DE19713746C2 - Sensor für gleichzeitige Rasterkraftmikroskopie und optische Nahfeldmikroskopie - Google Patents
Sensor für gleichzeitige Rasterkraftmikroskopie und optische NahfeldmikroskopieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Sensor für gleichzeitige Rasterkraftmikroskopie
und optische Nahfeldmikroskopie mit einem an einem Halter befestigten
Federbalken, der mindestens eine Wellenleiteranordnung mit
Wellenleiterschicht und Mantelschichten sowie an seinem freien Ende eine
optisch transparente Spitze aufweist.
Optische Nahfeldsonden werden in der Rasternahfeldmikroskopie (SNOM)
verwendet, wie dies beispielsweise in "Near-field optics: Light for the world
of NANO" in J. Vac. Sci. Technol. B(12)3, 1994, Seite 1441-1446 beschrieben
wird.
Die optische Nahfeldmikroskopie basiert auf der Abtastung einer Oberfläche
mit Hilfe einer optischen Apertur, um Auflösungen besser als das Abbé-Limit
zu erreichen. Aus App. Optics Vol. 34, Nr. 7, Seite 1215-1228 ist es
beispielsweise bekannt, angespitzte Glasfaserenden zu benutzen, die durch
Bedampfen mit einer Metallschicht eine kleine Apertur erhalten. Die alleinige
optische Signalerfassung besitzt jedoch den Nachteil, daß keine Trennung von
topographischen und optischen Effekten möglich ist. Für die Trennung dieser
beiden Effekte ist es notwendig, die Glasfaserspitze beim Abtasten auf einen
konstanten Abstand von einige Nanometern zur Probenoberfläche einzustellen,
was bei den bekannten Nahfeldsonden aufgrund ihrer Bauweise nur mit
erheblichem Justieraufwand möglich ist. Weiterhin besteht ohne
Abstandsregelung die Gefahr, daß beim Abrastern die Glasfaserspitze bzw. die
Probenoberfläche beschädigt wird.
Mit diesen Nachteilen behaftete Sonden für die Rastermikroskopie werden in der
DE 195 31 465 A1 und der DE 195 31 466 A1 beschrieben. Bei beiden Sonden
handelt es sich um piezoelektrische Stab-Resonatoren mit einer optisch
hochbrechenden Mikrotastspitze an ihrem der Probenoberfläche zugewandten
Ende. Die Mikrotastspitzen schwingen parallel zur Ausbreitungsrichtung des
Lichtes entlang der Längsachse des Stabes. Derartige Stab-Resonator-
Anordnungen weisen sehr hohe Federkonstanten auf, die ein Detektieren von
statischen Auslenkungen verhindern. Bei einem berührenden Abtasten wie bei der
Rasterkraftmikroskopie ist die abzutastende Probenoberfläche hohen Belastungen
ausgesetzt.
Geringere Federkonstanten erhält man bei Anordnungen der Tastspitze senkrecht
zu einem Hebelarm, wie beispielsweise bei der Rastermikroskopsonde, die in der
JP 08005642 A beschrieben wird. Für die Durchführung topographischer
Messungen weisen der Hebelarm und die Tastspitze piezoresistive Schichten auf.
Um die vorgenannten Nachteile zu umgehen, wurde die Scherkraftdetektion
entwickelt, die beispielsweise in der US-PS 5,254,854 beschrieben wird. Die
Scherkraftdetektion dient als Distanzregelung, um den Abstand zwischen
Faserspitze und Probenoberfläche auf einen konstanten Wert einzustellen. Dazu
wird das Glasfaserende in der Regel durch erzwungene Schwingungen einer
Piezokeramik in konstante Schwingungen parallel zur Probenoberfläche versetzt.
Die Schwingung des Glasfaserendes wird in der Nähe der Probenoberfläche
gedämpft, wobei diese Dämpfung umso größer ist, je näher die Glasfaserspitze an
der Probenoberfläche ist. Um die Dämpfung der Schwingung zu messen, wird das
Glasfaserende in der Regel mit einer orthogonal zur Schwingungsebene
angebrachten Laserdiode beleuchtet, wobei der sich ändernde Schatten der
Glasfaser die Intensität auf einem Fotodetektor moduliert. Diese
Intensitätsmodulation entspricht der mechanischen Schwingungsamplitude und
dient elektrisch gleichgerichtet als Eingangssignal für einen Regelkreis. Mit einem
Signal des Regelkreises wird eine weitere Piezokeramik gesteuert, die den
Abstand der Probenoberfläche zum Glasfaserende so lange verschiebt, bis ein
extern vorgegebener Sollwert erreicht ist. So läßt sich die Probenoberfläche mit
der Spitze abtasten und der Abstand zwischen Spitze und Probe immer auf einen
konstanten Wert nachfahren bzw. einstellen.
