DE19723122C2 - Belüftungsvorrichtung für Bandagen - Google Patents
Belüftungsvorrichtung für BandagenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Belüftungsvorrichtung für
Bandagen wie beispielsweise Verbände, Stützen, Schienen, oder
sonstige besonders an das zu behandelnde Körperteil angepass
te Vorrichtungen bzw. Gerätschaften für die Krankenpflege.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Belüftungs
vorrichtung für Gipsverbände oder andere steife Bandagen.
Mit zunehmender Tragedauer verringert sich das Wohlbefinden
des mit einem Gipsverband oder anderen steifen Bandage ver
sorgten Patienten. Wesentliche Ursache für solche körperli
chen Unbehaglichkeiten ist vor allem darin zu sehen, dass der
sich im betreffenden Körperteil bildende Schweiß nur einge
schränkt verdunsten kann, was neben einer störenden Geruchs
belästigung vor allem auch zu Juckreizen, Haut- und Gewebe
schäden führt.
Aus der DE-OS 42 27 245 ist ein Formkörper zur Behandlung von
Wunden und Hauterkrankungen mit axialen Lufteintrittsöffnun
gen an den Enden und radialen Luftaustrittsöffnungen auf der
Oberfläche bekannt. Der Formkörper dient der Behandlung von
Hautkrankheiten.
Aus der FR 26 25 674 ist eine pilzförmige, einstückige Belüf
tungsvorrichtung für Gipsbandagen bekannt, die in die Zwi
schenlage zwischen Gipslage und Polsterlage eingebracht wird.
Die US-PS 39 98 220 beschreibt weiterhin eine Belüftungsvor
richtung für steife Bandagen, insbesondere Gipsverbände. Die
se besteht aus zwei Teilen, die in die Zwischenlage zwischen
Polsterung und der Gipslage eingebracht werden.
Aus den US-PS 31 16 731, US-PS 28 22 806, US-PS 28 37 088,
US-PS 27 31 963, und US-PS 27 04 067 sind weitere Belüftungs
vorrichtungen für Bandagen bekannt geworden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine vergleichswei
se einfach und kostengünstig durchzuführende Maßnahme anzuge
ben, aufgrund welcher das Wohlbefinden des Patienten auch bei
einer mehrwöchigen Tragedauer der Bandage gesteigert werden
kann, ohne die Bandage erneuern zu müssen.
Diese Aufgabe wird durch eine Belüftungsvorrichtung nach An
spruch 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Belüftungsvorrichtung für steife Banda
gen besteht aus einem die Bandage durchsetzenden Belüftungs
rohr und einer Befestigungseinrichtung zur Fixierung des Be
lüftungsrohres an bzw. in der Bandage.
Dem Prinzip der Erfindung folgend ist vorgesehen, dass das Be
lüftungsrohr mit einem Außengewinde versehen ist und die Be
festigungseinrichtung eine mit dem Außengewinde des Belüf
tungsrohres verschraubbare Fixiermutter aufweist.
Die erfindungsgemäße Belüftungsvorrichtung wird von Vorteil
bereits beim Anlegen der Bandage an den betroffenen Körper
teil in die Bandage eingebaut und dort über die gesamte Tra
gedauer der Bandage lagegesichert gehalten. Bei Bedarf kann
nun über das Belüftungsrohr Druckluft in die Bandage einge
bracht werden, die nach allen Seiten zwischen der dem Körper
teil zugewandten Oberfläche der Bandage und der Körperober
fläche verströmt und die Verdunstung von Feuchtigkeit jeden
falls so weit fördert, dass störende Geruchsbildungen ent
fernt, möglicherweise aufgetretene Schwellungen abgebaut wer
den, jedenfalls das Wohlbefinden des Patienten gesteigert
werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung kann vorgese
hen sein, dass das dem bandagierten Körperteil zugewandte En
de des Belüftungsrohres in ein zur Längsrichtung des Belüf
tungsrohres radial nach außen abstehendes Fussteil mündet.
Hierbei kann das Belüftungsrohr mit Fussteil von Vorteil ein
stückig und vorzugsweise aus Kunststoffmaterial hergestellt
sein.
Von Vorteil kann des weiteren ein die fußseitige Öffnung des
Belüftungsrohres abschließendes Füllteil, sowie eine auf das
Belüftungsrohr aufsetzbare Abdeckkappe vorgesehen sein.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispieles weiter erläutert. Im Ein
zelnen zeigen die schematischen Darstellungen in:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch eine Belüf
tungsvorrichtung für Bandagen nach dem Einbringen in
einen Gipsverband; und
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt durch eine Belüf
tungsvorrichtung nach Fixierung am Gipsverband und
Abdeckung vermittels einer Abdeckkappe.
Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel einer er
findungsgemäßen Belüftungsvorrichtung 1 für einen Gipsverband
2 bestehend aus einer Gipslage 3, Polsterung 4, und elasti
schem Strumpf 5 umfasst ein den Gipsverband 2 durchsetzendes,
im Profil kreisrundes oder auch mehreckiges, hohles Belüf
tungsrohr 6 und eine Befestigungseinrichtung 7 zur Fixierung
des Belüftungsrohres 6 am Gipsverband 2. Das dem bandagierten
Körperteil 8 des Patienten zugewandte Ende des Belüftungsroh
res 6 mündet in ein zur Längsrichtung des Belüftungsrohres 6
radial nach außen abstehendes Fussteil 9. Der Rand des vor
zugsweise ebenfalls kreisförmigen Fussteiles 9 ist zu einer
nach oben abstehenden Auskragung 10 geformt, welche gezackt
sein kann, um ein Wegrutschen des darüberliegenden Strumpfes
5 zu verhindern. Das Belüftungsrohr 6 ist mit einem Außenge
winde 11 versehen, wobei die Befestigungseinrichtung 7 eine
mit dem Außengewinde 11 des Belüftungsrohres 6 verschraubbare
Fixiermutter 12 besitzt. Die Bezugsziffer 13 bezeichnet eine
Beilagscheibe. Weiterhin ist ein die fußseitige Öffnung 14
des Belüftungsrohres 6 bündig abschließendes Füllteil 15 aus
Kunststoff vorgesehen, welches in den Hohlraum des Belüf
tungsrohres 6 eingeschoben wird. Der Zweck des Füllteiles 15
besteht darin, eine ebene und ununterbrochene Oberfläche 16
des dem Körperteil 8 zugewandten Endes des Fußteiles 9 zu er
halten, um der Gefahr sogenannter Gipsödeme zu begegnen. Die
Formgebung der erfindungsgemäßen Belüftungsvorrichtung 1 bzw.
des Fußteiles 9 ist so gestaltet, dass sich am Besten gar
keine spürbaren Druckstellen für den Patienten ergeben. Die
Bezugsziffer 17 bezeichnet eine auf das Belüftungsrohr 6 bzw.
die Belüftungsvorrichtung 1 aufsetzbare Abdeckkappe, welche
vorzugsweise wiederum aus Kunststoffmaterial hergestellt ist.
Die Bezugsziffer 18 bezeichnet ein zylinderförmiges Schutz
rohr, dessen Innendurchmesser größer ist als der Außendurch
messer des Belüftungsrohres 6, und welches beim Bandagieren
des Körperteils vorübergehend insbesondere zum Schutz des Ge
windes 11 aufgesteckt wird, und nach dem erfolgten Aushärten
der Gipslage 3 entfernt wird. Das Bezugszeichen 19 bezeichnet
einen mit dem Schutzrohr 18 verbindbaren Haltestab zur einfa
cheren Herausnahme des Schutzrohres 18. Hierbei kann das Be
lüftungsrohr 6 im oberen Abschnitt ebenfalls mit Bohrungen
versehen sein, um den Haltestab auch hier einführen zu kön
nen. Dies ist gegebenenfalls erforderlich, um beim Aufschrau
ben der Fixiermutter 12 eine Drehung des Belüftungsrohres 6
zu verhindern und beim Festschrauben eine Gegenkraft auf das
Teil 6 zu bringen, um auch die über dem Fußteil 9 liegende
Wattierung 4 zu komprimieren und auf diese Weise ein Überste
hen des Fußteiles 16, welches die Gefahr einer Druckstelle
auf der Haut mit sich bringen würde, zu verhindern.
Die Verwendung der Belüftungsvorrichtung 1 nach dem darge
stellten Ausführungsbeispiel erfolgt folgendermaßen. Zunächst
wird die Einheit bestehend aus Belüftungsrohr 6 und Fußteil 9
durch ein Loch des aus dünnem Textilmaterial bestehenden ela
stischen Strumpfes 5 gesteckt. Daran anschließend erfolgt die
beim Anlegen von Gipsverbänden übliche Wattierung vermittels
der Polsterung 4. Hiernach kann das Schutzrohr 18 über das
Belüftungsrohr 6 aufgesetzt werden. Nun kann die Gipslage 3
aufgebracht werden. Nach dem Aushärten der Gipslage 3 wird
das Schutzrohr 18 entfernt, und die Fixierschraube 7 fest an
gezogen. Ein gegebenenfalls nach oben überstehender Abschnitt
des Belüftungsrohres 6 kann vermittels einem Kappmesser ent
fernt werden. Nach dem Einbringen des Füllteils 15 wird die
Abdeckkappe 17 auf der Belüftungsvorrichtung 1 aufgesetzt.
Bei Bedarf werden Abdeckkappe 17 und Füllteil 15 abgenommen
bzw. herausgezogen, und es kann über ein geeignetes Gerät
Druckluft eingespeist werden.
Claims (6)
1. Belüftungsvorrichtung für steife Bandagen mit einem die
Bandage durchsetzenden Belüftungsrohr (6) und einer Befesti
gungseinrichtung (7) zur lagegesicherten Fixierung des Belüf
tungsrohres (6) an oder in der Bandage, wobei das Belüftungs
rohr (6) mit einem Außengewinde versehen ist und die Befesti
gungseinrichtung (1) eine mit dem Außengewinde (11) des Be
lüftungsrohres (6) verschraubbare Fixiermutter (12) aufweist.
2. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bandage einen Gipsverband (2) darstellt.
3. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass das dem bandagierten Körperteil zugewandte
Ende des Belüftungsrohres (6) in ein zur Längsrichtung des
Belüftungsrohres (6) radial nach außen abstehendes Fussteil
(9) mündet.
4. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Belüftungsrohr (6) mit
Fussteil (9) einstückig und vorzugsweise aus Kunststoffmate
rial hergestellt ist.
5. Belüftungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1, bis 4,
gekennzeichnet durch ein die fußseitige Öffnung (14) des Be
lüftungsrohres (6) abschließendes Füllteil (15).
6. Belüftungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch eine auf das Belüftungsrohr (6) aufsetz
bare Abdeckkappe (17).
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1997
- 1997-06-03 DE DE1997123122 patent/DE19723122C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE19723122A1 (de) | 1998-12-24 |
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