DE19720849A1 - Ventil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Ventil, mit einem in einem Ventilge
häuse angeordneten Verschlußkörper, der zwischen zwei Schalt
stellungen umschaltbar ist, in denen er jeweils an einer gehäu
sefesten Abstützpartie anliegt, wobei der Verschlußkörper an
einem länglichen Träger vorgesehen ist, der über eine mit
Längsabstand zum Verschlußkörper angeordnete Aufhängungspartie
an einer gehäuseseitigen Lagerstelle gelagert ist und zum Um
schalten des Verschlußkörpers quer zu seiner Längsrichtung aus
lenkbar ist, mit einer den Verschlußkörper beaufschlagenden und
in wenigstens eine seiner Schaltstellungen vorspannenden Feder
einrichtung und mit einer Betätigungseinrichtung zum Auslenken
des Trägers zum Zwecke des Umschaltens des Verschlußkörpers.
Ein Ventil dieser Art geht beispielsweise aus der DE 36 08 550
A1 hervor. Das dort beschriebene Ventil ist als Piezoventil
ausgebildet und verfügt über einen einseitig an einer Lager
stelle gehäuseseitig eingespannten Träger, der am freien Ende
den Verschlußkörper trägt. Eine seitlich angeordnete Federein
richtung spannt den Verschlußkörper in eine erste Schaltstel
lung vor, in der er an einer von einem Ventilsitz gebildeten
Abstützpartie anliegt. Als Betätigungseinrichtung ist eine Pie
zoeinrichtung vorgesehen, bei deren Aktivierung der Träger
durch Verbiegen in eine zweite Schaltstellung ausgelenkt wird,
in der er an einer ebenfalls von einem Ventilsitz gebildeten
zweiten Abstützpartie anliegt. Wird die Piezoeinrichtung deak
tiviert, verursacht die Federeinrichtung ein automatisches Zu
rückschalten des Verschlußkörpers in die Ausgangsstellung.
Das bekannte Ventil eignet sich bereits relativ gut für eine
Miniaturisierung. Von Nachteil ist allerdings, daß zum Umschal
ten des Ventils und insbesondere zum Halten des Verschlußkör
pers in der entgegen der Federkraft ausgelenkten Schaltstellung
ein beträchtlicher Aufwand an elektrischer Energie erforderlich
ist.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein zur
Miniaturisierung geeignetes Ventil zu schaffen, bei dem zur Be
tätigung und zur Aufrechterhaltung der gewünschten Schaltstel
lung wenig Energie benötigt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, daß der Träger über
zwei Aufhängungspartien verfügt, die sich bezogen auf die
Längsrichtung des Trägers mit Abstand zu beiden Seiten des Ver
schlußkörpers befinden und über die der Träger an zwei sich
quer zur Umschaltrichtung des Verschlußkörpers mit Abstand ge
genüberliegenden gehäuseseitigen Lagerstellen aufgehängt ist,
daß zumindest ein Längenabschnitt des Trägers von der Federein
richtung gebildet ist, und daß der Abstand zwischen den gehäu
seseitigen Lagerstellen so gewählt ist, daß der Träger in den
beiden Schaltstellungen des Verschlußkörpers eine bezüglich der
Verbindungslinie zwischen den Lagerstellen in Umschaltrichtung
zur zugeordneten Abstützpartie hin ausgewölbte oder ausgeknick
te Gestalt einnimmt, die jeweils durch die Federeinrichtung
stabilisiert ist.
Auf diese Weise liegt ein Ventil vor, das insbesondere für
kleine Baugrößen prädestiniert ist, weil seine Energieaufnahme
gering ist. Das Ventil verfügt über einen bistabilen Umschalt
mechanismus, wobei eine einzige Federeinrichtung ausreicht, um
die beiden Schaltstellungen zu stabilisieren. Der Träger ist
ganz oder teilweise als Federeinrichtung ausgebildet, wobei
durch einen entsprechend geringen Abstand zwischen den gehäuse
seitigen Lagerstellen in beiden möglichen Schaltstellungen eine
federelastische Vorspannung erzielt wird. In der jeweiligen
Schaltstellung verfügt der Träger über eine bezogen auf die ge
dachte Verbindungslinie zwischen den Lagerstellen seitlich aus
gewölbte oder ausgeknickte Gestalt, wobei der Verschlußkörper
gegen die Abstützpartie gedrückt wird. Bei der Umschaltbewegung
durchläuft der Träger durch Verformung eine Art Totpunkt, so
daß bei entsprechender Ausgestaltung eine Art Schnappvorgang
stattfinden kann. Bei alledem ist die zum Umschalten des Ver
schlußkörpers auf zuwendende Energie verhältnismäßig gering.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteran
sprüchen aufgeführt.
