Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Kunststoff-Wellrohren, insbesondere von Wellrohren mit einem
großen Außendurchmesser von größenordnungsmäßig 1 bis 2 m,
wobei eine Kunststoffmasse mittels einer Extrusionseinrichtung
durch einen Spritzkopf in eine durch bewegliche
Formbacken gebildete Formstrecke geleitet wird, in welcher
durch äußeren Unterdruck und/oder durch inneren Überdruck die
Kunststoffmasse formgebend zur Anlage gebracht wird, sowie eine
Vorrichtung zur Herstellung von Kunststoff-Wellrohren,
insbesondere von Wellrohren mit einem großen Außendurchmesser
von größenordnungsmäßig 1 bis 2 m, mit einer
Extrusionseinrichtung, die mit mindestens einem Spritzkopf
verbunden ist, dem eine Formstrecke mit beweglichen
Formbacken zugeordnet ist. Die Erfindung kann nicht nur bei der
Herstellung von einschichtigen Wellrohren angewendet werden
sondern grundsätzlich auch für mehrschichtige Rohre, bei denen
zusätzlich zu wenigstens einer gewellten Schicht noch eine
glatte Innen- und/oder Außenhaut vorhanden ist, wobei die
verschiedenen Schichten gegebenenfalls mittels
unterschiedlicher Extruder oder zumindest mittels eine
Masseteilung bewirkender Spritzköpfe erzeugt werden.
Bisher sind bei derartigen Vorrichtungen zur Herstellung von
Kunststoff-Wellrohren der Spritzkopf und die dem Spritzkopf
zugeordnete Formstrecke mit den beweglichen
Formbacken stets horizontal orientiert. Eine solche Anordnung
ist nur für Kunststoff-Wellrohre mit einem bestimmten maximalen
Außendurchmesser anwendbar, weil beim Ausform-Vorgang durch den
äußeren Unterdruck bzw. durch den inneren Überdruck im Bereich
der Formstrecke insbesondere im oberen Abschnitt bzw. im oberen
Drittel des frischen Kunststoff-Wellrohres infolge der dicker
werdenden Wandstärke immer mehr Kunststoffmasse in die
Formbacken hineingeblasen bzw. hineingesaugt werden muß.
Probleme ergeben sich hierbei nicht nur dadurch, daß für
entsprechend größere Kunststoffmassen für Wellrohre
entsprechend großen Außendurchmessers immer größere Druck- bzw.
Saugkräfte erforderlich werden, sondern auch dadurch, daß
Wellrohre entsprechend großen Außendurchmessers auch nur mit
entsprechend reduzierter Extrusionsgeschwindigkeit realisierbar
sind. Außerdem sind bei den bekannten Vorgehensweisen mit
horizontal orientierter Formstrecke bei der Realisierung von
Kunststoff-Wellrohren relativ großen Außendurchmessers die
Wellenabstände benachbarter Wellen der Wellrohre nach unten
begrenzt, d. h. sie müssen entsprechend groß sein, was oftmals
jedoch nicht erwünscht ist. Ein weiterer Mangel der bekannten
Verfahren und Vorrichtungen der eingangs genannten Art besteht
darin, daß Leckagen zwischen den Formbacken und dem
Kunststoff-Material bei Anwendung von Vakuum bzw. Leckagen
zwischen dem zentralen Kalibrier- bzw. Dichtungs-Dorn und dem
Kunststoff-Material bei Anwendung eines inneren Überdrucks,
d. h. bei Anwendung einer Druckkalibrierung, aufgrund der
relativ großen Dimensionen der Kunststoff-Wellrohre immer
größer werden. Durch die erwähnte, relativ geringe
Extrusionsgeschwindigkeit bleibt der besagte Leckage-Zustand
entsprechend länger erhalten, was einen weiteren nicht zu
vernachlässigenden Mangel darstellt.
Aus der DE 36 22 775 C2 ist eine Vorrichtung zur Herstellung
von mit einer glatten Innenfläche versehenen Rippenrohren aus
einer formbaren Masse bekannt. Diese Anordnung weist einen
Kernbereich auf, der aus einer Spindel, aus einem in
Produktionsrichtung der Anordnung nach der Spindel gelegenen,
sich konisch erweiternden Dorn und aus einem nach dem Dorn
befindlichen Kern mit einem im wesentlichen konstanten
Durchmesser besteht. Die Spindel ist von einer Mundstückhülse
umgeben, die zusammen mit dem Kernbereich eine Mündung für die
Masse bildet. Die Mundstückhülse und der Kernbereich bilden
Kokillen, die entlang einer endlosen Bahn befördert werden
können und die an der Innenfläche Nuten aufweisen, und zwar zur
Ausformung von Rippen an einem Rohr, wobei eine im Abstand von
der Mündung befindliche Endzone des Kernes Mittel zur Abkühlung
dieser Zone aufweist. Der Kern kann hierbei mit Hilfe eines
flüssigen Kühlmittels gekühlt werden.
Die DE 31 20 480 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Herstellung
von Kunststoffrohren mit Querrillen. Bei dieser bekannten
Vorrichtung sind mit einer Formausnehmung versehene, sich auf
einer Formstrecke jeweils paarweise zu einer Form ergänzende
Halbkokillen auf einem Maschinentisch im Kreislauf geführt
angeordnet, wobei der Formstrecke ein Spritzkopf eines
Extruders vorgeordnet ist und wobei die Halbkokillen mit
Vakuumkanälen versehen sind, die mit der jeweiligen
Formausnehmung verbunden sind. Die Vakuumkanäle münden in der
Formstrecke in Vakuumanschlüsse ein, die im Maschinentisch
ausgebildet sind. Die Halbkokillen sind mit Kühlkanälen
versehen, die in der Formstrecke in Kühlwasserzuflüsse und
-abflüsse einmünden, die ebenfalls im Maschinentisch
ausgebildet sind. Um eine genaue Temperatureinstellung der
Halbkokillen während des Betriebes sicherzustellen, sind die
Kühlkanäle und die Vakuumkanäle in der jeweiligen Halbkokille
voneinander vollständig getrennt.
Aus dem JP-Abstract 59-131.433 sind ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Herstellung von perforierten Rohren bzw.
perforierten Rippenrohren bekannt, wobei ein nach unten hängend
vorgesehener Stempel in Bezug auf ein Werkzeug-Grundteil auf
und ab bewegbar ist, um einen entsprechend veränderlichen
Ringspalt zu definieren, durch welchen ein Kunststoffmaterial
hindurch extrudiert wird. Dort wird das jeweilige Rohr lotrecht
nach unten extrudiert.
Die DE-AS 10 39 741 beschreibt eine Vorrichtung zum Feinbearbeiten
von Kunststoffsträngen, bei welcher der Strang, z. B. ein Rohr,
ein Schlauch, ein Band od. dgl., im noch plastischen Zustand aus
einer Strangpresse durch ein entsprechend der endgültigen Form
gestaltetes Auspressmundstück hindurch in ein Kühl- und
Härtebad geführt wird. Dort ragt ein innerhalb des
Auspressmundstücks gelagerter, feststehender oder rotierender
Dorn durch das Formwerkzeug hindurch in das Innere des das
Kühl- und Härtebad aufnehmenden Gefäßes hinein. Hierbei ist
das Auspressmundstück horizontal orientiert, d. h. der jeweilige
Kunststoffstrang wird horizontal in das Kühl- und Härtebad
hineingeleitet, was bedeutet, daß sich die Gravitation auf den
Kunststoffstrang entsprechend auswirken kann.
Aus der DE-AS 12 80 552 ist eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
Herstellen von Querrillen, Ausbuchtungen od. dgl. auf einem Rohr
aus thermoplastischem Kunststoff, das von einer Strangpresse
austritt, bekannt. Die Vorrichtung weist eine längsgeteilte und
mit dem gewünschten Profil versehene und mit dem Rohr
mitbewegbare Hohlform auf. Diese Hohlform besteht aus einer
Vielzahl von Formhälften, die zu zwei Reihen vereinigt und mit
Führungsteilen wie Rollen od. dgl. versehen sind. Die
Führungsteile greifen in Führungsbahnen ein, durch welche die
Formhälften entlang des Verformungsbereiches zu einer
geschlossenen Hohlform vereinigt werden. Zum Andrücken des zu
verformenden Rohres an die Hohlform ist eine Düse zum Einführen
eines Druckmediums in diesen Teil des Rohres vorgesehen. Die
einander zugekehrten Stirnflächen der einzelnen Formhälften
legen sich bei Geradführung der Formhälften dabei aneinander
an, wobei die geometrischen Schwenkachsen der Formhälften,
welche gleichzeitig die geometrischen Achsen der Führungsteile
bilden, in der Mittelebene der in geschlossenem Zustand der
Form einander benachbarten Stirnflächen der Formhälften einer
Reihe angeordnet sind.
Die DE-AS 12 48 913 offenbart eine Vorrichtung zum Herstellen von
gewellten Kunststoffrohren, wobei anschließend an die Ringdüse
einer Strangpresse eine die Wellen erzeugende Einrichtung
angeordnet ist. Diese Einrichtung besteht aus einander zur
gewünschten Rohrform ergänzenden einzelnen Matrizen, die vor
der Ringdüse zur Bildung eines geschlossenen rohrförmigen, mit
Wellungen versehenen Formkanals zusammengeführt sind. In den
Formkanal ragt eine vom Mundstück der Strangpresse gehaltene
Einrichtung zum Aufweiten des aus der Strangpresse
ausgepreßten Schlauches hinein. Die Matrizen bestehen aus
drehbar gelagerten, synchron antreibbaren Formscheiben, deren
Drehachsen auf einem Kreis um den zu bildenden Formkanal
angeordnet und deren Umfangsflächen entsprechend der
gewünschten Wellung profiliert sind.
Der Einsatz eines simultan mit einem Kunststoffstrang
mitbewegten Querschneiders zum Auseinandertrennen des besagten
Kunststoffstranges ist beispielsweise aus der DE-Z: GAK 4/1997,
Seiten 200 bis 204 bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, wobei
die oben beschriebenen Mängel auf einfache Weise eliminiert
sind, d. h. wobei Kunststoff-Wellrohre großen
Außendurchmessers mit relativ hoher Extrusionsgeschwindigkeit
realisierbar sind, und Leckagen entlang der Formstrecke auf
einfache Weise verhindert werden.
Diese Aufgabe wird verfahrensgemäß bei einem Verfahren nach dem Ober
begriff des Patentanspruchs 1 dadurch gelöst, daß die
Kunststoffmasse durch wenigstens einen lotrecht angeordneten
Spritzkopf nach unten in eine lotrecht vorgesehene Formstrecke
geleitet wird, wobei die Formstrecke von mindestens zwei
übereinander vorgesehenen Formbacken-Paaren gebildet wird, die
mittels zugehöriger Antriebseinrichtungen wiederholt ausgehend
von einer Ausgangsposition in radialer Richtung aufeinander zu,
danach in axialer Richtung der Formstrecke nach unten,
anschließend radial voneinander weg und daran anschließend
axial nach oben in die Ausgangsposition zurück verstellt
werden. Zweckmäßig ist es, wenn die Formbacken der Formbacken-
Paare mit einer Flüssigkeit gekühlt werden, um die
Extrusionsgeschwindigkeit entsprechend erhöhen zu können.
Die Antriebseinrichtungen zur Verstellung der Formbacken der
übereinander vorgesehenen Formbacken-Paare in radialer und
axialer Richtung der Formstrecken können von mindestens einem
Roboter mit zugehörigen Roboter-Armen oder von einer
roboterähnlichen, beispielsweise hydraulisch oder elektrisch
angetriebenen, programmgesteuerten Maschine oder Vorrichtung
gebildet sein. Die besagten Roboter-Arme können hierbei
untereinander synchronisiert einen pilgerschrittartigen
Bewegungsablauf in zwei Ebenen durchführen.
Bevorzugt ist es, wenn in die Formstrecke ein dem Spritzkopf
zugeordneter lotrechter Kalibrier-Dorn hineinragt, der mit
einer Flüssigkeit gekühlt wird. Durch eine solche Ausbildung
ergibt sich der Vorteil, daß an die Formbacken der Formbacken-
Paare nicht nur ein äußerer Unterdruck anlegbar ist, sondern
daß auch die aus dem Spritzkopf in die Formstrecke aus tretende
Kunststoffmasse mit einem inneren Überdruck beaufschlagbar ist.
Ein Kalibrierdorn kann aber insbesondere bei der Herstellung
von Wellrohren mit glatter Innenwand von Vorteil sein.
Um eine einfache Manipulierbarkeit der erfindungsgemäß
hergestellten Kunststoff-Wellrohre großen Außendurchmessers von
größenordnungsmäßig 1 bis 2 m zu gewährleisten, ist es
bevorzugt, wenn der Wellrohr-Strang in Vorschubrichtung nach
der Formstrecke mittels eines Trennwerkzeugs in Wellrohr-
Abschnitte getrennt wird, wobei das Trennwerkzeug mit dem
Wellrohr-Strang simultan eine bestimmte axiale Wegstrecke
mitbewegt wird. Die Wellrohr-Abschnitte werden dann
zweckmäßigerweise in ein Flüssigkeitsbad eingebracht und im
Flüssigkeitsbad abgekühlt. Nach der Abkühlung der Wellrohr-
Abschnitte im Flüssigkeitsbad können die Wellrohr-Abschnitte
aus dem Flüssigkeitsbad entnommen werden, um danach an die
abgekühlten Wellrohr-Abschnitte beispielsweise
Verbindungselemente wie Muffen oder dergl. anformen, anschweißen
oder anspritzen zu können. Das kann mittels handelsüblicher
Geräte erfolgen. Die Wellrohr-Abschnitte können dann in die
waagrechte Lage gedreht und beispielsweise auf Paletten oder
anderen geeigneten Transportgerüsten gelagert bzw. verpackt
werden.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird
vorrichtungsgemäß bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 6 dadurch gelöst, daß der wenigstens eine
Spritzkopf und die Formstrecke lotrecht angeordnet sind, wobei
die Formstrecke mindestens zwei Formbacken-Paare aufweist, die
axial übereinander vorgesehen sind, wobei jedem Formbacken-Paar
zur pilgerschrittartigen Verstellung der entsprechenden beiden
Formbacken in radialer und axialer Richtung eine
Antriebseinrichtung zugeordnet ist. Wie bereits erwähnt worden
ist, können diese Antriebseinrichtungen von Robotern mit
Roboterarmen oder von Roboter-ähnlichen Maschinen oder
Vorrichtungen gebildet sein, die hydraulisch oder elektrisch
programmgesteuert funktionieren können. Durch die lotrechte
Orientierung des Spritzkopfes und der Formstrecke werden
gravitationsbedingte ungleiche Kunststoffmassen-Verteilungen
entlang des Umfangs des in der Formstrecke ausgebildeten
Wellrohr-Stranges vermieden, so daß es problemlos einfach
möglich ist, Wellrohre mit einem großen Außendurchmesser von
größenordnungsmäßig 1 bis 2 m mit relativ großer
Extrusionsgeschwindigkeit zu realisieren. Erfindungsgemäß ist
es auch möglich, Wellrohre mit einem Außendurchmesser größer
als 2 m zu realisieren. Selbstverständlich können
erfindungsgemäß auch Wellrohre mit einem Außendurchmesser von
kleiner als 1 m hergestellt werden.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Formbacken
zweckmäßigerweise mit Vakuum beaufschlagbar, um den Wellrohr-
Strang entlang der Formstrecke mit einem äußeren Unterdruck
beaufschlagen zu können. Vorzugsweise sind die Formbacken mit
einer Flüssigkeitskühlung ausgebildet, um eine entsprechende
Kühlung des Wellrohr-Stranges entlang der Formstrecke zu
bewerkstelligen und hierdurch die Extrusionsgeschwindigkeit auch
bei der Produktion von Kunststoff-Wellrohren mit relativ großem
Außendurchmesser wunschgemäß erhöhen zu können.
Damit sich die Antriebseinrichtungen für die Formbacken der
axial übereinander vorgesehenen Formbacken-Paare während ihrer
Verstellung in radialer und axialer Richtung nicht gegenseitig
behindern bzw. beeinträchtigen, sind bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung die Trennebenen der Formbacken der axial
übereinander angeordneten Formbacken-Paare in Umfangsrichtung
gegeneinander um einen bestimmten Winkel versetzt. Dieser
Winkel kann in Abhängigkeit von der Anzahl von Formbacken-
Paaren gewählt werden. Kommen erfindungsgemäß beispielsweise
zwei Formbacken-Paare zur Anwendung, so kann der Winkel, um den
die Formbacken-Paare in Umfangsrichtung gegeneinander versetzt
sind, 180° (=36° : 2) betragen. Kommen bei der
erfindungsgemäßen Vorrichtung beispielsweise drei Formbacken-
Paare zur Anwendung, so kann der Winkel, um welchen die
Trennebenen der axial übereinander angeordneten Formbacken-
Paare in Umfangsrichtung gegeneinander versetzt sind, 120° (=
360° : 3) betragen. Bei einer bevorzugten Ausbildung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung sind drei Formbacken-Paare axial
übereinander angeordnet.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist in vorteilhafter Weise
eine relativ große Bandbreite möglicher Dimensionen
herzustellender Kunststoff-Wellrohre bezüglich Außendurchmesser
und/oder Wellenabstand der Wellrohre auf. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, daß ein gewünschter Dimensionswechsel innerhalb
kurzer Zeit einfach möglich ist. Die Formbacken der
Formbackenpaare können bspw. durch die Roboterarme der
Antriebseinrichtung abgelegt werden. Unmittelbar anschließend
können durch die Roboterarme die Formbacken der gewünschten
neuen Dimension aufgenommen werden. Um mögliche Ungenauigkeiten
der Antriebseinrichtung bzw. des Roboters zu eliminieren, ist
es bevorzugt, wenn die Formbacken der Formbacken-Paare
Zentrier- und Verriegelungseinrichtungen aufweisen. Mit Hilfe
dieser Zentrier- und Verriegelungseinrichtungen werden die
Formbacken der Formbacken-Paare entlang der Formstrecke sowohl
in axialer Richtung als auch in Umfangsrichtung genau passend
zentriert und miteinander verriegelt, wenn sie mit Hilfe der
jeweils zugehörigen Antriebseinrichtung geeignet bewegt bzw.
zusammengeführt worden sind. Auf diese Weise ist nicht nur ein
unerwünschter Versatz zwischen den sich radial
gegenüberliegenden Formbacken des jeweiligen Formbacken-Paares
ausgeschlossen, sondern es werden - wie bereits erwähnt worden
ist - auch mögliche Ungenauigkeiten der Antriebseinrichtungen
für die Formbacken-Paare eliminiert. Mittels der Zentrier- und
Verriegelungseinrichtungen erfolgt also auch eine genaue
Ausrichtung und Positionierung des jeweiligen Formbacken-Paares
zum axial benachbarten Formbacken-Paar.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung hat es sich als
vorteilhaft erwiesen, wenn in die Formstrecke ein dem
Spritzkopf zugeordneter, lotrecht angeordneter Kalibrier-Dorn
hineinragt, der mit Druckluft beaufschlagbar ist. Eine solche
Ausbildung weist den Vorteil auf, daß die Kunststoffmasse in
der Formstrecke mit einem geeigneten inneren Überdruck
beaufschlagbar ist, um hierdurch die Präzision der Formgebung
des Wellrohr-Stranges in der Formstrecke weiter zu verbessern,
wobei diese Verbesserung mit einer Erhöhung der
Extrusionsgeschwindigkeit einhergeht. Diesem zuletzt genannten
Zwecke ist es dienlich, wenn der Kalibrier-Dorn mit einer
Flüssigkeitskühlung ausgebildet ist.
Der Formstrecke der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
zweckmäßigerweise zum Abtrennen des Wellrohr-Stranges in
Wellrohr-Abschnitte ein Trennwerkzeug nachgeordnet. Bei diesem
Trennwerkzeug kann es sich bspw. um eine Trennsäge handeln, um
den kontinuierlich hergestellten Wellrohr-Strang bspw. in
Wellrohr-Abschnitte mit einer Länge von z. B. 6 m zu
zerschneiden.
Um einen exakten Schnitt zu gewährleisten, ist es zweckmäßig,
wenn das Trennwerkzeug mit dem Wellrohr-Strang eine bestimmte
Wegstrecke simultan mitbewegbar ist. Die Länge der
Mitlaufstrecke des Trennwerkzeuges ist von der
Extrusionsgeschwindigkeit des Wellrohr-Stranges und von der
Schnittgeschwindigkeit des Trennwerkzeugs abhängig, d. h. die
Mitlaufstrecke ist zur Extrusionsgeschwindigkeit direkt und zur
Trenngeschwindigkeit umgekehrt proportional.
Um insbes. Kunststoff-Wellrohre großen Außendurchmessers und
relativ großer Wandstärke optimal, d. h. zuverlässig und
innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne geeignet abkühlen zu
können, ist es zweckmäßig, wenn die erfindungsgemäße
Vorrichtung mit einem Flüssigkeitsbad versehen ist. Dieses
Flüssigkeitsbad kann eine an die Länge der Wellrohr-Abschnitte
angepaßte Tiefe und eine Breite aufweisen, die größer ist als
der Außendurchmesser der Wellrohr-Abschnitte. Das
Flüssigkeitsbad ist zweckmäßigerweise mit einer solchen Tiefe
und Breite ausgebildet, daß die abgekühlten Wellrohr-Abschnitte
in das Flüssigkeitsbad vollständig eintauchen und seitlich
neben dem Eintauch- bzw. Arbeitsbereich der Antriebseinrichtung
für die Formbacken wieder auftauchen können. Die abgekühlten
Wellrohr-Abschnitte können dann lotrecht wieder aus dem
Flüssigkeitsbad entnommen und in die Horizontale verschwenkt
werden.
Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung schamatisch
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in einer Vorderansicht schematisch eine Ausbildung
der Vorrichtung zur Herstellung von Kunststoff-
Wellrohren,
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Schnittlinie II-II in
Fig. 1 durch das obere Formbacken-Paar,
Fig. 3 in einer der Fig. 2 ähnlichen Darstellung einen
Schnitt entlang der Schnittlinie III-III in Fig. 1
durch das mittlere Formbacken-Paar, und
Fig. 4 in einer den Fig. 2 und 3 ähnlichen Darstellung
einen Schnitt entlang der Schnittlinie IV-IV in
Fig. 1 durch das untere Formbacken-Paar, wobei das
obere, das mittlere und das untere Formbacken-Paar
die Formstrecke der Vorrichtung bilden.
Fig. 1 zeigt in einer Vorderansicht schematisch eine Ausbildung
der Vorrichtung 10 zur Herstellung von Kunststoff-Wellrohren.
Die Vorrichtung 10 weist eine Extrusionseinrichtung 12 mit,
beim gezeigten Ausführungsbeispielen zwei, Extrudern 14 auf,
die mit einem Spritzkopf 16 verbunden sind, wodurch
zweischichtige Verbundrohr herstellbar sind. Die
Extrusionseinrichtung 12 ist auf einem oberen Niveau 18
angeordnet, das mit einem Durchgangsloch 20 versehen ist. Der
Spritzkopf 16 ist lotrecht angeordnet, er erstreckt sich durch
das Durchgangsloch 20 im oberen Niveau 18 hindurch. Der
Spritzkopf 16 ist mit einem Kalibrier-Dorn 22 kombiniert, der
ebenfalls lotrecht hängend vorgesehen ist und beispielsweise
zur Ausbildung der glatten Innenwand eines Mehrschicht-
Verbundrohres dient.
Der Spritzkopf 16 bzw. der Kalibrier-Dorn 22 sind von
Formbacken 24, 26 und 28 umgeben, welche eine
Formstrecke 30 bilden. Die Formbacken 24, 26 und 28 sind
simultan axial und radial verstellbar, was
in Fig. 1 durch die Pfeile 32, 34, 36 und 38 angedeutet ist.
Damit sich die Formbacken 24, 26 und 28 bei der
pilgerschrittartigen Bewegung entlang den Pfeilen 34, 36 und 38
nicht gegenseitig behindern, sind die Formbacken 24, 26 und 28
in Umfangsrichtung gesehen derartig angeordnet, daß die
Trennebene 40 der Formbacken 24 (sh. Fig. 2), die Trennebene 42
der Formbacken 26 (sh. Fig. 3) und die Trennebene 44 der
Formbacken 28 (sh. Fig. 4) in Umfangsrichtung gegeneinander um
einen bestimmten Winkel versetzt sind. Bei drei Formbacken-
Paaren 24, 26 und 28 beträgt dieser Winkel bspw. 120°.
Jedem Paar Formbacken 24, 26 und 28 sind Antriebseinrichtungen
46 zugeordnet, von welchen in Fig. 1 nur die zu den Formbacken
26 gehörige Antriebseinrichtung 46 gezeichnet ist. Die
Antriebseinrichtungen sind bspw. von an sich bekannten Robotern
gebildet, die Roboterarme 48 besitzen. Diese Roboterarme sind
auch in den Fig. 2, 3 und 4 abschnittweise angedeutet. Mit
Hilfe der Antriebseinrichtungen 46 sind die Formbacken 24, 26
und 28 - wie bereits erwähnt worden ist - in axialer Richtung
und in radialer Richtung simultan passend
nacheinander verstellbar, was durch die Pfeile 32, 34, 36 und
38 in Fig. 1 und durch die Pfeile 34 und 38 in den Fig. 2, 3
und 4 angedeutet ist.
Die Formbacken 24, 26 und 28 sind in an sich bekannter Weise
mit (nicht gezeichneten) Vakuumkanälen ausgebildet, um die
gewellte bzw. gerippte Innenoberfläche 50 der Formbacken 24, 26
und 28 mit Vakuum beaufschlagen zu können. Die Formbacken 24,
26 und 28 sind außerdem mit einer an sich bekannten, nicht
gezeichneten Flüssigkeitskühlung ausgebildet.
Wie aus den Fig. 2 bis 4 ersichtlich ist, sind die
Formbacken 24, 26, 28 des jeweiligen Formbacken-Paares mit
Zentrier- und Verriegelungseinrichtungen 52 und 54 versehen.
Die Einrichtungen 52 sind in der jeweiligen Trennebene 40, 42
bzw. 44 der Formbacken 24, 26 bzw. 28 vorgesehen. Die
Einrichtungen 54 befinden sich in der Grund- und in der
Deckfläche der jeweiligen Formbacken 24, 26 bzw. 28 jeweils an
der gleichen Stelle in Umfangsrichtung der Formbacken 24, 26,
28 gesehen. Durch die Einrichtungen 52 und 54 wird sowohl ein
radialer als auch ein axialer sowie ein Versatz in
Umfangsrichtung der Formbacken 24, 26, 28 verhindert.
Der Kalibrier-Dorn 22 der Vorrichtung 10 (sh. Fig. 1) ist
zweckmäßigerweise mit (nicht gezeichneten) Druckluftkanälen zur
inneren Beaufschlagung mit Druckluft sowie mit (nicht
gezeichneten) Kühlkanälen zur Flüssigkeitskühlung ausgebildet.
Entlang der Formstrecke 30 gemäß Fig. 1 wird kontinuierlich ein
Wellrohr-Strang 56 relativ großen Außendurchmessers mit
vergleichsweise großer Extrusionsgeschwindigkeit realisiert,
wobei die besagte Extrusionsgeschwindigkeit durch den Pfeil 32
in Fig. 1 verdeutlicht ist.
Der durch die Paare von Formbacken 24, 26, 28 festgelegten
Formstrecke 30 ist ein Trennwerkzeug 58 nachgeordnet, das mit
dem Wellrohr-Strang 56 eine bestimmte Wegstrecke simultan
mitbewegt wird, um eine gerade Trennung des Wellrohr-Stranges
56 in Wellrohr-Abschnitte 59 zu ermöglichen. Das Trennwerkzeug
58 und die Antriebseinrichtungen 46 für die Formbacken 24, 26,
28 sind auf einem unteren Niveau 60 angeordnet, wobei das
Trennwerkzeug 58 über einem Durchgangsloch 62 des unteren
Niveaus 60 vorgesehen ist. Unter dem unteren Niveau 60 befindet
sich ein Flüssigkeitsbad 64, in das die Wellrohr-Abschnitte 59
durch das Durchgangsloch 62 im unteren Niveau 60 eingetaucht
werden. Im Flüssigkeitsbad 64 erfolgt eine Abkühlung der
Wellrohr-Abschnitte 59. Die abgekühlten Wellrohr-Abschnitte 59
können dann durch eine Ausgabeöffnung 66 im unteren Niveau 60
wieder aus dem Flüssigkeitsbad 64 entnommen und weiter
verarbeitet, d. h. bspw. mit Muffen o. dgl. versehen werden.