Beispielsweise Klappen oder Deckel mit großen Ab
messungen müssen durch Hilfseinrichtungen unterstützt
werden, weil sie sonst wegen ihres Gewichts von Hand nicht
mehr gefahrlos zu schwenken wären. Dabei tritt bei Klappen
das größte Gewicht auf, wenn die Klappe horizontal steht,
während ausgehend von dieser Stellung in beiden Richtun
gen, das von Hand aufzubringende Gewicht geringer ist.
Mit den bisher bekannten Gasfedern ist die Unter
stützung bei solchen Anwendungen unbefriedigend, weil in
einem Teil des Bewegungshubs die unterstützende Kraft
durch die Gasfeder zu groß und im anderen Teil zu klein
ist.
Ähnliche Problemstellungen treten auch bei anderen
Anwendungen auf. Beispielsweise ist es durchaus denkbar,
daß auch unterschiedliche Dämpfungscharakteristiken für
die Bewegungsgeschwindigkeit gewünscht sind.
Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, eine
Gasfederanordnung zu schaffen, die eine nichtlineare bzw.
geknickte Kennlinie aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit der Gasfeder
anordnung mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Gasfederanordnung besteht im
allgemeinsten Sinne aus wenigstens zwei bezüglich der
Kraft hintereinanderliegenden Gasfedern, von denen jede
ihre eigene Kennlinie hat, die von der Kennlinie der
anderen Gasfeder abweicht. Beispielsweise können sich die
beiden Gasfedern in der Federhärte unterscheiden. Ausge
hend vom ausgefahrenen Zustand, fährt unter Belastung
zunächst die Gasfeder ein, die die geringere Federhärte
hat, und anschließend wird die Gasfeder mit der stärkeren
Federhärte bewegt.
Die beiden Gasfedern können auch annähernd gleiche
Federhärte haben und sich hinsichtlich ihrer Bewegungs
dämpfung unterscheiden. Dies führt dazu, daß in dem
ersten Teil des Gesamthubs der beiden Gasfedern eine
schnelle Bewegung möglich ist, während daran anschließend
nur noch eine langsamere Bewegung durch die Gasfeder
freigegeben wird.
Um die wenigstens zwei Gasfedern mechanisch mitein
ander zu verbinden, stehen mehrere Möglichkeiten zur
Verfügung. So können die beiden Gasfedern an der Kolben
stange miteinander verbunden sein, wobei zweckmäßigerweise
die Kolbenstange für beide Gasfedern miteinander einstüc
kig ist. Auf diese Weise wird ein maximaler Hub erreicht,
der nicht erreichbar wäre, wenn die beiden Kolbenstangen
mechanisch miteinander verbunden sind. Durch die Verbin
dungsstelle würde ein Totraum entstehen.
Anstatt die beiden Gasfedern kolbenstangenseitig
miteinander zu koppeln, kann die Verbindung auf der Seite
des Zylinderrohres erfolgen, so daß zwei nach beiden
Enden der Gasfederanordnung hinausschauende Kolbenstangen
vorhanden wären. Auch in diesem Falle besteht die Möglich
keit, ein durchgehendes Rohr zu verwenden, das in der
Mitte zur Erzeugung der beiden Zylinderräume durch ein
Einsatzstück in zwei Abschnitte aufgeteilt ist.
Eine dritte Möglichkeit bestünde schließlich darin,
die Gasfedern teleskopartig ineinander unterzubringen, in
der Weise, daß die Kolbenstange von einer der beiden
Gasfedern gleichzeitig das Zylinderrohr der anderen Gasfe
der ist. Eine solche Gasfederanordnung würde den größten
Gesamthub ermöglichen.
Vorteilhafterweise weist jede der Gasfedern ihre
eigene Fülleinrichtung auf, damit die unterschiedlichen
Drücke erzeugt werden können. Bei der Ausführung mit
gemeinsamem Zylinderrohr ist es zur Erzeugung unterschied
licher Federhärten auch möglich, einen durchgehenden
Zylinderraum zu verwenden und lediglich den Durchmesser
der Kolbenstangen zu variieren, da deren Querschnitt die
Ausschubkraft in Verbindung mit dem Innendruck festlegt.