Grundsätzlich bestehen die alternativen Möglichkeiten, den Trä
ger entweder in seiner Gesamtheit oder nur zum Teil als Feder
einrichtung auszugestalten.
Ist nur ein Teil des Trägers von der Federeinrichtung gebildet,
wird als Federeinrichtung zweckmäßigerweise eine Druckfederein
richtung vorgesehen, die derart in den Längsverlauf des Trägers
eingeschaltet ist, daß ihre Hauptfederungsrichtung in Längs
richtung des Trägers verläuft. Hier ist besonders vorteilhaft,
wenn sich die Federeinrichtung in dem auf der einen Seite des
Verschlußkörpers befindlichen Längenabschnitt des Trägers be
findet und insbesondere diesen einen Längenabschnitt insgesamt
bildet, wobei der auf der entgegengesetzten Seite des Ver
schlußkörpers befindliche Längenabschnitt ein insbesondere
starrer Trägerabschnitt sein kann, der an der Lagerstelle
schwenkbeweglich aufgehängt ist. Um den Verschlußkörper umzu
schalten, kann hier durch die Betätigungseinrichtung ein kurzer
impulsartiger seitlicher Stoß auf den Träger oder den Ver
schlußkörper ausgeübt werden, der dafür sorgt, daß der Träger
über den Totpunkt hinweg in die andere Schaltstellung verlagert
wird. Der Stoß bewirkt eine Beschleunigung des Trägers, der da
nach aufgrund seiner Massenträgheit die Federkraft und den
eventuell anstehenden Mediendruck überwinden kann. Sobald der
Totpunkt überschritten ist, wirkt die Federeinrichtung selbst
als Beaufschlagungsmittel, um den Ventilkörper vollends in die
andere Schaltstellung zu verbringen.
Die Betätigungseinrichtung kann hierbei über eine Stößelanord
nung verfügen, wobei insbesondere zwei Aktoren mit jeweils ei
nem Betätigungsstößel vorhanden sind, die in der einen oder an
deren Richtung auf den Ventilkörper einwirken können. Der Stö
ßelhub kann hierbei wesentlich geringer sein als der Schaltweg
des Verschlußkörpers, wenn die Betätigungsgeschwindigkeit der
Stößel entsprechend groß ist. Dies kann beispielsweise unter
Verwendung von Magnetspulen mit Übererregung oder von Piezo
translatoren erreicht werden. Wesentlich ist die pro Schaltvor
gang zugeführte Energie, die sich insbesondere aus der Masse
und den geometrischen Daten des Trägers und des Verschlußkör
pers, aus der Vorspannkraft der Federeinrichtung sowie deren
Federkennlinie und dem Mediendruck errechnen läßt. Diese Ener
gie ist hier verhältnismäßig gering.
Bei einem in seiner Gesamtheit als Federeinrichtung ausgebilde
ten Träger ist es zweckmäßig, den Träger als blattfederähnli
che, quer zur Längsrichtung biegeelastische Biegefederanordnung
auszubilden. Hier kann vorgesehen sein, daß die Biegefederan
ordnung in Neutralstellung eine lineare Erstreckung hat und
praktisch entlang der gedachten Verbindungslinie zwischen den
Lagerstellen verläuft. Durch Verringerung des Abstandes zwi
schen den Lagerstellen mittels einer geeigneten Betätigungsein
richtung kann die Biegefederanordnung in eine erste Schaltstel
lung seitlich ausgewölbt werden. Zum Umschalten ist dann nur
kurzzeitig die an der beweglichen Lagerstelle auf den Träger
einwirkende Haltekraft aufzuheben, so daß der Träger ein
schließlich des Verschlußkörpers in Richtung der Neutralstel
lung zurückgebogen wird, wobei er über diese einen Totpunkt
markierenden Neutralstellung hinausschwingt. Indem unmittelbar
anschließend erneut die erwähnte Haltekraft aufgebracht wird,
läßt sich der Verschlußkörper vollends in die andere Schalt
stellung verlagern und dort halten.
Hierbei wird praktisch die axiale Vorspannung eines elastisch
ausgeknickten Trägers für die Zeitspanne aufgehoben, die der
Träger benötigt, aufgrund seiner Rückfederung die Neutralstel
lung zu Erreichen. Die Überwindung der Neutralstellung kann
wiederum unter Mitwirkung der kinetischen Energie des Trägers
und des Verschlußkörpers erreicht werden. Hierbei genügt es,
wenn die Betätigungseinrichtung über lediglich einen Aktor in
Gestalt einer geeigneten Stellvorrichtung verfügt, der entweder
entsprechend angesteuert wird oder aufgrund seiner Eigenfre
quenz passend abgestimmt ist.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeich
nung näher erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine erste Bauform des erfindungsgemäßen Ventils
mit einem nur teilweise von einer Federeinrich
tung gebildeten Träger in einer schematischen
Längsschnittdarstellung,
Fig. 2 eine weitere Bauform des erfindungsgemäßen Ven
tils mit einem vollständig als Federeinrichtung
ausgebildeten Träger, wiederum in einer schema
tischen, allerdings nur einen Ausschnitt des
Ventils zeigenden Längsschnittdarstellung.
Beide abgebildeten Ventile verfügen über ein Ventilgehäuse 1
mit einer im Innern befindlichen Ventilkammer 2. Die Ventile
sind als 3/2-Wegeventile ausgebildet und verfügen über drei
Fluidkanäle 3, 4, 5, die einerseits an der Außenfläche des Ven
tilgehäuses 1 und andererseits in die Ventilkammer 2 ausmünden.
Der eine Fluidkanal 3 ist ein Speisekanal. Er ist normalerweise
an eine insbesondere pneumatische Druckmittelquelle angeschlos
sen. Die der Ventilkammer 2 zugeordnete Mündung 6 dieses Spei
sekanals ist von einem ersten Ventilsitz 7 umgeben, der bei
spielsweise von einem kragenartigen ringförmigen Gehäusevor
sprung gebildet sein kann.
Ein weiterer Fluidkanal 4 ist ein Entlüftungskanal. An ihn läßt
sich beispielsweise ein Schalldämpfer anschließen. Eine der
Ventilkammer 2 zugeordnete Mündung 8 liegt der Mündung 6 des
Fluidkanals 3 mit Abstand gegenüber. Auch sie ist von einem
ringförmigen Ventilsitz 9 umgeben. Die beiden Ventilsitze 7, 9
befinden sich an gegenüberliegenden Wänden der Ventilkammer 2.
Der dritte Fluidkanal 5 ist ein Arbeitskanal. An ihn kann ein
mit dem fluidischen Druckmedium zu versorgender Verbraucher an
geschlossen werden. Seine der Ventilkammer 2 zugeordnete Mün
dung 12 liegt abseits der anderen Mündungen 6, 8.
In der Ventilkammer 2 ist ein beweglicher Verschlußkörper 13
angeordnet. Er hat beispielsgemäß eine plättchenartige oder
pillenähnliche Gestalt. In beiden Figuren ist der Verschlußkör
per 13 in durchgezogenen Linien in einer ersten Schaltstellung
14 gezeigt, in der er am Ventilsitz 9 des Fluidkanals 4 anliegt
und die zugeordnete Mündung 8 fluiddicht verschließt. Der Ven
tilsitz 9 bildet eine Abstützpartie für den Verschlußkörper 13.
Mit Hilfe einer Betätigungseinrichtung 16, 16′ läßt sich der
Verschlußkörper 13 durch Verlagerung aus der ersten Schaltstel
lung 14 in eine in den Figuren strichpunktiert angedeutete
zweite Schaltstellung 15 umschalten. In der zweiten Schaltstel
lung 15 liegt er an dem ebenfalls eine Abstützpartie 7′ bilden
den anderen Ventilsitz 7 an und verschließt die diesem zugeord
nete und bis dahin offene Mündung 6 des Fluidkanals 3 fluid
dicht. Gleichzeitig ist der Verschlußkörper 13 hierbei von dem
anderen Ventilsitz 9 abgehoben, so daß die Mündung 8 des Fluid
kanals 4 freigegeben ist.
Die Umschaltrichtung des Verschlußkörpers 13 beim Übergang zwi
schen den beiden Schaltstellungen 14, 15 ist durch Doppelpfeil
17 angedeutet. Bei der gezeigten Ventilbauform liegt in der er
sten Schaltstellung über die Ventilkammer 2 eine Fluidverbin
dung zwischen dem Speisekanal 3 und dem Arbeitskanal 5 vor.
Gleichzeitig ist der Entlüftungskanal 4 abgesperrt. In der
zweiten Schaltstellung ist der Speisekanal 3 abgesperrt, wäh
rend gleichzeitig der Arbeitskanal 5 über die Ventilkammer 2
mit dem Entlüftungskanal 4 kommuniziert, so daß der Verbraucher
entlüftet wird.
Der Verschlußkörper 13 ist an einem länglichen Träger 18 vorge
sehen, der sich ebenfalls in der Ventilkammer 2 befindet. Die
ser Träger 18 besitzt an seinen beiden einander entgegengesetz
ten schmalseitigen Enden jeweils eine Aufhängungspartie 21, 22,
mit der er an einer gehäuseseitigen Lagerstelle 23, 24 aufge
hängt bzw. gelagert ist. Die Anordnung ist so getroffen, daß
eine gedachte, in den Figuren strichpunktiert angedeutete Ver
bindungslinie 25 zwischen den beiden Lagerstellen 23, 24 quer
und insbesondere zumindest im wesentlichen rechtwinklig zu der
Umschaltrichtung 17 verläuft. Beispielsgemäß sind die Lager
stellen 23, 24 sich gegenüberliegenden Wänden 26 der Ventilkam
mer 22 zugeordnet, die sich quer zu den einander ebenfalls ge
genüberliegenden und die Mündungen 6, 8 aufweisenden anderen
Wänden 29 erstrecken.
Der Verschlußkörper 13 ist mit in Längsrichtung 20 gemessenem
Längsabstand zu beiden Aufhängungspartien 21, 22 zwischen die
sen angeordnet. Dadurch befindet sich beidseits des Verschluß
körpers 13 jeweils ein Trägerabschnitt 27, 28, der die Verbin
dung zwischen dem Verschlußkörper 13 und der Aufhängungspartie
21, 22 bzw. der betreffenden Lagerstelle 23, 24 herstellt.
Der Verschlußkörper 13 kann, wie in Fig. 1 gezeigt, in den
Längsverlauf 20 des Trägers 18 eingesetzt sein, so daß er prak
tisch selbst einen Bestandteil des Trägers bildet. Möglich ist
aber beispielsweise auch die in Fig. 2 gezeigte Variante, bei
der der Träger 18 ein zwischen den beiden Aufhängungspartien
21, 22 durchgehender Strangkörper ist, der den Verschlußkörper
13 trägt. Hier ist es zweckmäßig, einen mehrteiligen Verschluß
körper 13 vorzusehen, der über zwei Verschlußkörperteile ver
fügt, die an den beiden einem jeweiligen Ventilsitz 7, 9 zuge
wandten Längsseiten des Trägers 18 sitzen.
Es ist von Vorteil, wenn der Verschlußkörper 13 zumindest in
etwa mittig zwischen den Aufhängungspartien 21, 22 angeordnet
ist.
Wie aus den Figuren gut hervorgeht, ist der in Richtung der
Verbindungslinie 25 gemessene Abstand zwischen den beiden La
gerstellen 23, 24 so gewählt, daß der Träger in beiden Schalt
stellungen 14, 15 des Verschlußkörpers 13 eine Gestalt ein
nimmt, bei der er seitlich in Umschaltrichtung 17 aus der Ver
bindungslinie 25 ausgewölbt oder ausgeknickt ist. Ob es sich
eher um eine Ausknickung oder um eine Auswölbung handelt, hängt
im wesentlichen von der Bauform des Trägers 18 ab. Im Falle der
Fig. 2 liegt eher eine bogenförmige Auswölbung vor, während im
Falle der Fig. 1 eher von einer Ausknickung zu sprechen ist.
Die jeweilige ausgewölbte oder ausgeknickte Gestalt ist durch
eine Federeinrichtung 32, 32′ stabilisiert. Diese Federeinrich
tung 32, 32′ übernimmt ihre Stabilisierungsaufgabe vorteilhaf
terweise in beiden Schaltstellungen 14, 15, wobei sie bewirkt,
daß der Verschlußkörper 13 gegen die jeweils zugeordnete und
beispielsgemäß von einem Ventilsitz 7, 9 gebildete Abstützpar
tie 7′, 9′ gedrückt wird. Es handelt sich nicht um eine zusätz
lich zum Träger 18 vorgesehene Federeinrichtung 32, 32′, son
dern es ist vielmehr zumindest ein Längenabschnitt des Trägers
18 selbst von der Federeinrichtung 32 gebildet. Eine geringe
Anzahl von Bauteilen ist die Folge.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform ist nur ein gewis
ser, sich in Längsrichtung 20 erstreckender Teil des Trägers 18
von der Federeinrichtung 32 gebildet. Bevorzugt handelt es sich
hierbei um den einen Trägerabschnitt 28, der sich zwischen dem
Verschlußkörper 13 und der einen Aufhängungspartie 22 er
streckt. Die Federeinrichtung 32 ist hier bevorzugt als Druck
federeinrichtung 33 ausgebildet, die nach Art einer Schrauben
federeinrichtung ausgeführt ist und die einenends am Verschluß
körper 13 und andernends an der Lagerstelle 24 angreift. Auf
diese Weise fällt ihre Hauptfederungseinrichtung 34 mit der
Längsrichtung des Trägers 18 zusammen.
Der entgegengesetzt angeordnete andere Trägerabschnitt 27 ist
beispielsgemäß in sich starr ausgebildet, wobei auch zwischen
dem Trägerabschnitt 27 und dem Verschlußkörper 13 vorzugsweise
eine starre Verbindung vorliegt. Mit seinem entgegengesetzten,
die Aufhängungspartie 21 bildenden Ende ist der Trägerabschnitt
27 jedoch schwenkbeweglich an der zugeordneten Lagerstelle 23
gelagert, so daß der Trägerabschnitt 27 in einer Ebene schwenk
bar ist, die von den beiden Mündungen 6, 8 und der Lagerstelle
23 aufgespannt wird.
Der Abstand zwischen den beiden Lagerstellen 23, 24 ist kon
stant und bleibt im Betrieb des Ventils unverändert.
In den beiden Schaltstellungen 14, 15 wirkt die Federeinrich
tung 32 mit einer Federkraft F auf den Verschlußkörper 13 ein,
wobei die Kraftrichtung unter einem spitzen Winkel zu der Ver
bindungslinie 25 verläuft. Somit ergibt sich eine resultierende
Schließkraft, die den Verschlußkörper 13 gegen den zugeordneten
Ventilsitz 7, 9 drückt.
Zum Umschalten zwischen den Schaltstellungen 14, 15 wird die
Betätigungseinrichtung 16 kurzzeitig betätigt. Diese umfaßt
beim Ausführungsbeispiel eine Stößelanordnung mit zwei Stößeln
35, 36, die unter Vermittlung jeweils eines Aktors 37 mit hoher
Geschwindigkeit in der gewünschten Umschaltrichtung auf den
Träger 18 oder vorzugsweise auf den Verschlußkörper 13 ein
wirken können.
Beispielsgemäß sind die Stößel 35, 36 derart angeordnet, daß
ihr Betätigungsende 42 der in der jeweiligen Schaltstellung dem
zugeordneten Ventilsitz 7, 9 zugewandten Schließfläche 38, 38′
des Verschlußkörpers 13 mit möglichst geringem Abstand gegen
überliegt. Hierzu kann sich ein jeweiliger Stößel 35, 36 wie
abgebildet durch das Gehäuse 1 und die zugeordnete Mündung 6, 8
erstrecken. Durch Betätigung des vorzugsweise außen am Ventil
gehäuse 1 angeordneten Aktors 37 wird der betreffende Stößel
35, 36 gegen den Verschlußkörper 13 verlagert - eine verlagerte
Stellung ist in Fig. 1 strichpunktiert bei 39 angedeutet -,
wobei der beaufschlagte Verschlußkörper 13 von der zugeordneten
Abstützpartie 7, 9 abgehoben und in Umschaltrichtung 17 zur an
deren Abstützpartie hin beschleunigt wird. Dabei wird die am
Verschlußkörper 13 und an der Lagerstelle 24 vorzugsweise ge
lenkig aufgehängte Druckfedereinrichtung 33 unter Reduzierung
ihrer Baulänge komprimiert, wobei sich die minimalen Längenab
messungen dann einstellen, wenn der derart ausgelenkte Träger
18 einen Totpunkt erreicht, bei dem er auf der Verbindungslinie
25 liegt. Hierbei handelt es sich allerdings um eine äußerst
labile Gleichgewichtslage. In der Praxis verhält es sich daher
so, daß der durch den Stößel 35, 36 beschleunigte Verschlußkör
per 13 aufgrund der erhaltenen kinetischen Energie bzw. des
Schwunges über den Totpunkt überschwenkt und dann sofort von
der entsprechend ausgelenkten Druckfedereinrichtung 33 in Rich
tung der gewünschten anderen Schaltstellung gedrückt wird. Es
ist daher nicht erforderlich, daß der Hub des betreffenden Stö
ßels 35, 36 dem gesamten Umschaltweg des Verschlußkörpers 13
entspricht, er kann sogar unter Umständen geringer sein als der
Weg bis zur Verbindungslinie 25. Voraussetzung ist lediglich,
daß der Verschlußkörper 13 ausreichend kinetische Energie er
hält. In diesem Zusammenhang wird der Verschlußkörper 13 vor
zugsweise derart ausgebildet, daß er als Trägheitskörper wirkt,
dessen träge Masse den Vorgang unterstützt. Alternativ könnte
auch ein separater Trägheitskörper an dem Träger 18 vorgesehen
werden.
Bei den Aktoren 37 kann es sich beispielsweise um Magnetspulen
handeln, die auf einen verschieblichen Anker einwirken, der mit
dem betreffenden Stößel 35, 36 verbunden ist oder diesen bil
det. Andere geeignete Aktoren wären aber ebenfalls verwendbar.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist der Träger 18
vollständig als Federeinrichtung 32′ ausgebildet. Bei ihr han
delt es sich beispielsgemäß um eine nach Art einer Blattfeder
ausgebildete Biegefedereinrichtung 43, die quer zur Längsrich
tung 20 biegeelastisch ist. Die gesamte Länge des Trägers 18
wird von dieser Biegefedereinrichtung 43 eingenommen.
Während die eine Lagerstelle 24 stationär am Ventilgehäuse 1
angeordnet ist, ist die andere sich ebenfalls am Ventilgehäuse
1 abstützende Lagereinrichtung 24 nach Bedarf relativ zum Ven
tilgehäuse 1 beweglich. Sie sitzt an einem beispielsgemäß stan
gen- oder stößelartigen Stellglied 44 eines Aktors 37′ der Be
tätigungseinrichtung 16′ und ist durch Verlagerung des Stell
gliedes 44 quer zur Umschaltrichtung 17 in Längsrichtung der
Verbindungslinie 25 verlagerbar. Dadurch kann der Abstand zwi
schen den Lagerstellen 23, 24 variiert werden.
In den beiden Schaltstellungen 14, 15 liegt zwischen den Lager
stellen 23, 24 ein minimaler Abstand vor. Da die Länge des Trä
gers 18 größer ist als dieser Abstand, nimmt der Träger die aus
Fig. 2 ersichtliche ausgewölbte Gestalt ein.
Um den Verschlußkörper 13 umzuschalten, wird die bewegliche La
gerstelle 24 durch Betätigung des Aktors 37′ im Sinne einer Ab
standsvergrößerung von der anderen Lagerstelle 24 wegbewegt.
