DE19719828A1 - Prüfverfahren und Prüfvorrichtung für Projektionsvorrichtungen - Google Patents
Prüfverfahren und Prüfvorrichtung für ProjektionsvorrichtungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Prüfverfahren für eine Projektions
vorrichtung, bestehend aus einem Projektor und einer Bild
wand, insbesondere zur Gütebeurteilung von deren Bildwand.
Bildwände, insbesondere Rollbildwände, zeigen eine mehr
oder weniger stark ausgeprägte Faltenbildung, Fehlstellen,
Druckstellen und eine Wellenbildung. Ursachen dieser Phä
nomene liegen unter anderem in der Rolltechnik und im
Verzug durch das Eigengewicht des Bildwandmaterials sowie
im Wickelgleiten. Auf der Bildwand führen die Falten bei
Schräglicht zu Schattenwurf und damit zu einer ungleichmä
ßigen Leuchtdichteverteilung. Für den Betrachter ergibt
sich dadurch eine schlechtere Qualität der Projektion.
Weiterhin ist die Helligkeitsverteilung unterschiedlicher
Projektoren erheblich voneinander verschieden. Deshalb ist
es für die technische Entwicklung und die Produktion von
Projektionsvorrichtungen und deren Komponenten als auch
unter kommerziellen Gesichtspunkten sowie bei Garantiefäl
len eine ständige Forderung eine objektive Gütebeurteilung
zu bekommen, welche Forderung jedoch bisher unerfüllt
blieb und durch oft widersprüchliche subjektive Beurtei
lungen nur behelfsweise befriedigt wurde.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein objektivierbares Prüf
verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung zu
offenbaren.
Die Lösung besteht darin, daß mit dem Projektor die Bild
wand ausgeleuchtet wird und am Ort eines Normalbeobachters
die Lichtverteilung der Bildwand mit einer CCD-Kamera auf
genommen wird und in einem elektronischen Prozessor pro
grammgesteuert die so gewonnenen Grauwerte normiert und
bezüglich einer standardisierten Grauwertverteilung
und/oder bezüglich jeweils von Pixelgrauwerten eines be
nachbarten Pixelbereiches differentiell verknüpft und mit
vorgegebenen Schwellwerten größenmäßig verglichen werden,
wobei gemäß deren Überschreitung eine Fehlerpixelvertei
lungs-Darstellung erstellt und ggf. ausgegeben wird und
dann eine verteilungsmäßige Bewertung dieser Fehlerpixel
verteilung mit in einer Sichtbarkeitsanalyse ermittelten
Verteilungskriterien erfolgt, womit eine Klassifizierung
der Fehlerpixelverteilung erstellt wird, die als die Güte
beurteilung ausgegeben wird.
Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen ge
offenbart.
Die Vorrichtung ist in den Ansprüchen 10 bis 13 charakte
risiert.
Zur Gütebeurteilung wird die Helligkeits- bzw. Grauwert
verteilung auf der Bildwand, die eine CCD-Kamera in elek
trische Signale zeilenweise für spaltenweise angeordnete
Pixel aufnimmt, erfaßt und in einem Prozessor programmge
steuert ausgewertet. Da das durchschnittliche menschliche
Auge sehr geringe Helligkeitsunterschiede von weniger als
10% als merklich erfassen kann und die Erfassungsbereiche
mit einer Ausdehnung von weniger als einer Bogenminute
noch erkannt werden, wird eine mehrstufige Aufbereitung
der aufgenommenen Grauwerte vorgenommen.
Zum einen erfolgt eine Normierung der aufgenommenen Grau
werte bezüglich jeweils unterster und/oder oberster Grau
werte.
Dann erfolgt eine Differenzierung der normierten Grauwerte
zu einer als Referenz dienender Standard-Grauwertvertei
lung einer einwandfreien Bildwand, die mit dem gleichen
Projektor oder mit einem optimalen Projektor ermittelt
wurden, sofern der Projektor zur Beurteilung ansteht, so
daß nur noch die Abweichungen der Grauwerte zu der der
Standardbildwand weiter betrachtet werden.
