DE19731804A1 - Herstellverfahren für eine Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Herstellverfahren für eine Zylinderbüchse einer BrennkraftmaschineInfo
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- B22D15/00—Casting using a mould or core of which a part significant to the process is of high thermal conductivity, e.g. chill casting; Moulds or accessories specially adapted therefor
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Description
Die Erfindung betrifft ein Herstellverfahren für einen im wesentlichen hohlzy
lindrischen Körper, insbesondere für eine Zylinderbüchse einer Brennkraft
maschine, durch Vergießen einer in eine Gießform eingebrachten Metall
schmelze unter Zuhilfenahme eines den Innenraum des hohlzylindrischen
Körpers bildenden Formkörpers, wobei auf die Metallschmelze Druck aufge
bracht wird. Derartige Herstell- oder Gießverfahren sind als Druckgießen
oder Preßgießen bekannt.
Zylinderbüchsen für Brennkraftmaschinen werden üblicherweise in Schwer
kraftguß oder in Schleuderguß hergestellt. Als Werkstoff kommen in zuneh
menden Maße Leichtmetall-Legierungen zum Einsatz, insbesondere übereu
tektische Aluminium-Silizium-Legierungen. Die fertig gegossenen Büchsen
sollen dabei eine definierte Metallstruktur aufweisen, d. h. insbesondere an
der Büchseninnenseite, welche die Laufbahn für den Kolben der Hubkolben-
Brennkraftmaschine bildet, soll ein definiertes Gefüge mit abgeschiedenem
Primärsilizium in einer gewissen Korngröße vorliegen. Eine derartige Metall
struktur läßt sich jedoch mit den bekannten Herstellverfahren teilweise nur
unter hohem Aufwand und teilweise nicht mit ausreichender Genauigkeit er
zeugen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein weiteres Herstellverfahren für im we
sentlichen hohlzylindrische Körper - um solche handelt sich bei Brennkraft
maschinen-Zylinderbüchsen - aufzuzeigen, bei welchem im Gießprozeß eine
definierte Metallstruktur im Gießprodukt erzeugt werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe ist dadurch gekennzeichnet, daß im wesentli
chen die erforderliche Menge von Metallschmelze in die Gießform eingefüllt
wird und anschließend ein als Formkörper wirkender Preßstempel derart in
die Gießform eingeführt und hierbei in die Metallschmelze eingetaucht wird,
daß der Preßstempel die Metallschmelze in einen von der Gießform und
dem Preßstempel gebildeten Ringraum verdrängt. Vorteilhafte Aus- und
Weiterbildungen sind Inhalt der Unteransprüche, insbesondere sind hierin
auch vorteilhafte Merkmale für eine Vorrichtung zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Herstellverfahrens angegeben.
Erfindungsgemäß wird beim Gießprozeß der Druck auf die Metallschmelze
durch einen Preßstempel aufgebracht, der gleichzeitig als Formkörper zur
Bildung des Innenraumes des hohlzylindrischen Körpers bzw. der Zylinder
büchse fungiert. Dieser Preßstempel verdrängt die Schmelze in einen Ring
raum, der durch den Preßstempel selbst sowie durch die Gießform gebildet
wird, d. h. der dann bei voll in die Gießform eingefahrenen Preßstempel zwi
schen Preßstempel und Gießform liegt. Dadurch lassen sich auf besonders
elegante Weise hohlzylindrische Körper erzeugen. Wird dabei der Preß
stempel in geodätischer Betrachtung von oben nach unten die entsprechend
positionierte, im Hinblick auf die Hohlkörper-Längsachse vertikal ausgerichte
te Gießform eingeführt, so wird die Metallschmelze, die sich zunächst am
unteren Ende bzw. am Boden der Gießform befindet, seitlich des Preßstem
pels innerhalb der Gießform nach oben verdrängt. Die Gegenkraft für den
Preßstempel bildet dann die Schwerkraft der Metallschmelze.
