DE19737535A1 - Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebsrohre oder dergleichen - Google Patents
Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebsrohre oder dergleichenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebs
rohre oder dergleichen aus Beton oder Stahlbeton, wobei zwischen den Stirn
seiten benachbarter Rohre zumindest eine Dichtungsanordnung und zumin
dest ein Druckübertragungsring angeordnet sind. Derartige Rohre oder ver
gleichbare Bauteile werden in geschlossener Bauweise, d. h. unterirdisch, im
Rohrvortrieb eingebaut. Die Rohre können sowohl einen kreisförmigen Quer
schnitt als auch andere Querschnitte aufweisen, z. B. rechteckige, Maul-,
Eiprofil- oder andere Querschnitte.
Für derartige Rohrverbindungen werden herkömmlich Rohre verwendet, die
im Verbindungsbereich eine Muffen-Spitzend-Konstruktion entsprechend
DIN 40 32 und 40 35 aufweisen, oder Rohre, die im Verbindungsbereich
einen Stahl-Führungsring gemäß ATV-Merkblatt M 151 aufweisen. Sowohl bei
einer Muffen-Spitzend-Konstruktion als auch bei Verwendung eines Stahl-Füh
rungsringes dienen diese Bauteile dazu, sowohl beim Einbau die Führung
der Rohre zueinander in der Rohrachse zu gewährleisten und Querkräfte der
Rohrverbindung zu übertragen als auch Dichtungen aufzunehmen und dem
entsprechend die Rohrverbindung abzudichten. Diese Doppelfunktion erfor
dert stets Kompromißlösungen, weil die Funktionen sich gegenseitig beein
flussen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Rohrverbindung der eingangs beschriebe
nen Gattung anzugeben, bei der die für die Abdichtung sowie für die Übertra
gung von Längskräften und Querkräften wesentlichen Bauteile frei von ge
genseitiger Beeinflussung angeordnet sind.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Stirnseiten der Rohre jeweils eine
umlaufende Nut aufweisen, daß ein in beide Nuten eingreifender Dichtungs
ring vorgesehen ist, daß beidseits des Dichtungsringes zumindest ein Druck
übertragungsring angeordnet ist und daß im Bereich der Stirnseiten eine Ein
richtung zur Übertragung von Querkräften angeordnet ist. - Dabei sind alle
funktionswesentlichen Bauteile im Bereich der Stirnseiten so angeordnet, daß
eine funktionelle Trennung einerseits der Abdichtung und andererseits der
Übertragung von Kräften möglich ist. Die umlaufende Nut teilt die Wandung
des Rohrs oder dergleichen in zwei Querschnittsbereiche und nimmt den
Dichtungsring auf, so daß eine wasserdichte Verbindung der Rohre gewähr
leistet ist. In jedem der beiden Teilquerschnittsbereiche ist zumindest ein
Druckübertragungsring angeordnet. Die Aufteilung des Querschnittes und die
Anordnung der Druckübertragungsringe verringern die stirnseitige Beanspru
chung der zu verbindenden Rohre beim Rohrvortrieb. Theoretische und ver
suchstechnische Untersuchungen haben gezeigt daß dadurch die sogenann
ten Spaltzugkräfte in den Rohren nahe der Rohrverbindung maßgeblich
reduziert werden. Zusätzlich im Bereich der Stirnseiten angeordnete Einrich
tungen zur Übertragung von Querkräften können nach den jeweils gegebenen
statischen Erfordernissen hinsichtlich Anzahl, Größe und Dimensionierung
ausgelegt werden.
Für die konstruktive Ausbildung von Nuten und Dichtungsring bestehen meh
rere Möglichkeiten. Bei einer Ausführung besteht der Dichtungsring aus einem
nachgiebig elastischen Material, vorzugsweise aus einem Elastomer. Der
Dichtungsring sollte formschlüssig in die beiden Nuten eingreifen. Das kann
dadurch erreicht werden, daß in Richtung der Rohrlängsachse gesehen die
Nuten und die in die Nuten eingreifenden Ränder des Dichtungsringes einen
keilförmigen, trapezförmigen oder kalottenförmigen Querschnitt aufweisen.
Bei einer anderen Ausführung weisen zumindest die Ränder des Dichtungs
ringes rechteckige Querschnitte auf, die mit an den Seitenwänden der Nut
angeordneten Dichtungsprofilen abdichten. Dabei bleibt die Dichtwirkung
auch erhalten, wenn die beiden Rohre sich in Längsrichtung zueinander ver
schieben. Durch entsprechende Wahl der Steifigkeit des Dichtungsringes
kann die Beweglichkeit der Rohrverbindung beeinflußt werden. Dementspre
chend kann der Dichtungsring aus Metall oder Kunststoff bestehen.
