DE19711307A1 - Elektronischer Regler für ein Turbolader-Wastegate - Google Patents
Elektronischer Regler für ein Turbolader-WastegateInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Systeme
zum Regeln eines Verbrennungsmotors mit einem Turbolader und
insbesondere auf Systeme zum Regeln des Ladedrucks.
Verbrennungsmotoren mit Turbolader sind in der Kraftfahrzeug-
und Schwerlastwagenindustrie alltäglich Typische Turbolader
nutzen Abgasenergie, um Ansaugluft in den Verbrennungsmotor
aufzuladen. Eine solche Vorverdichtung bzw. Aufladung hat den
zweifachen Effekt, daß die Ladekapazität für Ansaugluft und die
Kraftstoffeinspritzmenge erhöht werden, was beides eine erhöhte
Motorleistung zur Folge hat.
Ein mit Abgasturboladern verbundenes übliches Problem ist, daß
das Turboladesystem sowie der Verbrennungsmotor beschädigt wer
den können, falls man den Ladedruck zu groß werden läßt. Viele
Turboladesysteme enthalten deshalb eine Abgas-Bypassleitung,
die den Abgaseinlaß des Turboladers mit dem Abgasauslaß verbin
det. Ein sogenanntes Wastegate-Ventil ist typischerweise in der
Abgas-Bypassleitung angeordnet und wird entsprechend dem durch
den Verdichter des Turboladers gelieferten Ladedruck reguliert.
In Fig. 1 ist nun ein Beispiel eines bekannten Turboladesystems
10 eines Verbrennungsmotors dargestellt, das eine Abgas-Bypass
leitung und einen zugeordneten Wastegate-Mechanismus enthält.
Der Turbolader 12 wird durch den Strom von Abgasen mechanisch
betätigt. Abgase treten durch den Abgaseinlaß 14 des Turbola
ders ein und treffen auf das Turbinenrad 16, so daß sich dieses
dreht. Die Abgase verlassen den Turbolader 12 durch den Abgas
auslaß 18 des Turboladers. Die durch das durch das Turbinenrad
16 strömende Abgas erzeugten Drehkräfte werden über eine Turbi
nenantriebswelle 20 auf das Verdichterrad 22 des Turboladers
übertragen. Das Verdichterrad 22 des Turboladers verdichtet die
vom Frischlufteinlaß 24 kommende Luft und gibt die verdichtete
Luft an den Auslaß 26 für Ansaugluft ab.
Die verdichtete Luft im Auslaß 26 wird mit von einer (nicht
dargestellten) Kraftstoffquelle geliefertem Kraftstoff ge
mischt, und das Gemisch gelangt durch eine Leitung in eine
Brennkammer 28, die durch einen Kolben 30 und einen Zylinder 35
definiert ist. Das Luft-Kraftstoffgemisch wird über eine Ein
laßöffnung 32 an die Brennkammer 28 abgegeben. Das Luft-Kraftstoffgemisch
wird dann in bekannter Weise durch den Kolben
30 verdichtet und anschließend gezündet.
Nach dem Verbrennungszyklus werden die Abgase durch eine Abgas
öffnung 34 ausgestoßen und gelangen in den Auspuffkrümmer bzw.
in die Abgasleitung 36. Die Abgasleitung 36 ist mit dem Abga
seinlaß 14 des Turboladers so verbunden, daß Abgase über das
Turbinenrad 16 des Turboladers strömen können. Eine Abgas-Bypassleitung
38 verbindet den Abgaseinlaß 14 des Turboladers
mit dem Abgasauslaß 18 des Turboladers. Die Abgas-Bypassleitung
38 dient dazu, zumindest einen Teil des Motorabgases um den
Turbolader 12 herum zu leiten, wodurch die Antriebskraft auf
den Turbolader 12 verringert und der Luftdruck im Auslaß 26 für
Ansaugluft entsprechend begrenzt wird.
Ein Abgas-Bypassventil 40, das üblicherweise als Wastegate-Ventil
bezeichnet wird, befindet sich innerhalb der Abgas-Bypassleitung
38. Das Wastegate-Ventil 40 wird durch ein Waste-gate-Ventil-Stellglied
42 entsprechend dem Luftdruck im Auslaß
26 für Ansaugluft geregelt, der üblicherweise als Ladedruck be
zeichnet wird. Der Auslaß 26 für Ansaugluft weist insbesondere
eine Öffnung 54 auf, die über eine Leitung 56 mit einer Ein
gangsöffnung 52 des Wastegate-Ventil-Stellglieds 42 verbunden
ist. Das Wastegate-Ventil-Stellglied 42 enthält einen Kolben
44, der an einem Ende mit dem Wastegate-Ventil 40 und an einem
gegenüberliegenden Ende mit einem auf Druck ansprechenden Glied
46 verbunden ist. Das auf Druck ansprechende Glied 46 ist typi
scherweise eine biegsame Membran. Zwischen dem biegsamen Glied
46 und dem Gehäuse des Wastegate-Ventil-Stellglieds 42 ist eine
Feder 48 angeordnet und auf Druck beansprucht, um so den Kolben
44 vom Wastegate-Ventil 40 weg vorzuspannen. Wenn der Turbola
der 12 nicht in Betrieb ist, spannt die Feder 48 den Kolben vom
Wastegate-Ventil 40 ausreichend weg, um zu veranlassen, daß das
Wastegate-Ventil 40 schließt und dadurch ein Luftstrom durch
die Abgas-Bypassleitung 38 unterbunden wird.
Die Eingangsöffnung 52 des Wastegate-Ventil-Stellglieds 42
steht mit einer durch das Gehäuse des Wastegate-Ventil-Stellglieds
42 und das biegsame Glied 46 definierten Kammer 50
in Fluidverbindung. Der die Feder 48 enthaltende Teil des
Wastegate-Ventil-Stellglieds 42 wird üblicherweise in die Atmo
sphäre entlüftet, so daß jegliche Druckzunahme innerhalb der
Kammer 50, die einer Zunahme des Ladedrucks im Auslaß 26 für
Ansaugluft entspricht, das druckempfindliche Glied 46 zur Feder
48 hin zwingt. Da der Druck innerhalb der Kammer 50 genügend
zunimmt, um die Vorspannkraft der Feder 48 zu überwinden, be
wegt sich der Kolben 44 auf das Wastegate-Ventil 40 zu, wodurch
das Wastegate-Ventil 40 etwas geöffnet wird und gestattet, daß
ein Teil des Abgases von der Abgasleitung 36 vom Abgaseinlaß 14
umgeleitet wird und direkt über die Abgas-Bypassleitung 38 zum
Abgasauslaß 18 strömt. Falls das Verdichterrad 22 des Turbola
ders den Ladedruck innerhalb des Auslasses 26 für Ansaugluft
weiter ansteigen läßt, veranlaßt ein entsprechend erhöhter
Luftdruck innerhalb der Kammer 50 des Wastegate-Ventil-Stellglieds
42 den Kolben 44, das Wastegate-Ventil 40 weiter zu
öffnen, wodurch die in den Abgasauslaß 18 strömende Abgasmenge
erhöht wird, die den Turbolader 12 umgeht. Weil Abgas in die
Abgas-Bypassleitung 38 geleitet wird, wird die Antriebskraft
auf den Turbinenventilator 16 entsprechend verringert, was ei
nen entsprechenden Ladedruckabfall im Auslaß 26 für Ansaugluft
und somit einen Druckabfall in der Kammer 50 des Wastegate-Ventil-Stellglieds
42 bewirkt. Der Druckabfall in der Kammer 50
gestattet, daß die Vorspannkraft der Feder 48 den Kolben 44 vom
Wastegate-Ventil 40 weg bewegt, wodurch das Ventil 40 veranlaßt
wird, einen Abgasstrom durch die Abgas-Bypassleitung 38 zuneh
mend zu beschränken bzw. zu drosseln. Auf diese Weise wird die
Stellung des Wastegate-Ventils 40 reguliert, um den durch das
Verdichterrad 22 des Turboladers gelieferten Ladedruck im Aus
laß 26 für Ansaugluft zu regeln.
