DE19737647A1 - Verfahren zur Herstellung eines Polstermöbels - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines PolstermöbelsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Polstermöbels.
Herkömmlicherweise werden Polstermöbel so hergestellt bzw. aufgebaut,
daß, ähnlich wie bei einem Bett, zunächst ein Unterrahmen oder Untergestell, an
dem auch die Beine angeordnet werden, bereitgestellt wird, das beispielsweise
rahmenartig ausgebildet ist und in dem eine vorzugsweise metallische Federung
eingebracht ist, wobei sich auf diesem Untergestell auch ein Rahmen oder ein Ge
stell für die Lehne abstützt. Aufbauend auf diesem Untergestell wird eine Polste
rung aufgebracht, wie auf einem Sprungrahmen eines Bettes letztlich die Matrat
ze aufgelegt wird. Polsterung und Rahmengestell werden schließlich mit einem
Bezugsstoff umschlossen, der beispielsweise an der Unterseite des Rahmenge
stelles angeheftet wird.
Dieser herkömmliche Aufbau eines Polstermöbels hat gleich mehrere Nach
teile. Das Polstermöbel muß unter einem erheblichen Zeitaufwand aus vielen ver
schiedenen Materialien nahezu individuell aufgebaut werden, wodurch die Her
stellung des Polstermöbels relativ kosten intensiv wird. Außerdem ist umgekehrt
auch ein solches Polstermöbel praktisch nicht recyclungsfähig, sondern endet als
thermisch zu entsorgender Sperrmüll, da es unökonomisch, wenn nicht sogar un
möglich wäre, das entsprechende herkömmliche Polstermöbel so in einzelne Be
standteile zu zerlegen, daß diese gegebenenfalls einer Recycelung zugeführt wer
den könnten.
Die vorliegende Erfindung möchte die sich aus der herkömmlichen Polster
möbelherstellung ergebenden Probleme, insbesondere die im vorhergehenden
angedeuteten Probleme, vermeiden und einen grundsätzlich anderen Polstermö
belaufbau aufzeigen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein zur Stabilisie
rung des Polstermöbels dienendes, den Sitz- und/oder den Lehnenverlauf nur
grob vorgebendes Grundelement zur Anordnung relativ nahe der für den Benut
zer vorgesehenen Kontaktfläche des Polstermöbels vorgesehen wird, und eine im
wesentlichen auch designerische Formgebung des Polstermöbels jenseits der Kon
taktflächen unter und/oder hinter dem Grundelement dadurch erfolgt, daß an
der Unter- und/oder Rückseite des Grundelementes ein zur Formgebung geeig
netes Material angeordnet wird.
Erfindungsgemäß wird also ein Polstermöbel bereits grundsätzlich völlig
anders aufgebaut als ein herkömmliches Polstermöbel. Der Aufbau beginnt näm
lich nicht mit einem Rahmen oder Grundelement, auf dem das Polstermöbel nach
oben durch Aufbringung einer Polsterung aufgebaut wird, sondern das in erfin
dungsgemäßer Weise zu erstellende Polstermöbel verfügt über ein Grundele
ment, das statt dessen nicht bodennah, sondern vielmehr kontaktflächennah, also
mehr oder weniger oberseitig angeordnet wird, wobei die eigentliche Formge
bung, die letztendlich auch das Design des Polstermöbels bestimmt, nach unten
hin erfolgt. Es werden also unterhalb bzw. hinter einem entsprechenden Grund
element für die Formgebung geeignete Materialien angeordnet, beispielsweise
angeklebt oder angeschraubt. Danach wird das Grundelement und das formge
bende Material wiederum mit einer Bezugsstoffhülle umgeben, und zwar vor
zugsweise allseitig umschlossen, wobei allerdings die Sichtbereiche der Bezugs
stoffhülle beispielsweise aus einem anderen Material hergestellt sein könnten, als
der Bezugsstoffsbereich, der beispielsweise an der Unterseite des Polstermöbels
zu finden ist. Die Bezugsstoffhülle könnte beispielsweise mit Hilfe eines Reißver
schlusses oder dergleichen geschlossen werden. Grundsätzlich wäre allerdings
auch bei der erfindungsgemäßen Polstermöbelherstellung ein Anheften des Be
zugsstoffes an der Unterseite ohne Ausbildung einer geschlossenen Bezugsstoff
hülle möglich.
