DE19714128A1 - Fahrzeugdach mit einem zur Freigabe einer targaartigen Dachöffnung entfernbaren Deckel - Google Patents
Fahrzeugdach mit einem zur Freigabe einer targaartigen Dachöffnung entfernbaren DeckelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeugdach mit einem zwischen einem vorderen
feststehenden Dachteil und einem hinteren Dachteil angeordneten, zur Freigabe einer
targaartigen Dachöffnung entfernbaren Deckel.
Bei einem aus der JP-A-4-56628 bekannten Fahrzeugdach ist ein Deckel längs einer
schwenkbar nahe der Hinterkante des Fahrzeugs angeordneten Hilfsführung unter ein
ebenfalls schwenkbar gelagertes hinteres Dachteil verfahrbar. Durch die Montage
zweier Schwenkvorrichtungen an der Fahrzeugkarosserie, die für eine exakte Funktion
genauestens justiert werden müssen, erhöht sich der Einbauaufwand.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeugdach zu schaffen,
das mittels einer einfachen Mechanik zu öffnen und mit geringem Aufwand am
Fahrzeug zu befestigen ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch gelöst, daß der Deckel
schwenkbar am hinteren Dachteil angelenkt ist und im geöffneten Zustand in der
vertikalen Position unterhalb des hinteren Dachteils liegt. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Durch die mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 geschaffene Lösung wird erreicht,
daß lediglich das hintere Dachteil an der Fahrzeugkarosserie befestigt und justiert
werden muß. Die Schwenkmechanik des Deckels am hinteren Dachteil hingegen kann
bereits bei einem Fahrzeugzulieferer komplett vormontiert werden. Während beim
eingangs genannten Stand der Technik der Deckel in der nach hinten verfahrenen
Position die Heckscheibe verdeckt und somit dem Fahrer die Sicht nach hinten
versperrt, kann durch die erfindungsgemäße Lösung der Deckel in einer annähernd
horizontalen Position etwa in Höhe der Gürtellinie des Fahrzeuges abgelegt werden,
wodurch die freie Sicht nach hinten nicht behindert wird.
Vorzugsweise ist das hintere Dachteil schwenkbar an der Karosserie des Fahrzeugs
befestigt. Hierdurch wird ein leichtes Ausschwenken des hinteren Dachteils zum
Verstauen des Deckels ermöglicht.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Schwenkachse des hinteren Dachteils nahe
von dessen Hinterkante angeordnet ist.
Eine besonders einfache, stabile und kostengünstige Konstruktion ergibt sich dadurch,
daß der Deckel mittels eines Viergelenksystems aus einem ersten Schwenkhebel, einem
zweiten Schwenkhebel und einem zwischen den Schwenkhebeln angeordneten
Koppelglied am hinteren Dachteil angelenkt ist. Dabei bilden die beiden Schwenkhebel
in besonders vorteilhafter Ausführung mit dem Koppelglied ein Parallelogramm.
Das Koppelglied wird vorzugsweise von einer mit dem Deckel starr verbundenen
Koppelstange gebildet, welche vorzugsweise nach hinten über den Deckel vorsteht. Bei
geschlossenem Dach ist diese unterhalb des hinteren Dachteils angeordnet.
Bei einem kompakten, sportlichen Fahrzeug ist das hintere Dachteil vorzugsweise als
Heckmodul ausgebildet, welches eine Heckscheibe und hintere Seitenscheiben sowie
die B-Säulen und C-Säulen umfaßt.
Ein platzsparendes Verstauen und eine günstige Kinematik ergibt sich dadurch, daß die
Anlenkpunkte der beiden Schwenkhebel am hinteren Dachteil an den schräg nach
hinten geneigt verlaufenden C-Säulen etwa mittig angeordnet sind. Dabei weisen die
Anlenkpunkte der beiden Schwenkhebel an den C-Säulen etwa den gleichen Abstand
auf, wie deren Anlenkpunkte am Koppelglied.
Vorzugsweise ist der Deckel bei geöffnetem Dach etwa horizontal in Höhe der
Gürtellinie des Fahrzeugs gelagert. Dadurch ist eine freie unbeeinträchtigte Sicht nach
hinten gewährleistet. Der Deckel kann dabei bei einem zweisitzigen Fahrzeug oberhalb
eines hinter den Sitzen liegenden Gepäckraumes abgelegt werden und diesen somit
gleichzeitig diebstahlssicher abdecken. Zudem ist bei dieser Variante kein zusätzlicher
Stauraum im hinteren Teil des Fahrzeugs zur Ablage des Deckels notwendig.
Besonders vorteilhaft ist es, daß der Deckel und das hintere Dachteil ein komplettes
Dachmodul bilden, das am Fahrzeug in Höhe der Gürtellinie befestigbar ist. Bei einer
solchen Ausführungsform kann das komplette Dachmodul bei einem Fahrzeugzulieferer
komplett vormontiert und geprüft werden und ist in kurzer Zeit am Band beim
Fahrzeughersteller einbaubar.
Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 ein Fahrzeugdach in geschlossenem Zustand,
Fig. 2 ein Fahrzeugdach während der Verschwenkung des Deckels unter das hintere
Dachteil und
Fig. 3 ein Fahrzeugdach mit geöffnetem Deckel.
Das insgesamt mit 1 bezeichnete Fahrzeugdach setzt sich aus einem oberhalb einer
Windschutzscheibe 2 anschließenden vorderen Querholm 3, einem an diesen
anschließenden Deckel 4 und einem daran anschließenden hinteren Dachteil 5
zusammen.
Das hintere Dachteil 5 ist als Heckmodul ausgebildet und umfaßt eine Heckscheibe 6,
eine davor liegende Dachplatte 7, Seitenscheiben 8, diese Seitenscheiben 8 begrenzende
B-Säulen 9 und schräg geneigt nach hinten verlaufende C-Säulen 10.
Das komplette Heckmodul ist auf die Gürtellinie 11 des Fahrzeugs aufgesetzt und
beispielsweise durch Verschrauben mit diesem verbunden.
Das als Heckmodul ausgebildete hintere Dachteil 5 ist um eine nahe seiner Hinterkante
am Fahrzeug angeordnete Schwenkachse 12 schwenkbar gelagert. Zum Ausschwenken
des hinteren Dachteils 5 gemäß der Ansicht in Fig. 2 ist beispielsweise ein nicht
dargestellter hydraulischer, pneumatischer oder elektrischer Antrieb vorgesehen, der
zwischen dem hinteren Dachteil 5 und dem unteren Teil der Karosserie angeordnet ist.
Der Deckel 4 ist mit dem hinteren Dachteil 5 über einen ersten Schwenkhebel 13 und
einen zweiten Schwenkhebel 14 verbunden. Wie am besten aus Fig. 2 zu ersehen ist,
sind der erste Schwenkhebel 13 und der zweite Schwenkbebel 14 nach Art eines
Viergelenksystems mit ihren Anlenkpunkten 13A und 14A am hinteren Dachteil und
mit ihren Anlenkpunkten 13B und 14B an einem Koppelglied 15 angeordnet, welches
starr als nach hinten gerichtete Verlängerung am Deckel 4 angeordnet ist. Die Abstände
der oberen Anlenkpunkte 13A und 14A sind etwa gleich groß wie die Abstände der
unteren Anlenkpunkte 13B und 14B.
Zum Öffnen des Daches aus der in Fig. 1 dargestellten geschlossenen Position wird das
hintere Dachteil 5 mittels des nicht dargestellten Antriebes ausgeschwenkt und zeitlich
parallel oder versetzt dazu der Deckel 4 mittels des ersten Schwenkhebels 13 und des
zweiten Schwenkhebels 14 nach hinten verschwenkt. Auf Grund der
parallelogrammartigen Anordnung der Schwenkhebel 13 bzw. 14 bleibt der Deckel 4
dabei stets etwa in einer parallelen Lage zur Dachkontur des hinteren Dachteils 5.
Wenn der Deckel 4 vollständig nach hinten geschwenkt ist, wird das hintere Dachteil 5
in die in Fig. 3 dargestellte Lage abgesenkt, wobei sich der Deckel 4 dann bei dem im
Beispiel dargestellten zweisitzigen Sportwagen etwa horizontal auf Höhe der Gürtellinie
11 befindet und dabei einen hinter den Sitzen liegenden Gepäckraum von oben her
abdeckt. Durch das nach hinten Verschwenken des Deckels 4 ist oberhalb der Sitze eine
targaartige Dachöffnung 14 freigelegt. Für den Fahrer ist die Sicht nach hinten durch
die Heckscheibe 6 in keiner Weise beeinträchtigt.
Für das Verschwenken des Deckels 4 sind am hinteren Dachteil 5 nicht dargestellte,
vorzugsweise elektrische Antriebe zu beiden Seiten vorgesehen, mittels derer einer der
Schwenkhebel 13 bzw. 14 um den Anlenkpunkt 13A bzw. 14A drehbar ist. Vorzugsweise
wird der Deckel 4 mit dem hinteren Dachteil 5 als komplettes Dachmodul bei einem
Fahrzeugzulieferer montiert und vorgeprüft und beim Fahrzeughersteller am Band
montiert. Zur Verbindung mit der Fahrzeugkarosserie 17 ist dabei lediglich eine
scharnierartige Verbindung der Schwenkachse 12, eine Kontaktierung des nicht
dargestellten Antriebes für einen der Schwenkhebel 13 bzw. 14 und eine Verbindung
eines Antriebes für das hintere Dachteil 5 zwischen diesem und der Karosserie 17 zu
montieren.
In einer besonders einfachen Variante ist auch eine manuelle Betätigung ohne jeglichen
Antrieb denkbar. Hierbei entriegelt der Fahrer bei Stillstand des Fahrzeuges ähnlich
wie bei einem Cabrioletverdeck eine vordere Verriegelung zwischen dem Deckel 4 und
dem vorderen Querholm 3 und schwenkt anschließend das hintere Dachteil 5 nach oben
und gleichzeitig den Deckel 4 unter dasselbe. Hierbei kann auch eine mechanische
Kopplung der Schwenkbewegungen des hinteren Dachteils 5 und des Deckels 4
vorgesehen sein. In jedem Falle ist durch die erfindungsgemäße Konstruktion ein
einfaches vollständiges Entfernen des Deckels ermöglicht und bei geöffnetem Dach
besteht eine ausgezeichnete Sicht nach hinten.
1
Fahrzeugdach
2
Windschutzscheibe
3
vorderer Querholm
4
Deckel
5
hinteres Dachteil
6
Heckscheibe
7
Dachplatte (von
5
)
8
Seitenscheibe
9
B-Säule
10
C-Säule
11
Gürtellinie
12
Schwenkachse (von
5
)
13
erster Schwenkhebel
13
A Anlenkpunkt (von
13
an
10
)
13
B Anlenkpunkt (von
13
an
4
)
14
zweiter Schwenkhebel
14
A Anlenkpunkt (von
14
an
10
)
14
B Anlenkpunkt (von
14
an
4
)
15
Koppelglied
16
Dachöffnung
17
Karosserie
Claims (11)
1. Fahrzeugdach (1) mit einem zwischen einem vorderen feststehenden Dachteil (3) und
einem hinteren Dachteil (5) angeordneten, zur Freigabe einer targaartigen
Dachöffnung (16) entfernbaren Deckel (4), dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel
(4) schwenkbar am hinteren Dachteil (5) angelenkt ist und in geöffnetem Zustand in
der vertikalen Projektion unterhalb des hinteren Dachteils (5) liegt.
2. Fahrzeugdach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das hintere Dachteil
(5) schwenkbar an der Karosserie (17) des Fahrzeugs befestigt ist.
Fahrzeugdach nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse
(12) des hinteren Dachteils (5) nahe vor dessen Hinterkante angeordnet ist.
4. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (4) mittels eines Viergelenksystems aus einem ersten Schwenkhebel
(13), einem zweiten Schwenkhebel (14) und einem zwischen den Schwenkhebeln
(13; 14) angeordneten Koppelglied (15) am hinteren Dachteil(S) angelenkt ist.
5. Fahrzeugdach nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Schwenkhebel (13, 14) mit dem Koppelglied (15) ein Parallelogramm bilden.
6. Fahrzeugdach nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Koppelglied (15) von einer mit dem Deckel (4) starr verbundenen Koppelstange
gebildet ist.
7. Fahrzeugdach nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppelstange
(15) nach hinten über den Deckel (4) vorsteht.
8. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das hintere Dachteil (5) als Heckmodul ausgebildet ist, welches eine Heckscheibe
(6) und hintere Seitenscheiben (8) sowie B-Säulen (9) und C-Säulen (10) umfaßt.
9. Fahrzeugdach nach Anspruch 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Anlenkpunkte (13A; 14A) der beiden Schwenkhebel (13, 14) am hinteren Dachteil (15)
an den schräg nach hinten geneigt verlaufenden C-Säulen (10) etwa mittig angeordnet
sind.
10. Fahrzeugdach nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkpunkte
(13A; 14A) der beiden Schwenkhebel (13; 14) an den C-Säulen (10) etwa den gleichen
Abstand aufweisen, wie deren Anlenkpunkte (13B, 14B) am Koppelglied (15).
11. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (4) bei geöffnetem Dach etwa horizontal in Höhe der Gürtellinie (11)
des Fahrzeugs gelagert ist.
12. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß der Deckel (4) und das hintere Dachteil (5) ein komplettes Dachmodul bilden, das
am Fahrzeug in Höhe der Gürtellinie (11) befestigbar ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997114128 DE19714128C2 (de) | 1997-04-05 | 1997-04-05 | Fahrzeugdach mit einem zur Freigabe einer targaartigen Dachöffnung entfernbaren Deckel |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997114128 DE19714128C2 (de) | 1997-04-05 | 1997-04-05 | Fahrzeugdach mit einem zur Freigabe einer targaartigen Dachöffnung entfernbaren Deckel |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19714128A1 true DE19714128A1 (de) | 1998-10-08 |
| DE19714128C2 DE19714128C2 (de) | 2000-12-07 |
Family
ID=7825564
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997114128 Expired - Fee Related DE19714128C2 (de) | 1997-04-05 | 1997-04-05 | Fahrzeugdach mit einem zur Freigabe einer targaartigen Dachöffnung entfernbaren Deckel |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE19714128C2 (de) |
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