Gleichzeitig wird über den Preßstempel sowie über die Gießform die flüssi
ge, heiße Metallschmelze abgekühlt, was einer definierten Metallstrukturbil
dung förderlich ist. Ist der Preßstempel zusätzlich temperierbar, d. h. insbe
sondere kühlbar, so kann beim Vergießen einer übereutektischen Alumini
um-Silizium-Legierung durch eine definierte Temperierung eine gewünschte
Kristallbildung der Silizium-Primärkörner erzielt werden. Wie bereits erwähnt,
ist diese gewünschte Kristallbildung bei Zylinderbüchsen insbesondere an
deren Innenseite, d. h. an der Innenseite des hohlzylindrischen Körpers ge
wünscht, welche beim erfindungsgemäßen Verfahren in direkten Kontakt mit
dem Preßstempel kommt.
Für das Befüllen der Preßform hingegen kann es vorteilhaft sein, die Gieß
form im Hinblick auf die Hohlkörper-Längsachse gegenüber der Vertika
len/Vertikalrichtung geneigt zu positionieren. Dann ist es nämlich möglich,
vor dem Einführen des Preßstempels - wozu die Gießform dann bevorzugt
vertikal ausgerichtet wird - eine sich wie üblich auf der Metallschmelze bil
dende Oxidhaut zu entfernen. Bevorzugt wird die Neigung der Gießform für
das Befüllen mit Metallschmelze so eingestellt, daß im wesentlich die erfor
derliche Menge von Metallschmelze einfüllbar ist, ein darüber hinausgehen
der Mengenanteil jedoch aus der geneigten Gießform überläuft.
Näher erläutert wird die Erfindung anhand eines lediglich prinzipiell darge
stellten bevorzugten Ausführungsbeispieles. Fig. 1 zeigt eine vereinfacht
dargestellte Gießform während des Befüllens mit Metallschmelze, Fig. 2
diese Gießform mit darin eingefahrenem Preßstempel, Fig. 3 einen anders
gestalteten Preßstempel im Schnitt, Fig. 4 ein Detail einer weiteren Varian
te des Preßstempels, sowie Fig. 5 die Aufsicht auf ein mehrere Gießformen
enthaltendes Formwerkzeug.
Mit der Bezugsziffer 1 ist in Fig. 2 ein hohlzylindrischer Körper bezeichnet,
der durch das erfindungsgemäße Gießverfahren hergestellt werden kann.
Insbesondere kann dieser hohlzylindrische Körper 1 nach einer geringfügi
gen Weiterverarbeitung als Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine ver
wendet werden. Wie ersichtlich, besitzt nämlich der in Fig. 2 gezeigte
hohlzylindrische Körper 1 an seinem oberen Endbereich einen umlaufenden
Bund 2 sowie an seinem gegenüberliegenden unteren Endbereich einen Bo
den 3, der ebenso wie der umlaufende Bund 2 für die Verwendung als
Brennkraftmaschinen-Zylinderbüchse nicht benötigt werden, aus verfahren
stechnischen Gründen jedoch beim erfindungsgemäßen Herstellverfahren
mit entstehen können.
Soll somit der hohlzylindrische Körper 1 als Brennkraftmaschinen-
Zylinderbüchse eingesetzt werden, so ist es erforderlich, diesen Körper 1
längs der mit den Bezugsziffern 4 bezeichneten Trennlinien zu beschneiden,
d. h. an diesen Stellen abzusägen. Als Zylinderbüchse verwendet werden
kann dann der zwischen diesen beiden Trennlinien 4 liegende Bereich des
hohlzylindrischen Körpers 1.
Die Herstellung des hohlzylindrischen Körpers 1 geschieht nun wie folgt:
In die in ihrer Gesamtheit mit 10 bezeichnete Gießform wird zunächst eine ausreichende, d. h. im wesentlichen die erforderliche Menge von Metall schmelze 5 eingefüllt. Hierbei ist die Gießform 10 im Hinblick auf die Achse 6 des hohlzylindrischen Körpers 1, welche im folgenden als Hohlkörper- Längsachse bezeichnet wird, gegenüber der Vertikalen geneigt positioniert.
In die in ihrer Gesamtheit mit 10 bezeichnete Gießform wird zunächst eine ausreichende, d. h. im wesentlichen die erforderliche Menge von Metall schmelze 5 eingefüllt. Hierbei ist die Gießform 10 im Hinblick auf die Achse 6 des hohlzylindrischen Körpers 1, welche im folgenden als Hohlkörper- Längsachse bezeichnet wird, gegenüber der Vertikalen geneigt positioniert.