Das Grundelement bildet und bietet selbst im wesentlichen die Sitzfläche
und Anlehnungsfläche des Polstermöbels. Für ihre Nachgiebigkeit ist sie im Sitz
flächenbereich und/oder im Rückenlehnenbereich vorzugsweise (jeweils) rahmen
artig ausgebildet, wobei die von dem Rahmen umgrenzte zentrale Öffnung durch
eine Bespannung wiederum vorzugsweise weitgehend geschlossen ist. Der Sitz
komfort ergibt sich also dann im wesentlichen aus der Bespannung, deren Elasti
zität und Nachgiebigkeit vorgegeben und eventuell auch eingestellt werden kann,
wobei es ebenfalls denkbar ist, eine gewisse zusätzliche Formgebung in die Be
spannung selbst einzubringen, indem Polster, Wülste, eventuell sogar formver
änderbare oder aufblasbare Wülste, in die Bespannung eingearbeitet werden. Da
bei kann die Bespannung beispielsweise mit Hilfe von metallischen Haken in die
Rahmenausbildung des Grundelementes allseitig eingehängt werden. Der Rahmen
selbst bzw. das Grundelement selbst ist möglichst stabil, vorzugsweise aus Holz
ausgearbeitet, beispielsweise aus einem Sperrholz- oder aus einem Vollholzmate
rial, wobei für die letztere Ausbildungsform insbesondere Buchenholz in Betracht
kommt. Dabei könnte das Grundelement einteilig ausgebildet sein, beispielsweise
mit Hilfe von Dampfbehandlung gebogen oder sonstwie ausgeformt sein. Das
Grundelement könnte auch mehrteilig ausgebildet sein, wobei der Sitzflächenbe
reich und der Rückenlehnenbereich beispielsweise über metallische Winkel oder
dergleichen miteinander verbunden sein könnten. Dadurch wäre beispielsweise
auch eine Lehnenverstellbarkeit mit Hilfe von Scharnieren oder dergleichen denk
bar. Auch für eventuelle Armlehnen könnten zumindest Kernelemente bzw. Ver
ankerungselemente an dem Grundelement angeordnet sein, wobei die Formge
bung der Armlehnen ebenfalls durch das vorgesehene formgebende Material,
eventuell unter Verwendung einer höheren Dichtigkeit oder Festigkeit, erfolgen
kann.
Als formgebendes Material wird vorzugsweise ein Polyproylenmaterial ver
wendet, das in blockartiger, eine körnige Struktur aufweisen der Ausgestaltung,
wie sie von Polysterol gewohnt ist, bereitgestellt werden kann, wobei auch ein
solches Polypropylenmaterial zur Formgebung zu einer bestimmten Form ge
schnitten werden kann, und zwar vorzugsweise mit einer computergesteuerten
Materialbearbeitungsmaschine. Zur Erzielung einer größeren Dichte und Festigkeit
kann das Polypropylenmaterial thermisch behandelt und verdichtet werden, wo
bei es durchaus auch formgepreßt werden kann.
Darüber hinaus kann das Grundelement auch zur (noch) bequemeren Aus
gestaltung der Kontaktflächen mit einem herkömmlichen Schaumstoffmaterial
oder einem anderen Polstermaterial aufgepolstert sein, so daß das Grundelement
im Hinblick auf die Gesamtform des herzustellenden Polstermöbels dann nicht
mehr unmittelbar die Kontaktflächen bereitstellt, sondern mehr zu einem Stabi
lisierungskern des Polstermöbels wird. Vorzugsweise wird ein flächiges Schaum
stoffmaterial verwendet.
Die erfindungsgemäße Herstellung eines Polstermöbels weist gegenüber ei
ner herkömmlichen Herstellung diverse Vorteile auf. Zunächst einmal kann die
Endmontierung eines Polstermöbels erfindungsgemäß quasi aus Einzelteilen er
folgen, die auch von branchenfremden Kräften zeitlich schnell und einfach durch
geführt werden kann. Es kann geradezu ein Baukastensystem bereitgestellt
werden, aus dem ein Polstermöbel aufgebaut wird, wobei aber nur etwa fünf ver
schiedene Materialien bzw. Einzelteile für den Korpus des Polstermöbels verwen
det werden müssen, nämlich ein Grundelement, das völlig unabhängig von dem
gewünschten Design des Polstermöbels im Prinzip immer gleichartig aussehen
und aufgebaut sein kann, eine Bespannung für das Grundelement, einige wenige
Formgebungsblöcke für den Sitzflächenbereich, den Rückenlehnenbereich und
gegebenenfalls den Armlehnenbereich des Polstermöbels, ein bis zwei Schaum
stofflagen für die Kontaktflächenaufpolsterung und eine Bezugshülle, um den
Korpus des Polstermöbels zu umgeben.
