DE19726895A1 - Maschine zur Herstellung einer Materialbahn - Google Patents
Maschine zur Herstellung einer MaterialbahnInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
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Description
Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Herstel
lung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder
Kartonbahn, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Maschinen der hier angesprochenen Art sind bekannt
(EP 0 479 748 B1). Sie umfassen eine Trockenpartie,
die eine zweireihige Trockengruppe aufweist. Die
Trockengruppe umfaßt mehrere, auf einer oberen und
einer unteren Reihe angeordneten Trockenzylinder,
um die eine Materialbahn, gemeinsam mit einem
Transportband geführt wird. Im Bereich zwischen den
Trockenzylinderreihen wird die Materialbahn in ei
nem freien Zug geführt, das heißt, die Materialbahn
wird nicht von einem Transportband gestützt. Eine
bekannte Maschine umfaßt weiterhin eine der Über
führung eines auch als Bändel bezeichneten Ein
fädelstreifens dienenden Düseneinrichtung, deren
Gasstrom entgegen der Laufrichtung der Materialbahn
verläuft.
Bei einem Bahnabriß oder bei Inbetriebnahme der Ma
schine zur Herstellung der Materialbahn wird
zunächst der Einfädelstreifen von der aus einer
Pressenpartie austretenden Materialbahn abgeschnit
ten und dieser durch die Trockenpartie hindurchge
fädelt. Dies erfolgt im allgemeinen bei voller Ar
beitsgeschwindigkeit der Materialbahn-Herstellungs
maschine. Es bedarf daher der Führung und Stabili
sierung des Einfädelstreifens, damit sich dieser
einerseits nicht um einen der Trockenzylinder her
umwickelt und andererseits sicher im Überführungs
bereich zwischen der oberen und der unteren Troc
kenzylinderreihe überführt werden kann. Hierzu wird
in der bekannten Maschine eine Düseneinrichtung
eingesetzt, die im Bereich des sich öffnenden Nips
eines Trockenzylinders, also im Ablaufbereich, an
geordnet ist und die die Materialbahn von dem Troc
kenzylinder abnimmt, so daß diese an den - in Lauf
richtung der Materialbahn gesehen - nachfolgenden
Trockenzylinder der anderen Reihe überführt werden
kann. Es hat sich als nachteilig herausgestellt,
daß die Überführung des Einfädelstreifens nicht in
allen Fällen sicher erfolgt, so daß ein Einfädel
vorgang häufig abgebrochen und eine Reinigung der
Trockenpartie durchgeführt werden muß, was zu einem
Stillstand der Maschine führen kann.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Maschine
zu schaffen, bei der ein sicheres Einfädeln der Ma
terialbahn beziehungsweise des Einfädelstreifens
gewährleistet werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Maschine vorge
schlagen, die die in Anspruch 1 genannten Merkmale
aufweist. Diese ist gekennzeichnet durch eine auf
der der ersten Düseneinrichtung gegenüberliegenden
Materialbahnseite angeordnete Führungseinrichtung,
die mindestens eine zweite Düseneinrichtung umfaßt,
deren Gasstrom im wesentlichen in Laufrichtung der
Materialbahn verläuft. Der entgegen der Laufrich
tung der Materialbahn gerichtete Gasstrom der er
sten Düseneinrichtung verhindert, daß die Materi
albahn auf einem Trockenzylinder haften bleibt und
auf diesen aufgewickelt wird. Die Führungseinrich
tung führt und stabilisiert den Einfädelstreifen,
wobei durch den in Laufrichtung der Materialbahn
gerichteten Gasstrom der zweiten Düseneinrichtung
der Einfädelstreifen getragen und somit sicher an
den - in Laufrichtung der Materialbahn gesehen -
nachfolgenden Trockenzylinder der anderen Trocken
zylinderreihe überführt werden kann. Durch den aus
schließlich in Laufrichtung der Materialbahn ge
richteten Gasstrom der zweiten Düseneinrichtung
kann weiterhin ein Verdrehen des Einfädelstreifens
sicher verhindert werden.