Die Anwendungen der optischen Nahfeldmikroskopie sind sehr vielfältig. Neben
der reinen Untersuchung von Probenoberflächen treten immer mehr
spektroskopische Fragestellungen aus dem Bereich der Biologie oder
Molekülphysik in den Vordergrund. Bei diesen Anwendungen wird die
Probenoberfläche über die Apertur gemessen. Bei diesen Untersuchungen ist es
von entscheidender Bedeutung, daß im Meßbereich kein Streulicht vorhanden ist,
das die Messung stört.
Der Nachteil des aus der US-PS 5,254,854 bekannten Sensors besteht darin,
daß die Herstellung der Sonden kein massentaugliches Verfahren darstellt.
Zudem besitzt das Herstellungsverfahren für die Spitze eine sehr schlechte
Reproduzierbarkeit und die Metallschichten auf der Spitze weisen häufig
Löcher auf, die zu Streulicht und Meßartefakten führen können. Die
Scherkraftdetektion ist sehr aufwendig und erschwert einen kompakten stabilen
mechanischen Aufbau.
Um den wesentlichen Nachteil dieser Anordnung zu umgehen, wird in der US-
PS 5,354,985 ein mikrotechnisch kombinierter AFM/SNOM-Sensor (AFM =
atomic force microscope) beschrieben, der aus einem wellenleitenden Federarm
mit einer integrierten Aperturspitze besteht. Die Messung der Auslenkung des
Federarms geschieht optisch über die Lichtzeigeranordnung eines gewöhnlichen
AFM's, über die Integration einer piezoresistiven Schicht im Federarm oder
über den Einbau einer Kondensatoranordnung in den Federarm zur kapazitiven
Messung.
Die in der US-PS 5,354,985 vorgeschlagenen Detektionsmethoden zum
Nachweis der Auslenkung des Federarms haben jedoch wesentliche Nachteile.
Die Detektion der Auslenkung des Federarms über eine Lichtzeigeranordnung
hat den Nachteil, daß sehr viel Streulicht entsteht, das die Messung beeinflußt.
Zur Vermeidung von Streulicht ist es zwar möglich, die Rückseite des
Federarms so mit einer dicken Metallschicht zu versehen, daß kein Licht durch
den Federarm auf die Probe gelangt. Dies führt jedoch aufgrund des
verursachten Bimetalleffektes zu einer so starken Federarmverbiegung, daß der
Einsatz als AFM-Sensor nicht mehr möglich ist. Ein dielektrischer Spiegel ist
auch denkbar, würde aber die Dicke des Federarms so vergrößern, daß ein
Einsatz als AFM-Sensor aufgrund der hohen Federkonstante nicht mehr
sinnvoll ist.
Für die piezoresistive Detektion wird in der Regel dotiertes Silizium benutzt
mit dem Nachteil, daß diese Schicht zusätzlich zum Wellenleitersystem in den
Federarm integriert werden muß. Dadurch werden die Geometrie und daraus
folgend die mechanischen Eigenschaften des Systems nachteilig beeinflußt. Vor
allem die Dicke des Federarms nimmt zu, so daß er steifer wird. Das kann
gerade bei der Untersuchung von weichen biologischen Proben von Nachteil
sein.
Das dritte in der US-PS 5,354,985 vorgeschlagene Verfahren besteht darin, die
Auslenkung des Federarms kapazitiv nachzuweisen. Dazu ist über dem
Federarm eine Kondensatorplatte angebracht, deren Gegenelektrode sich auf
dem Federarm befindet. Eine Auslenkung des Federarms ändert den Abstand
der Platten, so daß eine Kapazitätsänderung eintritt, die nachgewiesen werden
kann. Der Aufbau einer solchen Vorrichtung ist sehr aufwendig. Eine
kapazitive Detektion ist sehr anfällig gegenüber Streukapazitäten aus der
Umgebung und hat den weiteren Nachteil, daß entweder der Abstand zwischen
den beiden Platten sehr klein sein muß oder die beiden Platten in ihren
Abmessungen sehr groß gemacht werden müssen. Beides ist für den Einsatz in
einem AFM unpraktikabel.
Aufgabe der Erfindung ist daher ein kombinierter AFM/SNOM-Sensor, bei
dem kein Streulicht die SNOM-Detektion stört und der kostengünstig
hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird mit einem Sensor gemäß den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
Dadurch, daß mindestens eine Wellenleiteranordnung als Verbiegungssensor
ausgebildet ist, werden die Schichten, die üblicherweise für die
Wellenleiteranordnung benötigt werden, gleichzeitig auch für den
Verbiegungssensor ausgenutzt, so daß man insgesamt mit einer weitaus
geringeren Anzahl von Schichten auskommt als beim Stand der Technik.
Dadurch wird die Herstellung vereinfacht und insgesamt kostengünstiger. Ein
weiterer Vorteil besteht darin, daß die Dicke des Federarms möglichst klein
gehalten werden kann.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß eine Lichtzeigerdetektion entfallen
kann, wodurch keine Streulichteffekte die SNOM-Messungen beeinflussen
können, so daß Anwendungen im Bereich der Spektroskopie und der
Fluoreszenz möglich sind.
Dadurch, daß die Wellenleiteranordnung und der Verbiegungssensor integriert
sind, wird der gesamte Aufbau sehr kompakt und einfach. Die mechanischen
und thermischen Eigenschaften des Federarms können außerdem besser an den
jeweiligen Einsatzzweck angepaßt werden.
Es ist auch möglich, beispielsweise zwei Wellenleiteranordnungen
nebeneinander vorzusehen, wobei ein Wellenleiter Licht der Spitze zuführt und
ein Wellenleiter als Verbiegungssensor ausgebildet ist. Die entsprechenden
Wellenleiter- und Mantelschichten werden bei dieser Ausführungsform in einer
Ebene nebeneinander angeordnet, so daß der Vorteil eines kompakten
Federarms erhalten bleibt.
Vorzugsweise gibt es zwei Ausführungsformen, in denen die
Wellenleiteranordnung als Verbiegungssensor ausgebildet ist.
Die erste Ausführungsform beruht darauf, daß die Wellenleiterschicht und/oder
mindestens eine Mantelschicht aus einem piezoelektrischen Material besteht.
Geeignete Materialien für die piezoelektrische Wellenleiterschicht sind
beispielsweise Bleizirkonat-Bleititanat (PZT), PZT mit Lanthan-Zusatz
(PLZT), ZnO, BaTiO3 oder AlN. Diese Materialien sind hochbrechend und
können mit Mantelschichten beispielsweise aus Siliziumoxinitrid oder
Siliziumoxid kombiniert werden.
Anstatt die Wellenleiterschicht als piezoelektrische Schicht auszubilden, besteht
auch die Möglichkeit, die wellenleitende Schicht aus einem hochbrechenden
Material, wie z. B. Siliziumnitrid oder Siliziumcarbid mit einer Brechzahl von
etwa 2,4 bzw. 2,6 zu fertigen und eine oder beide der Mantelschichten aus
einer niedrigbrechenden piezoelektrischen Schicht herzustellen. Geeignete
Materialien hierfür sind beispielsweise AlN mit einer Brechzahl von 2 als
niedrig brechendes piezoelektrisches Mantelmaterial.
Durch die Kombination von wellenleitenden bzw. Mantelschichten der
Wellenleiteranordnung mit piezoelektrischen Schichten, entfallen zusätzliche
eigene piezoelektrische Schichten, um die Durchbiegung des Federarms
nachweisen zu können.
Die Elektroden für den Nachweis des piezoelektrischen Effektes sind
vorzugsweise auf dem Federbalken angeordnet. Die Elektroden können auf der
Unter- und der Oberseite des Federbalkens angeordnet sein. Es besteht aber
auch die Möglichkeit, die Elektroden unmittelbar auf dem piezoelektrischen
Wellenleitermaterial anzubringen und darüber die Mantelschichten vorzusehen.
