DE19737191A1 - Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage - Google Patents
Vorrichtung zum Betreiben einer HeizungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Betreiben
einer Heizungsanlage nach der Gattung des unabhängigen
Anspruchs. Aus der Installationsanleitung für die
Gas-Kesseltherme CERASTAR der Fa. Junkers von 6/94, Seite 5 ist
eine Gasarmatur bekannt, die die Gaszufuhr für eine
Kesseltherme über ein Regelventil und zwei Magnetventile
steuert. Über eine Bypassleitung läßt sich das Regelventil
umgehen. Mit Hilfe einer Einstellschraube läßt sich der
Durchfluß durch diese Bypassleitung justieren. Zum Zünden
der Kesseltherme bleibt das Regelventil geschlossen. Die
Startgasmenge wird der Kesseltherme über den Bypass
zugeführt. Um beim Brennerstart eine schlagartige
Flammenbildung zu vermeiden, muß über die Einstellschraube
die Startgasmenge genau auf die jeweilige Kesseltherme
abgestimmt werden. Dieser Abgleich ist für jedes Gerät von
Hand durchzuführen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Betreiben einer
Heizungsanlage umfaßt einen Brenner, in dessen
Brennstoffzufuhr zumindest ein Ventil angeordnet ist. Eine
Signalverarbeitung erzeugt eine Stellgröße für das Ventil.
Die Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage zeichnet
sich dadurch aus, daß zum Zünden des Brenners die Stellgröße
das Ventil im Sinne einer zunehmenden Brennstoffzufuhr
ansteuert. Zeitaufwendige mechanische Einstellvorgänge
können unterbleiben. Unabhängig von der Art des jeweiligen
Brenners lassen sich alle Zündvorgänge in der beschriebenen
Weise steuern. Eine brennerabhängige Parametrierung kann
unterbleiben. Die die Brennstoffzufuhr steuernde Armatur
vereinfacht sich, da eine Bypassleitung zur Einstellung der
Zündmenge nicht mehr erforderlich ist. Die einfache
Konstruktion der Armatur reduziert sowohl Materialkosten als
auch den Aufwand der Herstellung.
In einer zweckmäßigen Weiterbildung erfolgt die Zunahme der
Brennstoffzufuhr kontinuierlich. Damit ist sichergestellt,
daß die minimal notwendige Brennstoffmenge dem Brenner zur
Verfügung gestellt wird. Ein Überzünden der Flamme läßt sich
so vermeiden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung erfolgt die Zunahme der
Brennstoffzufuhr in Stufen. Dank der diskreten Ansteuerung
des die Brennstoffzufuhr beeinflussenden Ventils reduzieren
sich sowohl Ansteuerschaltungen als auch die Anforderungen
an das Ventil.
In einer weiteren Ausführung ist zum Zünden des Brenners der
zeitliche Verlauf der Stellgröße so gewählt, daß das Ventil
intermittierend angesteuert ist. Bei einer hochfrequenten
Ansteuerung eines Magnetventils stellt sich ein mittlerer
Öffnungswinkel ein, der von dem Puls-Pausenverhältnis
abhängt. Die mittlere Stellung des Ventils läßt sich dadurch
kontinuierlich verändern, obwohl die Ansteuerung lediglich
binär erfolgt. Während einer ersten Zeitspanne ist das
Ventil im Sinne eines Öffnens und während einer zweiten
Zeitspanne im Sinne eines Schließens angesteuert. Mit
zunehmender Dauer des Zündvorgangs nimmt die erste
Zeitspanne zu. Dadurch wird eine kontinuierliche
Brennstoffzufuhr auf einfache Weise erreicht. Der gleiche
Effekt stellt sich ein, wenn die zweite Zeitspanne mit
zunehmender Dauer des Zündvorgangs abnimmt. Es kommt zu
keiner schlagartigen Flammenbildung beim Zünden des
Brenners. Bleibt die Summe von erster und zweiter Zeitspanne
konstant, kommt es zu keinen unerwünschten Pfeifgeräuschen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung endet die Ansteuerung
des Ventils im Sinne einer Zunahme der Brennstoffzufuhr mit
Zünden des Brenners. Anschließend erfolgt die Regelung der
Heizleistung in Abhängigkeit von bestimmten
Temperaturparametern. Der Wechsel in den Normalbetrieb
erfolgt automatisch.
In einer vorteilhaften Weiterbildung endet die Ansteuerung
des Ventils im Sinne einer Zunahme der Brennstoffzufuhr nach
einer dritten Zeitspanne. Damit ist sichergestellt, daß bei
einer bekannten Zunahme der Brennstoffzufuhr eine bestimmte
Brennstoffmenge nicht überschritten wird, bei der es
bekanntermaßen zu einer unerwünschten schlagartigen
Flammenbildung kommt.
Weitere zweckmäßige Weiterbildungen aus weiteren abhängigen
Ansprüchen ergeben sich aus der Beschreibung.
Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Betreiben einer Heizungsanlage sind in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigen Fig. 1 einen schematischen Aufbau der
Vorrichtung, Fig. 2 und 3 mögliche zeitliche Verläufe
einer Brennstoffzufuhr sowie Fig. 4 und 5 mögliche
zeitliche Verläufe einer Stellgröße.
Ein Ventil 14 steuert eine Brennstoffzufuhr 12 für einen
Brenner 10. Das Ventil 14 wird von einer Stellgröße 18
angesteuert, die von einer Signalverarbeitung 16
bereitgestellt wird.
Fig. 2 ist der zeitliche Verlauf der Brennstoffzufuhr 12 zu
entnehmen. Er nimmt linear bis zu einem dritten Zeitpunkt
tmax auf eine maximale Brennstoffzufuhr Pmax zu und bleibt
anschließend konstant. Der zeitliche Verlauf der
Brennstoffzufuhr 12 gemäß Fig. 3 ist stufenförmig.
Die Stellgröße 18 gemäß Fig. 4 ist binär ausgebildet.
Während einer ersten Zeitspanne Ta ist das Ventil 14 im
Sinne eines Öffnens angesteuert, während einer zweiten
Zeitspanne Tz im Sinne eines Schließens. In Fig. 4 nimmt
die erste Zeitspanne Ta erst nach dreimaliger Ansteuerung
des Ventils 14 im Sinne eines Öffnens zu, während bei Fig.
5 die Zunahme quasi kontinuierlich erfolgt, wobei die zweite
Zeitspanne Tz abnimmt.
Die Signalverarbeitung generiert für den Zündvorgang eine
entsprechende Stellgröße 18, mit der das Ventil 14
angesteuert wird. Als Ventil 14 kommt ein Magnetventil zum
Einsatz. Grundsätzlich ist es jedoch ebenso denkbar, als
Ventil 14 ein über einen Verstellantrieb kontinuierlich
bezüglich des Öffnungsverhaltens veränderbares Steuerventil
einzusetzen. Der Signalverarbeitung 16 wird eine
Wärmeanforderung an den Brenner 10 mitgeteilt. Daraufhin
startet sie den Zündvorgang. Das bislang geschlossene Ventil
14 wird nun von einer Stellgröße 18 im Sinne einer
zunehmenden Brennstoffzufuhr 12 beaufschlagt. Das als
Regelventil arbeitende Magnetventil wird mit einer
Regelgleichspannung beaufschlagt, die proportional ist zu
dem Öffnungswinkel des Ventils 14. Der Minimalwert der
Regelspannung wird mit einer vorgebbaren Rampe
kontinuierlich erhöht. Eine Flammenüberwachung erkennt den
Zeitpunkt der Zündung des Brenners 10. Beim Zünden wechselt
die Signalverarbeitung 16 die Betriebsart und steuert das
Ventil 14 im Normalbetrieb an.
Neben einer kontinuierlichen Verstellung der
Brennstoffzufuhr 12 läßt sich der Öffnungswinkel des Ventils
14 auch in Stufen beeinflussen, Fig. 3. Für eine bestimmte
Dauer ist das Magnetventil mit einer bestimmten
Gleichspannung beaufschlagt, die proportional ist zur
Brennstoffzufuhr 12. Diese Gleichspannung nimmt erst nach
Ablauf einer vorgebbaren Zeitspanne zu.
Die zunehmende Brennstoffzufuhr 12 kann auch durch eine
intermittierende Ansteuerung des Ventils 14 durchführt
werden. Die Stellgröße 18 besitzt ein binäres Format, wobei
während der ersten Zeitspanne Ta das Ventil 14 im Sinne
eines Öffnens, während der zweiten Zeitspanne Tz im Sinne
eines Schließens angesteuert ist. Die Stellgröße 18 weist
eine Schaltfrequenz beispielsweise von 16 kHz auf. Wegen der
Trägheit des Magnetventils stellt sich eine mittlere
Ventilstellung ein, die proportional ist zu dem Verhältnis
von erster Zeitspanne Ta zu zweiter Zeitspanne Tz. Die
Brennstoffzufuhr 12 steigt an, indem die Signalverarbeitung
16 eine Stellgröße 18 mit steigendem Verhältnis von erster
Zeitspanne Ta zu zweiter Zeitspanne Tz generiert. Die
Zunahme dieses Verhältnisses kann erfolgen, indem entweder
bei konstanter zweiter Zeitspanne Tz die erste Zeitspanne Ta
kontinuierlich zunimmt, oder bei konstanter erster
Zeitspanne Ta die zweite Zeitspanne Tz abnimmt oder die
erste Zeitspanne Ta zunimmt und zugleich die zweite
Zeitspanne Tz abnimmt. Neben einer kontinuierlichen
Veränderung des Verhältnisses von erster Zeitspanne Ta zu
zweiter Zeitspanne Tz kann diese auch in Stufen erfolgen.
