DE19725740A1 - Luftkissenfahrzeug - Google Patents
LuftkissenfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Luftkissenfahrzeug mit mindestens
einem Auftriebsgebläse zur Erzeugung eines Luftpolsters sowie
mindestens einem Schubaggregat, das an der Fahrzeugoberseite
wirkt, wobei das Schubaggregat zum Vortrieb und/oder zur Rich
tungssteuerung des Fahrzeugs dient und sowohl das Auftriebs
gebläse als auch das Schubaggregat mindestens eine Luftschrau
be aufweisen, die über einen Motor angetrieben ist und eine
Luftströmung erzeugt.
Die bekannten Bauformen von Luftkissenfahrzeugen weisen alle
ein hohes Gewicht auf. Außerdem ist das Gewicht konstruktions
bedingt oder betriebsbedingt ungleichmäßig auf dem Fahrzeug
verteilt. Bei diesem Fahrzeugtyp ist eine gleichmäßige Ge
wichtsverteilung jedoch besonders wichtig, da ein schlecht
austachiertes Luftkissenfahrzeug leicht aus dem idealen Schwe
bezustand in ein instabiles Verhalten gerät. Eine un
gleichmäßige Gewichtsverteilung muß dann durch ein aufwendiges
und schweres Ballastsystem ausgeglichen werden.
Bei bekannten Luftkissenfahrzeugen der genannten Art, ins
besondere bei kleineren Luftkissenfahrzeugen, ist das Schub
aggregat häufig starr im Heckbereich des Decks angebracht und
das Gewicht dort konzentriert.
Das starre Schubaggregat dieser Bauform ist zur Richtungs
steuerung mit einem oder mehreren Rudern versehen, mit dem der
erzeugte Luftstrom unter starken Reibungsverlusten umgelenkt
werden muß. Eine weitere Bauform weist mehrere starre Schub
aggregate auf, welche die Fahrtrichtung mittels einer indivi
duellen Regelung der Luftschraubendrehzahl jedes einzelnen
Schubaggregates steuern. Der Motor ist bei beiden Bauformen
von Luftkissenfahrzeugen nah an dem/den starr angeordneten
Schubaggregat(en) vorgesehen und konzentriert dadurch noch
mehr Gewicht im Heckbereich des Luftkissenfahrzeugs. Um die
notwendige gleichmäßige Gewichtsverteilung zu erreichen, muß
in diesem Fall im Bugbereich ein Ballastsystem, beispielsweise
in Form eines Behälters zur Aufnahme von Ballastwasser, vor
gesehen werden. Dieses erhöht das Gewicht weiter, verleiht dem
Luftkissenfahrzeug eine sehr hohe Trägheit und verringert den
Nutzraum.
Zum Manövrieren muß dem bekannten Luftkissenfahrzeug mit star
rem Schubaggregat ein Drehmoment induziert werden. Das Drehmo
ment dirigiert das Fahrzeug in die gewünschte Fahrtrichtung.
Insofern ähnelt die Manövrierfähigkeit daher der eines Schif
fes. Aufgrund der hohen Trägheit des Luftkissenfahrzeugs und
des geringen Widerstandes, den die Luft der Bewegung des Fahr
zeugs entgegensetzt, kann die Drehung jedoch nur beendet wer
den, indem mit einem entgegengesetzt gerichteten Drehmoment
gegengesteuert wird. Auch hierbei wirkt sich die hohe Trägheit
des Fahrzeugs wieder nachteilig aus.
Weiterhin weisen die obigen Bauformen strömungstechnische
Nachteile auf, insbesondere bei der Vorwärtsfahrt, da der nah
an dem Schubaggregat vorgesehene Motor in diesem Fall den Zu
strom der Luft auf der Saugseite der Luftschraube behindert.
Zudem muß ein mechanischer Antriebsstrang, der die Antriebs
maschine mit der Luftschraube verbindet, vorhanden sein. Die
ser besteht beispielsweise aus Wellen, Gelenken, Getrieben,
Kupplungen, etc., die ebenfalls das Gewicht des Fahrzeugs und
damit seine Trägheit erhöhen.