Auch für die Gestaltung von Einrichtungen zur Obertragung von Querkräften
bestehen mehrere Möglichkeiten. So können die Stirnseiten der Rohre jeweils
zumindest zwei Aufnahmen für Bolzen aufweisen, die sich bis in die Aufnah
men des jeweils anderen Rohres erstrecken. Die Ausnehmungen können in
nenseitig und/oder außenseitig der Nuten angeordnet sein. Bevorzugt wird
eine Anordnung bzw. Ausbildung der Ausnehmungen und der Bolzen derart,
daß Abwinklungen der Rohre zueinander möglich sind. Das kann dadurch
erreicht werden, daß in Richtung der Rohrlängsachse gesehen die Ausneh
mungen und die in die Ausnehmungen eingreifenden Enden der Bolzen einen
keilförmigen, trapezförmigen oder kalottenförmigen Querschnitt aufweisen.
Im folgenden werden in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiele der
Erfindung erläutert; es zeigen:
Fig. 1 die Draufsicht auf eine Stirnseite eines Rohres,
Fig. 2 einen Schnitt in Richtung A-A durch den Gegenstand nach Fig.
1 in einer Rohrverbindung,
Fig. 3 einen Schnitt in Richtung B-B durch den Gegenstand nach Fig.
1 in einer Rohrverbindung,
Fig. 4 eine andere Ausführung des Gegenstandes nach Fig. 2.
Zu der in der Zeichnung dargestellten Rohrverbindung für stumpf gestoßene
Vortriebsrohre gehören zwei Rohre 1, 2 (Fig. 2, 3) aus Beton oder Stahlbe
ton mit jeweils identischen Stirnseiten 3 (Fig. 1). Die Rohre 1, 2 können
beliebige Querschnitte aufweisen. Die Querschnitte sind nicht auf den in Fig.
1 wiedergegebenen Querschnitt beschränkt. Einsatzbereiche der mit die
ser Rohrverbindung vorzugsweise im Rohrvortrieb, aber auch in der offenen
und halboffenen Bauweise hergestellten Rohrleitung sind die Verwendung als
Abwasserkanal oder -leitung, Wasserversorgungsleitung, begehbarer oder
nichtbegehbarer Leitungsgang, in welchem ein oder mehrere andere Ver- und
Entsorgungsleitungen verlegt sind, Unterführungen für Fußgänger oder ver
gleichbare Zwecke, andere Ver- oder Entsorgungsleitungen.
Die Stirnseiten der beiden Rohre 1, 2 weisen jeweils eine ebene Stoßfläche 4
auf. In der Stoßfläche 4 ist eine umlaufende Nut 5 angeordnet, die die Stoß
fläche 4 in zwei Teilquerschnitte 6, 7 teilt. Im Bereich jedes Teilquerschnit
tes 6, 7 ist ein Druckübertragungsring 8 bzw. 9 angeordnet (Fig. 2). Diese
Druckübertragungsringe 8, 9 übertragen die beim Rohrvortrieb auftretenden
Längskräfte.
In die einander gegenüberliegenden stirnseitigen Nuten 5 der miteinander zu
verbindenden Rohre 1, 2 greift formschlüssig ein Dichtungsring 10 ein, der bei
der dargestellten Ausführung aus einem Elastomer besteht (Fig. 2). Für den
Formschluß sind - in Richtung der Rohrlängsachse gesehen - sowohl die
Nuten 5 als auch die in die Nuten eingreifenden Ränder 11 des Dichtungsrin
ges 10 mit einem bei der dargestellten Ausführung trapezförmigen Quer
schnitt versehen.
Außerhalb der Nut 5 und bei der dargestellten Ausführung in den Eckberei
chen des im wesentlichen rechteckigen Rohrquerschnitts befinden sich Auf
nahmen 12 für Bolzen 13, die sich beidseits in die einander gegenüberlie
genden Aufnahmen 12 erstrecken (Fig. 3). Diese Bolzen 13 dienen zur Auf
nahme von Querkräften, die beim Rohrvortrieb auftreten. Damit auch Ab
winklungen beim Rohrvortrieb zugelassen werden können, weisen die Auf
nahmen 12 ebenso wie die Enden 14 der Bolzen 13 einen sich konisch ver
jüngenden Querschnitt auf. Eine andere Variante ist die feste Montage bzw.
Integrierung der Bolzen 13 an einem der beiden Rohre und die Anordnung der
entsprechenden Aufnahme 12 am anderen Rohr.
Bei der Ausführung nach Fig. 4 weist der Dichtungsring 10 insgesamt einen
rechteckigen Querschnitt auf. Seine Ränder 11 dichten mit Dichtungsprofi
len 15, die an den Seitenwänden 16 der Nut 5 angeordnet und wie dargestellt
mit Rippen 17 in die Seitenwände 16 eingelassen sind.
Claims (10)
1. Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebsrohre oder dergleichen aus Beton
oder Stahlbeton, wobei zwischen den Stirnseiten benachbarter Rohre zumindest
eine Dichtungsanordnung und zumindest ein Druckübertragungsring angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseiten (3) der Rohre
(1, 2) jeweils eine umlaufende Nut (5) aufweisen, daß ein in beide Nuten (5) eingrei
fender Dichtungsring (10) vorgesehen ist, daß beidseits des Dichtungsringes (10)
zumindest ein Druckübertragungsring (8, 9) angeordnet ist und daß im Bereich der
Stirnseiten (3) eine Einrichtung zur Übertragung von Querkräften angeordnet ist.
2. Rohrverbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Dichtungsring (10) aus einem nachgiebig elastischen Material besteht.
3. Rohrverbindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Dichtungsring (10) aus einem Elastomer besteht.
4. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Dichtungsring (10) formschlüssig in beide Nuten (5) ein
greift.
5. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß in Richtung der Rohrlängsachse gesehen die Nuten (5) und die
in die Nuten (5) eingreifenden Ränder (11) des Dichtungsringes (10) einen keil
förmigen, trapezförmigen oder kalottenförmigen Querschnitt aufweisen.
6. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß zumindest die Ränder des Dichtungsringes (10) rechteckige
Querschnitte aufweisen, die mit an den Seitenrändern (16) der Nut (5) angeordne
ten Dichtungsprofilen (15) abdichten.
7. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Stirnseiten der Rohre (1, 2) jeweils zumindest zwei Auf
nahmen (12) für Bolzen (13) aufweisen, die sich bis in die Aufnahme (12) des je
weils anderen Rohres (1, 2) erstrecken oder daß eines der Rohre (1, 2) fest instal
lierte Bolzen aufweist und das andere Rohr entsprechende Aufnahmen (12).
8. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Aufnahmen (12) und/oder ggf. vorhandene fest installierte
Bolzen innenseitig und/oder außenseitig der Nuten (5) angeordnet sind.
9. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch
eine Anordnung bzw. Ausbildung der Aufnahmen (12) und der Bolzen (13) derart,
daß eine Abwinklung der Rohre (1, 2) zueinander möglich sind.
10. Rohrverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß in Richtung der Rohrlängsachse gesehen die Aufnahmen (12)
und die in die Aufnahmen (12) eingreifenden Enden (14) der Bolzen (13) einen ko
nischen, trapezförmigen oder kalottenförmigen Querschnitt aufweisen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997137535 DE19737535C2 (de) | 1997-08-28 | 1997-08-28 | Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebsrohre oder dergleichen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997137535 DE19737535C2 (de) | 1997-08-28 | 1997-08-28 | Rohrverbindung für stumpf gestoßene Vortriebsrohre oder dergleichen |
Publications (2)
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| DE19737535A1 true DE19737535A1 (de) | 1999-03-25 |
| DE19737535C2 DE19737535C2 (de) | 2003-05-15 |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19737535C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004046964B3 (de) * | 2004-09-28 | 2006-03-30 | Bpi-Consult Gmbh | Einrichtung zur Herstellung von Querungen, insbesondere unter Verkehrswegen, für den Kabeltiefbau und/oder den Entwässerungsbau |
| WO2009112248A3 (de) * | 2008-03-12 | 2009-11-26 | Johann Bartlechner Kg | Verfahren zur herstellung von betonrohren und betonrohrleitungssystem |
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-
1997
- 1997-08-28 DE DE1997137535 patent/DE19737535C2/de not_active Expired - Fee Related
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| WO2009112248A3 (de) * | 2008-03-12 | 2009-11-26 | Johann Bartlechner Kg | Verfahren zur herstellung von betonrohren und betonrohrleitungssystem |
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|---|---|
| DE19737535C2 (de) | 2003-05-15 |
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