Dabei wird die an der beweglichen Lagerstelle 24 angebrachte
Aufhängungspartie 22 mitgezogen, so daß sich die Krümmung des
Trägers 18 verringert, wobei der Verschlußkörper 13 von der Ab
stützpartie 9 abhebt. Bei 45 ist strichpunktiert eine entspre
chende Zwischenstellung des Trägers 18 angedeutet.
Die Aufhängungspartie 22 läßt sich soweit zurückziehen, bis der
Abstand zwischen den Lagerstellen 23, 24 der Länge des Trägers
18 im gestreckten linearen Zustand entspricht. Hier nimmt der
Träger 18 die bei 46′ strichpunktiert angedeutete Neutralstel
lung ein, in der er entlang der Verbindungslinie 25 verläuft.
Die hierbei von der beweglichen Lagerstelle 24 eingenommene Po
sition ist bei 47 angedeutet.
Der Träger 18 ist bevorzugt so ausgebildet, daß die Neutral
stellung 46 die von ihm im unbelasteten Zustand eingenommene
Stellung ist. Um die beiden Schaltstellungen 14, 15 zu errei
chen, muß daher über den Aktor 37′ eine zur gegenüberliegenden
Lagerstelle 23 gerichtete Stellkraft auf die zugeordnete Auf
hängungspartie 22 ausgeübt werden, damit sich der Abstand zwi
schen den Lagerstellen 23, 24 verringert und der Träger 18 in
die ausgewölbte Gestalt gezwungen wird. Damit ist jedoch der
Vorteil verbunden, daß zur Initiierung des Umschaltvorganges
keine Umschaltkraft benötigt wird. Es genügt die Stell- bzw.
Haltekraft des Aktors 37′ zu entfernen, so daß sich der Ver
schlußkörper 13 allein aufgrund der Eigenelastizität des Trä
gers 18 in Umschaltrichtung 17 bewegt. Hier ist wiederum von
Vorteil, daß aufgrund der vorhandenen kinetischen Energie der
Verschlußkörper 13 bei Erreichen der Neutralstellung 46 nicht
anhält, sondern über die lineare Gestalt des Trägers 18 bzw.
die Neutralstellung hinaus durchschwingt. Wird nun unmittelbar
der Aktor 37′ erneut im Sinne einer Abstandsverringerung zwi
schen den Lagerstellen 23, 24 verlagert, wird der Verschlußkör
per 13 in die andere Schaltstellung gezwungen.
Zum Umschalten wird also die axiale Vorspannung des elastisch
ausgewölbten Trägers für genau die Zeitspanne aufgehoben, die
dieser benötigt, um die Neutralstellung zu erreichen. Von Vor
teil ist hierbei, daß nur ein Aktor 37′ benötigt wird, bei
spielsweise wiederum eine Elektromagnet oder ein insbesondere
miniaturisierter Linearantrieb.
Es wäre auch denkbar, den Träger 18 zumindest teilweise als Fe
dereinrichtung auszubilden, die sich aus unterschiedlichen Fe
dertypen zusammensetzt. So könnte man sich vorstellen, bei der
Bauform gemäß Fig. 1 anstelle des starren Trägerabschnittes 27
eine Biegefederanordnung ähnlich der in Fig. 2 beschriebenen
Art vorzusehen.
Bei allen Ausführungsbeispielen liegt ein Ventil mit einem
bistabilen Schaltmechanismus vor, wobei je nach Ausgestaltung
sehr geringe Umschaltkräfte und/oder sehr geringe Haltekräfte
benötigt werden.
Claims (15)
1. Ventil, mit einem in einem Ventilgehäuse (1) angeordneten
Verschlußkörper (13), der zwischen zwei Schaltstellungen (14,
15) umschaltbar ist, in denen er jeweils an einer gehäusefesten
Abstützpartie (7′, 9′) anliegt, wobei der Verschlußkörper (13)
an einem länglichen Träger (18) vorgesehen ist, der über eine
mit Längsabstand zum Verschlußkörper (13) angeordnete Aufhän
gungspartie (21) an einer gehäuseseitigen Lagerstelle (23) ge
lagert ist und zum Umschalten des Verschlußkörpers (13) quer zu
seiner Längsrichtung (20) auslenkbar ist, mit einer den Ver
schlußkörper (13) beaufschlagenden und in wenigstens eine sei
ner Schaltstellungen (14, 15) vorspannenden Federeinrichtung
(32, 32′) und mit einer Betätigungseinrichtung (16, 16′) zum
Auslenken des Trägers (18) zum Zecke des Umschaltens des Ver
schlußkörpers (13), dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (18)
über zwei Aufhängungspartien (21, 22) verfügt, die sich bezogen
auf die Längsrichtung (20) des Trägers (18) mit Abstand zu bei
den Seiten des Verschlußkörpers (13) befinden und über die der
Träger (18) an zwei sich quer zur Umschaltrichtung (17) des
Verschlußkörpers (13) mit Abstand gegenüberliegenden gehäuse
seitigen Lagerstellen (23, 24) aufgehängt ist, daß zumindest
ein Längenabschnitt des Trägers (18) von der Federeinrichtung
(32, 32′) gebildet ist, und daß der Abstand zwischen den gehäu
seseitigen Lagerstellen (23, 24) so gewählt ist, daß der Träger
(18) in den beiden Schaltstellungen (14, 15) des Verschlußkör
pers (13) eine bezüglich der Verbindungslinie (25) zwischen den
Lagerstellen (23, 24) in Umschaltrichtung (17) zur zugeordneten
Abstützpartie (7′, 9′) hin ausgewölbte oder ausgeknickte Ge
stalt einnimmt, die jeweils durch die Federeinrichtung (32,
32′) stabilisiert ist.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur
ein Teil des Trägers (18) von der Federeinrichtung (32) gebil
det ist.
3. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Federeinrichtung (32) in dem auf der einen Seite des Ver
schlußkörpers (13) befindlichen Längenabschnitt des Trägers
(18) befindet.
4. Ventil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Federeinrichtung (32) eine Druckfedereinrichtung (33) ist,
die derart angeordnet ist, daß ihre Hauptfederungsrichtung (34)
in Längsrichtung (20) des Trägers (18) verläuft.
5. Ventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckfedereinrichtung (33) eine Schraubenfedereinrichtung ist.
6. Ventil nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der auf der der Federeinrichtung (32) entgegenge
setzten Seite des Verschlußkörpers (13) befindliche Längenab
schnitt des Trägers (18) ein an der zugeordneten Lagerstelle
(23) schwenkbeweglich angelenkter starrer Trägerabschnitt (27)
ist.
7. Ventil nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Abstand zwischen den Lagerstellen (23, 24)
unveränderlich ist.
8. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Träger (18) insgesamt von einer Federeinrichtung (32′) gebildet
ist.
9. Ventil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Träger (18) teilweise von einer Druckfedereinrichtung (33) ge
bildet ist, die derart angeordnet ist, daß ihre Hauptfederungs
richtung (34) in Längsrichtung (20) des Trägers (18) verläuft.
10. Ventil nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger zumindest teilweise von einer blattfederähnlichen,
quer zur Längsrichtung (20) des Trägers (18) biegeelastischen
Biegefedereinrichtung (43) gebildet ist.
11. Ventil nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Träger insgesamt von einer blattfederähnli
chen Biegefedereinrichtung (43) gebildet ist.
12. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß an dem Träger (18) ein insbesondere von dem Ver
schlußkörper (13) gebildeter, den Umschaltvorgang unterstützen
der Trägheitskörper angeordnet ist.
13. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (16) über eine Stößel
anordnung (35, 36) verfügt, die zum Umschalten insbesondere
impulsartig auf den Verschlußkörper (13) oder den Träger (18)
einwirken kann.
14. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (16′) einen gehäuse
seitig fixierten Aktor (37′) aufweist, der über ein die eine
Lagerstelle (24) aufweisendes Stellglied (44) verfügt, das quer
zur Umschaltrichtung (17) verlagerbar ist, um den Abstand zwi
schen den beiden Lagerstellen (23, 24) zu verändern.
15. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß wenigstens eine und vorzugsweise beide Abstütz
partien (7′, 9′) von einem einem Fluidkanal (3, 4) zugeordneten
Ventilsitz (7, 9) gebildet sind.
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: FESTO AG & CO, 73734 ESSLINGEN, DE |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |