DE19731103A1 - Satelliten-Navigationsverfahren - Google Patents
Satelliten-NavigationsverfahrenInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01S—RADIO DIRECTION-FINDING; RADIO NAVIGATION; DETERMINING DISTANCE OR VELOCITY BY USE OF RADIO WAVES; LOCATING OR PRESENCE-DETECTING BY USE OF THE REFLECTION OR RERADIATION OF RADIO WAVES; ANALOGOUS ARRANGEMENTS USING OTHER WAVES
- G01S19/00—Satellite radio beacon positioning systems; Determining position, velocity or attitude using signals transmitted by such systems
- G01S19/38—Determining a navigation solution using signals transmitted by a satellite radio beacon positioning system
- G01S19/39—Determining a navigation solution using signals transmitted by a satellite radio beacon positioning system the satellite radio beacon positioning system transmitting time-stamped messages, e.g. GPS [Global Positioning System], GLONASS [Global Orbiting Navigation Satellite System] or GALILEO
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Satelliten-Navigationsver
fahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Derzeit gibt es zwei Satelliten-Navigationssysteme, nämlich
das amerikanische GPS (Global Positioning System) sowie das
russische GLONASS.
Beide Systeme bestehen derzeit aus 24 (Navigations-)Satel
liten, die auf genau bekannten Umlaufbahnen die Erde um
kreisen und dabei zeitlich fortlaufend für die Navigation
geeignete Signale (Navigations-Signale) aussenden. Dabei
sendet jeder Satellit ein diesen charakterisierendes Signal
aus. Ein Nutzer, der einen auf das Navigations-System und
die Navigations-Signale abgestimmten Navigations-Empfänger
besitzt, kann damit durch Auswerten der Navigations-Signale
die genaue, eventuell zeitabhängige Position des Navigati
ons-Empfängers im 3-dimensionalen Raum bestimmen.
Bei dem amerikanischen GPS sind derzeit ungefähr 24 nutz
bare Satelliten vorhanden. Zur Navigation im 3-dimensiona
len Raum benötigt ein auf GPS abgestimmter Navigations-Emp
fänger, der im folgenden auch GPS-Empfänger genannt wird,
im Idealfall die Navigations-Signale von lediglich vier
GPS-Satelliten.
Dem Empfangsbereich des GPS-Empfängers stehen aber im all
gemeinen jederzeit die Navigations-Signale von mehreren
GPS-Satelliten, derzeit typischerweise sechs bis neun, zur
Verfügung. Werden von dem GPS-Empfänger jederzeit alle ver
fügbaren Navigations-Signale ausgewertet, so ist vorteil
hafterweise eine zuverlässige Positionsbestimmung möglich,
da eine momentane Redundanz vorhanden ist. So kann bei
spielsweise bei einer zufälligen Abschattung des Navigati
ons-Signals eines gerade verwendeten GPS-Satelliten auf das
entsprechende Signal eines weiteren ebenfalls verfügbaren
GPS-Satelliten umgeschaltet werden.
Diese momentane Redundanz kann auch genutzt werden, um mög
liche Anomalien der aus den Navigations-Signalen abgeleite
ten Meßgrößen zu prüfen. Dabei werden beispielsweise die
Residuen der Positionslösung nach der Methode der kleinsten
Quadrate verwendet. Mit den Residuen bildet man entweder
eine quadratische Summe oder einen sogenannten parity space
(Paritäts-Raum) und erkennt die mögliche Anomalie durch ei
nen Vergleich mit einem vorgebbaren Grenzwert. Zur Isolie
rung der fehlerhaften Meßgröße verwendet man einen sukzes
siven Test mit den Teilmengen der Meßgrößen. Der Testauf
wand hängt stark von den angenommenen Anomalien (eine oder
mehrfache Anomalien) ab.
Die vorhandene momentane Redundanz kann weiterhin genutzt
werden, um einen sogenannten parity space (Paritäts-Raum)
zu ermitteln. In diesem können dann vorgebbare statistische
Kenngrößen in vorgebbarer Weise analysiert werden.
Bei einigen Anwendungen, beispielsweise bei der Navigation
während eines Landeanflugs eines Verkehrs-Flugzeugs ist ei
ne hohe Zuverlässigkeit und eine hohe Genauigkeit gefor
dert. Soll nun ein derartiger Landeanflug automatisch zu
mindest bis zum Aufsetzen auf der Landebahn mittels Satel
liten-Navigation durchgeführt werden, so muß für die Posi
tionsbestimmung, die an Bord des Flugzeugs erfolgt, eine
sehr kleine Rate nicht erkannter Fehler vorhanden sein.
Diese soll vorzugsweise im Bereich von 10-7 bis 10-9 liegen.