Um ein möglichst großes Meßsignal erhalten zu können, sind die Elektroden
vorzugsweise im Bereich der größten Durchbiegung des Federbalkens
angebracht.
Die Spitze kann integraler Bestandteil der Mantelschicht sein, die
beispielsweise durch einen isotropen Ätzprozeß aus der entsprechend dick
ausgebildeten Mantelschicht der Wellenleiteranordnung gefertigt ist.
Insgesamt besitzt ein derart aufgebauter Federarm, der neben den Elektroden
nur aus dem Wellenleiter selbst besteht, den Vorteil, daß das
Herstellungsverfahren wesentlich vereinfacht wird und die Dicke des
Federarms minimiert werden kann, um die mechanische Steifigkeit in einem
größeren Bereich variieren bzw. minimieren zu können.
Während gemäß der ersten Ausführungsform die Effekte der Wellenleitung und
die des piezoelektrischen Effektes in einem neuen bifunktionalen Bauteil für
die Lösung der Aufgabe nutzbar gemacht werden, ist gemäß der zweiten
Ausführungsform vorgesehen, die beim Biegen von Glasfasern auftretenden
Änderungen der optischen Response auszunutzen. Diese sind durch
spannungsoptische Effekte und die Überkopplung in strahlende Moden bedingt.
Dieser Effekt wird normalerweise als störend betrachtet, für die vorliegende
Erfindung jedoch als Meßgröße genutzt.
Hierzu ist es notwendig, daß das in den Federarm bzw. in die dort befindliche
Wellenleiteranordnung eingestrahlte Licht am freien Ende des Federarms
reflektiert wird, um auftretende Dämpfungen auswerten zu können. Zu diesem
Zweck ist mindestens die Wellenleiterschicht am freien Ende des Federbalkens
mit einem Spiegel abgeschlossen.
Vorteilhafterweise sind an den Wellenleiter über einen Y-Verzweiger eine
Lichtquelle und ein Detektor angeschlossen.
Da Biegungen auch die Polarisation von eingestrahltem polarisiertem Licht
beeinflußt, kann gemäß einer weiteren Variante zwischen Lichtquelle und Y-
Verzweiger und zwischen Detektor und Y-Verzweiger jeweils ein Polarisator
angeordnet sein.
Ferner kann vorzugsweise im Federbalken mindestens die Wellenleiterschicht
durch einen Spalt unterbrochen sein, wobei dieser Spalt vorzugsweise an der
Einspannstelle des Federarms angeordnet ist. Im Falle der Durchbiegung treten
in diesem Bereich Dämpfungsverluste auf. Der Spalt kann vorzugsweise auch
durch ein elastisches, transparentes Material ausgefüllt werden, dessen optische
Transmission druckempfindlich ist. Es ist ferner möglich, das elastische
Material auf den Bereich der Wellenleiterschicht zu beschränken. Als
Materialien sind insbesondere PMMA geeignet.
Eine andere Variante der optischen Ausführungsform sieht vor, daß im oder
am Halter ein Referenzwellenleiter angeordnet ist, der an den Wellenleiter im
Federbalken angekoppelt ist. Vorzugsweise ist das freie Ende des
Referenzwellenleiters ebenfalls mit einem Spiegel abgeschlossen. Die beiden
reflektierten Strahlen werden vor dem Detektor zur Interferenz gebracht.
Anhand des Interferenzsignals kann auf die Verbiegung des Federarms
geschlossen werden.
Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 die seitliche Darstellung eines Federarms gemäß einer ersten
Ausführungsform,
Fig. 2 die seitliche Darstellung eines Federarms gemäß einer weiteren
Ausführungsform mit nach innen verlegten Elektroden,
Fig. 3 die seitliche Ansicht eines Federarms gemäß einer weiteren
Ausführungsform,
Fig. 4 einen Federarm, dessen Wellenleiter an eine Lichtquelle und einen
Detektor angeschlossen ist,
Fig. 5 einen Federarm, der über einen Y-Verzweiger an eine Lichtquelle und
einen Detektor zur Auswertung der Änderungen der Polarisation
angeschlossen ist,
Fig. 6 einen Federarm, dessen Wellenleiter durch einen Spalt unterbrochen ist,
Fig. 7 einen Federarm, dessen Wellenleiter einen Abschnitt aus
druckempfindlichen Material besitzt, und
Fig. 8 einen Federarm mit einer Wellenleiteranordnung, die einen
Referenzwellenleiter aufweist.
