DE19721199C1 - Spannschiene - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spannschiene aus Kunststoff
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
Deartige Spannschienen werden insbesondere bei Otto- und Die
selmotoren als Kettenspanner verwendet. Sie dienen dazu, eine
Kette unter einer bestimmten Spannung zu halten und um Tole
ranzen und ein Nachlängen der Kette auszugleichen. Die Kette
wird dabei über die Spannschiene gespannt.
Eine solche Spannschiene ist aus der DE-OS 43 10 306 bekannt.
Dabei ist das Trägerteil aus einem faserverstärkten Kunststoff
als leichtbauender Gitterträger ausgebildet, auf dessen oberem
Band das Gleitteil aus einem Kunststoff guter Gleiteigenschaft
durch Aufspritzen befestigt ist.
Zur Herstellung dieser Spannschiene sind nicht nur zwei Spritz
vorgänge mit komplizierten und damit teuren Spritzgußformen er
forderlich, sondern es muß auch nach dem ersten Spritzvorgang
das Trägerteil aus einer ersten Form entfernt und anschließend
in einer zweiten Form zum Aufspritzen des Gleitteils einge
bracht werden. Die einzelnen Spritzgußformen weisen für sich
Hinterschneidungen auf, die nur durch aufwendige und störanfäl
lige Schieberkonstruktionen in den Spritzgußwerkzeugen abge
formt werden können.
Die DE 40 01 303 zeigt eine ebenfalls mehrteilig zusammenge
setzte Kettenspannschiene, die aus einem aus Kunststoff beste
henden, unterseitig offenen Tragkörper und einem Keramik-Gleit
belag hoher Verschleißfestigkeit besteht, der mit dem Tragkör
per formschlüssig verbunden ist. Partiell ist der Keramik-
Gleitbelag zusätzlich mit einer Dämpfungszwischenlage abgefe
dert. Die zeichnerische Darstellung der Kettenspannschiene läßt
vermuten, daß seitlich Führungsborde für die Kette vorgesehen
sind, wobei allerdings offen bleibt, ob diese durch den Gleit
belag oder durch den Tragkörper gebildet werden. Die mehrteili
ge Ausführung der bekannten Kettenspannschiene macht diese auf
wendig in der Herstellung und somit relativ teuer.
Die DE 42 02 483 A1 versucht eine Kostenreduzierung bei der
Herstellung von Kettenspannschienen dadurch zu erzielen, daß
deren Tragkörper aus einem stranggepreßten Profil aus einem
strangpreßbaren Werkstoff, z. B. aus einer Aluminiumlegierung
gebildet wird, wobei das Strangpreßprofil quer zur Längser
streckung der Spannschiene orientiert ist. Der Tragkörper einer
einzelnen Spannschiene wird durch Ablängen eines schmalen
Streifens von dem Strangpreßprofil gebildet. Nachdem der Alumi
niumwerkstoff keine optimalen Gleiteigenschaften besitzt, ist
vorgesehen, auf der der Kette zugewandten Führungsfläche der
Spannschiene einen Kunststoffbelag zu befestigen, was dort nur
kursorisch erwähnt aber nicht näher beschrieben ist. Seitliche
Führungsborde sind an der bekannten Spannschiene nicht geoffen
bart. Sie wären bei der dort verwendeten Strangpreßtechnik auch
nicht realisierbar.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Spannschiene der im
Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art dahingehend weiter zu
entwickeln, daß diese einfach und kostengünstig herstellbar
ist, zugleich aber eine hohe Stabilität besitzt sowie gute
Gleiteigenschaften für die auf dem Gleitteil bewegbare Kette
aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des An
spruchs 1 gelöst.
Die Erfindung ermöglicht es, eine Spannschiene als nur ein ein
ziges, einfach aufgebautes Bauteil herzustellen, wodurch ein
Zusammenfügen aus mehreren Teilen entfällt, was zu einer Ver
ringerung der Herstellungszeit, der erforderlichen Werkzeuge
und damit der Herstellungskosten führt. Darüber hinaus können
einfach aufgebaute Spritzgußformen ohne Hinterschneidungen ver
wendet werden, die keine Entformungs- und Betriebsprobleme be
reiten. Gleichzeitig erhält die Spannschiene durch das Kasten
profil eine hohe Biege- und Torsionssteifigkeit, die es ermög
licht, ohne Stabilitätsverlust gegenüber herkömmlichen Spann
schienen mit geringeren Wandstärken und somit geringerem Mate
rialaufwand auszukommen.
Eine hohe Stabilität erhält die Spannschiene, wenn das Kasten
profil einen rechteckigen Querschnitt besitzt, wobei die Biege
steifigkeit durch die Bemessung der Breite der Längswände und
der Höhe der Seitenwände des Kastenprofils beeinflußbar ist.
Die Spannschiene besteht vorzugsweise aus einem leicht verar
beitbaren, faserverstärkten, thermoplastischen Kunststoff. Dies
kann ein Polyamid, insbesondere Polyamid 66, sein.
Zur Verbesserung des Entlanggleitens einer Kette auf der Spann
schiene und damit zur Verschleißminderung können die Verstär
kungsfasern eine Gleitbeschichtung aufweisen, die insbesondere
eine PTFE-Beschichtung sein kann.
Die Verstärkungsfasern sind vorzugsweise Aramidfasern oder Koh
lefasern. Ist die Spannschiene durch Spritzgießen gefertigt und
der Hohlraum des Kastenprofils durch ein weiter unten näher er
läutertes Gasinnendruckverfahren hohlgeformt, so ist die benö
tigte Spritzgußform besonders einfach aufgebaut und leicht ent
formbar, und es werden darüber hinaus auch keine den Arbeits
aufwand erhöhenden und die Form verkomplizierenden Kerne zum
Herstellen des Hohlraums benötigt. Das Gasinnendruckverfahren
zur Erzeugung des Hohlraums führt erlaubt es weiterhin, daß
insbesondere an der den Boden des Gleitteils bildenden Längs
wand Materialanhäufungen und somit schrumpfungsbedingte, ober
flächige Materialeinfallungen an diesen Stellen zu vermeiden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dar
gestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Spannschiene im Längsschnitt,
Fig. 2 die Spannschiene nach Fig. 1 in der Draufsicht,
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der in Fig. 1
dargestellten Spannschiene.
Die in den Figuren dargestellte Spannschiene ist als einstücki
ges Bauteil ausgebildet, das aus einem einen Trägerteil 1 bil
denden Kastenprofil und einem Gleitteil 2 besteht. Das Kasten
profil des Trägerteils 1 besitzt einen rechteckigen Quer
schnitt.
Die Seitenwände 3 weisen eine größere Höhe auf als die Breite
der Längswände 4, so daß an den oberen Enden der Seitenwände
überstehende Abschnitte als Führungswände 5 gebildet sind, mit
denen diese die obere Längswand 4 des Kastenprofils überragen
und als freie Enden über der oberen Längswand 4 zwischen sich
den Gleitteil 2 bilden. Dabei dient die Längswand 4 zwischen
den Führungswänden 5 als Boden des Gleitteils 2, auf dem die
nicht dargestellte, von der Spannschiene zu spannende Kette
gleiten kann.
Die Spannschiene ist aus einem mit PTFE-beschichteten Fasern
verstärkten Thermoplast, z. B. Polyamid durch Spritzgießen
gefertigt, wobei der Hohlraum 6 des Kastenprofils durch ein
bekanntes Gasinnendruckverfahren hohlgeformt ist. Bei diesem
Verfahren wird während des Einspritzens des noch fließfähigen
Kunststoffes in die Spritzgußform, d. h. noch bevor die Spritz
gußform vollständig gefüllt ist, über Injektionsnadeln hochge
spanntes Gas, zumeist Luft oder Stickstoff, in den Kunststoff
eingeimpft. Das injizierte Gas bildet innerhalb des Kunst
stoffes eine zusammenhängende Gasblase, die vollständig von
Kunststoff umschlossen ist. Die unter hohem Druck stehende
Gasfüllung drückt den umgebenden Kunststoff formtreu an die
Gravur des Spritzgußwerkzeuges an, füllt so die Spritzgußform
vollständig aus und bildet im Werkstückinnern einen Hohlraum
aus, wobei der die Gasfüllung umgebende Werkstoff eine annähernd
gleich starke Wand ausbildet.
Auf diese Weise kann in einer einzigen Spritzgußform eine so
wohl leichte, als auch biege- und torsionssteife Spannschiene
mit guten Gleiteigenschaften für die Kette hergestellt werden.
Für die guten Gleiteigenschaften sorgt dabei die PTFE-Beschich
tung der Verstärkungsfasern, die Aramidfasern oder Kohlefasern
sein können.
Claims (10)
1. Spannschiene aus Kunststoff für einen Kettentrieb, die aus
einem in einer Trägerstruktur ausgebildeten, langgestreck
ten Trägerteil und einem sich entlang des Trägerteils er
streckenden Gleitteil besteht, wobei das Gleitteil einen
etwa U-förmigen Querschnitt besitzt und aus einem Kunst
stoff guter Gleiteigenschaft besteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Trägerteil und das Gleitteil als einstückiges, aus
dem gleichen Kunststoff bestehendes Bauteil ausgebildet
sind, dessen Trägerteil (1) den Querschnitt eines hohlen,
geschlossenen Kastenprofils aufweist, das eine obere Längs
wand (4) und eine untere Längswand (4') besitzt, wobei das
Gleitteil (2) aus der den Boden des Gleitteils (2) bilden
den oberen Längswand (4) und zwei über das Kastenprofil ne
ben der oberen Längswand (4) frei herausragenden Führungs
wänden (5) besteht.
2. Spannschiene nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kastenprofil einen rechteckigen Querschnitt besitzt.
3. Spannschiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Längswände (4, 4') des Kastenprofils eine geringere Breite
besitzen als die Seitenwände (3) des Kastenprofils.
4. Spannschiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannschiene aus einem faserverstärkten, thermoplastischen
Kunststoff besteht.
5. Spannschiene nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, die Spann
schiene aus Polyamid besteht.
6. Spannschiene nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, die Spann
schiene aus Polyamid 66 besteht.
7. Spannschiene nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, die Ver
stärkungsfasern eine Gleitbeschichtung aufweisen.
8. Spannschiene nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, die Ver
stärkungsfasern PTFE-beschichtet sind.
9. Spannschiene nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, die Ver
stärkungsfasern Aramidfasern sind.
10. Spannschiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, die Spann
schiene durch Spritzgießen gefertigt und der Hohlraum (6)
des Kastenprofils durch ein Gasinnendruckverfahren hohlge
formt ist.
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Publications (1)
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