Unter den größeren Luftkissenfahrzeugen, wie beispielsweise
großen Luftkissenfähren, ist eine Bauform bekannt, deren
Schubaggregate um eine vertikale Achse schwenkbar ausgebildet
sind. Der Luftstrom läßt sich in diesem Fall zur Richtungs
steuerung in die gewünschte Richtung drehen. Die schwenkbaren
Schubaggregate werden im folgenden als Schwenkaggregate be
zeichnet. Diese weisen Antriebswellen auf, die parallel zur
vertikalen oder sogar in der vertikalen Schwenkachse des
Schwenkaggregates angeordnet sind. Die Antriebswelle wird von
einem separaten Motor über ein Winkelgetriebe oder ähnliches
angetrieben und treibt selbst über ein weiteres Winkelgetriebe
die Luftschraube an. Die Motoren und zusätzlichen Winkelge
triebe erhöhen und konzentrieren das Gewicht im Bereich des
Schwenkaggregates.
Um Gewicht einzusparen, könnte die Antriebsenergie eines ein
zigen Motors zu mehreren Schwenkaggregaten geleitet werden.
Dies wäre aber mit dem Nachteil behaftet, daß die Antriebs
stränge den Nutzraum sehr einschränken würden.
Je nachdem an welcher Stelle und wieviele Schwenkaggregate
angeordnet sind, muß auch bei dieser Bauform ein zusätzliches
Ballastsystem vorgesehen werden, um eine gleichmäßige Ge
wichtsverteilung für das gesamte Fahrzeug zu erreichen.
Bei kleineren Luftkissenfahrzeugen wird wegen des hohen Ge
wichts und den Problemen bei der Gewichtsverteilung auf die
schweren Schwenkaggregate mit separaten Motoren verzichtet.
Zur Bremsung der bekannten Luftkissenfahrzeuge ist es erfor
derlich, die Richtung der Luftströmung umzukehren. Bekannter
weise wird dies beispielsweise dadurch gelöst, daß die Dreh
richtung der Luftschraube umgekehrt wird, was den Nachteil
hat, daß diese zunächst bis zum Stillstand abgebremst und dann
in entgegengesetzter Drehrichtung beschleunigt werden muß. Ei
ne andere Lösung sieht eine Verstellung der Luftschraubenblät
ter vor, wobei die Luftströmung bei gleichbleibender Drehrich
tung der Luftschraube umgekehrt wird. Hierfür wird jedoch ein
mechanisch aufwendiger Verstellmechanismus zur Verstellung der
Luftschraubenblätter benötigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mit geringem
Energieaufwand betreibbares, gut manövrierbares Luftkissen
fahrzeug zu schaffen, das eine gute Raumausnutzung und eine im
Verhältnis zu seinem Gewicht hohe Nutzlast aufweist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß als Motor
ein Elektromotor unmittelbar an der Luftschraube angeordnet
ist, und daß zur Erzeugung der von dem Elektromotor benötigten
elektrischen Antriebsenergie zumindest ein zentraler Energie
erzeuger vorgesehen ist, der den Elektromotor über eine Ener
gieleitung mit der Antriebsenergie versorgt.
Durch diese Maßnahme ist ein Luftkissenfahrzeug geschaffen,
dessen Nutzraum nicht durch einen Antriebsstrang beeinträch
tigt ist und das daher eine besonders gute Raumausnutzung
aufweist. Als Energieleitung ist eine Elektroleitung vorgese
hen, die dem Elektromotor die Antriebsenergie zuführt. Diese
ist erheblich leichter als ein mechanischer Antriebsstrang und
ist so verlegt, daß sie den Nutzraum des Luftkissenfahrzeugs
nicht einschränkt.
Durch den technischen Fortschritt auf dem Gebiet der elek
trischen Maschinen und Steuerungen stehen Elektromotoren und
Generatoren zur Verfügung, die, bezogen auf ihr Gewicht, eine
sehr hohe Leistungsdichte aufweisen. Erst diese neue Antriebs
technik ermöglicht es, einen Elektromotor unmittelbar an der
Luftschraube vorzusehen. Durch diese Konstruktion ist das
Schubaggregat besonders leicht und benötigt nur einen geringen
Bauraum.
