DE19724266A1 - Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen TeilchentrennungInfo
- Publication number
- DE19724266A1 DE19724266A1 DE19724266A DE19724266A DE19724266A1 DE 19724266 A1 DE19724266 A1 DE 19724266A1 DE 19724266 A DE19724266 A DE 19724266A DE 19724266 A DE19724266 A DE 19724266A DE 19724266 A1 DE19724266 A1 DE 19724266A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- particles
- guide
- guide liquid
- liquid
- separation
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Ceased
Links
Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01N—INVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
- G01N30/00—Investigating or analysing materials by separation into components using adsorption, absorption or similar phenomena or using ion-exchange, e.g. chromatography or field flow fractionation
- G01N30/0005—Field flow fractionation
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01N—INVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
- G01N30/00—Investigating or analysing materials by separation into components using adsorption, absorption or similar phenomena or using ion-exchange, e.g. chromatography or field flow fractionation
- G01N30/0005—Field flow fractionation
- G01N2030/0015—Field flow fractionation characterised by driving force
- G01N2030/0035—Field flow fractionation characterised by driving force electrical field
Landscapes
- Physics & Mathematics (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Analytical Chemistry (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- General Physics & Mathematics (AREA)
- Immunology (AREA)
- Pathology (AREA)
- Electrostatic Separation (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtungen zur
isoelektrischen Trennung von Teilchen, deren Ladungseigen
schaften vom pH-Wert einer Führungsflüssigkeit abhängen,
insbesondere zur Trennung ampholytischer suspendierter
Teilchen, Kolloide oder biologischer Zellen. Die Erfindung
betrifft insbesondere die Trennung derartiger Teilchen aus
einer Führungsflüssigkeitsströmung.
Aus der Molekularbiologie, Biochemie, Medizin und Biotech
nologie sind zahlreiche Trenntechniken bekannt, deren Funktion
auf Ladungsunterschieden von Molekülen innerhalb einer zu
trennenden Substanz beruht. Bei zwitterionischen Verbindungen
(sogenannte Ampholyte oder ampholytische Moleküle) hängt die
Molekülladung vom pH-Wert der Umgebungslösung ab. Der iso
elektrische Punkt (im folgenden: IP) einer Verbindung ist der
pH-Wert, bei dem die Nettoladung der amphoterischen Moleküle
gleich null ist. Die Ladung des Moleküls ist bei einem pH-Wert
kleiner als dem IP positiv bzw. im entgegengesetzten Fall
negativ.
Bei der isoelektrischen Fokussierung (im folgenden IEF) werden
Proteine mit unterschiedlichen IP′s unter Verwendung räum
licher pH-Gradienten entlang einer Trennstrecke getrennt (s.
R. A. M. Osher et al. in "The Dynamics of Electrophoresis"
(Hrsg. B. J. Radola VCH, Weinheim, 1992, S. 163-231)). Die IEF
wird beispielsweise unter Verwendung poröser Gelmatrizen oder
für analytische Trennungen geringster Probenmengen unter
Verwendung dünner Kapillaren als sogenannte cIEF (s. F. Foret
et al. "Capillary Electrophoresis", in "Advances in Electro
phoresis", Band III (Hrsg. A. Chrambach et al. VCH, Weinheim,
273-347)) ausgeführt.
Die herkömmliche IEF ist aus den folgenden Gründen nachteilig
und in der Anwendbarkeit beschränkt. Die Rückgewinnung der
getrennten Substanzen aus einem Trägermaterial, insbesondere
für weitere Bearbeitungsschritte wie weitere Analysen,
Medikamentanwendungen oder dergl., erfordert aufwendige
Prozeduren, durch die gegebenenfalls die getrennten Substanzen
selbst modifiziert werden oder die zu Substanzverlusten
führen. Der notwendige Einsatz von Zusatzstoffen zur Bildung
eines möglichst breit und linear geformten pH-Gradienten führt
zu Beschränkungen in Bezug auf die weitere Verwendbarkeit der
aufgetrennten Proben. Die als Zusatzstoffe eingesetzten,
sogenannten Carrier-Ampholyte sind eine chemisch sehr diverse
Substanzmischung, die schwer von den getrennten Protein
fraktionen trennbar ist. Die cIEF ist darüber hinaus auf
geringste Probenmengen beschränkt, die nicht gesondert auf
gefangen werden können und nicht von den Carrier-Ampholyten
trennbar sind.
Speziell beim Einsatz von sogenannten IPG-Membranen zur
Bildung des pH-Gradienten besteht das Problem darin, daß
Proteine beim notwendigen Durchtritt durch eine solche Membran
ein Milieu passieren müssen, dessen Ionenstärke sehr gering
ist. Daher können empfindliche Proteine in diesem Bereich
denaturieren oder ausfallen. Aus diesem Grunde werden bei der
IEF an die Gleichmäßigkeit der Spannungsgradienten in der
Trennstrecke höchste Anforderungen gestellt. Schließlich
können bei der IEF Probleme in Form elektroosmotischer
Erscheinungen in extremen pH-Bereichen auftreten, wobei sich
beispielsweise das Trägermittel (Gel) stark aufheizt und
verändert (Zerstörung des Gels).
Zur Überwindung der genannten Nachteile wurden Systeme
entwickelt, bei denen eine Ampholytentrennung unter Wirkung
eines äußeren elektrischen Feldes unter Ausschluß modifizie
render Zusatzstoffe erzielt wird. Es ist beispielsweise ein
Trennsystem bekannt, das nach der Methode der sogenannten
elektrischen Feld-Fluß-Fraktionierung (eFFF) arbeitet (s. K.D.
Caldwell et al. in "Science", Band 176, 1972, S. 296-298). Bei
diesem Trennsystem wird durch einen schmalen Kanal zwischen
zwei ionenstromdurchlässigen Membranen ein kontinuierlicher
Flüssigkeitsstrom geführt, in den die zu trennende Probe als
schmale Bande eingespritzt wird. Äußere Elektroden, die über
eine Umgebungsflüssigkeit mit dem Kanal in elektrischem Kontakt
stehen, bewirken eine ladungsabhängig verschieden starke
Retardierung der Proteinmoleküle im Flüssigkeitsstrom. Die
Anwendung dieses Verfahrens ist jedoch auf Proteinmoleküle mit
relativ weit auseinander liegenden IP′s beschränkt. Außerdem
konnte keine vollständige Proteintrennung erzielt werden. Eine
Steuerung des pH-Werts des Flüssigkeitsstroms (und somit des
Molekülladungszustands) erfolgt bei diesem bekannten Trenn
system nicht.
Das eFFF-System ist in der Praxis nicht anwendbar. Die
Proben konnten zwar (unvollständig) getrennt werden. Jedoch
wurde ein Auffangen der getrennten Fraktionen nicht realisiert.
Außerdem treten inakzeptable hohe Trennzeiten auf. So lieferte
eine Weiterentwicklung des oben erwähnten eFFF-Systems
(L.F. Kesner et al. in "Analytical Chemistry", Band 48, 1976,
S. 1834-1839) selbst im Labormaßstab Analyse- oder Trennzeiten
im Bereich mehrerer Stunden.
Ein von Lightfoot et al. ("Separation Science and Technology",
Band 16, 1981, S. 619-656) beschriebenes, abgewandeltes
eFFF-System verwendet eine zylindrische Kanalgeometrie. Dieses
System zeigte ebenfalls für die Praxis inakzeptable Trenn
leistungen. Ferner ergab sich eine komplexe Abhängigkeit der
Proteinretardierung von einer Vielzahl von Parametern, wie
z. B. den verwendeten Pufferionen, der Probenmenge, der
Proteinsorte und Eigenschaften der Kanalwand. Ferner ist auch
dieses bekannte System nicht für eine pH-Steuerung oder etwa
zur Trennung von Proteinen mit unterschiedlichen IP′s vor
gesehen.
