DE19730375A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Auslenken einer WalzaderInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auslenken einer Walz
ader, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt.
Es ist bekannt, in Walzstraßen eine bewegte Walzader mit Walzgeschwindigkeit zu
schopfen bzw. zu trennen, um z. B. in den nachfolgenden Walzgerüsten die Anstich
bedingungen zu verbessern oder um nicht qualitätsgerechte Bereiche abzutrennen
und dem Schrott zuzuführen.
In Anpassung an die hohen Walzgeschwindigkeiten erfolgt im wesentlichen das
Schopfen bzw. Trennen der Walzader mittels sogenannter fliegender Scheren
(EP 0297313 B1; DE 35 23 046 A1).
Diese Scheren stellen jedoch mit ihren hohen Drehzahlen und den minimalen
Schaltzeiten für die Weichen sehr komplizierte mechanische Systeme dar. Für die
Beschleunigung der zugehörigen Weichensysteme sind hohe Antriebsleistungen
erforderlich. Der mechanische Verschleiß an den Schneidmessern und den
Weichenteilen ist groß.
Bei Walzgeschwindigkeiten von über 80 m/s sind diese Systeme regelungstechnisch
und durch die Beschleunigungskräfte mechanisch nur noch mit großem technischen
Aufwand zu beherrschen.
Um die Schaltzeiten der Weichen zu verlängern, müssen die Weichensysteme sehr
lang ausgeführt werden.
Es ist weiterhin bekannt, die Walzader mittels Weichen zu nachfolgend angeord
neten Maschinen zu leiten oder die abgeschnittenen Enden einer geeigneten
Schrottentsorgung zuzuführen. Die Weichen werden mittels Hydraulikzylinder, Pneu
matikzylinder, Elektromotor, Bewegungsschnecke und/oder einer Kombination
dieser Antriebe angetrieben.
Das größte Problem liegt hier, wie oben schon bemerkt, insbesondere in den bei
hohen Walzgeschwindigkeiten erforderlichen Schaltzeiten der Weichensysteme mit
weniger als 1/10 Sekunden.
In der DE 35 23 046 ist eine solche nachteilige Führungseinrichtung zum Auslenken
der Walzader offenbart, wobei diese in Anlage mit dem gewalzten Gut gebracht wird,
um dieses in die entsprechenden Führungskanäle zu führen.
Es ist weiterhin als nachteilig herauszustellen, daß durch die direkte Berührung der
Walzader mit den Führungseinrichtungen, die z. B. auch als Abweiserklappen
ausgeführt sein können, es bei hohen Walzadergeschwindigkeiten zu einem Aus
brechen der Walzader und somit zu einer Havarie führen kann.
Um diese beschriebenen Nachteile zu beseitigen, ist es gem. der DD 145 503
bekannt, die Walzader derart auszulenken, daß mittels eines die Walzader
umgebenden äußeren Magnetfeldes, erzeugt durch eine entsprechend groß aus
geführte Magnetspule und einen durch die Walzader fließenden Strom, eine Kraft
auf diese ausgeübt wird.
Als nachteilig ist jedoch herauszustellen, daß der technische Aufwand zur
Erzeugung des Magnetfeldes erheblich ist und daß das magnetische Feld in der
Magnetspule auf Grund der großen Abmessungen derselben und des relativ großen
Abstandes zum magnetischen Feld der Walzader, nicht sehr stark und somit nur für
begrenzte Anwendungsfälle geeignet ist.
Des weiteren erscheint die Stromzufuhr über Schleifkontakte kaum praktikabel, da
bei hohen Walzgeschwindigkeiten die Verschleißleisten sehr schnell verbraucht
wären. Wie die Ader an den Leisten gehalten werden soll, ist ebenfalls nicht klar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des eingangs geschilderten
Standes der Technik zu vermeiden sowie bei vertretbarem Investitionsaufwand und
geringem maschinentechnischen Einsatz die Leistungsfähigkeit von Walzstraßen zu
erhöhen, d. h. einen erhöhten Durchsatz zu erzielen sowie die Qualität der
Walzadern zu verbessern.
Insbesondere soll bei hohen Walzgeschwindigkeiten von über 80 m/s ein sicheres
Auslenken beliebiger Abschnitte der Walzader realisiert werden, wobei stoßartige
und in weiten Grenzen einstellbare Kräfte auf die Walzader aufzubringen sind, ohne
das die Bewegungsenergie der Walzader erheblich verringert oder der Ruhiglauf
beeinträchtigt wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem Verfahren der gattungsbestimmenden
Art gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 dadurch gelöst, daß auf
die Walzader senkrecht zur Walzrichtung eine elektromagnetische Kraft
hervorgerufen durch das Fließen eines Stromes durch die Walzader sowie eines zur
Walzader in annähernd gleicher Ebene gegenübergestellten fest angeordneten
Stromleiters, aufgebracht wird, die ein Auslenken der Walzader vom Stromleiter weg
bewirkt.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung des Verfahrens ist es vorgesehen, daß der
elektrische Strom berührungslos mittels Lichtbogen auf die Walzader übertragen
wird.
Gerade durch den infolge dieser Maßnahmen gegebenen geringen Wirkabstand der
aufeinander wirkenden Magnetfelder ist die Voraussetzung für die Erzeugung
entsprechend hoher Magnetkräfte gegeben.
Als besonders geeignet hat sich gezeigt, wenn die elektromagnetische Kraft in
einem vorbestimmten Aderabschnitt der Walzader definiert und stoßartig
aufgebracht wird.
Des weiteren wird vorgeschlagen, daß die Walzader mittels einer derart hohen
elektromagnetischen Kraft ausgelenkt wird, daß die Walzader bei Auftreffen auf ein
stationär angeordnetes oder sich mit Walzgeschwindigkeit in Walzrichtung
bewegendes Scherelement sich selbsttätig querteilt.
Durch diese Maßnahme wird der elektromagnetische Effekt zur Erzeugung einer
Hochgeschwindigkeitsschere genutzt, wobei besonders vorteilhaft auf große zu
bewegende Massen, kosten intensive Antriebe und Regelungstechnik verzichtet
werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird vorgeschlagen, daß die
wirkende elektromagnetische Kraft als Auslenkkraft zum Leiten der Walzader in eine
andere Richtung als die Walzrichtung genutzt wird.
Hier wird der elektromagnetische Effekt zur Erzeugung einer Hochgeschwindigkeits
weiche genutzt.
Der Vorteil dieser Maßnahme besteht insbesondere darin, daß auf Grund der hohen
Geschwindigkeit dieser neuen Weiche der Abstand zwischen den vorgeordneten
Einrichtungen, wie z. B. einer Schere und der erfindungsgemäßen Weiche, äußerst
gering gehalten werden kann. Des weiteren wird der Anteil von Verschleißteilen
erheblich verringert.
Als zweckmäßige Maßnahme wird weiterhin vorgeschlagen, eine definierte elektro
magnetische Gegenkraft zu erzeugen, die während des Auslenkens der Walzader
ein Anschlagen an Armaturen und/oder Führungseinrichtungen der Walzstraße mit
den an sich bekannten Nachteilen verhindert.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Auslenken der Walzader zur Durch
führung des Verfahrens, wobei die Vorrichtung erfindungsgemäß aus einem zur
Walzader in annähernd gleicher Ebene gegenübergestellten und fest angeordneten,
mit einer Kontaktelektrode versehenen Stromleiter besteht, der seinerseits über eine
Stromquelle, einen Kondensator und eine getriggerte Schalfunkenstrecke mit einer
weiteren Kontaktelektrode verbunden ist und die Kontaktelektroden einen solchen
Abstand zur Walzader aufweisen, daß ein Lichtbogen zwischen Walzader und jeder
Kontaktelektrode erzeugbar ist.
Die besondere Anordnung gewährleistet zum einen kurze Abstände zwischen den
wirkenden Magnetfeldern, zum anderen besteht die Möglichkeit, über Lichtbögen die
erforderlichen Ströme von bis zu 105 A auf die Walzader zu übertragen, wobei vor
teilhaft der Impulseffekt bei der Entladung des Kondensators genutzt wird.
In Fortbildung der Vorrichtung ist es vorgesehen, den Stromleiter parallel zur
Walzader anzuordnen.
Weitere Varianten sehen vor, daß der Stromleiter geradlinig ausgebildet, jedoch in
einem definierten Winkel zur Walzader angeordnet ist, daß der Stromleiter eine
definierte Kurvenform aufweist oder daß der Stromleiter über seine Länge im
Querschnitt verschieden ausführbar ist.
Damit besteht die Möglichkeit, die maximale Kraftwirkung auf einen definierten
Bereich zu konzentrieren, welches sich besonders vorteilhaft bei der Nutzung der
Vorrichtung als Hochgeschwindigkeitsschere bemerkbar macht.
In diesem Fall ist der Vorrichtung zum Auslenken der Walzader erfindungsgemäß
derart gegenüberliegend im Auslenkungsbereich der Walzader ein Scherelement
zugeordnet, daß der Walzdraht in gleicher Ebene zwischen der Vorrichtung zum
Auslenken und dem Scherelement hindurchführbar ist.
Das Scherelement kann hierbei stationär oder mit Walzgeschwindigkeit in Walz
richtung bewegbar ausgeführt sein.
Des weiteren ist es angezeigt, das Scherelement zweckmäßigerweise als Amboß mit
einer den Schnitt unterstützenden Schneidkante auszuführen.
In einer weiteren Variante besteht die Möglichkeit, die Vorrichtung zum Auslenken
einer Walzader in Walzrichtung gesehen als elektromagnetische
Hochgewindigkeitsweiche unmittelbar vor dem Auslenkbereich aus der Walzlinie
anzuordnen.
Um ein Anschlagen der ausgelenkten Walzader an Armaturen und/oder Führungs
einrichtungen zu verhindern, kann es zweckmäßig sein, der Vorrichtung zum Aus
lenken einer Walzader eine funktionsgleiche, spiegelbildlich auf der gegenüber
liegenden Seite der Walzlinie angeordnete Vorrichtung zum Auslenken einer
Walzader zuzuordnen.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachstehenden Erläuterung eines in den Zeichnungen schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles.
Die Zeichnung zeigt den verfahrensgemäßen Ablauf und die Wirkungsweise der
Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader, die im vorliegenden
Ausführungsbeispiel vor einem hier nicht näher dargestellten Windungsleger
angeordnet ist und erfindungsgemäß als Hochgeschwindigkeitsschere und/oder als
Hochgeschwindigkeitsweiche Verwendung finden kann, um Schrott- und Gutader zu
trennen.
Es zeigen:
Fig. 1: Situation beim Einlauf der Walzader in den Bereich der Vorrichtung
zum Auslenken einer Walzader,
Fig. 2: Situation beim Auslenken des nicht qualitätsgerechten Aderanfangs
zum Abführen desselben in die Schrottbahn,
Fig. 3: Situation während der Krafterzeugung zum Querteilen der Walzader,
Fig. 4: Situation während des Abführens des Aderanfangs in die Schrottbahn,
Fig. 5: Situation während des Einlaufes der Gutader in Richtung des
Windungslegers,
Fig. 6: eine weitere geeignete Ausführungsvariante.
Gem. Fig. 1 ist die Vorrichtung 1 zum Auslenken der Walzader 2 senkrecht zur
Walzlinie, in Bewegungsrichtung der Walzader 2 gesehen, vor einem nicht näher
dargestellten Windungsleger angeordnet. Zwischen der Vorrichtung 1 und dem Win
dungsleger mündet die Walzgutführung 3 in einer trichterförmigen Erweiterung 4
und teilt sich in eine Schrottaderführung 3a und eine Gutaderführung 3b auf, wobei
die Schrottaderführung 3a in einem geeigneten Winkel aus der Walzlinie
herausführt. Zwischen der Vorrichtung 1 und dem Windungsleger kann in
unmittelbarer Nähe der trichterförmigen Erweiterung 4 oder in der trichterförmigen
Erweiterung 4 der Walzgutführung 3 eine weitere Vorrichtung 1' zum Auslenken der
Walzader 2 angeordnet sein.
Die Vorrichtung 1; 1 zum Auslenken der Walzader 2 besteht aus einem zur Walz
ader 2 in annähernd gleicher Ebene gegenübergestellten und fest angeordneten
Stromleiter 5, der seinerseits eine in Richtung Walzader 2 weisende Kontaktelek
trode 6 aufweist und über eine Stromquelle 7, einen Kondensator 8 und eine
getriggerte Schaltfunkenstrecke 9 mit einer weiteren zur Walzader 2 weisenden
Kontaktelektrode 10 verbunden ist. Der Abstand zwischen Walzader 2 und der
Kontaktelektrode 6 und 10 ist so gewählt, daß ein Lichtbogen 11 zwischen Walzader
2 und jeder Kontaktelektrode 6; 10 erzeugbar ist.
Wie in Fig. 1 ersichtlich, hat der Aderanfang der sich mit hoher Geschwindigkeit
bewegenden Walzader 2 die Vorrichtung 1 bereits passiert und erreicht die in
gleicher Weise ausgeführte Vorrichtung 1'. In diesem Augenblick wird über die
Schaltfunkenstrecke 9, die als Schalter fungiert, der vorher aufgeladene
Kondensator 8 entladen, an den Kontaktelektroden 6 und 10 zündet jeweils ein
Lichtbogen 11 und der Stromkreis wird geschlossen.
Die sowohl in der Walzader 2 als auch im Stromleiter 5 erzeugten Magnetfelder
bewirken eine abstoßende Magnetkraft auf die stromführenden Teile, so daß eine
Kraft F, die senkrecht zur Walzlinie und stoßartig sowie vom Stromleiter 5 weg auf
den Aderanfang wirkt, denselben in Richtung der Schrottaderführung 3a auslenkt
(Fig. 2).
Die Relativbewegung des Aderanfangs ist zusammengesetzt aus der Axialbewegung
(VA) der Walzader 2 und der Radialbewegung (VR) des Aderanfangs. Der Einlauf
des Aderanfangs wird durch eine trichterförmige Ausführung der Schrottaderführung
3a unterstützt. Die Vorrichtung 1' fungiert im vorliegenden Fall somit als
Hochgeschwindigkeitsweiche.
Ist die Walzader 2 genügend weit in die Schrottaderführung 3a eingelaufen und ist
der Punkt erreicht, an dem die Schrottader von der Gutader getrennt werden soll,
wird über die Schaltfunkenstrecke 9 der vorgeordneten Vorrichtung 1 zur
Auslenkung der Walzader 2 der zugehörige Kondensator 8 entladen. An den
zugehörigen Kontaktelektroden 6 und 10 zünden durch das aufgeschaltete
Hochspannungspotential aus dem Kondensator 8 stromübertragende Lichtbögen 11,
wodurch der elektromagnetische Arbeitsstromkreis in extrem kurzer Zeit
geschlossen wird. Die durch den Stromfluß erzeugten Magnetfelder bewirken, wie
bereits erwähnt, eine abstoßende Magnetkraft auf die stromführenden Teile, so daß
die Walzader 2 senkrecht zur Walzlinie und von dem Stromleiter 5 weg stoßartig
gegen ein zur Vorrichtung 1 in annähernd gleicher Ebene gegenüberliegendes und
im Auslenkbereich der Walzader 2 angeordnetes Scherelement 12 schlägt. Die Kraft
F ist zur Realisierung einer Hochgeschwindigkeitsschere durch die definierte
Kondensatorstromentladung derart hoch eingestellt, daß die Walzader 2 sich
selbsttätig querteilt (Fig. 4).