Obwohl sich der in Fig. 1 dargestellte und beschriebene Waste
gate-Mechanismus nach dem Stand der Technik als wirksam erwie
sen hat, um den durch das Verdichterrad 22 des Turboladers dem
Auslaß 26 für Ansaugluft zugeführten Ladedruck zu regulieren,
haben Konstrukteure solcher Systeme versucht, die Funktion des
Wastegate-Ventils 40 besser zu steuern bzw. zu regeln. Das
US-Patent Nr. 4 483 146 an Morikawa offenbart z. B. einen Druckre
gelmechanismus, der den an das Wastegate-Ventil-Stellglied ge
lieferten Ladedruck entsprechend einem Zylinderdruck ändern
kann, um dadurch unabhängig von Änderungen des Atmosphären
drucks aufgrund von Höhenänderungen eine konstante Turbolader
leistung sicherzustellen. Das System von Morikawa verhindert
insbesondere, daß der Ladedruck das Wastegate-Ventil-Stellglied
erreicht, bis der Zylinderdruck über einen vorbestimmten Pegel
ansteigt. Danach öffnet und schließt eine Regelschaltung ein
Ladedruckventil gemäß einem vorbestimmten Arbeitszyklus, der
durch eine Nachschlagtabelle bereitgestellt wird, was dann be
wirkt, daß das Wastegate-Ventil beim gleichen Arbeitszyklus
durch das Wastegate-Ventil-Stellglied intermittierend geöffnet
und geschlossen wird.
Obwohl das Patent von Morikawa ein mit nicht konstantem Turbo
laderbetrieb bei verschiedenen Atmosphärendrücken verbundenes
Problem zu lösen scheint, hat der Druckregelmechanismus zum Än
dern des Luftdrucks am Wastegate-Ventil-Stellglied mehrere
Nachteile. Erstens sperrt das Druckregelsolenoid in seinem
nicht erregten Zustand den Ladeluftstrom zum Wastegate-Ventil-Stellglied.
Somit scheint die Vorrichtung von Morikawa keinen
Abgas-Bypassstrom in dem Fall zu liefern, daß der elektronische
Druckregelmechanismus versagt. Wie vorher diskutiert wurde,
könnte solch ein Zustand einen zu hohen Aufladeduck zur Folge
haben und zu einer Beschädigung des Turboladers und/oder Motors
führen. Zweitens erfordert das System von Morikawa, daß das
elektronisch geregelte Druckventil sowie das Wastegate-Ventil-
Stellglied und das Wastegate-Ventil selbst schnell und ständig
ein- und ausgeschaltet werden. Eine solche ständige Betätigung
kann eine vorzeitige mechanische Ermüdung und ein Versagen von
Komponenten zur Folge haben, was daher häufige Wartungsarbeiten
und ein an sich unzuverlässiges System zur Folge hat. Demzufol
ge wird ein einfacher und zuverlässiger Druckregelmechanismus
benötigt, um eine verbesserte Kontrolle-über die Funktion des
Wastegate-Ventils zu liefern, das einen Abgas-Bypassbetrieb als
Standardbetrieb gestattet, wie er oben im Zusammenhang mit Fig.
1 diskutiert wurde.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine
verbesserte Kontrolle über die Einstellung des
Wastegate-Ventils des Turboladers bereitzustellen.
Eine andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine solche
verbesserte Kontrolle unter Verwendung einer Luftdruckregelein
richtung zu schaffen, die auf elektrische Regelsignale und auf
einen Ladedruck anspricht, um jeden beliebigen von mehreren
diskreten Luftdruckpegeln an ein Wastegate-Stellglied entspre
chend einem gewünschten Pegel eines Ladedrucks zu liefern.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin,
eine solche verbesserte Kontrolle unter Verwendung eines elek
trisch regelbaren Wastegate-Stellglieds zu schaffen, das auf
elektrische Regelsignale und auf einen Ladedruck anspricht, um
die Stellung des Kolbens des Wastegate-Stellglieds zu regulie
ren.
Noch eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es,
einen Fahrzeug-Steuercomputer mit mehreren, Fahrzeugbetriebspa
rametern entsprechenden Eingabedatensignalen zu schaffen, wobei
der Fahrzeug-Steuercomputer dementsprechend die elektrischen
Regelsignale an entweder die Luftdruckregeleinrichtung oder das
elektrisch regelbare Wastegate-Stellglied liefern kann.
Zumindest eine dieser Aufgaben wird erfindungsgemäß durch eine
Vorrichtung zum Regeln des Turboladedrucks und ein Verfahren
zum Regeln des Wastegate-Luftdrucks nach den Ansprüchen 1, 6,
10 bzw. 20 gelöst.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verbrennungsmotor mit
einem Turboladersystem mit einem Abgaseinlaß, einem Abgasauslaß
und einem Auslaß für Ansaugluft, der einen aufgeladenen Ansaug
luftstrom an den Verbrennungsmotor liefert. Zwischen den Abga
seinlaß und den Abgasauslaß des Turboladers ist eine Abgas-Bypassleitung
gekoppelt, die einen Abgasluftstrom vom Abgasein
laß zum Abgasauslaß umleiten kann, wie im Stand der Technik be
schrieben wurde. Zu diesem Zweck ist ein Stromregelglied in der
Abgas-Bypassleitung angeordnet und durch ein Stromregelstell
glied steuerbar, das auf den Ladedruck im Auslaß für Ansaugluft
anspricht, um einen Luftstrom dort hindurch zu regulieren.
Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung ist zwi
schen dem Auslaß für Ansaugluft des Turboladers und dem Strom
regelstellglied eine Luftdruckregeleinrichtung angeordnet. Die
Luftdruckregeleinrichtung empfängt den Ladedruck und liefert
einen beliebigen von mehreren gewünschten Luftdruckpegeln an
das Stromregelstellglied, um dadurch eine verbesserte Kontrolle
über das in der Abgas-Bypassleitung angeordnete Stromregelglied
zu liefern.
In einer Ausführungsform enthält die Luftdruckregeleinrichtung
eine mit dem Auslaß für Ansaugluft des Turboladers verbundene
Einlaßöffnung für Ladeluft, eine mit dem Stromregelstellglied
verbundene Luftdruckauslaßöffnung und eine Entlüftungsöffnung
in die Atmosphäre. Die Luftdruckauslaßöffnung steht vorzugswei
se mit sowohl der Einlaßöffnung für Ladeluft als auch der Ent
lüftungsöffnung in ständiger Strömungsverbindung. Zwischen die
Einlaßöffnung für Ladeluft und die Luftdruckauslaßöffnung ist
ein erster Luftstromregelschalter angeordnet und spricht auf
ein erstes Regelsignal an, um dazwischen einen zusätzlichen
Luftstromweg zu schaffen. Ein zweiter Luftstromschalter ist
gleichfalls zwischen der Luftdruckauslaßöffnung und der Entlüf
tungsöffnung angeordnet und spricht auf ein zweites Regelsignal
an, um dazwischen einen zusätzlichen Luftstromweg zu schaffen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist folglich die Luft
druckregeleinrichtung steuerbar, um einen von vier möglichen
diskreten Luftdruckpegeln an das Stromregelstellglied bereitzu
stellen.