Für eine bestimmte Anzahl von Auf-Zu-Ansteuervorgängen des
Ventils 14 bleibt das Verhältnis von erster Zeitspanne Ta zu
zweiter Zeitspanne Tz konstant, woran sich eine Zunahme
dieses Verhältnisses anschließt. Vorzugsweise werden erste
Zeitspanne Ta und zweite Zeitspanne Tz so verändert, daß
ihre Summe für eine Ansteuerperiode konstant bleibt, um
durch Frequenzänderungen hervorgerufene Pfeifgeräusche zu
vermeiden.
Um eine schlagartige Flammenbildung unabhängig davon zu
verhindern, ob die Zündung erfolgt ist, wird die
Brennstoffzufuhr 12 auf einen maximal zulässigen Wert Pmax
begrenzt. Die Stellgröße 18 ist hierbei entsprechend zu
wählen. Im Falle der kontinuierlichen Sollwertvorgabe darf
die Stellgröße 18 nicht denjenigen Wert überschreiten, der
mit der Ventilstellung korrespondiert, die die maximal
zulässige Brennstoffzufuhr Pmax hervorruft. Ist die Rampe
der Brennstoffzufuhr 12 bekannt, so genügt eine zeitliche
Begrenzung dieses Anstiegs auf den dritten Zeitpunkt tmax.
Der maximale dritte Zeitpunkt tmax ist auch bei der
intermittierenden Betriebsweise des Ventils 14 realisierbar.
Das Verhältnis von erster Zeitspanne Ta zu zweiter
Zeitspanne Tz wird nur so lange entweder kontinuierlich oder
in Stufen erhöht, solange seit Beginn der Zündansteuerung
noch nicht der dritte Zeitpunkt tmax überschritten ist. Das
sich zu diesem Zeitpunkt einstellende Verhältnis wird für
die folgenden Ansteuervorgänge des Ventils 14 beibehalten,
bis eine Zündung des Brenners 10 erreicht ist.
Es ist nicht notwendig, die Brennstoffzufuhr 12 vom Wert
Null an kontinuierlich oder in Stufen zu erhöhen. Zu Beginn
des gewünschten Zündvorgangs wird das Ventil 14 im Sinne
einer von Null verschiedenen Brennstoffzufuhr angesteuert.
Von diesem Niveau aus erfolgt die Zunahme. Die Zunahme der
Brennstoffzufuhr 12 muß zudem nicht linear erfolgen, denkbar
wäre auch beispielsweise ein Verlauf nach einer Exponential-
Funktion.
Die Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage findet
bevorzugte Verwendung für gasbefeuerte Brenner 10. Sie ist
jedoch hierauf nicht eingeschränkt.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage, mit einem
Brenner (10), in dessen Brennstoffzufuhr (12) zumindest ein
Ventil (14) angeordnet ist, mit einer Signalverarbeitung
(16), die eine Stellgröße (18) für das Ventil (14) erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zünden des Brenners (10) die
Stellgröße (18) das Ventil (14) im Sinne einer zunehmenden
Brennstoffzufuhr (12) ansteuert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zunahme der Brennstoffzufuhr (12) kontinuierlich
erfolgt.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zunahme der Brennstoffzufuhr
(12) in Stufen erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der zeitliche Verlauf der
Stellgröße (18) so gewählt ist, daß das Ventil (14)
intermittierend angesteuert ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellgröße (18) so gewählt
ist, daß das Ventil (14) während einer ersten Zeitspanne
(Ta) im Sinne eines Öffnens und während einer zweiten
Zeitspanne (Tz) im Sinne eines Schließens angesteuert ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mit zunehmender Dauer des
Zündvorgangs des Brenners (10) die erste Zeitspanne (Ta)
zunimmt und/oder die zweite Zeitspanne (Tz) abnimmt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von erster
Zeitspanne (Ta) zu zweiter Zeitspanne (Tz) kontinuierlich
oder in vorgebbaren Stufen ansteigt mit zunehmender Dauer
des Zündvorgangs.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuerung des Ventils (14)
im Sinne einer Zunahme der Brennstoffzufuhr (12) mit Zünden
des Brenners (10) endet.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuerung des Ventils (14)
im Sinne einer Zunahme der Brennstoffzufuhr (12) nach einer
dritten Zeitspanne (Tmax) endet.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellgröße (18) so gewählt
ist, daß eine maximale Brennstoffzufuhr (Pmax) nicht
überschritten ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19737191A DE19737191A1 (de) | 1997-08-27 | 1997-08-27 | Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19737191A DE19737191A1 (de) | 1997-08-27 | 1997-08-27 | Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19737191A1 true DE19737191A1 (de) | 1998-07-30 |
Family
ID=7840236
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19737191A Ceased DE19737191A1 (de) | 1997-08-27 | 1997-08-27 | Vorrichtung zum Betreiben einer Heizungsanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19737191A1 (de) |
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1997
- 1997-08-27 DE DE19737191A patent/DE19737191A1/de not_active Ceased
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