Es besteht ein starkes Interesse an der Substanztrennung zur
Herstellung hochreiner Substanzen über die Labordimension
hinaus im industriellen Maßstab. Wegen der genannten Beschrän
kungen und Nachteile ist jedoch mit den genannten Systemen
bislang keine kontinuierliche Substanztrennung mit einer für
die Praxis ausreichenden Trennleistung und Trenngeschwindigkeit
bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, verbesserte Verfahren zur
isoelektrischen Teilchentrennung anzugeben, die sich insbe
sondere durch eine erhöhte Trenngeschwindigkeit, eine erhöhte
Zuverlässigkeit und einen erweiterten Einsatzbereich in Bezug
auf die trennbaren Teilchen und die eingesetzten Umgebungs
lösungsmittel auszeichnet. Aufgabe der Erfindung ist es ferner,
entsprechende kontinuierliche isoelektrische Reinigungsver
fahren anzugeben. Die Aufgabe der Erfindung besteht auch
darin, Vorrichtungen zur Implementierung der Verfahren zur
Teilchentrennung und weitere Anwendungsmöglichkeiten anzugeben.
Die genannten Aufgaben werden durch Verfahren mit den Merk
malen entsprechend Patentanspruch 1 bzw. mit Vorrichtungen mit
den Merkmalen entsprechend Patentanspruch 12 gelöst. Vorteil
hafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen.
Die erfindungsgemäße Trenntechnik basiert auf der Idee, in
einer Führungsflüssigkeit, in der die zu trennenden Teilchen
elektrischen Feldkräften ausgesetzt sind, eine pH-Wert
steuerung oder -einstellung vorzunehmen, so daß alle Teilchen
arten mit einer Nettoladung eine ladungsabhängige Bewegung
ausführen und die übrigen, im wesentlichen neutralen Teilchen
keine Änderung ihres Bewegungszustandes erfahren, wobei die
ladungsabhängig bewegten Teilchen zu Auffangmitteln (Auffang
einrichtung) bewegt werden. An den Auffangmitteln werden die
Teilchen zumindest zeitweilig festgehalten. Das Festhalten
umfaßt ein Fixieren auf der Oberfläche oder im Volumen der
Auffangmittel. Die Dauer der Fixierung wird durch die Trenn
bedingungen, insbesondere eine zeitliche Modulation der
elektrischen Feldkräfte, einer Veränderung des pH-Wertes die
Struktur der Auffangmittel und/oder eine relative Bewegung
zwischen den Auffangmitteln und der Führungsflüssigkeit
bestimmt.
Ein wesentlicher Unterschied gegenüber der oben beschriebenen
eFFF-Technik besteht somit darin, daß die Teilchen nicht
ladungsabhängig verschieden retardiert werden, sondern daß
durch die pH-Wertsteuerung in der Führungsflüssigkeit eine
Bedingung eingestellt wird, mit der festgelegt wird, welche
Teilchenart unter Wirkung eines äußeren elektrischen Feldes in
einen zumindest zeitweilig fixierten Zustand bewegt und ggf.
wieder freigegeben wird. Im Unterschied zur eFFF-Technik wird
die erfindungsgemäße isoelektrische Trennung daher die pH-ge
steuerte Elektroretentions-Chromatographie genannt. Die Auf
fangmittel wirken als echte Rückhaltemittel.
Die erfindungsgemäß induzierte Bewegungsänderung der vorbe
stimmten Teilchenart ist so auf die Auffangmittel gerichtet,
daß sich die vorbestimmte, zu trennende Teilchenart an oder
hinter den Auffangmitteln anordnet oder sammelt. Die Auffang
mittel werden beispielsweise durch eine Auffanganordnung
gebildet, die zwischen Elektrodenmitteln zur Erzeugung des
äußeren elektrischen Feldes und der Führungsflüssigkeit ange
ordnet ist. Es ist möglich, das Auffangmittel in Bezug auf die
Führungsflüssigkeit zu bewegen.
Die Auffanganordnung ist vorzugsweise substanzabhängig teil
durchlässig. Die Teildurchlässigkeit kann zum Beispiel
bedeuten, daß die Auffanganordnung für die Moleküle der
Führungsflüssigkeit bzw. für in der Führungsflüssigkeit
gelöste Ionen durchlässig, für die abzutrennende Substanz oder
Teilchenart jedoch undurchlässig ist (Barrierewirkung). Es
kann auch vorgesehen sein, daß die Teildurchlässigkeit so
eingerichtet ist, daß ein Teil der abzutrennenden Teilchenart
mit kleineren Teilchengrößen durchgelassen und der Rest der
abzutrennenden Teilchen mit größeren Teilchengrößen nicht
durchgelassen wird. Die Auffanganordnung stellt vorzugsweise
eine Begrenzung der Führungsflüssigkeit mit den zu trennenden
Teilchen dar. Außerhalb der Auffanganordnung sind in einer
Umgebungslösung mit einstellbarem pH-Wert die Elektrodenmittel
zur Bildung des elektrischen Feldes vorgesehen.
Die Erfindung kann mit einer ruhenden oder mit einer strömen
den Führungsflüssigkeit realisiert werden. In beiden Fällen
bildet die Auffanganordnung ein Kompartiment oder ein Gefäß,
das mindestens eine Öffnung zur Zufuhr bzw. Abfuhr der zu
trennenden Probe besitzt.
Die Trennwirkung ist besonders gut und schnell, wenn der
Verschiebeweg der Teilchen vom Probenort in der (ggf. strömen
den) Führungsflüssigkeit zu den Auffangmitteln möglichst klein
gehalten wird. Die Auffanganordnung besitzt vorzugsweise
charakteristische Dimensionen, die in Strömungsrichtung der
Führungsflüssigkeit wesentlich größer als der Verschiebeweg
sind. Der Verschiebeweg bzw. die Innenmaße der Komparti
mente sind beispielsweise in der Größenordnung von mm oder
geringer.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist als Auffang
anordnung mindestens ein längliches, hohles Element (z. B.
rohrförmig) vorgesehen, das eine teildurchlässige oder poröse
Wandung besitzt und von der Führungsflüssigkeit mit der zu
trennenden Teilchenprobe durchströmt wird. Es sind jedoch auch
Auffanganordnungen mit anderen Gestalten, insbesondere mit
nicht-kreisrunden, sondern eckigen Querschnitten möglich.
Gemäß einer besonders vorteilhaften und bevorzugten Ausfüh
rungsform besteht die Auffanganordnung aus mindestens einer
geraden oder gekrümmten Hohlfaser mit einer zumindest in
Teilbereichen teildurchlässigen Wandung.
Die erfindungsgemäße isoelektrische Trennung ist mit ampho
lytischen Molekülen oder allen anderen synthetischen oder
biologischen Teilchen (insbesondere Zellen oder Viren) reali
sierbar, die entsprechende elektrische Eigenschaften wie
ampholytische Moleküle, insbesondere eine pH-Abhängigkeit der
Nettoladung oder der Ladungsdichte von der Umgebung, aufweisen.
Je nach Anwendungsfall kann das Ziel der erfindungsgemäßen
isoelektrischen Trennung darauf gerichtet sein, die vorbe
stimmte Teilchenart, die eine ladungsabhängige Bewegungs
änderung im elektrischen Feld erfährt, oder die restlichen
Teilchen ohne Änderung des Bewegungszustandes zu gewinnen.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchen
trennung enthält Elektrodenmittel zur Bildung eines elek
trischen Feldes in einer Führungsflüssigkeit mit den zu
trennenden Teilchen und pH-Einstellmittel, die zur Steuerung
oder Einstellung des pH-Wert s in der Führungsflüssigkeit
eingerichtet sind. Es sind ferner Auffangmittel zwischen den
Elektrodenmitteln und der Führungsflüssigkeit vorgesehen, die
neben einer Sammlungsfunktion für eine abzutrennende Teilchen
art eine Abgrenzungsfunktion gegenüber einer Umgebungslösung
mit einstellbarem pH-Wert besitzt. Die Auffangmittel sind
mindestens für Ionen, die in der Umgebungslösung und der
Führungsflüssigkeit gelöst sind, durchlässig, so daß durch
Einstellung des pH-Wertes der Umgebungslösung auch der pH-Wert
der Führungsflüssigkeit einstellbar oder steuerbar ist.
Bevorzugte Anwendungsformen der Erfindung sind alle Trenn
vorgänge an Probengemischen, die mindestens eine Teilchenart
mit ampholytischen Eigenschaften enthalten, und/oder Unter
suchungen von bestimmten Substanzen zur Ermittlung des iso
elektrischen Punktes, von Titrationskurven oder des Aggrega
tionsverhaltens. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist auch zur
Verringerung der Ionenstärke der Führungsflüssigkeit im
Bereich der pH-gesteuerten Elektrodialyse einsetzbar.
Die erfindungsgemäße isoelektrische Teilchentrennung besitzt
die folgenden Vorteile.
Die Fraktionierung oder Trennung erfolgt ohne Zusatzsubstanzen,
insbesondere ohne Carrier-Ampholyte oder andere Mittel, etwa
zur Erzeugung eines pH-Gradienten. Da kein pH-Gradient erzeugt
wird, ergibt sich eine wesentliche Erleichterung einer
präparativen Verfahrensweise im Durchflußsystem bzw. eine
erleichterte Sammlung der gewünschten (ggf. aller) getrennten
Fraktionen. Die getrennten oder gereinigten Fraktionen stehen
nach der Trennung für weitere Manipulationen zur Verfügung,
ohne gegenüber der ursprünglichen Form verändert zu sein. Die
getrennten Fraktionen befinden sich insbesondere immer in dem
selben Lösungsmittel mit gleicher, ggf. geringfügig verringer
ter oder sogar höherer Konzentration. Das erfindungsgemäße
System ist sowohl für die diskontinuierliche als auch für die
kontinuierliche Trennung von Teilchen in Abhängigkeit von
deren IP′s einsetzbar und automatisierbar. Es sind sowohl
räumliche als auch durch Variation des pH-Wertes während des
Trennvorgangs zeitliche Fraktionierungen möglich. Es ergibt
sich eine hohe Trenngeschwindigkeit im Bereich von Minuten,
wie es im einzelnen unten beispielhaft angegeben wird. Das
Trennsystem ermöglicht eine Anordnung der Elektrodenmittel auf
engstem Raum, so daß im Vergleich zu herkömmlichen Trenn
verfahren mit verhältnismäßig geringen Spannungen genügend
große Feldstärken erzielbar sind. Damit wird der Energie
verbrauch erfindungsgemäßer Systeme minimiert und eine
Schonung temperaturempfindlicher Proben erzielt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der
folgenden Beschreibung von Ausführungsformen unter Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen ersichtlich. Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung zur Erläuterung der bei der
erfindungsgemäßen Trennung auftretenden Kräfte;
Fig. 2 eine Kurvendarstellung zur Illustration einer
erfindungsgemäßen Proteintrennung;
Fig. 3 eine Kurvendarstellung zur Illustration einer
weiteren erfindungsgemäßen Proteintrennung;
Fig. 4 eine Kurvendarstellung einer Modellrechnung zur
Illustration der erfindungsgemäß erzielbaren
Trennschärfe;
Fig. 5 eine Kurvendarstellung zur Illustration einer
weiteren erfindungsgemäßen Proteintrennung;
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen
Trennvorrichtung;
Fig. 7, 8 und 9 schematische Darstellungen zu modifizierten
Hohlfaseranordnungen;
Fig. 10 eine schematische Darstellung einer kombinierten
Trenn- und Konzentrierungsvorrichtung;
Fig. 11 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Multikompartimentsystems; und
Fig. 12 eine schematische Darstellung einer modifizierten
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Trennvor
richtung.
Bei der folgenden Erläuterung wird beispielhaft auf eine
Realisierung der Erfindung Bezug genommen, bei der die
Auffangmittel durch eine Hohlfaser gebildet werden. Die
erläuterten Prinzipien sind jedoch in gleicher Weise auch bei
anderen geometrischen Formen der Auffangmittel realisierbar.
Ferner ist die Erfindung nicht auf die beispielhaft erwähnte
Proteintrennung beschränkt, sondern mit beliebigen Teilchen
oder Partikeln mit ampholytischen Eigenschaften implementierbar.
Entsprechend einer Ausführungsform der Erfindung (Einzelheiten
siehe unten, Fig. 6) wird ein Reaktionsraum, der die Um
gebungslösung, mindestens zwei Elektroden und pH-Einstell
mittel enthält, von einer dünnen Hohlfaser durchsetzt. Die
Elektroden sind dazu eingerichtet, mit einer vorbestimmten
Gleichspannung beaufschlagt zu werden. Die Wandung der
Hohlfaser ist zur Bildung der Teildurchlässigkeit mit einer
Vielzahl von Poren definierter Größe versehen. Die Porengröße
ist derart gewählt, daß das Lösungsmittel (zum Beispiel Wasser)
und den elektrischen Strom transportierende Ionen durchge
lassen werden, jedoch die zu trennenden Moleküle nicht durch
die Wandung hindurchtreten können. Die Hohlfaser kann bei
spielsweise einen Innendurchmesser (oder lichte Weite oder
sogenanntes Lumen) im Bereich von Millimeter bis Mikrometer
besitzen. Die pH-Einstellmittel sind dazu vorgesehen, den
pH-Wert der Umgebungslösung mit einem an sich bekannten,
herkömmlichen Verfahren, z. B. elektrisch oder titratorisch,
zu steuern oder einzustellen.
Die zu trennende Probe wird mit einer zweiten Flüssigkeit,
der Führungsflüssigkeit, durch das Lumen der Hohlfaser
geführt. Die Führungsflüssigkeit besitzt vorzugsweise den
selben pH-Wert oder dieselbe Ionenzusammensetzung wie die
Umgebungslösung. Hierzu kann die Führungsflüssigkeit beispiels
weise dem Reaktionsraum entnommen werden. Es ist jedoch
alternativ auch möglich, daß die Führungsflüssigkeit einen
anderen pH-Wert besitzt. Am stromaufwärts gelegenen Ende der
Hohlfaser sind Mittel zur Einführung der zu trennenden Probe
in die Führungsflüssigkeit und am stromabwärts gelegenen Ende
der Hohlfaser Detektor- und/oder Sammlermittel vorgesehen. Im
folgenden werden die bei der erfindungsgemäßen Trennung auf
tretenden Kräfte unter Bezug auf Fig. 1 erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Schnittdarstellung einen Ab
schnitt einer Hohlfaser 11, die von der Führungsflüssigkeit
mit einem bestimmten pH-Wert und der zu trennenden Probe 13a,
13b und 13c durchströmt wird. Die Hohlfaser 11 ist zwischen
zwei Gleichspannungselektroden 12a, 12b angeordnet, so daß die
Führungsflüssigkeit mit der Probe ein elektrisches Feld durch
strömt.
Entsprechend dem pH-Wert der Führungsflüssigkeit umfaßt die
Probe negativ geladene Moleküle 13a, positiv geladene Moleküle
13b und ungeladene Moleküle 13. Unter der Wirkung der elek
trischen Feldkräfte werden die geladenen Moleküle an den Rand
der Führungsflüssigkeit bewegt. Am Rand des Flüssigkeits
stromes, d. h. an der als Auffangmittel wirkenden Hohlfaser
werden die geladenen Moleküle vom Weitertransport mit der
Führungsflüssigkeit ausgeschlossen und somit örtlich fixiert.
Die örtliche Fixierung kann generell mit einem genügend
starken elektrischen Feld, das eine Komponente senkrecht zur
Strömungsrichtung der Führungsflüssigkeit (vh) besitzt, und
eine haftungsfördernde (z. B. rauhe oder poröse) Innenober
fläche der Hohlfaser erzielt werden. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung werden die Geometrie der Hohl
faser und die Strömungsgeschwindigkeit der Führungsflüssigkeit
jedoch so ausgewählt, daß das in Fig. 1 illustrierte Strömungs
profil mit einer im wesentlichen parabelförmigen Gestalt
gebildet wird. Ein solches Strömungsprofil ist dadurch gekenn
zeichnet, daß die Strömungsgeschwindigkeit in der Mitte der
Führungsflüssigkeit, d. h. in der Mitte der Hohlfaser am
größten ist und zum Rand hin abnimmt. Ein solches Strömungs
profil wird beispielsweise bei Erzeugung einer laminaren
Führungsflüssigkeitsströmung durch die Hohlfaser erzielt. In
unmittelbarer Nachbarschaft zur Wandung der Hohlfaser ist die
Strömungsgeschwindigkeit gleich null. In diesem Fall werden
die Moleküle vollständig vom Weitertransport im Führungs
flüssigkeitsstrom ausgeschlossen (Elektroretention).
Ein Molekül, dessen IP mit dem in der Führungsflüssigkeit
herrschenden pH-Wert übereinstimmt, besitzt keine elektrische
Nettoladung und bleibt daher vom elektrischen Feld unbeeinflußt.
Somit wird in Abhängigkeit vom pH-Wert eine bestimmte Molekül
art durch die Hohlfaser zum Beispiel zu einem Detektor oder
Sammler geführt, während die geladenen Teilchen an der Hohl
faserwandung zurückgehalten werden.
Die Fig. 2 und 3 zeigen experimentelle Ergebnisse zur
Proteintrennung. Die Kurvendarstellungen zeigen Absorptions
werte, die mit einem Detektor am stromabwärts gelegenen
Ende der Hohlfaser in Abhängigkeit von der Zeit aufgenommen
werden. In Fig. 2 wird bei Punkt 1 der Führungsflüssigkeit
eine definierte Proteinmenge zugeführt und ohne elektrische
Feldeinwirkung im Zeitverlauf (Maximum bei rd. 5 min) detek
tiert. Bei Punkt 2 wird erneut eine Proteinmenge der Führungs
flüssigkeit zugeführt, jetzt aber mit einem elektrischen
Feldeinfluß. Es zeigt sich keine (bzw. eine meßsystembedingt
geringe negative) Absorptionsänderung, da das Protein zurück
gehalten wird. Erst nach Abschalten des elektrischen Feldes
(Punkt 3) wird das zurückgehaltene Protein dem Trägerstrom
wieder zugeführt und somit detektiert (Maximum bei rd. 20 min).
Fig. 3 zeigt einen entsprechenden Versuch, wobei hier jedoch
das Protein einen IP besitzt, der mit dem pH-Wert der Um
gebungslösung bzw. der Führungsflüssigkeit übereinstimmt.
Zwischen den Punkten 1 und 2 (ohne Feldeinfluß) bzw. 2 und 3
(mit Feldeinfluß) zeigt sich jetzt, daß das Protein wegen der
fehlenden Nettoladung unbeeinflußt bleibt und unverändert den
Detektor erreicht. Bei Abschalten des Feldes (Punkt 3) wird
keine Absorption des Proteins detektiert, sondern nur noch
Verunreinigungen, die in der Ausgangsprobe enthalten sind.
Dies zeigt den Reinigungseffekt, der durch den Proteindurch
lauf durch das elektrische Feld, in dessen Verlauf die Verun
reinigungen aus der Probe gezogen wurden, erzielt wurde.
Neben der Abtrennung von Proteinen mit einem vom pH-Wert
abweichenden IP gemäß Fig. 2 oder der Abtrennung von Verun
reinigungen gemäß Fig. 3 sind folgende Varianten der erfindungs
gemäßen Verfahrensweisen möglich.
Es ist möglich, den pH-Wert der Umgebungslösung und somit der
Führungsflüssigkeit zeitlich zu verändern. Wird die zeitliche
Variation auf die Hohlfaserlänge bzw. die Strömungsgeschwin
digkeit der Führungsflüssigkeit abgestimmt, so kann bei kon
tinuierlicher Feldeinwirkung durch die Variation des pH-Wertes
eine zeitlich versetzte Trennung von Komponenten aus der Probe
in der Reihenfolge ihrer IP′s erfolgen. Die kontrollierte,
trägerfreie pH-Variation läßt sich über einen weiten Bereich
mit einer Genauigkeit von rd. 0,1 bis zu 0,01 pH-Einheiten mit
einem pH-Staten erzielen. Bei dieser zeitlichen Fraktionierung
wird somit der pH-Wert in Abhängigkeit von der Zeit derart
vergrößert oder verkleinert, daß der pH-Wert jeweils für die
Dauer eines Zeitbereiches einem IP einer Komponente der Probe
entspricht. Der Zeitbereich ist so gewählt, daß eine voll
ständige Trennung der jeweiligen Komponente aus der Probe
erfolgen kann und eine räumliche Trennung der Auftragung auf
der Innenwandung der Hohlfaser von der jeweils nächsten
Komponente realisiert wird (Fraktionierung eines Substanz
gemisches).
Neben der pH-Variation zur Ladungsvariation der Moleküle bzw.
Teilchen ist es ferner möglich, anstelle der oben genannten
Gleichspannung zwischen den Elektroden eine zeitliche und/oder
räumliche Modulation des elektrischen Feldes vorzusehen. Im
Ergebnis läßt sich wiederum die Trennung der Probe optimieren.
Eine weitere Alternative besteht in der Variation der hydro
dynamischen Strömung durch die Hohlfaser (Variation der
Strömungsgeschwindigkeit). So ist es möglich, die Führungs
flüssigkeitsströmung zeitlich zu begrenzen oder anzuhalten,
wenn sich die Probe im Hohlfaserelement unter Feldeinwirkung
befindet.
Eine Variation eines erfindungsgemäßen Trenn- oder Reinigungs
verfahrens wird bei Ausbildung einer Teildurchlässigkeit der
Hohlfaser (Wahl der Porengröße) derart ermöglicht, daß auch
ein Durchtritt zumindest eines Teils der gelösten, voneinander
zu trennenden Moleküle möglich ist. In der Umgebungslösung der
Führungsflüssigkeit wird ein pH-Wert eingestellt, der dem IP
der zu isolierenden Komponente entspricht. Nach Einspritzung
der Probe als schmale Bande oder bei kontinuierlicher Proben
zuführung werden alle Komponenten, deren IP nicht dem einge
stellten pH-Wert entspricht, aus dem Hohlfaserlumen durch die
Wandporen in die Umgebungslösung verschoben. Die in der Hohl
faser verbleibende, nun gereinigte Komponente kann mit dem
Führungsflüssigkeitsstrom hinter der Trennstrecke aufgefangen
werden. Die Konzentration der gereinigten Komponente nimmt
lediglich durch die Diffusion durch die Hohlfaserwand gering
fügig ab, kann jedoch über eine nachgeschaltete Aufkonzen
trierungseinheit (s. Fig. 10) wieder erhöht werden.
Fig. 4 zeigt das Ergebnis einer Modellrechnung zur Illustration
der Wirkung des elektrischen Feldes auf Moleküle, deren IP
nicht mit dem pH-Wert der Führungsflüssigkeit übereinstimmt.
Parameter der graphischen Darstellung sind die Zeit, die
relative Konzentrationsänderung c/c₀ und der Betrag oder die
Absolutabweichung zwischen dem IP und dem pH-Wert (abs(pH-IP)).
Es zeigt sich, daß bereits bei geringfügigen Abweichungen des
IP vom pH-Wert die Konzentration der jeweiligen Komponente
aufgrund der starken elektrischen Feldwirkung in kurzer Zeit
auf null abnimmt.
Bei der kontinuierlichen Verfahrensweise wird die sich mit den
abgetrennten Komponenten anreichernde Umgebungslösung simultan
durch frische Umgebungslösung ersetzt.
Fig. 5 zeigt die experimentelle Bestätigung der hohen
Trennungsgeschwindigkeit am Beispiel mit einer für die
Komponenten durchlässigen Hohlfaser. Ein kontinuierliche
Probestrom wird durch die Hohlfaser geführt und an deren
stromabwärts gelegenen Ende noch ohne Feldeinfluß detektiert
(Punkt 1 bis Punkt 2). Nach Anlegen des elektrischen Feldes
(Punkt 2) wird das Protein mit einer geringen Ansprechzeit
(Größenordnung: Minute) vollständig aus der Hohlfaser entfernt
(Rückgang der Absorption), da der pH-Wert der Umgebungslösung
nicht dem IP des Proteins entspricht.
Fig. 6 zeigt schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäßen
Trennvorrichtung zur IP-abhängigen Trennung ampholytischer
Moleküle. In einem Reaktionsraum 64 sind die Hohlfaser 61 und
zwei Elektroden 62a, 62b angeordnet. Die Hohlfaser und die
Elektroden verlaufen parallel zueinander, wobei sich die
Hohlfaser zwischen den Elektroden befindet. Der Reaktionsraum
64 ist mit der Umgebungslösung 63 gefüllt und mit einem
Reservoir 66 verbunden. Mit der pH-Einstellvorrichtung 67 wird
der pH-Wert der Umgebungslösung eingestellt. Wegen der Teil
durchlässigkeit der Hohlfaser folgt der pH-Wert der Führungs
flüssigkeit dem pH-Wert der Umgebungslösung. Zur Gewähr
leistung der räumlichen pH-Konstanz ist mindestens ein Rühr
mittel 65 vorgesehen. Am stromaufwärts gelegenen Ende der
Hohlfaser 61 ist eine Pumpe 68 zur Förderung der Führungs
flüssigkeit 69 vorgesehen. Die Pumpe 68 ist über eine Ver
bindung 610 (z. B. Verbindungsschlauch) mit dem Reaktionsraum
64 und/oder mit einem separaten Flüssigkeitsreservoir 611
verbunden. Alternativ zu der Pumpe 68 zum Führungsflüssigkeits
vorschub kann auch am stromabwärts gelegenen Ende der Hohl
faser eine Saugvorrichtung vorgesehen sein, die für die
erforderliche Bewegung der Führungsflüssigkeit in Strömungs
richtung sorgt.
Die Zufuhr der Probe 612 in den Führungsflüssigkeitsstrom als
schmale Bande erfolgt über einen Dreiwege-Einspritzblock 613,
der mit einem Dosiermittel (zum Beispiel Hamilton-Spritze 614)
ausgestattet ist. Es können jedoch auch Mikrokanäle in der
Hohlfaserwand zur Probenzufuhr vorgesehen sein.
Am stromabwärts gelegenen Ende der Hohlfaser befindet sich
eine Detektoreinheit 615 zur Identifizierung der sich nach
Durchtritt durch die Hohlfaser im Lumen befindlichen Substanzen
sowie ein Dreiwegehahn 616 zur kontrollierten Überführung von
Flüssigkeit aus der Hohlfaser in einen Fraktionssammler 617.
Die Detektoreinheit 615 kann z. B. für eine optisch-spektros
kopische Messung eingerichtet sein. Besteht die Hohlfaser aus
UV-durchlässigem Glas, so können Proteine mit einer Absorption
im UV-Bereich direkt in der Hohlfaser detektiert werden.
Teilchen mit einem vom pH-Wert abweichenden IP werden an der
Faserinnenwand fixiert. Teilchen mit einem IP entsprechend dem
pH-Wert durchlaufen die Faser ungehindert. Durch Variation
des pH-Wertes während der Trennung lassen sich einzelne
Fraktionen trennen, die dann in Folge aus dem Faservolumen
gespült werden.
Die Vorrichtung gemäß Fig. 6 ist je nach Gestaltung der
Hohlfaser sowohl als Trennvorrichtung als auch als Reinigungs
vorrichtung gemäß den oben erläuterten Verfahrensweisen ein
setzbar. Es ist möglich, den Reaktionsraum zur Aufnahme
mehrerer Umgebungslösungen zu unterteilen, die sich in ihrem
pH-Wert unterscheiden. Die Elektroden werden dann entsprechend
unterbrochen und getrennt ansteuerbar. Es können mehrere
Vorrichtungen gemäß Fig. 6 als Kaskade angeordnet werden.
Bei der erfindungsgemäßen Gestaltung der Auffanganordnung als
Hohlfaser besitzt die Führungsflüssigkeit einen
Strömungsquerschnitt, der wesentlich geringer als die Länge
der Trennstrecke ist. Damit können die Elektroden, zwischen
denen sich die Hohlfaser befindet, mit einem geringen Abstand
angeordnet werden, so daß geringe Spannungen zur Erzeugung
einer hohen Feldstärke ausreichen. Übliche Trennanordnungen
können beispielsweise mit einer Spannung im Bereich von 1 bis
10 V betrieben werden. Bei derart geringen Spannungen kann
eine übermäßige Wärmeproduktion und die Erzeugung von
Elektrolyseprodukten vermieden werden, so daß hitzeempfindliche
Proben geschont werden. Im Vergleich zu der eingangs
erläuterten cIFF-Technik wird die Strecke, über die ein
elektrisches Feld angelegt wird, erfindungsgemäß um rd. drei
Größenordnungen verringert.
Weitere Vorteile der Erfindung liegen in den geringen Analyse- oder
Trennzeiten (rd. 10 Minuten oder weniger). Der Möglichkeit
zur automatisierten und permanenten Detektierbarkeit im Durch
flußsystem sowie der leichten Handhabbarkeit mit herkömmlichen,
aufwendigen Gel- oder IPG-IEF-Techniken. Ferner lassen sich
erfindungsgemäß abgetrennte Komponente zeitweilig festhalten
und nach vorbestimmter Feld- oder pH-Änderung wieder
freigeben.
Eine weitere Variante der erfindungsgemäßen isoelektrischen
Trennung besteht in einer Konzentrierungsprozedur. Eine
verdünnte Lösung mit einer oder mehreren Komponenten wird
kontinuierlich durch die Hohlfaser geströmt und dem Feld
einfluß ausgesetzt. Die nicht-isoelektrischen Komponenten
werden an der Hohlfaserwand räumlich fixiert. Nach der Durch
strömung wird das Feld abgeschaltet und die Hohlfaser mit
einem Lösungsmittelvolumen (Spülvolumen) durchströmt, das
kleiner als Gesamtvolumen der vorher verdünnten Lösung ist.
Das Spülvolumen löst die an der Wand fixierten Moleküle, die
somit gleichzeitig freigegeben werden und das Faservolumen
verlassen, worauf sich eine resultierende Lösung höherer
Konzentration als der ursprünglichen verdünnten Lösung ergibt.
Eine weitere Anwendung besteht in der Beschleunigung von
Dialyseprozessen. Besitzt die Umgebungslösung eine geringere
Ionenstärke (Ionenkonzentration) als die Führungsflüssigkeit,
so werden Ionen aus der Hohlfaser diffundiert. Der Vorgang
kann durch das elektrische Feld stark beschleunigt werden.
Mit der dargestellten Vorrichtung läßt sich aber auch eine
Substanz hinsichtlich ihrer isoelektrischen Parameter
charakterisieren. Dies ist insbesondere bei der Charakte
risierung von Isoenzymen von Interesse.
Im folgenden werden Modifizierungen der Vorrichtung gemäß
Fig. 6 unter Bezug auf die Fig. 7 bis 12 erläutert.
Die Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem im
Reaktionsraum 72 eine gekrümmte Hohlfaser 71 angeordnet ist.
Die Hohlfaser besitzt eine spiralförmige Geometrie. Die
Elektroden 73a, 73b sind an die Geometrie der Hohlfaser
angepaßt. Beim dargestellten Beispiel sind die Elektroden 73
Ringelektroden, mit denen der Spiralquerschnitt gerade
abgedeckt wird. Die spiralförmige Fasergestaltung erlaubt es,
größere Probenmengen simultan zu trennen, da eine größere
Probenmenge im Wandbereich, in dem die Strömungsgeschwindig
keit null ist, (s. Fig. 1) festgehalten werden kann. Im mikro
präparativen Maßstab ist hierdurch auch eine kontinuierliche
Probenzufuhr möglich.
Fig. 8 zeigt ebenfalls eine spiralförmig gestaltete Hohlfaser
81, die auf eine zylindrisch geformte Elektrode 82a auf
gewickelt ist. Die Gegenelektrode 82b (gepunktet dargestellt)
kann z. B. als Hohlzylinder über die Anordnung geschoben
werden. Der zwischen den Elektroden verbleibende Spalt kann
von der Umgebungslösung durchströmt werden. Die Anordnung
gemäß Fig. 8 ist durch hohe Lade- oder Trennkapazitäten bei
gleichzeitig geringem Platzbedarf und niedrigen Spannungen
gekennzeichnet.
Die bisher als separate Bauteile beschriebenen Elektroden- und
Auffangmittel können gemäß Fig. 9 auch miteinander
verbunden werden. Fig. 9 zeigt den Querschnitt einer Hohlfaser
91 mit Elektroden 92a, 92b, die als dünne Schicht auf die
Hohlfaseraußenwand aufgebracht worden sind. Damit lassen sich
noch geringere Spannungen zum Erzielen hoher Feldstärken
einstellen. Die Umgebungslösung beeinflußt das Hohlfaserinnere
durch die frei gebliebenen Bereiche der Hohlfaser. Es ist
jedoch auch möglich, das erfindungsgemäße System ohne die
Umgebungslösung zu betreiben.
Fig. 10 zeigt die Kombination einer Trennvorrichtung (Reaktions
raum 101 mit Hohlfaser und Elektroden 102a, 102b) mit einer
Aufkonzentrierungsvorrichtung 104. Diese kombinierte Anordnung
wird derart betrieben, daß zunächst im Trennbereich eine
erfindungsgemäße Fraktionierung eines Substanzgemisches
erfolgt. In der Aufkonzentrierungsvorrichtung 104, deren
Umgebungslösung 105 einen anderen pH-Wert als die Umgebungs
lösung 103 im Trennbereich besitzt, kann die gereinigte
Fraktion mit den Elektroden 106a, 106b als schmale Bande
fixiert und nach Abschalten des elektrischen Feldes an diesen
Elektroden als konzentrierte Fraktion dem Fraktionssammler 107
zugeführt werden.
Das Multikompartimentsystem gemäß Fig. 11 realisiert ein
Gegenstromprinzip, bei dem die Umgebungslösung 114 im
jeweiligen Reaktionsraum in eine Strömungsbewegung versetzt
wird. Die Strömungsrichtung ist vorzugsweise der Strömungs
richtung in der Hohlfaser 112 entgegengesetzt. Um eventuell an
den Elektroden 111a, 111b auftretende Elektrolyseprodukte
aufzufangen, wird zwischen den Elektroden und der Hohlfaser
112 eine Membran 113a, 113b angebracht. Die Strömung der
Umgebungslösung dient auch der pH-Stabilisierung im Reaktions
raum.
Erfindungsgemäß ist es nicht unbedingt erforderlich, daß die
Führungsflüssigkeit eine Strömung aufweist. Die Führungs
flüssigkeit kann auch ruhen. Es ist auch möglich, das Auffang
mittel relativ zur Führungsflüssigkeit zu bewegen. Dies wird
in Fig. 12 illustriert. Eine Kammer 123 ist mit einem Protein
gemisch 121 gefüllt und wird durch stromdurchlässige Membranen
122 begrenzt. Die Kammer 123 wird in den pH-regulierten
Bereich 124 gebracht. Unter Anlegung des elektrischen Feldes
über die Elektroden 125a, 125b wandern einzelne Proteine nach
dem erfindungsgemäßen Prinzip zu den Membranen 122. Die
Membranen können mit beweglichen, proteinbindenden Zwischen
membranen versehen sein, die nach Belegung mit den getrennten
Proteinen in Pfeilrichtung abgezogen werden. Es ist alternativ
auch möglich, einen Elutionsstrom in Pfeilrichtung vorzusehen,
um die getrennten Proteine aus dem Membranbereich zu spülen.
Erfindungsgemäß kann eine Trennvorrichtung auch mit mehreren,
kaskadenartig angeordneten Auffangmitteln oder mehreren hinter
einander oder parallel angeordneten Trennbereichen ausgerüstet
sein. Die Auffangmittel können statt durch die beschriebene
Hohlfaser auch durch beliebige poröse Membranen oder Lamellen
gebildet werden, die entsprechende Kompartimente zur Aufnahme
der Führungsflüssigkeit bilden, neben denen die Elektroden
mittel plaziert sind.
Die Teildurchlässigkeit des Auffangmittels (z. B. der
Hohlfaser) kann über die Länge in Durchströmungsrichtung
variieren, so daß abschnittsweise bestimmte Ionen der
Führungsflüssigkeit und/oder Umgebungslösung und/oder nur
bestimmte Moleküle durchgelassen werden.
Es ist ferner möglich, die Innenwandung der Hohlfaser durch
chemische oder physikalische Methoden zu modifizieren, um die
Wirkung des elektrischen Feldes zu verändern. Es ist möglich,
die Hohlfaser innen mit Gelen, Mikropartikelsuspensionen oder
Granulaten zu füllen oder auch im Reaktionsraum ein Gel
vorzusehen. Es ist möglich, die Hohlfaser in einem bestimmten
Abstand um eine beliebig geformte Elektrode zu wickeln und die
Gegenelektrode an diese Geometrie anzupassen.
Die Auffangmittel können durch ein mehrfaseriges Array
gebildet werden, das aus einer Vielzahl von Hohlfasern besteht,
die sämtlich mit der Führungsflüssigkeit durchströmt werden.
Die Durchströmung erfolgt jedoch in den Fasern verschieden
schnell, so daß substanzabhängig die Trenneffektivität
beeinflußt werden kann.
Die mindestens zwei Elektroden können mit einer Gleichspannung
oder Wechselspannung oder mit einem anderen, frei programmier
baren Spannungsverlauf beaufschlagt werden, so daß die Feld
stärke in der Führungsflüssigkeit entsprechend variiert wird.
Dies erlaubt die Bildung vorbestimmter Trennmuster auf den
Auffangmitteln.
Die Elektroden können zur Reduzierung ggf. auftretender
elektrolytischer Reaktionen wie folgt modifizierte Oberflächen
bzw. Materialien aufweisen. Die Elektroden können porös
ausgeführt sein oder Beschichtungen (z. B. Gele, Spacer)
tragen.
Die Auffangmittel können durch flächige Membranen umgrenzt
werden, die ein Kompartiment für die Führungsflüssigkeit
bilden. Das Kompartiment kann mit Hilfe weiterer Membranen
unterteilt sein, die jeweils für die Aufnahme verschiedener
Proteinfraktionen vorgesehen sind. Bei einer derartigen
Anordnung kann die Zufuhr der zu trennenden Probe durch Ein
führung einer Membran realisiert werden, auf der die Probe
adsorbiert ist.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Trennvorrichtung
besteht in ihrer Miniaturisierbarkeit. Es ist daher gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, mindestens
Teile der Elektroden durch elektronische Bauelemente wie
Transistoren oder Dioden zu bilden und anzusteuern und die
dreidimensionale Anordnung der Elektroden, Kanäle, Hohlfaser
halterungen und des Reaktionsraumes mit den Technologien der
Halbleiterstrukturierung herzustellen.
Claims (25)
1. Verfahren zur isoelektrischen Teilchentrennung, bei dem
Teilchen mit einer Nettoladung oder Ladungsdichte, die vom
pH-Wert der Umgebung abhängig ist, in einer Führungsflüssigkeit
elektrischen Feldkräften ausgesetzt werden, wobei der pH-Wert
der Führungsflüssigkeit derart eingestellt wird, daß
mindestens eine vorbestimmte Teilchenart eine ladungsabhängige
Bewegungsänderung erfährt und zu Auffangmitteln bewegt wird,
die für eine lösbare Teilchenfixierung eingerichtet sind.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, bei dem die bewegte Teilchenart
Teilchen umfaßt, deren isoelektrischer Punkt nicht mit dem
pH-Wert der Führungsflüssigkeit übereinstimmt.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, bei dem die Führungs
flüssigkeit und die Auffangmittel relativ zueinander bewegt
werden.
4. Verfahren gemäß Anspruch 3, bei dem die
Auffangmittel mindestens eine poröse Wand umfassen, an der
die Führungsflüssigkeit mit
den zu trennenden Teilchen vorbeiströmt.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, bei dem die elektrischen
Feldkräfte durch Elektrodenmittel erzeugt werden, die sich
mindestens teilweise entlang der Strömungsrichtung
über die Länge der porösen Wand erstrecken, wobei während
des Strömens der Führungsflüssigkeit mit den zu trennenden
Teilchen durch die poröse Wand die Strömungsgeschwindig
keit, der pH-Wert und/oder die elektrischen Felder der
Elektrodenmittel variiert werden.
6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
die zu trennenden Teilchen ampholytische Moleküle oder andere
Teilchen, synthetische Partikel oder biologische Zellen,
Viren oder andere biologische Objekte umfassen, deren
elektrische Eigenschaften den elektrischen Eigenschaften
ampholytischer Moleküle entsprechen.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 2 bis 6, bei dem zur
Reinigung der Führungsflüssigkeit Teilchen, die aus der
Führungsflüssigkeit entfernt werden sollen, durch die
Auffangmittel aus der Führungsflüssigkeit bewegt werden.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 7, bei dem die
Strömungsgeschwindigkeit der Führungsflüssigkeit zumindest
zeitweise verringert oder auf null abgesenkt wird, wenn die zu
trennenden Teilchen den elektrischen Feldkräften ausgesetzt
sind.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 8, bei dem eine
Probe mit den zu trennenden Teilchen und/oder die
Führungsflüssigkeit über Mikrokanäle in der porösen Wand
zugeführt werden.
10. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem der pH-Wert einer Probenlösung, mit der die Teilchen der
Führungsflüssigkeit zugeführt werden, der Führungsflüssigkeit
und/oder der Umgebungslösung unabhängig eingestellt werden, so
daß sich am Auffangmittel vorbestimmte pH-Gradienten bilden.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem
der pH-Wert einer Probenlösung, in der die zu trennenden
Teilchen der Führungsflüssigkeit zugeführt werden, und/oder
der Führungsflüssigkeit durch diffusive Austauschprozesse mit
der Umgebungslösung eingestellt wird.
12. Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung, die
enthält:
- - Elektrodenmittel zur Bildung eines elektrischen Feldes in einer Führungsflüssigkeit mit Teilchen, deren elektrische Nettoladung oder Ladungsdichte vom pH-Wert der Führungs flüssigkeit abhängt,
- - pH-Einstellmittel, die dazu eingerichtet sind, den pH-Wert der Führungsflüssigkeit derart einzustellen, daß mindestens eine vorbestimmte Teilchenart von den Teilchen in der Führungsflüssigkeit unter Wirkung des elektrischen Feldes eine ladungsabhängige Bewegungsänderung erfährt, und
- - Auffangmittel, die zwischen den Elektrodenmitteln und der Führungsflüssigkeit angeordnet und zur lösbaren Teilchen fixierung eingerichtet sind.
13. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, bei der die Auffangmittel
mindestens ein Kompartiment zur Aufnahme der Führungsflüssig
keit oder zur Führung einer Führungsflüssigkeitsströmung
bilden.
14. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 oder 13, bei der
die Auffangmittel eine teildurchlässige oder poröse Wandung
besitzen.
15. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14, bei der
die Auffangmittel durch mindestens eine Hohlfaser mit poröser
Wandung und/oder poröse Membranen oder Lamellen gebildet
werden.
16. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 15, bei der
die Auffangmittel mit den Elektrodenmitteln in einem
Reaktionsraum angebracht sind, der eine Umgebungslösung
enthält, deren pH-Wert mit den pH-Einstellmitteln einstellbar
ist.
17. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 14 bis 16, bei der
die Durchlässigkeit der Wandung durch Variation der Größe
und/oder der Form der Poren in der Wandung entlang eines von
der Führungsflüssigkeit durchströmten Bereiches derart
verändert ist, daß die Wandung mindestens abschnittsweise nur
für vorbestimmte Ionen der Führungsflüssigkeit und
Umgebungslösung und/oder für mindestens eine Teilchenart der
zu trennenden Teilchen durchlässig ist.
18. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 17, bei der
die Auffangmittel auf der zur Führungsflüssigkeit gewandten
Seite eine Modifizierungsschicht aufweisen, die zum Anhaften
oder zur Aufnahme der abzutrennenden Teilchen eingerichtet ist.
19. Vorrichtung gemäß Anspruch 18, bei der die Modifizierungs
schicht durch Gele, Mikropartikelsuspensionen und/oder
Granulate gebildet wird.
20. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 19, bei der
die Elektrodenmittel eine Vielzahl von Elektroden umfassen,
die auf der der Führungsflüssigkeit abgewandten Seite entlang
der Strömungsrichtung der Führungsflüssigkeit an den
Auffangmitteln angeordnet sind.
21. Vorrichtung gemäß Anspruch 20, bei der eine Steuer
einrichtung vorgesehen ist, mit der die Elektroden selektiv
derart ansteuerbar sind, daß ein zeitlich und räumlich ver
änderliches Spannungsgefälle ausgebildet wird.
22. Vorrichtung gemäß Anspruch 20, bei der die Auffangmittel
durch eine Hohlfaser gebildet werden, die in vorbestimmtem
Abstand um mindestens eine der Elektroden wie eine Umwicklung
gelegt ist.
23. Vorrichtung gemäß Anspruch 20, bei der die Elektroden auf
der von der Führungsflüssigkeit abgewandten Oberfläche der
Auffangmittel befestigt sind und die Oberfläche zumindest
teilweise bedecken.
24. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 20 bis 23, bei der
eine Mehrzahl von Trennräumen, die jeweils die
Elektrodenmittel, die Auffangmittel und Kompartimente zur
Führung der Führungsflüssigkeit enthalten, kaskadenartig,
seriell oder parallel verbunden ist.
25. Verwendung einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche
12 bis 24 für:
- - die Trennung mindestens einer Teilchenart aus der Führungsflüssigkeit zur Gewinnung einer gereinigten Fraktion der abgetrennten Teilchen und/oder einer gereinigten Führungsflüssigkeit,
- - die Ermittlung elektrischer und thermodynamischer Eigenschaften von Substanzen, wie die Ermittlung des isoelektrischen Punkts, von Titrationskurven oder des Aggregationsverhaltens,
- - die Aufkonzentrierung einer Teilchenlösung oder -suspension, oder
- - die Verringerung der Ionenstärke der Führungsflüssigkeit.
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19724266A DE19724266A1 (de) | 1996-09-28 | 1997-06-09 | Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung |
| AT97943908T ATE256866T1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
| DE59711144T DE59711144D1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
| JP51529698A JP2001504937A (ja) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | 等電式に粒子を分離するための方法及び装置 |
| US09/147,951 US6833061B1 (en) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Methods for isoelectric particle separation |
| EP97943908A EP0928418B1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
| PCT/EP1997/005295 WO1998013689A1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19640076 | 1996-09-28 | ||
| DE19724266A DE19724266A1 (de) | 1996-09-28 | 1997-06-09 | Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19724266A1 true DE19724266A1 (de) | 1998-04-09 |
Family
ID=7807278
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19724266A Ceased DE19724266A1 (de) | 1996-09-28 | 1997-06-09 | Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung |
| DE59711144T Expired - Fee Related DE59711144D1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE59711144T Expired - Fee Related DE59711144D1 (de) | 1996-09-28 | 1997-09-26 | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE19724266A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004059878A1 (de) * | 2004-12-10 | 2006-06-22 | Humboldt-Universität Zu Berlin | Verfahren zum elektrophoretischen Trennen einer Partikelfraktion |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0617048A1 (de) * | 1993-03-26 | 1994-09-28 | Waters Investments Limited | Methode der kapillaren isoelektrischen Fokussierung von Proteinen und Peptiden mit Fraktionssammlung zur anschliessenden Analyse |
-
1997
- 1997-06-09 DE DE19724266A patent/DE19724266A1/de not_active Ceased
- 1997-09-26 DE DE59711144T patent/DE59711144D1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0617048A1 (de) * | 1993-03-26 | 1994-09-28 | Waters Investments Limited | Methode der kapillaren isoelektrischen Fokussierung von Proteinen und Peptiden mit Fraktionssammlung zur anschliessenden Analyse |
Non-Patent Citations (5)
| Title |
|---|
| CALDWELL, Karin Dahlgren u.a.: Electrical Field-Flow Fractionating of Proteins. In: Science, 1972, Bd. 176, S. 296-298 * |
| FORET, FrantiSek und BOCEK, Petr.: Capillary Electrophoresis. In: Advances in Electrophoresis, Weinheim, VCH-VerlagsgesellschaftmbH, 1989, Bd. 3, S. 273-347 * |
| KESNER, Laya Floch: Performance Characteristics of Electrical Field-Flow Fractionating in a Flexible Membrane Channel. In: Analytical Chemistry, 1976, Bd. 48, S. 1834-1839 * |
| LIGHTFOOT, E.N. u.a.: Characterization of on Improved Electropolarization Chromatographic System Using Homogenous Proteins. In: Separation Science and Technology, 1981, Bd. 16, S. 619-656 * |
| OSHER, R.A.M. u.a.: Isoelectric Focusing. In: The Dynamics of Electrophoresis, Weinheim, Verlagsgesellschaft mbH, 1992, S. 163-231 * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004059878A1 (de) * | 2004-12-10 | 2006-06-22 | Humboldt-Universität Zu Berlin | Verfahren zum elektrophoretischen Trennen einer Partikelfraktion |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE59711144D1 (de) | 2004-01-29 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69124897T2 (de) | Vorrichtung zur Gewinnung von durch Kapillarelektrophorese getrennten Proben auf einer Membran | |
| DE69104775T2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Durchführen der Kapillarelektroforese. | |
| DE60112276T2 (de) | Elektrophoretische trennung von verbindungen | |
| DE69120058T2 (de) | Verbesserte kapillarzonenelektrophorese und geräte zur durchführung des verfahrens | |
| DE60206937T2 (de) | Vorrichtung und verfahren für die trennung von analyten | |
| EP0497077B1 (de) | Vorrichtung zur Vorbereitung von Proben insbesondere für Analysezwecke | |
| DE69111512T2 (de) | Impulsfeldkapillarelektrophorese. | |
| EP1493487A1 (de) | Mikrofluid-System mit ESI-Reststromregelung | |
| DE10063096C1 (de) | Elektrophoresevorrichtung, Elektrophoreseverfahren unter Verwendung einer Elektrophoresevorrichtung und Verwendung der Elektrophoresevorrichtung | |
| DE4422801A1 (de) | Elektroosmotische Flußsteuerung unter Verwendung von Gegendruck bei der Kapillarelektrophorese | |
| DE10113257C1 (de) | Elektrophoresevorrichtung und ihre Verwendung | |
| DE2142628A1 (de) | Elektrophorese Gerat | |
| DE4230837A1 (de) | Mehrpunkt-nachweisverfahren zur elektrophorese und chromatographie in kapillaren | |
| DE2508844A1 (de) | Verfahren und einrichtung zur ablenkungselektrophorese | |
| DE2317273C3 (de) | Verfahren zur direkten potentiometrischen Analyse einer Reihe von Flüssigkeitsproben auf eine interessierende Substanz | |
| DE19711898A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur trägerfreien Ablenkungs-Elektrophorese im Intervall-Betrieb | |
| DE60026363T2 (de) | Elektroforetische trennungsvorrichtung und zugehöriges verwendungsverfahren | |
| EP0928418B1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur isoelektrischen teilchentrennung | |
| DE1598110A1 (de) | Vorrichtung zur Elektrophoreses | |
| DE19826020C2 (de) | Vorrichtung und Verfahren zur miniaturisierten, hochparallelen elektrophoretischen Trennung | |
| DE19724266A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur isoelektrischen Teilchentrennung | |
| DE10136275C1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Probentrennung | |
| DE69029466T2 (de) | Verfahren sowie Gerät für elektrophoretische Trennung | |
| CH673779A5 (de) | ||
| DE102005046657B4 (de) | Stationäres Trennsystem für Gemischkomponenten |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8131 | Rejection | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: EVOTEC TECHNOLOGIES GMBH, 40225 DUESSELDORF, DE |