DE19711512C1 - Wasserstrahlschneiden von Ausschnitten in Rohrwandungen - Google Patents
Wasserstrahlschneiden von Ausschnitten in RohrwandungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schneiden von Öffnungen in die Mantelfläche
von Rohren mittels Wasserstrahlschneiden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
sowie eine Wasserstrahlschneidmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
Derartige Öffnungen werden - insbesondere, wenn es sich um kompliziertere Konturen
handelt - nicht mittels Sägen mittels runder Sägeblätter hergestellt, sondern entweder
mittels konventioneller Verfahren wie Fräsen, oder mittels Brennschneiden oder auch
mittels Laserschneiden.
In der Regel ist dabei das zu bearbeitende Rohr mit dem einen Ende in einem
Spannfutter, beispielsweise einem konventionellen Dreibackenfutter, gehalten, wobei
dieses Spannfutter in der Regel auch auf einer drehbaren Spindel sitzt, um beim
Schneiden der Kontur der Öffnung das Schneidmedium möglichst radial auf die
Mantelfläche des Rohres aufsetzen zu lassen, um durch Überlagerung von Translations-
und Rotationsbewegungen beliebige Konturen erzeugen zu können.
Dabei besteht das Problem darin, trotz des Ausschneidens einer Öffnung in der einen
Seite der Wandung des Rohres den gegenüberliegenden Teil der
Wandung, der ebenfalls im Wirkungsbereich z. B. eines schneidenden Laserstrahles
liegt, nicht zu beschädigen.
Sowohl beim Laserschneiden, als auch beim konventionellen Brennschneiden, ist dieses
Problem dadurch lösbar, daß die Schneidwirkung nur in einem bestimmten, fokussierten
Punkt, also einer bestimmten Entfernung von der Laserquelle bzw. der Düse für die
schneidende Flamme, seine optimale Schneidwirkung besitzt. In diesem Punkt befindet
sich die Wandung, in welche die Öffnung hergestellt werden soll. Die
gegenüberliegende Wandung des Rohres ist dabei weit genug entfernt, um sie durch
den Laserstrahl etc. nicht mehr beschädigen zu lassen.
Beim Wasserstrahlschneiden dagegen gibt es einen derartigen fokussierten
Wirkungspunkt nicht, da es sich beim Wasserstrahlschneiden um einen stark
gebündelten und damit über relativ große Längenbereiche wirksam schneidenden Strahl
handelt. Entsprechend besteht das Problem beim Wasserstrahlschneiden oft darin, dem
nach Durchschneiden des zu trennenden Materiales immer noch stark gebündelten
Wasserstrahl seine Schneidenergie zu nehmen. Bei Wasserstrahlschneidmaschinen wird
dies in der Regel dadurch erreicht, daß das zerschneidende Material auf einem im
wesentlichen horizontalen Arbeitstisch aufliegt, und nach Hindurchtreten durch das zu
schneidende Bauteil der Wasserstrahl in einem Strahlfänger und/oder einem unter dem
Werkstück angeordneten, großen und tiefen Wasserbecken eliminiert wird, indem durch
Reibung etc. die Schneidkraft des Wasserstrahles stark reduziert wird.
Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung, ein Verfahren sowie eine
Wasserstrahlschneidmaschine zu schaffen, mit welchem auch mittels
Wasserstrahlschneiden
Öffnungen in einer Wandung eines Rohres hergestellt werden können, ohne den
gegenüberliegenden Teil der Wandung zu beschädigen. Dabei soll, wenn möglich, ein
radiales Aufsetzen des Schneidstrahles auf der Mantelfläche des zu schneidenden
Rohres möglich sein, da in der Regel eine radiale Schneidkante im Rohrmantel
gewünscht wird.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 5
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den jeweiligen
Unteransprüchen.
Zum Schutz der gegenüberliegenden Wandung wird beim Schneiden einer Öffnung in
eine Wandung des Rohres ein Kern in das Innere des Rohres, also zwischen die zu
schneidende Wandung und die gegenüberliegende Wandung, eingebracht.
Dabei beruht der Schutzeffekt des Kernes entweder auf der Energievernichtung des
Schneidstrahles, indem dieser Kern teilweise ebenfalls noch vom Wasserstrahl
durchtrennt wird, oder in der Streuung des Schneidstrahles durch das Material des
Kernes, oder in einer Kombination dieser beiden Effekte. Die Streuung kann u. a. durch
Relativbewegung des Kernes zum Schneidstrahl verstärkt werden.
Wenn der Kern durch den Wasserstrahl noch teilweise durchschnitten wird, also die
Energie des Wasserstrahles, durch das Schneiden des Kernes vernichtet wird, muß der
Querschnitt des Kernes, die Härte des Materials des Kernes u. U. und auch die
Neigung der dem Schneidstrahl zugewandten Fläche des Kernes gegenüber der
Richtung des Schneidstrahles in Abhängigkeit von der Schneidwirkung des
Schneidstrahles (also insbesondere der Frage, ob und wieviel Abrasiv dem Wasserstrahl
zugesetzt ist), und der Härte und Dicke der zu schneidenden Wandung des Rohres, die
ebenfalls bereits einen Energieverlust
für den Schneidstrahl bedeutet, festgelegt werden. Diese Festlegung wird umso
schwieriger, je dicker die zu schneidende Rohrwandung ist und je härter deren Material,
und umso kleiner der freie Querschnitt im Inneren des Rohres ist, der zum Einbringen
eines Kernes zur Verfügung steht.
Unter Umständen muß in diesem Zusammenhang auch die Energie des
Schneidstrahles, also dessen Abrasivwirkung, reduziert werden, was zwar den
Schneidfortschritt beim Herstellen der gewünschten Öffnung im Mantel des Rohres
verlangsamt, auf der anderen Seite jedoch die Energievernichtung des Schneidstrahles
durch den Kern erleichtert.
Je nach Material des zu schneidenden Rohres kann der Kern aus Kunststoff, Metall,
Stein oder Ähnlichem bestehen.
Falls die Eliminierung des Schneidstrahles durch eine Streuung des Schneidstrahles
beabsichtigt ist, kann der Kern entweder aus einem massivem, festen Kern bestehen,
dessen Oberflächenstruktur und/oder innere Struktur durch eine Vielzahl von Ecken,
Kanten und unterschiedlich zum Schneidstrahl geneigten Flächen diese Streuung
bewirkt. Die andere Möglichkeit besteht darin, den Kern aus einem losen Schüttgut
herzustellen, dessen Partikel diese Streuung bewirken. Dabei kommt es insbesondere
auf die richtige Relation der Größe der Partikel und deren Härte, sowie deren
Oberflächenstruktur bezüglich des Schneidstrahles an. Bezüglich der Größe hat es sich
als sinnvoll erwiesen, die einzelnen Partikel nicht größer als höchstens 1/10 des zur
Verfügung stehenden freien Durchmessers im Inneren des Rohres zu wählen, jedoch
größer als 1/10 mm.
Die einzelnen Partikel können dabei eine zufallsbedingte Außenkontur haben, wie dies
bei gebrochenem Granulat der Fall ist, die zufallsbedingte Vieleck-Formen aufweisen,
oder es kann sich um eine definierte Gestalt handeln, wie dies bei gepreßten Pellets,
kugelförmigen Partikeln etc. der Fall ist.
Als Materialien kommen vorzugsweise harte Materialien wie etwa Metall, Metalloxyde,
Stein, Quarzsand etc. in Frage.
Um den Kern mit einem derartigen Schüttgut füllen zu können, wird das zu schneidende
Rohr entweder auf einer Seite der herzustellenden Öffnung verschlossen, und von der
anderen Stirnseite her mit dem Schüttgut befüllt, woraufhin auch dort ein Verschluß, der
vorzugsweise in den stirnseitigen Enden angeordnet ist, angebracht wird.
Insbesondere der zweitgenannte Verschluß kann dabei durchlässig sein, also eine
Gitterstruktur haben, dessen Öffnungen kleiner sind als die zurückzuhaltenden Partikel
des Schüttgutes, jedoch groß genug und von ihrem Flächenanteil her ausreichend, um
das aufgrund des Wasserstrahles in den Kern eingebrachte Wasser abzuführen.
Dagegen sollte der andere, vorzugsweise der dem Spannfutter für das Rohrstück
zugewandte Verschluß auch wasserdicht sein.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Schüttgut in einer rohrförmigen Kammer
aufzunehmen, die in das Innere des zu schneidenden Rohres hineinpaßt.
In der Wandung der Kammer ist eine Öffnung vorhanden, durch welche der
Wasserstrahl nach dem Schneiden der Rohrwandung in das Schüttgut eindringt. Diese
Öffnung in der Wandung der Kammer kann so groß sein wie der in der Rohrwandung
herzustellende Durchbruch, so daß also die Kammer relativ zum zu schneidenden Rohr
stillstehen kann. Die Öffnung kann aber auch relativ klein sein, so daß die Öffnung und
damit die gesamte das Schüttgut aufnehmende Kammer mit dem Wasserstrahl
mitbewegt werden muß.
Zusätzlich besitzt die Kammer auch eine Öffnung als Überdruckentlastung, um das in
das Schüttgut eingebrachte Wasser des Schneidstrahles abfließen zu lassen und den
Druck im Inneren der Kammer nicht zu stark anwachsen zu lassen.
Das Problem, daß der Wasserstrahl nach dem Durchdringen der Rohrwandung
zum Herstellen der gewünschten Öffnung noch zuviel Energie besitzt, tritt umso
stärker auf, je qualitativ hochwertiger die Schneidkante der herzustellenden
Öffnung sein soll.
Je genauer und sauberer die Schneidkante hergestellt werden soll, umso
langsamer muß der Schneidfortschnritt mit dem Wasserstrahl gewählt werden,
und umso größer ist die Restenergie des Wasserstrahles nach dem Schneiden
der Rohrwandung. Denn mit einem sehr schnellen Fortschritt des Wasserstrahles
wird der Schneidstrahl durch das zu schneidende Material, also die zu
durchtrennende Rohrwandung, selbst immer stärker entgegen der
Vorschubrichtung, abgelenkt, und zwar maximal bis zu einem Winkel) von 90°.
Zusätzlich erfolgt dabei auch eine stärkere Streuung des Schneidstrahles.
Allein die durch das Wandungsmaterial des Rohres selbst erfolgende Umlenkung
immer mehr in Längsrichtung des Rohres bedeutet bereits eine Entschärfung des
Problemes, da der Schneidstrahl dann in einem immer flacheren und damit immer
weniger schädlicheren Winkel auf die zu schützende gegenüberliegende
Wandung des Rohres auftrifft.
Auch eine Kombination beider Möglichkeiten ist möglich, also beispielsweise in
Richtung des Wasserstrahles nach der zu durchtrennenden Rohrwandung einen
Kern aus Verschleißmaterial vom Wasserstrahl zusätzlich schneiden bzw.
vollständig durchtrennen zu lassen, bis der Wasserstrahl auf eine ausreichend
geringe Restenergie abgebremst ist, und erst im weiteren Verlauf des
Wasserstrahles, aber selbstverständlich noch innerhalb des Inneren des zu
bearbeitenden Rohres, den Wasserstrahl dann auf ein Schüttgut oder auch einen
Festkörper auftreffen zu lassen, um ihn dort stark zu streuen und damit die
Restenergie bis auf ein ungefährliches Maß zu vernichten.
Ebenso kann allein oder in Kombination mit den vorgenannten Maßnahmen die
Streuung nicht primär, sondern als Sekundäreffekt einer stärkeren Umlenkung des
Strahles verbessert werden.
Wenn also - wegen des hohen Qualitätserfordernisses beim Schnitt im Rohrmantel - der
Schneidstrahl gegenüber dem zu schneidenden Rohr nur relativ langsam
vorwärtsbewegt werden kann, wird der Schneidstrahl nur relativ wenig entgegen der
Vorschubrichtung des Schneidstrahles nach hinten umgelenkt.
Um diesen Effekt zu verstärken, kann jedoch der Kern relativ zum Schneidstrahl bewegt
werden, so daß der Schneidstrahl vor allem im Bereich des Kernquerschnittes stärker
abgelenkt wird und vor allem dem Schneidstrahl ständig neues Verschleißmaterial
entgegengesetzt wird. Bei der Relativbewegung kann es sich um eine translatorische
Bewegung in Längsrichtung des zu schneidenden Rohres oder um eine rotatorische
Bewegung um die Längsachse des Rohres oder um eine Kombination beider
Bewegungen handeln.
Dies ist mit einem massiven Kern ebenso möglich wie mit einem mit Schüttgut gefüllten
hülsenförmigen Kern, in welchem beispielsweise die Öffnung in der Kammer relativ
groß sein kann, und die Relativbewegung zwischen dem hülsenförmigen Kern und dem
Schneidstrahl nicht immer in eine Richtung, sondern z. B. kreisend um die Richtung des
Schneidstrahles herum vollzogen werden kann, erzielt durch eine Überlagerung der
vorbeschriebenen translatorischen und rotatorischen Bewegung.
Eine Ausführungsform gemäß der Erfindung ist im folgenden anhand der Figuren
beispielhaft näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1: die Herstellung eines unproblematischen Ausschnittes,
Fig. 2: die Herstellung einer Aussparung gemäß der vorliegenden
Erfindung,
Fig. 3: eine andere Vorgehensweise gemäß der Erfindung,
Fig. 4: Längsschnitt durch ein zu bearbeitendes Rohr 2, mit massivem Kern,
und
Fig. 5: Längsschnitt durch ein zu bearbeitendes Rohr mit hülsenförmigem
Kern.
Fig. 1 zeigt ein Rohr 2, in welchem in der Wandung eine Öffnung 1 geschnitten
werden soll, in Fig. 1a in einer Darstellung quer zur Längsachse des Rohres 2
und in Fig. 1b in einer Aufsicht des Rohres 2, wobei in Fig. 1b die Aufnahme des
Rohres 2 in einem Spannfutter 14, etwa einem Dreibackenfutter, auf einer Seite
des Rohres 2 ersichtlich ist.
Der in den Fig. 1 dargestellte Bearbeitungsfall ist für das
Wasserstrahlschneiden unproblematisch, da die der Wasserdüse 13
nächstliegende Schneidkante 9a mit der gegenüberliegenden Schneidkante 9b in
der gegenüberliegenden Wandung des Rohres mit dem Wasserstrahl 10 fluchtet,
und damit von ein und demselben Wasserstrahl, welcher das gesamte Rohr 2
durchläuft, gleichzeitig geschnitten wird. Dabei verlaufen die Schneidkanten 9a,
9b jedoch nicht radial zur Mitte des Rohres 2 hin, was jedoch für einige
Anwendungsfälle und vor allem bei dünnen Rohrwandungen unerheblich ist.
Sofern jedoch die Schneidkanten radial verlaufen sollen, und/oder die Kontur der
Öffnung 1 so gestaltet ist, daß sich die Schneidkanten 9a, 9b gar nicht in
fluchtende Übereinstimmung zueinander bringen lassen, wie in der Aufsicht auf
das Rohr in Fig. 2b dargestellt, ist diese Lösung nicht möglich, und der Strahl 10
muß auf das Zentrum des Rohrquerschnittes gerichtet sein, wie in der Fig. 2a
dargestellt, die die Querschnittsdarstellung der Fig. 2b ist. Wenn es dabei nicht
möglich ist, die Abrasivwirkung bzw. Schneidwirkung des Wasserstrahles 10 nach
Durchschneiden der oberen, der Wasserdüse 13 zugewandten, Wandung soweit
durch schnellen Fortschritt des Wasserstrahles in Schneidrichtung, Verringerung
der Abrasivzufuhr, Verringerung des Wasserdruckes oder der
Wasserstrahlbündelung oder ähnliche Maßnahmen soweit zu reduzieren, daß der
gegenüberliegende Teil 5 der Wandung nicht beschädigt oder gar ebenfalls
durchschnitten wird, wird in das Innere 3 des Rohres zumindest im Bereich des
Eintretens des Wasserstrahles 10 ein Kern 4 eingebracht, in den der
Wasserstrahl 10 eindringt. Dabei wird der Durchmesser bzw. die Härte des
Materiales des Kernes 4 so gewählt, daß der Wasserstrahl 10 den Kern 4 nicht
mehr vollständig durchschneidet, sondern nur noch einen Tauchschnitt 8 in
diesem erzeugt, und dabei die Restenergie des Wasserstrahles 10 verbraucht
wird.