Gemäß einem anderen Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung
spricht ein Fahrzeug-Steuercomputer auf mehrere, Fahrzeugbe
triebsparametern entsprechende Eingabedatensignale an, um die
ersten und zweiten Regelsignale an die Luftdruckregeleinrich
tung zu liefern. Die Eingabedatensignale gestatten dem Fahr
zeug-Steuercomputer, die Abgasansaugtemperatur des Turboladers
und die Turboladergeschwindigkeit entweder zu ermitteln oder zu
schätzen. Der Fahrzeug-Steuercomputer liefert wiederum demgemäß
die ersten und zweiten Regelsignale.
Gemäß noch einem anderen Gesichtspunkt der vorliegenden Erfin
dung sind die Luftdruckregeleinrichtung und das Stromregel
stellglied durch ein elektronisch regelbares Stromregelstell
glied ersetzt. In einer Ausführungsform ist das elektronisch
regelbare Stromregelstellglied in den meisten Punkten dem im
Abschnitt über den Stand der Technik beschriebenen Stromregel
stellglied identisch mit dem Zusatz einer elektrisch steuerba
ren Spule, die um eine Verlängerung des Kolbens angeordnet ist,
der aus einem magnetischen Material gebildet ist. Die Spule
weist vorzugsweise ein Paar Regelsignaleingänge auf, um dort
ein differentielles Regelsignal zu empfangen. Als Antwort auf
das differentielle Regelsignal wird der Kolben in Abhängigkeit
von der Polarität des Regelsignals entweder weiter ausgefahren
oder zurückgezogen. Das elektrisch regelbare Stromregelstell
glied ist folglich elektrisch so regelbar, daß eine "wirksame"
Druckregeleinstellung geliefert wird, welche die tatsächliche Druckregeleinstellung infolge des Ladedrucks +/- die Stellung des Kolbens aufgrund der magnetischen Wechselwirkung zwischen der Spule und dem Kolben ist.
Druckregeleinstellung geliefert wird, welche die tatsächliche Druckregeleinstellung infolge des Ladedrucks +/- die Stellung des Kolbens aufgrund der magnetischen Wechselwirkung zwischen der Spule und dem Kolben ist.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Motors mit einem
Turbolader und einer entsprechenden Abgas-Bypasstromanordnung
nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Motors mit einem
Turbolader und eine Ausführungsform eines entsprechen
den Regelsystems für einen Bypass-Abgasstrom;
Fig. 3 eine Querschnittsansicht einer Ausführungsform einer
Luftstromsteuereinrichtung zur Verwendung beim Regeln
des Luftdrucks, die für das Wastegate-Stellglied im Re
gelsystem von Fig. 2 vorgesehen ist;
Fig. 4 ein schematisches Luftstromdiagramm der Luftstromsteu
ereinrichtung von Fig. 3;
Fig. 5 eine Darstellung des Drucks, der durch die Luftstrom
steuereinrichtung von Fig. 3 an das Wastegate-Stellglied
geliefert wird, gegen den dorthin geliefer
ten Ladedruck des Turboladers für vier gesonderte Be
triebsmodi, wie sie im Regelsystem von Fig. 2 verwendet
werden;
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines Motors mit einem
Turbolader und eine anderen Ausführungsform eines ent
sprechenden Regelsystems für einen Bypass-Abgasstrom;
Fig. 7 eine Querschnittsansicht einer Ausführungsform eines
Wastegate-Stellglieds zur Verwendung beim Regeln des
Wastegate-Ventils im Regelsystem von Fig. 6; und
Fig. 8 eine Darstellung eines effektiven Drucks, der an das
Wastegate-Stellglied von Fig. 7 geliefert wird, gegen
eine dort angelegte Spulensteuerspannung ist, wie sie
in dem Regelsystem von Fig. 6 verwendet wird.
In Fig. 2 ist eine bevorzugte Ausführungsform eines Turbolade
systems 100 für einen Verbrennungsmotor gemäß einem Gesichts
punkt der vorliegenden Erfindung dargestellt. Das System 100
ist in vielerlei Hinsicht dem in Fig. 1 veranschaulichten und
im Abschnitt über den Stand der Technik beschriebenen Turbola
desystem 10 identisch. Daher werden gleiche Zahlen verwendet,
um gleiche Komponenten zu identifizieren. Zusätzlich zu den be
züglich Fig. 1 dargestellten und beschriebenen Komponenten ent
hält das System 100 ferner eine zwischen dem Auslaß 26 für
Ansaugluft und dem Wastegate-Ventil-Stellglied 42 angeordnete
Luftdruckregeleinrichtung 102. Die Luftdruckregeleinrichtung
102 hat eine mit einer Öffnung 54 über eine Leitung 106 verbun
dene Einlaßöffnung 104, um dadurch dazwischen eine Strömungs
verbindung einzurichten, und eine mit der Eingangsöffnung 52
des Wastegate-Stellglieds 42 über eine Leitung 110 verbundene
Auslaßöffnung 108, um dadurch dazwischen eine Strömungsverbin
dung einzurichten. Die Luftdruckregeleinrichtung 102 enthält
ferner eine freie Entlüftungsöffnung 112, die mit der die Ein
richtung 102 umgebenden Atmosphäre in Strömungsverbindung
steht, deren Zweck im folgenden ausführlicher beschrieben wird.
Das System 100 enthält ferner einen elektronischen Motorcompu
ter 114 (EEC), der vorzugsweise eine auf einem Mikroprozessor
basierende Einheit mit (nicht dargestellten) ROM, RAM, einer
analogen I/O und digitalen I/O ist. Der EEC 114 wird in der
Kraftfahrzeugindustrie gewöhnlich als Motorsteuermodul (ECM),
Fahrzeug-Steuercomputer (VCC) oder dergleichen bezeichnet, und
er steuert typischerweise mehrere Motor- und Fahrzeugbetriebs
parameter. Der EEC 114 hat mehrere Eingänge 116, welche mit
verschiedenen (nicht dargestellten) Überwachungseinrichtungen
und Sensoren für den Betriebszustand des Fahrzeugs gekoppelt
sind. Der EEC 114 empfängt über die Eingänge 116 wichtige Be
triebszustandsdaten des Fahrzeugs und Motors. Solche Daten
schließen erfindungsgemäß vorzugsweise entweder Daten ein, die
sich auf die Drehzahl des Turboladers 12 und die Temperatur von
in den Einlaß 14 eintretendem Abgas beziehen, oder Daten, aus
denen die Turboladerdrehzahl und die Temperatur des Einlasses
14 berechnet oder abgeleitet werden können.
Der EEC 114 enthält ferner mehrere elektrische Signalausgänge
118₁, 118₂, . . ., 118 n, die mit entsprechenden elektrischen Si
gnaleingängen 120₁, 120₂, . . ., 120 n der Luftdruckregeleinrich
tung 102 verbunden sind. Wie im folgenden ausführlicher
diskutiert wird, liefert der EEC 114 elektrische Signale an den
Ausgängen 118₁-118 n gemäß Fahrzeugbetriebszuständen, um den
Luftdruck zu regeln, der durch die Luftdruckregeleinrichtung
102 an das Wastegate-Stellglied 42 geliefert wird.
