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Die
Erfindung betrifft eine Einrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
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Aus
der
EP 0 734 849 A1 ist
eine derartige Einrichtung bekannt, bei der ein Referenzsignal erzeugt
wird, wenn die Beleimungswalze gegen die auf der Riffelwalze befindliche
Wellbahn gefahren wird. Die Beleimungswalze hat eine andere Umfangsgeschwindigkeit
als die Riffelwalze mit der Wellbahn. Beim Anstoß der Beleimungswalze an die
Wellbahn ändert
sich die Umfangsgeschwindigkeit der Beleimungswalze, wodurch das
Referenzsignal ausgelöst wird.
Wenn dieses Referenzsignal abgegeben wird, wird die Zuführ-Bewegung
der Beleimungswalze gestoppt. Wenn das Verschiebe-System für die Beleimungswalze
träge ist,
wenn also das Referenzsignal gegenüber dem Anstoß an der
Wellbahn verzögert abgegeben
wird, dann wird die Beleimungswalze zurückbewegt, so dass sie in ihren
Idealzustand kommt, in dem der Beleimungsspalt gerade der Dicke
der auf der Riffelwalze befindlichen Wellbahn entspricht.
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Aus
der nicht vorveröffentlichten
EP 0 786 329 A2 ist
eine ebenfalls dem Oberbegriff des Anspruches 1 entsprechende Einrichtung
bekannt. Auch bei dieser Einrichtung wird die Beleimungswalze gegen
die an der Riffelwalze anliegende Wellbahn angefahren und dieses
Anfahren auf unterschiedliche Weise erfasst. In jedem Fall wird
beim Berühren der
Wellbahn durch die Beleimungswalze ein Referenzsignal erzeugt, das
wiederum die Einstellung der Beleimungswalze auf einen vorgegebenen
Wert auslöst.
Dieses Referenzsignal kann durch einen Schwingungsdetektor oder
einen Geräuschdetektor ausgelöst werden.
Weiter kann die Veränderung
des Drehmoments des Beleimungswalzen-Antriebsmotors erfasst werden.
Schließlich
kann auch die Änderung
der Andrückkraft
eines Andrückantriebs
der Beleimungswalze erfasst werden. In allen Fällen wird auf das in der geschilderten
Weise erzeugte Referenzsignal der Antrieb der Verschiebevorrichtung
für die
Beleimungswalze angehalten, wodurch die Position der Beleimungswalze
fixiert wird. Wenn ein vorgegebener Wert dieses Referenzsignals überschritten
wird, dann wird die Beleimungswalze zurückbewegt, und zwar bis der
ursprüngliche
Wert der Schwingung, des Geräusches,
des Antriebsdrehmoments oder der Andrückkraft wieder erreicht wird,
der unmittelbar vor der Anlage der Beleimungswalze an der Wellbahn
geherrscht hat. Dann wird die Beleimungswalze in dieser Position
fixiert. In jedem Fall wird also auf ein Referenzsignal hin, das
bei Berührung
der Wellbahn durch die Beleimungswalze abgegeben wird, deren Position
eingestellt.
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Eine
exakte Positionierung der Beleimungswalze relativ zur Wellbahn ist
mit den vorstehend geschilderten Mitteln nicht erreichbar.
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Die
vorstehend skizzierte Problematik wird zusätzlich durch die im Umgebungsbereich
des Beleimungsspalts herrschenden Temperaturverhältnisse verschärft. Bei
einer Wellpappen-Herstellungsmaschine werden die Riffelwalzen und
die Presswalze, welche der Verpressung der beleimten Wellbahn mit einer
Flachbahn dient, durch Dampf beheizt. Die Wärme wird von den Papierbahnen,
also der Wellbahn und der Flachbahn, aufgenommen. Der Wärmefluß hängt von
verschiedenen Parametern ab, unter anderem von der Papierdicke,
der Leimmenge, der Laufgeschwindigkeit der Bahnen usw. Die Walzen
sind demnach Temperatureinflüssen
unterworfen, die nicht exakt vorhersehbar sind und nur schwer konstant
gehalten werden können,
soweit dies überhaupt
möglich
ist. Diese Temperaturein flüsse
führen zu
thermisch bedingten Veränderungen
der Walzengröße und damit
auch der Spaltweite des Beleimungsspalts. Auch das Maschinengestell
ist Temperaturschwankungen unterworfen, die sich in Veränderungen
der Spaltweite des Beleimungsspalts bemerkbar machen können.
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Das
Meßsystem
muss auch diese temperaturbedingten Schwankungen der Spalteweite
des Beleimungsspalts erfassen können,
um die Spaltweite entsprechend regeln zu können. Angesichts der Schwierigkeiten,
die bei der herkömmlichen
Abstands- oder Positionsmessung bereits mit der Vermessung der Grundeinstellung
des Beleimungsspalts einhergehen, ist eine exakte Erfassung der thermisch
bedingten Schwankungen der Spaltweite des Beleimungsspalts nur schwer
möglich.
Dies gilt insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass sich die Temperaturverhältnisse
an den Stellen, an denen die Sensoren angebracht sind, erheblich
von den tatsächlich
in der Umgebung des Beleimungsspalts herrschenden Temperaturverhältnissen
unterscheiden können.
All dies führt
zu Ungenauigkeiten bei der Einstellung des Beleimungsspalts, die
sich in Schwankungen der Menge des auf die Wellenkuppen der Wellbahn
aufgetragenen Klebstoffs, in entsprechenden Schwankungen der Güte der Verklebung der
Wellbahn mit der Flachbahn und in einer entsprechend schwankenden
und verschlechterten Qualität des
fertigen Endprodukts niederschlagen können.
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Aufgabe
der Erfindung ist demnach, bei einer Einrichtung der eingangs bezeichneten
Art die Einstellung des Beleimungsspalts zu erleichtern und ein Verfahren
zum Betrieb einer derartigen Einrichtung anzugeben.
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Diese
Aufgabe wird bei einer Einrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches
1 durch die Merkmale in dessen Kennzeichnungsteil gelöst.
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Bei
der erfindungsgemäßen Lösung wird
die Beleimungswalze mit ihrer Mantelfläche gegen die auf der Riffelwalze
aufliegende Wellbahn, d.h. gegen die Wellenkuppen der Wellbahn,
gedrückt.
Auf den ersten Blick könnte
man meinen, dass dies zu einer verschlechterten Klebstoffübertragung
von der Beleimungswalze auf die Wellbahn führt, da gerade dort, wo die
Klebstoffübertragung
erwünscht
ist (nämlich an
den Spitzen der Wellenkuppen der Wellbahn), die Beleimungswalze
gegen die Wellbahn drückt
und für eine
gewisse Verdrängung
des Klebstoffs zu den seitlichen Flanken der Wellenkuppen hin sorgt.
Es hat sich jedoch überraschenderweise
gezeigt, dass ein derartiger Effekt nicht eintritt. Ganz im Gegenteil lässt sich
gegenüber
der herkömmlichen
Methode eine sogar verbesserte Klebstoffübertragung und damit eine verbesserte
Verklebung der Wellbahn mit der Flachbahn feststellen. Es wird vermutet,
dass dies mit den zwischen der Oberfläche der Wellbahn und dem Klebstoff
herrschenden Benetzungsverhältnissen
zusammenhängt.
Es wird insbesondere vermutet, dass die zwischen der Oberfläche der
Wellbahn und dem Klebstoff wirkenden Adhäsionskräfte dazu führen, dass sich zu den Flanken
der Wellenkuppen hin verdrängter
Klebstoff zur Spitze der Wellenkuppen hin ausbreitet und sich so
eine gleichmäßige und
vollständige
Benetzung der Wellenkuppen über
deren Spitze hinweg einstellt. Man wird deshalb bei der Wahl und
Einstellung der die Klebstoffübertragung
beeinflussenden Parameter, wie etwa der Leimsorte, der Papierqualität, der Umfangsgeschwindigkeiten
der Beleimungswalze und der Riffelwalze, der Stärke des Klebstofffilms usw.,
auch die Benetzungsverhältnisse
zwischen der Oberfläche
der Wellbahn und dem Klebstoff berücksichtigen und gegebenenfalls
im Rahmen von Tests feststellen, bei welchen Werten der die Klebstoffübertragung
beeinflussenden Parameter eine optimale Benetzung der Wellenkuppen
erzielt wird. Jedenfalls lassen sich unerwarteterweise sehr gleichmäßige Beleimungsbilder
der Wellbahn erzielen, also eine sehr gleichmäßige Güte des Klebstoff auftrags auf
die Wellenkuppen der Wellbahn sowie über die Länge einer einzelnen Welle der Wellbahn
als auch in Laufrichtung der Wellbahn über mehrere aufeinanderfolgende
Wellen der Wellbahn hinweg.
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Die
bei herkömmlichen
Wellpappen-Herstellungsmaschinen bestehenden Probleme hinsichtlich der
Vermessung und Einstellung des Beleimungsspalts sind bei der erfindungsgemäßen Lösung vermieden.
Die Erfindung rückt
von der herkömmlichen Ansicht
ab, dass zwischen den Wellenkuppen der Wellbahn und der Mantelfläche der
Beleimungswalze ein vorgegebener Zwischenraum vorhanden sein muss.
Dementsprechend ist bei der Erfindung ein solcher Zwischenraum nicht
mehr der entscheidende Parameter für die Güte der Klebstoffübertragung,
als der er herkömmlicherweise
erachtet wurde. Es ist also auch keine Wegemessung der Spaltweite
des Beleimungsspalts, die Aussagen über den vorhandenen Zwischenraum
zwischen den Wellenkuppen der Wellbahn und der Mantelfläche der
Beleimungswalze zulässt,
mit den eingangs geschilderten Begleitproblemen mehr notwendig.
Durch das Andrücken
der Beleimungswalze gegen die Wellbahn kommt mit der Andrückkraft,
mit der die Beleimungswalze gegen die Wellbahn drückt, ein
Parameter hinzu, der auf einfache Weise gemessen und eingestellt
werden kann. Zum einen ist nicht erforderlich, die Messung der Andrückkraft
unmittelbar im Bereich des Beleimungsspalts vorzunehmen, da die
Andrückkraft
auch von Kraftmessungen an anderen Stellen im Kraftübertragungsweg
einer zur Verfügung
gestellten und die Andrückkraft
erzeugenden Kraft zuverlässig
abgeleitet werden kann. Zum anderen lassen sich thermisch bedingte
Abmessungsveränderungen
im Bereich des Beleimungsspalts unmittelbar über die Andrückkraft sensorisch
erfassen, so dass auch solche thermischen Einflüsse durch manuelle oder automatische Nachstellung
der Andrückkraft
ohne weiteres korrigiert werden können. Erfahrungswerte zeigen,
dass bei Papier die Materialeigen schallen selbst bei einer maximalen
Linienpressung bis zu 15,0 N/mm nicht nachteilig beeinflusst werden,
so dass bei den erfindungsgemäßen Werten
für die
auf die Wellbahn wirkende Linienpressung keinerlei Qualitätsbeeinträchtigungen
des Wellbahnmaterials zu befürchten
sind.
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Bei
der Weiterbildung nach Anspruch 2 wird eine extern vergebbare oder
auch in einer Steuereinheit gespeicherte Soll-Andrückkraft
mit einer gemessenen Ist-Andrückkraft
verglichen und bei Abweichungen eine entsprechende Nachstellung
der Andrückkraft
bis zur Beseitigung der Abweichungen erfolgen. Es ist denkbar, in
der Steuereinheit tabellarisch eine Vielzahl von Werten für die Soll-Andrückkraft
im Voraus zu speichern, die in Abhängigkeit von Parametern wie
etwa der Papierqualität,
der Leimsorte oder der Leimviskosität passend ausgewählt werden.
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Die
Führungsmittel
nach den Ansprüchen
3 und 4 bilden bevorzugt eine Geradführung für den Beleimungswalzenträger, und
zwar insbesondere in der Weise, dass der Beleimungswalzenträger von der
Riffelwalze weg bewegbar ist, um Zugang zu der Riffelwalze für etwaige
Reinigungs- oder Wartungsarbeiten zu erhalten. Beispielsweise kann
der Beleimungswalzenträger
ein auf Rädern
geführter
Wagen sein, der teilweise oder vollständig aus einem Maschinengestell
herausgefahren und wieder hineingefahren werden kann.
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Die
durch die Weiterbildung nach Anspruch 5 zur Verfügung gestellte Kraft wird dabei
im Wesentlichen auf einem einzigen Kraftübertragungsweg übertragen,
der über
die Beleimungswalze und die Riffelwalze läuft. Bei der alternativen Ausbildung
nach den Ansprüchen
6 und 7 wird ein Teil der durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel
zur Verfügung gestellten
Kraft auf dem ersten Kraftübertragungsweg übertragen
und ein anderer Teil dieser Kraft auf dem mindestens einen weiteren
Kraftübertragungsweg,
gegebenenfalls über
die darin enthaltenen Anschlagmittel, übertragen.
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Wenn
die durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel gemäß Anspruch
5 zur Verfügung gestellte
Kraft im Wesentlichen vollständig
auf einem einzigen, über
die Beleimungswalze und die Riffelwalze verlaufenden Kraftübertragungsweg übertragen
wird, kann einer Veränderung
der wirksamen Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze durch eine entsprechende
Veränderung der
von dem mindestens einen Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellten
Kraft bewirkt werden. Falls nach den Ansprüchen 6 und 7 mehrere Kraftübertragungswege
vorgesehen sind, auf denen die durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur
Verfügung
gestellte Kraft übertragen
wird, kann zusätzlich
zu der vorstehenden Möglichkeit
eine Veränderung
der wirksamen Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze durch die Maßnahmen
nach Anspruch 8 bewirkt werden. Bei der Ausgestaltung nach Anspruch
9 kann über
den mindestens einen weiteren Kraftübertragungsweg eine verhältnismäßig große Kraft übertragen
werden, mit der die Beleimungswalzenträger so fest an einen zur Drehachse
der Riffelwalze ortsfesten Gegenanschlag gedrückt werden kann, dass die Tendenz
zur Entstehung von Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts
nahezu vollständig
unterdrückt
ist. Dagegen wird bei Vorhandensein nur eines einzigen Kraftübertragungswegs
gemäß Anspruch
5 die in den Beleimungswalzenträger
durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel eingeleitete Kraft
entsprechend der wirksamen Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze vergleichsweise
klein sein, wodurch die schwingungsmäßige Ankoppelung der Beleimungswalze
an die Riffelwalze sehr schwach ist und ebenfalls die Tendenz zur
Entstehung von Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts
weitestgehend unterdrückt
ist. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn das Beleimungsaggregat
eine große
Masse (etwa einige hundert Kilogramm oder sogar eine Tonne oder
mehr) besitzt und eine gewisse Reibungsdämpfung zwischen dem Beleimungsaggregat
und Führungsmitteln
für das
Beleimungsaggregat besteht.
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Zur
Kraftmessung gemäß den Ansprüchen 11
und 12 können
Kraftmessdosen mit Dehnungsmessstreifen verwendet werden, die robust
sind und sehr exakte Messungen erlauben. Jegliche Änderungen
der Kraftverhältnisse
im Bereich des Beleimungsspalts (beispielsweise durch thermische
Einflüsse
oder durch eine Änderung
des Wellbahnmaterials) werden unmittelbar durch die Kraftmessmittel erkannt
und können über die
Regelschleife ausgeregelt werden. Bei der Ausgestaltung nach Anspruch 14
lässt sich
die wirksame Andrückkraft
durch Differenzbildung zwischen der durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel
zur Verfügung
gestellten Kraft und der auf dem mindestens einen Kraftübertragungsweg übertragenen
Kraft ermitteln.
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Vorteilhafte
Bereiche der Umfangsgeschwindigkeit der Beleimungswalze ergeben
sich aus Anspruch 16.
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Die
wirksame Andrückkraft
im Beleimungsspalt zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze
ist ein die Produkteigenschaften des fertig verklebten Produkts
beeinflussender Parameter. Eine weitere Einflussgröße auf die
Produkteigenschaften ist das Schwingungsverhalten der Spaltweite
des Beleimungsspalts. Damit hat es folgende Bewandtnis: Durch das
Andrücken
der Beleimungswalze gegen die Wellbahn und der Wellbahn gegen die
Riffelwalze ist eine mechanische Koppelung der Beleimungswalze mit
der Riffelwalze hergestellt. Indem die Wellbahn mit ihren Wellenkup pen
an der Mantelfläche
der Beleimungswalze entlangläuft, ändert sich
aufgrund der aufeinanderfolgenden Wellenkuppen und Wellentäler der
Wellbahn in periodischer Weise der Abstand zwischen der Mantelfläche der
Beleimungswalze und der Oberfläche
der Wellbahn. Hierdurch können
Schwingungen angeregt werden, deren Frequenz oder Frequenzen unter
anderem von dem Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Wellenkuppen der
Wellbahn, also von der Teilung der Riffelung der Riffelwalze, und
von den Umfangsgeschwindigkeiten der Beleimungswalze und der Riffelwalze
abhängen werden.
Die Schwingungen können
zu Änderungen der
Spaltweite des Beleimungsspalts führen und die Andrückverhältnisse
zwischen der Beleimungswalze und der Wellbahn verändern. Dementsprechend
können
die Qualität
der Klebstoffübertragung
auf die Wellenkuppen der Wellbahn und letztlich die Produkteigenschaften
des verklebten Endprodukts Schwankungen unterworfen sein. Insofern
stellt auch das Schwingungsverhalten der Spaltweite des Beleimungsspalts
einen Parameter dar, der sich auf die Produkteigenschaften auswirken
kann.
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Es
werden zuvor beleimte Zwischen- oder Endprodukte auf ausgewählte Produkteigenschaften hin
untersucht und ermittelt, ob die Produkteigenschaften einem gewünschten
oder geforderten Qualitätsmaßstab entsprechen.
Ergeben sich hierbei Abweichungen, so können die Andrückkraft
oder/und das Schwingungsverhalten des Beleimungsspalts zur Qualitätsverbesserung
verstellt werden. Dies wird zunächst
sicherlich im Rahmen von Tests vor der eigentlichen Inbetriebnahme
der Herstellungseinrichtung erfolgen, kann aber auch im Betrieb
erfolgen, indem beispielsweise einzelne Zwischen- oder Endprodukte
einer Prüfung
unterzogen werden und gegebenenfalls die wirksame Andrückkraft
oder/und das Schwingungsverhalten des Beleimungsspalts bei laufender
Maschine entsprechend justiert werden. Hierbei wird man unter Umständen auch
andere Parameter in Be tracht ziehen, insbesondere die zuvor genannten,
wie Dicke des Klebstofffilms, Viskosität des Klebstoffs usw., da auch
diese Parameter für die
Qualität
des Endprodukts maßgeblich
sind und in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis mit
der wirksamen Andrückkraft
oder/und dem Schwingungsverhalten des Beleimungsspalts stehen können.
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Als
Beurteilungskriterium für
die Produkteigenschaften kann ein Beleimungsbild im Wellenkuppenbereich
der Wellbahn dienen, vorzugsweise eine Serie von Beleimungsbildern
in aufeinanderfolgenden Wellenkuppenbereichen. Ein solches Beleimungsbild
kann beispielsweise durch optische Beobachtung, insbesondere nach
vorangehender Anfärbung,
feststellbar sein. Zur Herstellung von Wellpappe wird häufig ein
Leim aus in Wasser dispergierter oder/und gelöster Stärke verwendet. Die Stärke in dem
auf die Wellenkuppen der Wellbahn übertragenen Leim kann durch
chemische Behandlung, beispielsweise mit Hilfe von Jod, gefärbt werden
und so sichtbar gemacht werden, an welchen Stellen der Wellenkuppen
der Wellbahn zu viel oder zu wenig Leim aufgetragen wurde. Durch
die angefärbte
Stärke
erhält
man auf diese Weise ein Beleimungsbild, anhand dessen die Qualität und insbesondere
die Gleichmäßigkeit
der Klebstoffübertragung
auf die Wellenkuppen der Wellbahn festgestellt werden kann. Schwingungen
der Spaltweite des Beleimungsspalts machen sich beispielsweise dadurch
im Beleimungsbild bemerkbar, daß einzelne
Wellenkuppen einen relativ schwachen Klebstoffauftrag aufweisen
(entsprechend einem Schwingungsmaximum der Spaltbreite des Beleimungsspalts)
und andere Wellenkuppen einen vergleichsweise starken Klebstoffauftrag
aufweisen (entsprechend einem Schwingungsminimum der Spaltbreite
des Beleimungsspalts). Die Regelmäßigkeit, mit der Wellenkuppen mit
relativ starkem Klebstoffauftrag oder Wellenkuppen mit relativ schwachem
Klebstoffauftrag wiederkehren, ist ein Maß für die Periode der Schwingungen
der Spaltweite des Beleimungsspalts. Wenn durch geeignete Einstellung
des Schwingungsverhaltens der Spaltweite die Schwingungen vollständig oder
weitestgehend unterdrückt
sind, verschwinden solche periodisch wiederkehrenden Ungleichmäßigkeiten
in den Beleimungsbildern der Wellenkuppen, so daß die Beobachtung der Beleimungsbilder
sicheren Aufschluß über die
Qualität
der Beleimung der Wellbahn erlaubt.
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Das
Schwingungsverhalten der Spaltweite des Beleimungsspalts kann durch
Beeinflussung der an der Bildung des Beleimungsspalts mittelbar
oder unmittelbar beteiligten Komponenten hinsichtlich ihrer Masse
oder/und ihrer Lagerdämpfung
oder/und ihrer inneren Dämpfung
oder/und ihrer Elastizität oder/und
der Steifheit ihrer gegenseitigen mechanischen Koppelung eingestellt
oder einstellbar sein. Die an den Lagerstellen der an der Bildung
des Beleimungsspalts beteiligten Komponenten herrschenden Reibungsverhältnisse
sind maßgeblich
für die
Dämpfung
auftretender Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts. So
kann beispielsweise durch geeignete Einstellung der Reibung zwischen
dem Beleimungsaggregat und Führungsmitteln
für dieses
Beleimungsaggregat eine ausreichende Dämpfung solcher Schwingungen
der Spaltweite erzielt werden. Darüber hinaus wird man zu berücksichtigen
haben, daß auch
die wirksame Andrückkraft
im Beleimungsspalt ein Parameter für das Schwingungsverhalten der
Spaltweite des Beleimungsspalts sein kann. So ist es denkbar, falls
Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts festgestellt werden,
die Unterdrückung
dieser Schwingungen zunächst über eine Änderung
der wirksamen Andrückkraft
zu versuchen, bevor die an der Bildung des Beleimungsspalts beteiligten
Komponenten hinsichtlich ihrer zuvor genannten Parameter beeinflußt werden.
Es hat sich gezeigt, daß bei
der erfindungsgemäßen Lösung durch geeignete
gegenseitige Abstimmung der zur Beeinflussung des Schwingungsverhaltens
der Spaltweite des Beleimungsspalts verfügbaren Parameter die Tendenz
zu Oszillationen der Spaltweite des Beleimungsspalts soweit unterdrückt ist,
daß bei
aufeinanderfolgenden Wellenkuppen der Wellbahn ein annähernd gleichmäßiger Beleimungsspalt
und damit eine gleichmäßige Klebstoffübertragung
auf die Wellenkuppen entsteht.
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Eine
weitere Maßnahme,
um Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts weitestgehend oder
vollständig
zu unterdrücken,
kann darin bestehen, daß eine
Resonanzfrequenz oder Resonanzfrequenzen im Schwingungsverhalten
der Spaltweite des Beleimungsspalts außerhalb von durch die Drehzahl
der Walzen oder/und durch die Teilung der Walzenriffelung bedingten
Anregungsfrequenzen liegen. Das Resonanzverhalten der Spaltweite
des Beleimungsspalts wird wesentlich durch die Masse der an der
Bildung des Beleimungsspalts beteiligten Komponenten, deren innere
Elastizität
und deren gegenseitige Elastizität
beeinflußt,
so daß durch
geeignete Wahl und gegenseitige Abstimmung dieser Parameter Resonanzen
der Spaltweite des Beleimungsspalts vermieden werden können.
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Wie
bereits erläutert,
wird das Schwingungsverhalten der Spaltweite des Beleimungsspalts
bevorzugt derart gewählt
sein, daß in
aufeinanderfolgenden Wellenkuppenbereichen annähernd gleiche Beleimungsbilder
erzielt werden. Da auf die Qualität und die Eigenschaften des
Wellbahnmaterials im Bereich der Beleimungsstation einer Wellpappen-Herstellungseinrichtung
eine Einflußnahme
im wesentlichen nicht möglich
ist, werden zur Einstellung des Schwingungsverhaltens der Spaltweite
des Beleimungsspalts geeignete Maßnahmen zweckmäßigerweise
im wesentlichen im Bereich des Beleimungsaggregats oder/und der
Annäherungsmittel
oder/und von Führungsmitteln
für das
Beleimungsaggregat vorgesehen sein.
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Die
Beleimungswalze kann an einem gegenüber der Riffelwalze durch Führungsmittel
verlagerbar geführten
Beleimungswalzenträger
angeordnet sein. Die Annäherungsmittel
können
dann mindestens ein an dem Beleimungswalzenträger angreifendes Krafterzeugungsmittel
zur Einleitung einer Kraft in den Beleimungswalzenträger umfassen.
Die Führungsmittel
bilden bevorzugt eine Geradführung
für den
Beleimungswalzenträger,
und zwar insbesondere in der Weise, daß der Beleimungswalzenträger von
der Riffelwalze wegbewegbar ist, um Zugang zu der Riffelwalze für etwaige
Reinigungs- oder Wartungsarbeiten zu erhalten. Beispielsweise kann
der Beleimungswalzenträger
ein auf Rädern
geführter Wagen
sein, der teilweise oder vollständig
aus einem Maschinengestell herausgefahren und wieder hineingefahren
werden kann.
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Die
durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel, beispielsweise
ein hydraulisch betätigbares
Kolben-Zylinder-Aggregat, zur Verfügung gestellte Kraft kann im
wesentlichen vollständig
zur Erzeugung einer Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze dienen. Die zur
Verfügung
gestellte Kraft wird dabei im wesentlichen auf einem einzigen Kraftübertragungsweg übertragen, der über die
Beleimungswalze und die Riffelwalze verläuft. Alternativ kann die durch
das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellte Kraft
auch verzweigt sein, und zwar in einen ersten, eine Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze übertragenden
Kraftübertragungsweg
und in mindestens einen weiteren Kraftübertragungsweg. Dieser mindestens
eine weitere Kraftübertragungsweg
kann dann Anschlagmittel enthalten, die bevorzugt mindestens einen
Anschlag umfassen, welcher zur gemeinsamen Bewegung mit der Beleimungswalze
längs deren
Annäherungsweg an
die Riffelwalze angeordnet ist, und die ferner mindestens einen
Gegenanschlag umfassen, welcher bezüglich der Drehachse der Riffelwalze
ortsfest angeordnet ist. Bei dieser Ausbildung wird ein Teil der durch
das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellten
Kraft auf dem ersten Kraftübertragungsweg übertragen
und ein anderer Teil dieser Kraft auf dem mindestens einen weiteren
Kraftübertragungsweg,
gegebenenfalls über
die darin enthaltenen Anschlagmittel, übertragen.
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Wenn
die durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellte
Kraft im wesentlichen vollständig
auf einem einzigen, über
die Beleimungswalze und die Riffelwalze verlaufenden Kraftübertragungsweg übertragen
wird, kann eine Veränderung
der wirksamen Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze durch eine entsprechende
Veränderung
der von dem mindestens einen Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellten
Kraft bewirkt werden. Falls mehrere Kraftübertragungswege vorgesehen
sind, auf denen die durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur
Verfügung
gestellte Kraft übertragen
wird, kann zusätzlich
zu der vorstehenden Möglichkeit
eine Veränderung
der wirksamen Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze dadurch bewirkt
werden, daß das
Verhältnis
der über
die verschiedenen Kraftübertragungswege übertragbaren Kräfte veränderbar
ist. Im Fall des Vorhandenseins von Anschlagmitteln kann das Verhältnis der
Kräfte
in den verschiedenen Kraftübertragungswegen
einfach durch Verstellen mindestens einer der Komponenten: Anschlag
und Gegenanschlag veränderbar
sein. Bevorzugt ist die in dem ersten Kraftübertragungsweg übertragene
Kraft klein im Verhältnis
zu der durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellten
Kraft. Über
den mindestens einen weiteren Kraftübertragungsweg kann dann eine
verhältnismäßig große Kraft übertragen
werden, mit der der Beleimungswalzenträger so fest an einen zur Drehachse
der Riffelwalze ortsfesten Gegenanschlag gedrückt werden kann, daß die Tendenz
zur Entstehung von Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts
nahezu vollständig
unterdrückt
ist. Dagegen wird bei Vorhandensein nur eines einzigen Kraftübertragungswegs
die in den Beleimungswalzenträger
durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel eingeleitete Kraft
entsprechend der wirksamen Andrück kraft
zwischen der Beleimungswalze und der Riffelwalze vergleichsweise
klein sein, wodurch die schwingungsmäßige Ankoppelung der Beleimungswalze
an die Riffelwalze sehr schwach ist und ebenfalls die Tendenz zur
Entstehung von Schwingungen der Spaltweite des Beleimungsspalts weitestgehend
unterdrückt
ist. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn das Beleimungsaggregat
eine große
Masse (etwa einige hundert Kilogramm oder sogar eine Tonne oder
mehr) besitzt und eine gewisse Reibungsdämpfung zwischen dem Beleimungsaggregat
und Führungsmitteln
für das
Beleimungsaggregat besteht.
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Zur
Ermittlung der wirksamen Andrückkraft zwischen
der Beleimungswalze und der Riffelwalze werden zweckmäßigerweise
Meßmittel
vorgesehen sein. Die Meßmittel
können
mit den Einstellmitteln oder/und den Regelmitteln eine Regelschleife
zur geregelten Aufrechterhaltung eines vorbestimmten Werts der Andrückkraft
oder eines vorbestimmten Verlaufs der Andrückkraft in Abhängigkeit
von der Zeit oder dem Annäherungsweg
bilden. Zur Kraftmessung können
Kraftmeßdosen
mit Dehnungsmeßstreifen
verwendet werden, die robust sind und sehr exakte Messungen erlauben.
Jegliche Änderungen der
Kraftverhältnisse
im Bereich des Beleimungsspalts (beispielsweise durch thermische
Einflüsse oder
durch eine Änderung
des Wellbahnmaterials) werden unmittelbar durch die Kraftmeßmittel
erkannt und können über die
Regelschleife ausgeregelt werden. Die Meßmittel können zur Messung der durch das
mindestens eine Krafterzeugungsmittel zur Verfügung gestellten Kraft ausgebildet
sein. Sie können auch
zur Messung der auf dem mindestens einen weiteren Kraftübertragungsweg übertragenen
Kraft ausgebildet sein, wobei sich im letzteren Fall die wirksame
Andrückkraft
durch Differenzbildung zwischen der durch das mindestens eine Krafterzeugungsmittel
zur Verfügung
gestellten Kraft und der auf dem mindestens einen weiteren Kraftübertragungsweg übertragenen
Kraft ermitteln läßt.
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Die
Umfangsgeschwindigkeit der Beleimungswalze ist bevorzugt so eingestellt
oder einstellbar, daß sie
bis zu etwa 5 % kleiner als die Umfangsgeschwindigkeit der Riffelwalze
ist. Vorzugsweise wird der Nachlauf der Beleimungswalze gegenüber der
auf der Riffelwalze aufliegenden Wellbahn in einem Bereich von etwa
2 % liegen.
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Die
Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es
stellen dar:
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1 eine
Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Einrichtung zur Herstellung
einer Verbundschichtbahn;
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2 eine
schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der Einrichtung
der 1 und
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3 eine
schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der Einrichtung
der 1.
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In 1 ist
eine Maschine zur Herstellung einseitiger Wellpappe gezeigt. Bei
dieser Maschine wird eine erste, eine Wellbahn bildende Papier-
oder Pappbahn 1 einseitig mit einer zweiten, als Deckbahn dienenden
flachen Papier- oder Pappbahn 3 zu einer Verbundschichtbahn 5 verklebt.
Die Papierbahn 1 durchläuft
zunächst
einen Vorbereitungsbereich 7, in dem sie für die nachfolgende
Formgebung und Beleimung vorbereitet wird. Anschließend gelangt
die Papierbahn 1 in einen Formgebungsbereich 9 mit
einem Paar gleichsinnig umlaufender Riffelwalzen 11 und 13.
Die beiden Riffelwalzen 11, 13 begrenzen zwischen
sich einen Riffelspalt, in dem die Papierbahn 1 geprägt wird
und ihre Wellenform erhält.
In einer dem Formgebungsbereich 9 in Laufrichtung der Wellbahn 1 nachfolgenden
Beleimungsstation 15 wird die Wellbahn 1 einseitig
beleimt. Dabei wird ein Klebstoff auf die Wellenkuppen der Wellbahn 1 aufgetragen.
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Zugleich
durchläuft
die Flachbahn 3 einen Vorheizbereich 17 und gelangt
in einen Preßbereich 19,
wo sie mit der Wellbahn 1 auf deren beleimter Seite zu
der Verbundschichtbahn 5 verpreßt wird. In dem Preßbereich 19 ist
eine Führungs- oder Preßwalze 21 angeordnet,
die zusammen mit der Riffelwalze 13 einen Preßspalt begrenzt,
in dem die Flachbahn 3 und die Wellbahn 1 zusammengeführt und verpreßt werden.
Die so hergestellte Verbundschichtbahn 5 wird durch eine
Austragseinrichtung 23 zur Trocknung auf eine Trocknungsstrecke 25 ausgegeben.
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Die
Beleimungsstation 15 umfaßt ein Beleimungsaggregat 27,
welches mittels eines Schlittens 29 in ein Maschinengestell 31 der
Herstellungsmaschine eingefahren und aus diesem herausgefahren werden
kann. In 1 ist der Schlitten 29 mit
dem Beleimungsaggregat 27 in seiner ausgefahrenen Stellung
gezeigt und gestrichelt in seiner eingefahrenen Stellung angedeutet.
An dem Schlitten 29 sind Verhakungsmittel 33 angebracht,
welche in der eingefahrenen Stellung des Schlittens 29 an
fest an dem Maschinengestell 31 angebrachten Gegenverhakungsmitteln 35 eingehakt
sind. Der Schlitten 29 ist so in der eingefahrenen Stellung
fest an dem Maschinengestell 31 verankert. Er ist über Räder 37 längs einer
zu dem Maschinengestell 31 ortsfesten Rollbahn 39 verfahrbar
und weist seinerseits eine Rollführung 41 auf,
an der das Beleimungsaggregat 27 über Räder 43 rollend geführt ist.
Das Beleimungsaggregat 27 kann durch in 1 nicht
dargestellte Annäherungsmittel,
welche zwischen dem Schlitten 29 und dem Beleimungsaggregat 27 wirksam
sind, längs
der Rollführung 41 bewegt
werden und in der eingefahrenen Stellung des Schlittens 29 an
die Riffelwalze 13 angenähert werden.
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Das
Beleimungsaggregat 27 umfaßt eine Beleimungswalze 45,
welche gleichsinnig mit der Riffelwalze 13 mit annähernd gleicher
Umfangsgeschwindigkeit wie die Riffelwalze 13 angetrieben wird.
Die Beleimungswalze 45 taucht mit ihrer Mantelfläche 47 in
ein nicht näher
dargestelltes Leimbad. Infolge ihrer Rotation wird fortlaufend ein
Klebstofffilm aus dem Leimbad auf die Mantelfläche 47 der Beleimungswalze 45 aufgebracht.
Zur Dosierung der Dicke des auf die Beleimungswalze 45 aufgetragenen
Klebstofffilms umfaßt
das Beleimungsaggregat 27 eine Leimdosierwalze 49,
welche gegen die Beleimungswalze 45 zustellbar ist und
mit dieser einen Dosierspalt einstellbarer Spaltweite begrenzt.
Der auf die Beleimungswalze aufgetragene Klebstofffilm wird in diesem
Dosierspalt zwischen der Beleimungswalze 45 und der Leimdosierwalze 49 exakt
dosiert. Die Leimdosierwalze 49 wird gegensinnig zu der
Beleimungswalze 45 angetrieben, und zwar mit einer Umfangsgeschwindigkeit,
die etwa 40–60
% der Umfangsgeschwindigkeit der Beleimungswalze 45 beträgt. Das
Beleimungsaggregat 27 umfaßt ferner einen als Träger der
Beleimungswalze 45 und der Leimdosierwalze 49 dienenden
Wagen 51, an welchem die Räder 43 angebracht
sind. In dem Wagen 51 sind unter anderem die Drehantriebe
der Beleimungswalze 45 und der Leimdosierwalze 49 sowie das
Leimbad untergebracht, in das die Beleimungswalze 45 mit
der Mantelfläche 47 eintaucht.
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Zur
Inbetriebnahme der Maschine wird der Schlitten 29 mitsamt
dem Beleimungsaggregat 27 in das Maschinengestell 31 eingefahren
und mittels der Verhakungsmittel 33 an dem Maschinengestell 31 verriegelt.
In dem das Beleimungsaggregat 27 und zumindest die Riffelwalze 13 umgebenden
Raum wird sodann ein Überdruck
erzeugt, um die von der Riffelwalze 11 her kommende Wellbahn 1 an
den der Beleimungswalze 45 zugewandten Teilbereich des Umfangs
der Riffelwalze 13 anzudrücken. Es ist auch denkbar,
die Wellbahn 1 durch Unterdruck an die Riffelwalze 13 anzusaugen.
Sodann wird das Beleimungsaggregat 27 mittels der in 1 nicht
dargestellten, jedoch im Zusammenhang mit den 2 und 3 noch
näher erläuterten
Annäherungsmittel an
die Riffelwalze 13 angenähert, bis die Mantelfläche 47 der
Beleimungswalze 45 in Druckkontakt mit der Wellbahn 1 gelangt,
genauer gesagt, in Druckkontakt mit den Wellenkuppen der Wellbahn 1.
Die Kuppen der Wellbahn 1 sind also nicht nur in den auf die
Beleimungswalze 45 aufgetragenen Klebstofffilm eingetaucht,
sondern erfahren zusätzlich
eine Druckbelastung. Die auf die Wellenkuppen der Wellbahn ausgeübte Linienlast
liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 0,5 und 3,0 N/mm. Die Dicke
des Klebstofffilms auf der Beleimungswalze 45 wird in Abhängigkeit
von verschiedenen Parametern gewählt.
Zu nennen sind hier insbesondere die Papierqualität, die verwendete
Leimsorte und die Leimviskosität.
Ein weiterer Parameter ist die Maschinengeschwindigkeit, also die
Laufgeschwindigkeit der Wellbahn 1 und der Flachbahn 3.