Genauso einfach wie ein solches Polstermöbel aufgebaut werden kann,
kann es nach Ablauf seiner Lebensdauer auch wieder zerlegt werden, wobei die
einzelnen Teile sehr leicht voneinander wieder getrennt werden können und zum
Teil wiederverwendet werden können bzw. einem einfachen Recycling zugeführt
werden können. Ganz bewußt erinnert die erfindungsgemäße Herstellungsweise
eines Polstermöbels an die Herstellungsweise eines Kraftfahrzeuges. Die einzel
nen, zahlenmäßig sehr beschränkten Aufbauteile können fremdgefertigt und ei
nem Endfertigungsbetrieb zugeliefert werden und durch minimal geschulte
Kräfte oder gegebenenfalls sogar automatisiert endmontiert werden. Dabei wird
das gewünschte Design des Polstermöbels vorrangig nur von dem formgebenden
Material bestimmt, das mit entsprechenden Vorformungen dem Endmontie
rungsbetrieb zugeliefert werden kann, während alle übrigen Teile im Prinzip
designneutral rein technisch-funktional gleichbleibend ausgebildet sein können.
Lediglich der Bezugsstoff bestimmt den optischen Eindruck des Polstermöbels
mit und ist selbst auch sehr leicht wählbar und auch auswechselbar.
Durch diese Art der Montierung eines Polstermöbels kann insbesondere die
Logistik oder auch die Nachfrage die Produktion steuern. Bei der herkömmlichen
Herstellungsweise eines Polstermöbels war dies umgekehrt. Es wurden, wie bei
spielsweise in der Modebranche, geradezu saisonal Polstermöbel "auf Verdacht
des Kundengeschmackes" von einem Polstermöbelhersteller erstellt und dann
dem Verbraucher präsentiert. Bei der erfindungsgemäßen Montierungsweise
könnte geradezu ein Kunde das Design seines Polstermöbels selber bestimmen
und ein entsprechendes Polstermöbel bestellen, woraufhin dann ganz gezielt auf
Bestellung ein solches Polstermöbel sehr kurzfristig produziert und ausgeliefert
werden könnte.
Dies gilt insbesondere auch für die Beine oder Füße des Polstermöbels. Da
zu ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß diese an Fixierungsbereichen angeord
net werden, die durch das formgebende Material hindurch stabil mit dem Grund
element des Polstermöbels verbunden sind. Bereitgestellt werden also beispiels
weise metallische Befestigungsplatten, an denen beliebige Beine oder Füße mit
beliebiger Neigung oder Länge oder aus beliebigem Material je nach Kunden
wunsch, gegebenenfalls passend zu übrigen Möbeln, befestigt und auch ausge
wechselt werden können.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung eines Polstermöbels,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein zur Stabilisierung des Polstermöbels dienen des, den Sitz- und/oder den
Lehnenverlauf nur grob bzw. grundsätzlich vorgebendes Grundelement zur
Anordnung relativ nahe der für den Benutzer vorgesehenen Kontaktfläche des
Polstermöbels vorgesehen wird, und eine im wesentlichen auch designerische
Formgebung des Polstermöbels jenseits der Kontaktflächen unter und/oder hinter
dem Grundelement dadurch erfolgt, daß an der Unter- und/oder Rückseite des
Grundelementes ein zur Formgebung geeignetes Material angeordnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das formge
bende Material bereits vorgeformt am Grundelement angeordnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Grundelement auf seiner Ober- und/oder Unterseite mit einem Polstermaterial
aufgepolstert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Grundelement im Sitzbereich und/oder im Rückenleh
nenbereich (jeweils) rahmenartig als Umgrenzung einer zentralen Öffnung
ausgebildet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zentrale
Öffnung (jeweils) mit einer netz- oder gewebeartigen Bespannung wenigstens
weitgehend geschlossen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bereit
stellung eines Nachgebeweges der Bespannung in dem formgebenden Material
eine entsprechende Ausnehmung grundelementseitig vorgesehen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Grundelement wenigstens weitgehend aus Holz ausge
bildet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß als formgebendes Material Polypropylen verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß zur Befestigung der Beine des Polstermöbels vorgesehene
Fixierungsbereiche an der Unterseite des formgebenden Materials vorgesehen
sind und durch dieses hindurch mit dem Grundelement verbunden werden.
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee | ||
| 8170 | Reinstatement of the former position | ||
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |