DE19726727A1 - Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse - Google Patents
Brennstoffeinspritzventil oder BrennstoffeinspritzdüseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung, die sowohl an einem Brennstoffeinspritzventil
als auch an einer Brennstoffeinspritzdüse insbesondere zum direkten Einspritzen von
Brennstoff in den Brennraum einer Brennkraftmaschine realisierbar ist.
Die Erfindung geht aus von einer Brennstoffeinspritzdüse nach der Gattung des
Hauptanspruchs. Eine derartige Brennstoffeinspritzdüse ist z. B. aus der DE-PS 43 03 813
bekannt. Die bekannte Brennstoffeinspritzdüse umfaßt einen Düsenkörper mit einer
Sackbohrung, in welcher eine Ventilnadel axial beweglich ist, die an ihrem
stromabwärtigen Ende einen Ventilschließkörper aufweist. Der Ventilschließkörper ist
konusförmig ausgebildet und weist eine Ventilschließfläche auf, die mit einer an dem
Düsenkörper innenseitig vorgesehenen Ventilsitzfläche zu einem Ventilsitz
zusammenwirkt. Dabei ist die Ventilnadel durch eine Rückstellfeder in Schließrichtung
vorgespannt. An seinem abspritzseitigen Ende weist der Düsenkörper mehrere, umfänglich
verteilt angeordnete Radialbohrungen auf, die den Düsenkörper durchdringen und in der
Offenstellung der Brennstoffeinspritzdüse mit der Sackbohrung des Düsenkörpers
verbunden sind. In der Schließstellung der Brennstoffeinspritzdüse hingegen ist der
Zustrom des Brennstoffs von der Sackbohrung zu den Radialbohrungen hin unterbrochen.
Eine Brennstoffeinspritzdüse ähnlicher Bauart, jedoch mit mehreren Paaren von
Radialbohrungen, die an einer gemeinsamen Ausgangsöffnung unter unterschiedlichen
Abspritzwinkeln ausmünden, ist aus der DE-OS 41 42 430 bekannt.
Bei diesen bekannten Brennstoffeinspritzdüsen ist nachteilig, daß die axiale und radiale
Brennstoffverteilung nicht an die geometrischen Gegebenheiten der Brennkraftmaschine,
an welcher die Brennstoffeinspritzdüsen montiert werden, anpaßbar ist. Da die Lage der
Zündkerze, der Einlaß- und Auslaßventile und anderer Bauteile in und an den
Brennräumen der Brennkraftmaschine jedoch von Brennkraftmaschine zu
Brennkraftmaschine bzw. von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp erheblich abweichen kann, ist
die flexible Verwendung der bekannten Brennstoffeinspritzdüsen begrenzt. Das Vorsehen
jeweils eines Paares von Radialbohrungen mit unterschiedlichen Abspritzwinkeln, wie dies
aus der DE-OS 41 42 430 bekannt ist, erfordert zudem einen relativ hohen
Fertigungsaufwand.
Das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil bzw. die erfindungsgemäße
Brennstoffeinspritzdüse mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches hat den
Vorteil, daß der abgespritzte Brennstoff zielgerichtet verteilt wird und die Verteilung des
Brennstoffs durch Variation der geometrischen Ausbildung des Hülsenkörpers in einfacher
Weise variierbar ist. So haben der Neigungswinkel der Auftrefffläche, auf welche der
Brennstoff auf den Hülsenkörper auftrifft, sowie die Oberflächenstrukturierung der
Auftrefffläche z. B. durch radiale Rillen wesentlichen Einfluß auf die Brennstoffverteilung.
Die Auftrefffläche kann gegenüber der Vertikalebene der Längsachse des
Brennstoffeinspritzventils bzw. der Brennstoffeinspritzdüse sowohl in radialer als auch in
tangentialer Richtung geneigt sein. Zusammen mit der Oberflächenstrukturierung ergeben
sich daher mehrere Freiheitsgrade für die Brennstoff-Strahlformung. Eine Variation der
Brennstoffverteilung ist dabei kostengünstig in der Weise realisierbar, daß für jede
Applikation ein unterschiedlich geformter Hülsenkörper zum Einsatz kommt. Während die
üblichen Bauteile des Brennstoffeinspritzventils bzw. der Brennstoffeinspritzdüse ohne
individuelle Änderungen für alle Anwendungsfälle einheitlich gefertigt werden können,
kommt jeweils lediglich ein unterschiedlich geformter Hülsenkörper zum Einsatz. Dadurch
können die Fertigungskosten erheblich reduziert werden.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen
Brennstoffeinspritzventils bzw. der Brennstoffeinspritzdüse möglich.
