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Stand der
Technik
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Die
Erfindung geht aus von einer Handhobelmaschine und einer Hobelwelle
für eine
Handhobelmaschiene nach der Gattung des Anspruchs 1.
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Die
meisten bekannten Handhobelmaschinen haben eine Hobelwelle mit zwei
auf gegenüberliegenden
Seiten angeordneten Hobelmessern. Für Handhobelmaschinen sind Hobelwellen
mit nur einem Hobelmesser die Ausnahme, obwohl Praxistests erkennen
lassen, daß das
zweite Hobelmesser kaum eine bzw. gar keine leistungsverbessernde Wirkung
zeigt.
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Gemäß
DE 195 36 559 A1 und
DE 80 06 414 U1 sind
Handhobelmaschinen bekannt, deren Hobelmesser an der Hobelwelle
in unterschiedlichen Radiallagen positionierbar sind, so dass zwei
unterschiedliche Flugkreise der Hobelmesserschneiden einstellbar
sind, wobei deren genaue, definierte Radiallage mit Schraubmitteln
umständlich
und zeitaufwändig
hergestellt werden muß.
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Demgegenüber tragen
die meisten Stationär-Hobelmaschinen
nur ein einziges Hobelmesser.
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Es
sind Bartschneidegeräte
bekannt, die mit Vorschneide und Nachschneide ein besonders gutes,
sauberes Schneiden des Bartes bewirken.
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Vorteile der
Erfindung
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Der
erfindungsgemäße Handhobel
bzw. die Hobelwelle mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1, daß sie
zwei Ho belmesser mit unterschiedlichen Flugkreisdurchmessern aufweisen, hat
den Vorteil, daß das
Hobelmesser mit dem kleinen Flugkreis nur dann mit seiner Schneide
spanend in das Werkstück
eingreift, wenn eine bestimmte Vorschubgeschwindigkeit überschritten
wird und wenn der kleine Flugkreisradius weniger als etwa 0,2 mm kleiner
als der große
Flugkreis ist.
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Ist
der kleine Flugkreisradius (des zweiten Messers) mehr als etwa 0,2
mm kleiner als der des großen
Flugkreises (des ersten Hobelmessers), kann das zweite Hobelmesser
unter keinen Umständen spanend
in das Werkstück
eingreifen und dient ausschließlich
als Reservemesser, das ohne weitere Maßnahme, nur durch Entnehmen
des abgenutzten Hobelmessers, zum effektiven Hobeln bereitsteht.
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Indem
die eine Querstufe in der Längsnut
der Hobelwelle zur Positionierung der Schneide des Hobelmessers
einen kleineren Abstand zur Achse hat als die andere Querstufe,
ist automatisch, auf besonders einfache Weise immer eines der beiden
identisch bemessenen Hobelmesser so angeordnet, daß es nur
zum Nachschneiden, bzw. Nachhobeln bzw. überhaupt nicht wirksam wird.
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Dadurch
kann das zweite Hobelmesser als unverlierbares Reservemessers immer
an der Maschine mitgeführt
werden. Dieser Vorteil ergibt sich auch dann, wenn das Hobelmesser
als Rustikalmesser mit einer Wellenprofil-Schneide versehen oder als
Spiralmesser ausgestaltet ist und aus Hochleistungsschnellstahl
und/oder Hartmetall besteht.
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Für eine bessere
Unterscheidbarkeit des Hobelmessers mit dem größeren Flugkreis von dem mit dem
kleiner Flugkreis ist die Hobelwelle seitlich, für den Bedienenden erkennbar,
an der Einspannstelle des größeren Flugkreises
mit einem Farbpunkt oder ähnlich
deutlicher Markierung versehen. Dadurch ist schnell ein korrekter
Hobelmesserwechsel gesichert, d.h. das höher beanspruchte und somit
ehr abgenutzte Messer ist jedenfalls deutlich erkennbar.
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Dadurch,
daß die
Hobelwelle Einstellmittel trägt,
die eine zurückversetzte
Position eines der Hobelmesser gegenüber dem anderen um weniger, gleich
oder mehr als 0,2 mm erlauben, ist eine variable Nutzung des zweiten
Hobelmessers sowohl als Reserve-Hobelmesser als auch als Nach-Hobelmesser
möglich.
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Zeichnung
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung anhand der zugehörigen Zeichnung
näher erläutert.
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Es
zeigen 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Handhobelmaschine, 2 eine räumlich Dargestellung
eines Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Hobelwelle, 3 eine vergrößerte Seitenansicht
der Hobelwelle gemäß 2 und 4 der
Querschnitt einer konventionellen Hobelwelle mit individuell einstellbaren
Hobelmessern.
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Beschreibung
des Ausführungsbeispiels
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Die
in 1 gezeigte Seitenansicht einer Handhobelmaschine 10 besteht
aus einem Maschinengehäuse 12 mit
einem Motorgehäuse 14 und
einem Handgriff 16. Der Handgriff 16 trägt einen
elektrischen Schalter 18.
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Im
Maschinengehäuse 12 ist
um ihre Achse 19 in Richtung des Drehrichtungspreils 11 drehbar eine
Hobelwelle 20 gelagert, die Hobelmesser 21, 29 mit
Schneiden 22, 31 trägt, vor denen in die Außenkontur 23 der
Hobelwelle 20 Spannuten 25 eingeformt sind. Bei
Drehung der Hobelwelle 20 bestimmen die Hobelmesser 21, 29 mit
ihren Schneiden 22, 31 strichpunktiert gezeichnete
Flugkreise 24, 46, von denen nur der Flugkreis 24 bezeichnet
ist, von denen wenigstens einer über
die als Sohle 26 ausgestaltete Grundfläche der Handhobelmaschine 10 hinausragt, damit
wenigstens eine der Schneiden 22, 31 spanend in
ein bündig
mit der Sohle 26 verlaufendes Werkstück 27 eingreifen kann.
Eine Öffnung 28 in
der Sohle 26 zum Durchtritt der Schneiden 22, 31 ist durch
eine Pendelschutzhaube 30 verschließbar, die sich selbsttätig schließt, sobald
die Handhobelmaschine 10 vom Werkstück 27 abgehoben wird.
Dadurch wird die Gefahr vermindert, daß sich der Bedienende an den
rotierenden Schneiden 22, 31 verletzt.
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Das
Maschinengehäuse 14 weist
auf beiden Seiten der Hobelwelle 20 Ausnehmungen 32 auf, durch
die hindurch die als zweischneidige Mini-Wendeplatten ausgestalteten
Hobelmesser 21, 29 der Hobelwelle 20 seitlich
entnommen bzw. in diese zum Spannen eingeschoben werden können. Die
Hobelmesser 21, 29 werden durch nachstehend zu 2 erläuterte Fliehkeile
bei Inbetriebnahme des Handhobels 10 selbsttätig gespannt.
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Die
in 2 räumlich
dargestellte Hobelwelle 20 mit der Achse 19 zeigt
auf der in Betrachtungsrichtung oberen Seite ein erstes Hobelmesser 21 mit einer
ersten Schneide 22, das in einem Längsschlitz 34 der
Hobelwelle 20 eingespannt ist. Auf der dem ersten Hobelmesser 21 gegenüberliegenden
Seite der Hobelwelle 20 ist in einem zweiten Längsschlitz 34' ein weiteres
Hobelmesser 29 mit einer Schneide 31 angeordnet.
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Eine
vergrößerte Seitenansicht
der Hobelwelle 20 gemäß 3 zeigt,
daß die
Hobelmesser 21 und 29 unterschiedliche Flugkreise 46, 24 haben, weil
die radiale Erstreckung der Längsschlitze 34, 34' durch unterschiedlich
dimensionierte Querstufen 36, 36' begrenzt wird, die radial unterschiedlich
angeordnete Anlageflächen
zum Positionieren der Hobelmesser 21, 29 bilden.
Die Querstufe 36' hat
eine radial weiter außen
liegende Stützfläche für das Hobelmesser 29 als
die Querstufe 36 für
das andere Hobelmesser 21. Dadurch ist der Flugkreis 24 des
Hobelmessers 29 größer als
der Flugkreis 46 des Hobelmessers 21.