Das Scherelement 12 ist im vorliegenden Fall stationär angeordnet und als Amboß
ausgeführt sowie mit einer den Schnitt unterstützenden Schneidkante 13 versehen,
jedoch kann es gegebenenfalls von Vorteil sein, das Scherelement 12 mit Walz
geschwindigkeit in Walzrichtung zu bewegen und dann an geeigneter Stelle den
Schnitt durchzuführen, um die Bremswirkung während des Schnittes auf die Walz
ader 2 zu minimieren.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Stromleiter 5 selbst so zu verändern, daß
eine maximale Kraftwirkung auf einen beliebig definierten Bereich der Walzader 2
auch im Verhältnis zum Scherelement 12 konzentriert wird.
Beispielsweise kann der Stromleiter 5 geradlinig ausgebildet, jedoch in einem
definierten Winkel zur Walzader 2 angeordnet sein oder der Stromleiter 5 weist eine
definierte Kurvenform in der Ebene auf und/oder der Stromleiter 5 selbst ist über
seine Länge im Querschnitt verschieden ausgeführt.
Durch diese Maßnahmen besteht die Möglichkeit, auf die Intensität und die Wirkung
der Magnetfelder bereichsspezifisch Einfluß zu nehmen.
Der Fig. 5 ist die Situation zu entnehmen, wo die Gutader nunmehr in der Walzlinie
durch die Gutaderführung 3b hindurch zum nicht näher dargestellten und an sich
bekannten Windungsleger geführt wird. Eine gegebenenfalls leichte Verformung der
Aderspitze der Gutader wird durch den trichterförmigen Einlauf der Gutaderführung
ausgeglichen. Üblicherweise wird auch das Aderende der Walzader 2, welches
gegebenenfalls Qualitätsmängel aufweist, von der Gutader getrennt und der
Schrottaderführung 3a zugeführt. Dieses geschieht, wie vorbeschrieben, mittels der
erfindungsgemäßen Vorrichtungen 1; 1', jedoch in umgekehrter Reihenfolge.
In Fig. 6 ist eine zweckmäßige Anordnung gezeigt, die insbesondere das
Anschlagen der Walzader 2 während ihrer Auslenkung an Armaturen und/oder
Führungseinrichtungen 14 verhindern soll.
Erfindungsgemäß kann den vorgenannten Vorrichtungen 1; 1' je eine weitere
funktionsgleiche Vorrichtung 1'', und zwar gegenüberliegend, zugeordnet sein.
Diese erzeugt eine Gegenkraft, die ein Anschlagen der Walzader 2 in oben
beschriebener Weise verhindert. Zeitlich und auch in ihrer Kraftwirkung sind die
Vorrichtungen 1 und 1'' sowie 1' und 1'' so gesteuert, daß sie sich nicht gegenseitig
nachteilig beeinflussen.
Im übrigen versteht es sich von selbst, daß die Vorrichtungen 1 bis 1'' der erfin
dungsgemäßen Art an weiteren oder anderen geeigneten Stellen der Walzlinie
angeordnet sein können, um ein Auslenken der Walzader 2 zu erreichen, d. h. die
Erfindung beschränkt sich nicht auf das vorbeschriebene Ausführungsbeispiel.