Es wird ein Ausführungsbeispiel der Maschine bevor
zugt, das sich dadurch auszeichnet, daß die erste
Düseneinrichtung an einem Schaber angebracht ist,
und daß die der Materialbahn zugewandte Oberfläche
des Schabers und die der Materialbahn zugewandte
Oberfläche der Führungseinrichtung im wesentlichen
parallel zueinander verlaufen. Der Schaber und die
Führungseinrichtung begrenzen einen gleichmäßigen
Spalt, durch den die Materialbahn hindurchgeführt
wird. Die Materialbahn wird also auf beiden Seiten
geführt, so daß diese in gewünschter Weise auf den
nachfolgenden Trockenzylinder aufgelegt werden
kann.
Weiterhin wird ein Ausführungsbeispiel der Maschine
bevorzugt, bei dem eine Schneideinrichtung vorgese
hen ist, die zum Abtrennen eines Einfädelstreifens
von der Materialbahn dient. Es ist vorgesehen, daß
die Schneideinrichtung an einer sich zumindest im
wesentlichen quer über die Breite der Materialbahn
erstreckenden Traverse angeordnet ist. Die Funkti
onssicherheit der Schneideinrichtung kann insbeson
dere dadurch erhöht werden, daß die Traverse - in
Laufrichtung der Materialbahn gesehen - fluchtend
hinter dem Schaber angeordnet ist. Dieser deckt die
Traverse derart ab, daß ein Ablagern von Material
bahnfetzen, die beim überführen der Materialbahn
von dieser abfallen, sicher verhindert werden kann.
Außerdem ist sichergestellt, daß die Schneidein
richtung beim Einfädeln verdeckt hinter der Tra
verse angeordnet ist, so daß sie einen Einfädel
vorgang nicht verhindert. Durch die Anordnung der
Schneideinrichtung unmittelbar hinter dem Schaber
kann schließlich eine besonders kompakte Bauweise
der Maschine realisiert werden.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den üb
rigen Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeich
nung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Teil einer Trockenpartie in schema
tischer Seitenansicht;
Fig. 2 einen Ausschnitt aus einem weiteren Aus
führungsbeispiel der Trockenpartie und
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht eines
Teils eines dritten Ausführungsbeispiels
der Trockenpartie.
Die im folgenden beschriebene Maschine ist allge
mein zur Herstellung von Materialbahnen einsetzbar.
Rein beispielhaft wird davon ausgegangen, daß es
sich hier um eine Maschine zur Herstellung einer
Papierbahn, also um eine Papierherstellungsma
schine, handelt.
Fig. 1 zeigt schematisch einen Ausschnitt einer
Trockenpartie 1 der Papierherstellungsmaschine,
nämlich einen Teil einer zweireihigen Trockengruppe
3, die mehrere Trockenzylinder aufweist, von denen
hier lediglich die Trockenzylinder 5 bis 15 darge
stellt sind. Die Drehachsen der Trockenzylinder 5,
7, 9 liegen in einer gedachten ersten Ebene E1 und
die der Trockenzylinder 11, 13, 15 in einer gedach
ten zweiten Ebene E2. Die gestrichelt dargestellten
Ebenen E1 und E2 verlaufen parallel in einem Ab
stand zueinander. Den Trockenzylindern 5, 7, 9 der
oberen Reihe ist ein auch als Trockensieb oder
-filz bezeichnetes Transportband 17 zugeordnet, das
die Trockenzylinder 5, 7, 9 der oberen Reihe und
diesen zugeordnete Umlenkwalzen 19, 21, 23 mäander
förmig umläuft. Ein weiteres Transportband 25 um
läuft die Trockenzylinder 11, 13, 15 der unteren
Reihe und diesen zugeordnete Umlenkwalzen, von
denen in Fig. 1 lediglich die Umlenkwalzen 27 und
29 dargestellt sind, mäanderförmig.