Soll diese Rate mittels der eingangs erwähnten Verfahren,
beispielsweise durch Auswerten der momentanen Redundanz,
erreicht werden, so ergibt sich in nachteiliger Weise eine
hohe Rate von Falschalarmen (Falschalarmrate). Mit dieser
werden unzuverlässige Positionsbestimmungen erfaßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsge
mäßes Verfahren anzugeben, das bei einer kleinen Rate nicht
erkannter Fehler eine kleine Falschalarmrate besitzt und
das gleichzeitig eine hohe zeitliche Verfügbarkeit besitzt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die im kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und/oder Weiterbildungen sind den weiteren
Ansprüchen entnehmbar.
Bei der Erfindung wird die durch den Satelliten-Empfänger
(GPS-Empfänger) bedingte Anomalie, die im folgenden auch
empfängerbedingte Anomalie genannt wird, wie beispielsweise
abnormale Mehrwegausbreitungseinflüsse, mittels einer sta
tistischen Auswertung der Entfernungsmeßgrößen ausgewertet.
Ein erster Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Er
kennung und Isolierung der empfängerbedingten Anomalien ei
ne hohe Verfügbarkeit besitzt, da eine Integritätsprüfung
auf der Entfernungsebene erfolgt und keine Satellitenredun
danz benötigt.
Ein zweiter Vorteil der Erfindung besteht darin, daß soge
nannte schleichende und/oder schwingungsartige Anomalien
durch eine statistische Auswertung der historischen Meßgrö
ßen erkannt und isoliert werden können, da die zu einer
Stichprobe verwendeten Meßgrößen nicht, wie bei dem ein
gangs beschriebenen Verfahren, durch die Positionslösung
geometrisch gekoppelt sind.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Be
schreibung.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert, wobei immer das GPS verwendet
wird.
Bei der Erfindung werden die individuell (einzeln) diffe
rential korrigierten Code- und Trägerphasengrößen als Test
größen verwendet. Die Differenz zwischen derartigen Code-
und Trägerphasengrößen enthält bei einem sogenannten "local
area DGPS" (DGPS im Lokalbereich), wobei korrelierte Feh
ler, insbesondere der sogenannte Ionosphärenfehler, durch
eine Differentialkorrektur eliminiert werden, lediglich
empfängerbedingte unkorrelierte Fehler, wie beispielsweise
Meßrauschen sowie Mehrwegausbreitungseinflüsse.
Dabei wird als Testgröße eine Differenz zwischen der diffe
rential korrigierten Code-Pseudo-Entfernung und der diffe
rential korrigierten, aus Trägerphasen ermittelten Inte
grierten Dopplerverschiebung gebildet gemäß der Formel:
ΔCP = [RC(t)-RC(t0)]-λ[Φ(t)-Φ(t0)]
mit
ΔCP Code-Phase-Differenz
RC differential korrigierte Code-Pseudoentfernung,
Φdifferential korrigierte, aus Trägerphasen ermit telte Integrierte Dopplerverschiebung,
λ Wellenlänge des Trägersignals,
t aktueller Zeitpunkt und
t0 Anfangszeitpunkt.
RC differential korrigierte Code-Pseudoentfernung,
Φdifferential korrigierte, aus Trägerphasen ermit telte Integrierte Dopplerverschiebung,
λ Wellenlänge des Trägersignals,
t aktueller Zeitpunkt und
t0 Anfangszeitpunkt.
Die Mehrwegausbreitung hat unterschiedliche Einflüsse auf
Code- und Phasenmessungen. Gegenüber dem Mehrwegausbrei
tungseinfluß auf den Code ist der Mehrwegausbreitungsein
fluß auf die Phase vernachlässigbar gering. Dadurch ent
steht aus der Phasenmessung ein Fehler von maximal 5 cm.
Folglich ist die Differenz zwischen der Code- und der Pha
senmessung bei einem Satelliten ein möglicher Indikator für
die Mehrwegausbreitungseinflüsse, wenn diese vom Meßrau
schen getrennt werden können. Meßrauschen verhält sich wie
ein weißes Rauschen, während Mehrwegausbreitungseinflüsse
in der Regel Schwingungen mit Perioden von mehreren Sekun
den bis zu mehreren Minuten aufweisen. Zur Trennung des
Meßrauschens von dem Mehrwegausbreitungseinfluß werden die
Differenzen zwischen Code- und Trägerphasengrößen, die in
dividuell differential korrigiert sind, als Testgrößen ver
wendet. Die Testgrößen werden im Rahmen einer Stichprobe
statistisch erfaßt. Durch die statistische Auswertung wer
den die zeitlich korrelierten Fehler, beispielsweise zeit
lich rampenförmig und/oder schwingungsförmig auftretende
Fehler, von den zeitlich unkorrelierten Fehlern, beispiels
weise Weißrauschen, getrennt.
Die Standardabweichung der Testgröße ist von dem vorhande
nen Signal/Rausch-Verhältnis abhängig. Ohne Mehrwegausbrei
tungseinflüsse und Meßanomalien entspricht die Standardab
weichung dem Code-Meßrauschen, da das Rauschen der Träger
phasenmessungen im allgemeinen kleiner 1 cm ist und daher
vernachlässigbar ist. Die Hypothese für den Fall ohne Mehr
wegausbreitungseinflüsse und Meßanomalien basiert auf dem
normalverteilten Coderauschen, das mit der durch Signal-
/Rausch-Verhältnis ermittelbaren Standardabweichung nor
miert wird. Ein vorgebbares Fehlermodell bewertet aus den
tatsächlich vorhandenen Testgrößen die Verzerrung der Ver
teilung gegenüber der Normalverteilung, zeitliche Korrela
tion und auch sprungförmige Anomalien. Die ganze Integri
tätsprüfung beruht auf den Testgrößen auf der Entfer
nungsebene vor einer Positionierung. Die Integritätsprüfung
der verschiedenen Satellitensignale sind geometrisch ent
koppelt. Damit ergibt sich in vorteilhafter Weise eine hohe
Systemverfügbarkeit beziehungsweise eine geringe Falscha
larmrate bei Einhaltung vorgebbarer Forderungen für nicht
erkannte Fehler.
Claims (4)
1. Satelliten-Navigationsverfahren, wobei
- - von mehreren Satelliten Navigations-Signale ausgesandt werden,
- - in einer Referenzstation, die eine bekannte Position besitzt, die Navigationssignale empfangen und ausgewer tet werden,
- - an einem navigierenden Objekt die Navigationssignale empfangen und ausgewertet werden,
- - zwischen der Referenzstation und dem navigierenden Ob jekt eine Datenkommunikation besteht und
- - zur Überwachung der Navigationsintegrität des navigie renden Objekts eine statistische Auswertung der verwen deten Meßwerte unter Bildung eines Fehlermodells für einzelne Satellitensignale durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet,
- - daß für jeden von der Referenzstation empfangbaren Sa telliten eine Differentialkorrektur der ungefilterten Code-Pseudoentfernung und eine Differentialkorrektur der integrierten Phasen-Dopplerverschiebung individuell aus dem Vergleich der gemessenen Entfernungsgrößen der Referenzstation mit den anhand der bekannten Referenz position errechneten geometrischen Entfernungsgrößen ermittelt werden,
- - daß die ungefilterten Code-Pseudoentfernungen und die aus Trägerphasen ermittelten Integrierten Dopplerver schiebungen des navigierenden Objekts mit den Code- und Phasen-Differentialkorrekturen individuell korrigiert werden,
- - daß am navigierenden Objekt eine Differenz zwischen der
differential korrigierten Code-Pseudo-Entfernung und
der differential korrigierten, aus Trägerphasen ermit
telten Integrierten Dopplerverschiebung als Testgröße
gebildet wird gemäß der Formel:
ΔCP = [RC(t)-RC(t0)]-λ[Φ(t)-Φ(t0)]
mit
ΔCP Code-Trägerphase-Differenz
RC differential korrigierter Code-Pseudoentfernung,
Φ differential korrigierte, aus Trägerphasen ermit telten Integrierten Dopplerverschiebung,
λWellenlänge des Trägersignals,
t aktueller Zeitpunkt und
t0 Anfangszeitpunkt, - - daß diese Testgrößen als Indikator für die empfängerbe dingten Fehler für einzelne Satellitensignale im Rahmen einer Strichprobe erfaßt werden,
- - daß neben einem momentanen Fehler zusätzlich statisti sche Kenngrößen, insbesondere Verteilungen und/oder Verteilungsparameter und/oder zeitliche Korrelation und/oder ein Leistungsdichtespektrum, in einem vorgeb barem Fehlermodell gewichtet werden und
- - daß vor einer Positionslösung für das navigierende Ob jekt eine Entfernungsgröße eines Satelliten, deren Feh ler aus dem Fehlermodell eine vorgebbare Integritäts grenze überschreitet, markiert und bei der Positionsbe stimmung des navigierenden Objekts isoliert wird.
2. Satelliten-Navigation nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei der Positionsbestimmung im navigierenden
Objekt lediglich die satellitenbedingten Anomalien berück
sichtigt werden.
3. Satelliten-Navigation nach einem der vorhergehenden An
sprüche zur Verwendung für die Positionsbestimmung eines
Luftfahrzeugs als navigierendes Objekt.
4. Satelliten-Navigation nach einem der vorhergehenden An
sprüche zur Verwendung als Landehilfe bei einem Luftfahr
zeug.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997131103 DE19731103A1 (de) | 1997-07-19 | 1997-07-19 | Satelliten-Navigationsverfahren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997131103 DE19731103A1 (de) | 1997-07-19 | 1997-07-19 | Satelliten-Navigationsverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19731103A1 true DE19731103A1 (de) | 1999-01-21 |
Family
ID=7836287
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997131103 Withdrawn DE19731103A1 (de) | 1997-07-19 | 1997-07-19 | Satelliten-Navigationsverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19731103A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1997
- 1997-07-19 DE DE1997131103 patent/DE19731103A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: DAIMLERCHRYSLER AEROSPACE AKTIENGESELLSCHAFT, 8099 |
|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70567 STUTTGART, DE |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: ASTRIUM GMBH, 81667 MUENCHEN, DE |
|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |