DE19720120C2 - Rührorgan - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Rührorgan, das verdrehfest mit einer antreibbaren Rührerwelle
verbindbar ist, mit mindestens zwei Flügeln, wobei jeder Flügel aus einem Hauptblatt und
einem seitlich daran angeordneten Seitenblatt besteht, wobei die Grundlinie G jedes Haupt
blattes der Rührerwelle zugewandt ist und unter einem Anstellwinkel α zu einer Rotations
ebene E um die Rührerwelle ausgerichtet ist, wobei jedes Seitenblatt an einem in Drehrich
tung nachlaufenden Schenkel des Hauptblattes an dessen Kopfende anschließt und wobei das
Seitenblatt unter einem größeren Anstellwinkel (α + β) als der Anstellwinkel α des
Hauptblattes zu der Rotationsebene E ausgerichtet ist. Das Rührorgan ist dabei insbesondere
zum Rühren von niedrig- und mittelviskosen, ein- oder mehrphasigen Fluiden und
Suspensionen vorgesehen. Das Rührorgan eignet sich sowohl für einen einstufigen als auch
für einen mehrstufigen Einsatz.
Ein Rührorgan der eingangs beschriebenen Art ist beispielsweise aus der DE 94 18 136 U1
bekannt. Dieses Rührorgan weist ebenfalls zwei Flügel auf, die jeweils aus einem Hauptblatt
und einem Nebenblatt bestehen. Sowohl die Hauptblätter als auch die Nebenblätter weisen
die Form von spitzwinkligen Dreiecken auf, die mit ihren Spitzen in entgegengesetzte Rich
tungen weisen. Hieraus resultiert insbesondere in radial außenliegenden Randbereichen der
Blätter eine quasi einstufige Umlenkung nur durch das Nebenblatt. Dies ist aus energetischer
Sicht ungünstig, da die Flüssigkeit in diesem Bereich großen Scherkräften ausgesetzt ist,
woraus sich wiederum Verwirbelungen ergeben.
Zum Stand der Technik zählt des weiteren das in der DE 44 01 596 A1 offenbarte Rührorgan,
das mit Blättern ausgestattet ist, die jeweils aus einem Hauptblatt und einem Seitenblatt be
stehen. Je nach Ausführungsform ist das Hauptblatt entweder fünfeckförmig oder sechseck
förmig oder mit fünf abgerundeten Ecken versehen. Das Seitenblatt schließt sich bei allen
Ausführungsformen stets in radiale Richtung an das Hauptblatt an. Um eine Kurzschlußströ
mung zu vermeiden und eine Art Leitrohreffekt zu erzielen, befindet sich im Übergangsbe
reich zwischen dem Hauptblatt und dem Seitenblatt eine Biegelinie, um die das Seitenblatt
aus der Drehebene des Rührorgans heraus nach oben bzw. nach unten um einen konstanten
Winkel bzw. sukzessive um mehrere Einzelwinkel abgelenkt ist.
Ferner ist aus der AT 358 537 eine Vorrichtung zum Vermischen von Stoffen bekannt, bei
der jeder Flügel des Rührorgans innerhalb seiner Radialerstreckung zumindest zwei Ebenen -
mit entgegengesetzten Anstellwinkeln zur Achse der Rührerwelle aufweist. Die Anstellung
der Flügel in zumindest zwei entgegengesetzten Ebenen erzeugt dabei einen Strömungsver
lauf, der in der Nähe der Rührerwelle beispielsweise abwärts gerichtet ist und in radial weiter
außenliegenden Bereichen des Rührorgans axial nach oben gerichtet ist. Auch ohne die Um
lenkungswirkung beispielsweise einer Behälterwand zu nutzen, können mit diesem für spezi
elle Anwendungsfälle vorgesehenen Rührorgan je nach Entfernung von der Rührerwelle Axi
alströmungen mit entgegengesetzten Richtungen erzeugt werden.
Der Stand der Technik umfaßt des weiteren ein Rührorgan, wie es aus der US 5,297,938 be
kannt ist. Dieses Rührorgan besitzt ein Hauptblatt und ein Nebenblatt, die im Bereich einer
Biegelinie aneinander angrenzen. Die Biegelinie verläuft schräg zu einer Tangentialrichtung
von der Blattvorderkante zu der Blatthinterkante. Die Breite des Blatts nimmt - abgesehen
von einem Befestigungsbereich - radial nach außen betrachtet ab, weshalb die radial außen
liegenden Bereiche eine vergleichsweise geringe Fläche besitzen, weshalb der Axialschub in
diesen Bereichen, in denen die Umfangsgeschwindigkeit am größten ist, vergleichsweise
klein ist.
Ferner sind sogenannte Schrägblattrührer bekannt, die am Ende einer
Rührerwelle mit mehreren schräg angestellten, rechteckigen, geraden Blättern versehen sind.
Als Sonderformen werden auch gebogene Blätter verwendet. Die Rührwerkwirkung der
Schrägblattrührer beruht auf einer axial/radial gerichteten Strömung, die am gekrümmten
Boden eines Rührbehälters zunächst radial nach außen umgelenkt wird und sodann an den
Wandungen des zumeist zylindrischen Rührbehälters nach oben abgelenkt wird, um an der
Oberfläche des zu rührenden Fluids bzw. der Suspension im Bereich der Rührerwelle wieder
in eine axial nach unten gerichtete Strömung umgelenkt zu werden.
Während eine Umkehr der Strömungsrichtung bei Schrägblattrührern in der Regel einfach
durch Änderung der Schrägstellung der Blätter oder durch Umkehr der Drehrichtung der
Rührerwelle realisierbar ist, weist diese Art von Rührorganen den Nachteil auf, daß die
Rührwirkung mit einer erhöhten Scherung des Fluids bzw. der Suspension verbunden ist.
Des weiteren sind sogenannte Mehrstufen-Impuls-Gegenstrom-
Rührer bekannt. Bei diesen Rührern werden die Rührorgane von in der Regel zwei Flü
geln gebildet. Jeder dieser Flügel besteht aus einem trapezförmigen, sich von der Rührwelle
wegverjüngenden Hauptblatt, an das über einen Verbindungsbolzen ein ebenfalls trapezför
miges und sich von der Rührerwelle weg verjüngendes Zusatzblatt angeschlossen ist. Das
Hauptblatt und das Zusatzblatt sind jeweils zu einer Rotationsebene um die Rührerwelle ge
neigt angeordnet, wobei die Anstellwinkel von Haupt- und Zusatzblatt jedoch entgegenge
setzt gerichtet sind. Die Rührwirkung eines Mehrstufen-Impuls-Gegenstrom-Rührers beruht
auf einer axialen Strömung (mit einem geringen Radialanteil) in Wellennähe und einer ent
gegengesetzt gerichteten Axialströmung in einem Bereich des zu rührenden Fluids radial au
ßerhalb der Hauptblätter.
Die Mehrstufen-Impuls-Gegenstrom-Rührer sind in ihrem Aufbau jedoch kompliziert und
müssen an die spezielle Rühraufgabe ganz besonders sorgfältig angepaßt werden. Zudem ist
ihr hydraulischer Wirkungsgrad eher gering, weshalb der spezifische Leistungsbedarf hoch
ist.
Zum Stand der Technik gehört auch
ein sogenannter Zetarührer, bei dem es sich um ein Spezialrühror
gan für Einsätze in der Nahrungsmittelindustrie handelt. Der mehrstufig ausgebildete Zeta
rührer besitzt zwei gegenüberliegende Flügel pro Rührorgan. Die Flügel bestehen aus einem
rechteckförmigen, unter einem Anstellwinkel geneigt angeordneten Hauptblatt und einem
ebenfalls rechtwinkligen, am Ende jedes Hauptblattes angeordneten Seitenblatt. Das Seiten
blatt besitzt in bezug auf eine Rotationsebene um die Rührerachse denselben Anstellwinkel
wie das Hauptblatt und weist auch ungefähr dieselbe Länge wie das Hauptblatt auf.
Bei dem bekannten Zetarührer handelt es sich jedoch um eine vergleichsweise labile Kon
struktion, die sich nur für bestimmte Viskositätsbereiche eignet und nur mäßige Umfangsge
schwindigkeiten zuläßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Rührorgan vorzuschlagen, das im turbulenten
Strömungsbereich sowohl zum Suspendieren als auch zum Homogenisieren eingesetzt wer
den kann und sich zwecks Energieeinsparung durch einen hohen hydraulischen Wirkungs
grad auszeichnet. Des weiteren soll sich das Rührorgan ohne großen Fertigungsaufwand ko
stengünstig herstellen lassen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Hauptblatt und das Seitenblatt
trapezförmig sind und daß das Seitenblatt mit seiner Grundlinie G an das Hauptblatt an
schließt.
Das erfindungsgemäße Rührorgan zeichnet sich durch einen sehr hohen hydraulischen Wir
kungsgrad aus, der deutlich oberhalb des Wirkungsgrades der bekannten Schrägblattrührer,
Mehrstufen-Impuls-Gegenstrom-Rührer und Zetarührer liegt. Daraus resultiert für eine gege
bene Rühraufgabe ein sehr geringer Leistungsbedarf des Antriebsmotors, d. h. auch ein sehr
geringer Energieverbrauch.
Mit dem Rührorgan gemäß der Erfindung lassen sich insbesondere hervorragende Ergebnisse
beim Suspendieren, worunter das Mischen von Feststoffen und Flüssigkeiten verstanden
wird, erzielen. Bei der Beurteilung von Suspendierrührwerken spielt der gewünschte und für
den verfahrenstechnischen Prozeß erforderliche Suspendierzustand eine wesentliche Rolle.
Dabei stellt der Suspendierzustand einer sogenannten "homogenen Suspension" ein geeigne
tes Suspendierkriterium zur Bestimmung der Qualität des Rührwerkes bzw. des Rührorgans
dar. Eine homogene Suspension liegt vor, wenn die lokale Partikelkonzentration der Feststof
fe über das gesamte Suspensionsvolumen konstant, d. h. unabhängig vom jeweiligen Meß
punkt ist. In der
Regel wird hierbei das sogenannte "Schichthöhenkriterium" herangezogen. Grundlage für das
Schichthöhenkriterium bildet das visuell beobachtete Bild der gerührten Suspension. Die mei
sten Literaturstellen definieren das Schichthöhenkriterium als sogenanntes "90%-Schicht
höhenkriterium". Hierbei sollen die Feststoffe bis zu einer Schichthöhe von 90% der Flüssig
keitshöhe suspensiert werden.
Anhand von Versuchsmessungen mit dem erfindungsgemäßen Rührorgan konnte nachgewie
sen werden, daß das 90%-Schichthöhenkriterium bereits bei einer Drehzahl von 420 l/min
erreicht werden konnte, was einen vergleichsweise sehr guten Wert darstellt. Im Vergleich mit
einem parallel hierzu untersuchten Schrägblattrührer liegt die erforderliche Drehzahl des erfin
dungsgemäßen Rührorgans um ca. 5% niedriger. Hierbei ist zu beachten, daß die Drehzahl
über die dritte Potenz in die Leistungsberechnung eines Rührorgans einfließt. Auch eine fünf
prozentige Drehzahlreduzierung führt somit - bei unveränderter Drehmomenteinleitung - zu
einer ca. 15%igen Leistungsreduzierung, d. h. Energieeinsparung.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Rührorgans besteht darin, daß sich dieses auf
fertigungstechnisch einfachem Wege herstellen läßt, da einfache geometrische Grundkörper
miteinander kombiniert sind und jeder Flügel aus einem einzigen Werkstück hergestellt werden
kann. Hierdurch werden die Produktionskosten gering gehalten.
Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Rührorgans besteht darin, daß ein Übergangsbe
reich zwischen jedem Hauptblatt und dem zugeordneten Seitenblatt gekrümmt ist.
Hierdurch kann ein günstigerer Strömungsverlauf und eine Vergrößerung der Axialgeschwin
digkeit vom Fluid im Bereich des Seitenblatts erzielt werden.
Dieser Effekt Läßt sich noch steigern, wenn jedes Seitenblatt gewölbt ist, wobei seine Quer
schnittsmittellinie tangential in die Querschnittsmittellinie des Hauptblatts übergeht und an
einer Kopfseite des Hauptblattes eine Tangente besitzt, die zur der Rotationsebene um den
Anstellwinkel α + β geneigt ist.
Anstelle eines ebenen Seitenblattes liegt somit ein insgesamt in sich gekrümmtes Seitenblatt
vor, wodurch das Strömungsverhalten weiter optimiert werden kann.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß ein an die Rührerwelle oder
eine Rührernabe anschließender und in Drehrichtung des Rührorgans diesem folgenden Eck
bereich des Hauptblatts einen Anstellwinkel (α + γ) zur Rotationsebene aufweist.
Durch diese Maßnahme kann die Axialgeschwindigkeit im Bereich der Rührerwelle bzw.
Rührernabe erhöht werden, obwohl dort nur sehr geringe Umfangsgeschwindigkeiten vorlie
gen.
Eine fertigungstechnisch sehr vorteilhafte Möglichkeit zur Realisierung des stärker angestell
ten Eckbereichs besteht darin, daß dieser entlang einer ungefähr radial auf die Rührerwel
lenmittelachse zulaufenden Biegelinie abgewinkelt wird. Diese umformtechnische Herstel
lung des abgewinkelten Eckbereichs erlaubt weiterhin eine sehr einfache Herstellung der
Rührerflügel.
Vorteilhafterweise beträgt die Länge der Grundlinie des Eckbereichs, die einen ausgelängten
Teil des zugeordneten Schenkels des Trapezes des Hauptblatts bildet, ungefähr 15% bis 30%
der Länge des Schenkels selbst.
Weiter hat es sich in Versuchen als besonders günstig herausgestellt, daß beide Schenkel des
Trapezes jedes Hauptblatts mit der Grundlinie einen gleichgroßen Winkel δ einschließen, der
80° bis 88°, vorzugsweise 84°, beträgt.
Weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Rührorgans hinsicht
lich seiner speziellen Geometrie sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Rührorgans, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1: eine Vorderansicht des Rührorgans
Fig. 2: eine Draufsicht auf das Rührorgan
Fig. 3: eine Seitenansicht des Rührorgans und
Fig. 4: eine vertikale Draufsicht auf einen Flügel des Rührorgans vor Durchführung
der umformenden Herstellungsschritte.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß das Rührorgan 1 eines nicht näher dargestellten Rührwerkes
aus zwei Flügeln 2 und einer zentralen Nabe 3 besteht. Die Flügel 2 sind über nicht näher dar
gestellte Schweißnähte mit der Nabe 3 verbunden. Die Nabe 3 ist ihrerseits über nicht näher
dargestellte Verbindungsmittel mit einer Rührerwelle 4 verdrehfest verbunden. Auf diese Wei
se läßt sich ein von einem Antriebsmotor in die Rührerwelle 4 eingeleitetes Drehmoment über
die Nabe 3 in die Flügel 2 des Rührorgans 1 einleiten.
Es ist ebenso möglich, den Rührer als Gußteil herzustellen, bei dem der Flügel 2 und die Nabe
3 direkt zusammengefügt sind.
In einer weiteren Alternativ-Ausführung können die Flügel 2 direkt an die Rührerwelle 4 ge
schweißt werden, was zur Einsparung der Nabe 3 führt.
Jeder der Flügel 2 besteht aus einem Hauptblatt 5 und einem seitlich daran angeordneten Sei
tenblatt 6. Jedes Hauptblatt besitzt im wesentlichen die Form eines schlanken Trapezes, dessen
gedachte Grundlinie der Rührerwelle 4 zugewandt ist und in den Fig. 1 bis 3 der Deutlich
keit halber nicht eingezeichnet ist. Die gedachte Grundlinie G des Trapezes ist jedoch in Fig.
