DE19725433C1 - Verfahren und Vorrichtung zur Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen von Stahl mit einer oszillierenden Kokille - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen von Stahl mit einer oszillierenden KokilleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchbruchfrüherkennung
beim Stranggießen von Stahl mit einer mit Kupferplatten ausgebilde
ten, oszillierenden Kokille, durch fortlaufende und vergleichende
Messung von Betriebsparametern, bspw. der örtlichen und zeitlichen
Temperatur-Verteilung in den Kupferplatten mit Analyse der erhal
tenen Meßdaten, wobei zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer
zielgenauen Beurteilung von Anzeichen einer akuraten Durchbruchs-
Tendenz zwei zu vergleichende Meßdaten von wenigstens einer dritten
Meßreihe gekoppelt werden und vorzugsweise online analysiert werden.
Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Durch
führung des Verfahrens.
Verfahren zur Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen von Stahl
mit einer mit Kupferplatten ausgebildeten oszillierenden Kokille
sind bisher nur im Versuchsstadium bekannt und basieren bspw. auf
Thermoelementen mit Zungen in den Kupferplatten der Kokillen. Die
Durchbruchfrüherkennung wird als wichtiges Betriebsmittel angesehen,
um insbesondere beim Gießen von Dünnbrammen bspw. mit einer Ge
schwindigkeit bis zu 6 m/Minute und darüber hinaus die Risiken und
Betriebsausfälle bei Durchbrüchen der noch äußerst empfindlichen
Strangschale zu vermeiden. Dabei werden Ungleichmäßigkeiten der
Temperaturverteilung in den Kupferplatten über die Gießzeit gemes
sen, analysiert und aus den Ergebnissen Signale abgeleitet, die als
Kriterien für einen Durchbruch gelten sollen.
Wegen der relativ großen Wärmekapazität der Kupferplatten reagiert
das bekannte Verfahren mit erheblicher Zeitverzögerung und kann
daher nur mit erheblichen Einschränkungen als einigermaßen sicher
gelten.
Bei einem anderen Verfahren wird mit Hilfe von Beschleunigungs
messern versucht, durchbruchrelevante Störungen in der Bewegungsform
bezüglich dreier Raumachsen während der Kokillenoszillation zu
erfassen. Mängel bei diesem System treten insofern auf, als diese
Messungen nicht immer einen Durchbruch eindeutig mit hoher Wahr
scheinlichkeit erfassen. Dies hat zur Folge, daß vom Meßsystem vor
einem Durchbruch entweder Fehlalarme ausgelöst oder ein Alarm zu
spät bzw. überhaupt nicht gegeben wird.
Aus der DE 24 15 224 C3 ist eine Plattenkokille für Brammen bekannt,
deren Kokillenwände Kühlkammern besitzen, die begrenzte Kühlbereiche
umfassen. An die Wasserzu- und -abflußleitungen der Breitseiten sind
Meßglieder zur Bestimmung der abgeführten Wärmemenge bzw. der
Kühlleistungen angeschlossen. Weiterhin wird in den Meßgliedern
gleichzeitig ein Durchschnittswert der Kühlleistung der Kühlkammern
gebildet, welcher einem Durchschnittsbildner zugeleitet wird, mit
dem die Konizität der Schmalseiten gesteuert werden kann. Eine
Durchbruchfrüherkennung mit zufriedenstellender Genauigkeit ist
aufgrund der Messung der Wärmeströme in der Kokille nicht durchführ
bar.
Aus der DE 41 17 073 C2 ist es bekannt, mit Hilfe einer kalorime
trischen Messung an einer Brammenkokille den integralen und spezifi
schen Wärmetransport an jeder einzelnen Kupferplatte zu bestimmen.
Ein Vergleich der spezifischen Wärmeströme von der dem Stahl zu
gewandten Kupferplattenseite zur wassergekühlten Seite speziell der
Schmalseiten, mit denen der zwei Breitseiten ermöglicht die Regelung
der Schmalseitenkonizität unabhängig von den im einzelnen gewählten
Gießparametern. Auch diese bekannte Vorrichtung eignet sich nicht
für eine einigermaßen sichere Früherkennung einer akuten Durch
bruchgefahr.
Die DE 195 29 931 C1 beschreibt eine Plattenkokille zur Erzeugung
von Strängen aus Stahl, insbesondere Dünnbrammen, deren Breitseiten
wände mindestens drei nebeneinanderliegende und voneinander un
abhängige Kühlsegmente aufweisen. In der dem Strang zugewandten
Wandung der Kammern sind Temperaturfühler angeordnet, mit denen
mindestens die Temperaturdifferenzen zwischen den einzelnen Kammern
bzw. Zonen erfaßt werden. Eine Anregung, diese Mittel zur bereichs
weisen Temperaturerfassung bei einer Kokille weiter auszubauen und
für eine Durchbruchfrüherkennung in Anspruch zu nehmen, ist diesem
Dokument ebenfalls nicht zu entnehmen.
Außerdem sind Systeme bekannt, bei denen mittels in der Kokillenwand
eingelassener Thermoelemente die Temperaturänderung und Verteilung
über die Gießzeit beobachtet und über Differenzwertbildung eine
Durchbruchsicherung aufgebaut wird.
In der DE 44 42 087 A1 wird eine Einrichtung und ein Verfahren zur
Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen mit einer Kokille be
schrieben, das über eine Fuzzy-Logik-Verknüpfung mehrere Temperatur-
Meßreihen gleichzeitig miteinander vergleicht und verbindet. Hierzu
sind in wenigstens zwei in Richtung des Stranges versetzten Ebenen
Temperatursensoren um den Strang herum in den Kokillenplatten
angeordnet, die auf Auswerteeinrichtungen geschaltet sind, die
ihrerseits mit Fuzzy-Logik-Verknüpfungseinrichtungen verbunden sind.
Durch Zuschaltung eines neuronalen Netzwerks soll die Gesamtwahr
scheinlichkeit der Durchbruchfrüherkennung erhöht werden.
Auch ist eine Beschleunigungsmessung der Kokille mit Hilfe von
mindestens drei Beschleunigungsmeßgebern auf der Kokille bekannt,
die Abweichungen in der Kokillenbewegung (Taumeln) als Durchbruch
kriterium erfassen.
Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durch
bruchfrüherkennung anzugeben, mit der eine höchstmögliche Wahr
scheinlichkeit für eine zielgenaue Beurteilung von Anzeichen einer
akuten Durchbruchs-Tendenz beim Stranggießen von Stahl ermöglicht
wird. Dabei soll das Verfahren und die Vorrichtung möglichst weitge
hend mit bekannten Mitteln und Meßvorrichtungen durchführbar sein.
Die Lösung der Aufgabe gelingt bei einem Verfahren zur Durchbruch
früherkennung beim Stranggießen von Stahl der im Oberbegriff von
Anspruch 1 genannten Art mit der Erfindung dadurch, daß mittels
einer dritten Meßreihe der nach Maßgabe der Wirksamkeit der Schmie
rung reibungsabhängige Teil-Kraftschluß zwischen Kokille und Gieß
strang durch vergleichende Messung der Kokillenoszillation und der
Strangoszillation unterhalb der Kokille gemessen und die Meßdaten
zusammen mit den Meßdaten aus der Temperatur-Verteilung sowie dem
Weg-Zeit-Verhalten der Kokille gekoppelt und das Ergebnis rech
nerisch analysiert wird.
Diesem Verfahren liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Wahrschein
lichkeit der Sicherheit einer eindeutigen Durchbruchfrüherkennung
mit der Verknüpfung mehrerer Systeme untereinander signifikant
steigt, wenn berücksichtigt wird, daß die Strangoszillation als
resultierende Bewegung aus der Kokillenoszillation und des Koeffi
zienten der Begleitreibung zwischen Strang und Kokille entsteht.
Dabei wird die sich während einer Strangoszillation aufbauende
Reibkraft zwischen Kokille und Strangschale bspw. durch folgende
Parameter beeinflußt:
- - Ölschmierung oder
- - Gießschlackenschmierung und
- - Art der Kupferplatte mit und ohne Beschichtung, z. B. Cr, Ni, etc.
Dieser Teil-Kraftschluß bzw. auch der Effekt der Schmierung zwischen
Kokille und Strang kann bspw. mit Hilfe einer Zeilenkamera bestimmt
werden. Durch vergleichende Messungen der Strangoszillation un
terhalb der Kokille mit der Kokillenoszillation, die mit Hilfe von
Beschleunigungsmessern an der Kokille durchgeführt werden, kann die
Reibung
R = µ × N
zwischen Strangschale und Kokille sowie insbesondere Störungen in
der Gleichförmigkeit der Reibung über den Strangumfang, z. B. die
Strangbreite, insbesondere einer Dünnbramme, gemessen werden.
Infolgedessen sieht eine Ausgestaltung der Erfindung vor, daß
vergleichende Messungen von Kokillenoszillation und Strangoszilla
tion an unterschiedlichen Umfangsbereichen von Kokille und Strang
durchgeführt werden.
Eine entsprechende Ausgestaltung des Verfahrens sieht daher vor,
daß die an unterschiedlichen Umfangsbereichen der Kokille bzw. des
Stranges auftretenden Störungen in der Gleichförmigkeit der Reibung
durch vergleichende Messungen über den Strangumfang bzw. über die
Strangbreite lokalisiert werden.
Entsprechendenfalls sieht eine Ausgestaltung der Erfindung vor, daß
die Kokillenoszillation und die mit dieser zu vergleichende Strang
oszillation bevorzugt an den vier Eckpunkten der Kokille gemessen,
und fortlaufend verglichen und dabei Störungen mittels Analyse der
erhaltenen Meßdaten in einer Auswertelektronik erkannt und mit
vorgegebenen, durchbruchsrelevanten Signalen verglichen und bei
erkennbarer Durchbruchstendenz Maßnahmen zur Verhinderung eines
Durchbruchs eingeleitet werden. Zu diesem Zweck kann eine Absenkung
der Gießgeschwindigkeit und/oder eine Änderung von Zugabemenge oder
Zusammensetzung des Schmiermittels vorgenommen werden. In besonders
kritischen Fällen kann eine Kombination beider Maßnahmen zur Durch
führung gebracht werden.
Zweckmäßig kann die Beobachtung der Strangoszillation unter Ver
wendung einer Zeilenkamera durchgeführt werden. Dabei wird dann die
Erscheinung genutzt, daß an der Außenseite der Strangschale oszilla
tionsbedingte Markierungen sichtbar sind, die bei entsprechender
Einstellung von der Zeilenkamera erkannt und ausgewertet werden.
Wie bereits eingangs dargelegt, kann zur Erhöhung der Wahrschein
lichkeit einer zielgenauen Beurteilung von Anzeichen einer akuten
Durchbruchs-Tendenz eine Auswertung der Meßergebnisse der Kokillen-
und Strangbewegung einerseits und des Temperaturfeldes in den
Kokillenplatten oder des Weg-Zeit-Verhaltens der Kokillenbewegung
andererseits gekoppelt werden.
Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachstehenden Erläuterung eines in den Zeichnungen schematisch
dargestellten Ausführungsbeispieles. Es zeigen
Fig. 1 eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der
Erfindung,
Fig. 2 ein Diagramm der Oszillationsbewegungen von Kokille und
Strang bei einer auftretenden Störung der Gleichförmig
keit,
Fig. 3 ein Oszillationsdiagramm mit signifikanter Tendenz eines
Durchbruchs.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zur Durchbruchfrüherkennung beim
Stranggießen von Stahl mit einer mit Kupferplatten 2, 3, ausgebil
deten, von einem Schwingungserreger 5 in oszillierende Schwingungen
erregbaren Plattenkokille 1, insbesondere zur Durchführung des
Verfahrens nach der Erfindung. Diese umfaßt eine Meß- und Auswert
einrichtung mit folgenden Elementen:
Wenigstens einen Beschleunigungsmesser 10.1 bis 10.4 für die Oszil lation der Kokille 1,
eine Anzahl von Thermoelementen 11 in den Kokillenplatten 2 und 3,
eine Zeilenkamera 12 zur Erkennung der Strangoszillation,
einen Geschwindigkeitsmesser 13 für die Stranggießgeschwindigkeit,
eine Auswertelektronik 20 für die Oszillationsbeschleunigung,
eine Auswertelektronik 21 für Temperaturmessungen,
eine Auswertelektronik 22 für die Strangoszillation,
eine zentrale Auswertungs-Recheneinheit 30,
einen Frühwarnungssignalgeber 31.
Wenigstens einen Beschleunigungsmesser 10.1 bis 10.4 für die Oszil lation der Kokille 1,
eine Anzahl von Thermoelementen 11 in den Kokillenplatten 2 und 3,
eine Zeilenkamera 12 zur Erkennung der Strangoszillation,
einen Geschwindigkeitsmesser 13 für die Stranggießgeschwindigkeit,
eine Auswertelektronik 20 für die Oszillationsbeschleunigung,
eine Auswertelektronik 21 für Temperaturmessungen,
eine Auswertelektronik 22 für die Strangoszillation,
eine zentrale Auswertungs-Recheneinheit 30,
einen Frühwarnungssignalgeber 31.
Sobald die Auswertungs-Recheneinheit 30 eine durchbruchsgefährliche
Kombination von Meßdaten aus den einzelnen Auswertelektronik-Ein
heiten 20-22 empfängt, erzeugt sie einen Impuls zur Frühwarnung
und gibt diesen an den Signalgeber 31 weiter, der seinerseits,
symbolisiert durch die Ziffer 100, eine Abwehrmaßnahme einleitet,
bspw. auf Stellglieder zur Verringerung der Gießgeschwindigkeit 13
oder zur vermehrten Aufgabe von Schmiermitteln 40 einwirkt.
Fig. 1 zeigt weiter ein zylinderförmiges Tauchgießrohr 4 zur
Aufgabe von flüssigem Stahl 41 und den aus der Unterseite der
Kokille 1 austretenden Gußstrang 6 mit deutlich erkennbaren Oszilla
tions-Markierungen 7 an dessen Umfang. An vier Eckpunkten der
Kokille 1 sind Beschleunigungsmesser 10.1 bis 10.4 angeordnet und
mit der Oberseite der Kokille 1 fest verbunden. Diesen Beschleuni
gungsmessern sind die Meßleitungen 15.1 bis 15.4 zugeordnet und der
Auswertungs-Elektronik 20 aufgeschaltet. Weiterhin sind dieser
Auswertungs-Elektronik 20 auch die Signale der Schwingungserreger
5 mit den Meßleitungen 25.1 und 25.2 aufgeschaltet, wodurch Störun
gen im Weg-Zeit-Verhalten der Kokillenbewegung in Abweichung von
der zwangsweise induzierten Oszillations-Erregung der Oszillatoren
5 erfaßt werden können.
Die Ergebnisse der Bilderfassung von Oszillationsmarken mit Hilfe
der Zeilenkammer 12 sind mit der Meßleitung 12.1 der Auswertelek
tronik 22 aufgeschaltet, die ihrerseits ein moduliertes Signal an
die zentrale Auswert-Einheit 30 weiterleitet. Und schließlich sind
in den Breitseiten Platten der kupfernen Kokillenwände 2 eine Anzahl
von darin eingebetteten Temperaturfühlern 11 gezeigt, deren Meßdaten
mit einer vieladrigen Meßleitung 11.1 der Meß- und Auswert-Elek
tronik 21 zugeleitet und nach deren Auswertung ein Signal an die
zentrale Auswert-Einheit 30 weitergeleitet wird. Unter dem Begriff
einer vieladrigen Meßleitung 11.1 soll verstanden werden, daß jedes
einzelne Thermoelement 11 ein individuelles Meßergebnis über eine
individuelle Ader der Meßleitung 11.1 an die Elektronik 21 weiter
gibt und bspw. dadurch in der Lage ist, die örtliche Gleichförmig
keit oder Ungleichförmigkeit der Temperaturverteilung einer gekühl
ten Platte zu lokalisieren.
Außerdem kann die Temperaturdifferenzmessung des Kokillenkühlwassers
pro Kokillenplatte 2, 2.1 mit zur Auswertung und zur Erhöhung der
Wahrscheinlichkeit der Durchbruchfrüherkennung herangezogen werden.
Hierbei kann sowohl der integrale Wert pro Kokillenplatte (2, 2.1;
3, 3.1) als auch partielle integrale Werte im Falle der Breitseiten
(2a-z; 2.1a-z) herangezogen werden.
Fig. 2 zeigt zwei Oszillogramme A und B. Oszillogramm A zeigt den
typischen Verlauf einer Störung im Weg-Zeit-Verhalten der Kokille
1, bspw. infolge einer auftretenden Störung in der Gleichförmigkeit
der Reibung zwischen Kokille und Strang. Vergleichend dazu zeigt
das Oszillogramm B ein reziprokes Schwingungsverhalten des Guß
stranges 6. Unter der Annahme einer dramatischen Verschlechterung
des Gleitreibungs-Koeffizienten zwischen den Innenwänden der Kokille
und der sich bildenden Strangschale verbrauchen die sich aufbauenden
Schwingungen mehr Arbeit, weshalb bei gleichbleibender Frequenz die
Amplitude der Kokille 1 von anfänglich H1 auf H2 absinkt, während
gleichzeitig durch mehr Haftreibung die Strangschale des Stranges
6 stärker in Schwingungen erregt wird und daher ihre ursprüngliche
Amplitude h1 in h2 vergrößert wird, so daß die entsprechenden
Auswert-Elektroniken zweifelsfrei eine Störung in Schmierungsverhal
ten mit der Folge eines erhöhten Teilkraftschlusses analysieren
können.
Fig. 3 zeigt das Oszillogramm C für eine normal ablaufende Kokille
noszillation sowie das Oszillogramm D für eine normale Strangoszil
lation ohne Störungen. Mit C1 ist eine auffällige Oszillation der
Kokille eingezeichnet. Mit D1 ist eine auffällige Strangoszillation
eingezeichnet. Anhand der schraffiert dargestellten Felder C-D
zwischen normaler Oszillation C der Kokille und normaler Oszillation
D des Gußstranges läßt sich ableiten, daß ein normales Schmier
verhalten bzw. ein normaler, auslegungsgemäß zu erwartender Teil
kraftschluß zwischen Kokille und Strangschale vorhanden ist. Dagegen
zeigt das schraffiert dargestellte Feld C1-D1 ein Durchbruch
kriterium, da ein auffälliges Schmierverhalten (Mängelschmierung)
oder ein erhöhter Teilkraftschluß zwischen Kokille und Strangschale
mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Veränderung des Feldes C-D
in Richtung C1-D1 geführt hat.
In diesem Falle würde dann bspw. der Frühwarnungs-Signalgeber 31
mit einem Befehl an die Stellglieder 100 bspw. die Gießgeschwindig
keit 13 z. B. mittels des Rollenantriebs der Stranggießanlage redu
zieren und zugleich die Schmiermittelaufgabe 40 im Sinne einer
effektiveren Schmierung ändern. Das zeitkontrollierte Absinken der
Gießgeschwindigkeit kann zwischen 50% und 100% für eine maximale
Zeit von 2 Minuten erfolgen. Auf diese Weise könnte durch eine
zielgenaue Frühwarnung ein tatsächlicher Durchbruch von flüssigem
Stahl sicher verhindert werden. Ist der Durchbruch verhindert,
erfolgt ein kontrolliertes Beschleunigen des Stranges auf Soll-
Geschwindigkeit.
1
Plattenkokille
2
,
2.1
Kupferplatte, Breitseite
2
a-z,
2.1
a-zTemperaturdifferenzmessung
pro Breitseite
3
,
3.1
Kupferplatte, Schmalseite
4
Tauchgießrohr
5
Schwingungserreger
6
Gußstrang
7
Oszillationsmarkierungen
8
9
10.1
-
10.4
Beschleunigungsmesser
11
Thermoelemente
11.1
Meßleitung von
11
12
Zeilenkamera
12.1
Meßleitung von
12
13
Geschwindigkeitsmesser
14
15.1
-
5.4
Meßleitungen
16
Thermoelemente von
2
;
2.1
zur Temperaturdifferenzmessung
16.1
Meßleitung von
16
18
19
20
Auswertelektronik für Oszillationsbeschleunigung
21
Auswertelektronik für Temperaturmessung
22
Auswertelektronik für Strangoszillation
23
Auswertelektronik für Temperaturdifferenzmessung
24
25.1
;
25.2
Meßleitungen von
5
26
27
28
29
30
Zentrale Auswertungs-Recheneinheit
31
Frühwarnsignalgeber
40
Schmiermittelaufgabe
41
flüssiger Stahl
100
Stellglieder
AOszillogramm Kokille
BOszillogramm Gußstrang
H1Amplitude der Kokille ohne Störung
H2Amplitude der Kokille nach Störung
h1Amplitude des Stranges ohne Störung
h2Amplitude der Kokille nach Störung
COszillogramm für normale Kokillenbewegung
DOszillogramm für normale Gußstrangbewegung
C1Oszillogramm für auffällige Kokillenbewegung
D1Oszillogramm für auffällige Gußstrangbewegung
C-DKriterium für normales Schmierverhalten bzw. normalen Teilkraftschluß
C1-D1Kriterium für Durchbruchfrüherkennung
AOszillogramm Kokille
BOszillogramm Gußstrang
H1Amplitude der Kokille ohne Störung
H2Amplitude der Kokille nach Störung
h1Amplitude des Stranges ohne Störung
h2Amplitude der Kokille nach Störung
COszillogramm für normale Kokillenbewegung
DOszillogramm für normale Gußstrangbewegung
C1Oszillogramm für auffällige Kokillenbewegung
D1Oszillogramm für auffällige Gußstrangbewegung
C-DKriterium für normales Schmierverhalten bzw. normalen Teilkraftschluß
C1-D1Kriterium für Durchbruchfrüherkennung
Claims (11)
1. Verfahren zur Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen von
Stahl mit einer mit Kupferplatten ausgebildeten, oszillierenden
Kokille, durch fortlaufende und vergleichende Messung von
Betriebsparametern, bspw. der örtlichen und zeitlichen Tempera
tur-Verteilung in den Kupferplatten mit Analyse der erhaltenen
Meßdaten, wobei zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer
zielgenauen Beurteilung von Anzeichen einer akuten Durchbruchs-
Tendenz zwei zu vergleichende Meßdaten sowohl miteinander, als
auch mit Meßdaten von wenigstens einer dritten Meßreihe gekop
pelt werden und vorzugsweise online analysiert werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels einer dritten Meßreihe der nach Maßgabe der Wirk
samkeit der Schmierung reibungsabhängige Teil-Kraftschluß
zwischen Kokille und Gießstrang durch vergleichende Messung
der Kokillenoszillation und der Strangoszillation unterhalb
der Kokille gemessen und die Meßdaten zusammen mit den Meßdaten
aus der Temperatur-Verteilung sowie dem Weg-Zeit-Verhalten der
Kokille gekoppelt und das Ergebnis rechnerisch analysiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß vergleichende Messungen von Kokillenoszillation und Strang
oszillation an unterschiedlichen Umfangsbereichen von Kokille
und Strang durchgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die an unterschiedlichen Umfangsbereichen der Kokille bzw.
des Stranges auftretenden Störungen in der Gleichförmigkeit
der Reibung durch vergleichende Messungen über den Strangumfang
bzw. die Strangbreite lokalisiert werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kokillenoszillation und die mit dieser zu vergleichende
Strangoszillation bevorzugt an den vier Eckpunkten der Kokille
gemessen und fortlaufend verglichen und dabei Störungen mittels
Analyse der erhaltenen Meßdaten in einer Auswert-Elektronik
erkannt und mit vorgegebenen, durchbruchsrelevanten Signalen
verglichen und bei erkennbarer Durchbruchstendenz Maßnahmen
zur Verhinderung eines Durchbruchs eingeleitet werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Temperaturdifferenzmessung des Kokillen-Kühlwassers
zwischen Ein- und Auslauf je Kokillenplatte (2, 2.1; 3, 3.1)
sowohl integral als auch partiell und integral je Kokillen
breitseite (2; 2.1) vorgenommen wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Maßnahmen zur Durchbruchsverhinderung bevorzugt eine
Absenkung der Gießgeschwindigkeit und/oder Änderung von Zu
gabemenge oder Zusammensetzung des Schmiermittels vorgenommen
wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beobachtung der Strangoszillation unter Verwendung
einer Zeilenkamera durchgeführt wird.
8. Vorrichtung zur Durchbruchfrüherkennung beim Stranggießen von
Stahl mit einer mit Kupferplatten (2, 3) ausgebildeten, von
einem Schwingungserreger (5) in oszillierende Schwingungen
erregbaren Plattenkokille (1), insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach mindestens einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Meß- und Auswerteinrichtung mit folgenden Elemen
ten umfaßt:
- 1. wenigstens einen Beschleunigungsmesser (10.1-10.4) für die Oszillation,
- 2. eine Anzahl von Thermoelementen (11) in den Kokillenplat ten,
- 3. eine Zeilenkamera (12) zur Erkennung der Strangoszilla tion,
- 4. einen Geschwindigkeitsmesser (13) für Stranggießgeschwin digkeit,
- 5. eine Auswertelektronik (20) für die Oszillationsbeschleu nigung,
- 6. eine Auswertelektronik (21) für Temperaturmessungen in den Kokillenplatten,
- 7. eine Auswertelektronik (22) für die Strangoszillation,
- 8. eine zentrale Auswertungs-Recheneinheit (30),
- 9. einen Frühwarnungssignalgeber (31).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meß- und Auswerteinrichtung zusätzlich Thermoelemente
(16) zur Temperaturdifferenzmessung (a-z) über die Kokillen
breitseite (2, 2.1) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Frühwarnungs-Signalgeber (31) mit Stellgliedern (100)
bevorzugt zum zielkontrollierten Absenken der Gießgeschwindig
keit verbunden ist,
11. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Verbindung von Frühwarnungs-Signalgeber (31) und
den Stellgliedern (100) ein Zeitschalter angeordnet ist.
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