Dies ermöglicht es zum einen, die Metallschmelze 5 aus einem nicht gezeig
ten Schmelztiegel oder mit einem ebenfalls nicht gezeigten Gießlöffel in ei
ner für den Gießprozeß günstigen Weise sozusagen sanft in die Gießform
10 einlaufen zu lassen. (Die Dosierung der Metallschmelzemenge kann auch
durch einen druckbeaufschlagten Schmelzeofen selbst erfolgen).
Zum anderen kann durch die Neigung der Gießform 10 die Menge von ein
gebrachter Metallschmelze 5 begrenzt werden, derart, daß ein über die er
forderliche Menge hinausgehender Mengenanteil aus der geneigten Gieß
form 10 überläuft.
Ferner ist es mit/bei dieser geneigten Position der Gießform 10 möglich, eine
Oxidhaut 7, welche sich auf der Oberfläche der Metallschmelze 5 bilden
kann, vor den weiteren Verfahrensschriften auf einfache Weise zu entfernen,
d. h. mittels eines geeigneten Abstreifelementes abzuziehen. Es ist jedoch
auch möglich, eine Bildung dieser Oxidhaut 7 durch Einleiten eines inerten
Gases in die Gießform 10 überhaupt zu verhindern.
Im darauf folgenden Verfahrensschritt wird die Gießform 10 im Hinblick auf
die Hohlkörper-Längsachse 6 vertikal ausgerichtet, d. h. aus der geneigten
Position in die Vertikale verschwenkt, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist.
Nun wird in geodätischer Betrachtungsweise von oben nach unten ein
Preßstempel 20 in den Innenraum der Gießform 10 eingeführt. Von den Ab
messungen her sind die Gießform 10 sowie der Preßstempel 20 dabei derart
aufeinander abgestimmt, daß sich zwischen den Seitenwänden des Preß
stempels 20 und der Gießform 10 ein Ringraum 9 befindet, welcher dem
herzustellenden hohlzylindrischen Körper 1 entspricht. Wird nun der Preßstempel
20 gemäß Pfeilrichtung 8 wie beschrieben in die Gießform 10 einge
fahren, so taucht dieser Preßstempel 20 in die Metallschmelze 5 ein, ver
drängt diese dabei in den besagten Ringraum 9, und zwar entgegengerichtet
zu der auf die Metallschmelze 5 einwirkenden Schwerkraft. Der Ringraum 9
zwischen der Gießform 10 und dem Preßstempel 20 wird somit mit der Me
tallschmelze 5 befüllt, wodurch der hohlzylindrische Körper 1 gebildet wird.
Wie klar ersichtlich ist, stellt der Preßstempel 20 somit einen Formkörper zur
Formung des Innenraumes des hohlzylindrischen Körpers 1 dar.
Wie ersichtlich und wie später noch näher erläutert wird, ist die Gießform 10
zweiteilig oder mehrteilig aufgebaut, wobei zwei Seitenwandabschnitte 15a,
15b die Außenkontur des hohlzylindrischen Körpers 1 bilden, während eine
Bodenplatte 14 die Gießform 10 nach unten hin abschließt und dazu benötigt
wird, die Metallschmelze durch den in die Gießform 10 einfahrenden Preß
stempel 20 nach oben hin möglichst lamellar umzulenken.
Im oberen Endbereich des von der Gießform 10 sowie dem Preßstempel 20
gebildeten Ringraumes 9 ist ein Zusatzvolumen 12 in der Gießform 10 vor
gesehen, welches den bereits eingangs erwähnten umlaufenden Bund 2 des
hohlzylindrischen Körpers 1 bildet. Dieses Zusatzvolumen 12 fungiert als
Entspannungsraum für die in den Ringraum 9 verdrängte Metallschmelze 5.
Nicht gezeigt ist ferner, daß mit Vorsehen entsprechender Freiräume in der
Gießform 10 selbstverständlich auch Zylinderbüchsen mit einem Bund her
gestellt werden können, wobei dieser Bund dann innerhalb des zwischen
den Trennlinien 4 liegenden Bereichs gebildet wird.