4 gestrichelt eingetragen.
Wie insbesondere aus Fig. 3 zu entnehmen ist, ist jedes Hauptblatt 5 unter einem Anstellwin
kel α zu einer Rotationsebene E um die Rührerwelle 4 ausgerichtet.
Wie aus den Fig. 2 und 4 erkennbar ist, weist jedes Seitenblatt 6 ebenfalls die Form eines
Trapezes auf, wobei die Grundlinie G' dieses Trapezes an einen Schenkel 7 des Trapezes des
Hauptblatts 5 anschließt. Dieser Schenkel 7 liegt in Drehrichtung des Rührorgans 1, wie durch
den Pfeil 8 verdeutlicht ist, hinten. In bezug auf die Kopflinie K des Trapezes des Hauptblatts
5 schließt jedes Seitenblatt am zugeordneten Ende des Schenkels 7 des Hauptblatts 5 an dieses
an. Dabei fluchtet die Kopflinie K des Trapezes des Hauptblatts 5 mit dem zugeordneten
Schenkel 9 des Trapezes des Seitenblatts 6, so daß sich eine geradlinige und von Knickstellen
freie Stirnfläche jedes Flügels ergibt.
Wie wiederum der Fig. 3 entnehmbar ist, ist jedes Seitenblatt 6 gewölbt ausgeführt. Dabei
geht seine Querschnittsmittellinie 10 tangential in die Querschnittsmittellinie 11 des Haupt
blatts 5 über. An einer Stirnseite 12 des Seitenblatts 6 besitzt die Querschnittsmittellinie 10
eine Tangente 13, die zu der Rotationsebene E um den Anstellwinkel α + β geneigt ist. Diese
sich stetig vergrößernde Neigung des Seitenblatts 6 bewirkt eine Vergrößerung der Axialströ
mung in diesem Flügelbereich. Während der Anstellwinkel α im dargestellten Ausführungsbei
spiel 19° beträgt, beträgt der Anstellwinkel α + β 42°.
Die Fig. 1 und 3 zeigen, daß ein an die Rührerwelle 4 bzw. die Rührernabe 3 anschließen
der und in Drehrichtung des Rührorgans 1 hinten liegender Eckbereich 14 des Hauptblatts 5
einen Anstellwinkel (α + χ) zur Rotationsebene E aufweist. In fertigungstechnischer Hinsicht
läßt sich dieser Eckbereich 14 besonders günstig realisieren, indem der betreffende Teil des
Hauptblatts 5 entlang einer gedachten Biegelinie B (Fig. 1 und 4) abgewinkelt wird. Wie
des weiteren aus Fig. 4 hervorgeht, beträgt die Länge einer Grundlinie G" des Eckbereichs
14, die einen ausgelängten Teil des zugeordneten Schenkels 7 des Trapezes des Hauptblatts 5
bildet (s. Fig. 1), knapp 30% der Länge des Schenkels 7 des Trapezes des Hauptblatts 5.
Fig. 4 zeigt weiter, daß beide Schenkel 7 und 15 des Trapezes des Hauptblatts 5 mit der
Grundlinie G denselben Winkel δ einschließen. Im vorliegenden Fall beträgt der Winkel δ 84°.
Die Länge der Grundlinie G des Trapezes des Hauptblatts 5 beträgt 12% des Rührerdurch
messers D (Fig. 1).
Fig. 4 zeigt ferner, daß die Länge der Kopflinie K' des Trapezes des Seitenblatts 6 12% des
Rührerdurchmessers D beträgt. Des weiteren machen die Länge der Kopflinie K des Trapezes
des Hauptblatts 5 und die Länge des Schenkels 9 des Trapezes des Seitenblatts 6 zusammen
14% des Rührerdurchmessers D aus. Schließlich läßt sich der Fig. 4 noch entnehmen, daß
der Winkel ε zwischen dem in Drehrichtung vorne liegenden Schenkel 15 des Trapezes des
Hauptblatts 5 und der zugeordneten Kopflinie K 90° beträgt.
Claims (15)
1. Rührorgan (1), das drehfest mit einer antreibbaren Rührerwelle (4) verbindbar ist, mit
mindestens zwei Flügeln (2), wobei jeder Flügel (2) aus einem Hauptblatt (5) und ei
nem seitlich daran angeordneten Seitenblatt (6) besteht, wobei die Grundlinie (G) jedes
Hauptblattes (5) der Rührerwelle (4) zugewandt ist und unter einem Anstellwinkel (α)
zu einer Rotationsebene (E) um die Rührerwelle (4) ausgerichtet ist, wobei jedes Sei
tenblatt (6) an einem in Drehrichtung nachlaufenden Schenkel (7) des Hauptblattes (5)
an dessen Kopfende anschließt und wobei das Seitenblatt (6) unter einem größeren An
stellwinkel (α + β) als der Anstellwinkel (α) des Hauptblattes (5) zu der Rotationsebene
(E) ausgerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Hauptblatt (5) und das Seitenblatt
(6) trapezförmig sind und daß das Seitenblatt (6) mit seiner Grundlinie (G) an das
Hauptblatt (5) anschließt.
2. Rührorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Übergangsbereich zwi
schen jedem Hauptblatt (5) und dem zugeordneten Seitenblatt (6) gekrümmt ist.
3. Rührorgan nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Seitenblatt (6) ge
krümmt ist, wobei seine Querschnittsmittellinie (10) tangential in die Querschnittsmit
tellinie (11) des Hauptblatts (5) übergeht und an einer Stirnseite (12) des Seitenblatts
(6) eine Tangente (13) besitzt, die zur der Rotationsebene (E) um den Anstellwinkel
(α + β) geneigt ist.
4. Rührorgan nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius (R)
des Seitenblatts (6) 20% bis 32%, vorzugsweise 25%, des Durchmessers (D) des Rühr
organs (1) beträgt.
5. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein an die
Rührerwelle (4) oder eine Rührernabe (3) anschließender und in Drehrichtung des
Rührorgans (1) diesem folgenden Eckbereich (14) des Hauptblatts (5) einen Anstell
winkel (α + γ) zur Rotationsebene (E) aufweist.
6. Rührorgan nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge einer Grundlinie
(G") des Eckbereichs (14), die einen abgelängten Teil des zugeordneten Schenkels (7)
des Trapezes des Hauptblatts (5) bildet, ungefähr 15% bis 30% der gesamten Länge des
Schenkels (7) beträgt.
7. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß beide
Schenkel (7, 15) des Trapezes jedes Hauptblatts (5) mit der Grundlinie (G) einen
gleichgroßen Winkel (δ) einschließen, der 80° bis 88°, vorzugsweise 84°, beträgt.
8. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der An
stellwinkel (α) 15° bis 25°, vorzugsweise 19°, beträgt.
9. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der An
stellwinkel (α + β) 35° bis 45°, vorzugsweise 42°, beträgt.
10. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der An
stellwinkel (α + γ) 25° bis 35°, vorzugsweise 26° beträgt.
11. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
der Grundlinie (G) des Trapezes des Hauptblatts (5) 8% bis 17%, vorzugsweise 12%,
des Rührerdurchmessers (D) beträgt.
12. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
der Kopflinie (K') des Trapezes des Seitenblatts (6) 8% bis 15%, vorzugsweise 12%,
des Rührerdurchmessers (D) beträgt.
13. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopf
linie (K) des Trapezes des Hauptblatts (5) mit dem zugeordneten Schenkel (9) des Tra
pezes des Seitenblatts (6) fluchtet.
14. Rührorgan nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Kopflinie
(K) und des Schenkels (9) zusammen 10% bis 18%, vorzugsweise 14%, des
Rührerdurchmessers (D) betragen.
15. Rührorgan nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Win
kel (ε) zwischen dem in Drehrichtung vorne liegenden Schenkel (15) des Trapezes des
Hauptblatts (5) und der zugeordneten Kopflinie (K) 60° bis 120°, vorzugsweise 90°,
beträgt.
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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