DE19730023A1 - Hochreine Ciprofloxacin-Infusion - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine gebrauchsfertige, hoch reine, wäßrige Ciprofloxacin-In
fusionslösung in einem Glasbehältnis, welches auf dessen inneren Oberfläche
eine Silikonbeschichtung aufweist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur
Hitzesterilisation von Ciprofloxacin-Infusionslösungen.
Aus der EP-A-0 138 018 ist bekannt, daß Ciprofloxacin (1-Cyclopropyl-6-fluor-1,4-
dihydro-4-oxo-7-(1-piperazinyl)-chinolin-3-carbonsäure) besonders bevorzugt in
Form seiner milchsauren Salze, gegebenenfalls in Gegenwart von weiteren,
physiologisch verträglichen und nicht zu Fällungen führenden Säuren, zur
Herstellung von Infusionslösungen verwendet werden kann. Ferner sind
Ciprofloxacin enthaltende wäßrige Infusionslösungen in der EP-A-0 219 784 und
in der EP-A-0 287 926 beschrieben. Diese und andere Infusionslösungen des
Ciprofloxacins werden bevorzugt in Infusionsflaschen aus Glas abgefüllt und
müssen zur Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen bis zur Verabreichung
an den Patienten weitestgehend partikelfrei bleiben. Bei einem zu hohen Gehalt
einer Infusionslösung an Partikeln drohen dem Patienten lokale Reizwirkungen an
der Applikationsvene, Verschlüsse von Mikrokapillaren oder Ablagerungen,
beispielsweise in der Lunge. Aus diesem Grund werden Infusionslösungen nach
ihrer Herstellung im allgemeinen durch Filter mit 0,2 µm Porenweite filtriert,
Glasinfusionsflaschen und Stopfen werden unter großem Aufwand partikelfrei
gespült und es erfolgt nach der Herstellung eine optische Kontrolle jeder
Infusionsflasche auf Abwesenheit visuell erkennbarer Partikel.
Trotz dieser Maßnahmen befinden sich in allen bekannten Infusionslösungen des
Standes der Technik, insbesondere nach der Sterilisation und bei der Lagerung
immer noch eine gewisse Anzahl an Partikeln, die insbesondere aus der Lösung
entstandene Partikel, wie kristalline Ausfällungen des Wirkstoffes oder von
Begleitprodukten oder von Reaktionspartnern sind. Die Gesamtzahl derartiger
Partikel kann durch geeignete Verfahren, wie dem Lichtblockadeverfahren oder
der mikroskopischen Inspektion von Membranfiltern nach Filtration der Lösung
gemessen werden. Die maximal zulässigen Partikelzahlen sowie deren Meß
methode werden durch Arzneibücher festgelegt. Aufgrund der oben genannten
Nebenwirkungen ist es jedoch wünschenswert, die Partikelzahlen von Infusions
lösungen möglichst weit unter die Grenzwerte der Arzneibücher abzusenken. Die
Anzahl noch nachweisbarer Partikel ist somit ein sehr wichtiges Qualitätskriterium
von Infusionslösungen.
Es wurde durch Untersuchungen festgestellt, daß die Partikel in der Infusions
lösung bereits nach dem Abfüllen der Lösung in Glasflaschen und deren Dampf
sterilisation und kurzzeitiger Lagerung (z. B. 1 Woche) auftreten. Auch in Cipro
floxacin-Infusionslösungen, die sich in sogenannten Flexibags wie
PVC-Infusionsbeuteln befinden, wurden trotz deren Fertigung unter Reinraumbe
dingungen beachtliche Partikelzahlen festgestellt. Durch diesen Befund wird die
Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe gewiß nicht nahegelegt.
Es war daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine hoch reine, wäßrige
Ciprofloxacin-Infusionslösung in einem Behältnis zur Verfügung zu stellen, die
lagerstabil ist und insbesondere hinsichtlich der in der Lösung enthaltenen Par
tikelzahl gegenüber denjenigen des Standes der Technik verbessert ist.
Ferner war es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur
Hitzesterilisation von Ciprofloxacin-Lösungen zur Verfügung zu stellen, bei
welchem die Partikelbildung in der Lösung stark reduziert ist.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wurde gelöst durch eine wäßrige Infusionslösung
von Ciprofloxacin in einem Glasbehältnis, dadurch gekennzeichnet, daß das
Glasbehältnis auf der inneren Oberfläche eine Silikonbeschichtung aufweist.
Die wäßrigen Infusionslösungen als solche sind im Stand der Technik, beispiels
weise aus der EP-A-0 138 018 oder der EP-A-0 219 784 bekannt. Die Konzentra
tion von Ciprofloxacin oder dessen pharmazeutisch akzeptabler Salze in der Infu
sionslösung beträgt zwischen 0,015 und 0,5 g/100 ml. Der pH-Wert der Infu
sionslösung liegt gewöhnlicherweise in einem Bereich zwischen 2,5 und 7, vor
zugsweise zwischen 3,0 und 5,2, ganz besonders bevorzugt zwischen 3,5 und
4,7. Es versteht sich von selbst, daß die Infusionslösung durch geeignete
Verfahren, insbesondere der Sterilfiltration und der Dampfsterilisation nach deren
Herstellung sterilisiert wird.
Bei dem Glas, aus welchem das Glasbehältnis besteht, handelt es sich um ein
Glas der Glasart 1, 2 oder geringerer hydrolytischer Resistenz gemäß dem
Deutschen Arzneibuch, Ausgabe 10 (DAB 10). Das Glasbehältnis selbst kann
jedes beliebige entnehmbare Füllvolumen aufweisen. Für die praktische
Anwendung besitzen die in Frage kommenden Glasbehältnisse jedoch in der
Regel ein entnehmbares Füllvolumen zwischen ca. 5 und 600 ml.
Hinsichtlich der Silikonisierung der inneren Oberfläche des Glasbehältnisses kann
auf gängige, aus dem Stand der Technik bekannte Verfahrensweisen und
Erkenntnisse verwiesen werden. Silikonisierte Glasoberflächen und deren
Herstellung sind beispielsweise in Glastechnische Berichte 51 (1978) Nr. 3, Seite
55 bis 61 und im Journal of Parenteral Science and Technology, 1988,
Supplement, Vol. 42, No. 45, Technical Report No. 12, Seiten S3 bis S13
beschrieben.
Gemäß den gängigen Silikonisierungsverfahren wurden zur Silikonisierung der
inneren Oberfläche Produkte auf Silikonölbasis in Form ihrer wäßrigen Silikon
ölemulsion eingesetzt. Als Silikonöl hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfin
dung Polydimethylsiloxan (Dimethicone) besonders bewährt. Als Silikonöl kann
aber auch Polymethylwasserstoffsiloxan oder jedes andere pharmakologisch
unbedenkliche Silikonöl verwendet werden. Die Konzentration des Silikonöls in
der wäßrigen Emulsion beträgt zwischen 0,1 und 2,0 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 0,2 und 1,0 Gew.-%. Die Glasflaschen wurden mit dieser Emulsion
ausgespült oder auf der inneren Oberfläche besprüht und anschließend bei einer
Temperatur zwischen 250 und 350°C, insbesondere zwischen 300 und 320°C
thermisch behandelt.
Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wurde ferner gefunden, daß
die Spurenkonzentration mehrwertiger Kationen, wie Al3+, Ba2+ oder Zn2+ in der
Infusionslösung stark reduziert ist. Grundsätzlich sind derartige Kontaminationen
in Infusionslösungen physiologisch unerwünscht, zum anderen können mehrwer
tige Kationen mit Ciprofloxacin Komplexverbindungen bilden.
Gemäß der Erfindung wurde nunmehr gefunden, daß die Kontamination der Ci
profloxacin-Lösung mit den Kationen Al3+, Ba2+ oder Zn2+, wenn die Lösung in auf
der Innenseite silikonisierten Glasbehältern aufbewahrt wird, im Vergleich zu
Lösungen, die in Glasbehältnissen aufbewahrt werden, die auf der Innenseite
nicht silikonisiert sind, erheblich reduziert sind.
Ferner wurde gefunden, daß die Partikelzahlen in Ciprofloxacin-
Infusionslösungen, die in Glasbehältnissen sterilisiert und aufbewahrt wurden, die
auf der inneren Oberfläche eine Silikonschicht aufweisen, auch gegenüber den
Partikelzahlen von Infusionslösungen, die in Kunststoffbeuteln (Flexibags), z. B.
aus PVC aufbewahrt werden, weiter erheblich reduziert sind.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Hitzesterilisation, insbesondere zur
Dampfsterilisation von Ciprofloxacin enthaltenden Infusionslösungen, wobei sich
die Ciprofloxacin-Infusionslösung in einem Glasbehältnis befindet, welches auf der
inneren Oberfläche eine Silikonbeschichtung aufweist. Die Hitzesterilisation,
insbesondere die Dampfsterilisation, kann unter üblichen Bedingungen
durchgeführt werden. Allgemein erweisen sich im Zusammenhang mit der
vorliegenden Erfindung Temperaturen zwischen 80 und 150°C, vorzugsweise
zwischen 100 und 130°C, über einen Zeitraum von 5 bis 60 Minuten als
vorteilhaft.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß nach der Hitzesterilisation
die Partikelzahl in der Infusionslösung sehr gering, wenn nicht sogar
vernachlässigbar ist. Unter herkömmlichen Bedingungen, also der
Hitzesterilisation der Ciprofloxacin-Infusionslösung in unbehandelten Glas- oder
Kunststoffbehältnissen, kann dieser Effekt nicht erzielt werden.
Die Verwendung von auf der inneren Oberfläche silikonisierten Glasbehältnissen
bei der Hitzesterilisation, insbesondere der Dampfsterilisation, von Ciprofloxacin-
Lösungen zur Herstellung von zur Infusion geeigneten Medikamenten ist daher
ein weiterer wichtiger Aspekt der Erfindung.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hitzesterilisierten Ciprofloxacin-
Infusionslösungen weisen eine sehr niedrige mittlere Partikelzahl von
beispielsweise ≦ 1 Partikel ≧ 10 µm/ml, in vielen Fällen sogar ≦ 0,1 Partikel ≧ 10
µm/ml, gemessen mit der Membranfiltrationsmethode, auf.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne je
doch darauf beschränkt zu sein.
Die partikuläre Reinheit wurde entsprechend den Angaben der US-amerikanischen
Pharmakopöe (USP 23) im Lichtblockadeverfahren oder durch
Membranfilterauszählung ermittelt.
Um eine höhere Methodenempfindlichkeit bei der Bestimmung geringer
Partikelzahlen zu erzielen, wurde die Probenvorbereitung für die Auswertung der
Membranfiltermethode geändert. Normalerweise (z. B. in USP 23) wird die
gesamte Lösung aus einer Flasche filtriert und die Partikel auf dem Filter
ausgezählt. Nachdem in Vorversuchen festgestellt worden war, daß sich in
Ciprofloxacin-Infusion der überwiegende Anteil der Partikel in den ersten
Volumanteilen befindet, wurden aus jeweils 5 Flaschen nur die ersten 25 ml einer
Flasche zur Prüfung herangezogen. Damit reichert man die Partikel auf dem Filter
an und die Einflüsse werden somit besser erkennbar.
Die Bewertung der Ionenkontamination nach dem Verfahren der
emissionsspektralanalytischen Elementaranalyse ist in der Deutschen Norm DIN
38 406/22 beschrieben.
2,00 kg Ciprofloxacin wurden in 4 kg Wasser für Injektionszwecke und 3,218 kg
Milchsäure 20% unter Rühren gelöst. 9,00 kg Natriumchlorid wurden in 940 kg
Wasser für Injektionszwecke unter Rühren gelöst. Die beiden Lösungen wurden
gemischt. Der pH der Lösung wurde mit 1-m-Salzsäure auf 4,2 eingestellt. Es
wurde mit Wasser für Injektionszwecke auf ein Gesamtgewicht von 990,782 kg
aufgefüllt und durch ein Filter mit 0,2 µm effektiver Porenweite filtriert.
In diesem Verfahren wurden 9 Partien Ciprofloxacin-Infusionslösung hergestellt
und in nicht erfindungsgemäße, farblose Infusionsflaschen der Glasart 2 zu je 204
ml abgefüllt.
Ferner wurden in diesem Verfahren 7 weitere Partien Ciprofloxacin Infusionslö
sung hergestellt und in erfindungsgemäße, farblose Infusionsflaschen der Glasart
2 abgefüllt, die zuvor wie folgt innensilikonisiert worden waren:
Die Flaschen wurden gereinigt und getrocknet und mit einer 1%igen Emulsion von Silikonöl (= Polydimethylsiloxan, Dimethicone) in Wasser ausgespült. Danach wurden die Flaschen bei ca. 320°C etwa 20 Minuten thermisch behandelt.
Die Flaschen wurden gereinigt und getrocknet und mit einer 1%igen Emulsion von Silikonöl (= Polydimethylsiloxan, Dimethicone) in Wasser ausgespült. Danach wurden die Flaschen bei ca. 320°C etwa 20 Minuten thermisch behandelt.
Die befüllten Flaschen wurden mit einem Infusionsstopfen, der produktseitig mit
einer Fluorpolymerfolie kaschiert war, verschlossen und zugebördelt. Die
Flaschen wurden bei 121°C über 20 Minuten dampfsterilisiert.
Die Untersuchung der Partikelzahlen mit dem Lichtblockadeverfahren ergab die in
Tabelle 1 aufgeführten Werte.
Im Mittel aller Partien ergab die erfindungsgemäße Innensilikonisierung der für
Ciprofloxacin-Infusionslösung verwendeten Flaschen eine signifikante Reduktion
(p<0,01) der Partikelzahl.
25,00 g Ciprofloxacin, 45,00 g Natriumchlorid und 100,00 g 1-m-Salzsäure wurden
unter Rühren in 4700 g Wasser für Injektionszwecke aufgelöst. Der pH der Lö
sung wurde mit 13,19 g 2-m-Natriumhydroxid-Lösung auf pH 4,0 eingestellt und
der Ansatz mit 399,5 g Wasser für Injektionszwecke auf 5 Liter aufgefüllt. Die
Lösung wurde durch 0,2 µm Membranfilter aus regenerierter Cellulose sterilfiltriert.
Ein Teil der Lösung wurde zu 102 ml abgefüllt in farblose 100 ml
Glasinfusionsflaschen der Glasart 2, mit Fluorpolymer-beschichteten
Infusionsstopfen verschlossen, zugebördelt und über 20 Minuten bei 121°C
dampfsterilisiert.
Ein anderer Teil der Lösung wurde zu 102 ml abgefüllt in 100 ml Glasinfusions
flaschen farblos der Glasart 2, die zuvor wie in Beispiel 1 beschrieben innensili
konisiert worden waren. Die befüllten Flaschen wurden mit Fluorpolymer
beschichteten Infusionsstopfen verschlossen, zugebördelt und über 20 Minuten
bei 121°C dampfsterilisiert.
Nach der Herstellung beider Teilpartien wurden die Partikelzahlen durch Aus
zählen von Membranfiltern bestimmt. Es ergaben sich die Werte der Tabelle 2.
Die partikuläre Reinheit der in innensilikonisierte Flaschen abgefüllten
Ciprofloxacin-Lösung war nach der Dampfsterilisation erheblich besser als nach
Abfüllung in übliche Infusionsflaschen der Glasart 2.
Es wurden 10 Partien Ciprofloxacin-Lösung nach dem in Beispiel 1 beschriebenen
Verfahren hergestellt.
5 Partien davon wurden in nicht innensilikonisierte farblose 250 ml Infusions
flaschen der Glasart 2 zu je 204 ml abgefüllt. 5 weitere Partien wurden in farblose
250 ml Infusionsflaschen der Glasart 2 zu je 204 ml abgefüllt, die zuvor wie in Bei
spiel 1 beschrieben, innensilikonisiert worden waren.
Ferner wurden 12 Chargen der Ciprofloxacin-Infusionslösung des Beispiels 1 in
PVC-Infusionsbeutel (Flexibags) unter Reinraumbedingungen abgefüllt und ver
schlossen.
Die befüllten Glasflaschen und PVC-Beutel wurden mit einem Infusionsstopfen,
der produktseitig mit einer Fluorpolymerfolie kaschiert war, verschlossen und
zugebördelt. Die Flaschen und Beutel wurden dampfsterilisiert.
Eine Untersuchung der Partikelzahlen mit der Membranfiltrationsmethode ergab
die in Tabelle 3 aufgeführten Werte.
Ein Teil der Lösung von Vergleichsbeispiel 3b wurde abgezweigt und in 150 ml
Infusionsflaschen gefüllt, welche zuvor nach dem in Beispiel 1 beschriebenen
Verfahren innensilikonisiert worden waren. Die Flaschen wurden mit Infusions
stopfen verschlossen, die produktseitig mit Fluorpolymerfolie kaschiert waren,
zugebördelt und über 20 Minuten bei 121°C dampfsterilisiert. Danach wurden die
Partikelzahlen mit der Membranfiltermethode bestimmt. Die Ergebnisse sind in der
nachfolgenden Tabelle 4 wiedergegeben.
Der direkte Vergleich mit den Partikelzahlen von Beispiel 3b zeigt den günstigen
Einfluß der erfindungsgemäßen Innensilikonisierung auf die Partikelzahl von Ci
profloxacin-Infusionslösung: Die Partikelzahlen sind um den Faktor 72 reduziert.
100 g Ciprofloxacin, 321,8 g Milchsäurelösung 10%, und 900 g Natriumchlorid
wurden in 44,78 kg Wasser für Injektionszwecke gelöst. Der pH wurde mit 1-m-
Salzsäure auf 4,2 eingestellt und es wurde mit Wasser für Injektionszwecke auf
ein Gesamtgewicht von 50,25 kg aufgefüllt. Die Lösung wurde durch ein Filter von
0,2 µm effektiver Porenweite filtriert.
Auf diese Weise wurden 6 Partien hergestellt. 2 Partien wurden zu Vergleichs
zwecken in 100 ml Glasinfusionsflaschen der Glasart 1 abgefüllt, eine Partei
ebenfalls zu Vergleichszwecken in 100 ml Glasinfusionsflaschen der Glasart 2
und 3 Partien erfindungsgemäß in innensilikonisierte Glasinfusionsflaschen der
Glasart 2. Die Flaschen wurden mit Infusionsstopfen und Bördelklappen ver
schlossen und über 20 Minuten bei 121°C dampfsterilisiert.
Danach wurden die Konzentrationen der Ionen Al3+, Ba2+ und Zn2+ mittels Elemen
taranalyse bestimmt und die in der Tabelle 5 wiedergegebenen Ergebnisse
erhalten.
Einfluß der Innensilikonisierung auf die Abgabe von Ionen an Ciprofloxacin
Infusionslösungen:
Die Konzentration an Al3+ ist in der erfindungsgemäßen Ciprofloxacin- Infusionslösungen gegenüber einer Abfüllung in Flaschen der Glasart 1 um den Faktor 15-52 und gegenüber einer Abfüllung in Flaschen der Glasart 2 um den Faktor 2-6 reduziert.
Die Konzentration an Al3+ ist in der erfindungsgemäßen Ciprofloxacin- Infusionslösungen gegenüber einer Abfüllung in Flaschen der Glasart 1 um den Faktor 15-52 und gegenüber einer Abfüllung in Flaschen der Glasart 2 um den Faktor 2-6 reduziert.
Die Konzentration an Ba2+ ist gegenüber einer Abfüllung in Glasart 1 um den
Faktor 23-82 reduziert.
Die Konzentration an Zn2+ ist gegenüber einer Abfüllung in Glasart 1 um den
Faktor 4-428, gegenüber einer Abfüllung in Glasart 2 um den Faktor 29-280 redu
ziert.
Demgegenüber wird erfindungsgemäß die Abgabe von Ca2+ an Ciprofloxacin-
Infusionslösung kaum beeinflußt. Die entsprechenden Reduktionsfaktoren liegen
bei 1,2-1,5 für Glasart 1 und bei 1,1 für Glasart 2 und sind im Rahmen der
Genauigkeit der Meßmethode unerheblich.
Die Ionensilikonisierung bewirkt also eine deutliche Verringerung der Abgabe von
Al3+, Ba2+ und Zn2+-Ionen aus dem Glas an die Ciprofloxacin-Lösung.
4000 Liter Ciprofloxacin-Infusionslösung wurden nach dem in Beispiel 1 be
schriebenen Verfahren hergestellt. Die Lösung wurde in farblose 50 ml Infusions
flaschen der Glasart 2 zu je 51 ml abgefüllt, die zuvor wie folgt vorbehandelt
worden waren:
Die Flaschen wurden mit einer 0,25%igen Emulsion von Silikonöl (= Polydi methylsiloxan, Dimethicone) in Wasser von innen besprüht. Danach wurden die Flaschen bei ca. 300°C etwa 8 Minuten thermisch behandelt.
Die Flaschen wurden mit einer 0,25%igen Emulsion von Silikonöl (= Polydi methylsiloxan, Dimethicone) in Wasser von innen besprüht. Danach wurden die Flaschen bei ca. 300°C etwa 8 Minuten thermisch behandelt.
Die befüllten Flaschen wurden mit einem Infusionsstopfen, der produktseitig mit
einer Fluorpolymerfolie kaschiert war, verschlossen und zugebördelt. Die Fla
schen wurden bei 121°C über 20 Minuten dampfsterilisiert.
Claims (12)
1. Wäßrige Infusionslösung von Ciprofloxacin in einem Glasbehältnis, da
durch gekennzeichnet, daß das Glasbehältnis auf der inneren Oberfläche eine
Silikonbeschichtung aufweist.
2. Infusionslösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine
Ciprofloxacin-Konzentration von 0,015 bis 0,5 g/100 ml aufweist.
3. Infusionslösung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
einen pH-Wert in einem Bereich von 2,5 bis 7,0 aufweist.
4. Infusionslösung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Glasbehältnis aus einem Glas der Glasart 1 oder 2 (nach DIN
52339) besteht.
5. Glasbehältnis enthaltend eine wäßrige Lösung von Ciprofloxacin, dadurch
gekennzeichnet, daß das Glasbehältnis auf der inneren Oberfläche eine
Silikonbeschichtung aufweist.
6. Glasbehältnis gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
wäßrige Lösung eine Infusionslösung ist.
7. Glasbehältnis gemäß Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
wäßrige Lösung eine Ciprofloxacin-Konzentration von 0,015 bis 0,5 g/100 ml
aufweist.
8. Glasbehältnis gemäß irgendeinem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß es aus einem Glas der Glasart 1 oder 2 (nach DIN 52339) besteht.
9. Glasbehältnis nach irgendeinem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß es ein entnehmbares Füllvolumen von 40 bis 600 ml aufweist.
10. Verwendung von auf der Innenseite silikonisierten Glasbehältnissen zur
Lagerung und Aufbewahrung von Ciprofloxacin-enthaltenden wäßrigen
Infusionslösungen.
11. Verfahren zur Hitzesterilisation von wäßrigen, Ciprofloxacin enthaltenden
Infusionslösungen, dadurch gekennzeichnet, daß sich die zu sterilisierende
Infusionslösung in einem Glasbehältnis befindet, welches auf dessen Innenseite
eine Silikonbeschichtung aufweist.
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hitzesterilisation eine Dampfsterilisation ist.
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