Im Übrigen sind Weiterbildungen der Erfindung Gegen
stand von Unteransprüchen.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Gegen
standes der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Gasfederanordnung mit einer gemeinsamen
durchgehenden Kolbenstange für beide Gasfedern, in einem
Längsschnitt,
Fig. 2 den Kolben einer der beiden Gasfedern, in
einer vergrößerten Darstellung,
Fig. 3 die erfindungsgemäße Gasfederanordnung mit
einem gemeinsamen Zylinderrohr, das zur Bildung der Zylin
derräume unterteilt ist, in einem Längsschnitt, und
Fig. 4 eine erfindungsgemäße Gasfederanordnung mit
koaxial teleskopisch ineinander angeordneten Gasfedern, in
einem Längsschnitt.
Fig. 1 zeigt eine Gasfederanordnung 1, die dazu
vorgesehen ist, eine geknickte oder zweistufige Federkenn
linie zu verwirklichen. Die Gasfederanordnung 1 weist
hierzu zwei mechanisch miteinander gekoppelte Gasfedern 2
und 3 auf, die im Wesentlichen denselben Aufbau, jedoch
unterschiedliche Kennlinien haben.
Zu der Gasfeder 2 gehört ein beispielsweise aus Stahl
bestehendes Zylinderrohr 4, das zusammen mit endseitig
eingesetzten Verschluß-Stücken 5 und 6 einen Zylinderraum
7 definiert. Durch das ringförmige Verschluß-Stück 6 ragt
eine Kolbenstange 8 in den Zylinderraum 7. Die Kolben
stange 8 ist an ihrem innenliegenden Ende mit einem Kolben
9 versehen.
Das Verschluß-Stück 5 ist eine zylindrische dicke
Scheibe, deren Durchmesser der lichten Weite des Zylin
derrohres 4 entspricht. Sie ist von einer innenliegenden
Stirnseite 11 sowie einer außenliegenden Stirnseite 12
begrenzt, aus der einstückig ein Gewindezapfen 13 koaxial
hervorsteht. Das Verschluß-Stück 5 ist an der Außenum
fangsseite mit einer umlaufenden Ringnut 14 versehen, in
die eine O-Ringdichtung 15 eingelegt ist. Mittels einer in
Umfangsrichtung umlaufenden Sicke 16, die in das Zylin
derrohr 4 eingeprägt ist und sich in die Ringnut 14 hin
einwölbt, ist das Verschluß-Stück 5 in dem Zylinderrohr 4
axial gesichert. Dabei wird gleichzeitig die Dichtung 15
zusammengedrückt, um eine Abdichtung herzustellen.
Zum Füllen der Gasfeder ist in dem Verschluß-Stück 5
ein schematisch angedeutetes Füllventil 17 vorhanden. Zu
dem Füllventil 17 gehört eine koaxial durch das Ver
schluß-Stück 5 führende Bohrung 18, die sich aus zwei
Abschnitten 19 und 21 zusammensetzt. Der Abschnitt 21 hat
einen größeren Durchmesser als der Abschnitt 19 und geht
an einer Kegelfläche 22 in den Abschnitt 19 über. Die
Kegelfläche 22 bildet einen Ventilsitz, auf dem ein Rund
schnur-O-Ring 23 aufliegt. Das Ventilverschlußglied hat
eine Gestalt ähnlich wie eine Flachkopfsenkschraube und
besteht aus einem kegelförmigen Kopf 24 sowie einem zylin
drischen Schaft 25, der in dem Abschnitt 19 geführt ist,
während der Kopf 24 in dem Abschnitt 21 geführt ist. Die
kegelförmige Fläche des kegelförmigen Kopfes 24 wirkt mit
dem O-Ring 23 zusammen.
Das Verschluß-Stück 6 ist eine dicke kreisringförmi
ge Scheibe, die von einer äußeren Planfläche 26 und einer
innenliegenden Planfläche 27 begrenzt ist. Auch sie ent
hält in ihrer Außenumfangsfläche eine umlaufende Ringnut
28, in die ein Rundschnur-O-Ring 29 eingelegt ist. Mittels
einer in das Zylinderrohr 4 eingeprägten umlaufenden Sicke
31, die sich in die Ringnut 28 vorwölbt, ist das Ver
schluß-Stück 6 in dem Zylinderrohr 4 gesichert.