Eine im folgenden allgemein als Materialbahn 31 be
zeichnete Papierbahn durchläuft die Trockengruppe 3
von links nach rechts (siehe Pfeil 33) und wird da
bei abwechselnd um einen Trockenzylinder der unte
ren Reihe und um einen Trockenzylinder der oberen
Reihe geführt. In dem Bereich zwischen den Trocken
zylinderreihen wird die Materialbahn 31 in einem
freien Zug geführt, das heißt die Materialbahn wird
von keinem der beiden Transportbänder gestützt. Den
Trockenzylindern der Trockengruppe 3 ist jeweils
ein Schaber 35 zugeordnet, der im Ablaufbereich des
Trockenzylinders angeordnet ist, also in dem Be
reich, in dem die Materialbahn 31 von dem Trocken
zylinder abläuft. Die Schaber 35 sind identisch
ausgebildet, so daß im folgenden nur der dem Troc
kenzylinder 11 zugeordnete Schaber 35 beschrieben
wird. Der Schaber 35 liegt auf der Oberfläche des
Trockenzylinders 11 an und verhindert, daß sich bei
einem Bahnabriß Ausschuß um den Trockenzylinder 11
wickelt. Er dient außerdem dazu, einen auch als
Bändel bezeichneten Einfädelstreifen, der im Rand
bereich der Materialbahn 31 beim Anlaufen der Pa
pierherstellungsmaschine von der Materialbahn 31
abgetrennt wird, an den Trockenzylinder 5 der obe
ren Reihe zu überführen. Der Schaber 35 verläuft
also - je nach seiner Funktion - über die gesamte
Breite des Trockenzylinders 11 oder nur einen Teil
bereich, der vorzugsweise auf der Führerseite der
Maschine liegt. An dem Schaber 35 sind hier zwei
Düseneinrichtungen 37 und 39 angebracht. Die erste
Düseneinrichtung 37 umfaßt ein Blasrohr, aus dem
ein Gasstrom 41 austritt, der im wesentlichen ent
gegen der Laufrichtung der Materialbahn 31 gerich
tet ist. Die Düseneinrichtung 39 weist ebenfalls
ein Blasrohr auf, aus dem ein im wesentlichen in
Laufrichtung der Materialbahn 31 gerichteter Gas
strom 43 austritt.
Auf der gegenüberliegenden Materialbahnseite der
mit den Trockenzylindern 11, 13, 15 der unteren
Reihe zusammenwirkenden Schaber 35 ist jeweils eine
Führungseinrichtung 45 angeordnet. Diese umfaßt in
diesem Ausführungsbeispiel zwei Düseneinrichtungen
47 und 49, die jeweils ein Blasrohr aufweisen, aus
dem ein in Laufrichtung der Materialbahn 31 verlau
fender Gasstrom 51 austritt. Die Führungseinrich
tung 45 ist als Leitblech ausgebildet, dessen der
Materialbahn 31 zugewandte und einen vorzugsweise
spitzen Winkel mit dieser beziehungsweise der Bahn
laufrichtung einschließende Oberfläche 53 im we
sentlichen parallel zu der der Materialbahn 31 zu
gewandten Oberfläche 55 des Schabers 35 verläuft.
Hierdurch wird ein gleichmäßiger, das heißt - in
Laufrichtung der Materialbahn 31 gesehen - gleich
breiter Spalt zwischen dem Schaber 35 und der Füh
rungseinrichtung 45 gebildet, durch den die Mate
rialbahn 31 mit Hilfe der Düseneinrichtungen 37,
39, 47, 49 sicher geführt wird. Dabei wird die Ma
terialbahn 31 von den Gasströmen quasi getragen,
wobei ein Bahnverdrehen vorzugsweise vollständig,
zumindest aber weitestgehend verhindert werden
kann. Die der Überführung dienenden, in Laufrich
tung der Materialbahn verlaufenden Gasströme 43, 51
weisen den größten Anteil am Gesamtvolumina sämt
licher der zur Überführung der Materialbahn/des
Einfädelstreifens eingesetzter Gasströme auf.
Bei Inbetriebnahme der Papierherstellungsmaschine
oder einem Bahnabriß wird ein Einfädelstreifen von
einer nicht dargestellten Schneideinrichtung von
der Materialbahn 31 abgeschnitten. Der Einfädel
streifen wird gemeinsam mit dem Transportband 25
der unteren Reihe um den Trockenzylinder 11 geführt
und liegt dabei an dessen Umfang an. Das Transport
band 25 wird, bevor der Einfädelstreifen von der
Oberfläche des Trockenzylinders 11 abgehoben wird,
über die Umlenkwalze 27 an den nächsten Trocken
zylinder 13 der unteren Reihe geführt. Der auf dem
Trockenzylinder 11 haftende Einfädelstreifen wird
von dem aus der Düseneinrichtung 37 austretenden
Gasstrom 41 abgelöst, von den aus den Düseneinrich
tungen 39, 47 und 49 austretenden Gasströmen 43 be
ziehungsweise 51 durch den Überführungsbereich zwi
schen den Trockenzylinderreihen geführt und in den
sich schließenden Nip zwischen dem Transportband 17
und dem Trockenzylinder 5 der oberen Reihe gelei
tet. Der Einfädelstreifen wird zwischen dem Trans
portband 17 und dem Trockenzylinder 5 um diesen
herumgeführt. Auch bei den Trockenzylindern 5, 7, 9
der oberen Reihe wird das Transportband 17 jeweils
von einem Trockenzylinder abgehoben und auf den
nächsten Trockenzylinder der gleichen Reihe über
führt, hier also zunächst vom Trockenzylinder 5 auf
den Trockenzylinder 7.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, wird zum überführen
des Einfädelstreifens von einem Trockenzylinder der
oberen Reihe zu einem Trockenzylinder der unteren
Reihe, beispielsweise vom Trockenzylinder 5 zum
Trockenzylinder 13, lediglich ein Schaber 35 einge
setzt, der sowohl den Einfädelstreifen ablöst als
auch diesen im Bereich zwischen den Trockenzylin
derreihen führt und dabei stabilisiert. Eine auf
der gegenüberliegenden Materialbahnseite angeord
nete Überführungseinrichtung im Sinne der Führungs
einrichtung 45 ist hierbei nicht vorgesehen.
Die Umlenkwalzen 19, 21, 23, 27, 29 der Trocken
gruppe 3 sind symmetrisch angeordnet, das heißt,
die Drehachsen der Umlenkwalzen 27, 29 der unteren
Trockenzylinderreihe sind in jeweils einer gedach
ten, vertikal verlaufenden Ebene angeordnet, in der
auch jeweils eine Drehachse eines Trockenzylinders
der oberen Reihe liegt, hier des Trockenzylinders 5
beziehungsweise Trockenzylinders 7. Weiterhin sind
die Drehachsen der der oberen Reihe zugeordneten
Umlenkwalzen 19, 21, 23 jeweils in einer gedachten,
vertikal verlaufenden Ebene angeordnet, in der auch
eine Drehachse eines Trockenzylinders der unteren
Reihe liegt. Selbstverständlich können der Schaber
35 und die Führungseinrichtung 45 auch innerhalb
einer Trockengruppe eingesetzt werden, deren Um
lenkwalzen eine asymmetrische Anordnung aufweisen,
die also zu den Trockenzylindern versetzt sind. Un
abhängig von der Anordnung der Umlenkwalzen ist
vorzugsweise vorgesehen, daß allen Trockenzylindern
der Trockengruppe 3 ein Schaber 35 zugeordnet wird,
der sowohl als an sich bekannter Reinigungsschaber
oder als Überführschaber ausgebildet werden kann.
Um eine kompakte Bauweise der Trockengruppe 3 zu
realisieren, wird der Schaber 35 vorzugsweise als
Überführschaber ausgebildet, da er eine kompaktere
Bauweise als ein Reinigungsschaber aufweist und
insbesondere kürzer ist.