Die Dicke des Klebstofffilms liegt bevorzugt in einem Bereich zwischen
0,1 mm–0,6
mm, wobei die Maschinengeschwindigkeit dahingehend einen Einfluß auf die
Wahl der Dicke des Klebstofffilms hat, daß bei höherer Maschinengeschwindigkeit üblicherweise
eine geringere Dicke des Klebstofffilms gewählt wird. Die Abhängigkeit
der Dicke des Klebstofffilms von der Maschinengeschwindigkeit kann
tabellarisch im voraus aufgestellt werden und in einer Steuereinheit
abgespeichert werden. Entsprechend dieser Tabellen wird dann der Dosierspalt
zwischen der Beleimungsspalte 45 und der Leimdosierwalze 49 eingestellt,
um die für
die Maschinengeschwindigkeit passende Dicke des Klebstofffilms zu
erhalten.
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2 zeigt
schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel
der Maschine der 1. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist zur Annäherung
des Beleimungsaggregats 27 an die Riffelwalze 13 ein
hydraulisch betätigtes
Kolben-Zylinder-Aggregat 53 vorgesehen, welches einerseits
an dem fest mit dem Maschinengestell 31 der Maschine verriegelten
Schlitten 29 angreift und andererseits an dem Wagen 51 des
Beleimungsaggregats 27 angreift. Das Kolben-Zylinder-Aggregat 53 umfaßt einen
an dem Schlitten 29 angebrachten Zylinder 55,
in dem ein Kolben 57 verschiebbar angeordnet ist. Der Kolben 57 begrenzt
in dem Zylinder 55 eine Arbeitskammer 59 und ist
auf seiner der Arbeitskammer 59 abgewandten Seite mit einer
Kolbenstange 61 verbunden, welche nach außen aus
dem Zylinder 55 ragt und an dem Wagen 51 des Beleimungsaggregats 27 kraftübertragend
angreift. An die Arbeitskammer 59 ist eine Hydraulikleitung 63 angeschlossen.
Von einer Hydraulikdruckquelle 65 aus wird die Arbeitskammer 59 des
Kolben-Zylinder-Aggregats 53 über die
Hydraulikleitung 63 mit Hydraulikdruck beaufschlagt. In
der Hydraulikleitung 63 ist ein Druckregelventil 67 enthalten.
Dieses Druckregelventil 67 gibt einen konstanten Druck
ab, so daß etwaige
Druckschwankungen seitens der Hydraulikdruckquelle 65 nicht
in die Arbeitskammer 59 des Kolben-Zylinder-Aggregats 53 übertragen
werden. Die Hydraulikdruckquelle 65 kann beispielsweise
von einer Hydraulikpumpe gebildet sein. Der von dem Druckregelventil 67 abgegebene Druck
ist einstellbar. Hierzu ist an das Druckregelventil 67 eine
mit einer Steuereinheit 69 verbundene Steuerleitung 71 angeschlossen.
Je nach Bedarf kann über
diese Steuerleitung 71 von der Steuereinheit 69 ein
bestimmter Druck vorgegeben werden, der über das Druckregelventil 67 in
der Arbeitskammer 59 eingestellt wird. Eine auf der der
Arbeitskammer 59 abgewandten Seite des Kolbens 57 in
dem Zylinder 55 angeordnete Feder 73 spannt den
Kolben 57 im Sinne einer Volumenreduzierung der Arbeitskammer 59 vor.
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Zur
Einstellung der Maschine wird, nachdem der Schlitten 29 an
dem Maschinengestell 31 der Maschine verriegelt ist, die
Arbeitskammer 59 des Kolben-Zylinder-Aggregats 53 mit Druck beaufschlagt, so
daß der
Kolben 57 mit der Kolbenstange 61 ausgeschoben
wird und der Wagen 51 des Beleimungsaggregats 27 in
Richtung zu der Riffelwalze 13 bewegt wird. Dabei gelangt
die Beleimungswalze 45 in Druckkontakt mit der auf der
Riffelwalze 13 aufliegenden Wellbahn 1. Die Arbeitskammer 59 wird
so stark mit Druck beaufschlagt, daß sich die gewünschte wirksame
Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze 45 und der Riffelwalze 13 einstellt.
Zur Messung der Andrückkraft
ist eine Kraftmeßdose 75 vorgesehen,
welche in dem Kraftübertragungsweg
der von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53 erzeugten Kraft
angeordnet ist. Dieser Kraftübertragungsweg verläuft von
dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53 über den Wagen 51,
die Beleimungswalze 45 und die Wellbahn 1 zu der
Riffelwalze 13, von wo die übertragene Kraft in das Maschinengestell 31 der
Maschine abgeleitet wird. Es ist dies im wesentlichen der einzige
Kraftübertragungsweg,
auf dem die von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53 erzeugte
Kraft übertragen wird.
An der in diesem Kraftübertragungsweg
beispielhaft zwischen der Kolbenstange 61 und dem Wagen 51 angeordneten
Kraftmeßdose 75 wird
daher unmittelbar die Andrückkraft
erfaßt,
die zwischen der Beleimungswalze 45 und der Riffelwalze 13 wirksam
ist. Das von der Kraftmeßdose 75 gelieferte Meßsignal
wird über
eine Meßsignalleitung 77 zu
der Steuereinheit 69 übertragen,
wo es ausgewertet wird und gegebenenfalls ein Stellsignal erzeugt
wird, das über
die Steuerleitung 71 dem Druckregelventil 67 zugeführt wird,
um den Druck in der Arbeitskammer 59 und damit die Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze 45 und der Riffelwalze 13 zu
verändern. Die
Steuereinheit 69 kann einen Mikroprozessor enthalten, der
in Abhängigkeit
von der an der Kraftmeßdose 75 erfaßten Ist-Kraft ein
Regelprogramm abarbeitet, um die gemessene Andrückkraft auf eine gewünschte Soll-Andrückkraft
einzuregeln.
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Die
von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53 erzeugte Kraft wird
in einer gewissen Bandbreite eingestellt. Einerseits muß sie ausreichend
groß sein, um
bei der Annäherung
des Beleimungsaggregats 27 die Rollreibung der Räder 43 überwinden
zu können.
Andererseits sollte sie nicht zu groß sein, um eine schwingungsmäßige Ankoppelung
des Beleimungsaggregats 27 an die Riffelwalze 13 zu
vermeiden. Es hat sich gezeigt, daß bei Einhaltung dieser Bedingungen
Schwingungen der Spaltweite des zwischen der Beleimungswalze 45 und
der Riffelwalze 13 gebildeten Beleimungsspalts im wesentlichen nicht
auftreten. Insbesondere wenn die Masse des Wagens 51 sehr
groß ist
(beispielsweise in der Größenordnung
von einer Tonne liegt) und die von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53 erzeugte
Kraft relativ klein ist, läßt sich
eine nahezu vollständige
schwingungsmäßige Entkoppelung
des Beleimungsaggregats 27 von der Riffelwalze 13 feststellen.
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In 3 sind
gleiche oder gleichwirkende Komponenten wie in den 1 und 2 mit
gleichen Bezugszeichen versehen, jedoch ergänzt um den kleinen Buchstaben
a. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird zur Beschreibung solcher
Komponenten auf die vorangehenden Ausführungen zu den 1 und 2 verwiesen.
Es soll im folgenden lediglich auf Unterschiede zu den vorangehenden
Figuren eingegangen werden.
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In 3 wird
die von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53a erzeugte Kraft
im wesentlichen auf zwei Kraftübertragungswege
aufgeteilt. Ein erster Kraftübertragungsweg
verläuft
wie bei dem Ausführungsbeispiel
der 2 über
die Beleimungswalze 45a zu der Riffelwalze 13a und
von dort auf das Maschinengestell 31a. Auf diesem Kraftübertragungsweg
wird eine Kraft übertragen,
welche der Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze 45a und der Riffelwalze 13a entspricht.
Ein zweiter Kraftübertragungsweg
verläuft
von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53a über den
Wagen 51a und einen an dem Wagen 51a befestigten Anschlag 79a zu
einem bezüglich
des Maschinengestells 31a ortsfest angebrachten, mit dem
Anschlag 79a des Wagens 51a zusammenwirkenden
Gegenanschlag 81a und von dort in das Maschinengestell 31a.
Der Gegenanschlag 81a ist verstellbar. Bei dem Ausführungsbeispiel
der 3 ist er als Exzenter dargestellt, der mittels
eines Schwenkhebels 83a verstellbar ist. Der Schwenkhebel 83a steht
mit einer Stellspindel 85a in Gewindeeingriff, welche durch
einen Elektromotor 87a antreibbar ist. Der Elektromotor 87a ist
seinerseits über eine
weitere Steuerleitung 89a mit der Steuereinheit 69a verbunden
und kann durch die Steuereinheit 69a derart angesteuert
werden, daß über eine
Drehung der Stellspindel 85a eine Verschwenkung des Hebels 83a und
damit eine Verstellung des Exzenters 81a bewirkt wird.
In dem an dem Wagen 51a angebrachten Anschlag 79a ist
eine weitere Kraftmeßdose 91a untergebracht,
welche die in dem zweiten Kraftübertragungsweg übertragene
Kraft mißt.
Das von der Kraftmeßdose 91a gelieferte
Kraftmeßsignal
wird über
eine weitere Meßsignalleitung 93a der
Steuereinheit 69a zugeführt.
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Bei
dem Ausführungsbeispiel
der 3 wird die wirksame Andrückkraft zwischen der Beleimungswalze 45a und
der Riffelwalze 13a durch eine Differenzbildung zwischen
dem von der Kraftmeßdose 75a gelieferten
Kraftmeßwert,
der die insgesamt von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53a zur
Verfügung
gestellte Kraft angibt, und dem von der Kraftmeßdose 91a gelieferten
Kraftmeßwert,
der ein Maß für die auf
dem zweiten Kraftübertragungsweg übertragene
Kraft ist, ermittelt. Diese Differenzbildung wird durch die Steuereinheit 69 ausgeführt. Die
so ermittelte Ist-Andrückkraft
wird mit einem vorbestimmten Soll-Wert der Andrückkraft verglichen. Falls das Vergleichsergebnis
eine Regelabweichung ergibt, wird ein Steuersignal an den Elektromotor 87 ausgegeben,
das eine entsprechende Verstellung des Exzenters 81 bewirkt,
bis die erfaßte
Regelabweichung beseitigt ist.
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Durch
Verstellung des Exzenters 81a kann bei der Maschine gemäß 3 das
Verhältnis
zwischen den auf den beiden Kraftübertragungswegen übertragenen
Kräften
verändert
werden. Dies bedeutet, daß durch
Verstellung des Exzenters 81a auch die wirksame Andrückkraft
zwischen der Beleimungswalze 45a und der Riffelwalze 13a verändert werden
kann, und zwar bei gleichbleibender, von dem Kolben-Zylinder-Aggregat 53a zur
Verfügung gestellter
Kraft. Die auf dem zweiten Kraftübertragungsweg übertragene
Kraft ist groß gegenüber der auf
dem ersten Kraftübertragungsweg übertragenen wirksamen
Andrückkraft.
Der Wagen 51a wird also mit einer großen Überschußkraft gegen den Gegenanschlag 81a gedrückt. Hierdurch
wird eine sehr schwingungssteife Koppelung des Beleimungsaggregats 27a mit
dem Maschinengestell 31a bewirkt. Schwingungen der Spaltweite
des Beleimungsspalts zwischen der Beleimungswalze 45a und
der Riffelwalze 13a sind dadurch im wesentlichen vollständig unterdrückt.
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Sowohl
bei dem Ausführungsbeispiel
nach 2 als auch dem Ausführungsbeispiel nach 3 kann
zudem durch gezielte Abstimmung der Reibung zwischen den Rädern 43 bzw. 43a und
der Rollführung 41 bzw. 41a gezielt
Einfluß auf
das Dämpfungsverhalten
des Beleimungsaggregats 27 bzw. 27a genommen werden
und so die Tendenz zur Entstehung von Schwingungen der Spaltweite
des Beleimungsspalts weiter herabgesetzt werden.
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Bei
den Ausführungsbeispielen
der 2 und 3 ist es nicht zwingend erforderlich,
die von dem Zylinderkolbenaggregat 53 bzw. 53a erzeugte Kraft
mittels einer Kraftmeßdose 75 bzw. 75a zu
messen. Eine Aussage über
diese von dem Zylinderkolbenaggregat 53 bzw. 53a erzeugte
Kraft kann auch dadurch erhalten werden, daß die Kraftmeßdose 75 bzw. 75a entfällt und
stattdessen ein Nanometer in die Hydraulikleitung 63 bzw. 63a eingefügt wird,
das den in der Hydraulikleitung 63 bzw. 63a und
damit in der Arbeitskammer 59 bzw. 59a herrschenden
Hydraulikdruck mißt.
Anhand dieses gemessenen Hydraulikdrucks kann unmittelbar die von
dem Zylinderkolbenaggregat 53 bzw. 53 erzeugte
Kraft bestimmt werden. Speziell bei dem Ausführungsbeispiel der 2 kann
so anhand des gemessenen Hydraulikdrucks auch unmittelbar die wirksame
Andrückkraft zwischen
der Beleimungswalze 45 und der Riffelwalze 13 hergeleitet
werden. Es ist also denkbar, in den 2 und 3 statt
der Kraftmeßdose 75 bzw. 75a ein
den Druck in der Arbeitskammer 59 bzw. 59a messendes
Druckmeßgerät in eine
Regelschleife mit der Steuereinheit 69 bzw. 69a und
dem Druckregelventil 67 bzw. 67a einzubinden.