Die Erfindung betrifft gemäß der ersten Lehre der Erfindung eine wandhängende Ar
matur mit mindestens einem Wasserzulauf, einem Armaturenkörper, mindestens einem
Betätigungselement und mindestens einem Wasserablauf, wobei am Wasserzulauf ein
Anschlußstück zur Verbindung mit einem Wandanschluß vorgesehen ist. Weiter be
trifft die Erfindung gemäß einer zweiten Lehre der Erfindung einen Wandanschluß
zum Anschluß einer wandhängenden Armatur an ein Wassernetz mit einem wandsei
tigen Anschlußstück und einem armaturseitigen Anschlußstück.
Wandhängende Armaturen und Wandanschlüsse für wandhängende Armaturen, von
denen die Erfindung ausgeht, sind in einer Vielzahl von Ausgestaltungen bekannt
und werden im Sanitärbereich vor allem als Dusch- oder Badewannenarmaturen ein
gesetzt. Bei diesen bekannten wandhängenden Armaturen und den zugehörigen
Wandanschlüssen erfolgt die Verbindung zwischen der wandhängenden Armatur
und dem Wandanschluß stets über eine Schraubverbindung. Regelmäßig weist hierzu
der Wandanschluß ein Außengewinde auf, auf welches eine mit dem Anschlußstück
des Wasserzulaufes der wandhängenden Armatur unverlierbar verbundene Über
wurfmütter aufgeschraubt wird, vgl. z. B. die deutsche Gebrauchsmusterschrift 67 51 160.
Eine platzsparende Alternative zu der beschriebenen Standardlösung ist in der
nachveröffentlichten deutschen Offenlegungsschrift 196 51 313 beschrieben. Hier ist
ein Gewindebohrungen aufweisender Flansch zur Verbindung des Wandanschlusses
mit der wandhängenden Armatur über Befestigungsschrauben vorgesehen. Auch bei
dieser Alternative der Verbindung erfolgt also die Verbindung von wandhängender
Armatur und zugehörigem Wandanschluß über eine Schraubverbindung.
Für die beschriebenen, bekannten Ausführungsformen des Wandanschlusses ist es
bekannt, das wandseitige Anschlußstück und das armaturseitige Anschlußstück des
Wandanschlusses achsparallel exzentrisch versetzt zueinander anzuordnen. In der
Praxis werden derartige Wandanschlüsse daher als "S-Anschlüsse" bezeichnet. Durch
die exzentrische Anordnung des Eintritts- und des Austrittskanals können Ungenau
igkeiten beim Abstand der Anschlüsse der in der Installationswand vorgesehenen
Heiß- und Kaltwasserinstallationsleitungen bei der Montage der Armatur ausgegli
chen werden. Durch Drehen der betreffenden Wandanschlußstücke ist es möglich, ei
ne exakte Montage der Armatur auch dann durchzuführen, wenn der Abstand der
Anschlüsse der Installationsleitungen vom Sollwert etwas abweicht. Das Zusammen
wirken zwischen wandhängender Armatur und Wandanschluß ist also im Stand der
Technik bereits in vielerlei Hinsicht optimiert.
Problematisch ist bei den bekannten wandhängenden Armaturen und den zugehöri
gen Wandanschlüssen jedoch, daß die Montagezeiten aufgrund der eingesetzten
Schraubverbindungen zwischen der wandhängenden Armatur und dem Wandan
schluß relativ hoch sind. Gleichzeitig besteht bei Schraubverbindungen stets das
Problem, daß die Gewinde beim Transport beschädigt werden können oder daß die
Gewinde bei verkantetem Auf- oder Einschrauben beschädigt oder sogar zerstört
werden. Schließlich müssen bei der Herstellung der Schraubverbindungen regelmäßig
hohe Kräfte aufgebracht werden, wobei im Falle des Abrutschens des Werkzeugs die
Gefahr besteht, die sichtbaren Oberflächen der wandhängenden Armatur zu beschä
digen, was insbesondere im Hinblick auf die immer mehr im Vordergrund stehenden
ästhetischen Anforderungen an wandhängende Armaturen in hohem Maße uner
wünscht ist.
Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, eine wandhängende Armatur bzw. ei
nen Wandanschluß zum Anschluß einer wandhängenden Armatur an ein Wassernetz
zur Verfügung zu stellen, die eine erleichterte Montage der wandhängenden Armatur
gewährleisten.
Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe ist gemäß der ersten Lehre der Erfin
dung dadurch gelöst, daß das Anschlußstück zur Verbindung mit einem Wandan
schluß als Kupplungsteil einer Schnellkupplung ausgebildet ist. Entsprechend ist die
zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe gemäß der zweiten Lehre der Erfindung
dadurch gelöst, daß das armaturseitige Anschlußstück als Kupplungsteil einer
Schnellkupplung ausgebildet ist. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der wand
hängenden Armatur und des zugehörigen Wandanschlusses zum Anschluß einer
wandhängenden Armatur an ein Wassernetz gewährleistet zum einen eine schnelle
Montage der wandhängenden Armatur am Wandanschluß und zum anderen eine
Montage ohne die Notwendigkeit des Einsatzes von hohen Kräften über ein Werk
zeug. Entsprechend verkürzen sich die Montagezeiten und die Wahrscheinlichkeit,
daß die wandhängende Armatur oder der Wandanschluß bei der Montage beschädigt
werden. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist es darüber hinaus ohne wei
teres denkbar, die Verbindungsstelle in der Installationswand versenkt anzuordnen,
so daß die Verbindungsstelle aus ästhetischen Gründen für den Betrachter nicht
sichtbar ist.
Ist bei einem gemäß der zweiten Lehre der Erfindung ausgestalteten Wandanschluß
für eine wandhängende Armatur am Kupplungsteil ein den Wandanschluß bei gelö
ster Schnellkupplung verschließendes Rückschlagventil vorgesehen, so ist gewährlei
stet, daß eine gemäß der ersten Lehre der Erfindung ausgestaltete wandhängende
Armatur auch installiert werden kann, wenn das Wassernetz unter Druck steht. Um
gekehrt kann das Wassernetz ohne zusätzlichen Aufwand bereits bei noch nicht
montierten Armaturen abgedrückt werden.
Als besonders vorteilhafte Ausgestaltung einer Schnellkupplung hat sich in anderen
Bereichen der Technik die als Steckkupplung ausgebildete Schnellkupplung be
währt. Die hydraulische Steckkupplung ist beispielsweise zur Verbindung von Gar
tenschläuchen und zur Verbindung hydraulischer Systeme, beispielsweise bei land
wirtschaftlichen Maschinen, bekannt (vgl. VDI Lexikon Maschinenbau, herausgege
ben von Heinz M. Hiersig, VDI-Verlag, 1995, Seite 1165). Bei einer derartigen Steck
kupplung kann der Anschlußnippel entweder das Kupplungsteil der wandhängen
den Armatur oder das Kupplungsteil des Wandanschlusses zum Anschluß einer
wandhängenden Armatur bilden. Insbesondere die als Steckkupplung ausgebildete
Schnellkupplung eignet sich zur versenkten Anordnung in der Installationswand.
Eine kostengünstigere Ausbildung der Schnellkupplung der Gegenstände gemäß der
ersten und zweiten Lehre der Erfindung ist dadurch gewährleistet, daß die Schnell
kupplung einen Bajonettverschluß aufweist. Derartige Schnellkupplungen mit Bajo
nettverschluß sind beispielsweise für Feuerwehrschläuche bekannt (vgl. VDI Lexikon
Maschinenbau, aaO., Seiten 979, 980). Derartige Bajonettverschlüsse lassen sich
selbstverständlich auch so ausgestalten, daß sie ästhetisch ansprechend sind.
Die bekannten Schnellkupplungen zum Verbinden hydraulischer Systeme ermögli
chen nicht nur die schnelle Verbindung zweier Anschlußstücke, sondern auch das
schnelle Lösen der Anschlußstücke voneinander. Das schnelle oder unbeabsichtigte
Lösen einer wandhängenden Armatur von dem zugehörigen Wandanschluß ist je
doch unerwünscht, da einerseits die wandhängenden Armaturen in öffentlichen Ge
bäuden damit diebstahlsgefährdet wären und andererseits beim unbeabsichtigten Lö
sen beispielsweise durch Kinder ein Verletzungsrisiko auftreten würde. Diese Risiken
werden nach einer ersten Alternative für die Gegenstände gemäß der ersten und
zweiten Lehre der Erfindung dadurch ausgeschlossen, daß die Schnellkupplung ein
das Lösen der Schnellkupplung blockierendes, verdecktes Rastelement aufweist. Die
ses Rastelement rastet bei der Montage der wandhängenden Armatur an dem zuge
hörigen Wandanschluß ein und ist so verdeckt, daß es weder sichtbar noch einfach
zugänglich ist, so daß ein Diebstahl ohne spezielle Kenntnisse und Werkzeuge nicht
möglich ist und ein unbeabsichtigtes Lösen der Schnellkupplung ausgeschlossen ist.