Die Blasrohre der Düseneinrichtungen 37, 39, 47, 49
können mittels einer nicht dargestellten Steuerein
heit jeweils einzeln aktiviert und deaktiviert wer
den, was im folgenden kurz als ansteuern bezeichnet
wird. Weiterhin ist es möglich, die an einem Scha
ber 35 angeordneten Blasrohre gemeinsam anzusteu
ern, mehrere Blasrohre, beispielsweise zwei bis
zwanzig Blasrohre, oder alle Blasrohre innerhalb
der Trockengruppe 3 gemeinsam anzusteuern. Die
Blasrohre können auch jeweils einen separaten Luft
mengeneinsteller aufweisen und/oder über jeweils
ein separates Magnetventil angesteuert werden. Wei
terhin können die Blasrohre zeitverzögert, also
nacheinander aktiviert und deaktiviert werden, vor
zugsweise in Abhängigkeit der Position des freien
Endes des Einfädelstreifens innerhalb der Trocken
partie, so daß die zur Führung und Stabilisierung
des Einfädelstreifens benötigte Luftmenge relativ
gering ist.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines
Teils eines Ausführungsbeispiels der Trockengruppe
3. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen, so daß insofern auf die Beschreibung von
Fig. 1 verwiesen wird. Die Umlenkwalzen 21 und 29
der oberen beziehungsweise der unteren Trockenzy
linderreihe sind hier asymmetrisch angeordnet, das
heißt, die Drehachse der Umlenkwalze 21 ist bezüg
lich der in einer gedachten, vertikal verlaufenden
Ebene liegenden Drehachse des Trockenzylinders 13
nach links versetzt, ebenso wie die Drehachse der
Umlenkwalze 29 gegenüber der in Fig. 1 dargestell
ten Position nach links versetzt ist. Von der in
einem freien Zug von dem Trockenzylinder 5 an den
Trockenzylinder 13 und von diesem an den Trockenzy
linder 7 geführten Materialbahn 31 und dem über die
Umlenkwalze 21 geführten Transportband 17 wird ein
auch als Tasche bezeichneter Freiraum 57 begrenzt,
in dem eine zum Abtrennen eines Einfädelstreifens
von der Materialbahn 31 dienende Schneideinrichtung
59 und der Schaber 35 angeordnet sind. Die Schneid
einrichtung 59 ist an einer sich quer über die
Breite der Materialbahn 31 erstreckenden Traverse
61 angeordnet und kann auf dieser verfahren werden.
Die Traverse 61 wird -in Laufrichtung der Material
bahn 31 gesehen- fluchtend hinter dem Schaber 35
angeordnet. Dieser deckt die Traverse 61 vollstän
dig ab, wodurch in vorteilhafter Weise ein Ablagern
von Materialbahnfetzen an der Traverse 61 verhin
dert wird. Außerdem wird der Überführvorgang nicht
behindert. Somit kann einerseits eine hohe Funk
tionssicherheit der Schneideinrichtung 59 gewähr
leistet werden. Andererseits kann durch die Anord
nung der Schneideinrichtung 59 im Freiraum 57 die
Länge der Trockenpartie 1 reduziert werden. Die
hier dargestellte Schneideinrichtung 59 dient dazu,
beim Anlaufen der Maschine einen Einfädelstreifen
zum Einfädeln der Materialbahn in eine der Trocken
gruppe nachgeordnete Baugruppe der Herstellungs
maschine bereitstellen. Sie ist daher vorzugsweise
am Ende der Trockengruppe 3 angeordnet.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbei
spiel der Trockengruppe 3 wird nach Inbetriebnahme
der Papierherstellungsmaschine oder nach einem
Bahnabriß die vollständige Materialbahn 31 in die
Trockengruppe 3 bis zum Trockenzylinder 13 der un
teren Reihe geführt. Die Materialbahn 31 läuft ge
meinsam mit dem Transportband 25 von dem Trocken
zylinder 13 ab. Dabei stellt die an dem Schaber 35
befestigte Düseneinrichtung 37 beziehungsweise de
ren Gasstrom 41 sicher, daß die Materialbahn nicht
an der Außenfläche des Trockenzylinders 13 haften
bleibt, sondern gemeinsam mit dem Transportband 25
abläuft. Die Umlenkwalze 29, über die das Trans
portband 25 geführt wird, ist in dem in Fig. 2
dargestellten Ausführungsbeispiel derart positio
niert, daß das Transportband 25 erst in dem über
führungsbereich zwischen der unteren und der oberen
Trockenzylinderreihe von der Materialbahn 31 ge
trennt wird. Dadurch wird der freie Zug verkürzt,
so daß insgesamt eine verbesserte Führung erreicht
wird. Im Bereich des freien Zugs wird mittels der
Schneideinrichtung 59 ein Einfädelstreifen von der
Materialbahn 31 abgeschnitten, der um den Trocken
zylinder 7 und weiter durch den Rest der Trocken
partie geführt und dann der nachfolgenden Baugruppe
zugeführt wird. Auf der der Schneideinrichtung 59
gegenüberliegenden Materialbahnseite ist hier eine
Führungseinrichtung 45 angeordnet, die zunächst die
Materialbahn 31 und anschließend den abgetrennten
Einführungsstreifen und die Restbahn sicher an den
Trockenzylinder 7 überführt und dabei stabilisiert.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist der
Schneideinrichtung 59 - in Bahnlaufrichtung gesehen -
unmittelbar eine weitere Baugruppe der Herstel
lungsmaschine beispielsweise eine Behandlungsein
richtung nachgeordnet, das heißt, die Schneideein
richtung 59 ist am Ende der Trockenpartie angeord
net, so daß der Einfädelstreifen beziehungsweise
die Materialbahn nach Passieren der Schneidein
richtung 59 aus der Trockenpartie herausgeführt und
an die nachfolgende Baugruppe überführt wird.
Fig. 3 zeigt im stark vergrößerten Maßstab einen
Teil einer Trockenpartie 1, nämlich einen Trocken
zylinder 13 und eine Umlenkwalze 29 einer Trocken
gruppe 3'. Teile, die mit denen in den Fig. 1
und 2 übereinstimmen, sind mit gleichen Bezugszei
chen versehen, so daß insofern auf deren Beschrei
bung anhand der Fig. 1 und 2 verwiesen wird. Im
folgenden wird lediglich der Aufbau eines Schabers
35' näher erläutert. Dieser liegt auf dem Umfang
des Trockenzylinders 13 an und dient einerseits
dazu, einen beim Anlaufen der Papierherstellungs
maschine um den Trockenzylinder 13 geführten Einfä
delstreifen auf die Umlenkwalze 29 und weiter in
Richtung eines nicht dargestellten Trockenzylinders
zu führen. Andererseits verhindert der Schaber 35'
ein Aufwickeln von Materialbahnfetzen und Ausschuß
nach einem Bahnabriß. An dem Schaber 35' sind meh
rere, hier insgesamt drei Düseneinrichtungen 37',
39' und 63 angebracht. Die erste Düseneinrichtung
37' ist - in Laufrichtung der Materialbahn 31 gese
hen - die vorderste Düseneinrichtung und umfaßt ein
mindestens eine Einzeldüse aufweisendes Blasrohr,
aus dem ein mit einem Pfeil angedeuteter Gasstrom
41 austritt. Durch das gebündelte Blasen mittels
der kostengünstigen Einzeldüse auf einen begrenzten
Bereich des Trockenzylinders kann die Materialbahn
besonders gut von dessen Umfang abgenommen werden.
Der Einzeldüse kann eine keilförmige Abdeckung zu
geordnet werden, die den Gasstrom 41 abschirmt be
ziehungsweise leitet, so daß dieser exakt an der
gewünschten Stelle auf dem Trockenzylinder auf
trifft. Der Gasstrom 41 ist entgegen der Laufrich
tung der Materialbahn 31 gerichtet und schließt mit
der der Materialbahn 31 zugewandten Oberfläche 55
des Schabers 35' einen Winkel α ein, der im Bereich
von -10° bis 30°, vorzugsweise aber im Bereich von
-5° bis 15°, liegt. Mit einem negativen Winkel wird
eine Richtung des Gasstroms 41 bezeichnet, die ge
gen die Oberfläche 55 des Schabers 35' gerichtet
ist. Der Gasstrom 41 trifft auf die Oberfläche des
Trockenzylinders 13 und schält den Einfädelstreifen
ab, wenn dieser auf der Oberfläche des Trocken
zylinders 13 kleben bleibt.