In Fig. 3 ist nun eine bevorzugte Ausführungsform der Luft
druckregeleinrichtung 102 dargestellt. Die Einrichtung 102 um
faßt einen Körper 130, der mehrere Luftdurchgänge durch sie
hindurch und ein Paar elektrisch gesteuerte Luftstromschalter
132 und 134 enthält, die diesen zugeordnete elektrische Signal
eingänge 120₁ bzw. 120₂ aufweisen. Die Einlaßöffnung 104 steht
mit einer ersten Kammer 136 in Strömungsverbindung, und die
Auslaßöffnung 108 steht mit einer zweiten Kammer 140 in Strö
mungsverbindung. Die erste Kammer 136 ist mit der zweiten Kam
mer 140 durch einen Luftstromweg mit einem darin angeordneten
bekannten Luftstrom-Drosselglied 138 verbunden. Die Einlaßöff
nung 104 steht folglich mit der Auslaßöffnung 108 in ständiger
Strömungsverbindung.
Die zweite Kammer 140 ist durch einen zweiten Stromweg mit ei
nem darin angeordneten, anderen bekannten Luftstrom-Drosselglied
142 mit einer Entlüftungsöffnung 112 verbunden.
Die Entlüftungsöffnung 112 steht daher ebenfalls mit der Aus
laßöffnung 108 in ständiger Strömungsverbindung. Folglich er
kennt man daß die Auslaßöffnung 108 ungeachtet der Wirkung
irgendeines der Luftstromschalter 132 und 134 mit der Einlaß
öffnung 104 und der Entlüftungsöffnung 112 in ständiger Strö
mungsverbindung steht.
Eine dritte Kammer 148 ist mit der zweiten Kammer 140 durch ei
nen dritten Stromweg mit noch einem anderen, darin angeordneten
bekannten Luftstrom-Drosselglied 150 verbunden. Die dritte Kam
mer 148 ist von der ersten Kammer 136 durch einen Luftstrom
schalter 132 steuerbar getrennt. Der Schalter 132 enthält ein
Dichtungsglied 144, das an einer Oberfläche 146 des Körpers 130
eine luftdichte Dichtung bildet, um dadurch die dritte Kammer
148 von der ersten Kammer 136 zu trennen. Vorzugsweise trennt
der Schalter 132 in seinem nicht erregten Zustand, oder
"Standard"-Zustand ("default"-Zustand), über das Dichtungsglied
144 die dritte Kammer 148 von der ersten Kammer 136. Erfin
dungsgemäß kann der Schalter 132 allerdings auch in seinem er
regten Zustand die dritte Kammer 148 von der ersten Kammer 136
trennen. In seinem anderen Zustand, vorzugsweise seinem erreg
ten Zustand, zieht der Schalter 132 das Dichtungsglied 144 von
der Oberfläche 146 zurück, um dadurch eine Strömungsverbindung
zwischen der ersten Kammer 136 und der dritten Kammer 148 her
zustellen. Der Schalter 132 spricht vorzugsweise auf ein Signal
mit hohem Pegel am elektrischen Eingang 120₁ an, um den Schal
ter 132 zu erregen, und auf ein Signal mit niedrigem Pegel am
elektrischen Eingang 120₁, um den Schalter 132 zu entregen, al
lerdings kann dies auch umgekehrt sein.
Eine vierte Kammer 156 ist mit der Entlüftungsöffnung 112 durch
einen vierten Stromweg mit noch einem anderen, darin angeordne
ten bekannten Luftstrom-Drosselglied 158 verbunden. Die vierte
Kammer 156 ist von der zweiten Kammer 140 durch einen Luft
stromschalter 134 steuerbar getrennt. Der Schalter 134 enthält
ein Dichtungsglied 152, das an einer Oberfläche 154 des Körpers
130 eine luftdichte Dichtung bildet, um dadurch die vierte Kam
mer 156 von der zweiten Kammer 140 zu trennen. Wie beim Schal
ter 132 trennt der Schalter 134 vorzugsweise in seinem nicht
erregten Zustand oder "Standard"-Zustand über das Dichtungs
glied 152 die vierte Kammer 156 von der zweiten Kammer 140, al
lerdings kann der Schalter 134 auch in seinem erregten Zustand
die vierte Kammer 156 von der zweiten Kammer 140 trennen. In
seinem anderen Zustand, vorzugsweise seinem erregten Zustand,
zieht der Schalter 134 das Dichtungsglied 152 von der Oberflä
che 154 zurück, um dadurch zwischen der zweiten Kammer 140 und
der vierten Kammer 156 eine Strömungsverbindung herzustellen.
Wie beim Schalter 132 spricht ferner der Schalter 154 vorzugs
weise auf ein Signal mit hohem Pegel am elektrischen Eingang
120₂ an, um den Schalter 134 zu erregen, und auf ein Signal mit
niedrigem Pegel am elektrischen Eingang 120₂, um den Schalter
134 zu entregen, jedoch kann dies auch umgekehrt gelöst sein.
Die Schalter 132 und 134 sind vorzugsweise elektrische so
lenoidgesteuerte Ventile des Typs, die typischerweise in der
Kraftfahrzeugindustrie als Kraftstoffabsperrventile verwendet
werden, sie können aber beliebige bekannte Luftstromregelschal
ter sein.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 3 und 4 werden nun verschiedene
Betriebsmodi der Luftstromsteuereinrichtung 102 ausführlich be
schrieben. Im ersten Betriebsmodus sind die Schalter 132 und
134 entregt, so daß die erste Kammer 136 von der dritten Kammer
148 und die zweite Kammer 140 von der vierten Kammer 156 ge
trennt sind und in die Einlaßöffnung 104 strömende Ladeluft
durch das Stromdrosselglied 138 zur zweiten Kammer 140 geleitet
wird, um dort einen ersten Luftdruck zu definieren. Ein Teil
des ersten Luftdrucks innerhalb der Kammer 140 wird durch das
Luftstrom-Drosselglied 142 zur Entlüftungsöffnung 112 geleitet,
die mit der die Einrichtung 102 umgebenden Atmosphäre in Strö
mungsverbindung steht, um dadurch einen resultierenden Wastega
te-Luftdruck innerhalb der zweiten Kammer 140 zu definieren,
der an der Auslaßöffnung 108 bereitgestellt wird. In diesem er
sten "Standard"-Betriebsmodus ist somit der Wastegate-Luftdruck
innerhalb der zweiten Kammer 140 als der Teil des Ladedrucks,
der durch das Stromdrosselglied 138 über die Einlaßöffnung 104
geliefert wird, minus der Teil des ersten Luftdrucks definiert,
der über das Stromdrosselglied 142 zur Entlüftungsöffnung 112
geleitet und in die Atmosphäre entlüftet wird.
In einem zweiten Betriebsmodus der Luftstromsteuereinrichtung
102 ist der Schalter 132 entregt und der Schalter 134 erregt,
so daß die zweite Kammer 140 mit der vierten Kammer 156 in
Strömungsverbindung steht und die erste Kammer 136 von der
dritten Kammer 148 getrennt ist. Im Vergleich zum ersten Be
triebsmodus wird folglich ein zusätzlicher Betrag des ersten
Luftdrucks innerhalb der zweiten Kammer 140 durch das Luft
strom-Drosselglied 158 zur Entlüftungsöffnung 112 geleitet, so
daß der resultierende Wastegate-Luftdruck innerhalb der zweiten
Kammer 140 als der Teil des durch das Stromdrosselglied 138
über die Einlaßöffnung 104 gelieferten Ladedrucks minus die
Summe der Teile des ersten Luftdrucks ist, die über die Strom
drosselglieder 142 und 158 in die Atmosphäre entlüftet werden.
Im zweiten Betriebsmodus ist somit der an der Auslaßöffnung 108
bereitgestellte Wastegate-Luftdruck entsprechend geringer als
im ersten Betriebsmodus.
In einem dritten Betriebsmodus der Luftstromsteuereinrichtung
102 sind beide Schalter 132 und 134 erregt, so daß die erste
Kammer 136 und die dritte Kammer 148 bzw. die zweite Kammer 140
und die vierte Kammer 156 in Strömungsverbindung stehen. Im
Vergleich zu den ersten und zweiten Betriebsmodi wird folglich
ein zusätzlicher Teil des Ladedrucks von der Einlaßöffnung 104
über das Stromdrosselglied 150 an die zweite Kammer 140 gelie
fert, so daß der resultierende erste Luftdruck darin entspre
chend erhöht ist. Der in der zweiten Kammer 140 herrschende und
am Auslaß 108 bereitgestellte Wastegate-Luftdruck ist somit als
die Summe der Teile des Ladedrucks definiert, die durch die
Stromdrosselglieder 138 und 150 über die Einlaßöffnung 104 ge
liefert werden, minus die Summe der Teile des ersten Luft
drucks, die über die Stromdrosselglieder 142 und 158 in die
Atmosphäre entlüftet werden. Im dritten Betriebsmodus ist der
an der Auslaßöffnung 108 bereitgestellte Wastegate-Luftdruck
vorzugsweise höher als in jedem der ersten und zweiten Be
triebsmodi.
In einem vierten Betriebsmodus der Luftstromsteuereinrichtung
102 ist der Schalter 132 erregt und der Schalter 134 entregt,
so daß die erste Kammer 136 und die dritte Kammer 148 in Strö
mungsverbindung stehen, während die zweite Kammer 140 von der
vierten Kammer 156 getrennt ist. Im Vergleich zum dritten Be
triebsmodus wird ein geringerer Teil des ersten Luftdrucks von
der zweiten Kammer 140 entlüftet, so daß der resultierende
Wastegate-Luftdruck in der zweiten Kammer 140 als die Summe der
Teile des Ladedrucks definiert ist, die durch die Stromdrossel
glieder 138 und 150 über die Einlaßöffnung 104 geliefert wer
den, minus der Teil des ersten Luftdrucks, der über das
Stromdrosselglied 142 zur Entlüftungsöffnung 112 geleitet wird.
Im vierten Betriebsmodus ist folglich der an der Auslaßöffnung
108 bereitgestellte Wastegate-Luftdruck höher als in jedem der
vorher beschriebenen drei Betriebsmodi.
In Fig. 5 ist nun eine Darstellung des Wastegate-Luftdrucks ge
gen den Ladedruck (oder aber der Luftdruck an der Auslaßöffnung
108 gegen den Luftdruck an der Einlaßöffnung 104 der Einrich
tung 102) dargestellt, welche die vier beschriebenen Betriebs
modi der Luftdruckregeleinrichtung 102 im Regelsystem 100 von
Fig. 2 veranschaulicht. Im ersten oder "Standard"-Betriebsmodus
nimmt der Wastegate-Luftdruck 170 von einem niedrigen Druck von
etwa 10,1 cm-Hg (4 In-Hg) bei einem Ladedruck von 25,4 cm-Hg
(10 In-Hg) annähernd linear auf einen hohen Druck von etwa
106,7 cm-Hg (42 In-Hg) bei einem Ladedruck von 152,4 cm-Hg (60
In-Hg) zu. Im zweiten Betriebsmodus nimmt der Wastegate-Luftdruck
172 von einem niedrigen Druck von etwa 5,1 cm-Hg (2
In-Hg) bei einem Ladedruck von 25,4 cm-Hg (10 In-Hg) annähernd
linear auf einen hohen Druck von etwa 53,3 cm-Hg (21 In-Hg) bei
einem Ladedruck von 152,4 cm-Hg (60 In-Hg) zu. Im dritten Be
triebsmodus nimmt der Wastegate-Ladedruck 174 von einem niedri
gen Druck von ungefähr 17,8 cm-Hg (7 In-Hg) bei einem Ladedruck
von 25,4 cm-Hg (10 In-Hg) annähernd linear auf einen hohen
Druck von ungefähr 132,1 cm-Hg (52 In-Hg) bei einem Ladedruck
von 152,4 cm-Hg (60 In-Hg) zu. Im vierten Betriebsmodus nimmt
schließlich der Wastegate-Luftdruck 176 von einem niedrigen
Druck von etwa 20,3 cm-Hg (8 In-Hg) bei einem Ladedruck von
25,4 cm-Hg (10 In-Hg) annähernd linear auf einen hohen Druck
von etwa 140,3 cm-Hg (58 In-Hg) bei einem Ladedruck von 152,4
cm-Hg (60 In-Hg) zu.
Man erkennt nun, daß die Luftdruckregeleinrichtung 102 der vor
liegenden Erfindung vier diskrete Einstellungen des Wastegate-Luftdrucks
für jeden gegebenen Ladedruck bereitstellt. Der
Fachmann erkennt, daß die Luftdruckregeleinrichtung 102 mit ei
ner beliebigen Anzahl Kammern und entsprechenden Luftstrom
schaltern ausgestattet werden kann, so daß jede gewünschte
Anzahl diskreter Einstellungen des Wastegate-Luftdrucks mit je
der gewünschten Steigung erreicht werden kann, ohne von den
Lehren der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Es versteht sich
außerdem, daß die "Standard"-Einstellung des Wastegate-Luftdrucks
vorzugsweise irgendwo zwischen den niedrigen und ho
hen Druckeinstellungen der Einrichtung 102 eingestellt wird.
Erfindungsgemäß kann die Standardeinstellung jede beliebige der
verfügbaren Druckeinstellungen der Einrichtung 102 sein.
In Fig. 6 ist nun eine andere Ausführungsform eines Turbolade
systems 200 für einen Verbrennungsmotor gemäß einem anderen Ge
sichtspunkt der vorliegenden Erfindung dargestellt. In
vielerlei Hinsicht ist das System 200 dem bezüglich Fig. 2 be
schriebenen System 100 identisch. Daher werden gleiche Zahlen
verwendet, um gleiche Elemente zu identifizieren. Das System
200 ersetzt die Luftdruckregeleinrichtung 102 und das Wastega
te-Stellglied 42 durch ein regelbares Wastegate-Stellglied 202.
Das Wastegate-Stellglied 202 enthält eine Luftdruck-Eingangsöffnung
204, die mit der Öffnung 54 über eine Leitung
56 in Fluidverbindung steht, und einen sich von dort in eine
funktionsmäßige Verbindung mit dem Wastegate-Ventil 40 erstrec
kenden Kolben 206. Ein EEC 208, der alle bezüglich des EEC 114
beschriebenen Merkmale aufweist, empfängt Fahrzeug- und Motor
betriebsdaten über mehrere Dateneingänge 210 und stellt ein da
zu entsprechendes Regelsignal an Ausgängen 214₁ und 212₂
bereit. Das Wastegate-Stellglied 202 enthält ferner entspre
chende elektrische Signaleingänge 214₁ und 214₂, die mit Aus
gängen 212₁ und 212₂ verbunden sind, und spricht auf ein
solches, dort bereitgestelltes Regelsignal an, um das Wastega
te-Ventil 40 in einer im folgenden zu beschreibenden Weise zu
betätigen.
In Fig. 7 ist nun eine bevorzugte Ausführungsform eines regel
baren Wastegate-Stellglieds 202 gemäß noch einem anderen Ge
sichtspunkt der vorliegenden Erfindung dargestellt. Das
Stellglied 202 umfaßt ein unteres Gehäuse 220 und ein oberes
Gehäuse 222, die durch ein druckempfindliches Glied 224 ge
trennt sind. Das druckempfindliche Glied 224 ist vorzugsweise
eine Membran oder ein anderes biegsames Glied. Gemäß der vor
liegenden Erfindung kann das druckempfindliche Glied 224 ein
Kolben oder ein ähnliches, innerhalb der und zwischen den Ge
häusen 220 und 222 verschiebbar angeordnetes Glied sein.
Das untere Gehäuse 220 enthält eine offene Öffnung 226 in einem
Ende von ihm mit einem darin verschiebbar angeordneten Kolben
206. Einer Unterseite des druckempfindlichen Glieds 224 benach
bart ist eine Platte oder Unterlegscheibe 232 am Kolben 206 an
gebracht. Ein Befestigungsglied 235 ist am Kolben 206 der
Oberseite des druckempfindlichen Glieds 224 benachbart ange
bracht und vorzugsweise verstellbar, um dadurch zu gestatten,
daß das druckempfindliche Glied 224 zwischen dem Befestigungs
glied 235 und der Unterlegscheibe 232 luftdicht zusammenge
drückt wird.
Ein Halteglied 230 ist über der Öffnung 226 angeordnet und hat
eine dort durchgehende Bohrung, die den Kolben 206 verschiebbar
aufnimmt. Ein elastisches Glied 228 ist zwischen dem Halteglied
230 und der Unterlegscheibe 232 angeordnet und betreibbar, um
das druckempfindliche Glied 224 vom Halteglied 230 weg vorzu
spannen. Das elastische Glied 228 ist vorzugsweise eine Spiral
feder, wie in Fig. 7 dargestellt ist. Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann das elastische Glied 228 als eine beliebige be
kannte Struktur vorgesehen werden, die betreibbar ist, um das
druckempfindliche Glied 224 mit einer vorbestimmten linearen
oder nicht linearen Kraft vom Halteglied 230 weg vorzuspannen.
Das obere Gehäuse 222 umfaßt eine obere Wand 205 mit einer dort
hindurch definierten Bohrung. Eine obere Kappe 236 mit einem
darin definierten Fach 238 ist oben an der oberen Wand 205
luftdicht angebracht. Eine Verlängerung 240 des Kolbens 206 er
streckt sich in das Fach 238 der oberen Kappe 236, und zwischen
der oberen Wand 205 und der die Verlängerung 240 des Kolbens
206 umgebenden oberen Kappe 236 ist eine elektrische Spule 234
angeordnet. Elektrische Signaleingänge 214₁ und 214₂ erstrecken
sich durch die obere Kappe 236 und sind mit der Spule 234 funk
tionsmäßig verbunden. Die Verlängerung 240 ist vorzugsweise aus
einem bekannten magnetischen Material hergestellt, so daß ein
über die elektrischen Signaleingänge 214₁ und 214₂ an die Spule
234 angelegtes Spulensteuersignal den Kolben 206 veranlaßt,
sich in Abhängigkeit von der Polarität des Spulensteuersignals
demgemäß entweder zum Halteglied 230 hin oder von ihm weg zu
bewegen.
Das druckempfindliche Glied 224, das obere Gehäuse 222 und die
obere Kappe 236 definieren dazwischen eine erste Kammer 225,
welche im System 200 von Fig. 6 aufgrund der Verbindung der
Einlaßöffnung 204 mit der Öffnung 54 über die Leitung 56 beim
Ladedruck gehalten wird. Das druckempfindliche Glied 224 und
das untere Gehäuse 220 definieren dazwischen eine zweite Kammer
245, die aufgrund der offenen Öffnung 226 beim Druck der das
Wastegate-Stellglied 202 umgebenden Atmosphäre gehalten wird.
Wenn die Spule 234 entregt ist (was vorzugsweise keinem Signal
oder einem Signal mit niedrigem Pegel auf den elektrischen Sig
nalleitungen 214₁ und 214₂ entspricht), betätigt das Wastega
te-Stellglied 202 in identischer Weise wie das Wastegate-Stellglied
42, das in Fig. 1 dargestellt und diesbezüglich be
schrieben wurde. Gemäß der vorliegenden Erfindung erregt jedoch
ein durch den EEC 208 an elektrische Signalleitungen 214₁ und
214₂ geliefertes Spulensteuersignal die Spule 234, was im Ver
hältnis zur Stärke des Spulensteuersignals eine weitere Bewe
gung des Kolbens 206 entweder zum Halteglied 230 hin oder von
ihm weg zur Folge hat.
In Fig. 8 ist nun ein Beispiel der Funktion des Wastegate-Stellglieds
202 im System 200 von Fig. 6 graphisch veranschau
licht. Der effektive Wastegate-Druck gegen die Spulensteuer
spannung 250 ist für Spulensteuerspannungen zwischen
-12 Volt und 12 Volt dargestellt. Wie durch den Datenpunkt 252
gezeigt ist, beträgt der effektive Wastegate-Druck bei einer
Spulensteuerspannung von Null annähernd 127 cm-Hg (50 In-Hg).
Es versteht sich, daß ohne Spulensteuerspannung der "effektive"
Wastegate-Druck 252 von 127 cm-Hg (50 In-Hg) dem tatsächlichen
Ladedruck innerhalb der ersten Kammer 225 entspricht.
Wenn an die Spule 234 zunehmend negative Spulensteuerspannungen
angelegt werden, veranlassen die zwischen der Spule 234 und der
Verlängerung 240 des Kolbens 206 entwickelten entsprechenden
magnetischen Kräfte den Kolben 206, sich in eine Richtung vom
Halteglied 230 weg zu bewegen. Der vorerwähnte Einfluß der er
regten Spule 234 auf die Verlängerung 240 des Kolbens 206 wirkt
dahingehend, die Vorspannkraft des elastischen Glieds 228 und
dadurch den "effektiven" Druck des Ladedrucks innerhalb der er
sten Kammer 225 zu ändern. Für eine Spulensteuerspannung von -
12 Volt wird somit der Kolben 206 durch die magnetische Wirkung
in eine Stellung entsprechend einem Ladedruck innerhalb der er
sten Kammer 225 von annähernd 88,9 cm-Hg (35 In-Hg) gezwungen,
selbst wenn der tatsächliche Ladedruck innerhalb der ersten
Kammer 225 etwa 127 cm-Hg (50 In-Hg) beträgt.
Wenn zunehmend positive Spulensteuerspannungen an die Spule 234
angelegt werden, veranlassen ähnlich die entsprechenden, zwi
schen der Spule 234 und der Verlängerung 240 des Kolbens 206
entwickelten magnetischen Kräfte den Kolben 206, sich in eine
Richtung zum Halteglied 230 hin zu bewegen. Der vorerwähnte
Einfluß der erregten Spule 234 auf die Verlängerung 240 des
Kolbens 206 wirkt, um die Vorspannkraft des elastischen Glieds
228 und dadurch den "effektiven" Druck des Ladedrucks innerhalb
der ersten Kammer 225 so zu ändern, daß für eine Spulensteuer
spannung von 12 Volt der Kolben 206 durch die magnetische Wir
kung in eine einem Ladedruck innerhalb der ersten Kammer 225
von annähernd 165,1 cm-Hg (65 In-Hg) entsprechende Stellung ge
zwungen wird, selbst wenn der tatsächliche Ladedruck innerhalb
der ersten Kammer 225 annährend 127 cm-Hg (50 In-Hg) beträgt.
Mit der vorliegenden Erfindung wird die Wahlmöglichkeit unter
mehreren Einstellungen des Wastegate-Luftdrucks für eine zu
sätzliche Kontrolle über das bekannte Turboladesystem 10 von
Fig. 1 geschaffen. Falls der EEC 114 mit Daten in bezug auf die
Abgastemperatur im Abgaseinlaß 14 und die Drehgeschwindigkeit
des Turboladers 12 versorgt wird oder diese berechnen oder an
derweitig schätzen kann, kann speziell die Einstellung des
Wastegate-Luftdrucks demgemäß modifiziert werden, um die Motor
leistung und den Fahrzeugbetrieb zu verbessern. Insbesondere
können die Effizienz und die Emissionswerte des Motors sowie
die Motorbremsleistung verbessert werden, während Wärmeemissio
nen, das Motorbremsgeräusch und die Turboladerbeanspruchung
verringert werden. Weil eine Regelung der verschiedenen Waste
gate-Druckeinstellungen durch den EEC 114 ausgeführt wird, muß
der Fahrzeugbetreiber den Fahrstil oder seine Fahrgewohnheiten
nicht ändern, um die erwähnten Vorteile zu verwirklichen.
Claims (25)
1. Vorrichtung zum Regeln des Ladedrucks eines Verbrennungsmo
tors mit einem Turbolader (12), der einen Auslaß (26) für An
saugluft, einem Abgaseinlaß (14) und einem Abgasauslaß (18)
aufweist, wobei die Vorrichtung aufweist:
- - eine Abgas-Bypassleitung (38), die den Abgaseinlaß (14) mit dem Abgasauslaß (18) verbindet;
- - ein Stromregelglied (40), das innerhalb der Abgas-Bypassleitung (38) angeordnet ist, zum Regeln des Abgasluft stroms dort hindurch;
- - ein Stromregelstellglied (42), das auf den Bypass-Luftdruck anspricht, um das Stromregelglied (40) zu betätigen; und
- - eine Luftdruckregeleinrichtung (102) mit einer Einlaßöffnung (104) in Strömungsverbindung mit dem Auslaß (26) für Ansaugluft und einer Auslaßöffnung (108), die den Bypass-Luftdruck an das Stromregelstellglied (42) liefert, wobei die Einrichtung (102) mehrere Luftstromwege zwischen der Einlaßöffnung (104) und der Auslaßöffnung (108) definiert, wobei zumindest einer der Luft stromwege für einen konstanten Luftstrom dort hindurch sorgt und zumindest ein anderer der Luftstromwege steuerbar ist, um einen Luftstrom dort hindurch zu sperren bzw. zu unterbinden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der der Verbrennungsmotor
einen Teil eines Motorfahrzeugs bildet, ferner einen Fahrzeug-Steuercomputer
(114) enthaltend, der auf mehrere Fahrzeugbe
triebszustände anspricht, um ein Stromregelsignal zu liefern;
und bei der die Luftdruckregeleinrichtung (102) ferner einen
ersten Luftstromschalter (132) enthält, der innerhalb des zu
mindest anderen der Luftstromwege zwischen der Einlaßöffnung
(104) und der Auslaßöffnung (108) angeordnet ist, wobei der er
ste Luftstromschalter (132) auf einen ersten Pegel des Stromre
gelsignals anspricht, um einen Luftstrom dort hindurch zu
gestatten, und einen zweiten Pegel des Stromregelsignals, um
einen Luftstrom dort hindurch zu sperren.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Luftdruckregelein
richtung (102) ferner eine Entlüftungsöffnung (112) in Strö
mungsverbindung mit der Außenatmosphäre enthält, wobei die
Einrichtung (102) mehrere Luftstromwege zwischen der Entlüf
tungsöffnung (112) und der Auslaßöffnung (108) definiert, wobei
zumindest einer der Luftstromwege zwischen der Entlüftungsöff
nung (112) und der Auslaßöffnung (108) für einen kontinuierli
chen Luftstrom dort hindurch sorgt und zumindest ein anderer
der Luftstromwege zwischen der Entlüftungsöffnung (112) und der
Auslaßöffnung (108) steuerbar ist, um einen Luftstrom dort hin
durch zu sperren.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der der Verbrennungsmotor
einen Teil eines Motorfahrzeugs bildet, ferner einen Fahrzeug-Steuercomputer
(114) enthaltend, der auf mehrere Fahrzeugbe
triebszustände anspricht, um ein Stromregelsignal und ein Ent
lüftungsregelsignal zu liefern; und bei der die
Luftdruckregeleinrichtung (102) ferner einen ersten Luftstrom
schalter (132) enthält, der zwischen dem zumindest anderen der
Luftstromwege zwischen der Einlaßöffnung (104) und der Auslaß
öffnung (108) angeordnet ist, und einen zweiten Luftstromschal
ter (134), der innerhalb des zumindest anderen der
Luftstromwege zwischen der Entlüftungsöffnung (112) und der
Auslaßöffnung (108) angeordnet ist, wobei der erste Luftstrom
schalter (132) auf einen ersten Pegel des Stromregelsignals an
spricht, um einen Luftstrom dort hindurch zu gestatten, und auf
einen zweiten Pegel des Stromregelsignals, um den Luftstrom
dort hindurch zu sperren, wobei der zweite Luftstromschalter
(134) auf einen ersten Pegel des Entlüftungsregelsignals an
spricht, um einen Luftstrom dort hindurch zu gestatten, und auf
einen zweiten Pegel des Entlüftungsregelsignals, um einen Luft
strom dort hindurch zu sperren.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der jeder der mehreren
Luftstromwege zwischen der Einlaßöffnung (104) und der Auslaß
öffnung (108) und zwischen der Entlüftungsöffnung (112) und der
Auslaßöffnung (108) ein Luftstrom-Drosselglied (138, 142) ent
hält, das betreibbar ist, um einen Luftstrom dort hindurch zu
drosseln.
6. Vorrichtung zum Regeln des Turboladedrucks eines Verbren
nungsmotors in einem Fahrzeug mit einem Turbolader (12) mit ei
nem Auslaß (26) für Ansaugluft, einem Abgaseinlaß (14) und
einem Abgasauslaß (18), wobei die Vorrichtung aufweist:
- - eine Abgas-Bypassleitung (38), die den Abgaseinlaß (14) mit dem Abgasauslaß (18) verbindet;
- - ein Stromregelglied (40), das innerhalb der Abgas-Bypassleitung (38) angeordnet ist, zum Regeln des Abgasluft stroms dort hindurch;
- - ein Stromregelstellglied (42), das auf den Bypass-Luftdruck anspricht, um das Stromregelglied (40) zu betätigen;
- - einen Fahrzeug-Steuercomputer (114), der auf mehrere Fahr zeugbetriebszustände anspricht, um ein Bypass-Luftdrucksignal bereitzustellen; und
- - ein Mittel (102), das auf das Bypass-Luftdrucksignal an spricht, um einen von mehreren diskreten Bypass-Luftdruckpegeln entsprechend einem vordefinierten Teil des Luftdrucks innerhalb des Auslasses (26) für Ansaugluft an das Stromregelstellglied (42) zu liefern.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der das Stromregelglied
(40) ein Wastegate-Ventil (40) eines Turboladers (12) ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der das Stromregelstell
glied (42) ein Wastegate-Ventil-Stellglied (42) ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der das auf das Bypass-Luftdrucksignal
ansprechende Mittel (102) bei Abwesenheit des
Bypass-Luftstromsignals einen Standardteil des Luftdrucks in
nerhalb des Auslasses (26) für Ansaugluft an das Stromregel
stellglied (42) liefert.