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Je
nach radialer Anordnung der Querstufen 36, 36' kann das Hobelmesser 21 mit
dem kleineren Flugkreis 46 als Nachschneidmesser dienen,
z.B. bei einer Differenz des Flugkreisradius' von kleiner als -0,2 mm gegenüber dem
Flugkreis 24, oder, z.B. bei einer Differenz von größer als
-0,3 mm als Reservemesser, das nur nach Entnehmen des Hobelmessers 29 – ohne jede
weitere Maßnahme – zum Hobeln
bereitsteht.
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Ist
der Radius des Flugkreises 46 durch radiale Zurücknahme
der Querstufe 36 um mehr als 0,3 mm kleiner als der des
Flugkreises 24, kann die Schneide 22 nicht in
Werkstückeingriff
kommen. In diesem Fall ist das Hobelmesser 21 ein Reservemesser
zum Ersatz des Hobelmessers 29, das nach dessen Entfernen
als allein arbeitendes Hobelmesser mit kleinerem Flugkreis 46 und
mit entsprechend dünneren
Spänen
bereitsteht.
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Die
Relativlage beider Halterippen 47, 47' der Längschlitze 34, 34' zum Eingriff
in die Rückennut 45 des
Hobelmesser 21, 29 stimmt gegenüber den
Querstufen 36, 36' überein und
bestimmt damit die Radialanordnung der Längsschlitze 34, 34' an der Hobelwelle 20.
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Gemäß 4 ist
ein Querschnitt einer an sich bekannten Hobelwelle 120 gezeigt,
die als Schraubbolzen ausgestaltete Verstellmittel 136, 136' trägt, mit
denen – durch
deren axiales Verstellen mittels Schraubwerkzeug – die Hobelmesser 121, 129 um
bis zu 0,5 mm unterschiedlicher radialer Position der Schneiden 122, 146 bzw.
entsprechender Flugkreisdifferenz individuell einstellbar sind.
Die Hobelmesser 121, 129 sitzen in verhältnismäßig breiten Längsnuten 134, 134' und werden
durch Spannkeile 142, 142' gegen die in Drehrichtung gemäß Pfeil 100 gesehen
hinteren Nutflanken gespannt, wobei die Spannkeile 142, 142' durch je eine
Stützschraube 145, 145' an der in Drehrichtung
vorderen Nutflanke einstellbar fixiert sind. Die Schneiden 122, 146 beschreiben
unterschiedliche, individuell einstellbare Flugkreise 124, 146.
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Bei
einem nichtdargestellten Ausführungsbeispiel
der Erfindung sind zwei auf unterschiedlichen Flugkreisen positionierbare
Rustikalhobelmesser an der Hobelwelle spannbar, deren Schneiden
als Wellenprofil ausgestaltet sind, wobei die Hobelwelle auf ihrem
Umfang, den Hobelmessern in Drehrichtung vorgelagert, in Längsnuten
gehaltene Spanabstandsleisten trägt,
die zur Spandickenbegrenzung von Rustikalhobelmessern notwendig
sind.
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Die
radiale Fugkreisdifferenz, d.h. der Betrag um den das eine gegenüber dem
anderen Hobelmesser zurückversetzt
ist, ist nicht bei allen Handhobeltypen gleich, sondern unterscheidet
sich vor allem von deren Betriebsdrehzahl, so daß beispielsweise Handhobel
mit hoher Betriebsdrehzahl eine große und Handhobel mit niedriger
Betriebsdrehzahl eine geringe Flugkreisdifferenz aufweisen.
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Zum
schnellen Unterscheiden/Finden des „aktiven" Hobelmessers, das den größeren Flugkreisdurchmesser
besitzt, ist dessen Einspannbereich an der Hobelwelle markiert,
insbesondere durch einen von außen
sichtbaren Farbpunkt. Dadurch kann das aktive und somit abgenutzte
Messer ohne zeitaufwendiges Überprüfen gefunden
und entnommen und/oder gegen ein Ersatzmesser ausgewechselt werden,
wobei bei Fehlen eines Ersatzmessers natürlich mit dem bisher nicht
bzw. geringer benutzten Hobelmesser allein weitergearbeitet werden kann.