Nachdem die derart durch die Gießform 10 sowie den Preßstempel 20 zum
hohlzylindrischen Körper 1 geformte Metallschmelze 5 zumindest im wesent
lichen vollständig erstarrt ist, kann der Preßstempel 20 gegen Pfeilrichtung 8
aus der Gießform 10 herausgefahren werden. Um hierbei irgendwelche
Verformungen des hohlzylindrischen Körpers 1 zu vermeiden und um mögli
cherweise noch an der Oberfläche des Preßstempels 20 haftende Metall
schmelze abzustreifen, ist oberhalb der Gießform 10 ein Abstreifring 11 vor
gesehen, an dem der Preßstempel 20 beim Herausziehen an der Gießform
10 entlanggleitet.
Anschließend kann die Gießform 10 entlang einer die Hohlkörper-
Längsachse 6 enthaltenen Trennebene 16 (vgl. hierzu Fig. 5) geöffnet, d. h.
geteilt werden, um den hohlzylindrischen Körper 1 aus der teilbaren Gieß
form 10 entnehmen zu können.
Soll dieser hohlzylindrische Körper 1 nun als Brennkraftmaschinen-Zylin
derbüchse zum Einsatz kommen, so wird anschließend dieser Körper 1 ent
lang der Trennlinien 4 beschnitten, d. h. die außerhalb des von den Trennli
nien 4 begrenzten Bereiches liegenden Endabschnitte des hohlzylindrischen
Körpers 1 werden abgesägt.
Wenn als Metallschmelze bspw. eine entsprechend vorbehandelte übereu
tektische Aluminium-Silizium-Legierung zum Einsatz kommt, so kann durch
den beschriebenen Gießprozeß im hohlzylindrischen Körper 1 eine definierte
Metallstruktur erzeugt werden, und zwar nicht nur aufgrund des über den
Preßstempel 20 auf die Metallschmelze 5 einwirkenden Druckes, sondern
auch aufgrund der gezielten Abkühlung der Metallschmelze 5 einerseits im
Außenseitenbereich des hohlzylindrischen Körpers 1 durch den Kontakt mit
der Gießform 10, und andererseits im Innenseitenbereich des hohlzylindri
schen Körpers durch Kontakt mit dem Preßstempel 20.
Um diese Temperaturbeeinflussung gewünscht steuern zu können, ist be
vorzugt sowohl die Gießform 10 als auch der Preßstempel 20 geeignet tem
perierbar, wie im folgenden näher erläutert wird.
In der Gießform 10 sind hierzu Hohlräume 13 vorgesehen, in bzw. durch
welche ein geeignetes Wärmeträgermittel mit einer geeigneten Temperatur
geleitet werden kann. So kann es erforderlich sein, die Gießform 10 beim
Einfüllen der Metallschmelze 5 im ersten Verfahrensschritt (vgl. Fig. 1) zu
beheizen, um eine Vorerstarrung der Metallschmelze 5 zu verhindern. Hat
hingegen der Preßstempel 20 die in Fig. 2 dargestellte Position erreicht, so
kann die Gießform 10 durch das durch die Hohlräume 13 geleitete Wärme
trägermittel/Kühlmittel gekühlt werden, um die gewünschte Erstarrung der
Metallschmelze 5 in dem von der Gießform 10 sowie dem Preßstempel 20
gebildeten Ringraum 9 zu steuern.
Auch der Preßstempel 20 kann zu diesem Zwecke kühlbar sein. Wie Fig. 3
zeigt, kann hierzu innerhalb des Preßstempels 20 ein Temperierkanal 21 für
ein Wärmeträgermedium oder ein Kühlmittel vorgesehen sein, der ausge
hend von einem nicht gezeigten (oben liegenden) Zufuhranschluß im we
sentlichen auf direktem Wege zur Stirnseite 22 des Preßstempels 20 und
von dieser aus wendelförmig nahe der Preßstempel-Außenseite 23 zu einem
nicht gezeigten (ebenfalls oben liegenden) Abfuhranschluß zurückverläuft.
Die direkte Beaufschlagung der Preßstempel-Stirnseite 22 von innen her mit
dem Wärmeträgermedium/Kühlmittel gewährleistet in diesem höchstrelevan
ten Bereich eine besonders intensive Kühlung, während an der Preßstem
pel-Außenseite 23 die Kühlwirkung wie gewünscht von unten nach oben hin
abnimmt.
Im übrigen können sowohl für den Preßstempel 20 als auch für die Gießform
10 flüssige oder gasförmige Wärmeträgermittel/Kühlmittel zum Einsatz
kommen.
