DE19738183A1 - Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines Kraftfahrzeuges - Google Patents
Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines KraftfahrzeugesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder
Stellelementes eines Kraftfahrzeuges durch einen Fahrzeugführer mit einem im
Bedienbereich des Fahrzeugführers angeordneten im wesentlichen flächenförmigen
Bedienelement.
Unter solchen vom Fahrzeugführer betätigbaren Leistungssteuer oder Stellelementen
werden im Kraftfahrzeug die Bremse, die Drosselklappe und die Kupplung verstanden. Eine
Vorrichtung zum Bedienen derartiger Leistungssteuer- oder Stellelemente ist z. B. aus der
deutschen Patentschrift DE 44 07 005 bekannt.
Weitere Vorschläge sind z. B: aus den europäischen Patentanmeldungen EP 555 892 und
EP 398 793 und der europäischen Patentschrift EP 401 288 bekannt.
Allen Vorschlägen liegt eine Pedaleinrichtung zugrunde, wobei die Pedalbewegung über
einen Kraftsensor oder Drehsensor in ein elektrisches Signal umgewandelt wird und darüber
die Drosselklappe gesteuert wird. Nachteilig bei allen Vorschlägen ist, daß eine
verhältnismäßig aufwendige Mechanik zum Umformen des Pedalweges in ein elektrisches
Signal bzw. zum Aufbringen der Rückstellkräfte erforderlich ist. Des weiteren muß ein
bestimmter Raumbedarf für die Mechanik um die Drehbewegung der Pedaleinrichtung zur
Erzeugung des Steuersignals vorgesehen werden.
Ferner besteht die Gefahr, daß Gegenstände wie z. B. Flaschen in den Fußraum des
Fahrers gelangen, die hinter die Pedaleinrichtung rollen oder rutschen können und damit
eine Betätigung der Pedaleinrichtung verhindern, und damit insbesondere wenn es sich um
das Bremspedal handelt, eine Gefahrensituation verursachen können.
Weiterhin sind solche Pedaleinrichtungen nur zu einer Fußbetätigung geeignet. Eine
Betätigung einer derartigen Pedaleinrichtung mit den Händen des Fahrzeugführers ist
schon deshalb nicht möglich, da hierzu der Fahrzeugführer z. B. bei gleichzeitiger
Betätigung von Bremse und Kupplung beide Hände vom Lenkrad lösen müßte auch wenn
die Pedaleinrichtungen in Reichweite der Hände angeordnet wären.
Wird das Fahrzeug z. B. von einer körperlich behinderten Person geführt, so ist ein
erheblicher Umbauaufwand erforderlich um der Person die Bedienung aller
Pedaleinrichtungen zu ermöglichen.
Aufgabe der Erfindung ist es nun eine einfache Vorrichtung zum Bedienen der
Leistungssteuer- oder Stellelemente ohne aufwendige Mechanik und mit geringem
Raum bedarf zu finden. Außerdem soll die Vorrichtung auch für eine Handbetätigung
geeignet sein.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Es wird vorgeschlagen in dem Bedienelement zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder
Stellelementes einen Kraftaufnehmer vorzusehen, der in Abhängigkeit von einer auf das
Bedienelement einwirkenden Kraft ein elektrisches Steuer- bzw. Stellsignal bildet.
Geeignete Kraftaufnehmer sind z. B: piezoelektrische, magnetoelastische, induktive oder
Dehnungsmeßstreifen (DMS)-Kraftaufnehmer.
Solche Kraftaufnehmer liefern ein elektrisches Signal mit einer hohen Genauigkeit für einen
sehr großen Meßbereich. Induktive Kraftaufnehmer können z. B. für Nennkräfte zwischen
10 mN bis zu 1 MN hergestellt werden. Es kann somit ein derartiger Kraftaufnehmer für die
von dem Fahrzeugführer mit dem Fuß oder den Händen ausübbare Kraft derart ausgelegt
werden, daß der Kraftaufnehmer die auf ihn einwirkende Kraft, mit einer ausreichenden
Genauigkeit in elektrische Signale umwandelt, mit der z. B: die Stellung der Drosselklappe,
d. h. die Leistung, gesteuert werden kann.