In der Fig. 1 ist ein Federarm 1 dargestellt, der an einem Halter 2 befestigt ist.
Der Federarm besteht aus einer einzigen Wellenleiteranordnung, die insgesamt
drei Schichten aufweist. An den Halter 2 schließt sich nach unten die obere
Mantelschicht 3 an, auf die die Wellenleiterschicht 4 und die untere
Mantelschicht 5 folgt. In der hier gezeigten Ausführungsform ist die
wellenleitende Schicht 4 mit der piezoelektrischen Schicht identisch, die
beispielsweise aus PZT, ZnO oder AlN besteht. Die beiden Mantelschichten 3
und 5 bestehen aus einem niedrigerbrechenden Material, z. B. Siliziumoxinitrid
oder Siliziumoxid. Der Nachweis des piezoelektrischen Effektes erfolgt über
eine obere Elektrode 8 und eine untere Elektrode 9, die unmittelbar auf den
Mantelschichten 3 und 5 aufgebracht sind. Die Elektroden 8 und 9 befinden
sich in dem Bereich, in dem die größte Durchbiegung des Federarms 1 auftritt.
Am freien Ende 10 des Federarms 1 ist in einer Ausnehmung 7 die Spitze 6
angeordnet. Die Spitze wird vorzugsweise durch einen isotropen Ätzprozeß aus
der entsprechend dick ausgebildeten Mantelschicht 5 herausgearbeitet.
Die Einleitung des Lichts in die Spitze 6 erfolgt durch das Material der
Mantelschicht 5. Hierzu ist es erforderlich, die Spitze 6 möglichst dicht an der
Wellenleiterschicht 4 anzuordnen, wobei Abstände < λ/2 bevorzugt sind.
In der Fig. 2 ist derselbe Schichtaufbau wie aus der Fig. 1 zu sehen, mit dem
Unterschied, daß die Elektroden 8 und 9 in das Innere des Federarms 1 verlegt
wurden. Die Elektroden 8 und 9 befinden sich unmittelbar auf der
piezoelektrischen Wellenleiterschicht 4.
In der Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der im
Gegensatz zu der Fig. 1 die Wellenleiterschicht 4 aus einem hochbrechenden
Material wie Siliziumnitrid oder Siliziumcarbid besteht und die Mantelschicht 5
aus einer niedrigbrechenden piezoelektrischen Schicht, wie z. B. AlN. Die
Mantelschicht 3 besteht aus einer niedrigbrechenden Schicht, z. B.
Siliziumoxid. Für die Ausbildung der Spitze 6 wird eine zusätzliche,
entsprechend dicke Abdeckschicht, z. B. Siliziumnitrid auf die piezoelektrische
Mantelschicht 5 aufgebracht und dann hieraus die Spitze 6 geformt.
Spitzenmaterial und Mantelmaterial sind in dieser Ausführungsform
unterschiedlich. Anstelle von Siliziumnitrid kann auch Siliziumoxynitrid,
Siliziumcarbid oder Siliziumoxid verwendet werden.
In den Fig. 4 bis 7 werden Ausführungsformen beschrieben, bei denen zwei
Effekte ausgenutzt werden. Zum einen handelt es sich um den extrinsischen
Effekt, bei dem die Wechselwirkung des aus beweglichen
Wellenleiterstrukturen austretenden Lichts mit einem festen Referenzsystem
ausgenutzt werden. Beim intrinsischen Effekt wird dagegen eine Veränderung
der geometrischen Abmessungen, der Brechzahlen oder der Doppelbrechung zu
einer Änderung optischer Weglängen und damit zur Beeinflussung der
optischen Eigenschaften solcher Komponenten ausgenutzt. Dabei verbleibt das
Licht in der Wellenleiterstruktur. So kann beispielsweise eine mechanische
Spannung eines Wellenleiters infolge der Einwirkung äußerer Kräfte zur
Doppelbrechung im Wellenleitermaterial und damit zu einer Beeinflussung der
Polarisation des Lichtes innerhalb des Wellenleiters führen. Diese in der
integrierten Optik häufig störenden Effekte können in der Sensorik zur
Detektion von Kräften und Verbiegungen in mikromechanischen Strukturen
ausgenutzt werden, in die wellenleitende Komponenten integriert sind.
Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen sehen vor, in eine für die
Raster-Sondenmikroskopie geeignete Anordnung, Federarm mit Spitze, ein
wellenleitendes, integriert-optisches System derart zu integrieren, daß eine
mechanische Auslenkung des Federarms zu einer besonders großen Änderung
der optischen Antwort führt.
In der Fig. 4 ist ein Federarm 1 dargestellt, bei dem die Mantelschichten 3 und
5 sowie die Wellenleiterschicht 4 aus herkömmlichen Materialien, also nicht
aus piezoelektrischen Materialien bestehen. Der Federarm ist an einem Halter
2 befestigt und besitzt an seiner Unterseite eine Spitze 6.
Die wellenleitende Schicht 4 ist über einen Y-Verzweiger über den Arm 12 mit
einer Lichtquelle 14 verbunden. Der zweite Arm 13 des Y-Verzweigers 11
endet an einem Detektor 15. Das von der Lichtquelle 14 in die
Wellenleiterschicht 4 eingestrahlte Licht tritt zum Teil durch die Spitze 6 aus
und wird zum anderen Teil an dem am freien Ende 10 des Federarms 1
befestigten Spiegel 16 reflektiert. Der Spiegel 16 erstreckt sich über die
gesamte Breite des Federarms 1 und deckt somit nicht nur die wellenleitende
Schicht 4, sondern auch die Mantelschichten 3 und 5 ab. Das an diesem
Spiegel 16 reflektierte Licht wird am Y-Verzweiger aufgeteilt und dem
Detektor 15 zugeführt. Eine Verbiegung des Federarms 1 bewirkt
gleichzeitig eine Verbiegung der Wellenleiterschicht 4, wodurch die Verluste
im Wellenleiter erhöht werden und sich dadurch die am Detektor 15 gemessene
Intensität verändert.
In der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform ist zwischen dem Y-Verzweiger
im Ast 12 ein Polarisator 17 und im Ast 13 ein Polarisator 18 angeordnet. Bei
einer Verbiegung der Wellenleiterschicht 4 wird eine mechanisch induzierte
Doppelbrechung in der Wellenleiterschicht 4 hervorgerufen. Dies führt zu
einer Änderung der Polarisation der Welle, welche sich am Ausgang des
Polarisators 18 in Form einer Intensitätsänderung auswirkt.
In den Fig. 6, 7 und 8 werden alternative Anordnungen beschrieben, die dazu
dienen, den Effekt der optomechanischen Signalerzeugung zu verstärken.
Die Anordnung der Fig. 6 entspricht derjenigen der Fig. 4 mit dem
Unterschied, daß im Federarm 1 ein Spalt 19 vorgesehen ist, der sich im
Bereich der Einspannstelle des Federarms 1 befindet. Der Spalt 19 erstreckt
sich von unten durch die untere Mantelschicht 5 und die Wellenleiterschicht 4
bis in den Bereich der oberen Mantelschicht 3. Dadurch entsteht eine
Sollbiegestelle, in der die Verbiegung besonders stark ist. Der Spalt 19 kann
durch ein elastisches transparentes Material 22, wie z. B. PMMA ausgefüllt
werden, dessen optische Transmission druckempfindlich ist und dadurch die
optische Weglänge oder Polarisation verändert. Die Druckempfindlichkeit des
im Spalt 19 befindlichen Materials 22 bewirkt z. B. innere Spannungen, die
wiederum die Transmission der Welle beeinflussen.
In der Fig. 7 ist an Stelle eines Spaltes lediglich im Bereich des Wellenleiters 4
das elastische Material 22 angeordnet, dessen optische Transmission
druckempfindlich ist. Gegenüber der Ausführungsform in Fig. 6 werden
eventuell auftretende Streulichtanteile vermieden. Das Material 22 wird
bevorzugt im Bereich der größten Biegung des Federarms 1 angeordnet.
In der Fig. 8 ist eine Anordnung gezeigt, die interferometrische Effekte
ausnutzt. Die wellenleitende Anordnung besteht aus einer Wellenleiterschicht 4
und einem zusätzlichen Referenzwellenleiter 20, der in den Halter 2 integriert
und mittels eines Spiegels 21 abgeschlossen ist. Die Wellenleiter 4 und 20
werden über einen Y-Verzweiger 11a zusammengeführt und über einen
weiteren Y-Verzweiger 11b mit einer Lichtquelle 14 und einem Detektor 15
verbunden. Eine Verbiegung des Federarms 1 führt zur Änderung der Phase
am Y-Verzweiger 11a und damit zu einer Änderung des Interferenzsignals am
Detektor 15. Eine solche interferometrische Anordnung zeichnet sich durch
eine besondere Sensitivität gegenüber einer Beeinflussung der Phasendifferenz
zwischen den beiden Interferometerästen aus.
1
Federarm
2
Halter
3
obere Mantelschicht
4
Wellenleiterschicht
5
untere Mantelschicht
6
Spitze
7
Ausnehmung
8
obere Elektrode
9
untere Elektrode
10
freies Ende
11a, b Y-Verzweiger
11a, b Y-Verzweiger
12
Ast
13
Ast
14
Lichtquelle
15
Detektor
16
Spiegel
17
Polarisator
18
Polarisator
19
Spalt
20
Referenzwellenleiter
21
Spiegel
22
elastisches Material
Claims (16)
1. Sensor für gleichzeitige Raster-Kraftmikroskopie und optische
Nahfeldmikroskopie mit einem an einem Halter befestigten Federbalken,
der mindestens eine Wellenleiteranordnung mit Wellenleiterschicht und
Mantelschichten sowie an seinem freien Ende eine senkrecht zur
Wellenleiteranordnung ausgerichtete, optisch transparente Spitze aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Wellenleiteranordnung als
Verbiegungssensor ausgebildet ist.
2. Sensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wellenleiterschicht (4) und/oder mindestens eine Mantelschicht (3, 5)
aus einem piezoelektrischen Material besteht.
3. Sensor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
piezoelektrische Wellenleiterschicht (4) aus PZT, PLZT, ZnO, BaTiO3
oder AlN besteht.
4. Sensor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
piezoelektrische Mantelschicht (3, 5) aus AlN besteht.
5. Sensor nach einem der Anspüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Federbalken (1) zwei Elektroden (8, 9) aufweist.
6. Sensor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden
(8, 9) auf der Unter- und/oder Oberseite des Federbalkens (1)
angeordnet sind.
7. Sensor nach einem Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Elektroden (8, 9) im Bereich der größten Durchbiegung des
Federbalkens (1) angebracht sind.
8. Sensor nach einem der Ansprüche 2 bis 5 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektroden (8, 9) unmittelbar auf der
piezoelektrischen Wellenleiterschicht (4) angeordnet sind.
9. Sensor nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spitze (6) integraler Bestandteil einer Mantelschicht (5) ist.
10. Sensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die
Wellenleiterschicht (4) am freien Ende (10) des Federbalkens (1) mit
einem Spiegel (16) abgeschlossen ist.
11. Sensor nach einem der Ansprüche 1 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
daß an die Wellenleiterschicht (4) über einen Y-Verzweiger (11) eine
Lichtquelle (14) und ein Detektor (15) angeschlossen sind.
12. Sensor nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
Lichtquelle (14) und Y-Verzweiger (11) und zwischen Detektor (15)
und Y-Verzweiger (11) jeweils ein Polarisator (17, 18) angeordnet ist.
13. Sensor nach einem der Ansprüche 1 oder 10 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß im Federbalken (1) mindestens die
Wellenleiterschicht (4) durch einen Spalt (19) unterbrochen ist.
14. Sensor nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (19)
oder mindestens ein Abschnitt der Wellenleiterschicht (4) durch ein
elastisches, transparentes Material (22) ausgefüllt ist, dessen optische
Transmission druckempfindlich ist.
15. Sensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im oder am
Halter (2) ein Referenzwellenleiter (20) angeordnet ist, der an die
Wellenleiterschicht (4) angekoppelt ist.
16. Sensor nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das freie
Ende des Referenzwellenleiters (20) mittels eines Spiegels (21)
abgeschlossen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19713746A DE19713746C2 (de) | 1997-04-03 | 1997-04-03 | Sensor für gleichzeitige Rasterkraftmikroskopie und optische Nahfeldmikroskopie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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