Soll mit dem erfindungsgemäßen Verfahren - wie bereits erwähnt - eine Zy
linderbüchse aus einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung ge
fertigt werden, so kann die Temperierung des Preßstempels 20 insbesonde
re im Hinblick auf eine gewünschte Kristallbildung der Silizium-Primärkörner
erfolgen. Wie dem Fachmann bekannt ist, dürfen die Silizium-Körner dabei
nicht zu schnell anwachsen, was durch die gezielte Kühlung, welche einer
baldigen Erstarrung der Metallschmelze 5 förderlich ist, verhindert wird.
Fig. 3 zeigt weiterhin eine mögliche Gestaltung der Preßstempel-Stirnseite
22, die sich von derjenigen nach Fig. 2 unterscheidet. Während bei der
Darstellung nach Fig. 2 die Preßstempel-Stirnseite 22 eben sowie recht
winklig zur Preßstempel-Außenseite 23 ausgebildet ist, ist bei der Darstel
lung nach Fig. 3 die Preßstempel-Stirnseite 22 konkav nach innen gewölbt.
Hierdurch wird unterhalb der Preßstempel-Stirnseite 22 ein Freiraum 25 ge
bildet, in welchem sich beim Verdrängen der Metallschmelze 5 durch den
Preßstempel 20 eine auf der Metallschmelze-Oberfläche befindende Oxid
haut (vgl. Bezugsziffer 7 in Fig. 1) sammeln kann. Hierdurch wird somit
vermieden, daß Bestandteile dieser Oxidhaut 7 in das Material des eigentli
chen, den hohlzylindrischen Körper 1 bildenden Abschnittes (zwischen den
beiden Trennlinien 4) gelangen können.
Abweichend von dieser oder der in Fig. 2 gezeigten Gestaltung des Preß
stempels 2 kann die Preßstempel-Stirnseite 22 bei Bedarf auch gegenüber
der Hohlkörper-Längsachse 6 geneigt sein, d. h. mit der Preßstempel-
Außenseite 23 einen anderen als einen rechten Winkel einschließen.
Noch eine weitere mögliche Formgebung für die Preßstempel-Stirnseite 22
ist in Fig. 4 gezeigt, wobei diese konvex gekrümmte Stirnseite 22 einer op
timalen Verdrängung der Metallschmelze 5 durch den Preßstempel 20 för
derlich ist. Mit dieser Formgebung wird somit die Metallschmelze 5 durch
den Preßstempel 20 optimal in den zwischen den Preßstempel 20 und der
Gießform 10 liegenden Ringraum 9 verdrängt.
Fig. 4 zeigt weiterhin eine Entlüftungsvorrichtung 24 für die Metallschmelze
5, die stirnseitig am Preßstempel 20 vorgesehen ist. Bei dieser Entlüftungs
vorrichtung 24 kann es sich um ein luftdurchlässiges Element, beispielsweise
aus einem Sinterwerkstoff, handeln, welches in oder an einer geeigneten
Durchtrittsöffnung in der Preßstempel-Stirnseite 22 angeordnet ist. Über die
se Entlüftungsvorrichtung 24 kann keine Metallschmelze in den Innenraum
des Preßstempels 20 eindringen, wohl aber die zwischen dem Preßstempel
20 sowie der Metallschmelze 5 eingeschlossene Luft, so daß Lufteinschlüs
se/Lunker in einem erfindungsgemäß gefertigten hohlzylindrischen Körper 1
vermieden werden.
Der Preßstempel 20 selbst kann einteilig oder mehrteilig ausgebildet sein.
Sinnvollerweise ist die Preßstempel-Außenseite 23 geringfügig konisch ge
staltet, insbesondere um den Preßstempel 20 ausgehend von der in Fig. 2
gezeigten Position nach einem zumindest im wesentlichen vollständigen Er
starren der Metallschmelze 5 einfach gegen Pfeilrichtung 8 aus der Gießform
10 herausziehen zu können. Selbstverständlich erhält hierdurch der hohlzy
lindrische Körper 1 innenseitig auch eine geringfügige Konizität, welche je
doch dazu genutzt werden kann, den hohlzylindrischen Körper 1 mittels ei
ner geeigneten Aufnahme aus der Gießform 10 zu entnehmen und zu einer
Weiterverarbeitung zu transportieren, so beispielsweise zu einer Maschine,
an welcher die Innenseite des hohlzylindrischen Körpers 1 plan abgedreht
wird.
Die Gießform 10 ist sinnvollerweise mehrteilig aufgebaut und besteht neben
einer Bodenplatte 14 aus zwei Seitenwandabschnitten 15a, 15b, die bevor
zugt in einer die Hohlkörper-Längsachse 6 enthaltenden Trennebene 16 (vgl.
Fig. 5) voneinander trennbar sind, um den hohlzylindrischen Körper 1 nach
erfolgtem Abgießen aus der Gießform 10 entnehmen zu können. Die bereits
erwähnten Hohlräume 13 für die Führung eines Wärmeträgermittels sind
insbesondere in den Seitenwandabschnitten 15a, 15b vorgesehen, können
sich jedoch auch in der Bodenplatte 14 befinden. Selbstverständlich kann die
Trennebene 16 alternativ auch durch diese Bodenplatte 14 verlaufen.
Die die Außenwand des hohlzylindrischen Körpers 1 formende Innenwand
der Gießform 10 bzw. der Seitenwandabschnitte 15a, 15b kann ferner mit
nicht gezeigten Formkonturen versehen sein, die sich in die Außenfläche
des zu gießenden hohlzylindrischen Körpers 1 einprägen. Diese Formkontu
ren können beispielsweise als Riffelung ausgebildet sein, um auf der Außen
seite des hohlzylindrischen Körpers 1 eine dementsprechende Oberflächen
struktur zu erhalten, welche ein verbessertes späteres Eingießen desselben
in ein Gehäuse gewährleistet. Üblicherweise werden nämlich Zylinderbüch
sen für Brennkraftmaschinen - und um eine solche kann es sich bei dem
hohlzylindrischen Körper 1 handeln - außenseitig mit einer Riffelung verse
hen, um ein Verdrehen bzw. Wandern dieser bekanntermaßen in ein Brenn
kraftmaschinen-Kurbelgehäuse eingegossenen Büchsen innerhalb dersel
ben zu verhindern.
Fig. 5 zeigt weiterhin, daß in einem mehrere Gießformen 10 enthaltenden
Formwerkzeug 17 mehrere hohlzylindrische Körper 1 nebeneinanderliegend
hergestellt, d. h. gegossen werden können. Hier ist selbstverständliche für
jeden hohlzylindrischen Körper 1 bzw. jede Gießform 10 ein eigener Preß
stempel 20 erforderlich. Dabei können die einzelnen hohlzylindrischen Kör
per 1 voneinander getrennt geformt oder auch zusammenhängen gegos
sen/gepreßt werden, wobei die Verbindung zwischen den einzelnen Zylin
derbüchsen (bzw. hohlzylindrischen Körpern 1) kompakt oder unterbrochen
ausgebildet sein kann.
Wie bereits mehrfach erwähnt, kann das beschriebene Herstellverfahren
insbesondere für die Herstellung von Zylinderbüchsen von Brennkraftma
schinen zum Einsatz kommen, wenngleich auch andere hohlzylindrische
Körper hiermit gefertigt werden können. Der Begriff "hohlzylindrisch" stellt
dabei ausdrücklich keine Einschränkung auf rotationssymmetrische Körper
dar, sondern die hohlzylindrischen Körper können auch oval oder unrund
sein und Außen- und Innenkonturen aufweisen.
Insbesondere jedoch können mit dem beschriebenen Gießverfahren Zylin
derbüchsen aus einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung her
gestellt werden. Bekanntermaßen werden derartig gegossene oder nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren preß-gegossene Zylinderbüchsen nach
Bearbeitung der Zylinderlaufflächen weiterbearbeitet, und zwar wird hierbei
das Grundmaterial an den Laufflächen angeätzt oder herausgebürstet. Die
primär ausgeschiedenen und durch diese Nachbehandlung freigelegten Sili
ziumkörner bilden dann eine extrem harte und verschleißfeste Lauffläche für
die Kolben der Brennkraftmaschine. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist
selbstverständlich, daß in den Zylinderbüchsen bzw. im hohlzylindrischen
Körper 1 eine definierte Metallstruktur vorliegt, welche durch das Gießen und
einem nachfolgenden Pressen der Metallschmelze 5 entsprechend dem be
schriebenen Verfahren insbesondere durch gezielte Temperatureinwirkung
erzeugbar ist. Die so hergestellten Zylinderlaufbüchsen können dann zum
Eingießen in allen Gießverfahren verwendet und in jedes Brennkraftmaschi
nen-Kurbelgehäuse eingegossen werden, wobei für dieses Kurbelgehäuse,
also den eigentlichen Gußkörper, eine gut vergieß- und bearbeitbare und
damit preiswerte Aluminium- oder Magnesium-Legierung verwendet werden
kann.
