosphäre verbindet. Die
zweite Drosselöffnung eignet sich zur Anbringung eines
Ventils, mit dem der Querschnitt der Drosselöffnung in der
oben beschriebenen Weise verändert werden kann.
Bei 28 tritt die Kolbenstange 23 aus dem Zylinder 21 aus.
Es ist dort zwar eine Dichtung 29 vorgesehen, die jedoch
keinen hermetischen Abschluß herbeiführen soll, sondern
lediglich verhindert, daß ein Luftaustausch in einem Maße
stattfindet, daß dadurch die Charakteristik des Dämpfungs
elementes beeinflußt wird. Kolben 22 und Zylinder 21
können daher in sehr einfacher Weise ausgeführt sein.
Die Federn 3 sind Stahlfedern, jedoch können sie auch aus einem
anderen Werkstoff z. B. Gummi bestehen.
Claims (12)
1. Elastische Lagerung von Maschinen und Anlagen, insb.
zur Verwendung im Brücken- und Hochbau und bei tief abge
stimmten Maschinenanlagen mit niedrigen Eigenfrequenzen,
mit mindestens einem Federelement und einem parallel dazu
angeordneten Dämpfungselement, dadurch gekennzeichnet, daß
das Dämpfungselement ein Luftfederelement (4) ist, dessen
Hohlraum (11, 19, 25, 26) über eine oder mehrere
Drosselstellen mit der Atmosphäre in Verbindung steht.
2. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei Luftfederelementen (4) deren verformbare
Wandungen mit starren Teilen (6, 7, 14) in Verbindung
stehen und die Drosselstellen (12, 20) an den starren
Teilen vorgesehen sind.
3. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Drosselstellen (12, 20, 24, 27)
ventilartig ausgebildet sind.
4. Elastische Lagerung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Drosselstellen (12, 20, 24, 27) durch
Ventilverstellung veränderbar sind.
5. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Dämpfungselement eine Kolben-Zylinder-Ein
heit ist, wobei sich die Drosselstellen (24, 27) am
Zylinder (21) und/oder am Kolben (22) befinden.
6. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Dämpfungselement ein mit einer oder
mehreren Drosselstellen (20) versehener fester Topf (14)
ist, in den ein an einer Membran (15) befestigter Stößel
(18) hineinbewegbar ist.
7. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Dämpfungselement (4) einen torusförmigen
Balg (5) mit einer oder mehreren Auswölbungen aufweist.
8. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Dämpfungselement einen zwischen den
gegeneinander abzufedernden Teilen befindlicher Rollbalg
aufweist.
9. Elastische Lagerung nach einem oder mehreren
vorhergehenden Ansprüchen für Systeme mit Eigenfrequenzen
≧1,2 Hz.
10. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drosselstellen (12, 20, 24, 27)
so ausgebildet sind, daß das Lehrsche Dämpfungsmaß
D=0,12-0,2 beträgt.
11. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement bei geschlossenen
Drosselstellen (12, 20, 27) an ein geschlossenes
Gassystem anschließbar ist, so daß das System als Luftfeder
wirkt.
12. Elastische Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Hohlraum (11, 19, 26) der Luftfeder (4)
über eine gegebenenfalls gewundene Rohrleitung mit der
Atmosphäre in Verbindung steht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997144880 DE19744880A1 (de) | 1997-10-10 | 1997-10-10 | Elastische Lagerung für Maschinen und Anlagen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997144880 DE19744880A1 (de) | 1997-10-10 | 1997-10-10 | Elastische Lagerung für Maschinen und Anlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19744880A1 true DE19744880A1 (de) | 1999-04-15 |
Family
ID=7845207
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997144880 Withdrawn DE19744880A1 (de) | 1997-10-10 | 1997-10-10 | Elastische Lagerung für Maschinen und Anlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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