Schubaggregate sind mit dieser neuen Maßnahme an vielfältigen
Stellen des Luftkissenfahrzeugs anbringbar, beispielsweise
strömungsgünstig auf dem Dach des Luftkissenfahrzeugs. Die
bisherigen Probleme bei der Konstruktion, nämlich die Ge
wichtsverteilung des gesamten Fahrzeugs gleichmäßig zu gestal
ten, lassen sich nun sehr leicht lösen. Auf eine Richtungs
steuerung mit einem Ruder und damit einhergehendem Wirkungs
gradverlust des Vortriebs kann verzichtet werden. Das Ballast
system wird nur noch zum Ausgleich von ungleichmäßig verteil
ter Ladung benötigt und kann nun viel kleiner und leichter
ausgebildet sein. Der zentrale Energieerzeuger kann an einer
vorteilhaften Stelle plaziert werden. Beispielsweise ist es
möglich, ein geringes Ungleichgewicht eines mit zwei leichten
Heck-Schwenkaggregaten versehenen Luftkissenfahrzeugs auszu
gleichen, indem der Energieerzeuger an geeigneter Stelle als
ausgleichender Ballast vorgesehen wird. Das Luftkissenfahrzeug
weist dadurch eine geringe Trägheit auf und ist einfach zu ma
növrieren. Außerdem steigen die Nutzlast sowie der Nutzraum
des Fahrzeugs an.
Die Steuerung der Vortriebsleistung kann mit der vorgeschlage
nen Erfindung sehr einfach über eine Regelung der Drehzahl der
Luftschraube erfolgen. Da diese von einem Elektromotor ange
trieben ist, entfallen aufwendige und sehr schwere Getriebe
zur Drehzahländerung und ist die Drehzahl stufenlos und sehr
präzise einstellbar. Auch auf eine Ausführung der Luftschraube
mit verstellbaren Luftschraubenblättern zur Regelung der Vor
triebsleistung, kann verzichtet werden.
Eine Bremsung des Luftkissenfahrzeugs per Umkehr der Strö
mungsrichtung der Luft ist auch bei der Verwendung von Elek
tromotoren zum Antrieb der Luftschraube mit den bekannten Me
thoden möglich. Nämlich, beispielsweise mit einer Umkehrung
der Drehrichtung der Luftschraube oder einer Verstellung der
Luftschraubenblätter bei gleichbleibender Drehrichtung der
Luftschraube. Mit dem neuen Luftkissenfahrzeug kann eine Brem
sung aber einfacherweise auch durch Drehen des Schwenkaggrega
tes um 180° erfolgen und auf die oben angegebenen aufwendigen
Methoden verzichtet werden. Es muß kein mechanischer Antriebs
strang mitgeschwenkt werden, daher ist dies mit sehr geringem
konstruktivem Aufwand realisiert.
Damit während der Schwenkung des Schwenkaggregates dessen
Schub nicht zu einer Drehung des Luftkissenfahrzeugs führt,
sind vorteilhaft ein Paar Schwenkaggregate oder eine vielfache
Anzahl von Schwenkaggregat-Paaren vorgesehen. Ein Schwenk
aggregat eines Paares schwenkt dann in der einen Schwenkrich
tung um 180° um seine vertikale Achse und das andere in der
entgegengesetzten Schwenkrichtung um 180°. Die während der
Schwenkung durch die Luftströmung verursachten Drehmomente
sind entgegengesetzt gerichtet und kompensieren sich gegensei
tig. Eine Drehung des Luftkissenfahrzeugs tritt nicht ein. Die
Schwenkung kann unter maximaler Luftschraubendrehzahl erfol
gen. Innerhalb kürzester Zeit kann somit von Vortrieb auf
Bremsbetrieb gewechselt werden.
Der Energieerzeuger weist zweckmäßig einen modernen Generator
auf, der von einer Antriebsmaschine angetrieben ist. Vorzugs
weise sind der Generator und die Antriebsmaschine des Energie
erzeugers zu einer kompakten Baugruppe zusammengefaßt, damit
auch hier schwere und platzraubende Antriebselemente zur Ver
bindung dieser beiden Bauteile gespart werden können. Der
Energieerzeuger bildet vorzugsweise die zentrale Energiever
sorgung für alle Elektromotoren. Er kann an beliebiger Stelle
des Luftkissenfahrzeugs angeordnet werden. Es besteht dadurch
weitgehende Freiheit bei der Konstruktion und somit die Mög
lichkeit, die Nutzlast und den Nutzraum gegenüber den bekann
ten Luftkissenfahrzeugen sehr zu vergrößern.