10. Luftstromsteuereinrichtung zur Verwendung bei einem Ver
brennungsmotor mit einem Turboladesystem (100) mit einem Auslaß
(26) für Ansaugluft und mit einem Wastegate-Stellglied (40),
das auf einen Luftdruck anspricht, um ein Wastegate-Luftstromregelglied
(40) zu regeln, wobei die Einrichtung (102)
aufweist:
- - eine erste Kammer (136) in Strömungsverbindung mit dem Auslaß (26) für Ansaugluft;
- - eine zweite Kammer (140) in Strömungsverbindung mit dem Wastegate-Stellglied (42);
- - einen ersten Luftstromweg, der für eine kontinuierliche Strö mungsverbindung zwischen der ersten (136) und zweiten (140) Kammer sorgt;
- - eine dritte Kammer (148), die einen zweiten Stromweg von dort zur zweiten Kammer (140) definiert; und
- - ein Mittel (144, 132), das die dritte Kammer (148) von der ersten Kammer (136) steuerbar trennt, um dadurch den Luftdruck in der zweiten Kammer (140) regelbar zu ändern.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, bei der der erste Luftstrom
weg ein Stromdrosselglied (138) enthält, das betreibbar ist, um
einen Luftstrom dort hindurch zu drosseln.
12. Einrichtung nach Anspruch 10, bei der das Mittel zum steu
erbaren Trennen der dritten Kammer (148) von der ersten Kammer
(136) einen ersten Luftstromregelschalter (132) enthält, der
auf einen ersten Pegel eines Regelsignals anspricht, um eine
Strömungsverbindung zwischen der ersten (136) und dritten (148)
Kammer zu gestatten, und auf einen zweiten Pegel eines Regelsig
nals, um die dritte Kammer (148) von der ersten Kammer (136)
zu trennen.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, bei der der erste und zweite
Luftstromweg jeweils ein Stromdrosselglied (138, 142) enthält,
das betreibbar ist, um einen Luftstrom dort hindurch zu dros
seln.
14. Einrichtung nach Anspruch 10,
ferner enthaltend:
- - einen Entlüftungsauslaß (112); und
- - einen dritten Luftstromweg, der für eine kontinuierliche Strömungsverbindung zwischen der zweiten Kammer (140) und dem Entlüftungsauslaß (112) sorgt.
15. Einrichtung nach Anspruch 14, bei der der dritte Luftstrom
weg ein Stromdrosselglied (150) enthält, das betreibbar ist, um
einen Luftstrom dort hindurch zu drosseln.
16. Einrichtung nach Anspruch 14,
ferner enthaltend:
- - eine vierte Kammer (156), die einen vierten Stromweg von dort zum Entlüftungsauslaß (112) definiert; und
- - ein Mittel (152, 134), um die vierte Kammer (156) von der zweiten Kammer (140) steuerbar zu trennen, um dadurch den Luft druck in der zweiten Kammer (140) weiter regelbar zu ändern.
17. Einrichtung nach Anspruch 16, bei der das Mittel (152, 134)
zum steuerbaren Trennen der vierten Kammer (156) vom Entlüf
tungsauslaß (112) einen zweiten Luftstromregelschalter (134)
enthält, der auf einen ersten Pegel eines Regelsignals an
spricht, um eine Strömungsverbindung zwischen der zweiten (140)
und vierten (156) Kammer zu gestatten, und auf einen zweiten
Pegel eines Regelsignals, um die zweite Kammer (140) von der
vierten Kammer (156) zu trennen.
18. Einrichtung nach Anspruch 17, bei der der dritte und vierte
Luftstromweg jeweils ein Stromdrosselglied (150, 158) enthält,
das betreibbar ist, um einen Luftstrom dort hindurch zu dros
seln.
19. Einrichtung nach Anspruch 17, bei der der erste (132) und
zweite (134) Luftstromregelschalter elektronisch geregelte Ven
tile sind.
20. Verfahren, in einem Turboladesystem eines Verbrennungsmo
tors, zum Regeln eines Wastegate-Luftdrucks, der an ein Waste
gate-Stellglied (42) geliefert wird, von einem Ladedruck
entsprechend einem Luftdruck innerhalb eines Auslasses (26) für
Ansaugluft des Turboladers (12), wobei das Verfahren die
Schritte aufweist:
- - Bereitstellen eines Teils des Ladedrucks als einen ersten Luftdruck;
- - Entlüften eines Teils des ersten Luftdrucks in die Atmosphä re, um einen resultierenden Wastegate-Luftdruck zu definieren;
- - kontinuierliches Zuführen des Wastegate-Luftdrucks zum Waste gate-Stellglied (42); und
- - Regulieren des vom Ladedruck gelieferten Teils des ersten Luftdrucks und des in die Atmosphäre entlüfteten Teils des er sten Luftdrucks gemäß Motorbetriebszuständen, um den Wastegate-Luftdruck entsprechend zu regulieren.
21. Verfahren nach Anspruch 20, bei dem der Bereitstellschritt
ein Durchleiten des Ladedrucks durch ein stromreduzierendes
Glied einschließt, um den ersten Luftdruck zu bereitzustellen.
22. Verfahren nach Anspruch 21, bei dem der Entlüftungsschritt
ein Durchleiten eines Teils des ersten Luftdrucks durch ein
stromreduzierendes Glied einschließt.
23. Kraftfahrzeug-Turboladesystem (200) für ein Motorfahrzeug
mit einem Turbolader (12) mit einem Auslaß (26) für Ansaugluft,
einem Abgaseinlaß (14) und einem Abgasauslaß (18), einer
Abgas-Bypassleitung (38), die den Abgaseinlaß (14) mit dem Abgasaus
laß (18) verbindet, einem innerhalb der Abgas-Bypassleitung
(38) angeordneten Stromregelglied (40) zum Regeln eines Abgas
luftstroms dort hindurch, und einem Fahrzeug-Steuercomputer
(208), der auf mehrere Fahrzeugbetriebszustände anspricht, um
ein Bypass-Luftdrucksignal zu liefern; und
- - einem Stromregelstellglied (204) um Regeln des Stromregel glieds (40), wobei das Stromregelstellglied (204) aufweist:
- - eine erste Kammer in Strömungsverbindung mit dem Auslaß (26) für Ansaugluft des Turboladers (12);
- - eine zweite Kammer bei Atmosphärendruck;
- - ein druckempfindliches Glied (224), das zwischen der ersten (225) und zweiten (245) Kammer angeordnet ist;
- - einen Kolben (206), der am druckempfindlichen Glied (224) an gebracht ist und sich durch die zweite Kammer (245) in eine funktionsmäßige Verbindung mit dem Stromregelglied (40) er streckt;
- - ein elastisches Glied (228), das innerhalb der zweiten Kammer (245) angeordnet ist und das druckempfindliche Glied (224) und den Kolben (206) zur ersten Kammer (225) hin vorspannt; und
- - ein Mittel (234), das auf das Bypass-Luftdrucksignal an spricht, zum Ändern der Vorspannkraft des elastischen Glieds (228), um dadurch den Kolben (206) zu veranlassen, die funkti onsmäßige Stellung des Stromregelglieds (40) entsprechend zu ändern.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, bei der der Kolben (206) einen
Teil (240) enthält, der sich in die erste Kammer (225) er
streckt.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, bei der der Teil (240) des
Kolbens (206), der sich in die erste Kammer (225) erstreckt,
aus magnetisiertem Material gebildet ist; und bei der das auf
das Bypass-Luftdrucksignal ansprechende Mittel (234) zum Ändern
der Vorspannkraft des elastischen Glieds (228) eine elektrische
Spule (234) umfaßt, die zumindest teilweise um den magnetischen
Teil (240) des Kolbens (206) angeordnet ist, wobei die Spule
(234) auf die Stärke einer Polarität des Bypass-Luftdrucksignals
anspricht, um den Kolben (206) gegen die Vor
spannkraft des elastischen Glieds (228) proportional zu zwin
gen, und auf die Stärke einer entgegengesetzten Polarität des
Bypass-Luftdrucksignals, um den Kolben (206) von der Vorspann
kraft des elastischen Glieds (228) weg proportional vorzuspan
nen.
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