Was nun die Herstellung einer Zylinderbüchse als hohlzylindrischen Körper 1
betrifft, so können zur Erzeugung der gewünschten Gefügestruktur in der
erstarrten Metallschmelze 5 Temperaturgradienten im Bereich von 1 bis 300
Kelvin zwischen der Gießform 10 sowie dem Preßstempel 20 realisiert wer
den. Die Preßdrücke des in die Gießform 10 einfahrenden Preßstempels 20
können dabei im Bereich von 0,1 bar bis 2000 bar liegen. Dabei kann der
Preßstempel 20 mit einem linearen oder variablen Geschwindigkeitsaufbau
gemäß Pfeilrichtung 8 in die Gießform 10 eingefahren werden. Die Endla
genbegrenzung für die Bewegung des Preßstempels 20 kann druckgesteuert
oder wegabhängig sein. Im übrigen kann auch der Druckaufbau, der durch
den Preßstempel 20 auf die Metallschmelze 5 übertragen wird, sowie die
Temperaturführung des Preßstempels 20 und/oder der Gießform 10 wäh
rend jedes Arbeitstaktes variabel gestaltet sein, beispielsweise in Abhängig
keit vom Weg bzw. der Position des Preßstempels 20 oder auch von der
Position der Gießform 10.
Letztere kann wie bereits erwähnt verschwenkbar sein, um die Metall
schmelze 5 - wie in Fig. 1 gezeigt - einbringen zu können und andererseits
den Preßstempel 20 - wie in Fig. 2 gezeigt - in geodätischer Richtung von
oben nach unten in die Gießform 10 einführen zu können. Darüber hinaus
kann es empfehlenswert sein, die Gießform 10 in weitere Lagen drehen, kip
pen oder verfahren zu können, so beispielsweise nach dem Befüllen gemäß
Fig. 1 zu einem anderen Arbeitsplatz hin, an welchem dann der Preßstem
pel 20 gemäß Fig. 2 in die Gießform eingefahren werden kann. An diesem
Arbeitsplatz ist selbstverständlich eine geeignete Vorrichtung erforderlich, die
es ermöglicht, den Preßstempel 20 möglichst maß- und druckgenau in die
Gießform 10 einzufahren.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können hohlzylindrische Körper 1
und insbesondere Zylinderbüchsen individuell und preiswert hergestellt wer
den. Diese hohlzylindrischen Körper 1 (insbesondere Zylinderbüchsen) kön
nen in ihrer Kristallstruktur individuell auf den späteren Einsatzzweck abge
stimmt werden, ohne das gesamte Gußteil legierungsmäßig zu beeinflussen.
Selbstverständlich können verschiedene verschleißfeste Leichtmetall-
Legierungen verwendet werden, wobei nicht nur eine gleichmäßige Gefü
gestruktur über dem gesamten hohlzylindrischen Körper 1 erzeugt werden
kann, sondern durch eine entsprechende Temperierung bzw. Temperatur
führung auch eine individuelle Gefügestruktur in verschiedenen Zonen des
hohlzylindrischen Körpers 1 bzw. der Zylinderbüchse erhalten werden kann.
Selbstverständlich können eine Vielzahl weiterer Details auch abweichend
vom gezeigten Ausführungsbeispiel gestaltet sein, ohne den Inhalt der Pa
tentansprüche zu verlassen.
Claims (15)
1. Herstellverfahren für einen im wesentlichen hohlzylindrischen Körper
(1), insbesondere für eine Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine,
durch Vergießen einer in eine Gießform (10) eingebrachten Metall
schmelze (5) unter Zuhilfenahme eines den Innenraum des hohlzylin
drischen Körpers (1) bildenden Formkörpers, wobei auf die Metall
schmelze Druck aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet, daß im wesentlichen die erforderliche Men
ge von Metallschmelze (5) in die Gießform (10) eingefüllt wird und an
schließend ein als Formkörper wirkender Preßstempel (20) derart in
die Gießform (10) eingeführt und hierbei in die Metallschmelze (5)
eingetaucht wird, daß der Preßstempel (20) die Metallschmelze (5) in
einen von der Gießform (10) und dem Preßstempel (20) gebildeten
Ringraum verdrängt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Preßstempel (20) in geodätischer
Betrachtung von oben nach unten in die entsprechend positionierte,
im Hinblick auf die Höhlkörper-Längsachse (6) vertikal ausgerichtete
Gießform (10) eingeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform (10) für das Befüllen mit
Metallschmelze (5) im Hinblick auf die Hohlkörper-Längsachse (6) ge
genüber der Vertikalen geneigt positioniert und für das Einführen des
Preßstempels (20) in die Vertikale geschwenkt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Gießform (10) für das
Befüllen mit Metallschmelze (5) so eingestellt wird, daß im wesentli
chen die erforderliche Menge von Metallschmelze (5) einfüllbar ist, ein
darüberhinausgehender Mengenanteil jedoch aus der geneigten
Gießform (10) überläuft, und daß vor dem Schwenken der Gießform
(10) in die Vertikale die auf der Metallschmelze (5) befindliche Oxid
haut (7) entfernt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß nach zumindest im wesentlichen voll
ständiger Erstarrung der Metallschmelze (5) der Preßstempel (20) aus
der Gießform (10) herausgeführt, danach der gegossene hohlzylindri
sche Körper (1) aus der teilbaren Gießform (10) entnommen und da
nach an zumindest einer seiner Stirnseiten beschnitten wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform (10) und/oder der Preß
stempel (20) geeignet temperiert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6 zur Herstellung einer Zylinderbüchse aus
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Temperierung des Preßstempels
(20) im Hinblick auf eine gewünschte Kristallbildung der Silizium-
Primärkörner erfolgt.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im oberen Endbereich des von der
Gießform (10) sowie dem Preßstempel (20) gebildeten Ringraumes
ein als Entspannungsraum fungierendes Zusatzvolumen (12), in wel
ches Metallschmelze (5) verdrängt werden kann, vorgesehen ist.
9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Abstreifring (11) vorgesehen ist, an
dem der Preßstempel (20) beim Herausziehen aus der Gießform (10)
entlanggleitet.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseite (22) des Preßstempels
(20) konkav bis konvex gekrümmt sein kann.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Preßstempel (20) stirnseitig mit ei
ner Entlüftungsvorrichtung (24) für die Metallschmelze (5) versehen
ist.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Preßstempels (20) ein
Temperierkanal (21) für ein Wärmeträgermedium oder Kühlmittel vor
gesehen ist, der ausgehend von einem Zufuhranschluß im wesentli
chen auf direktem Weg zur Stirnseite (22) und von dieser aus wendel
förmig nahe der Preßstempel-Außenseite (23) zu einem Abfuhran
schluß verläuft.
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Formwerkzeug (17) nebenein
anderliegend mehrere Gießformen (10) zur gleichzeitigen Herstellung
mehrerer hohlzylindrischer Körper (1) unter Einsatz mehrerer Preß
stempel (20) vorgesehen sind.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite (23) des Preßstempels
(20) in Richtung der Hohlkörper-Längsachse (6) geringfügig konisch
geformt ist.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der voran
gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform-Innenwand mit Formkon
turen versehen ist, die sich in die Außenfläche des zu gießenden
hohlzylindrischen Körpers (1) einprägen.
Priority Applications (3)
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| DE19731804A DE19731804A1 (de) | 1997-07-24 | 1997-07-24 | Herstellverfahren für eine Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine |
| DE59803969T DE59803969D1 (de) | 1997-07-24 | 1998-06-18 | Herstellverfahren für eine Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine |
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Publications (1)
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| DE19731804A Withdrawn DE19731804A1 (de) | 1997-07-22 | 1997-07-24 | Herstellverfahren für eine Zylinderbüchse einer Brennkraftmaschine |
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