Die - in Bahnlaufrichtung gesehen - nachfolgende Dü
seneinrichtung 63 weist ein eine Schlitzdüse umfas
sendes Blasrohr auf, aus dem ein Gasstrom 65 aus
tritt. Der Gasstrom 65 schließt mit der Oberfläche
55 des Schabers 35' einen Winkel β ein, der im Be
reich von 140° bis 180° liegt, vorzugsweise im Be
reich von 155° bis 175° gewählt wird. Der Gasstrom
65 ist also im wesentlichen in Laufrichtung der Ma
terialbahn 31 gerichtet. Durch die Schlitzdüse wird
ein vorzugsweise gleichmäßiger Gasschleier erzeugt,
so daß ein Verdrehen der Materialbahn beziehungs
weise des Einfädelstreifens sicher vermieden werden
kann.
Die beiden Düseneinrichtungen 37' und 63 sind vor
zugsweise in sehr kurzem Abstand nebeneinander an
geordnet und befinden sich im Bereich der vorderen,
am Trockenzylinder 13 anliegenden Kante des Scha
bers 35'. An der gegenüberliegenden, dem Trocken
zylinder 13 abgewandten Kante des Schabers 35' wird
die Düseneinrichtung 39' angeordnet, die ein Blas
rohr umfaßt, aus dem ein Gasstrom 43 austritt. Der
Gasstrom 43 dient dazu, den Einfädelstreifen von
der unteren Trockenzylinderreihe an die obere Troc
kenzylinderreihe zu überführen und wird derart aus
gerichtet, daß er unter einem spitzen Winkel auf
der Materialbahn 31 auftrifft. Der Gasstrom 43
schließt mit einer Oberseite 67 des Schabers 35'
einen Winkel δ ein, der im Bereich von 90° bis 150°
liegen kann und der vorzugsweise einen Winkelbe
reich von 100° bis 130° aufweist. Die Oberseite 67
des Schabers 35' schließt hiermit der der Materi
albahn 31 zugewandten Oberfläche 55 des Schabers
35' einen Winkel µ ein, der ca. 75° beträgt. Gege
benenfalls kann auch auf die Düseneinrichtung 39'
und/oder die Düseneinrichtung 63 verzichtet werden.
Ihr Einsatz hängt von den Materialbahneigenschaf
ten, insbesondere auch von deren Feuchte, ab.
Durch den gegen die Laufrichtung der Materialbahn
31 gerichteten Gasstrom 41 der Düseneinrichtung 37'
wird der Einfädelstreifen von der Oberfläche des
Trockenzylinders 13 abgeschält und gegen die Ober
fläche des Transportbandes 25 angelegt, bevor der
Einfädelstreifen auf den Schaber 35' aufläuft.
Durch die im wesentlichen in Laufrichtung der Mate
rialbahn 31 gerichteten Gasströme 65 und 43 wird
der Einfädelstreifen im übergangsbereich zwischen
den Trockenzylinderreihen beschleunigt und ge
strafft und schließlich an den nachfolgenden Troc
kenzylinder geführt. Oberhalb der Bahnleitwalze 29
kann eine anhand von Fig. 1 erläuterte Füh
rungseinrichtung 45 vorgesehen werden, deren Gas
strom im wesentlichen in Laufrichtung der Material
bahn verläuft. Somit wird die Materialbahn 31 beid
seitig von einem Gasstrom abgestützt, wodurch eine
besonders sichere Überführung möglich ist.
Die Ausrichtung beziehungsweise Einstellung der
Gasströme der Düseneinrichtungen 37, 39, 47, 49, 63
erfolgt über eine nicht dargestellte, die Blasrohre
der Düseneinrichtungen fixierende Klemmeinrichtung.
Diese ermöglicht eine stufenlose Winkelverstellung
der Blasrohre.
Aus allem wird deutlich, daß durch die anhand der
Fig. 1 bis 3 beschriebene, definierte Verteilung
der Gasströme der Einfädelstreifen besonders sicher
überführt und dabei stabilisiert werden kann. Die
ser wird zunächst mittels des Gasstroms 41 von der
Oberfläche des Trockenzylinders abgelöst und im Be
reich des freien Zuges zwischen der unteren und der
oberen Trockenzylinderreihe zwischen dem Gasstrom
43 der Düseneinrichtung 39 beziehungsweise 39' und
dem Gasstrom 51 der Führungseinrichtung 45 geführt.