Gemäß einer zweiten Alternative sind die weiter oben aufgezeigten Risiken dadurch
ausgeschlossen, daß die Schnellkupplung bei im Wassernetz anstehendem Wasser
druck blockiert ist. Hierdurch ist gewährleistet, daß die wandhängende Armatur nur
dann abgenommen werden kann, wenn ein Absperrhahn im Wassernetz geschlossen
ist und der Wasserdruck durch Öffnen der Armatur abgebaut wird. Auch hierdurch ist
der Diebstahl und die unbeabsichtigte Demontage der wandhängenden Armatur aus
geschlossen.
Im einzelnen gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Ar
matur und den erfindungsgemäßen Wandanschluß auszugestalten und weiterzubil
den. Dazu wird verwiesen einerseits auf die den Patentansprüchen 1 und 2 nachge
ordneten Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt die
einzige Figur ein Ausführungsbeispiel einer wandhängenden Armatur gemäß der er
sten Lehre der Erfindung und ein Ausführungsbeispiel eines Wandanschlusses zum
Anschluß einer wandhängenden Armatur an ein Wassernetz gemäß der zweiten Leh
re der Erfindung.
In der einzigen Figur ist ein Ausführungsbeispiel einer wandhängenden Armatur 1
dargestellt, bei dem die erste Lehre der Erfindung verwirklicht ist. Das Ausführungs
beispiel der wandhängenden Armatur 1 weist auf einen Heißwasserzulauf 2, einen
Kaltwasserzulauf 3, einen Armaturenkörper 4, ein Betätigungselement 5 und einen
nicht dargestellten Wasserablauf, der beispielsweise mit einem Duschschlauch ver
bunden ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel der wandhängenden Armatur
1 gemäß der ersten Lehre der Erfindung ist sowohl am Heißwasserzulauf 2 als auch
am Kaltwasserzulauf 3 jeweils ein Anschlußstück 6, 7 zur Verbindung mit einem je
weiligen Wandanschluß 8, 9 vorgesehen. Erfindungsgemäß sind die Anschlußstücke
6, 7 zur Verbindung mit dem jeweiligen Wandanschluß 8, 9 als Kupplungsteil einer
Schnellkupplung ausgebildet. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es
sich um eine wandhängende Einhebelmischarmatur mit nur einem Betätigungsele
ment 5.
Die in der einzigen Figur dargestellten Wandanschlüsse 8, 9 weisen jeweils ein wand
seitiges Anschlußstück 10, 11 und ein armaturseitiges Anschlußstück 12, 13 auf. Bei
den dargestellten Ausführungsbeispielen der Wandanschlüsse 8, 9 sind auf die arma
turseitigen Anschlußstücke 12, 13 Abdeckrosetten 14, 15 geschoben. Gemäß der
zweiten Lehre der Erfindung ist das armaturseitige Anschlußstück 12, 13 der darge
stellten Ausführungsbeispiele der Wandanschlüsse 8, 9 als Kupplungsteil einer
Schnellkupplung ausgebildet, wobei das Kupplungsteil des Wandanschlusses 8, 9
das Gegenstück zum Kupplungsteil des jeweiligen ebenfalls als Kupplungsteil ausge
bildeten Anschlußstückes 6, 7 der Armatur 1 bildet.
Bei den in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispielen der wandhängen
den Armatur 1 und der Wandanschlüsse 8, 9 ist die Schnellkupplung als Steckkupp
lung ausgebildet, wobei die armaturseitigen Anschlußstücke 12, 13 der Wandan
schlüsse 8, 9 die Anschlußnippel der Steckkupplung bilden. Entsprechend weisen die
armaturseitigen Anschlußstücke mindestens jeweils eine Dichtungsfläche 16, 17 und
eine Sicherungsnut 18, 19 auf. Korrespondierend weisen die Anschlußstücke 6, 7 der
wandhängenden Armatur 1 jeweils einen Betätigungsring 20, 21 auf, der bei Zurück
ziehen in Richtung auf die wandhängende Armatur 1 die Kupplungsverbindung löst.
Entsprechend einer besonderen Weiterbildung sind die Betätigungsringe 20, 21 nach
der Montage der wandhängenden Armatur 1 gemäß der ersten Lehre der Erfindung
an den Wandanschlüssen 8, 9 gemäß der zweiten Lehre der Erfindung durch ein ver
decktes, nicht dargestelltes Rastelement blockiert. Zum Lösen des Rastelementes
können beispielsweise in den Betätigungsringen 20, 21 nicht dargestellte Öffnungen
vorgesehen sein, durch die das Rastelement beispielsweise mit einem Schraubenzie
her gelöst werden kann.