Die Wegverschiebung im Kraftaufnehmer zur Messung der Kräfte liegt im Bereich von
wenigen µm (bei piezoelektrischen Kraftaufnehmern) bis zu mehreren zehntel mm bei
DMS-Kraftaufnehmern.
Es ist daher für den Fahrzeugführer schwer erkennbar, ob eine weitere Krafterhöhung auf
das Bedienelement zu einer Erhöhung der Bremskraft oder der Fahrgeschwindigkeit führt.
Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, Signaleinrichtung wie z. B. Leuchten zum
Anzeigen von Extremstellungen der Leistungssteuer- oder Stellelemente wie "Vollgas" oder
"Kupplung ganz geöffnet" vorzusehen.
Das Bedienelement mit dem darin angeordneten Kraftaufnehmer kann z. B. an der
Karosserieinnenseite im Fußbereich des Fahrzeugführers angeordnet werden.
Die bisher notwendige und verhältnismäßig teuere Pedalmechanik kann entfallen, da das
elektrische Steuersignal allein durch die Krafteinwirkung auf das Bedienelement erzeugt
wird.
Gelangen Gegenstände in den Fußraum, so ist die Blockade des Bedienelementes sicher
verhindert, da das Bedienelement direkt an der Karosserie angeordnet ist und ein
Einklemmen des Gegenstandes wie bei einer bisher bekannten Pedaleinrichtung zwischen
Pedal und Karosserie nicht möglich ist.
Weiterhin ist der Raumbedarf des vorgeschlagenen Bedienelementes erheblich geringer als
der einer bisher bekannten Pedaleinrichtung und wirkt sich somit im Sinne einer optimalen
Raumausnutzung des Fahrzeuginnenraumes günstig aus. Mit der Erfindung wird es
ermöglicht die Abmaße der Karosserie bei gleichbleibender Bewegungsfreiheit des
Fahrzeugführers und Motorraumabmaßen weiter zu reduzieren.
Alternativ kann das Bedienelement auch in das Lenkrad integriert werden. Die Betätigung
des Bedienelementes würde dann mit den Händen erfolgen, ohne daß hierzu das Lenkrad
losgelassen werden müßte. Wird das Fahrzug z. B. von einer behinderten Person geführt,
so kann das Bedienelement individuell an die Bewegungsmöglichkeiten der behinderten
Personen angepaßt angeordnet werden. Eine aufwendige Mechanik, die es einer
behinderten Person ermöglicht eine bisher bekannte Pedaleinrichtung zu bedienen, ist
damit nicht erforderlich.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt:
Anordnung eines Bedienelementes mit Kraftaufnehmer zur Leistungssteuerung eines Kraftfahrzeuges.
Anordnung eines Bedienelementes mit Kraftaufnehmer zur Leistungssteuerung eines Kraftfahrzeuges.
In der Figur ist eine Anordnung eines Bedienelementes 1 mit darin angeordnetem
Kraftaufnehmer 6 zur Leistungssteuerung eines Kraftfahrzeuges zu erkennen. Unter dem
Begriff Leistungssteuer- oder Stellelemente werden hier die Kupplung als
Leistungsstellelement sowie die Bremse und die Drosselklappe als
Leistungssteuerelemente verstanden. In der Figur ist beispielhaft die Steuerung der
Drosselklappe 2 dargestellt. Das Bedienelement 1 mit dem darin angeordneten
Kraftaufnehmer 6 ist an dem Karosserieteil 7 im Fußbereich des Fahrzeugführers
angeordnet. Für eine Handbetätigung müßte das Bedienelement natürlich in Reichweite der
Hände vorzugsweise ein Lenkrad angeordnet sein. Übt der Fahrzeugführer mit dem Fuß
eine Kraft F1 auf das Bedienelement 1 mit dem darin angeordneten Kraftaufnehmer 6 aus,
so wird in dem Kraftaufnehmer 6 ein elektrisches Signal erzeugt, das über die
Signalleitungen 5 dem Stellglied 8 der Drosselklappe 2 direkt zugeleitet wird.
Selbstverständlich ist es auch möglich das Signal zuerst einer Verarbeitungseinrichtung 4
zuzuleiten, in der das elektrische Signal in ein für das Stellglied 8 geeignete Stellgröße
umgewandelt wird. Weiterhin könnte die Vorarbeitungseinrichtung 4 durch eine Bedämpfung
des elektrischen Signals des Kraftaufnehmers 6 vornehmen, was zum Beispiel beim
Befahren von Schlechtwegstrecken und resultierender, schwellender Krafteinleitung am
Kraftaufnehmer 6 von Vorteil für die Drosselklappe 2 wäre.
Gleichzeitig wird das elektrische Signal einer Signalleuchte 9 direkt oder über die
Verarbeitungseinrichtung 4 zugeleitet, die bei Überschreiten eines vorgegebenen
Grenzwertes des elektrischen Signals aufleuchtet und damit die Extremstellung des
Leistungssteuerelementes in diesem Fall die Extremstellung der Drosselklappe 2, d. h.
"Vollgas", anzeigt. Dem Fahrzeugführer wird durch Aufleuchten der Signalleuchten 9
angezeigt daß eine weitere Erhöhung der Krafteinwirkung auf das Bedienelement 1 nicht
zu einer Erhöhung der Leistung führt.
Durch die Veränderung der Stellung der Drosselklappe 2, wird dann in bekannter Art und
Weise die Leistungsabgabe des Motors 3 gesteuert.
Bezugszeichenliste
1 Bedienelement
2 Drosselklappe
3 Motor
4 Verarbeitungseinrichtung
5 Signalleitung
6 Kraftaufnehmer
7 Karosserieteil
8 Stellglied
9 Signalleuchte
F1 Kraft
2 Drosselklappe
3 Motor
4 Verarbeitungseinrichtung
5 Signalleitung
6 Kraftaufnehmer
7 Karosserieteil
8 Stellglied
9 Signalleuchte
F1 Kraft
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines
Kraftfahrzeuges durch einen Fahrzeugführer mit einem im Bedienbereich des
Fahrzeugführers angeordneten im wesentlichen flächenförmigen Bedienelement,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienelement einen Kraftaufnehmer aufweist, der
ein elektrisches Steuersignal bzw. Stellsignal in Abhängigkeit von einer auf das
Bedienelement einwirkenden Kraft bildet, mit dem das Leistungssteuer- oder
Stellelement steuer- bzw. stellbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrische
Steuersignal bzw. Stellsignal ohne Ausführen einer Bewegung des Bedienelementes
bildbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftaufnehmer
ein piezoelektrischer, magnetoelastischer, induktiver oder
Dehnungsmeßstreifen-Kraftaufnehmer ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bedienelement im Fußbereich des Fahrzeugführers angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für den
Fahrzeugführer erkennbare Signaleinrichtungen vorgesehen sind, die bei Vorliegen
eines einen vorgegebenen Grenzwert überschreitenden Steuer- oder Stellsignals
betätigbar und dadurch die Extremstellungen der Leistungssteuer- oder Stellelemente
anzeigbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Verarbeitungseinrichtung eine Bedämpfung des elektrischen Steuersignals vornimmt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19738183A DE19738183A1 (de) | 1996-09-07 | 1997-09-02 | Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines Kraftfahrzeuges |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19636407 | 1996-09-07 | ||
| DE19738183A DE19738183A1 (de) | 1996-09-07 | 1997-09-02 | Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines Kraftfahrzeuges |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19738183A1 true DE19738183A1 (de) | 1998-03-12 |
Family
ID=7804939
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19738183A Ceased DE19738183A1 (de) | 1996-09-07 | 1997-09-02 | Vorrichtung zum Bedienen eines Leistungssteuer- oder Stellelementes eines Kraftfahrzeuges |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19738183A1 (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| FR3017339A1 (fr) * | 2014-02-13 | 2015-08-14 | Peugeot Citroen Automobiles Sa | Dispositif de commande d'un equipement de vehicule, a extensometre(s) de mesure de deformation resultant de l'appui d'un pied du conducteur |
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| CN109611221A (zh) * | 2019-02-28 | 2019-04-12 | 山推工程机械股份有限公司 | 一种油门操纵系统 |
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-
1997
- 1997-09-02 DE DE19738183A patent/DE19738183A1/de not_active Ceased
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