Dabei ist vorzugsweise das Innere 3 des Rohres auf der dem aufnehmenden
Spannfutter 14 zugewandten Seite mittels eines Schotts 17 abgedichtet, um das
Wasser des Wasserstrahles 1 nicht in das Spannfutter 14 und damit die
mechanischen Komponenten der Bearbeitungsmaschine eindringen zu lassen.
Vielmehr wird das Wasser über die gegenüberliegende, in der Regel offene,
Stirnseite des Rohres 2 abgeführt, und kann dort über speztielle Leitbleche etc.
so gelenkt werden, daß es ohne stark zu verspritzen in die unter dem Werkstück
liegende Wasserwanne 16 abfließt.
Der Kern 4 besteht dabei aus einem Verschleißmaterial, welches hart genug sein
muß, um die restliche Schneidenergie des Wasserstrahles 10 zu vernichten,
bevor dieser den Kern 4 vollständig durchdrungen hat, und insbesonders ohne im
gegenüberliegenden Teil 5 der Wandung auf der Innenseite eine Beschädigung
zu hinterlassen.
Daher wird das Verschleißmaterial, aus welchem der Kern 4 besteht,
vorzugsweise sehr hart gewählt werden, also Stein, Beton, Stahl oder ähnliche
Materialien.
Falls jedoch das Material des Rohres 2 sehr weich ist, kann ein zu harter Kern 4
auch nachteilig sein:
Wenn etwa das Rohr 2 aus so weichem Kunststoff besteht, daß es ohne Abrasiv,
also mit einem Wasserstrahl, geschnitten wird, der Kern 4 dagegen aus einem
ohne Abrasiv nicht zu schneidenden Material wie etwa Granit besteht, so könnte -
eine ausreichend glatte und wenig streuende Oberfläche des Kernes 4
vorausgesetzt - der Wasserstrahl von dem Kern 4 vollständig und in noch so stark
gebündelter Form reflektiert werden, daß er in unerwünschter Weise beim
Zurückprallen gegen die Innenseite der Wandung des Rohres 2 in der Nähe der
Schneidkante 9a unerwünschterweise eine Beschädigung auf der Innenseite oder
gar einen zusätzlichen, nicht beabsichtigten Schnitt vollzieht.
In diesem Fall müßte der Kern 4 aus einem Material bestehen, das weich genug
ist, um den Wasserstrahl 10 noch in diesen Kern 4 eindringen zu lassen, jedoch
hart genug, um ihn nicht vollständig durchschneiden zu können.
Dabei muß der Kern 4 nicht unbedingt den gesamten Querschnitt des Inneren 3
des Rohres 2 ausfüllen:
Wie in der Querschnittsdarstellung des Rohres 2 in der Fig. 3 dargestellt, ist es
auch möglich, nur den der Wasserdüse 13 zugewandten Teil des Inneren 3
mittels einem massiven, aus Verschleißmaterial bestehenden Kern 4
auszustatten. Der Kern 4 wird dabei möglicherweise gerade noch vom
Wasserstrahl 10 durchdrungen, der jedoch nach dem Durchdringen des Kernes 4
nur noch eine so geringe Restenergie besitzt, daß diese allein durch Streuung
des Wasserstrahles 10 auf einen ungefährlichen Wert reduziert werden kann. Zu
diesem Zweck ist im Austrittsbereich des Wasserstrahles 10 aus dem Kern 4 ein
oder mehrere Streukörper angeordnet, deren Oberflächenstruktur und/oder innere
Struktur geeignet ist, den Wasserstrahl 10 entsprechend stark zu streuen, also
aufzuspalten, und dadurch in seiner Schneidwirkung weiter zu reduzieren. Dabei
kann es sich um einen festen Schneidkörper 18 handeln, oder um eine Füllung
5 des noch verbleibenden freien Inneren 3 des Querschnitts, dessen Partikel 6a
entweder eine vieleckige, zufallsbedingte Struktur besitzen, oder eine
gleichmäßige, z. B. runde oder gleichmäßig gekrümmte (Partikel 6b) Oberfläche.
Dabei kann durch Wahl der Größe, Oberflächenstruktur und Härte der Partikel 6a,
6b wiederum der gewünschte Streuungseffekt erzielt werden, wie er beim festen
Streukörper 18 durch Struktur der dem Wasserstrahl 10 zugewandten Oberfläche
erzielt wird.
Dabei sollten die Partikel 6a, 6b vorzugsweise nicht größer als 1/10 des
Durchmessers des freien Inneren 3 des Rohres 2 besitzen, jedoch andererseits
nicht kleiner als ca. 0,1 mm im Querschnitt sein.
Eine weitere Möglichkeit, den Wasserstrahl 10 nach Durchdringen der ersten
Wandung des Rohres 2 zu streuen, besteht darin, während des Schneidens den
Kern 4 relativ zum Rohr 2 zu bewegen, und dadurch eine Ablenkung zu erzielen,
wie in Fig. 4 anhand eines Längsschnittes in mehreren Möglichkeiten (Abschnitte
a-d) dargestellt:
In der Darstellung im Abschnitt a der Fig. 4 steht der Kern relativ zum Rohr still,
und da der Schneidstrahl nur relativ langsam gegenüber dem Rohr und damit
auch dem Kern vorwärtsbewegt wird, wird der Schneidstrahl durch den Kern nur
schwach abgelenkt, und dringt damit so tief in den Kern ein, daß er ihn vollständig
durchlaufen und die Innenseite der gegenüberliegenden Rohrwand beschädigen
kann. In Abschnitt b bewegt sich der Wasserstrahl 10 in der angegebenen
Pfeilrichtung nach links und schneidet dabei die in Fig. 4 obenliegende Wandung
des Rohres 2.
Besonders in Fällen, wo der Innenquerschnitt des Rohres 2 gering ist, also wenig
Platz zum Einbringen eines Kernes 4 als Verschleißteil übrig bleibt, also bei
einem gegenüber dem Rohr 2 stillstehenden Kern 4, der Kern 4 von dem
Wasserstrahl 10 noch vollständig durchschnitten und mit noch zu hoher
Restenergie auf die Innenseite der unteren Wandung des Rohres 2 auftreffen
würde, ist es vorteilhaft, gleichzeitig den Kern 4 relativ zum Strahl 10 in die
Richtung zu bewegen, in welche der Strahl abgelenkt werden soll. Da die
Bewegung des Strahles 10 nach links relativ gering ist, wird eine ausreichend
große Relativbewegung in vielen Fällen nur durch aktive Bewegung des Kernes 4
relativ zum Rohr 2, und zwar vorzugsweise in Längsrichtung des Rohres 2 und
von dem das Rohr 2 tragenden Futter 14 weg bzw. in Gegenrichtung zur
Bewegung des Strahles zum gewünschten Erfolg führen. Wird der Kern 4 schnell
genug, beispielsweise durch Verfahren der den Kern 4 tragenden Einführeinheit
11 translatorisch nach rechts, bewegt, so wird der den Kern 4 tatsächlich
vollständig noch durchschneidende Wasserstrahl 10, wie er in der unteren
Bildhälfte dargestellt ist, so stark nach schräg rechts abgelenkt, daß er in einem
sehr flachen Winkel auf die Innenseite der unteren Wandung des Rohres 2
auftrifft und dadurch dort keine oder nur geringe Beschädigung oder gar ein
Durchschneiden dieser Wandung mehr bewirken kann.
Bei noch stärkerer Relativbewegung, z. B. translatorischer Relativbewegung, des
Kernes 4 relativ zum Wasserstrahl 10, wie in Abschnitt c dargestellt, wird der
Wasserstrahl im Kern so stark abgelenkt, daß er den Kern nicht mehr vollständig
durchdringen kann.
Wie in Abschnitt d dargestellt, kann die Relativbewegung zwischen Kern und
Schneidstrahl statt einer translatorischen Bewegung auch eine rotatorische
Bewegung um die Längsachse des Rohres bzw. der Kernes sein, wodurch am
Außenumfang des Kernes 4 eine relativ tiefe Ringnut entsteht, so daß bei mehr
als einfachem Umlauf des Kernes eine verringerte Kerndicke zur Verfügung steht.
Falls die für einen Umlauf zur Verfügung stehende Zeitdauer nicht für das
Beenden des Schneidvorganges ausreicht, empfiehlt es sich, die rotatorische
Bewegung mit einer translatorischen Bewegung zu überlagern, so daß die auf
dem Außenumfang des Kernes entstehende Nut eine spiralförmige Nut wird, also
nach einem Umlauf des Kernes sich der Kernquerschnitt, der zum Verschleißen
zur Verfügung steht, nicht verringert.
Fig. 5 zeigt einen Kern, der im wesentlichen aus einer Vielzahl von Partikeln 6 als
Schüttgut besteht, welche jedoch im Gegensatz zu der Lösung gemäß Fig. 3 in
einer rohrförmigen, auch an den Stirnseiten im wesentlichen verschlossenen,
Kammer 20 aufgenommen sind. Diese Kammer 20 besitzt eine Eintauchöffnung
22 für den Wasserstrahl 10 in ihrer Mantelfläche, wobei in der Regel die
Eintauchöffnung 22 kleiner ist als die im zu bearbeitenden Rohr 2 herzustellende
Öffnung. Deshalb wird die Eintauchöffnung 22 mit dem Wasserstrahl 10
mitgeführt. Durch das Eintauchen des Strahles in die Füllung aus Partikeln 6
werden diese jedoch so in Bewegung gehalten, daß keine bleibende Nut bzw.
Vertiefung in der Füllung aus Partikeln 6 entsteht, welche nicht mehr für den
Verschleiß des Wasserstrahles 10 zur Verfügung stehen.
Zusätzlich besitzt die Kammer 20 einen Auslaß 21, der als Druckentlastung dient,
aber auch zum Abfließen des durch den Wasserstrahl 10 in die Kammer 20
eingebrachten Wassers.
Der Auslaß 21 ist dabei vorzugsweise mit einem Gitter oder Ähnlichem
verschlossen, dessen Maschenweite geringer ist als die Größe der Partikel 6, und
er ist vorzugsweise relativ hochliegend angeordnet.
Bei dieser Lösung ist es auch notwendig, daß die Eintauchöffnung 22 im
wesentlichen immer nach oben weist, um ein Herausfallen von Partikeln 6 aus
dieser Eintauchöffnung 22 zu vermeiden. Der Schneidvorgang muß daher
ebenfalls so gesteuert werden, daß der Wasserstrahl 10 im wesentlichen
senkrecht von oben einwirkt, also das zu bearbeitende Rohr nicht unter einem zu
großen Winkel zur Senkrechten bearbeitet.
Die Kammer 20 kann statt mit Partikeln 6 eines Feststoffes auch mit einer
Flüssigkeit, z. B. Wasser, oder einem Gel gefüllt sein.
1
Öffnungen
2
Rohr
3
Inneres
4
Kern
5
gegenüberliegender Teil
6
Partikel
7
Leitfläche
8
Tauchschnitt
9
a,
9
bSchneidkante
10
Wasserstrahl
11
Einführeinheit
12
Arbeitskopf
13
Wasserdüse
14
Spannfutter
15
Spindel
16
Wasserwanne
17
Schott
18
Körper
19
Streu
20
Kammer
21
Auslaß
22
Eintauchöffnung
Claims (15)
1. Verfahren zum Wasserstrahlschneiden von Öffnungen (1) in den Wandungen
von Rohren (2),
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Schneiden in das Innere (3) des Rohres (2) an die Schneidstelle ein Kern (4)
eingebracht wird zum Schutz des der anzufertigenden Öffnung (1) gegenüberliegenden
Teiles (5) der Wandung des Rohres (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) wenigstens teilweise von dem die Öffnung (1) schneidenden Wasserstrahl
(10) mitgeschnitten wird und dabei seine Energie verbraucht.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) relativ zum Strahl (10), insbesondere in Gegenrichtung zum Strahl (10) und,
insbesondere relativ zum Rohr (2), zwecks Ablenkung des Wasserstrahles (10) bewegt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) translatorisch in Längsrichtung des Rohres (2) und/oder rotatorisch um die
Längsrichtung des Rohres (2) bewegt wird.
5. Wasserstrahlschneidmaschine mit einem Spannfutter (14) zur wenigstens
einseitigen Aufnahme des zu schneidenden Rohres (2) sowie einem Arbeitskopf (12),
welche die den Wasserstrahl (10) aussendende Wasserdüse (13) umfaßt, und in
Axialrichtung sowie Querrichtung des Spannfutters (14) bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Einführeinheit (11) zum Halten und Einführen eines Kernes (4) auf der vom
Spannfutter (14) gegenüberliegenden Stirnseite des Rohres (2) in das Innere des Rohres
(2) hinein vorgesehen ist.
6. Wasserstrahlschneidmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einführeinheit (11) mit dem Arbeitskopf (12) gekoppelt ist.
7. Wasserstrahlschneidmaschine nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einführeinheit (11) gegenüber dem Arbeitskopf (12) wenigstens in Axialrichtung
und/oder des Spannfutters (14) beweglich ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) eine den die Öffnung (1) herstellenden Wasserstrahl (10) stark streuende
Oberflächenstruktur besitzt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) aus einem Material besteht, welches härter ist als das Rohr (2).
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) aus einem massiven Material besteht.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) aus einem Schüttgut, insbesondere Kugeln, Pellets, Granulat, Mehl und
dgl. besteht.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Partikel (6) des Schüttgutes in einer Kammer (20) aufgenommen sind, welche in
ihrer Mantelfläche eine Eintauchöffnung (22) zum Eintauchen des Wasserstrahles (10)
aufweist sowie einen Auslaß (21) zur Druckentlastung und zum Auslaufen des Wassers.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen Körper des Schüttgutes eine definierte Außenkontur, insbesondere eine
Vieleckkontur mit möglichst vielen Ecken und Kanten, oder eine bogenförmige
Außenkontur besitzen.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser der einzelnen Körper des Schüttgutes maximal 1/10 des
Durchmessers des Inneren (3) des Rohres (2) beträgt.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern (4) aus massivem Material besteht und eine Leitfläche (7) aufweist zum
Umlenken des schneidenden Wasserstrahles (10) in die Längsrichtung des Rohres, und
der Kern (4), insbesondere dessen Leitfläche (7), mit dem Wasserstrahl (10) mitführbar
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111512 DE19711512C1 (de) | 1997-03-19 | 1997-03-19 | Wasserstrahlschneiden von Ausschnitten in Rohrwandungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111512 DE19711512C1 (de) | 1997-03-19 | 1997-03-19 | Wasserstrahlschneiden von Ausschnitten in Rohrwandungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19711512C1 true DE19711512C1 (de) | 1998-10-15 |
Family
ID=7823938
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997111512 Expired - Fee Related DE19711512C1 (de) | 1997-03-19 | 1997-03-19 | Wasserstrahlschneiden von Ausschnitten in Rohrwandungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19711512C1 (de) |
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