Die Zuführung der Antriebsenergie zu dem schwenkbaren Elektro
motor kann über elektrische Schleifkontakte, flexible Kabel
oder sonstige geeignete Mittel erfolgen. Auf diese Weise kann
ein Schwenkaggregat über mehr als 360° schwenkbar ausgebildet
sein.
Der Energieerzeuger kann als kompakte Antriebsmaschine eine
Turbine aufweisen, die mit einem modernen Generator gekoppelt
ist. Die Turbine weist ein erheblich geringeres Gewicht auf,
als beispielsweise ein Dieselmotor. Außerdem kann sie im Ge
gensatz zu einem Dieselmotor, der die Luftschraube direkt
antreibt, permanent unter optimalen Bedingungen betrieben
werden. Das heißt, sie kann mit der günstigsten Drehzahl und
unter der günstigsten Drehmomentbelastung arbeiten.
Selbstverständlich kann in einer einfachen Ausführungsform
auch ein einfacher Verbrennungsmotor, beispielsweise eine
Zwei- oder Viertaktkolbenmaschine, für einen vorteilhaften
Brennstoff als Antriebsmaschine verwendet werden.
Um das Schwenkaggregat schnell um seine vertikale Achse in
eine gewünschte Schwenkposition zu bewegen, ist es mit einem
separaten Schwenkantrieb versehen. Einfacherweise weist dieser
ebenfalls einen elektrischen Antriebsmotor und eine geeignete
mechanische Stelleinrichtung auf.
Eine Weiterbildung des Luftkissenfahrzeugs weist zumindest ein
Schwenkaggregat auf. Dieses dient einerseits zum Vortrieb und
andererseits zur Richtungssteuerung des Fahrzeugs.
Vorzugsweise sind zwei Schwenkaggregate vorgesehen, die sowohl
in Richtung der lateralen Hauptträgheitsachse des Luftkissen
fahrzeugs als auch spiegelsymmetrisch zu dessen longitudinaler
Hauptträgheitsachse angeordnet sind. Diese Anordnung bewirkt
durch ihre besonders günstige Gewichtsverteilung zu den Seiten
hin eine ausgezeichnete Stabilität im Schwebezustand. Die
Manövrierfähigkeit ist aufgrund der in der lateralen Haupt
trägheitsachse angreifenden Schubimpulse hervorragend und bei
einer zur longitudinalen Hauptträgheitsachse parallelen
Schwenkposition für die Geradeausfahrt besonders effizient.
Das Luftkissenfahrzeug kann nach Art eines vierradgelenkten
Kraftfahrzeugs eine Geradeausfahrt unter einem Winkel α zu
seiner longitudinalen Hauptträgheitsachse durchführen. Damit
ist eine Richtungssteuerung möglich, ohne das Luftkissenfahr
zeug, wie bei einem Schiff, in die gewünschte Fahrtrichtung
ausrichten zu müssen. Da das Fahrzeug weder in seine Fahrt
richtung gedreht werden muß, noch diese Drehung durch Gegen
steuern mit einem entgegengesetzt gerichteten Drehmoment ge
stoppt werden muß, ist eine sehr gute Manövrierfähigkeit gege
ben, bei der sich die Trägheit des Fahrzeugs nicht stark be
merkbar macht. Das Luftkissenfahrzeug läßt sich präzise Rich
tungssteuern und benötigt wenig Platz zum Manövrieren.
Eine andere Weiterbildung ist zweckmäßig mit zwei starren
Schubaggregaten versehen, die ausschließlich zum Antrieb die
nen. In diesem Fall ist zumindest ein Schubaggregat als Steu
eraggregat ausgebildet, das ausschließlich zur Richtungssteue
rung dient. Diese besondere Konstruktion hat den Vorteil, daß
das Manövrieren über ein einzelnes Steueraggregat erfolgt, das
über seine Schwenkposition die Fahrtrichtung dirigiert.
Für die Konstruktion mit nur einem Steueraggregat ist die
vertikal schwenkbare Anordnung desselben am Heck über der
longitudinalen Hauptträgheitsachse mechanisch günstig, da der
induzierte Schubvektor des Steueraggregates ein für die Rich
tungssteuerung maximales Drehmoment erzeugen kann.
Das Steueraggregat ist zum einfachen Verschwenken um seine
vertikale Achse mit einem Schwenkantrieb versehen. Einfacher
weise ist dieses ebenfalls mit einem elektrischen Antriebs
motor und einer geeigneten mechanischen Stelleinrichtung ver
sehen.
In einer alternativen Weiterbildung des Luftkissenfahrzeugs
ist sowohl sein Heck als auch sein Bug mit wenigstens einem
Schwenkaggregat versehen. Diese besondere Konstruktion erlaubt
die Erzeugung maximaler Drehmomente zur Richtungssteuerung
sowohl durch das Heck-Schwenkaggregat als auch durch das Bug-
Schwenkaggregat, wodurch die Manövrierfähigkeit weiter ver
bessert wird. Das Luftkissenfahrzeug kann mit dieser Konstruk
tion ebenfalls nach Art eines allradgelenkten Kraftfahrzeugs
eine Geradeausfahrt unter einem Winkel α zu seiner longitudi
nalen Hauptträgheitsachse durchführen. Bevorzugt sind die
Schwenkaggregate an Heck und Bug über der longitudinalen
Hauptträgheitsachse vorgesehen.
Die Schwenk- und Steueraggregate sind vorzugsweise alle ein
zeln in ihrer Schwenkposition steuerbar. Auf diese Weise ist
bei einem Manöver die größte Variationsmöglichkeit für eine
Richtungsänderung gegeben. Die Vielzahl der relativen Schwenk
positionen, die die einzelnen Schwenkaggregate zueinander ein
nehmen können, sollte jedoch auf solche reduziert werden, die
für die Steuerung des Luftkissenfahrzeugs vorteilhaft sind.
Dies kann auf mechanischem Wege oder einfach durch programmge
stütze Steuerung der Schwenkantriebe erfolgen. Auf diese Weise
ist das Luftkissenfahrzeug für den Fahrer problemlos be
herrschbar.
Die als Schwenk- und/oder Steueraggregate ausgebildeten Schub
aggregate sowie das Auftriebsgebläse sind vorzugsweise alle
individuell mit der gewünschten Drehzahl der Luftschrauben
antreibbar. Die möglichen Drehzahlkombinationen der einzelnen
Luftschrauben zueinander sollten jedoch auch auf solche Kombi
nationen reduziert werden, die für die Steuerung des Luftkis
senfahrzeugs vorteilhaft sind, so daß das Fahrzeug für den
Fahrer problemlos beherrschbar ist. Dazu kann ebenfalls eine
programmunterstützte Steuerung vorgesehen sein, die die Dosie
rung der individuellen Drehzahlen mehrerer Schub- oder
Schwenkaggregate aneinander koppelt.
Um eine selbsttätige Korrektur der Schwenkposition der
Schwenk- und oder Steueraggregate zu ermöglichen, kann ein
Seitenwindmeßgerät vorgesehen sein, das die ermittelte Seiten
windkomponente erfaßt. Diese kann zur automatischen Einstel
lung der für eine Geradeausfahrt erforderlichen Schwenkposi
tion der Schwenk- und/oder Steueraggregate ausgewertet werden
oder, im Fall von starren Schubaggregaten, die nötige Schub
verteilung oder die Ruderstellung beeinflussen.
Als weiterer Vorteil wird es angesehen, daß das erfindungs
gemäße Luftkissenfahrzeug sehr einfach programmgestützt mit
Hilfe eines Autopiloten steuerbar ist.
Die Luftschraube des Schwenk- und/oder Steueraggregates ist
vorteilhaft ummantelt. Vorzugsweise sind die Luftschrauben
blätter starr auf der Luftschraubennabe angeordnet.
Nachstehend ist die Erfindung in der Zeichnung beispielhaft
veranschaulicht und im einzelnen anhand der Figuren beschrie
ben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform des Luftkis
senfahrzeugs mit zwei Schwenkaggregaten, die in Rich
tung der lateral verlaufenden sowie spiegelsymmetrisch
zu der longitudinalen Hauptträgheitsachse angeordnet
sind,
Fig. 2 eine Seitenansicht auf das Luftkissenfahrzeug gemäß
Fig. 1,
Fig. 3 eine Draufsicht auf das Luftkissenfahrzeug gemäß
Fig. 1 während einer Geradeausfahrt unter einem Winkel
α zur longitudinalen Hauptträgheitsachse,
Fig. 4 eine Draufsicht auf das Luftkissenfahrzeug gemäß
Fig. 1 während einer Drehung um eine vertikale Achse,
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht auf eine weitere Aus
führungsform des Luftkissenfahrzeugs mit einem als
Steueraggregat ausgebildeten Schubaggregat zur Rich
tungssteuerung,
Fig. 6 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform des Luftkis
senfahrzeugs, das sowohl am Heck als auch am Bug mit
einem Schwenkaggregat versehen ist,
Fig. 7 eine Draufsicht auf das Luftkissenfahrzeug gemäß
Fig. 6.
Nach Fig. 1 der Zeichnung besteht das Luftkissenfahrzeug 1 aus
einem Auftriebsgebläse A zur Erzeugung eines Luftpolsters so
wie zwei als Schwenkaggregat 2 und 3 ausgebildeten Schubaggre
gaten, die an der Fahrzeugoberseite 4 wirken. Die Schwenkag
gregate 2 und 3 sind um ihre vertikalen Achsen 2a und 3a
schwenkbar. Sie dienen zum Vortrieb und zur Richtungssteuerung
des Fahrzeugs und sind sowohl in Richtung der lateralen Haupt
trägheitsachse x-x des Luftkissenfahrzeugs als auch spiegel
symmetrisch zu dessen longitudinaler Hauptträgheitsachse y-y
angeordnet. Sowohl das Auftriebsgebläse A als auch das Schub
aggregat weisen je eine Luftschraube (nicht dargestellt) auf,
die über je einen Motor 5, 6 und 21 angetrieben ist und eine
Luftströmung erzeugt. Die Motoren 5, 6 und 21 sind unmittelbar
an den Luftschrauben vorgesehen. Zur Erzeugung der von den
Motoren 5, 6 und 21 benötigten Antriebsenergie ist ein zen
traler Energieerzeuger 7 vorgesehen, der die Motoren 5, 6 und
21 über Energieleitungen 5a, 6a und 21a mit der Antriebsener
gie versorgt. Die Schwenkaggregate 2 und 3 sind über einen
hier nicht dargestellten Schwenkantrieb um die vertikalen
Achsen 2a und 3a schwenkbar. Die Motoren 5, 6 und 21 sind als
Elektromotoren E1, E2 und A sowie die Energieleitungen 5a, 6a
und 21a als Elektroleitungen L1, L2 und L3 ausgebildet. Diese
sind erheblich leichter als ein mechanischer Antriebsstrang.
Sie sind in der vorliegenden Darstellung nur schematisch ein
gezeichnet. Da die Elektroleitungen L1, L2 und L3 nur sehr
wenig Platz benötigen und nahezu beliebig verlegt werden kön
nen, wird der Nutzraum des Luftkissenfahrzeugs nahezu nicht
einschränkt.
Die Anordnung der Schwenkaggregate gemäß der Fig. 1 bewirkt
durch ihre besonders günstige Gewichtsverteilung zu den Seiten
hin eine ausgezeichnete Stabilität im Schwebezustand. Die Ma
növrierfähigkeit ist aufgrund der in der lateralen Haupt
trägheitsachse x-x angreifenden Schubimpulse hervorragend und
bei paralleler Schwenkposition für die Geradeausfahrt beson
ders effizient. Das Luftkissenfahrzeug kann, wie in der Fig.
3 erkennbar, nach Art eines allradgelenkten Kraftfahrzeugs
eine Geradeausfahrt unter einem Winkel α zu seiner longitudi
nalen Hauptträgheitsachse y-y durchführen. Durch eine Schwenk
bewegung, beispielsweise des Schwenkaggregats 3 um 180°, ist
wie in Fig. 4 anhand des um die vertikale Achse 8 eingezeich
neten Pfeiles zu sehen, eine Drehung des Luftkissenfahrzeugs
auf der momentanen Schwebestelle möglich.
Der Nutzraum des Luftkissenfahrzeugs ist nicht durch einen
Antriebsstrang beeinträchtigt und die Raumausnutzung daher
besonders gut.
Der Energieerzeuger 7 ist im Zentrum des Luftkissenfahrzeugs
angeordnet und mit einer Antriebsmaschine B sowie einem Gene
rator G versehen, der zur Erzeugung der elektrischen Antriebs
energie für die Elektromotoren E1 und E2 dient. Die Gewichts
verteilung ist bei dieser Anordnung sehr gleichmäßig. Der
Energieerzeuger 7 ist mit der Antriebsmaschine B und dem Gene
rator G zu einer kompakten Baugruppe zusammengefaßt. Diese
kann bereits bei der Konstruktion eines Luftkissenfahrzeugs
optimal angeordnet und so der Nutzraum maximiert werden.
Als kompakte Antriebsmaschine B ist in der vorliegenden Aus
führungsform eine Turbine eingesetzt, die ein geringeres Ge
wicht als eine vergleichbar leistungsfähige Kolbenmaschinen
aufweist und kleiner ist als eine solche.
Die Ausführungsform des Luftkissenfahrzeugs gemäß Fig. 5
weist zwei starre Schubaggregate 10 und 11 auf, die aus
schließlich zum Vortrieb dienen. Es ist ein zusätzliches
Schubaggregat als Steueraggregat 14 vorgesehen, das, wie durch
den Pfeil 14a angedeutet, um seine vertikale Achse 13 schwenk
bar ist. Es dient ausschließlich zur Richtungssteuerung des
Fahrzeugs. Diese besondere Konstruktion hat den Vorteil, daß
das Manövrieren über ein einzelnes Steueraggregat 14 erfolgt,
das über seine Schwenkposition die Fahrtrichtung dirigiert.
Auch hier ist zum Schwenken des Steueraggregates 14 ein nicht
dargestellter Schwenkantrieb vorgesehen.
Für die Konstruktion mit nur einem Steueraggregat 14 ist die
Anordnung desselben am Heck 15 über der longitudinalen Haupt
trägheitsachse y-y mechanisch besonders günstig, da der indu
zierte Schubvektor V des Steueraggregates ein für die Rich
tungssteuerung maximales Drehmoment erzeugen kann.
In einer alternativen Ausführungsform des Luftkissenfahrzeugs
sind sein Heck 15 und sein Bug 16 mit je einem Schwenkaggregat
17 und 18 versehen. Diese besondere Konstruktion erlaubt die
Erzeugung maximaler Drehmomente zur Richtungssteuerung sowohl
durch das Heck-Schwenkaggregat 17 als auch durch das Bug-
Schwenkaggregat 18, wodurch die Manövrierfähigkeit weiter
verbessert wird. Das Luftkissenfahrzeug kann mit dieser Kon
struktion ebenfalls nach Art eines allradgelenkten Kraftfahr
zeugs eine Geradeausfahrt unter einem Winkel α zu seiner lon
gitudinalen Hauptträgheitsachse durchführen. Eine Schwenkung,
beispielsweise des Heck-Schwenkaggregates 17 um 90° und des
Bug-Schwenkaggregates 18 um minus 90°, ermöglicht auch mit
dieser Ausführungsform eine Drehung des Luftkissenfahrzeugs um
eine vertikale Achse 19, genau auf der momentanen Schwebestel
le.
Die Schwenkaggregate 17 und 18 an Heck 15 und Bug 16 sind über
der longitudinalen Hauptträgheitsachse y-y vorgesehen. Das
Bug-Schwenkaggregat 18 ist kleiner ausgebildet als das Heck-
Schwenkaggregat 17. Es dient hauptsächlich zur Richtungssteue
rung des Fahrzeugs. Für den Antrieb des Luftkissenfahrzeugs
ist im wesentlichen das Heck-Schwenkaggregat 17 vorgesehen.
Die Luftschraube der Schwenk- und/oder Steueraggregate ist
vorteilhaft mit einer Ummantelung 20 versehen.
1
Luftkissenfahrzeug
2
Schwenkaggregat
2
a vertikale Achse
3
Schwenkaggregat
3
a vertikale Achse
4
Fahrzeugoberseite
5
Motor
5
a Energieleitung
6
Motor
6
a Energieleitung
7
Energieerzeuger
8
vertikale Achse
10
starres Schubaggregat
11
starres Schubaggregat
13
vertikale Achse
14
Steueraggregat
14
a Pfeil
15
Heck
16
Bug
17
Schwenkaggregat (Heck)
18
Schwenkaggregat (Bug)
19
vertikale Achse
20
Ummantelung
21
Motor
21
a Energieleitung
A Auftriebsgebläse
B Antriebsmaschine
E1 Elektromotor
E2 Elektromotor
G Generator
L1 Elektroleitung
L2 Elektroleitung
L3 Elektroleitung
x-x laterale Hauptträgheitsachse
y-y longitudinale Hauptträgheitsachse
α Winkel
V Schubvektor
A Auftriebsgebläse
B Antriebsmaschine
E1 Elektromotor
E2 Elektromotor
G Generator
L1 Elektroleitung
L2 Elektroleitung
L3 Elektroleitung
x-x laterale Hauptträgheitsachse
y-y longitudinale Hauptträgheitsachse
α Winkel
V Schubvektor
Claims (15)
1. Luftkissenfahrzeug mit mindestens einem Gebläse zur Erzeu
gung eines Luftpolsters sowie mindestens einem Schubaggre
gat, das an der Fahrzeugoberseite (4) wirkt, wobei das
Schubaggregat zum Vortrieb und/oder zur Richtungssteuerung
des Fahrzeugs dient und sowohl das Gebläse als auch das
Schubaggregat mindestens eine Luftschraube aufweisen, die
über einen Motor (5, 6, 21) angetrieben ist und eine Luft
strömung erzeugt, dadurch gekennzeich
net, daß als Motor ein Elektromotor (5, 6, 21) unmittel
bar an der Luftschraube angeordnet ist, und daß zur Erzeu
gung der von dem Elektromotor (E1, E2, A) benötigten elek
trischen Antriebsenergie zumindest ein zentraler Energie
erzeuger (7) vorgesehen ist, der den Elektromotor (E1, E2,
A) über eine Energieleitung (5a, 6a, 21a) mit der An
triebsenergie versorgt.
2. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Energieerzeuger (7) einen
Generator (G) aufweist, der von einer Antriebsmaschine (B)
angetrieben ist.
3. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Energieerzeuger (7)
als Antriebsmaschine (B) eine Turbine aufweist.
4. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Energieerzeuger (7)
als Antriebsmaschine (B) einen Verbrennungsmotor aufweist.
5. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß zumindest ein
Schubaggregat als Schwenkaggregat (2, 3) ausgebildet ist,
das um eine vertikale Achse (2a, 3a) schwenkbar ist und
sowohl zum Antrieb als auch zur Richtungssteuerung dient.
6. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Schwenkaggregat zum Ver
schwenken um seine vertikale Achse mit einem Schwenkan
trieb versehen ist.
7. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß zwei Schwenkaggregate
(2, 3) vorgesehen sind, die sowohl in Richtung der latera
len Hauptträgheitsachse x-x des Luftkissenfahrzeugs als
auch spiegelsymmetrisch zu dessen longitudinaler Haupt
trägheitsachse y-y angeordnet sind.
8. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß zwei starre
Schubaggregate (10, 11) vorgesehen sind, die ausschließ
lich zum Antrieb dienen, und daß zumindest ein Schubaggre
gat als Steueraggregat (14) ausgebildet ist, das aus
schließlich zur Richtungssteuerung dient.
9. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Steueraggregat (14) am
Heck (17) über der longitudinalen Hauptträgheitsachse y-y
angeordnet und in seiner vertikalen Achse schwenkbar (19)
ist.
10. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Steueraggregat zum Ver
schwenken um seine vertikale Achse mit einem Schwenkan
trieb versehen ist.
11. Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß sowohl sein Heck (15) als
auch sein Bug (16) mit wenigstens einem Schwenkaggregat
(17, 18) versehen ist.
12. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dreh
zahl einzelner Luftschrauben individuell steuerbar ist.
13. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Sei
tenwindmeßgerät vorgesehen ist, und daß mit der ermittel
ten Seitenwindkomponente die Richtungssteuerung korrigier
bar ist.
14. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Luft
schraube ummantelt ist.
15. Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die ein
zelnen Schaufelblätter der Luftschraube starr mit der Nabe
der Luftschraube verbunden sind.
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|---|---|---|---|
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