DE19717257A1 - Verfahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper - Google Patents
Verfahren zur Herstellung cellulosischer FormkörperInfo
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- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F2/00—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung cellulosi
scher Formkörper indem eine Lösung von Cellulose in einem ter
tiären Aminoxid in warmem Zustand geformt wird und vor Einbrin
gen in ein Fällbad einem Gasstrom ausgesetzt wird.
Die WO 95/01470 offenbart ein Verfahren zur Herstellung cellu
losischer Fasern aus einer Lösung von Cellulose in einem ter
tiären Aminoxid, wie beispielsweise N-Methylmorpholin-N-oxid
(NMMO). Die Celluloselösung wird durch eine Spinndüse extru
diert, und die zu Fasern geformte Lösung wird anschließend in
dem sogenannten Luftspalt verstreckt und gekühlt und dann in
ein Fällbad zur Koagulation der Cellulose eingebracht. Beim
Verfahren der WO 95/01470 wird zur Kühlung ein Gasstrom einge
setzt, der im wesentlichen laminar ist, d. h. möglichst keine
Turbulenzen aufweist.
Zur Charakterisierung von Strömungen wird häufig die
Reynolds'sche Zahl verwendet, die für laminare Strömungen klei
ner als 2320 ist. Alternativ kann zur Beschreibung der Strö
mungseigenschaften auch der Turbulenzgrad herangezogen werden,
der definiert ist als der Quotient aus der Wurzel der mittleren
quadratischen Schwankungsgeschwindigkeit und der mittleren
Strömungsgeschwindigkeit. Für eine laminare Strömung beträgt
der Turbulenzgrad etwa 0,05% (H. Schlichting,
"Grenzschichttheorie", Verlag G. Braun 5. Auflage 1965, Seiten
530, 531).
Mit der Maßnahme einer im wesentlichen laminaren Gasströmung
soll bei der WO 95/01470 erreicht werden, daß unter Verwendung
einer Spinndüse mit hoher Lochdichte ein dichter Fadenverband
gesponnen werden kann, wobei die textilen Eigenschaften der ge
sponnenen Fäden besser eingestellt werden können. Besonders be
tont wird in diesem Zusammenhang die geringe erzielbare Faden
feinheit.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper, indem eine
Lösung von Cellulose in einem tertiären Aminoxid in warmem Zu
stand geformt wird und vor Einbringen in ein Fällbad einem
Gasstrom ausgesetzt wird, zur Verfügung zu stellen, das eine
hohe Spinnstabilität aufweist.
Diese Aufgabe wird bei dem genannten Verfahren dadurch gelöst,
daß der Gasstrom turbulent ist und einen Turbulenzgrad von min
destens 1% aufweist.
Insbesondere weist der Gasstrom einen Turbulenzgrad von 1 bis
8% auf, bevorzugt I bis 5% und insbesondere 1,35 bis 2%.
Vorteilhaft ist es, wenn der Gasstrom im wesentlichen senkrecht
auf die geformte Lösung gerichtet wird.
Unter Formkörpern sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung Fa
sern oder Filamente zu verstehen, aber auch Membranen, wie
Hohlfasern oder Flachmembranen, oder Filme.
Die Messung des Turbulenzgrades des Gasstroms erfolgt in Rahmen
der vorliegenden Erfindung mit einem Laser-Doppler-Anemometer
Typ 5490 A, das von der Firma DANTEC, Ettlingen bezogen wurde
(Hersteller: ION TECHNOLOGY, Salt Lake City). Das Gerät arbei
tet mit einem Argon-Ionen-Strichlaser (linear polarisiert) bei
einer Wellenlänge von 514,5 nm. Mit diesem Gerät ist eine punk
tuelle, mehrdimensionale Messung instationärer Strömungsge
schwindigkeiten möglich, wobei die Messung berührungslos und
ohne die Strömung störende Sonden erfolgt.
Die Messung des Turbulenzgrades des in dem Luftspalt strömenden
Gases, beispielsweise Luft, erfolgte während des Spinnvorgangs.
Das Laser-Doppler-Anemometer wurde in Verbindung mit dem Aus
werteprogramm CDB "Brust 3.0" vom gleichen Lieferanten betrie
ben, und der Turbulenzgrad konnte somit online bestimmt werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen näher er
läutert und beschrieben.
Eine Lösung aus 14 Gew.-% Cellulose, 74,9 Gew.-% NMMO, 11 Gew.-%
Wasser und 0,1 Gew.-% Gallussäurepropylester als Stabilisator
wurde mit einer Spinndüse mit 50 bzw. 100 Düsenlöchern bei ei
ner Temperatur zwischen 110 und 115°C zu Fasern extrudiert.
Die geformte Celluloselösung wurde dann in einem Luftspalt ver
streckt und in einem wäßrigen Bad koaguliert. Anschließend
wurden die Fasern gewaschen, getrocknet und aufgewickelt.
Im Luftspalt erfolgte eine Anblasung der Fasern mit Luft. Das
aus 50 oder 100 einzelnen Fasern bzw. Filamenten bestehende Fa
serbündel wurde im Luftspalt von der Seite, also im wesentli
chen senkrecht, über die Anblaslänge (ABL in mm) mit Luft ange
blasen, die eine Temperatur von 14 bis 25°C aufwies und deren
Turbulenzgrad mit dem oben beschriebenen Laser-Doppler-Anemome
ter und Auswerteprogramm bestimmt wurde. In der nachfolgenden
Tabelle, in der die Beispiele mit den Nummern 1 bis 3 Ver
gleichsbeispiele und die Nummern 4 bis 8 erfindungsgemäße Bei
spiele darstellen, bedeutet n die Filamentanzahl, T der Fila
menttiter in dtex, LST die Luftspalttiefe in mm, worunter dies
Abmessung des Filamentbündels senkrecht zum Filamentbündel und
damit parallel zur Anblasrichtung zu verstehen ist, also die
Strecke, die die Anblasung zu durchdringen hat. SG stellt die
Spinngeschwindigkeit in m/min dar. Die Abkürzung TBG bezeichnet
den Turbulenzgrad in % und SSE die Anzahl von Spinnstörungen
pro Einzelfilament in l/h. Zur Ermittlung dieser Größe wurde in
Dauerspinnversuchen die Laufzeit ohne Spinnstörungen gemessen.
Nach Auftreten einer Spinnstörung, beispielsweise in Form von
Filamentabrissen im Luftspalt, wurde erneut angesponnen und er
neut die Zeit gemessen. Aus dem Mittelwert t dieser Zeiten
wurde für jedes der nachfolgenden Beispiele die Anzahl Spinn-Stö
rungen pro Stunde pro Einzelfilament nach der Gleichung:
SSE = 1/(t.n)
berechnet, wobei n die Anzahl der Düsenlöcher der bei der Spin
nung eingesetzten Düse, also die Filamentanzahl, darstellt.
Bei dem Vergleichsbeispiel 1, bei dem die Filamente einem Gas
strom ausgesetzt wurden, der nur einen Turbulenzgrad 0,82% auf
wies, war eine Spinnung nicht möglich. Bei einem Turbulenzgrad
von 0,85% (Vergleichsbeispiel 2) war eine Spinnung möglich, die
Anzahl von Spinnstörungen betrug aber noch 0,1 l/h. Setzt man
dagegen Luft mit einem Turbulenzgrad größer als 1% ein, tritt
eine deutliche Abnahme der Spinnstörungen auf. Dies muß als
sehr überraschend angesehen werden, da man erwarten würde, daß
das Vorhandensein von Turbulenzen in der im Luftspalte die Fa
sern umgebenden Gasströmung sich negativ auf die Spinnstabili
tät auswirkt und somit zu einer Zunahme von Spinnstörungen
führt. So konnte - wie in Beispiel 8 gezeigt - bei einem Turbu
lenzgrad von 1,45% sogar bei einer Spinngeschwindigkeit von 800
m/min problemlos gesponnen werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper indem
eine Lösung von Cellulose in einem tertiären Aminoxid in
warmem Zustand geformt wird und vor Einbringen in ein Fäll
bad einem Gasstrom ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gasstrom turbulent ist und einen Turbulenzgrad von
mindestens 1% aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gasstrom einen Turbulenzgrad von 1 bis 8%, insbesondere 1
bis 5% aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gasstrom einen Turbulenzgrad von 1,35 bis 2% auf
weist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß der Gasstrom im wesentlichen senkrecht auf die ge
formte Lösung gerichtet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997117257 DE19717257A1 (de) | 1997-04-24 | 1997-04-24 | Verfahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997117257 DE19717257A1 (de) | 1997-04-24 | 1997-04-24 | Verfahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19717257A1 true DE19717257A1 (de) | 1998-10-29 |
Family
ID=7827575
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997117257 Withdrawn DE19717257A1 (de) | 1997-04-24 | 1997-04-24 | Verfahren zur Herstellung cellulosischer Formkörper |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19717257A1 (de) |
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