Durch das Führen der Materialbahn 31 zwischen zwei
Gasströmen kann eine störungsarme Überführung des
Einfädelstreifens sichergestellt werden. Die für
die Überführung des Einfädelstreifens eingesetzten
Komponenten sind kostengünstig und universell für
beliebige Trockenpartien verwendbar. Besonders vor
teilhaft ist weiterhin, daß bestehende Trockenpar
tien, die eine konventionelle Transportbandführung
aufweisen, mit dem Schaber 35 beziehungsweise 35'
und der Führungseinrichtung 45 nachgerüstet werden
können.
Claims (7)
1. Maschine zur Herstellung einer Materialbahn,
insbesondere Papier- oder Kartonbahn, mit einer
Trockenpartie, die mindestens eine zweireihige
Trockengruppe aufweist, die eine obere und eine un
tere Reihe von beheizbaren Trockenzylindern umfaßt,
denen jeweils ein Transportband zugeordnet ist, das
die Trockenzylinder einer Reihe und den Trockenzy
lindern zugeordnete Umlenkwalzen mäanderförmig um
läuft, wobei die Materialbahn abwechselnd um einen
Trockenzylinder der oberen Reihe und um einen Troc
kenzylinder der unteren Reihe und zwischen den
Trockenzylinderreihen in einem freien Zug geführt
wird, und mit mindestens einer der Überführung
eines Einfädelstreifens dienenden ersten Düsenein
richtung, deren Gasstrom im wesentlichen entgegen
der Laufrichtung der Materialbahn verläuft, gekenn
zeichnet durch eine auf der der ersten Düsenein
richtung (37; 37') gegenüberliegenden Materialbahn
seite angeordnete Führungseinrichtung (45), die
mindestens eine zweite Düseneinrichtung (47, 49) um
faßt, deren Gasstrom (51) im wesentlichen in Lauf
richtung der Materialbahn (31) verläuft.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die erste Düseneinrichtung (37; 37') an ei
nem Schaber (35; 35') angebracht ist, und daß die
der Materialbahn (31) zugewandte Oberfläche (55)
des Schabers (35; 35') und die der Materialbahn (31)
zugewandte Oberfläche (53) der Führungseinrichtung
(45) im wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Führungseinrichtung (45) als
Leitblech ausgebildet ist.
4. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die der Material
bahn (31) zugewandte Oberfläche (55) des Schabers
(35; 35') unter einem Winkel zur Bahnlaufrichtung
verläuft.
5. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, gekennzeichnet durch eine Schneideinrichtung
(59) zum Abtrennen eines Einfädelstreifens von der
Materialbahn (31).
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Schneideinrichtung (59) an einer sich
zumindest im wesentlichen quer über die Breite der
Materialbahn (31) erstreckenden Traverse (61) ange
ordnet ist.
7. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Traverse (61) - in Laufrichtung der Ma
terialbahn (31) gesehen - fluchtend hinter dem Scha
ber (35; 35') angeordnet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19726895A DE19726895A1 (de) | 1997-06-25 | 1997-06-25 | Maschine zur Herstellung einer Materialbahn |
| DE59811701T DE59811701D1 (de) | 1997-06-25 | 1998-05-15 | Maschine zur Herstellung einer Materialbahn |
| EP98108842A EP0887462B1 (de) | 1997-06-25 | 1998-05-15 | Maschine zur Herstellung einer Materialbahn |
| US09/104,181 US6145217A (en) | 1997-06-25 | 1998-06-25 | Machine for manufacturing a material web |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19726895A DE19726895A1 (de) | 1997-06-25 | 1997-06-25 | Maschine zur Herstellung einer Materialbahn |
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|---|---|---|---|
| DE19726895A Ceased DE19726895A1 (de) | 1997-06-25 | 1997-06-25 | Maschine zur Herstellung einer Materialbahn |
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