Alternativ erfolgt eine Differenzierung der normierten
Grauwerte der einzelnen Pixel zu den Werten der benachbar
ten oder übernächst-benachbarten Pixel, wobei letzteres
Vorgehen als Sobeloperation bezeichnet wird und eine ge
wisse Mittelung zur Rauschunterdrückung erbringt.
Die so gewonnenen Differenzwerte werden dann bevorzugt ei
ner Mittelwertbildung unterworfen, wobei um jedes Pixel
zentriert 3 mal 3 bis 9 mal 9, vorzugsweise 5 mal 5 Pixel
werte gemittelt werden. Der Operator der hierzu benutzt
wird wird wird als Medianoperator bezeichnet.
Die Differenzwerte oder ggf. die Mittelwerte werden dann
mit vorgegebenen Grenzwerten verglichen, und deren Über
schreitungen werden, wenn gewünscht bildlich oder tabella
risch dargestellt, so daß eine Fehlerpixelverteilung
gezeigt wird.
Darüberhinaus wird eine statistische Clusteranalyse der
Fehlerpixel vorgenommen, und die Cluster werden mit Ver
teilungskriterien, die in einer Sichtbarkeitserhebung er
mittelt wurden, geprüft.
Die Bereiche, in denen die Prüfkriterien für die Cluster
erfüllt sind, werden dann jeweils zur Anzeige gebracht
oder bewertet ausgegeben. Somit können Störungen im Pro
jektionsfeld durch Beschichtungsmängel, Falten, Wellen
oder dergleichen in der Bildwand und auch Mängel des Pro
jektors in der Helligkeitsverteilung zur Darstellung ge
bracht werden und objektiv bewertet werden.
Die jeweils benutzten Schwellwerte wurden aufgrund einer
statistische Erhebung mit einem Probandenkollektiv er
stellt, dem Helligkeitsmuster an verschiedenen Stellen der
Bildwand mit unterschiedlichen Grauwertverteilungen und
unterschiedlichen Grauwertübergängen zur Beurteilung vor
gestellt wurden. Hieraus ergab sich zum einen die minimale
Graustufe, die noch erkennbar war und ist, als Schwell
wert-Eichmaß. Weiter wurden anhand der Helligkeitsver
teilungen der Muster statistische Verteilungen von Pixeln,
die diesen Schwellwert überschreitende Grauwerte aufwiesen,
auf Cluster untersucht, deren Noch-Erkennbarkeit von den
Probanden herausgefunden worden war. Diese Verteilungen
als auch die Schwellwerte lassen sich im einfachsten Fall
verallgemeinern, für hochwertige Beurteilungen jedoch auch
ortsabhängig festlegen, da das Auge bei schräger Betrach
tung ein geringeres Auflösungsvermögen hat, andererseits
Falten, Knicke und Wellen bei Schräglicht stärker hervor
treten. Die Erhebung läßt sich ebenso für unterschiedliche
Spektralbereiche durchführen, indem das Licht beim
Projizieren durch geeignete Filter geleitet wird oder von
monochromen Lichtquellen erzeugt wird.
Die gewonnenen Schwellwerte und Verteilungs-Sichtbarkeits
kriterien sind durch diese statistische Erhebung mittels
eines Probandenkollektivs eindeutig festgelegt, und es
bleibt lediglich eine Gütebewertungsskala bezüglich der
Clustergrößen und -intensität in der freien Wahl der
Fachleute.
Zur einfachen, objektiven Standardisierung der Schwellwer
te wird dieser in einem bestimmten Graumuster verkörpert,
das jederzeit mit der zu überprüfenden Projektonsvorrich
tung dargestellt und mit der CCD-Kamera wiederaufgenommen
werden kann. Eine musterbezogene differentielle Auswertung
der Grauwerte des wiederaufgenommenen Graumusters gibt
dann unmittelbar oder, mit einem für das Muster bekannten
Faktor normiert, den Schwellwert. Dieser ist unmittelbar
auf diejenige Grauwertverteilung, die bei einer vollen
Ausleuchtung ermittelt wird, nach entsprechender differen
tieller Aufbereitung der Grauwerte, wie beschrieben, anzu
wenden ist. Die absolute Helligkeit sowie die Projektorei
genschaften und die Reflexionsstörungen der Bildwand sind
dabei durch die musterbezogene Schwellwertbildung ohne
Auswirkung auf das Ergebnis. Es wird entlang der Muster
kanten jeweils die bekannte Graustufe des Musters dem ge
messenen Sprung der Grauwerte zugeordnet und proportional
dazu der Schwellwert gebildet, der an der durch die
allgemeine, vorbeschriebene Erhebung bekannten Grenze der
Beobachtbarkeit liegt.
Eine Ausgestaltung der Prüfvorrichtung ist in Fig. 1 dar
gestellt.
Fig. 1 zeigt eine Prüfvorrichtung mit einem Projektor P,
der eine Bildwand B ausleuchtet, die von einer CCD-Kamera
K aufgenommen wird, die am Platz eines Normalbeobachters
aufgestellt ist. Die Bildsignale der Kamera K sind einem
Prozessor PC zugeleitet, der ein Programm zur Durchführung
der Verfahrensschritte nach der Erfindung enthält. Die
Grauwertverteilung sowie die Werteverteilungen nach den
einzelnen Verfahrenschritten, der Differenzierung, der
Mittelwertbildung, der Schwellwertapplikation und der Clu
steranalyse sind auf dem Ausgabemedium D, einem Drucker
und/oder Display darzustellen.
Für die Erhebung der statistischen Relevanz und die Er
mittlung der Schwellwerte ist eine Grauwertmustervorlage V
in den Projektor P eingesetzt. Falls Farbfehler beurteilt
werden sollen, wird auch ein Filter F in den Strahlengang
eingesetzt.
Verfahrenspezifisch an der Vorrichtung sind also die An
ordnung vom Projektor P und der Kamera K vor der Bildwand
B, das Programm und die Prüfmaßstäbe in Form gespeicherter
Schwellwerte und statistischer Clusterbewertungsdaten
und/oder einer Grauwert-Mustervorlage V.
Claims (13)
1. Prüfverfahren für eine Projektionsvorrichtung, beste
hend aus einem Projektor (P) und einer Bildwand (B), ins
besondere zur Gütebeurteilung von deren Bildwand (B),
dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Projektor (P) die
Bildwand (B) ausgeleuchtet wird und am Ort eines Normalbe
obachters die Lichtverteilung der Bildwand (B) mit einer
CCD-Kamera (K) aufgenommen wird und in einem elektro
nischen Prozessor (PC) programmgesteuert die so gewonnenen
Grauwerte normiert und bezüglich einer standardisierten
Grauwertverteilung und/oder bezüglich jeweils von Pixel
grauwerten eines benachbarten Pixelbereiches differentiell
verknüpft und mit vorgegebenen Schwellwerten größenmäßig
verglichen werden, wobei gemäß deren Überschreitung eine
Fehlerpixelverteilungs-Darstellung erstellt und ggf. aus
gegeben wird und dann eine verteilungsmäßige Bewertung
dieser Fehlerpixelverteilung mit in einer Sichtbarkeits
analyse ermittelten Verteilungskriterien erfolgt, womit
eine Klassifizierung der Fehlerpixelverteilung erstellt
wird, die als die Gütebeurteilung ausgegeben wird.
2. Prüfverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß zur Gütebeurteilung der Bildwand (B), die standardisierte
Grauwerteverteilung bezüglich des verwendeten
Projektors (P) und einer idealen Bildwand ermittelt wird.
3. Prüfverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß zur Gütebeurteilung eines Projektorstyps die
standardisierte Grauwertverteilung mittels eines als opti
mal beurteilten Projektors und einer idealen Bildwand
ermittelt wird.
4. Prüfverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die vorgegebenen Schwellwerte
dadurch vorab ermittelt werden, daß Testmuster mit unter
schiedlichen Grauwerten in einer Projektionsvorrichtung
(P, B) projiziert und die Projektionen von einem Proban
denkollektiv auf eine Erkennbarkeit der Testmuster beur
teilt werden und aus den Beurteilungen nach statistischen
Kriterien die Erkennbarkeitsgrenze von Grauwertunterschie
den und die Erkennbarkeitskriterien von störenden Grau
wertverteilungen festgelegt werden.
5. Prüfvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Erkennbarkeitsgrenze und die Erkennbarkeits
kriterien der Grauwertverteilungen bezüglich unterschied
licher Lagen der Testmusterbereiche auf der Bildwand (B)
einzeln bestimmt und festgelegt werden.
6. Prüfvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme der zu beur
teilenden Grauwertverteilung und die standardisierte Grau
wertverteilung sowie die Schwellwerte und die Verteilungs
kriterien für einzelne Spektralbereiche getrennt vorgenom
men werden.
7. Prüfvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die differentielle Ver
knüpfung von den Grauwerten eines jeden Pixels mit dem des
jeweils in einer Koordinatenrichtung benachbarten Pixels
oder mittels des Sobeloperators mit den Pixeln der über
nächsten Zeile oder Spalte ausgeführt wird.
8. Prüfvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß für die Bildung der
Verteilungskriterien verschiedene Clusterbildungen von den
Schwellwert überschreitenden Graustufenmustern bezüglich
ihrer statistischen Relevanz als Kollektiv untersucht und
beurteilt werden.
9. Prüfvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgenommenen und
normierten Grauwerte einer Mittelung durch einen
Medienoperator jeweils in eine Pixelumgebung von 3 mal 3
bis 10 mal 10, vorzugsweise 5 mal 5 Pixeln unterzogen wer
den.
10. Prüfvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Projektor (P) und eine CCD-Kamera (K) auf eine
Bildwand (B) ausgerichtet angeordnet sind und die CCD-Ka
mera (K) an einen Prozessor (PC) angeschlossen ist, der
eine standardisierte Grauwertverteilung bezüglich einer
idealen Bildwand und des verwendeten Projektors (P) oder
eines als optimal beurteilten Projektors gespeichert ent
hält sowie durch eine Erhebung ermittelte Erkennbarkeits-
Schwellwerte und -Verteilungskriterien von normierten
Grauwertverteilungen gespeichert enthält und ein Programm
zu einer Normierung der aufgenommenen Grauwerte, einer
differentiellen Bearbeitung derselben, einer Mittelung so
wie einer Bewertung der so bearbeiteten Grauwerte mittels
der Schwellwerte und der Verteilungskriterien sowie einer
Ausgabe einer Verteilung von schwellwertüberschreiten-den
Pixelgrauwerten sowie von Verteilungskriterienüberschrei
tungen.
11. Prüfvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Projektor (P) mit einer Vorlage (V) ei
nes Grauwerteverteilungsmusters bestückt ist.
12. Prüfvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Grauwerteverteilungsmuster Grauwertdif
ferenzen entsprechend der Erkennbarkeitsschwellwerte ent
hält.
13. Prüfvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem Strahlengang des Pro
jektors jeweils ein Spektralbereichsfilter (F) eingesetzt
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997119828 DE19719828A1 (de) | 1997-05-13 | 1997-05-13 | Prüfverfahren und Prüfvorrichtung für Projektionsvorrichtungen |
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Publications (1)
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| DE19719828A1 true DE19719828A1 (de) | 1998-11-19 |
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| DE1997119828 Withdrawn DE19719828A1 (de) | 1997-05-13 | 1997-05-13 | Prüfverfahren und Prüfvorrichtung für Projektionsvorrichtungen |
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