Es ist vorteilhaft, wenn die Auftrefffläche des Hülsenkörpers an ihrem radial auswärtigen
Ende eine zumindest teilweise umlaufende Abrißkante aufweist, die durch eine zumindest
teilweise umlaufende Nut in dem Hülsenkörper so hinterschnitten ist, daß an der
Abrißkante die Kontur des Hülsenkörpers einen spitzen Winkel bildet. Dadurch wird eine
besonders gute Verwirbelung des Brennstoff-Luftgemisches erzielt. Im Bereich der Nut
entsteht eine Rezirkulationszone. In diesem Bereich ist die Anordnung von Zündelektroden
in vorteilhafter Weise möglich, da in diesem Bereich die Konzentration des Brennstoff-
Luftgemisehes innerhalb der Zündgrenzen liegt. Wenn die Zündelektroden so angeordnet
werden, daß sie sich axial nur bis zu der umlaufenden Nut des Hülsenkörpers erstrecken,
ist sichergestellt, daß die Zündelektroden von dem Brennstoffstrahl nicht unmittelbar
benetzt werden, was nachteilig wäre. Die Zündelektroden liegen gewissermaßen im
Schatten der Abrißkante. Bei dieser Kombination des Brennstoffeinspritzventils bzw. der
Brennstoffeinspritzdüse mit einer Zündkerze ist die Ausbildung des Hülsenkörpers aus
einem vorzugsweise keramischen Isolationsmaterial vorteilhaft.
Der Hülsenkörper kann in besonders vorteilhafter Weise in mehrere durch Aussparungen
beabstandete Sektoren gegliedert sein. Dabei ist in jedem Sektor zumindest eine
Auftrefffläche für einen Brennstoffstrahl vorgesehen. Vorzugsweise weist der Düsenkörper
dabei mehrere umfänglich verteilte Radialbohrungen auf, durch welche jeweils ein
separater Brennstoffstrahl austritt und auf einem zugeordneten Sektor des Hülsenkörpers
auftrifft. Die Auftreffflächen können dabei gegenüber der Vertikalebene der Längsachse
auch in tangentialer Richtung geneigt sein.
In vorteilhafter Weise kann die Auftrefffläche des Hülsenkörpers bzw. die Auftrefffläche
jedes Sektors des Hülsenkörpers eine Oberflächenstrukturierung vorzugsweise in Form von
in radialer Richtung verlaufenden Rillen aufweisen.
Das Brennstoffeinspritzventil bzw. die Brennstoffeinspritzdüse kann dabei entweder einen
innen öffnenden oder aber einen außen öffnenden Ventilschließkörper aufweisen. Bei
Verwendung eines außen öffnenden Ventilschließkörpers ist es vorteilhaft, wenn der
Hülsenkörper das die Ventilsitzfläche bildende, abspritzseitige Ende des Düsenkörpers um
ein axiales Längenmaß überragt, das kleiner als der maximale Öffnungshub des
Ventilschließkörpers bemessen ist. Dadurch wird erreicht, daß der Brennstoffstrahl bei
geringem Öffnungshub des Ventilschließkörpers auf der Auftrefffläche des Hülsenkörpers
auftrifft und in axialer Richtung abgelenkt wird. Bei relativ großem Öffnungshub des
Ventilschließkörpers hingegen trifft ein Teil des Brennstoffstrahls nicht auf der
Auftrefffläche des Hülsenkörpers auf, sondern wird in radialer Richtung abgespritzt. Diese
Variation der effektiven Abspritzrichtung als Funktion des Öffnungshubs ist bei einigen
Anwendungen direkt in den Brennraum der Brennkraftmaschine einspritzender
Brennstoffeinspritzventile oder Brennstoffeinspritzdüsen sehr vorteilhaft.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt und in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzdüse in einer teilweise geschnittenen Darstellung,
Fig. 2 einen Schnitt durch das abspritzseitige Ende der in Fig. 1 dargestellten
Brennstoffeinspritzdüse,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzdüse in einer auszugsweisen, geschnittenen Darstellung,
Fig. 4 den Ausschnitt IV in Fig. 3 in einer vergrößerten Darstellung,
Fig. 5 ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzdüse in einer auszugsweisen Darstellung,
Fig. 6 eine abspritzseitige Ansicht eines vierten Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzdüse,
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie VII-VII in Fig. 6 und
Fig. 8 einen Schnitt durch das abspritzseitige Ende eines fünften
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemaßen Brennstoffeinspritzdüse.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzdüse 1 in einer teilweise
geschnittenen Darstellung. Die Brennstoffeinspritzdüse 1 ist zum direkten Einspritzen von
Brennstoff, z. B. Dieselbrennstoff, in den Brennraum einer Brennkraftmaschine, z. B. einer
selbstzündenden Brennkraftmaschine, geeignet. Die erfindungsgemaße Weiterbildung ist
jedoch in gleicher Weise auch für vorzugsweise ebenfalls direkt in den Brennraum der
Brennkraftmaschine einspritzende Brennstoffeinspritzventile, z. B. für Benzin-
Direkteinspritzung in fremdgezündete Brennkraftmaschinen, geeignet. Die
Brennstoffeinspritzdüse 1 weist einen in eine Montagebohrung eines Zylinderkopfes einer
Brennkraftmaschine einsetzbaren Düsenkörper 2 auf, der sich entlang einer Längsachse 3
der Brennstoffeinspritzdüse 1 erstreckt. Der Düsenkörper 2 ist von einem Hülsenkörper,
der in Fig. 1 geschnitten dargestellt ist, umgeben. Der Hülsenkörper 4 weist an seinem
abspritzseitigen Ende 18 einen nach innen ragenden, im Querschnittsprofil
dreieckförmigen Überstand 5 auf, der einen abspritzseitigen Endabschnitt 6 der
Brennstoffeinspritzdüse 1 ringförmig umschließt.
Der abspritzseitige Endbereich der erfindungsgemaßen Brennstoffeinspritzdüse 1 ist in Fig.
2 in einer geschnittenen Darstellung vergrößert dargestellt. Der Düsenkörper 2 weist eine
sich entlang der Längsachse 3 erstreckende Sackbohrung 10 auf, welche eine Ventilnadel
11 aufnimmt. An seinem abspritzseitigen Endabschnitt 6 hat der Düsenkörper eine im
Querschnittsprofil im wesentlichen V-förmige, abgerundete Ausbuchtung 12. Die
Ausbuchtung 12 weist an ihrer Innenseite eine Ventilsitzfläche 13 auf, die mit einer an
einem Ventilschließkörper 14 vorgesehenen Ventilschließfläche 15 zu einem Ventilsitz
zusammenwirkt. Der beispielsweise einteilig mit der Ventilnadel 11 ausgebildete
Ventilschließkörper 14 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel mit einem
stromaufwärtigen konischen Abschnitt 14a und einem stromabwärtigen konischen
Abschnitt 14b zweistufig konisch ausgebildet, wobei die Ventilsehließfläche 15 die
Mantelfläche des stromabwärtigen konischen Abschnitts 14b ist.
In der Ausbuchtung 12 ist zumindest eine Radialbohrung 16, vorzugsweise jedoch mehrere
umfänglich verteilt angeordnete Radialbohrungen 16 vorgesehen, die sich radial zu der
Längsachse 3, zumindest jedoch mit einer radialen Komponente gegenüber der Längsachse
3 nach außen erstrecken und in die Sackbohrung 10 im Bereich der Ventilsitzfläche 13
oder aber stromabwärts der Ventilsitzfläche 13 einmünden. Im geschlossenen Zustand der
Brennstoffeinspritzdüse 1 sind die Radialbohrungen 16 durch den Ventilschließkörper 14
verschlossen, während im geöffneten Zustand der Brennstoffeinspritzdüse 1 der
Ventilschließkörper 14 von der Ventilsitzfläche 13 abhebt und somit den Zustrom von
Brennstoff von der Sackbohrung 10 in die Radialbohrungen 16 freigibt. Dadurch werden
mehrere Brennstoffstrahlen 17 erzeugt, die in unterschiedliche radiale Richtungen
abgespritzt werden. In der Schnittdarstellung der Fig. 2 ist lediglich ein Brennstoffstrahl
17 und eine Radialbohrung 16 dargestellt.
Erfindungsgemäß ist der Düsenkörper 2 von dem Hülsenkörper 4 umgeben, der
vorzugsweise aus Edelstahl oder einem keramischen Material besteht. Das stromabwärtige
Ende 18 des Hülsenkörpers 4 erstreckt sich dabei bis in den Bereich der von den
Radialbohrungen 16 abgespritzten Brennstoffstrahlen 17. Mit anderen Worten werden die
Brennstoffstrahlen 17 von dem Hülsenkörper 4 in axialer Richtung überragt. Der
Hülsenkörper 4 weist dabei eine Auftrefffläche 19 auf, auf welcher sämtliche
Brennstoffstrahlen 17 auftreffen. Die Auftrefffläche 19 ist im in Fig. 2 dargestellten
Beispiel in radialer Richtung gegenüber einer senkrecht zur Längsachse 3 und in Fig. 2
horizontal verlaufenden Ebene, die hier als Vertikalebene 20 bezeichnet wird, geneigt und
bildet eine kegelstumpfförmige Stirnfläche des Hülsenkörpers 4. Anstatt in radialer
Richtung könnte die Auftrefffläche 19 jedoch auch in tangentialer Richtung gegenüber der
Vertikalebene 20 geneigt sein, was anhand des in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiels
noch beschrieben werden wird. Der Neigungswinkel α, den die Auftrefffläche 19
gegenüber der Vertikalebene 20 der Längsachse 3 einnimmt, ist vorzugsweise ein flacher
Winkel zwischen 0° und 45° Bevorzugt liegt der Bereich für den Neigungswinkel α
zwischen 5° und 30° und beträgt besonders bevorzugte ca. 15°.
Das Auftreffen der Brennstoffstrahlen 17 auf der Auftrefffläche 19 des Hülsenkörpers 4
bewirkt eine besonders gute Verwirbelung der Brennstoffstrahlen 17 und somit die
Erzeugung von Brennstoffpartikeln geringen Durchmessers. Ferner wird die Luft-
Brennstoffdurchmischung gefördert. Eine Verbesserung dieser Effekte kann noch dadurch
erreicht werden, daß die Auftrefffläche 19 eine vorgegebene Oberflächenrauhigkeit
aufweist.
Zwischen dem nach innen ragenden Überstand 5 des Hülsenkörpers 4 und dem
Düsenkörper 2 ist ein Luftspalt 21 vorgesehen, der die thermische Isolation zwischen dem
abspritzseitigen Ende 18 des Hülsenkörpers 4 und dem Düsenkörper 2 bewirkt.
In Fig. 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemaßen Einspritzdüse in
einer geschnittenen, auszugsweisen Darstellung veranschaulicht. Bereits beschriebene
Elemente sind mit übereinstimmenden Bezugszeichen versehen, so daß sich insoweit eine
wiederholende Beschreibung erübrigt. Das in Fig. 3 dargestellte Ausführungsbeispiel
bezieht sich auf eine Anwendung bei einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine. In dem
in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Zündkerze mit der Einspritzdüse 1 oder
einem Brennstoffeinspritzventil kombiniert.
Im Unterschied zu dem bereits anhand der Fig. 1 und 2 beschriebenen Ausführungsbeispiel
weist der Hülsenkörper 4 eine umlaufende, im Querschnitt V-förmige Nut 30 auf. Die
Auftrefffläche 19 ist radial auswärts durch eine Abrißkante 31 begrenzt. Die Kontur des
Hülsenkörpers 4 bildet an der Abrißkante 31 einen spitzen Kantenwinkel β, wobei der
Kantenwinkel β durch die V-förmige Nut 30 weiter verringert ist.
Fig. 4 zeigt den Ausschnitt W in Fig. 3 in einer vergrößerten Darstellung. Zur
Verdeutlichung der Wirkung der Abrißkante 31 ist ferner der Brennstoffstrahl 17
eingezeichnet. Wie in Fig. 4 durch die Pfeile 32 verdeutlicht, entsteht im Bereich der Nut
30 eine Rezirkulationszone, in welchem das Brennstoff-Luftgemisch in Richtung auf eine
Zündelektrode 33 strömt. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind mehrere
Zündelektroden vorgesehen, die umfänglich am Hülsenkörper 4 verteilt angeordnet sind
und durch eine Aussparung bzw. einen Isolationskörper elektrisch voneinander isoliert
sind. Jeweils benachbarte Zündelektroden 33 führen einen unterschiedlichen Pol einer
Hochspannungsquelle, wobei der Funkenüberschlag am stromabwärtigen Ende der
Zündelektroden 33 erzeugt wird. Die Zündelektroden 33 erstrecken sich dabei bis in den
Bereich der umlaufenden Nut 30 bzw. enden geringfügig stromaufwärts der Nut 30. In der
Rezirkulationszone entsteht, verursacht durch die Abrißkante 31, gut verwirbeltes Luft-
Brennstoffgemisch, das innerhalb der Zündgrenzen liegt und von einem zwischen den
Zündelektroden 33 überspringenden Zündfunken daher leicht zündbar ist. Der
Brennstoffstrahl 17 trifft jedoch nicht unmittelbar auf die Zündelektroden 33 auf, so daß
eine nachteilige Benetzung der Zündelektroden 33 mit Brennstoff vermieden wird.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es vorteilhaft, den Hülsenkörper 4 aus einem elektrisch
isolierenden Material, insbesondere aus einem geeigneten Keramikwerkstoff auszubilden,
um eine Isolation der Zündelektroden 33 gegenüber dem Düsenkörper 2 sicherzustellen.
Anstatt mehrerer Zündelektroden 33 kann ggfs. auch eine einzige Zündelektrode 33 zum
Einsatz kommen, wobei der Zündfunke zu einem geeigneten, das Gegenpotential
führenden Gegenstück an dem Düsenkörper 2 überspringt. Alternativ kann die mit den
Pfeilen 32 gekennzeichnete Rezirkulationszone auch zum Zünden des Brennstoff-
Luftgemisches durch eine separate, mit der Brennstoffeinspritzdüse 1 bzw. dem
Brennstoffeinspritzventil nicht kombinierte Zündkerze ausgenutzt werden. Die Ausbildung
einer scharfkantigen Abrißkante 31 hat auch bei selbstzündenden Brennkraftmaschinen
aufgrund der günstigen Verwirbelung des Brennstoff-Luftgemisches erhebliche Vorteile.
Fig. 5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemaßen
Brennstoffeinspritzdüse 1. Auch in Fig. 5 sind bereits beschriebene Elemente mit
übereinstimmenden Bezugszeichen versehen, so daß sich insoweit eine wiederholende
Beschreibung erübrigt.
In Fig. 5 ist der Düsenkörper 2 nicht geschnitten dargestellt. Es ist die abspritzseitige
Ausbuchtung 12 mit einer die Ausbuchtung 12 durchdringenden Radialbohrung 16
erkennbar. Im in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel sind insgesamt vier
Radialbohrungen 16 vorgesehen, die zueinander um jeweils 90° versetzt sind. Jeder
Radialbohrung 16 ist ein an dem Hauptkörper 40 des Hülsenkörpers 4 angeformter Sektor
41 bis 43 zugeordnet. Die einzelnen Sektoren 41 bis 43 sind durch Aussparungen 44, 45
voneinander getrennt. An jedem Sektor 41 bis 43 ist jeweils eine Auftrefffläche 46 bis 48
vorgesehen, die gegenüber der Vertikalebene 20 der Längsachse 3 um einen
Neigungswinkel α tangential geneigt ist. Zusätzlich oder alternativ kann auch eine radiale
Neigung der Auftreffflächen 46 bis 48 vorgesehen sein.
Die in Fig. 5 nicht eingezeichneten Brennstoffstrahlen werden an den Auftreffflächen 46
bis 48 der zugeordneten Sektoren 41 bis 43 reflektiert bzw. gestreut, was eine geeignete
Auffächerung der Brennstoffstrahlen sowie eine bessere Verwirbelung des Brennstoff-
Luftgemisches bewirkt. Die geometrische Ausbildung der einzelnen Sektoren 41 bis 43
kann an die geometrische Ausbildung des Brennraumes der Brennkraftmaschine angepaßt
werden, an welcher die Brennstoffeinspritzdüse 1 zum Einsatz kommt. Insbesondere kann
der Neigungswinkel α einer jeden Auftrefffläche 46 bis 48 unterschiedlich gewählt
werden, je nachdem, ob in dem entsprechenden Bereich der Brennkraftmaschine die
Zündkerze oder Einlaß- und Auslaßventile angeordnet sind, deren Benetzung mit
Brennstoff möglichst zu vermeiden ist. Auf diese Weise können die Abgaswerte der
Brennkraftmaschine wesentlich verbessert werden. Ferner kann eine flexible Verwendung
der erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzdüsen 1 bzw. der erfindungsgemäßen
Einspritzventile dadurch erreicht werden, daß je nach Applikation, d. h. je nach Typ der
Brennkraftmaschine bzw. je nach Fahrzeugtyp, unterschiedliche Hülsenkörper 4
Verwendung finden. Vorteilhaft ist dabei, daß die übrigen Bauteile der
Brennstoffeinspritzdüse 1 bzw. des Brennstoffeinspritzventils unverändert bleiben können.
Fig. 6 und 7 zeigen ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzdüse 1. Fig. 6 zeigt dabei die Sicht auf das abspritzseitige Ende der
Brennstoffeinspritzdüse 1. Erkennbar sind die abspritzseitige Ausbuchtung 12 des
Düsenkörpers 2 und der den Düsenkörper 2 umgebende Hülsenkörper 4. Entsprechend der
Besonderheit des in den Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiels weist die
Auftrefffläche 19 des Hülsenkörpers 4 eine rillenartige Oberflächenstruktur auf. Für jeden
Brennstoffstrahl ist eine radial verlaufende Rille 50 bis 53 vorgesehen. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel verjüngen sich die Rillen 50 bis 53 in ihrem radialen Verlauf von
innen nach außen zunächst, während sie sich daran anschließend bis zu ihrer Ausmündung
in Art eines Diffusors erweitern. Die Rillen 50 bis 53 dienen zur Verbesserung der
Strahlführung der Brennstoffstrahlen 17 und können selbstverständlich auch in anderer
geeigneter Weise ausgebildet sein. Zusätzlich ist es auch möglich, die Auftrefffläche 19 in
radialer und/oder tangentialer Richtung entsprechend den vorstehend bereits beschriebenen
Ausführungsbeispielen gegenüber der Vertikalebene 20 der Längsachse 3 zu neigen.
Fig. 7 zeigt zur besseren Veranschaulichung einen Schnitt entlang der Linie VII-VII in
Fig. 6, wobei die Vertiefung der Rille 52 deutlich wird.
Fig. 8 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzdüse 1. Bereits beschriebene Elemente sind wiederum mit
übereinstimmenden Bezugszeichen versehen, so daß sich insoweit eine wiederholende
Beschreibung erübrigt.
Während es sich bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen um eine innen
öffnende Brennstoffeinspritzdüse 1 handelt, weist die in Fig. 8 dargestellte
Brennstoffeinspritzdüse 1 einen außen öffnenden Ventilschließkörper 14 auf. Der
Düsenkörper 2 weist dabei eine als Stufenbohrung ausgebildete Durchgangsbohrung 60
auf, in welcher eine Ventilnadel 11 angeordnet ist. An ihrem abspritzseitigen Ende hat die
Ventilnadel 11 einen Führungsabschnitt 61, der in einer im Durchmesser erweiterten Stufe 62
der Durchgangsbohrung 60 geführt ist. In dem Führungsabschnitt 61 ist außenseitig der
ringförmige Ventilschließkörper 14 angeformt, dessen Ventilschließfläche 15 mit der
Ventilsitzfläche 13 des Düsenkörpers 2 zu einem Ventilsitz zusammenwirkt. Der von der
Brennstoffeinspritzdüse 1 abgespritzte Brennstoffstrahl trifft bei einem geringen
Öffnungshub des Ventilschließkörpers 14 vollständig auf der Auftrefffläche 19 des
Hülsenkörpers 4 auf und wird von der Auftrefffläche 19 in axialer Richtung, d. h. in
Richtung der Längsachse 3, reflektiert. Mit zunehmendem Öffnungshub des
Ventilschließkörpers 14 wird der Brennstoffstrahl in Richtung der Längsachse 3 verbreitert
und trifft ab einem vorgegebenen Öffnungshub des Ventilschließkörpers 14 nicht mehr
vollständig auf der Auftrefffläche 19 auf. Ein Teilstrahl wird daher in radialer Richtung
flach abgespritzt, während ein anderer Teilstrahl wie beschrieben an der Auftrefffläche 19
des Hülsenkörpers 4 in Richtung der Längsachse 3 reflektiert wird.
Das vorstehend beschriebene Abspritzverhalten der erfindungsgemäßen Einspritzdüse 1 als
Funktion des Öffnungshubs des Ventilschließkörpers 14 ist bei direkt in den Brennraum
der Brennkraftmaschine einspritzenden Brennstoffeinspritzdüsen 1 oder
Brennstoffeinspritzventilen durchaus von Vorteil. Bei geringem Öffnungshub der
Brennstoffeinspritzdüse 1 befindet sich der ihr zugeordnete Kolben der Brennkraftmaschine
in relativ großer Entfernung von seinem oberen Totpunkt und somit in relativ großer
Entfernung von der Brennstoffeinspritzdüse 1. Somit ist es vorteilhaft, wenn der
Brennstoffstrahl in diesem Betriebszustand mit einer relativ großen axialen Komponente in
Richtung auf die Brennmulde abgespritzt wird. In zunehmender Öffnung der
Brennstoffeinspritzdüse 1 bewegt sich der zugeordnete Kolben der Brennkraftmaschine und
somit die Brennmulde in Richtung auf den oberen Totpunkt. In diesem Betriebszustand ist
es daher vorteilhaft, wenn der Brennstoffstrahl in Richtung auf die nunmehr örtlich
verlagerte Brennmulde relativ flach abgespritzt wird.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele begrenzt. So können
die Ausführungsbeispiele ohne weiteres untereinander kombiniert werden und z. B. eine
Oberflächenstrukturierung der Auftrefffläche 19 auch an einem Ausführungsbeispiel mit
radial oder tangential geneigter Auftrefffläche 19 zur Anwendung kommen. Ferner kann
die dargestellte und beschriebene erfindungsgemäße Weiterbildung auch bei
Brennstoffeinspritzventilen zum direkten Einspritzen von Brennstoff in den Brennraum
einer Brennkraftmaschine insbesondere bei Benzin-Direkteinspritzventilen Verwendung
finden.
Claims (16)
1. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse (1) mit einem sich entlang
einer Längsachse (3) erstreckenden Düsenkörper (2), an welchem eine Ventilsitzfläche
(13) ausgebildet ist, die mit einer an einem Ventilschließkörper (14) ausgebildeten
Ventilschließfläche (15) zu einem Ventilsitz zusammenwirkt,
wobei in einem geöffneten Zustand des Brennstoffeinspritzventils oder der
Brennstoffeinspritzdüse (1) zumindest ein Brennstoffstrahl (17) abgespritzt wird, der
gegenüber der Längsachse (3) des Düsenkörpers (2) eine radiale Richtungskomponente
aufweist,
gekennzeichnet durch
einen den abgespritzten Brennstoffstrahl (17) in Richtung der Längsachse (3) axial
überragenden Hülsenkörper (4), welcher zumindest eine Auftrefffläche (19; 46-48)
aufweist, auf welcher der Brennstoffstrahl (17) auftrifft,
wobei die Auftrefffläche (19) bezüglich einer Vertikalebene (20), die vertikal zur
Längsachse (3) verläuft, um einen vorgegebenen Winkel (α) geneigt ist und/oder die
Auftrefffläche (19) an ihrer Oberfläche rillenartig strukturiert ist.
2. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auftrefffläche (19; 46-48) des Hülsenkörpers (4) gegenüber der Vertikalebene
(20) der Längsachse (3) um einen flachen Winkel (α) zwischen 0° und 45°, vorzugsweise
zwischen 5° und 30°, geneigt ist.
3. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hülsenkörper (4) zumindest einen abspritzseitigen Endabschnitt (6) des
Düsenkörpers (2) ringförmig umschließt.
4. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche
1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auftrefffläche (19; 46-48) des Hülsenkörpers (4) an ihrem radial auswärtigen
Ende eine zumindest teilweise umlaufende Abrißkante (31) aufweist, die durch eine
zumindest teilweise umlaufende Nut (30) in dem Hülsenkörper (4) so hinterschnitten ist,
daß an der Abrißkante (31) die Kontur des Hülsenkörpers (4) einen spitzen Kantenwinkel
(β) bildet.
5. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einem äußeren Mantel des Hülsenkörpers (4) zumindest eine Zündelektrode (33)
angeordnet ist, die sich bis in den Bereich der umlaufenden Nut (30) des Hülsenkörpers (4)
axial erstreckt.
6. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hülsenkörper (4) aus einem vorzugsweise keramischen Isolationsmaterial gebildet
ist und die Zündelektrode (33) von dem Düsenkörper (2) elektrisch isoliert ist.
7. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche
1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hülsenkörper (4) aus einem Edelstahl gebildet ist.
8. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche
1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auftrefffläche (19) gegenüber der Vertikalebene (20) der Längsachse (3)
zumindest in radialer Richtung geneigt ist.
9. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche
1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hülsenkörper (4) an seinem abspritzseitigen Ende (18) in mehrere durch
Aussparungen (44, 45) beabstandete Sektoren (41-43) gegliedert ist, wobei jeder Sektor
(41-43) jeweils eine Auftrefffläche (46-48) aufweist, auf welcher zumindest einer von
mehreren in verschiedene Spritzrichtungen abgespritzten Brennstoffstrahlen auftrifft.
10. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auftreffflächen (46-48) der Sektoren (41-43) jeweils gegenüber der
Vertikalebene (20) der Längsachse (3) zumindest in tangentialer Richtung geneigt sind.
11. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der
Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche der Auftrefffläche (19) eine Strukturierung in Form von in radialer
Richtung verlaufender Rillen (50-53) aufweist.
12. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der
Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Düsenkörper (2) eine axiale Sackbohrung (10) aufweist, in welcher der Ventilschließkörper (14) axial bewegbar ist, und
daß der Düsenkörper (2) mehrere umfänglich verteilt angeordnete Radialbohrungen (16) aufweist, die den Düsenkörper (2) durchdringen und in die Sackbohrung (10) an der Ventilsitzfläche (13) oder stromabwärts der Ventilsitzfläche (13) einmünden.
daß der Düsenkörper (2) eine axiale Sackbohrung (10) aufweist, in welcher der Ventilschließkörper (14) axial bewegbar ist, und
daß der Düsenkörper (2) mehrere umfänglich verteilt angeordnete Radialbohrungen (16) aufweist, die den Düsenkörper (2) durchdringen und in die Sackbohrung (10) an der Ventilsitzfläche (13) oder stromabwärts der Ventilsitzfläche (13) einmünden.
13. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 9 und 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Radialbohrung (16) des Düsenkörpers (2) ein Sektor (42) des Hülsenkörpers (4)
zugeordnet ist.
14. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der
Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Düsenkörper (2) eine axiale Durchgangsbohrung (60) aufweist, in welcher der
Ventilschließkörper (14) oder eine mit dem Ventilschließkörper (14) verbundene
Ventilnadel (11) axial geführt ist, und die Durchgangsbohrung (60) durch den
Ventilschließkörper (14) von außen verschließbar ist.
15. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hülsenkörper (4) das die Ventilsitzfläche (13) bildende, abspritzseitige Ende des
Düsenkörpers (2) um ein axiales Längenmaß überragt, das kleiner als der maximale
Öffnungshub des Ventilschließkörpers (14) bemessen ist.
16. Brennstoffeinspritzventil oder Brennstoffeinspritzdüse nach einem der
Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur thermischen Isolierung zwischen dem Düsenkörper (2) und dem Hülsenkörper (4)
zumindest in einem abspritzseitigen Endbereich ein Spalt (21) vorgesehen ist.
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