1
Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader
2
1
' Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader
2
1
'' Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader
2
2
Walzader
3
Walzgutführung
3
a Schrottaderführung
3
b Gutaderführung
4
trichterförmige Erweiterung
5
Stromleiter
6
Kontaktelektrode
7
Stromquelle
8
Kondensator
9
Schaltfunkenstrecke
10
Kontaktelektrode
11
Lichtbogen
12
Scherelement
13
Schneidkante
14
Führungseinrichtung
F Kraft
VA
F Kraft
VA
Axialbewegung der Walzader
2
VR
Radialbewegung des Aderanfangs
Claims (16)
1. Verfahren zum Auslenken einer Walzader, die sich mit hoher Geschwindigkeit
bewegt, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Walzader (2) senkrecht zur
Walzrichtung eine elektromagnetische Kraft F, hervorgerufen durch das
Fließen eines Stromes durch die Walzader (2) sowie eines zur Walzader (2)
in annähernd gleicher Ebene gegenübergestellten, fest angeordneten
Stromleiters (5), aufgebracht wird, die ein Auslenken der Walzader (2)
vom Stromleiter (5) weg bewirkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische
Strom berührungslos mittels Lichtbogen (11) auf die Walzader (2) übertragen
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektro
magnetische Kraft F in einem vorbestimmten Aderabschnitt der Walzader (2)
definiert und stoßartig aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Walz
ader (2) mittels einer derart hohen elektromagnetischen Kraft F ausgelenkt
wird, daß die Walzader (2) bei Auftreffen auf ein stationär angeordnetes
oder sich mit Walzgeschwindigkeit in Walzrichtung bewegendes Scher
element (12) sich selbsttätig querteilt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
wirkende elektromagnetische Kraft F als Auslenkkraft zum Leiten der
Walzader (2) in eine andere Richtung als die Walzrichtung genutzt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß eine definierte elektromagnetische Gegenkraft erzeugt
wird, die während des Auslenkens der Walzader (2) ein Anschlagen an
Armaturen und/oder Führungseinrichtungen (14) der Walzstraße verhindert.
7. Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1) zum Aus
lenken einer Walzader (2) aus einem zur Walzader (2) in annähernd gleicher
Ebene gegenübergestellten und fest angeordneten, mit einer Kontakt
elektrode (6) versehenen Stromleiter (5) besteht, der seinerseits über eine
Stromquelle (7), einen Kondensator (8) und eine getriggerte Schaltfunken
strecke (9) mit einer weiteren Kontaktelektrode (10) verbunden ist und die
Kontaktelektroden (6; 10) einen solchen Abstand zur Walzader (2) aufweisen,
daß ein Lichtbogen (11) zwischen Walzader (2) und jeder Kontaktelektrode
(6; 10) erzeugbar ist.
8. Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stromleiter (5) parallel zur Walzader (2) ange
ordnet ist.
9. Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stromleiter (5) geradlinig ausgebildet, jedoch in
einem definierten Winkel zur Walzader (2) angeordnet ist.
10. Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stromleiter (5) eine definierte Kurvenform
aufweist.
11. Vorrichtung zum Auslenken einer Walzader nach einem oder mehreren der
Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Stromleiter (5) über
seine Länge im Querschnitt verschieden ausführbar ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß der Vorrichtung (1) zum Auslenken der Walzader (2)
zur Erzeugung einer Hochgeschwindigkeitsschere derart gegenüberliegend
im Auslenkbereich der Walzader (2) ein Scherelement (12) zugeordnet ist,
daß der Walzdraht (2) in gleicher Ebene zwischen der Vorrichtung (1) zum
Auslenken und dem Scherelement (12) hindurchführbar ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß das Scherelement (12) stationär oder mit Walz
geschwindigkeit in Walzrichtung bewegbar ausgeführt ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß das
Scherelement (12) als Amboß mit einer den Schnitt unterstützenden Schneid
kante (13) ausgeführt ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erzeugung einer Hochgeschwindigkeitsweiche eine
Vorrichtung (1') zum Auslenken einer Walzader (2), die der Vorrichtung (1)
entspricht, in Walzrichtung gesehen unmittelbar vor dem Auslenkbereich aus
der Walzlinie anzuordnen ist.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erzeugung einer Gegenkraft der jeweiligen
Vorrichtung (1; 1') zum Auslenken einer Walzader (2) eine funktionsgleiche,
spiegelbildlich auf der gegenüberliegenden Seite der Walzlinie angeordnete
Vorrichtung (1'') zum Auslenken einer Walzader (2) angeordnet ist.
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Family
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