Durch das Verschluß-Stück 6 führt eine zylindrische
Bohrung 32, durch die mit geringem Spiel die Kolbenstange
8 hindurchgleitet. Zum Abdichten der Kolbenstange 8 ist
eine Dichtungspackung 33 vorgesehen mit einem davor an
geordneten Haltering 34. Die Dichtungspackung 33 und der
Haltering 34 sind mittels einer weiteren in das Zylin
derrohr 4 eingeprägten und in Umfangsrichtung umlaufenden
Sicke 35 in axialer Richtung gesichert.
Die Kolbenstange 8 ist eine glatte durchgehende
zylindrische Stange, die an ihrem in dem Zylinderraum 7
befindlichen Ende einstückig mit einem koaxialen Zapfen 36
versehen ist. Auf diesem zylindrischen Zapfen 36 sitzt der
ringförmige Kolben 9, der hierzu mit einer Bohrung 37
versehen ist, die am Ende eine Ansenkung 35 aufweist. Die
Ansenkung 35 nimmt einen Schließkopf 38 auf, der durch
Vernieten des Zapfens 36 entsteht.
Der Aufbau des Kolbens 9 ist nachstehend anhand der
Fig. 2 erläutert. Er besteht, wie die Figur erkennen,
läßt aus einer dicken, kreiszylindrischen Scheibe 39,
deren Durchmesser geringfügig kleiner ist als der Innen
durchmesser des Zylinderrohrs 4. Auf diese Weise ist
sichergestellt, daß das in dem Zylinderrohr 4 enthaltene
Gas weitgehend ungehindert durch den Ringspalt zwischen
dem Kolben 9 und der Innenwand des Zylinderrohrs 4 vor
beiströmen kann.
Aus fertigungstechnischen Gründen ist die Scheibe 39
auf ihrer der Kolbenstange 8 zugekehrten Seite mit einem
rohrförmigen Halsteil 41 versehen. Außerdem enthält die
Scheibe 39 in ihrer Außenumfangsfläche eine umlaufende,
rechteckige Ringnut 42, in der mit Radial- und Axialspiel
ein O-Ring 43 angeordnet ist. Der Durchmesser des O-Rings
43 ist so gewählt, daß er mit Reibschluß an der Innensei
te des Zylinderrohrs 4 anliegt, sich aber im Übrigen frei
in der Ringnut 42, zwischen deren beiden Nutenwänden 44
und 45 bewegen kann.
Von dem Halsteil 41 her ist eine zu der Achse der
Scheibe 39 parallele, durchgehende Stufenbohrung 47 ausge
führt, die an einer Schulter 48 in eine kalibrierte Boh
rung 49 mit wesentlich kleinerem Durchmesser übergeht, die
an der Stirnseite 40 austritt. Die kalibrierte Bohrung 49
verbindet die Ringnut 42 mit der Stirnseite 40.
Die andere Gasfeder 3 der Gasfederanordnung 1 hat von
den Grundelementen her denselben Aufbau wie die Gasfeder
2, weshalb die dort vorhandenen Strukturelemente mit
denselben Bezugszeichen wie bei der Gasfeder 2 versehen
sind, jedoch ergänzt um einen Apostroph.
Infolge der weitgehenden Baugleichheit zwischen der
Gasfeder 2 und der Gasfeder 3 erübrigt sich somit eine
erneute Wiederholung der Aufbaubeschreibung.
Wie die Figur schwer erkennen läßt, haben die beiden
Gasfedern 2 und 3 eine gemeinsame, durchgehende Kolben
stange 8, die jeweils innerhalb der beiden Zylinderrohre 4
und 4' an ihren beiden Enden mit einem entsprechenden
Kolben 9, 9' versehen ist. Die beiden Gasfedern 2 und 3
werden über das Füllventil 17 bzw. 17' mit einem unter
Druck stehenden Gas gefüllt, wobei sich die Drücke in den
beiden Gasfedern 2 und 3 unterscheiden. Für die nachfol
gende Erläuterung des Funktionsprinzips sei angenommen,
daß der Druck in der Gasfeder 3 höher ist als der Druck
der Gasfeder 2.
Im unbelasteten Zustand ist die Kolbenstange 8 sowohl
aus der Gasfeder 2 als auch aus der Gasfeder 3 ausgetrie
ben. Die Ausschubewegung der Kolbenstange 8 wird durch den
Kolben 9 in der Gasfeder 2 und im Kolben 9' in der Gasfe
der 3 begrenzt, indem diese mit ihrem rohrförmigen Hals
teil 41 an der Scheibe 34 bzw. 34' anliegen. Die Kraft mit
der die Kolbenstange 8 aus den Gasfedern 2 und 3 ausge
trieben wird, ergibt sich aus dem Druck in dem Zylinder
rohr 4 multipliziert mit der Querschnittsfläche der Kol
benstange 8 sowie der Querschnittsfläche der Kolbenstange
8 multipliziert mit dem Gasdruck in dem Zylinderrohr 4'.
Da herstellungsgemäß der Druck in der Gasfeder 2 kleiner
ist als in der Gasfeder 3 ist die zwischen dem Zylinder
rohr 4 und der Kolbenstange 8 wirksame Kraft kleiner als
die zwischen der Kolbenstange 8 und dem Zylinderrohr 4'
wirksame Kraft.
Wenn die solchermaßen aufgebaute Gasfederanordnung 1
von außen mit einer Kraft belastet wird, fährt zunächst
die Kolbenstange 8 in das Zylinderrohr 4 ein, entsprechend
der von außen wirkenden Kraft. Wenn die von außen wirkende
Kraft größer ist als die maximal von der Gasfeder 2 auf
zubringende Kraft, wird die Gasfeder 2 vollständig zu
sammengeschoben sein, so weit bis der Schließkopf 38 auf
der Stirnseite 11 des Verschluß-Stücks 5 auftrifft.
Bei einer weiteren Krafterhöhung, die bestrebt ist
die beiden Gasfedern 2 und 3 zusammenzudrücken, wird sich
auch der Kolben 9' von der Scheibe 34' lösen und sich in
Richtung auf das Verschluß-Stück 5, bewegen. Da der Druck
in der Gasfeder 3 größer ist als in der Gasfeder 2, ist
die Federkennlinie der Gasfeder 3 steiler, d. h. die Gasfe
der 3 zeigt eine größere Federhärte als die Gasfeder 2.
Somit läßt sich mit der gezeigten Gasfederanordnung 1
eine Gesamtfederkennlinie verwirklichen, die eine Knick- oder
Übergangsstelle aufweist, in dem Sinne, daß sie in
einem Bereich mit einer geringeren Steilheit oder Feder
härte arbeitet und in einem anderen Bereich mit einer
größeren Steilheit oder Federhärte.
Außerdem zeigt die Anordnung eine Rastfläche, während
der trotz Erhöhung der von außen wirkenden Kraft keine
Bewegung Zustande kommt.
Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit bei der ein
gangs erwähnten Anordnung die Unterstützung eines Deckels
zu ermöglichen. Er ist in der horizontalen Lage weitgehend
entlastet ist, ohne daß er in der aufrechtstehenden
Stellung so stark in die Endlage gedrückt wird, daß seine
Betätigung von Hand praktisch nicht mehr möglich ist.
Der O-Ring 43 bildet zusammen mit der Ringnut 42 und
der kalibrierten Bohrung 49 eine in einer Richtung wirken
de Dämpfungseinrichtung für die Bewegung der Kolben
stange 8.
Während der Einschubbewegung der Kolbenstange 8 in
das Zylinderrohr 4 liegt der O-Ring 43 an der Nutenwand 45
an. Der Reibschluß zwischen dem O-Ring 43 und der Innen
wand des Zylinderrohres 4 sorgt dafür, dieses Anlegen mit
einer durch den Reibschluß definierten Kraft erfolgen zu
lassen. In dieser Lage ist der Ringspalt, der sich zwi
schen der Stirnfläche 40 und der Nutenwand 46 erstreckt
und der von der Außenumfangsfläche des Kolbens 9 und der
Innenwand eines Zylinderrohres 4 begrenzt wird, frei ist.
Das Gas kann ungehindert durch diesen Ringspalt strömen
und ist nicht gezwungen, durch die kalibrierte Bohrung 49
hindurchzuströmen. Das Gas gelangt mit geringem Strömungs
widerstand in die Ringnut 42 und aus dieser wiederum durch
den Abschnitt mit dem großen Durchmesser der Bohrung 47 in
den Bereich rechts von dem Kolben 9, bezogen auf Fig. 2.
Damit ist eine schnelle Bewegung möglich.
Wenn hingegen die Gasfederanordnung l entlastet wird
und der in den Gasfedern 2 und 3 wirkende Gasdruck be
strebt ist, die Kolbenstange 8 aus den Zylinderrohren 4
und 4' auszutreiben, legt sich der O-Ring 43 an die Nuten
wand 44 an und verschließt nunmehr strömungsmäßig den oben
erwähnten Zylinderspalt, der sich von der Stirnfläche 40
bis zu der Nutenwand 44 erstreckt. Das Gas, das nun bezo
gen auf Fig. 2 von rechts nach links an dem Kolben vor
beiströmen soll, strömt durch die Bohrung 47 in die Ring
nut 42 ein. Da der von der Nutenwand 44 ausgehende Rings
palt durch den O-Ring 43 verlegt ist, kann das Gas aus der
Ringnut 42 nur noch durch die kalibrierte Bohrung 49
abströmen. Der Durchmesser ist sehr klein gewählt, weshalb
die Ausschubbewegung der Kolbenstange 8 durch die Ge
schwindigkeit begrenzt wird, mit der das Gas durch die
kalibrierte Bohrung 49 hindurchströmen kann.
Mit Hilfe der neuen Gasfederanordnung 1 ist es nicht
nur möglich eine Gesamtfederkennlinie zu erzeugen, die
hinsichtlich der Federhärte geknickt ist. Es kann auch
eine Gesamtfederkennlinie erzielt werden, die hinsichtlich
der Dämpfungseigenschaften einen Knick, bezogen auf den
Ausschubweg, aufweist. Dies wird bspw. erreicht, wenn die
kalibrierte Bohrung 49 und der Gasfeder 2 eine andere
lichte Weite hat als die kalibrierte Bohrung, die in der
Gasfeder 3 realisiert ist. Je nach dem wie die Gasdrücke
in den Gasfedern 2 und 3 eingestellt werden, läßt sich
steuern, welche der kalibrierten Bohrungen zunächst im
Sinne eines Festlegens der Ausschubbewegung wirksam ist.
Dabei werden die Drücke vorzugsweise so gewählt, daß die
Einschub- bzw. Ausschubbewegungen der Gasfedern 2 und 3
hinsichtlich der Federkraft ohne Rastfläche weitgehende
glatt ineinander übergehen, wie es der Fall wäre, wenn
eine einzige durchgehende Gasfeder verwendet wird.
Da bei Gasdruckfedern die Steilheit der Federkenn
linie auch abhängig davon ist, wie stark sich das freie
Volumen in der Gasfeder ändert, bezogen auf den Federweg,
kann bspw. bei der härteren Gasfeder eine steilere Kenn
linie erreicht werden, indem die Volumenänderung größer
ist. Hierzu wird der Durchmesser des Zylinderrohrs ver
glichen mit der Kolbenstange 8 kleiner gewählt. Je größer
der Durchmesser der Kolbenstange ist bezogen auf die
lichte Weite des Zylinderrohres, um so steiler steigt die
Federkennlinie an, und je kleiner der Durchmesser ist
bezogen auf die lichte Weite des Zylinderrohres, um so
flacher verläuft die Federkennlinie.
Sämtliche Arten von Federkennlinien lassen sich
miteinander kombinieren, d. h. die Gasfederanordnung kann
eine Gesamtkennlinie zeigen, bei der sich das Dämpfungs
verhalten längs dem Ausschubweg verändert, wobei gleich
zeitig eine Rastfläche vorgesehen ist, in dem Sinne, daß
bspw. dem Zusammenschieben der Gasfeder 2 eine weitere
Krafterhöhung zunächst keine Veränderung der Länge der
Gasfederanordnung 1 bewirkt, solange bis eine Kraft er
reicht ist, die deutlich höher liegt als die maximale
Ausschubkraft der Gasfeder 2. Außerdem kann in jedem der
beiden Abschnitte der Federkennlinie, d. h. also entweder
bei der Gasfeder 2 oder auch bei der Gasfeder 3 unabhängig
von der zu erreichenden Endkraft bzw. maximalen Ausschub
kraft die Kennlinie mehr oder weniger steil gewählt wer
den, indem einfach bei konstantem Querschnitt der Kol
benstange 8 das Zylinderrohr 4 größer oder kleiner im
Durchmesser gewählt wird als der Durchmesser des Zylin
derrohres 4'.
Während bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 die
beiden Gasfedern 2 über eine einstückige, durchgehende
Kolbenstange 8 miteinander verbunden sind, zeigt Fig. 3
eine Gasfederanordnung 1, bei der ein gemeinsames Zylin
derrohr 60 vorgesehen ist. Das Zylinderrohr 60 ist beid
ends durch Verschluß-Stücke 61 und 62 verschlossen, sowie
an einer im Bereich der Mitte liegenden Stelle durch ein
Verschluß-Stück 63 in zwei Abschnitte unterteilt, derart,
daß zwei Zylinderräume 64 und 65 erhalten werden.
Das Verschluß-Stück 61 ist eine kreiszylindrische
Scheibe mit einer Durchgangsbohrung 66, durch die eine
rohrförmige Kolbenstange 67 hindurchführt. In der Außen
umfangsfläche ist das Verschluß-Stück 61 wiederum mit
einer umlaufenden Ringnut 68 versehen, in die sich eine
Sicke 69 vorwölbt, die in das Zylinderrohr 60 eingeprägt
ist. Ein innen an der Ringnut 68 sitzender O-Ring 71 dient
der Abdichtung. Das Dichtungspaket, das zum Abdichten der
Kolbenstange 67 gegenüber der Verschluß-Stück 61 erfor
derlich ist, ist in der Figur nicht weiter dargestellt, da
es zum Verständnis der Erfindung nicht von Bedeutung ist.
Die rohrförmige Kolbenstange 67 ist an ihrem innen
liegenden Ende mit einem Kolben 72 verbunden, der mit
einem koaxialen rohrförmigen Halsteil 73, sowie mit einer
Durchgangsbohrung 74 verbunden ist, die den Innenraum des
Halsteils 73 mit einer vor der Kolbenstange 73 liegenden
Stirnseite 75 des Kolbens 72 verbindet.
Die Kolbenstange 67 enthält im Bereich des Halsteils
73 eine umlaufende Ringnut 76, die den nach innen sich
vorwölbenden Bereich einer Sicke 77 aufnimmt, die in den
Halsteil 73 eingewalzt ist, um den Kolben 72 mechanisch
mit der Kolbenstange 67 zu verbinden.
Der Außendurchmesser des zylindrischen Kolbens 72 ist
geringfügig kleiner als die lichte Weite des Zylinderroh
res 60, um eine Umströmung des Kolbens 72 zu ermöglichen,
wie dies bei Gasdruckfedern üblich ist.
Das aus dem Zylinderrohr 60 herausragende Ende der
Kolbenstange 67 ist mit einem becherförmigen Endstück 78
versehen, dessen Kragen oder Rand 79 über der Kolbenstange
67 steckt und dessen Boden 81 mit einem Befestigungsgewin
dezapfen 82 versehen ist. Durch den Zapfen 82 führt eine
Bohrung 83, die bis in den becherförmigen Teil 79 ragt.
Die Bohrung 83 geht an einer Planschulter 84 in den Innen
raum über, der von dem Kragen 79 begrenzt ist, so daß
eine strömungsmäßige Verbindung von der Bohrung 83 zu dem
Innenraum der Kolbenstange 67 besteht. Das stirnseitige
Ende der Kolbenstange 67 befindet sich im Abstand zu der
Planschulter 84, um dort ein Ventilverschlußglied 85
unterzubringen ist, das mit einem Führungsansatz 86 ver
sehen ist, der in der Bohrung 83 längsverschieblich ist
und mit dieser zusammen einen gasdurchlässigen Ringspalt
definiert.
Die Sicherung des becherförmigen Endstücks 78 ge
schieht in ähnlicher Weise wie die Befestigung des Kolbens
72 nämlich mit Hilfe einer in der Kolbenstange 67 vorhan
denen Nut 86 und einer in den Kragen 79 eingewalzten
umlaufenden Sicke 87, die sich in die Nut 86 vorwölbt. Im
Inneren der Nut 86 befinden sich Dichtmittel, die nicht
weiter gezeigt sind, um eine Abdichtung zu gewährleisten.
Das Trenn- oder Abschluß-Stück 63 ist eine kreiszy
lindrische Scheibe mit einer umlaufenden Ringnut 89, in
die wiederum eine umlaufende Sicke 91 eingeprägt ist, um
das Trennstück 63 in dem Zylinderrohr 60 axial zu fixie
ren. Ein in der Ringnut 89 eingelegter O-Ring 92 dient der
Abdichtung der beiden Gasräume der Gasfedern 2 und 3
voneinander.
Der Aufbau der Gasfeder 3 ist im Übrigen derselbe wie
der Aufbau der Gasfeder 2, weshalb auch bei Fig. 3 wieder
um die Bau- und Strukturelemente der Gasfeder 3 mit dem
selben Bezugszeichen belegt sind, wie bei der Gasfeder 2
jedoch ergänzt um einen Apostroph.
Bei der Gasfederanordnung 1 nach Fig. 3 wird jede der
beiden Gasfedern 2 und 3 für sich über das Endstück 78
bzw. 78' gefüllt und auf den erforderlichen Gasdruck ge
bracht. Die Arbeits-und Funktionsweise der Gasfederanord
nung 1 nach Fig. 3 ist im Übrigen dieselbe wie bei der
Gasfederanordnung 1 nach Fig. 1. Die dort gegebene Erläu
terung gilt sinngemäß auch für das Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3.
Eine weitere, zeichnerisch nicht dargestellte, Ab
wandlung der neuen Gasfederanordnung kann darin bestehen,
bei der Ausführungsform nach Fig. 3 das Trennstück 63
wegzulassen und einen durchgehenden Gasraum zu erhalten.
Die unterschiedlichen Kennlinien werden durch Kolbenstan
gen 67 und 67' erreicht, die sich im Durchmesser vonein
ander unterscheiden. Es kann auf diese Weise eine der
beiden Kolbenstangen massiv ausgebildet werden und auf das
zusätzliche Füllventil in einem der Endstücke 78 verzich
tet werden.
Der Vorteil einer solcher Anordnung besteht darin,
bei einem allmählichen Gasverlust die unterschiedlichen
Steilheiten immer zu erhalten, da sie sich aus der Geome
trie, d. h. dem unterschiedlichen Durchmesser der Kolben
stangen zwangsläufig ergeben.
Fig. 4 zeigt schließlich eine Gasfederanordnung 1,
die teleskopisch aufgebaut ist, insofern als die Gasfeder
2 in der Gasfeder 3 steckt. Der Aufbau der Gasfeder 2 ent
spricht identisch dem Aufbau der Gasfeder 2 nach Fig. 3,
weshalb insoweit dieselben Bezugszeichen verwendet werden.
Allerdings endet das Zylinderrohr 60 nicht bei dem Trenn
stück 63, sondern an einem Endstück, das gleichzeitig
einen weiteren Kolben 95 darstellt. Dieser Kolben 95 ist
an dem Ende des Zylinderrohres 60 befestigt, das dem Ende
mit dem Verschluß-Stück 61 gegenüber liegt. Außerdem ist
das Zylinderrohr 60 gleichzeitig die Kolbenstange der
Gasfeder 3.
Die Gasfeder 2 steckt in einem Zylinderrohr 96, das
wiederum an beiden Enden durch Verschluß-Stücke 97 und 98
verschlossen ist. Die Befestigung des Verschluß-Stücks 97
erfolgt, wie bereits mehrfach beschrieben, mit Hilfe einer
umlaufenden Ringnut 99, einem darin befindlichen O-Ring
101 und einer in die Ringnut eingeprägten, umlaufenden
Sicke 102.
Neben einer innenliegenden Stirnseite 103 des Ver
schluß-Stücks 97 liegt eine Dichtungspackung 104, an die
sich eine Distanzhülse 105 anschließt, die mit einer
weiteren, eingeprägten Sicke 106 gesichert ist. Die
Distanzhülse 105 hat die Aufgabe, die Dichtungspackung 104
zusammenzuhalten, während andererseits die Sicke 106 einen
Anschlag für den Kolben 95 darstellt.
Der Kolben 95 ist eine dicke, zylindrische Scheibe
mit einer Stirnseite 107 sowie einer Stirnseite 108, aus
der einstückig ein zylindrischer Zapfen 109 vorsteht. Der
zylindrische Zapfen 109 ist in dem Zylinderrohr 60 ver
ankert, in derselben Weise, wie dies im Zusammenhang mit
dem Endstück 97 beschrieben ist. Der Zapfen 109 enthält
hierzu eine umlaufende Ringnut 111 mit einer darin liegen
den O-Ring Dichtung 112. In diese Ringnut 111 wölbt sich
eine Sicke 113 vor, die in das Zylinderrohr 60 eingeprägt
ist. Hierdurch ist der Kolben 107 mechanisch fest und
gasdicht mit den Zylinderrohr 60 verbunden. Der Abstand
der Sicke 113 von der Stirnseite 108 ist so gewählt, daß,
wenn die Stirnseite 108 der Sicke 106 anstößt, die Sicke
103 sich nach wie vor im Abstand zu der Dichtungspackung
104 befindet.
Das Verschluß-Stück 98 ist ebenfalls eine dicke,
zylindrische Scheibe 114 mit einer innen liegenden, planen
Stirnfläche 115 und einer nach außen zeigenden, planen
Stirnfläche 116, die koaxial einstückig einen Gewindezap
fen 117 trägt. Durch das Verschluß-Stück 98 führt eine
Stufenbohrung 118, bestehend aus einem zylindrischen
Abschnitt 119 mit kleinerem Durchmesser, der an einer
Kegelfläche 121, die als Ventilsitzfläche dient, in einen
zylindrischen Abschnitt 123 mit größerem Durchmesser
übergeht. Der Abschnitt 122 ist dem Inneren der Gasfeder
3 zugekehrt.
In dieser Stufenbohrung 118 sitzt axial beweglich ein
Ventilverschlußglied 123, das eine Kegelfläche 124 sowie
einen Führungszapfen 125 aufweist. Der Führungszapfen 125
läuft in dem Abschnitt 119, während zwischen der Kegel
fläche 124 und in der Ventilsitzfläche ein O-Ring 126
eingefügt ist, der die eigentliche Abdichtung übernimmt.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird die Gasfe
der 2 über das Endstück 78 und die Gasfeder 3 über das
Verschluß-Stück 98 gefüllt. Auf diese Weise können in den
beiden Gasfedern 2 und 3 unterschiedliche Gasdrücke er
zeugt werden, die vollständig unabhängig voneinander sind.
Durch Wahl der Gasdrücke in den Gasfedern 2 und 3
kann, wie vorher beschrieben, die Kraft gewählt werden,
die erforderlich ist, um die Kolbenstange 67 in das Zylin
derrohr 60 einzuschieben, bzw. die Kraft gewählt werden,
mit der das Zylinderrohr 60, das die Kolbenstange der
Gasfeder 3 darstellt, in das Zylinderrohr 96 eingeschoben
wird. Mit Hilfe der Durchmesserdifferenz zwischen der
Kolbenstange 70 und dem Innendurchmesser des Zylinderrohres
60 bzw. dem Außendurchmesser des Zylinderrohres 60 und der
lichten Weite des Zylinderrohres 96, kann die Steilheit
der Federkennlinie eingestellt werden.
Bei einer Gasfederanordnung sind zwei Gasfedern
mechanisch miteinander verbunden, die beide unterschiedli
che Kennlinien haben, wodurch es möglich ist, eine Gesamt
kennlinie zu erzeugen, die in zwei Abschnitte aufgeteilt
ist, wobei sich die beiden Abschnitte, hinsichtlich der
Dämpfung und/oder der Steilheit und/oder der Anfangs- und/oder
der Endkraft voneinander unterscheiden. Bei
dieser Gasfederanordnung können die beiden Gasfedern über
die Kolbenstange mechanisch miteinander verbunden sein
oder über das Zylinderrohr oder aber die beiden Gasfedern
stecken teleskopisch ineinander, in dem Sinne, daß das
Zylinderrohr der innenliegenden Gasfeder gleichzeitig die
Kolbenstange der außenliegenden Gasfeder darstellt.